Archiv der Kategorie: Touren

Alle Touren an denen Freunde der Cyclitis teilnehmen.

Jrossen: Also Crossen mit Jott

Jörg war so nett sich der widerspenstigen Hayes Scheibenbremsen meines Cannondale Bad Boys anzunehmen. Und so verabredeten wir uns bei ihm in Huchting, um im Wald crossen zu gehen. Jörg hat ein sehr schickes Trek MTB mit total dicken Reifen und Kettenblättern vorne so winzig wie Schaltwerkröllchen. Die richtigen großen Kettenblätter sind hinten an der Kassette. Ich bekam sein Trekking Bike, was auch noch Reifen hat die doppelt so dick sind wie das Zeuch, was ich sonst so an meine Rennräder lasse.

Es war der erste Tag sein langer Zeit mit blauem Himmel und die Temperaturen waren dem Winter endlich angemessen. Natürlich gibt es da gewisse Hemmungen vor die Tür zu gehen und so tranken wir erst einmal ein paar Runden Kaffee. Ich hatte sowie keine Lust in den Wald zu fahren, denn ich fahre ja eigentlich nur Rennrad.

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Dann fuhren wir aber doch los und machten erst einmal eine längere Pause bei der nächsten Gelegenheit.

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Nachdem wir uns gut aufgewärmt und Spaß hatten, fuhren wir wieder nach Hause und tranken noch ein paar Becher Kaffee.

 

 

 

 

 

 

 

Ja, so hätte das alles enden können, aber wir sind doch in den Wald gefahren, und zwar in den Fahrenhorster Wald, denn Jörg hatte schon das Programm des Tages auf seinem Garmin programmiert und wollte mir mal zeigen, wie man richtig „crosst“. Zuerst hatte ich ja alle Trümpfe in der Hand, denn auf dem Weg in den Wald fuhren wir viel über asphaltierte Straßen, wo ein Trekkingrad eben viel schneller läuft als ein MTB. Aber eben doch viel langsamer als ein Rennrad und mir kam das alles vor, als wenn ich durch eine riesige, transparente Masse aus Gelee fahren würden. Im Wald sah das dann aber auch schon wieder anders aus. Wir fahren so richtige sandige und schlammige Wege und krachten mit den Laufrädern durch das dünne Eis, das sich auf Pfützen gebildet hatte. Hey das machte ja doch Spaß, zumal es im Wald auch nicht so klar war wie draußen auf dem freien Feld. Im Gegensatz zum Rennradfahren, gerade hier oben in Norddeutschland, wo ich oft kilometerlang in die selbe Richtung fahre und sehr weit nach vorne sehe, ist es hier so, das ich sehr konzentriert bleiben musste. Beim Rennradfahren driften meine Gedanken manchmal ab in alle möglichen Richtungen, aber im Wald geht das nicht. Da musste ich immer die Wegoberfläche vor mir im Auge haben und gegebenenfalls meine Fahrlinie anpassen. Hier ist mal ein gutes Beispiel:

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„OK, Michael, fahr mal hier vor, ich mache dann ein cooles Photo von Dir!“, sagte Jörg

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„Okey-Dokey“ antwortete ich und scheiterte noch vor dem Ast über dem Weg.

Das beste aber am crossen durch den Wald ist, dass man durch den ganzen Matsch nicht laufen muß. Wir fuhren noch hier und da (angeblich „nichts technisches“) und nach ca 2:15 Stunden und 50 km landeten wir wieder zuhause bei Jörg. Machte alles Sinn, machte alles Spaß und war doch ganz schön anstrengend.

Am Abend holte ich den weiblichen teil meiner Familie ab, der per Bahn aus Oberstdorf zurück kam. Die Bahn war pünktlich, was eher selten ist. Ich lungerte ein wenig am Ausgang Bürgerweide rum und bekam so mir, dass die Bremen Sixdays am Samstag ausverkauft waren denn ich wurde mehrfach angesprochen, ob ich denn eine Karte hätte.

In der Nacht hatte ich Schüttelfrost und einen Ganzkörpermuskelkrampf. Entweder kam das vom Crossen, oder von der Tüte Salmiaklakritz die ich so ganz nebenbei Abends verputzt hatte.

Egal. Danke an Jörg für die Einführung in das Crossen. Kann auch mit Bad Boy wiederholt werden.

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Die Weihnachtstour

Ein Mädchen, das ich nie kannte, dass ich aber 1990 anrief, weil sie in Japan gelebt hatte und ich ein paar Tips von ihr haben wollte, sagte mir: „Im Sommer draußen in Japan zu gehen ist wie durch Gelee zu wandern.“ Das mag stimmen, trifft aber auch für die Zeit nach Weihnachten zu.

Nach Tagen des späten Aufstehens, der Untätigkeit und der (Rudi) Völlerei fühlte ich mich wie in einer Welt aus Gelee. Alles war irgendwie anstrengend und so war ich froh, dass Bloeh die Initiative ergriff und zum rausfahren heute ausrief. Schon das Aufstehen um 9 war eine echte Qual, aber das Wetter war OK und als ich zur Bank kam fuhr Ralf schon lustig auf und ab auf dem Deich um sich warm zu halten. Wenig später kamen auch Bloeh und Christian und wir machten uns auf Richtung Süden. Bloeh und Christian waren auf ihren Rennrädern, während Ralf auf seinem moosgrünen Lotus Esprit Crosser und ich auf meinem superschnellen Panasonic PR4000 kam. Ich liebe dieses Panasonic, weil es einfach so wahnsinnig schnell ist und gut rollt. Dachte ich. Heute aber, zusammen mit den Rennrädern stellte sich heraus, was für eine lahme Möhre das eigentlich ist.

In der Gesamtgleichung Anstrengung beim Fahren plus Anstrengung beim Putzen hinterher dachte ich, dass ich mit dem Panasonic besser bedient bin, da ich es nicht saubermachen muß – in Gegensatz zu meiner teuren Carbonmöhre.  Aber es war irgendwie sehr, sehr anstrengend auch nur im Windschatten von Bloeh oder Ralf zu fahren und die geben nun wirklich reichlich Schatten.

Wir fuhren dann bei Achim über die Weser und dann weiter nach Bassen und Fischerhude. Es ist immer wieder erstaunlich festzustellen wie viele Wege es noch gibt, die ich nicht kenne und ich bin immer dankbar neue gezeigt zu bekommen. In  Fischerhude sagte Ralf „Tschüss“, weil es noch ein wenig crossen gehen wollte, während wir über Borgfeld und Kuhsiel zum Bürgerpark fuhren. Hier verabschiedete sich Christian und ich zeigte Bloeh die Nordwestpassage zwischen dem KGV Schwachhausen und dem KGV Kornblume.

Ich habe keine Ahnung wie lange wir gefahren sind, noch wie viele km wir gemacht haben, aber es war einfach gut mal wieder draußen zu sein. Danke an alle.

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Nach der Tour sah das Panasonic aus wie Sau. Na ja, vorher auch, da ich Räder im Winter eigentlich nicht putze.

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Campagnolo Veloce Bremsen in der Tarnausführung von 2012.

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Bad Ass III : Schnee von gestern

Ich wachte auf, zog mir den Laptop über die Bettdecke und schaute nach, was am Samstag in Japan passiert war. Tom war wieder einmal 200 km plus gefahren und es war nun dort so kalt, dass das erste Eis auf der Strasse erschien. Ich ging in die Küche, schaute aus dem Fenster und irgendetwas draußen hatte sich verändert, ich konnte aber nicht genau festmachen was es war.

Was nur genau war anders als gestern?

Was nur genau war anders als gestern?

Langsam dämmerte es mir wie Schuppen vor die Augen: Es war am schneien. Prima,dachte ich und ein leises Lächeln formte sich zwischen meinen Mundwinkeln, Bad Ass Wetter. Also rauf auf die Kiste und raus! Ok, vielleicht doch erst einmal frühstücken, aufräumen und schreiben.

Und so kam ich erst um 14:30 Uhr auf die Straße. In der Zwischenzeit hatte es aufgehört zu schneien, aber die Straßen waren immer noch voll Schnee. Ich fuhr raus Richtung Focke Museum, aber selbst am Kiosk zur Gelben Gefahr waren heute weniger Trinker als sonst immer. Über Borgfeld fuhr ich dann durch die Felder Richtung Fischerhude. Es waren kaum Menschen unterwegs und die Stimmung war ruhig und gelassen.

Auf nach Hamburg!

Ich mag diesen Teil Bremens sehr, da dort im Spätwinter eine einzige große Wasserfläche ist, manchmal auch komplett gefroren.

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Ich dachte mit meinen Caterpillar Boots (hatte ich 1993 beim Ombudsmann in Düsseldorf gekauft, und mit denen stiefelte ich schon 94-96 über die Baustelle in China) wäre ich gut ausgerüstet, aber ziemlich schnell hatte ich nasse und dann auch noch kalte Füße.

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Kurze Pause und schon ging es weiter bis zur Eidiele „Zur Linde“ (hatte zu) in Borgfeld und dann wieder zurück Richtung Bremen über Quelkorn, Seebergen und den Timmersloher Strand. Zuhause erst einmal kurz geduscht. Waren zwar nur 40 km, aber auf dem Fixie mit diesen schweren Caterpillar Boots fühlt sich das schon nach mehr an.

Irgendwie war ich auch froh, dass ich nicht in den Harz gefahren bin, wenn Du einer gefahren sein sollte.

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Die Nordwestpassage

Datei:Northwest passage.jpgDie Nordwestpassage ist der zirka 5.780 Kilometer lange Seeweg, der nördlich des amerikanischen Kontinents den atlantischen mit dem pazifischen Ozean verbindet. Er führt über das Nordpolarmeer und seine Randmeere sowie die dazugehörenden Meeresstraßen durch denkanadisch-arktischen Archipel

Die erste komplette seemännische Durchfahrt gelang Roald Admunsen 1903−1906 über die von John Rae entdeckte Route durch die James Ross Strait.

(alles gegutenbergt aus wiki)

Also kalt genug war es ja heute für die Nordwestpassage uns so machte ich mich auf meinem Union Fixie auf meine herbstliche 40 km Vor-dem- Kaffee-Runde: Die richtige Seite hoch die Wümme, die falsche Seit runter.  Kurz vor der  Ritterhuder Heerstrasse kann man hinter dem Bauernhaus dort die Brücke über die Wümme sehen.

Geparkte Brücke

Geparkte Brücke

Diese ist aber dort nicht an ihrem eigentlichen Platz, sondern erst einmal geparkt. Irgendwann einmal wird sie nach links über die Wümme geschoben und dann die alte Autobrücke dort ersetzen.

Auf der falschen Seite zurück im Intervalltraining: 8 x 30 Sekunden sprinten wie ein Blöder  und das Tempo über 40 halten. Dann  jeweils 2 Minuten ausruhen. Hatte zur Folge, dass ich anschliessend zuhause bei der Sportschau eingeschlafen bin (Stuttgart-Fürth). Mehr als acht Intervalle geht auch nicht, dann ist die Strecke zu Ende.

Zurück dann wieder durch das geheimnisvolle Gebiet zwischen Parkallee und HH Meier Allee, dort wo sich seit Jahrzehnten die Kleinganovenvereine Kornblume und Schwachhausen bekriegen. Überall stehen kleine Hütten in der Landschaft verteilt, in denen entweder Schätze aus vielen Jahren Hehlerei gebunkert sind, oder aber fiese Sprengfallen Eindringlinge zu Tode kommen lassen. Es gibt nur eine schmale Passage zwischen den beiden KGVs die sehr schwierig zu finden ist.

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Hurra, die Nordwestpassage- Ich fühlte mich wie Roald Admunsen als ich sie endlich sicher durchquert hatte.

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Badass Wetter Montag

Heute konnte ich sehr elegant den Vormittag im Kampf mit Polizei, Versicherung und einigen Studierenden verbringen, so dass es prompt an zu regnen fing, als ich mich endlich auf mein Union Fixie setzen konnte.

Prima dachte ich mir, gleich wieder ins Haus, Kappe auf, Regenhose an, Schuhüberzieher drüber und raus in den Regen. Yep, it’s badass time. Und wie wir wissen gibt es Regel Nummer 9:

Standardrunde, 40 km, erst anch Lilienthal, dann rechts an der Wümme über das Kopfsteinpflaster hoch bis nach Ritterhude und dann links von der Wümme, dort wo alle fahren wieder zurück. Heute war einer der wenigen Tage, wo ich mehr Radfahrer links als rechts von der Wümme traf. Auf den Pferdeweiden wurden gerade die Hengste abgedeckt. Also, die bekamen so Decken drüber, weil es doch recht kalt war. Macht man in Japan übrigens auch ganz gerne mit Hunden:

Ja, wahnsinnig tolle Idee, so was. Ein Bekannter der mich in Japan besuchte und diese Hunde sah fragte mich, in falscher Anwendung kultureller Sensibilität, ob das ein buddhistisches Gebot sein, dass Tiere bekleidet sein sollten. „Klar“, sagte ich, und oben im Norden auf der Insel Hokkaido tragen die Kühe Pelzmäntel im Winter.“ Nein, dass hat nichts mit Buddhismus zu tun. Schon eher mit sinkenden Geburtenraten.

Zunächst aber traf ich auf die Anweisung des „Deichgräfe“:

Ich bin zwangsweise als Bremer Bürger und 43%-tiger Hausbesitzer Mitglied im Deichverband, kann mir vorstellen was ein Deichgraf und eine Deichgräfin sein könnte, aber ein „Deichgräfe“? Da aber dort der Artikel DER verwendet wird, vermute ich einmal, dass es sich um den homosexuellen Stiefbruder der Deischgräfin handelt. Der gerne schon mal den starken Mann markiert und ein paar Verbotsschilder aufstellt (siehe auch „THE MIDGET“ – aus der Illuminatius Triologie von Robert A Wilson) .

Das Kopfsteinpflaster hatte mich so geschafft, das ich erst einmal eine Pause im Grünen machte.

Gar schön war die Landschaft anzuschauen und das holprige Band der Landstraße verschlung sich mit der Ferne. Nach einer halben Stunde  draußen lief mir das erste Wasser in die Schuhe. Ziemlich bald hatte ich nasse Socken. Erstaunlicherweise machten die Handschuhe als nächstes schlapp. Schließlich schleppte ich gefühlte 10 kg Wasser mit mir herum. Es reichte aber immer noch aus einen Opa auf einem Roller zu versägen.

Dann volle Power in die Berge am Platzhirsch und an der Munte lang bis zur Parkallee und dann rein in das Schrebergartengebiet. Das machte jetzt richtig Spass durch den Dreck zu fahren auf engen Wegen. Und nun fand ich auch die Nord-Süd Passage durch den Hudson Bay: Ein vielleicht 60 cm breiter Pfad, der micha uf die HH Meier Allee brachte. Wow, der Tag hatte sich schon gelohnt.

Zuhause angekommen war ich total durchnässt aber happy. Warm geduscht und schon geht es ans bloggen.

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Kaiserwetter

Meine Vermieterin in Tokyo behauptete, dass an dem Tag, an dem der erste japanische Kaiser der Neuzeit (Meiji) Geburtststag hat, immer gutes Wetter war. Hatte sie in ihrem langen Leben nie anders erlebt. Das war der 3. November.

Heute war zwar nicht der 3.11., sondern der 25.11., aber nach dem scheußlichen Badass Nebelwetter gestern war heute ein richtig feiner Tag mit Schäfchenwölkchen am Himmel und angenehmen Temperaturen. Ich montierte mir meine Halbhaken an das Union Fixie da sonst einfach zu wenig alt mit den Turnschuhen ist und machte mich auf den Weg Richtung Westen und Süden.

Ui, was für ein fieser Wind blies mir da entgegen. Selbst 20 km/h schienen schon sehr anstrengend zu sein. Aber ich finde, gegen den Wind, oder einen Berg hochzufahren ist wie ein Uhrwerk aufzuziehen oder die Anhäufung potentieller Energie:

m x g  x h   = 1/2 x m x v2

Uhrwerk klingt auf Deutsch sehr langweilig und auf Englisch wahnsinnig spanned: Clockwork Orange, zum Beispiel. Nach dem Autor, Anthony Burgess gibt es drei mögliche Erklärungen was genau eigentlich Clockwork Orange bedeutet:

Burgess gave three possible origins for the title:

  • He had overheard the phrase „as queer as a clockwork orange“ in a London pub in 1945 and assumed it was a Cockney expression.¹
  • His second explanation was that it was a pun on the Malay word orang, meaning „man.“ The novel contains no other Malay words or links.[11]
  • In a prefatory note to A Clockwork Orange: A Play with Music, he wrote that the title was a metaphor for „…an organic entity, full of juice and sweetness and agreeable odour, being turned into a mechanism.“[11]

Na ja egal. Mir fallen dabei zwei Spin-offs  in der Punk Kultur ein:

Boomtown Rats: Like Clockwork


und das Cover der Angelic Upstarts LP Teenage Warning:

Egal, also ich wollte eigentlich nur schreiben, dass ich gerne raus gegen den Wind, und rein mit dem Wind fahre. Also die Energie die man am Anfang mehr braucht, zahlt sich dann doch aus. Trotzdem, draußen auf dem Land war eine miese Stimmung.

 

Die Konditorei Hasselmann hatte mal wieder zu ….. Komisch, ist immer so, wenn ich da vorbeifahre. Auch die Kaktusse in der Auslage könnten etwas Wasser gebrauchen. Allerdings hatten auch andere Einzelhandelsgeschäfte in der Gegend schlechte Laune:

Doch als ich aus dem Zentrum des Bösens heraus auf das Land fuhr sah die Welt schon wieder anders aus. Eine herrliche Aussicht bis auf den Rand des Syker Voralpenlandes.

Und als der Tag sich zu Ende neigte und die Sonne ganz tief stand und von links auf mich schien, als ich eine Allee lang vor, da warf ich einen ganz langen Schatten auf die Landschaft. Eine schöne Tour, wenn auch nur knapp über 60 km.

 

 

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Badass Wetter

Als ich aufwachte, zeigte sich Bremen nun endlich von seiner herbstlichen Seite: Nebel ohne Ende, kaum Sicht auf die Häuser auf de anderen Seite der Strasse. „Prima“, dachte ich, „nachdem ich keine Zeit hatte im schönen, Bremer Herbst bislang zu fahren, fahre ich jetzt raus im Badass Wetter.“

Ich hatte keine Ahnung wie das wohl werden würde und machte mich zunächst auf das geheimnisvolle Gebiet zu erkunden. Seit zwei Jahren schon fahre ich von der HH Meier Allee weiter unter der Eisenbahntrasse bis zum Berufsbildungswerk und links von mir ist diese riesige Areal. Am Freitag abend habe ich da versucht von der anderen Seite reinzukommen, wurde aber zunächst von den Schergen von OAB gestoppt und später verrannte ich mich im Dunkeln einer Schrebergartenkolonie zwischen Laubengängen und Rhabarberbeeten.

Diesmal versuchte ich von der Umkehrschleife der Straßenbahn aus reinzukommen. Man kommt dann zunächst in den den KGV Schwachhausen (vermutlich Kleinganovenverein) und dann in einen anderen KGV. Zum Glück taten mir die meistens älter wirkenden Frauen und Männer nichts.

 

Verguckt in diese Schuhe.

Na gut, dachte ich mir, jetzt wird es aber Zeit für ein Weg seriöses Radfahren und machte mich auf den Weg an den Wümmedeich. Die Suppe wurde immer dicker. Ganz schlimm war es in den oberen Höhenlagen rund um Bremen, zum Beispiel an der Autobahnüberführung hinter dem Platzhirsch.

 

Und dann wurde es auch noch dunkler. Schnell wieder zurück ins Haus und duschen. Badass over.

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Unterwegs mit der Klassikerin

In der Woche erreicht mich die sehr erfreuliche Nachricht, dass Juliane aus London nach Bremen kommen würde.

Prima, ich freute mich schon sehr, denn Juliane hatte ich nicht mehr gesehen, seitdem sie Anfang September in London geheiratet hatte. Sie war nun auf Besuch in Berlin und Hamburg und wollte das Wochenende bei uns verbringen. Das würde ja ein sehr Rad-intensives Wochenende werden, dachte ich mir,und fuhr am Samstag zur Vorbereitung in das GVZ.

Freitag Abend kam Juliane spät aus Berlin. Den Samstag begannen wir mit medidativem Kurzschrauben an meinem neuen Moserrahmen, den ich gerade für Shozo aufbaue. Ich war so medidativ in die Arbeit versunken, dass ich die Kette falsch herum zusammennietete. Das sah dann so ähnlich wie eine Sicherung gegen Wegfahren aus. Selten daämlich. Also dachte ich, dass es nun Zeit wäre die Arbeit erst einmal ruhen zu lassen.

Wir machen uns dann fertig zur Ausfahrt. Juliane zog meine sehr schönen, alten VICINI CESENA (als Vicini ist das für Cesena was Chesini für Verona und Sambi für Ravenna ist)  an mit passender Liquigasmütze und zur Sicherheit einer Pudelmütze darüber. Sie durfte sich eines meiner Räder aussuchen und entschied sich für das Panasonic PR4000. Eine gute Wahl.

Wir waren gerade losgefahren, als mal wieder die Kurbellagerschrauben an meinem Union Fixie losgingen. Das ist vermutlich deswegen, weil die Dura Ace Kurbel einen JIS Vierkant, das eingebaute Innenlager von Campagnolo aber  ISO Vierkant ist und die sich nicht mögen. Also fuhren wir erst einmal wieder zurück und ich zeigte Juliane das Universum.

Ich bin nicht gerade ein riesiger Fan des Inneren des Universums, aber von außen finde ich das Klasse. Ich mache da gerne Photos von meinen Rädern, das Colnago Super XL 1988 habe ich zum Beispiel dort auf der Treppe fotographiert und davor auch schon das Union Fixie.

Wir fuhren dann erst einmal nach Hause, packten zur Sicherheit eine Menge Werkzeug ein und fuhren dann raus Richtung Lilienthal, aber die Wümme und dann auf der rechten Seite der Wümme Richtung Ritterhude. Ich mag diese Strecke ja sehr, so leer, so schön, und wenn man erst einmal die ersten 3 Kilometer Kopfsteinpflaster überstanden hat auch so schnell. Ich zeigte Juliane auch „die Schleuse“, „das Haus am Walde“ und „das Kiosk zur gelben Gefahr“,also alle wichtigen Treffpunkte für Radfahrer mit Ausnahme des „Krokodils“.

Tja mit den Rädern anderer Leute zu fahren kann schon anstrengend sein, deshalb schob Juliane ab und an ein paar Lockerungsübungen ein; jedenfalls solange es noch nicht regnete. Und so fuhren wir durch die Gegend, bis wir an die Straße nach Ritterhude kamen. Wir hätten un weiter nach Vegesack, mit der Fähre rüber auf die falsche Weserseite und wieder zurückfahren können. Also das war jedenfalls die Idee. Oder, ich in Anbetracht des schlechter werdenden Wetters und der anbrechenden Dunkelheit entschieden wir uns auf der falschen Wümmeseite wieder zurück Richtung Bremen zu fahren. Das Vertrauen zum Panasonic nahm sichtlich zu.

Von dort aus ging es in die Innenstadt und wir machten uns durch die üblichen touristischen Attraktionen: Schnoorviertel, Böttcherstrasse, Schütting, Rathaus, Bürgerschaft, Roland….als Profibremer kann ich das alles natürlich exzellent erklären. Auf dem Markt dachte Juliane, das dies der Freimarkt wäre. Der Profibremer musste da widersprechen. Genug Kommerztourismus, zum Glück fing es an zu regnen und wir machten uns auf in das Theatro. Im Theatro habe ich meinen halben nicht auf dem Rad verbrachten Sommer 2010 verbracht und das war gar nicht übel.

Draußen regnete es Bindfäden und wir tranken Kaffee und Tee bevor wir uns durch die Plörre wieder auf nach Hause machten.

Später zeigte mir Juliane dann Fotos von der Eroica aus dem Oktober, bei der David und sie mitgefahren waren. Ich war schwer begeistert. Beim Einkaufen dort würde ich vermutlich auch ein Vermögen lassen. Also jedenfalls schmiedeten wir Pläne, wie wir alle Positivos da nächstes Jahr fahren würden. Ich lümmelte mich neben ihr auf der Couch rum und plötzlich fühlte ich einen komischen Schmerz im Rücken und dann hatte ich meinen ersten Hexenschuß seit vier Jahren oder länger. An Bewegen war nicht mehr zu denken. An Eroica 2013 in dem Moment auch nicht mehr. Eigentlich beherrschte mich nur noch der Wunsch ins Bett zu gehen mit einer Wärmflasche und diese Welt er Schmerzen zu verlassen. Was ich dann auch tat.

Heute kann ich zumindestens wieder sitzen und schreiben. Danke Juliane für’s kommen.

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GVZ Recon

Seit Wochen habe ich diese Idee am Wochenende private Rennen zu organisieren.

Dann brachte jemand im Forum das „Güterverkehrszentrum Bermen“, aka GVZ ins Spiel und ich beschloss mir das heute einmal anzusehen. Zunächst aber holte ich mein MTB aus der Garage und putzte es. Das mache ich genau zweimal im Jahr; zum Beginn und zum Ende der Wintersaison. Die blöden Hayes Scheibenbremsen klemmten gut fest und die Kiste ließ sich fast nicht bewegen. Also habe ich mich drauf gesetzt, mit meiner gerissenen, langen Radhose unter dem Arm und bin erst einmal zu meinem Schneider (Werbespruch: „Wir nähen alles!“; stimmt aber auch) und habe ihn gefragt, ob man das wieder reparieren kann? „Ja, mein Lieber.“ (Er nennt alle seine männlichen Kunden „Mein Lieber“, oder „Mein Herr“). Prima, wieder Geld gespart. Aber Mist, keine Gelegenheit etwas Geld für eine neue, schnellere Hose auszugeben!

Vor langer Zeit war ich mal mit meiner Frau in Japan einkaufen und da kamen die verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Angesichten bezüglich Konsum sehr schön zum Vorschein. Wir suchten eine Küchenschere, und da ich von deutscher Werbung stark geprägt bin, hatte ich sofort das teure Zwillingsmodell aus Rostfreiem Edelstahl in der Hand. Also das Zeug aus dem Tiger II Panzer gebaut wurden und mit der man tote Ehemänner in Stücke schneidet und dann in Tupperwarendosen verteilt. „Diese“, sagte ich zu meiner Frau, „ist von überragender deutschen Qualität. Da hast Du was für’s Leben.“ „Dann will ich die nicht“, antwortete meine liebreizende, japanische Frau, „denn dann kann ich mir ja nie wieder eine kaufen.“

Also, nachdem ich als Herr tituliert wieder einmal hervorragend bedient wurde ging in zu EINRAD, dem Radhändler bei mir um die Ecke. Ich kenne die Leute dort ganz gut und die kennen mich auch. Eigentlich sollte ich besser sagen: Die hassen mich. Weil ich nämlich nur mit schwierigen, frickligen Dingen zu denen komme die ich nicht selber kann. Ich kaufe nie Material dort (doch einmal 4 Bremsbeläge für fast 20 Euro – danach nie wieder) und für meine Reparaturen wollen die nie Geld (ich tu dann immer was in die Kaffeekasse). Verstehe nicht warum ich brauche wirklich deren Hilfe und wäre auch gerne dafür bereit zu zahlen. Jedesmal frage ich und dann heißt es nur: Steck was in die Kaffeekasse. Deswegen glauben die aber dort, das ich immer alles umsonst will und daher hassen die mich.

Fairerweise muss ich aber schreiben, dass der Lars dort eine große Ausnahme ist. Immer freundlich und immer hilfsbereit – aber leider nicht immer da.

Also, heute kam ich mit meinem MTB und dann hieß es gleich. „Ui Hayes Bremsen, da kennen wir uns gar nicht mit aus. Da muss ich erst einmal den Chef fragen, ob wir das annehmen können, ist sehr Risikoreich.“ Unter „Risikoreich“ verstehe ich als Kunde eigentlich, dass ein Risiko besteht dass an meinem Rad während der Reparatur etwas kaputt geht. Da war aber nicht gemeint: „Nee, das wir da lange reparieren und das dann nicht berechnen können.“ Mir wurde dann letztendlich empfohlen a) wieder zu kommen wenn der Chef da ist und b) mir doch gleich eine komplette neue Shimano Bremsanlage für 200 Euro zu kaufen. Material bei Rose kostet gerade mal 84 Euro.

Außerdem ist Hayes sowieso Mist, denn das verwendete Öl in den Leistungen ist giftig und nicht umweltfreundlich wurde mir gesagt.

Mein Besuch bei Einrad endete wie viele andere dort, nämlich das ich unverhoffter Dinge wieder nach Hause ging und an einer anderen Lösung bastelt muss. Aber hey, würde Einrad mich nicht so behandeln, dann wäre ich vermutlich nicht darauf gekommen selber an Rädern zu schrauben.

Danach und um mich aufzuheitern fuhr ich zu Dalladas in der Neustadt. Das ist ein guter Radladen bei dem ich genau das bekam was ich wollte ( +/- 2 mm). Und dann fuhr ich durch das schöne Woltmershausen Richtung GVZ. Es gibt dort sehr schöne Geschäfte, bei denen ich die Pokale und Trophäen für unsere Rennen kaufen werde.

Es gibt dort auch die „Hanseatenkampfbahn“, die sich aber aus Hanseatenkampffeld herausstellte, oder besser gesagt das Fußballfeld des TSV Woltermshausen. Das GVZ ist wirklich riesig. Zunächst habe ich nicht so richtig den Eingang gefunden. Man kommt da einfach nicht rein und ich musste wieder ganz zurückfahren bis zur Stromer Strasse, aber dann war ich drinnen. Nicht schlecht, breite Straßen, überall Beleuchtung, guter Asphalt und so gut wie kein Verkehr.

Rechterhand das BLG Tchibo Lager. Etwa 80% des chinesischen Exports nach Deutschland kommt über das Tchibolager nach Deutschland, deshalb ist es so riesig. Hier treffen Container vollgepackt mit Zahnbürstenbechern, Weihnachtsschmuck, Telefondesinfiziergeräten  und Küchenwaagen aus China ein und werden in mühevoller Kleinarbeit von fleißigen Geistern auf die deutschen Tchibofillialen verteilt. Ohne die BLG könnten wir kein normales Leben mehr führen und in China wären ganze Städte ohne Beschäftigung. Dies erklärt den doppelten Natodraht um das Gelände.

Neben dem Tchibolager führt eine schnurgerade Straße etwa 2 km lang fast bis nach Seehausen, dort wo die Seebären wohnen.

Zu Beginn geht sie leicht nach unten und mein Gedanke war: „Wow, das ist ja wie eine Rampe bei einem Zeitfahren!“ Man könnte dort prima 500m, 1.000m und 2.000m Sprintrennen fahren, also entweder als Einzelrennen oder als Ausscheidungsrennen von jeweils zwei Fahrern. Nach 200m etwa biegt von links die Senator Appelt Strasse ein, aber sonst ist da keine Kreuzung oder Einmündung fast bis nach Seehausen. Super. Und auch noch mit Beleuchtung.

Anschliessend bin ich noch durch die anderen Straßen gegurkt, von denen auch viele für ein Rundenrennen (= Kriterium)  geeigent wären: Senator Blase und Senator Nolting-Hauff sind prima Kurse. Die Ludwig Ehrhard Straße geht auch, aber die Merkurstrasse fand ich nicht so prickelnd.

Und schwups war ich mehr als 30 Kilometer durch das GVZ geradelt. Das ist ziemlich easy, außerdem muss man ein wenig umdenken. Also normalerweise wenn ich merke, das ich falsch fahre, dann denke ich, macht nichts, dann fahre ich halt die nächste rechts. Im GVZ ist aber die nächste rechts erst nach einem Kilometer, man muss also leider mehr denken oder viel mehr treten.

Zurück bin ich dann durch wieder durch das schöne Woltmershausen und machte Rast an einem Edeka. als ich raus kam hatte das Schmuddelwetter schon angefangen und ich beeilte mich full speed nach Hause zu fahren. Das schaffte ich auch gerade noch bevor die Bundesligaberichterstattung los ging. Also, das GVZ ist gut für Rennen geeignet und ich werde in der nächsten zeit einmal einen Termin organisieren.

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24 Stunden von Osnabrück und Bremen

Heute mit Jörg, Olli und Martin unserem Scout unterwegs im Osnabrücker Land: 100km, 1.000 Höhenmeter auf kleinen Wegen kreuz und quer durch die Gegend.

Martin kennt sich dort wirklich sehr gut aus, Straßenstücke im Umkreis von 50 km schicken automatisch eine SMS an ihn wenn sie wieder befahrbar sind. Wir hatten viel Spass und ein wenig Kuchen bei (Ewald) Lienen.

 

Osnabrück ist zum Glück nicht so weit weg wie Bad Harzburg, so dass man relativ lässig mit der Bahn dorthin und schnell wieder zurückkommen kann. Um 18 Uhr waren wir wieder in Bremen. Aber da war doch noch was? Richtig, Mondscheinfahrt um 19:15 Uhr an der Werderbank.

Und so warteten Olli und ich auf andere Mitstreiter und fuhren dann alleine los. Allerlei seltsame Gestalten kreuzten unsere Wege.

Aber irgendwie schafften wir es dann nach Hause. Auch Dank meines neuen Rücklichtes mit Laserkantenprojektion auf die Fahrbahn.

OK. Rücklicht? Check. Training? Check. Münsterland Giro? Möge kommen.

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