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Alle Touren an denen Freunde der Cyclitis teilnehmen.

Festive 500. Tag 1. Wind am Ende des Windschattens.

Im Radio lief schon wieder Last Christmas. Das musste wohl daran liegen, dass George Michael heute gestorben war. Zum Glück lebte Conny Kramer noch, sonst würde ich mir den ganzen Tag „Am Tag, als Juliane Werding starb“ anhören müssen.

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Conny Kramer

Ich besitze das erste Wham! Album, Fantastic!, habe das aber seit Jahrzehnten nicht mehr gehört. Georg Michael’s Beitrag zur Geschichte „meiner“ Popmusik ist unbedeutend und für das wenige was er geleistet hat, wurde er whamtastisch für bezahlt. Das er auch unter diesen Voraussetzungen kein glückliches Leben führen konnte ist nicht mein Problem. In den Achtzigern hätte ich übrigens nie geglaubt, dass er schwul sein könnte. Das gleiche gilt übrigens auch für Gerhard, besser bekannt als Marc Almond.

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Gerhard (FDA)

Wobei der wirklich phantastische Popsongs geschrieben hat. Besonders die 12 Inch Version von „Say hello – wave goodbye“ wird mich ein Leben lang begleiten. Das wird allerdings nicht der Song, der auf meiner Beerdigung gespielt wird, der steht bereits seit Jahren fest: „From under the covers“ gespielt von EA80, vorausgesetzt irgendeiner von diesen Nicht-Sportlern schafft es mich zu überleben.

OK. Jetzt wurde es aber Zeit die fröhliche Stube zu verlassen und sich mit wirklich harten Dingen auseinanderzusetzen: Zeit draußen im Wind zu sterben, oder wie das sonst so heißt: „Rad zu fahren“.

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Was tut man nicht alles für so einen Fetzen Stoff oder ein Stück Metall. Andere sprengten Panzer in die Luft oder ließen sich ins Bein schießen und bekamen dafür ein EK II. Heute muss man zwischen Weihnachten und Neujahr 500 km mit dem Rad zurücklegen und Rapha schickt einem dafür einen schicken Aufnäher. Das ist meine vierte Festive 500, beim ersten Mal bekam ich keinen aufnäher weil ich die Strecken nicht aufzeichnen konnte und manuelle Einträge in Strava auf Vertrauensbasis nicht akzeptiert wurden. Die Aufnäher vom letzten und vorletzten Mal liegen in einer schale auf meinem Schreibtisch und seit zwei Jahren überlege ich, was ich damit machen könnte. vielleicht kommt mir eine gute Idee, wenn ein dritter hinzukommt.

Also, ich brauchte diesen Aufnäher unbedingt, hatte aber einen ganz miesen Start, da ich am 24. 12. nicht gefahren bin. Denn an diesem Tag hatte ich ich entscheiden an dem Hüpf & Springkurs im Sportklub teilzunehmen. Leider hatte der Klub zu und so fuhr ich frustriert nach Hause und packte Geschenke für die Lieben ein. Noch besser wäre der Plan gewesen, die aufgezeichneten Kilometer aus Mallorca (wo ich eine Woche vor Weihnachten war) irgendwie mit einem neuen Datum zu versehen und in das System einzuspielen. Doch dazu fehlen mir nicht nur die technischen Fähigkeiten, sondern auch die Kilometer aus Mallorca. In einer Woche dort bin ich nicht einmal 200 km gefahren, was an dem Dauerregen vor Ort lag. Nächstes Jahr: Gran Canaria. Oder gleich Australien.

Und so sah das Wetter wirklich sehr bescheiden aus, als ich vor die Tür trat, aber es hilft ja nichts. Die Strasse war nass und nach wenigen Kilometern sah mein No! 3rensho (sprich: „Noh. San Renschoo“ obwohl eigentlich noch gar nicht viel gefahren aus wie Sau. Schönes Rad übrigens. Ich bin das fast ein Jahr nur selten gefahren da es etwas unbequem war. dann habe ich aber die Bremshebel umgebaut und jetzt geht es auch für längere Strecken, auch wenn der Selle San Marco Concor Sattel nicht wirklich bequem ist. Hingegen ist die 11-fach Shimano 105 Schaltung Zucker! Hinten schaltet die präzise und fast ohne die Hebel zu betätigen – könnte glatt elektrisch sein. Wie die vorne schaltet? Keine Ahnung, in Bremen schalte ich aus Prinzip nicht vorne, Ausnahme: Hohes C in Vegesack und Hünenberg in Uesen. Nachteilig ist diese Shimano Unart, dass man jeweils nur einen Gang runterschalten (im Sinne von großem Ritzel auf kleines Ritzel) kann. Das hat Campagnolo ja bereits seit langem im Griff, auch wenn sie dies ihren Kunden heutzutage leider (und völlig unverständlicherweise) nur in den Gruppen Chorus und besser ermöglichen.

Es ging am Bürgerpark vorbei zur kleinen Wümme und von dort aus weiter zum Dammsiel. Wegen dem doofen Wind war ich alles andere als schnell. Das änderte sich dann als ich an der anderen (richtigen!) Wümmeseite Richtung Lilienthal fuhr und dann links abbog, um über St.Jürgen den Weg nach Worpswede zu nehmen. Jetzt kam der Wind von hinten und das animierte mich dazu, meinen persönlichen Rekord auf Timeworp! zu attackieren. Da versuche ich bereits seit Jahren meine Bestzeit zu verbessern, aber das mein GPS Gerät nur in 5 Sekunden Intervallen aufzeichnet, muss ich mindestens 5 Sekunden schneller sein als das beste Mal, sonst gibt das nur wieder die alte Zeit von 1:20 min (die ich bereits drei Mal gefahren bin). Ich strengte mich also richtig an, aber zum Ende hin ging meinen Puddingbeinen so richtig der Puddingsaft aus und ich schleppte mich gerade mit dem letzten verbliebenen Schwung über den Hügel. Es reichte aber trotzdem.

Das wusste ich aber nicht, sonst hätte mich das sicherlich aufgeheitert. So fuhr ich weiter über Umbeck und Schlußdorf (großartiger Name für ein eher mittelmäßiges Dörfchen) nach Tarmstedt. Ich fühlte mich gut, wollte auf keinen Fall nach Wilstedt und fuhr geradeaus weiter Richtung Kirchtimke und bog bei Schnakenmühlen Richtung Bülstedt ab.

Dort bleib ich auf der Straße Richtung Ottersberg, sollte aber nicht mehr besonders weit kommen denn kurz vor Vorwerk merkte ich, dass ich fast keinen Luftdruck mehr im Hinterrad hatte – ein schleichender Platten. Nicht schlimm, kurz Schlauch tauschen, ich hatte ohnehin zwei dabei, aber nur einen Druckpatrone und dann weiter. Die hoffentlich letzte Panne des Jahres. Ich aß erst einmal eine Banane und machte mich dann an die Reparatur.

Es entwickelte sich ein epischer Kampf Mann gegen Reifen. Zum Glück hatte ich die besten Reifenheber der Welt dabei, gerade aus England gekommen.

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Natürlich von Campa. Funktionieren phantastisch und ich habe absolut keine Ahnung, warum das rechte Ende so geformt ist wie es ist. Tut weh in der Handfläche und soll uns wohl daran erinnern, dass nichts in der Welt umsonst ist.

Also, die eine Seite des Reifens hatte ich schnell runter. Ich kam aber nicht an den Schlauch dran, den konnte ich einfach nicht aus dem Reifen ziehen. Ich versuchte es bestimmt mit Gewalt eine Viertelstunde lang und brach mir die Fingernägel ab aber es ging einfach nicht. dann nahm ich einfach den ganzen Reifen samt Schlauch von der Felge runter. Jetzt wollte ich den Schlauch aus dem Reifen ziehen, aber selbst das kostete jede Menge Kraft, so als ob der Schlauch eine geheimnisvolle, feste Verbindung mit dem Reifen eingegangen wäre zu einem Schlauchreifen. Vielleicht ist das auch tatsächlich so, denn die Challenge Strada Reifen heißen ja auch „Open Tubulars“.

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Da kostete alles irre viel Zeit und langsam wurde es schon wieder dunkel. Als ich den Reifen aufpumpte vergaß ich prompt Handschuhe anzuziehen, als ich aus der kartusche Luft in den Reifen ließ. Im Sommer ist das kein Problem, aber im Winter wird das Ding dabei irre kalt – so kalt, dass die Haut an der Kartusche kleben bleibt und mit Gewalt abgerissen werden musste.

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Letzte Panne des Jahres in Vorwerk „Ortsmitte“.

Ich fuhr dann die klassische RCB Montagsrunde umgekehrt weiter nach Ottersberg und dann nach Quelkhorn, Fischerhude und Borgfeld. Dabei merkte ich, dass ich wohl kaum auf die angepeilten 100 km kommen würde. Also weiter im Sprühregen an der Wümme lang bis zum Dammsiel und an der kleinen Wümme wieder zurück nach Hause.

Insgesamt waren es dann 110 km und ich war völlig nass, aber an mir triefte vor Wasser, die Socken waren vermutlich fünfmal so schwer wie trocken. Erst einmal in die Badewannen, chillen und richtig gute Musik von heute hören. Das ganze noch vier Mal und dann ist Schluss.

Strava

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Eingeordnet unter 2016, Bremen, Mob, Touren

Regen am Ende des Regenbogens.

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Pass auf Deinen Traumkörper, Schatz!“ sagte meine Frau noch, als ich mich auf den Weg zum Flughafen machte um den gelb-blauen Ryanair-bomber nach Mallorca zu nehmen. Oder vielleicht sagte Sie etwas ähnliches, oder auch gar nichts, oder ich wünschte mir nur, dass sie das gesagt hätte.

Als ich auf dem Flughafen in Palma ankam, schien die Sonne und es war angenehm warm. Ich fuhr in dem geliehenen Citroen Cactus (ist so lala als Auto, etwa wie als Pflanze) nach Lloseta, wo ich eine Finca gemietet hatte. Irgendwie war ich müde und legte mich hin. Ein folgenschwerer Fehler, denn in den verbleibenden 3 Stunden Tageslicht hätte ich locker 60 km Radfahren können. Und, das wären, nach einer Woche hier, mehr als 1/3 der Gesamtstrecke gewesen.

Danach fing es nämlich an zu regnen.In Mallorca regnet es durchschnittlich  im Jahr etwa 620 Liter pro Quadratmeter (in Deutschland zum Vergleich 750), davon kamen mehr als ein Viertel in den letzten vier Tagen runter. Nachdem ich am Donnerstag und Freitag, zunächst kurz alleine und dann mit Juliane und David, noch ein paar kurze Touren fahren konnte, war es in den letzten vier Tagen unmöglich überhaupt nur vor die Tür zu gehen. Geschweige denn ein Rad mit raus zu nehmen.

Fieserweise klarte der Himmel Abends, wenn es dunkel war, wieder auf und die Sterne waren zu sehen. Pünktlich zum Sonnenaufgang schoben sich dann wieder Gewitterwolken in verschiedenen Grauschattierungen über die Insel und schütteten sich hemmungslos aus.

Und wann soll es aufhören zu regnen? Morgen mittag, und zwar ziemlich genau dann, wenn mein Flug zurück nach Bremen geht. Wo es nach einer sonnigen Kältephase was? – Genau, anfängt zu regnen.

In meiner Verzweiflung schaute ich mir gestern Abend die Wetterberichte ganz genau an und meinte eine Ecke bei Felanitx entdeckt zu haben, die relativ regenfrei sein sollte. Da würde ich hinfahren und schlimmstenfalls ein paar Runden im Kreisverkehr drehen. Heute morgen sah das schon wieder anders aus. Aber vielleicht in Andratx um 14:00hr? Ich fuhr im Cactus dorthin, aber es regnete immer noch. Ich fuhr im Cactus zurück nach Lloseta. Links von mir, in der Tramuntana viele graue Wolken, aber rechts klarte der Himmel etwas auf. Ich kam mir vor wie diese Forscher, die nach Tornados suchen, immer auf der Aussschau wo sich einer bildet und dann im vollen Tempo dorthin unterwegs.

In Biniali packte ich das Rad aus und fuhr exakt 2 km Richtung Senchelles, bevor es anfing zu regnen. Dabei schien die Sonne, und über der Straße hatte sich ein Regenbogen geöffnet. Ich fuhr in die andere Richtung zurück, dann nach Santa Eugenia. Auch dort fing es an zu regnen. Ich fuhr wieder nach Biniali. Auch dort war mittlerweile Regen. Überall nur Regen am Ende des Regenbogens.

Gefrustet packte ich mein Rad ein und machte mich auf den Heimweg. Ich hatte noch nicht einmal 15 km geschafft. Morgen früh stehe ich noch mal ganz früh auf und suche das kleine Loch in der Wolkendecke, bevor ich mich auf den Heimweg mache.

Jetzt erst einmal zum Abendessen zu Juliane und David aus Ausgleich. Als ich das letzte Mal da war, gab es das hier:

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Life has it’s compensations.

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Auf Strava

 

 

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Auf neuen Wegen auf alter Insel.

Heute war erst einmal die letzte Gelegenheit auf Mallorca im trockenen  Rad zu fahren, denn für die nächsten Tage sind massive Regenfälle, dicke graue Wolken, Sturmböen und ab und an Gewitter angesagt. Und zwar genau bis zu dem Tag an dem es wieder nach Hause geht.

Bis jetzt hatte ich bei meinen zahlreichen Besuchen auf Mallorca immer Glück, egal zu welcher Jahreszeit, ich hatte maximal einen Tag Regen, aber ansonsten gute Tage zum Radfahren. So ein Glück kann halt nicht ewig halten.

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Positivo Espresso Core Team: david, Juliane und ich (minus David und Jerome). Wie man sieht schwitzen wir gerade richtig in der prallen Sonne Spaniens.

Zum Glück aber waren Juliane und David, alte Positivo Espresso Freunde aus Tokyo auf der Insel. Die beiden hatten sich im Januar einen alten Bauernhof in der Nähe von Esporles gekauft und verbringen nun ihre Zeit damit das Gebäude in Schuss zubringen und das Land neu zu bewirtschaften. Es sieht nach einer riesigen Aufgabe aus, einer bei der viele Menschen sich abwenden und „Nein Danke, nix für mich!“ stammeln würden. Der Anblick erinnerte mich daran, als ich 1994 zum ersten Mal an meinen neuen Arbeitsplatz, der Staudammbaustelle Xiaolangdi am gelben Fluss in China kam. Da gab es nichts. Kein Büro, keine Wohnungen, keine Kantine, kaum Ausländer. Aber irgendwie haben wir das damals da alles hinbekommen und dann auch noch diesen Staudamm gebaut. Mit dem China nun hoffentlich glücklich ist. Viel Glück den beiden.

Wir fuhren runter nach Esporles und trafen erst einmal Oskar. Oskar ist Spanier, aber in Stuttgart aufgewachsen und spricht dieses perfekte Deutsch dieser Gegend. Er begleitete und den ersten Hügel hoch und dann weiter in Richtung Valdemossa; wo wir die Abzweigung Richtung Port de Valdemossa nahmen.

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6 km runter zum Meer mit ca. 350 m Höhenunterschied.

Das ist eine wenig befahrene Strecke, die ich ebenfalls noch nicht gefahren bin.Wenn man da ist, möchte man entweder die Corniche Richtung Antradx fahren,oder aber Richtung Soller und dann den Puig Major hoch. Da passt so ein Abstecher schlecht in den Plan. Das sieht man dann auch gleich bei Strava, wo lediglich 3412 Radler diese Strecke hochgefahren sind. Man vergleiche das etwa mit Sa Calobra, dem ikonischen Climb dieser Insel, auf der sich bereits mehr als 27.000 Sportler versucht haben.

Natürlich haben die 3412 Recht, das ist eine super schöne Strecke,sozusagen ein Mini Calobra.Von oben kann man die ganze Bucht und den Hafen überblicken und bis nach unten zieht sich eine Serpentine nach der anderen.

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Port de Valdemossa – das Mini Sa Calobra

So richtig Geschwindigkeit bekamen wir beim runterfahren nicht drauf, dazu waren die Serpentinen zu eng und es lag zu viel Geröll auf der Straße. Aber auf der ganzen Abfahrt kamen uns gerade einmal zwei Autos entgegen. Keine Busse, hinter denen man herfahren muss, wie nach Sa Calobra oder Cap Formentor.

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Unten war es kalt. Wir machten schnell ein paar Bilder für David und Jerome und fuhren dann gleich wieder hoch.

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Der Anstieg macht richtig, richtig Spaß. Er ist etwa so steil, dass ich konstant 12-14 km/h fahren kann, schön unregelmäßig mit vielen Spitzkehren und ca 6-8% Steigung. Der höchste Punkt wird nach etwas mehr als 5 km und 350 Höhenmetern erreicht.

Dann war’s Zeit für einen Kaffee in Valdemossa. Und danach machten wir uns dann zu dritt auf den Weg zurück. An der T-Kreuzung, wo man sich entscheiden muss die Corniche nach Banyalbufar oder zurück nach Esporles zu fahren, bogen wir nach Banyalbufar ab, und nahmen dann nach wenigen hundert Metern die Abzweigung runter in Richtung Port de Cannonge, einem kleinen Ort unten am Meer.

Im Prinzip ist das eine Wiederholung der Abfahrt nach Port de Valdemossa. Viele Spitzkehren, wunderschön und fast niemand fährt dort. Etwa 5 km lang, 280m Höhenunterschied und lediglich 1.200 Fahrer auf Strava die es hier versucht haben. Das sind Werte wie von Straßen in Bremen Blumenthal um Mitternacht.

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Fischerboote am Port de Cannonge

Zwei neue schöne Anstiege an einem Tag. So viel des Glückes.

Zum Abschluss fuhren wir den Hügel runter Richtung Esporles und bogen rechts ab, um uns noch am Coll es Grau zu versuchen, und um dann in Puigpunyent verspätet zu Mittag zu essen. Die schnelle Straße im Tal brachte und über Establiments wieder zurück nach Esporles. Wir hatten den Tag optimal ausgenutzt und kehrten kurz vor Sonnenuntergang zurück zum Bauernhof.

Ich kann das irgendwie noch gar nicht fassen, dass mein Radurlaub hier nun zu Ende ist, ich aber noch fünf Tage hier bin.

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Heute. Randa.

Der ikonische Radarmast auf dem Pass kurz vor der Cura Randa. Kalt war es heute und ständig drohte Regen aus dunklen Wolken zu fallen.

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Kurz vor Ende der Tour war ich gut braun geworden. Nicht von der Sonne, aber von dem nassen Dreck der überall auf der Straße lag und an Schuhen, Socken und Waden festpappte.

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Zuhause erst einmal in den Whirlpool. Mein erstes Whirlpoolbad überhaupt. Fazit: Nett, aber unnötig. Großartig ist allerdings die ungeheure Menge Schaum die ein Whirlpool schlägt, das ist viel besser als irgendein Massageeffekt. Das perfekte Setting, um sich mal wieder die Beine zu rasieren.

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Winter. Nebel. Deich.

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Nachdem sich gestern mittag so etwas wie Frühling über Bremen andeutete, kam der Winter in der Nacht mit aller Macht zurück und verpasste der Landschaft eine Dosis Schockfrost.

Zu viel gutes Essen, noch mehr guter Rotwein und viele sehr schöne Gespräche bis tief in die Nacht und den Nebel bei unseren koreanischen Freunden führten zwangsläufig dazu, dass ich mich erst spät am Sonntag auf das Rad setze, um eine kurze Tour entlang der Wümme zu fahren. Die Temperaturen waren deutlich unter Null und Rauhreif und Nebel überall. Das ist gut dachte ich, denn die Landschaft am Deich kenne ich in und auswendig, so kann ich sie nicht oder wenigstens anders sehen.

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Es war so kalt, dass sogar der Stacheldraht an den Weiden der kleinen Wümme gefroren war. Durch die begrenzte Sicht fühlte ich mich allein auf der Strasse, keine Wanderer, Landwirte oder gar Radfahrer waren zu sehen. Und die Wümmibillies waren zuhause geblieben oder hatten sich in ihren Lauben verkrochen.

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Die kleine Wümme, da wo „DeliveranceDeliverance“ gedreht wurde.

Der Nebel ist so dicht, dass man das Gefüh hat durch Gelee zu fahren. Schnell geht das gar nicht, auch nicht auf dem Wümmedeich. Kommt dennoch und überraschend ein anderer Rennradfahrer in Sicht, so stachelt das den Ehrgeiz an sich an den dranzuhängen. Wie im Sommer.

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Über kleine Umwege dann nach Haus gefahren um pünktlich zum Abschluss des Tages in und mit Shanghai zu telefonieren. Rechts der Strasse liegen gerollte Strohballen. Sie sehen aus wie Kunstrasen mit Rauhreif. Die Landschaft wurde komplett mit diesem belegt, einige Ballen sind übrig geblieben.

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Bester Hintergrund für ein „Bike leaning against something“ Foro

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Hier sind die Straßen nun auch komplett in Weiß. Prima, denke ich mir, Zeit sich wieder mal auf die Fresse zu legen und etwas komplett unvernünftiges zu tun.

Komplett unvernünftig wäre es nun noch den „Le Stra“ Kriteriumskurs zu fahren. Nach kurzem Kopfschütteln nehme ich von der Idee Abstand und fahre nach Hause. Wenn es denn unbedingt sein muss, kann ich ja dort noch etwas geistiges Stabi Training machen.

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Pain.

Schmerz ist eine komplexe subjektive Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignals aufweist und in der Intensität von unangenehm bis unerträglich reichen kann.

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Wikipedia suggeriert, dass Schmerz per Definition etwas mindestens unangenehmes ist. Es gibt körperliche Schmerzen, die ich als extrem unangenehm empfinde. Ohrenschmerzen zum Beispiel. Zum Glück habe ich damit sehr selten zu tun. Aber einmal, zur Jahreswende 2006/2007 hatte ich im linken Ohr eine richtig dicke Ohrenentzündung, die mit viel Antibiotika behandelt werden musste. Das tat extrem weh.

Zahnschmerzen sind ebenso unerträglich. Und vermutlich eine ganze andere Reihe von Schmerzen, die ich bislang nicht kennengelernt habe.

Das Schmerzen aber immer unangenehm sind finde ich Quatsch. Muskelkater zum Beispiel mag ich irgendwie. Er gibt mir das Gefühl etwas geleistet zu haben und mich über die natürliche Bequemheitsgrenze des Körpers hinaus bewegt zu haben. Habe ich jedes Mal nach meinem Spring- und Hüpfkurs „Body Attack“. Janina, die Trainerin lässt sich jedes Mal etwas neues einfallen, um uns mit Schmerzen an Stellen zu versorgen, wo wir noch nicht einmal wussten, dass wir da überhaupt Stellen haben.

Ich gehe wirklich gerne zu diesem Kurs, er hat mich letztes Jahr fit durch den Winter gebracht und fast jedes Mal wenn ich nach einer Stunde Hüpfen und springen nach Hause komme habe ich das Gefühl ein besserer Mensch zu werden. Und alles tut weh.

Letztes Dienstag wollte ich mit dem Rad zum Hüpfen und Springen fahren. Es war bereits dunkel. es nieselte, überall lag Laub auf dem Radweg. Jedes Jahr im Herbst und Winter lege ich mich mit dem Rad ein- bis zweimal hin. Meistens bin ich irgendwie selber Schuld. Kennt noch jemand die französische Zeichentrickserie: “ Die Shadocks„? Die hatten erkannt, dass jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Passagierflugzeugen abstürzt. Also veranstalteten sie zu Beginn des Jahres eine große Flugshow, bei der sie genau diese Anzahl von Flugzeugen abstürzen ließen und fühlten sich so für den Rest des Jahres sicher. Genauso würde ich das auch gerne handhaben, am besten als Vereinstätigkeit: Man trifft sich, fliegt gemeinsam auf die Fresse, ein großes Ah und Aua und dann geht man einen trinken.

Es kam wie es kommen musste. Ich fuhr über das nasse Laub, sehr schnell, denn ich war zu spät und sah nicht den Absatz zwischen Rad- und Fußweg. Als ich den Absatz zu steil anfuhr kam das Vorderrad nicht hoch, glitt an der Absatzseite lang und ich fiel auf die rechte Seite und schliderte über das Laub noch ein paar Meter nach vorne.

Das tat weh, vor allem am rechten Oberschenkel, auf den ich gefallen war. Der erste Reflex bei mir ist in solchen Fällen immer der der Ignoranz: Wenn ich jetzt einfach aufstehe und weiterfahre, dann kann ich so tun, als wenn gar nichts passiert wäre und alles wird gut. Das Rad sah auch ganz OK aus, bis auf eine Narbe am Lenkerband.

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Nach dem Aufstehen tat es weh, aber ich hatte nicht als wenn ich nicht ein wenig Hüpfen und Springen probieren könnte. Und so kam ich zu spät. In der Umkleidekabine fiel mir auf, dass mein rechts Knie blutete. Das Blut war vom Knie am Schienbein runtergelaufen und bereits eingetrocknet. Weh tat es nicht, es sah aber in der Kombination mit kurzer, schwarzer Hose und orangen Socken sehr sehr männlich und cool aus. Leider war Silvia nicht da und konnte mir das bestätigen.

Oben im Kursraum wurde bereits kräftig gehüpft. Ich fühlte mich wie Bruce Willis,  der auf dem Weg zu seinem Aerobic Kurs von fiesen Terroristen angeschossen wurde, mit nackten Füssen durch Scherben laufen musste und dann in abgerissenener Kleidung, Blut überall, Schweiß auch, sich in die letzte Reihe stellt und verzweifelt versucht den Takt zu halten. Ist man erst einmal im „Flow“ (das ist neudeutsch für „Trance„) ist quasi aller Schmerz vergessen.

In den nächsten Tagen quälte ich mich durch das norddeutsche Wetter.

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Heute war es schön sonnig. Mein Sohn hatte in der Nach vorher eine Party in unserem Haus gefeiert und die Wohnung sagte mir : „Hau ab. Und wenn du wieder kommst, dann ist alles aufgeräumt. Vielleicht.“

Am Abend vorher hatte ich mein Basso Fior di Loto umgebaut. Es war vorher nicht fahrbar. jedenfalls nicht mit Spaß: Der Cinelli Vorbau klemmte den Nitto Mod. 55 Lenker nicht gut und so bestand immer die Gefahr, dass sich der Lenker im Vorbau drehte. Und die Mavic Reifen sind alles andere als pannensicher. Ach ja, und auch die Campagnolo Record Carbon Sattelstütze wirkt nicht sehr vertrauenswürdig in einem Stahlrahmen. Also Nitto Stütze eingebaut, Nitto Vorbau eingebaut und dann einmal zum Spaß die Campagnolo Proton Laufräder montiert die bereits ein paar Jahre bei mir rumliegen.

Dann raus in Richtung Süden. Ich bin echt lahm. Auf dem Deich treffe ich einen anderen Radfahrer auf einem roten Cinelli Supercorsa; zunächst fahre ich hinterher. Thomas, Philipp und noch ein paar andere kommen wir entgegen. Ich erkenne sie erst im letzten Moment und höre nur noch „hey mob…“.  Über Weyhe geht es in Richtung Barrien. Vor mir biegt jemand von links auf den Krusenberg ein. Der ist schnell, ich schaffe es am Berg nicht aufzuholen. Aber auf der Geraden in Richtung Golfplatz komme ich näher und schließlich fahren wir gemeinsam durch den Wald runter nach Syke, wo sich unsere Wege wieder trennen.

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Basso Loto. Trennende Wege.

Das Basso fährt gut; es ist deutlich weniger schnell und deutlich härter als das Canyon. Und das Hinterrad schwimmt. Ich nehme zunächst an, dass das an den wenigen Speichen liegt und das Laufrad nicht seitenstabil ist. Später schaue ich runter und sehr, dass es schief im Rahmen hängt. Ich hatte den hinteren Schnellspanner nicht fest genug angezogen. Als das in Ordnung gebracht war, lief das Rad astrein.

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Campa Proton Hinterrad. Brutal glitzernd große Hinterradnabe. Warum dazu nur grau eloxierte Felgen?

Über Schnepke und Gödestorf geht es weiter nach Theddinghausen und dann bei Uesen über die Weser. Ich habe Angst, dass mir das Licht ausgeht und fahre die schnellste und langweiligste Strecke von Achim über Mahndorf zurück nach Bremen.

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Kein Sturz, keine Schmerzen. Keep fingers crossed. Shoe velcro crossed as well.

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Strava

 

 

 

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Me & Andi Arbeit.

 

dscf3042Andi organisierte heute die jetzt vielleicht wirklich letzte schöne Tour des Sommers nach Bruchhausen-Vilsen. Viele kamen.

Also: Andi nervte mich diese Woche, weil er auf fb zwei Songs einer Gruppe gepostet hatte, an die ich zu Recht 25 Jahre nicht mehr gedacht hatte. „Me & the Heat“ – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Kirmestruppe, die am anderen Ende des musikalischen Spektrums auf Veranstaltungen wie „Magic Bike Rüdesheim“ rumdudelt. Nein, diese Hardcoretruppe bildender Künstler aus dem Bochum der Achtziger, die uns mit Songs wie „In another mood“ beschallten.

Es gab eine Zeit in den Achtzigern, da bin ich auf alle möglichen Konzerte gefahren, aber nachdem mir Martin von EA80, Me & the Heat vorspielte, habe ich auf deren Gig verzichtet. Wie überhaupt die ganze Kunstpunk/Industrial Ecke a la Trobbing Gristle, Mark Stewart & the Mafia, Swans, SPK, Cabaret Voltaire etc. für mich persönlich eine richtige Sackgasse war: Man fährt 100 Sachen und holt das letzte aus seinem alten VW Käfer raus, weil neben dir Blondie, und hinten auf den Rücksitzen die Undertones und die Specials sitzen. Dann biegt man mitgröllend und voller guter Stimmung um die Kurve und knallt gegen eine Wand von schlechter Laune, gebaut von Künstlern mit erhobenem Zeigefinger.

Leider war das Mitte der Achtziger gerade sehr trendy. Und da man fünf Jahre früher den Trend der Zeit erkannte und in den Punkrock VW Käfer stieg und dabei riesig viel Spaß hatte, war man jetzt gezwungen die Ohren offen zu halten auf der Ausschau nach dem nächsten, großen Ding. Konnte ja keiner wissen, dass es Rap und Hiphop werden sollte – wir dachten da eher an die einstürzenden Neubauten.

Jedenfalls dachte ich am Morgen an all die schwere „Kunscht“ und brachte mich in Schwung mit einigen Ohrwürmern. Also eigentlich nur einem, der mir aber nicht mehr aus dem Kopf geht. Vielleicht liegt es ja nur an meiner japanisch mutierten Genetik, aber ich kann nur warnen, wer ein paar Mal „One Night Carnival von Kishidan und Hamasaki Ayumi hört, bekommt das nicht mehr aus dem Kopf.

Visuell ist der Eindruck, den die Frisuren von Kishidan hinterlassen natürlich auch sehr verstörend.

Jedenfalls fuhr ich „Can you master, baby !!!!“ summend Richtung Erdbeerbrücke und Wehrstrasse, wo bereits eine große Truppe versammelt war. Aufgrund der Komposition der Gruppe war es relativ schnell klar, dass die vorher getroffene Ansage von Andi „Wir haben’s nicht so eilig“ relativ zu verstehen war. Langsam würde das jedenfalls nicht werden.

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Das Wetter war traumhaft, die Stimmung gut und wir fuhren die Höhenmeter ab, die der Bremer Süden so zu bieten hat. Legendäre Anstiege wie der Okeler Berg (20 Höhenmeter, die einem aber vorkommen wie 20.000), die Hölle von Falldorf, Alpe du Barbusch, Col de Berxen (bekannt aus dem Rennen Berxen-Berxen-Berxen), all dies lag heute auf unserer Strecke. Ich will gar nicht viel schreiben, war ohnehin unbeschreiblich gut, statt dessen ein paar Bilder.

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Da wir es ja nicht so eilig hatten, blieb die Gruppe gut zusammen, mit Ausnahme von jedem Ortsschild, jedem Anstieg und jeder Abfahrt. 

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Pause bei da Angelo in Bruchhausen-Vilsen

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Pistazie & Malaga

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Insgesamt war es eine gute Mischung von Tempo, Rücksicht und Ballern. Im Hinblick auf den Münsterland Giro, der nächstes Wochenende als letztes Rennen der Saison auf dem Plan steht, war das ein sehr gutes Training mit vielen Intervallen.

Es gab eine längere Pause bei „da Angelo“ in BV – das war gut, aber Melissa in Etelsen ist schon der beste Eisladen im Süden.

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Zurück an der Bank.

Auf den letzten Metern kurz vor Kühlschrank, Gin Tonic und Zigaretten reichte es dann noch für den KOM auf der Konrad Adenauer Allee.

Egal. Danke an Andi, für die Motivation am Sonntag noch einmal länger zu fahren und auch den letzten Zipfel Sommer auszunutzen. Und an die vielen netten Mitfahrer für gute und lustige Gespräche, Windschatten und Sticheln des Ehrgeizes.

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Velotörn Bremen. Teil II: World of Lauenau.

Von allen RTFs in Norddeutschlands die ich bislang gefahren bin, ist mir die in Lauenau die herzallerliebste: Jede Menge Hügel und Wellen, schnelle Abfahrten, ein großartiger Blick in die Landschaft und das alles extrem gut von Victoria Lauenau seit 1921 organisiert. Kommt noch das gute Wetter wie dieses Jahr dazu möchte man fast 150 km lang nur weinen vor Freunde. Deswegen bin ich am Sonntag nach Lauenau gefahren, anstatt am Velotörn Rennen in Bremen teilzunehmen.

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Leider gab es auch einen Wehmutstropfen, oder wie mein Opa zu sagen pflegte, „einen Wehrmachtstropfen“: Kein einziger Bremer war dieses Jahr mitgekommen; die meisten fuhren beim Velotörn, der Rest war irgendwo unterwegs oder schaute sich in Augsburg die Puppenkisten an, während Augsburg in Bremendie Puppen tanzen ließ.

Die beste aller Frauen hatte nichts dagegen, dass ich unser Auto am Sonntag fuhr und so machte ich mich gegen kurz vor sieben auf den Weg: Die A7 zeigte sich um diese Zeit von ihrer schönsten Seite: komplett leer und fast ohne Baustellen, so dass ich durch wildes Rasen bereits um acht am Mineralbad in Lauenau ankam. Anmelden, fertig machen und als ich so hochschaue sehe ich einen blau-weißen Zug von Hamelern losziehen. Ich schwang mich auf das Rad, aktivierte die sehr müden Beine und raste hinterher, in der Hoffnung möglichst lange an denen dranzubleiben. Von dem Fixierennen am Vortag beim Velotörn war ich immer noch sehr müde, das merkte ich dann den ganzen Tag.

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Müde Beine

Die Tatsache, dass ich die Gruppe recht schnell eingeholt hatte, hätte mir gleich zu denken geben sollen: Die fuhren wirklich sehr gemütlich, vor allem am Berg. Ein Mädel mit langen, roten Haaren zu einem Zopf gebunden, pedalierte sehr unsicher und der Anführer der Hameler, ein älterer, graumelierter Herr, schob sie ab und an die Hügel hoch. Nach 9 km beschloss ich mich in Antendorf abzusetzen und zu versuchen in einen neue Gruppe zu fahren. Im Nachhinein war das eine gute Idee: Wie ich später hörte, gab es einen Sturz in der Gruppe, wobei man da immer einfach schreiben kann, dass man hofft es sei nichts passiert und froh ist, dass man nicht dabei war.

Ich überholte in der Folge den einen und den anderen Einzelfahrer und grüßte immer nett mit „Moin“. Resonanz? Fast keine. Wer am Sonntag um Neun bei einer RTF alleine unterwegs ist, der will auch alleine bleiben. Keiner hatte Interesse daran viele Einzelfahrer zu einer Gruppe zusammenzufahren. In Langenfeld, auf dem letzten Hügel östlich der Weser, begann die schnelle Abfahrt nach Hessisch Oldendorf, dem ersten richtigen Highlight. Am Ende muss man nur wissen, dass die Abfahrt sehr abrupt an einer T-Mündung endet, sonst landet man da in den Büschen.

Immer noch keine Gruppe in Sicht. Beim ersten Verpflegungspunkt nach ca. 25 km hatte ich so gar keine Lust anzuhalten – das war mir noch viel zu früh und so fuhr ich einfach weiter. Jetzt wurde ich auch zum ersten Mal von zwei Fahrern überholt, der eine mit Lightweight Laufrädern –  am Berg waren sie schnell, in der Ebene wieder langsamer; dann hing ich aber wieder dran. Dummerweise war kurz danach der zweite Verpflegungspunkt in Volksen nach 51 km erreicht.

Hier gab es nicht nur etwas zu essen und zu trinken, es standen dort auch einige schöne Räder rum, so ein altes Chesini in den Farben der italienischen Trikolore und ein Che, eine kleine und relativ unbekannte Rahmenmanufaktur aus dem Kuba der Sechziger.

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Früher hingen diese Che Logos ja recht häufig in den Wohnzimmern dieser Welt über Flokati Teppichen und selbst lackierten Hartholztischen. Ich habe auch so eins in meiner Sammlung.

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Ms. Che

Von Volksen aus fuhr ich dann zusammen mit dem Lightweightfahrer (ich nenne ihn mal Racer Z). weiter. Der war gut in Form, wir unterhielten und nett und kamen trotzdem gut voran. In der Abfahrt hinter Laßbruch bekamen wir auch richtig gut Geschwindigkeit drauf, die wir dann auf dem flacheren Stück gut halten konnten. Das machte jetzt richtig Spaß und zwar so viel, dass wir die Kontrolle in Thevenhausen verpassten. Allerdings war nach 20 km bereits wieder Schluss: Wir hatten gerade Anschluss an eine größere Gruppe gefunden, als die an der Streckenteilung (rechts 118, links 148 und 225 km) fast komplett nach rechts abbog.

Das gefiel Racer Z wohl recht gut, denn er rief mir zu: „Ich fahr die 120er!“. Ich nicht. Also fuhr ich mit den einzigen beiden anderen Fahrern, die links abgebogen waren weiter. Das war ein sehr schmächtiger und leichter Typ, der vermutlich am Berg alles konnte und sein bärtiger Freund in Rapha Austattung mit Trek Rad. Als die mir am Berg zu langsam waren zog ich vorbei in Richtung Osterhagen.

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Langsam hoch nach Osterhagen.

Oben wartete ich dann wieder auf sie, denn so ganz alleine machte das wenig Spaß. Wir bleiben dann zusammen, bis wir zum zweiten Mal den Kontrollpunkt in Thevenhausen anliefen. Ich bin ja bereits einmal 2014 zusammen mit Hannes die RTF Lauenau gefahren und wir hatten damals eine längere Pause in Thevenhausen eingelegt. Ich kann daher wohl behaupten, dass ich erstens Thevenhausen ganz gut kenne (also besser als 90% aller Deutschen) und zweitens, dass sich in den letzten beiden Jahren nichts in der Metzgerei Goksch getan hat – sogar die Auslagen sind noch dieselben (und nicht die gleichen).

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Gocksch in Thevenhausen

Die Verpflegung ist nicht so gut wie am legendären, ersten Verpflegungspunkt der RTF „Roter Fuchs“, an dem Lachsschnittchen und Sekt gereicht werden, aber es reicht und alle sind nett und man kommt ins Gespräch.

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Ganz links meine beiden Begleiter am Kontrollpunkt in Thevenhausen

Ich wäre ja gerne in einer Gruppe gefahren, aber der Betrieb am Kontrollpunkt war sehr mau. Und Schmächtig & Rapha waren mir nicht schnell genug. Also machte ich mich alleine auf den Weg und bog in Langenholzhausen auf die Trasse Richtung Ziel ab so wie eine Runde vor mir die 118er Truppe. Man fährt über den „Felsenkeller“ den Kirchberg hoch nach Varenholz und dann eine wunderschöne Abfahrt runter nach Stemmen.

Der Asphalt schien brandneu, das Spätsommersonnenlicht brach gefiltert durch die Bäume hier und da stärker durch als Anderswo, ein paar Blätter fielen im Rand zu Boden und es war so still, man hätte Atombomben fallen hören können. Es gab einen Augenblick, wo es so schön war, dass dieser „Ich mach jetzt alles anders in meinem Leben“ Gedanke aufpoppte. Ich kenne den ganz gut, weiß dass es Quatsch ist, sagen wir mal nicht mehr zu arbeiten und nur noch radzufahren; sich scheiden zu lassen und eine der Studentinnen zu ehelichen; oder Carbonfasertechnik an der Uni zu studieren, aber einen Moment darf man sich der Illusion hingeben, dass wieder alles möglich ist.

Ich fuhr weiter allein im Prinzip parallel zur Weser weiter in Richtung Hohenrode und träumte vor mich hin. Ganz schlechte Idee bei einer RTF, denn beim träumen verpasst man häufig die Ausschilderung und somit die eine oder andere Abzweigung. Nicht so bei der RTF Lauenau, hier ist die Beschilderung vorbildlich, die Schilder selber farblich markant und jedes Mal wenn man sich fragt „Bin ich hier noch richtig?“ – taucht unmittelbar danach ein rot-gelb-blauer Pfeil am Straßenrad auf.

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Jetzt war ich ja schön schnell bis zur Weser gefahren, als ich dort ankam war jedoch die Fähre gerade auf der anderen Seite und wartete auf Kunden. Ich wollte schnell rüber und weiter und ärgerte mich ein wenig. Ich meine die Weser ist ja an dieser Stelle nicht breit wie die Wolga und die Fähre nicht ein Tragflächenboot, dass über die Wellen hüpft. Also machte ich das, was mir vernünftig erscheint in einer solchen Situation von  a) warten und b) ärgern, und zwar eine Zigarette zu rauchen. Als ich da so stand kamen auch Schmächtig&Rapha rein. Und dann auch die Fähre und setzte uns über, mittlerweile waren wir zu fünft.

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Hightec Weserfähre mit Smartkasse

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Im Hintergrund der Kontrollpunkt auf der westlichen Weserseite

Dabei waren Rapha&Schmächtig, der Gelb-blaue aus Altwarmbüchen (AWB), einer mit einem Ötztaljersey von 2008 und ich, heute komplett in Q36,.5. ich fragte mich dann die ganze Zeit, ob „Altwarmbüchen“ der Name eines Ortes, oder ein Lebensmotto ist: „Alt, warm und büchen“ – also etwa wie „Männlich, verrückt und Medizinstudent“ oder „Jung, wild und schmittig“. Wiki sagt es ist ein Ort in Niedersachsen, schade eigentlich.

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Jung und wild, oder alt und warm?

Wir blieben zusammen, bis kurz nach Welsede der Anstieg zur Schaum- bzw. Paschenburg begann. Gleich zu Beginn setzte sich AWB ab, während Ötzi, Schmächtig und ich in eienr Gruppe zusammenblieben. Rapha blieb hinten. AWB war bald außer Sicht und auch Ötzi machte ordentlich Druck während Schmächtig dann verlangsamte um auf Rapha zu warten. ich war als Dritter oben an der Paschenburg, aber in der Ebene hatte ich dann sehr schnell Ötzi eingeholt, der nicht mitziehen konnte oder wollte. Und ein paar Minuten später hatte ich auch AWB eingefangen und wir fuhren zusammen die Abfahrt runter. Da machte wieder ehr viel Spaß und eh wir uns versahen waren wir in Pohle. Hier ging AWB nach vorne und brachte uns die letzten Meter nach Lauenau, bevor er dann, geradezu klassisch verkündete: „Ich fahr‘ hier weiter geradeaus – Tschüss!“ Es war genauso wie mit Racer Y bei der Weserrunde am Wochenende zuvor – diese RTF Fahrer sind doch arge Eigenbrötler.

An der Einfahrt zum Mineralbad standen zwei leicht beschädigte Autos, es gab Gerüchte, dass ein jüngerer Bremer Fahrer etwas riskant unterwegs gewesen wäre und dabei mehrere Unfälle verursacht habe. Man weiß nichts genaues.

Insgesamt bin ich die 148 km in 5:52 hr gefahren und habe dabei 24 Minuten gestanden. Die Hälfte davon vermutlich an der Weserfähre.

Strava

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Im Mineralbad bekam ich das Pfand für meine Startnummer wieder und war nun voll  in der Stimmung diese €5 voll auf den Kopf zu hauen. Bei RTFs bekommt man ja für wenig Geld sehr viel Kuchen, Kaffee und Grillwürstchen und so war es auch hier. Und um 14:30 Uhr konnte ich mich bereits wieder auf den Weg nach Hause machen.

So fuhr ich die A7 von Hannover hoch in Richtung Bremen , als mir zum x-ten Mal ein Schild „Gedenkstätte Bergen-Belsen“ ins Auge fiel. Ich wollte da schon immer mal hin und da ich in der Abfahrt letztens ohnehin mein Leben komplett zu ändern andachte,  dachte ich, dass dies doch ein guter, erster Schritt wäre.  Dieses Schild ist eine Mogelpackung, denn kommt man am Ende der Ausfahrt an steht dort eine wichtige, zweite Information: „30 km“. Aber 30 km mehr kann ja nicht der Grund sein nicht sein Leben zu ändern.

Die Gedenkstätte ist genau das, von den Bauten des Konzentrationslagern ist nichts mehr übrig. Stattdessen gibt es Gedenksteine hier und dort, einen Wald mit Lichtungen und Birken und ein Museum mit viel Sichtbeton und Glas, so Tadao-Ando mässig.

Die Dokumentation ist gut, das Konzept Standard, etwa so wie beim Denkmal der ermordeten Juden Europas in Berlin. Ich dachte ich wüsste schon recht viel über Bergen-Belsen, insbesondere hatte ich vor einige Jahren Videos über die Befreiung des KZs durch die britische Armee gesehen. Es gab noch so viel interessante Dinge, die ich nicht gewusst hatte; z.B. dass dies erst ein Baulager für den Ausbau eines Truppenuübunsgplatzer und dann ein Kriegsgefangenenlager für russische Soldaten war und erst 1943 dann ein Teil zum KZ wurde. Und dass es nach dem Ende des Krieges zum Rückführungslager von in erster Linie Polen und Juden in ihre Heimat, wurde.

Der Gedanke, der mich am meisten umtrieb war, dass es ist aus heutiger Perspektive nicht zu begreifen, warum in einem KZ ein großer bürokratischer und organisatorischer Aufwand getrieben wird, um Häftlinge zu photographieren, zu impfen, ihre Personalien aufzunehmen und in Arbeitskolonnen zu organisieren, wenn das einzelne Menschenleben dort nichts wert ist und willkürlich beendet werden kann.

Auch heute gibt es noch einen großen Truppenübungsplatz ganz in der Nähe. Man verbindet die Begriffe Krieg-Militär-Nazi-KZ doch in einer historischen Kette miteinander und ich empfinde es als unglücklich, dass nun direkt neben einer KZ Gedenkstätte Krieg gespielt oder geübt wird. Jedenfalls brachte mich der Weg über die Panzerringstrasse relativ schnell nach Hause.

Zuhause angekommen, ergab sich folgender Dialog zwischen meiner Frau und mir:

„Du kommst aber spät nach Hause!“
„Entschuldigung, ich war noch im Konzentrationslager.“
„Und, hattest Du Spaß?“

Na ja, ging so. Im Gegensatz zu der RTF Lauenau, deren Organisatoren hier noch einmal überschwänglich gedankt sein.In den letzten vier Wochen hatte ich nun über 1.600 km zurückgelegt. Am Sonntag war ich noch ganz OK, aber am Montag war ich dann einfach nur noch platt und hatte keine Lust zu gar nichts mehr.

Noch nicht einmal zum bloggen, was wirklich selten ist.

Damit ist die Saison auch fast zu Ende – Mitte September bereits mehr als 10.000 km von den geplanten 12.000 zurückgelegt, zum Abschluss den Münsterlandgiro mitnehmen und im Dezember noch einmal mit dem Sohn nach Malle. Und Punkt.

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Im Weserlabyrinth 2016.

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Die Weser, mythischer Urfluss Norddeutschlands, gespeist aus rein deutschen Wässern, zieht sich von seiner, äh, Quelle, in Hannoversch Münden durch die Tiefebene nach Bremen und fließt, unter Umgehung von Hamburg in die Nordsee. Seit 2010 kann man bei der RTF „Große Weserrunde“ auf der östlichen Seite von Rinteln etwa 150 km weit zur, äh, Quelle, fahren und auf der westlichen Seite wieder zurück.

Ich hatte das 2014 einmal gemacht, zusammen mit Philipp, Tobias, Jan, Jonas und Sebastian. Genauso hätte ich das gerne dieses Jahr wiederholt; aber zwei von uns Sechsen fahren gerade nicht viel Rad und bei zwei weiteren funktionierte die Organisation über Facebook nicht. So lange man am Sonntag 60 km von zuhause aus in die Gegend fährt, gibt es eine realistische Chance über fb Mitfahrer zu finden, aber selbst da –

„Können wir nicht eine halbe Stunde früher fahren?“
„Der Schnitt von 29,3 km/h ist mir zu hoch, dachte an 29,1.“
„Übermorgen wäre besser.“ 
„Wie wär’s mit schwimmen stattdessen?“
„Weiß jemand wo ich weiße Hoodys für meine 88er Campagnolo Chorus Bremshebel herbekomme?“


ist es schwierig alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Wenn es darum geht Auto, Zug, Unterkunft etc. für eine 300 km Tour zu organisieren ist es fast unmöglich. Es deutete sich am Donnerstag letzter Woche ab, dass ich mich vermutlich alleine auf den Weg machen musste und das tat ich dann auch direkt nach der Arbeit.

Von mir zuhause in Bremen bis nach Rinteln sind es ziemlich genau 125 km. Das könnte ich an sich locker fahren, aber nicht wenn ich am nächsten Tag auf die 300 km Strecke muss.
Letztens bin ich eine Dienstreise nach Hamburg mit dem Rad gefahren, das waren auch genau 125 km und dafür habe ich 5 Stunden gebraucht. Das hätte auch schneller gehen können, wenn ich die Strecke gekannt hätte, aber so musste ich immer wieder absteigen und auf meine ausgedruckten Karten schauen. Und in gruseligen Gegenden wie Hamburg Neugraben brauchte ich viel Zeit um meinen Besitz im Auge zu gehalten und zu verteidigen.

Also mit der Bahn. Damit habe ich 3 1/2 Stunden gebraucht, gar nicht einmal so viel schneller wie mit dem Rad und kam gegen 20 Uhr in Rinteln an. Rinteln ist recht schmuck und hat ein Freibad in der Stadtmitte an der Weser. Leider wurde die Universität Rinteln bereits 1810 geschlossen, junge Menschen habe ich entsprechend wenig gesehen. Ich fuhr vom Bahnhof in die Stadt und kam an „Kuddels Grillbude“, „Döner Klaus“ und anderen Kultur-Establishments vorbei. Die Versuchung das Nachtleben zu genießen hielt sich also in Grenzen und so konnte der Wecker am nächsten Morgen um 5:15 hr  klingeln.

Als ich aufwachte und aus dem Fenster schaute, stellte ich etwas überraschendes fest:

So etwa sah es aus.

Manchmal begreift man ja logisch Dinge, verkennt aber deren Konsequenzen. So ist mir zum Beispiel völlig klar, dass „Sommerzeit“ nicht bedeutet, dass die Sonne eine Stunde länger scheint, sondern genauso lang, nur eben in versetztem Zeitraum. Allerdings, dass es morgens dann eine Stunde später hell wird, daran habe ich nie gedacht. Das liegt daran, dass ich um 5 Uhr morgens nicht denke, sondern schlafe.

Jedenfalls hatte ich kein Licht dabei als ich zum Start fuhr und mir bereits die ersten Gruppen der 300er Fahrer entgegen kamen. Alle mit Supernoven an den Rädern und teilweise an den Helmen, fuhren die Richtung Weser, während ich möglichst unauffällig auf dem Fußweg vorbei schlich.

Die Weserrunde wird in Gruppen von ca. 10 Fahrern alle 2 Minuten gestartet. Ich melde mich an, bekam meine Startzeit 5:58 hr für die letzte 300er Gruppe und aß noch ein paar Brötchen. Dann verhandelte ich über das Depot meines Gepäcks, und bis ich dann am Start war war es 6 und ich pfuschte mich  in die erste 250er Gruppe rein. Nun hätte ich ja schön schnell fahren müssen, um ein paar 300er einzuholen, aber ich musste erst einmal in der Gruppe bleiben, damit ich überhaupt etwas sah. Denn: Kein Licht. Und außerdem ist diese RTF so gar nicht beschildert. Ohne Garmin oder Karte läuft da nichts. Klar, irgendwie geht es immer die Weser lang Richtung Süden, aber der Weg ist nicht gerade selbsterklärend. Und so hatte ich am Ende 320 km auf dem Tacho, weil ich die sehr seltene 320er Streckenvariation gefahren bin mit kurzen Ausflügen in Sackgassen, Schotterwege und andere Labyrinthe. Das ist keine RTF, sondern eigentlich eine Landesverbandzielfahrt.

Viele andere hatten das gleiche Problem. Und fluchten auf ihren Garmin, da der die Strecke nicht fand, oder wieder abgestürzt war, oder ihm am Ende der Saft ausging. Ich habe gerade noch einmal meinen Bericht von 2014 gelesen. Im Prinzip das gleiche Problem. Die Benutzung eines Garmins ist immer noch mit extrem vielen Risiken verbunden, warum ist das nicht so einfach wie bei einem Tomtom im Auto? Warum braucht man immer noch eine dreijährige Ausbildung zur IT-Fachkraft, um so ein Ding bedienen zu können? Ich hätte ja schon ganz gerne eins, die Aussicht bei MS-DOS wieder anfangen zu müssen schreckt mich ab. Ich fahre Rad weil ich eben nicht noch mehr Zeit am PC etc. verbringen will um den Garmin einzustellen oder ein Update auf die Di2 zu spielen.

Also blieb ich erst einmal in der Gruppe, die allerdings mit 28 bis 30 so vor sich hin kroch. Ich konnte aber nicht weg, denn: Kein Licht, kein Garmin. Das war  jetzt ganz anders, als 2014. Da hatten wir eine Reihe gut programmierter Garmins und schneller Jungs, so dass wir gut Strecke machten. Zum Glück ist wenigstens die Sonne nicht von Garmin Ingenieuren programmiert worden und langsam wurde es hell.

Eine schnellere Gruppe überholte uns und ich schloss mich dieser an. Das machte einige etwas riskante Rennmanöver erforderlich, sehr zum Unwillen einiger Frauen im Feld die gleich anfingen rumzuzicken, als ich sie schmitt-mäßig rechts überholte. Das brachte aber alles nichts, denn nach 2 km hatte jemand in der Gruppe einen Platten, die anderen warteten und ich kam wieder zurück in meine alte Gruppe. Mit der fuhr ich zusammen bis zum ersten Kontrollpunkt an diesem Campingplatz hinter der Gipsfabrik in Bodenwerder, die durch ein Zeitloch samt holländischen Campinggästen, aus dem Siebzigern gefallen ist.

Die Pause machte ich kurz, und ging dann mit einer schnelleren, kleineren Gruppe raus.

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Keiner hatte einen funktionierenden Garmin, aber einer, der rot-blaue, erzählte, dass er aus der Gegend kam und sich auskennen würde. Das stimmte so halb.Ich sag jetzt mal nicht, welche Hälfte. Wir blieben zusammen bis zum nächsten Kontrollpunkt in Holzminden an der Hafenbar.

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Und auch darüber hinaus, wobei sich in Holzminden ein weiterer Fahrer zu uns gesellte, der mir allerdings nicht seinen Namen verriet. Da er im weiteren Verlauf relevant wird, nenne ich ihn einmal Racer Y. Das ging jetzt gut vorwärts, bis nach Bad Karlshafen. Dort wollten Racer Y und ich an der Weser lang fahren und merkten nicht, wie die beiden anderen die richtige Straße nahmen. Unser Weserweg wurde immer enger und schmaler. wir überholten eine Gruppe von Rentnerradlern  und dann gab es eine Linkskurve, der Weg führte durch einen ca. 1,5 m hohen Tunnel unter der stillgelegten Bahn dann war da nur noch Schotter. Also zurück, vorbei an den Omas, zurück auf die richtige Straße. Und als wir nach einer Viertelstunde etwa wieder gut Strecke machten, wer tauchte da vor uns auf der Straße auf: Die Rentnerradler! Wären wir nämlich nur 50 m weiter den Schotterweg gegangen, so hätten wir auch die Hauptstraße erreicht.

Es gab noch ein paar weitere Schleifen, aber jetzt lief es, die Strecke war recht klar und Racer Y und ich machten ordentlich Tempo.So kamen wir nach Hemeln.

Hemeln, das wissen nicht viele, unterscheidet sich nicht großartig von Hameln. Im Namen nur ein Buchstabe und die Stadt hat sogar ihr eigenes Märchen, „Der Rettichfänger von Hemeln.“ Leider ist dieses Märchen sehr, sehr langweilig, denn wie man sich einfach vorstellen kann, ist es wesentlich aufregender Ratten zu fangen und die Stadt von dieser Plage zu befreien, als Rettiche, die eigentlich nur willenlos auf dem Feld rumliegen. Und so kommt es, dass Hameln heute berühmt ist und Hemeln niemand kennt. Außer natürlich Rettichfreunden.

Um Viertel vor 12 erreichten wir den Verpflegungspunkt am THW in Hanoversch Münden, der Hälfte der Strecke. Das Essen war von bekannter Güte und zugeschnitten auf Katastrophenopfer, deren Besitz gerade in Flammen aufging oder die Weser hinunter gespült wurde. Ich unterhielt mich mit Racer Y über die RTFs, die wir bislang so gefahren sind. Er: Ötztaler, ich: Transalp. Racer Y war übrigens ein guter Fahrer, sehr gleichmässig, schlank und drahtig und schnell am Berg. Unser Gespräch kam auf die Cyclassics, von denen er nur schlechtes gehört hatte. Es ist irgendwie lustig, diese RTF-kulturelle Voreingenommenheit gegen Rennen immer wieder zu hören: Keiner ist je mitgefahren, aber alle haben schon einmal von anderen gehört wie schlimm solche Rennen sind und welche Honks da mitfahren, das ist auch bereits anderen aufgefallen. Das ist ähnlich wie diese Geschichten über den Freund der von einer Spinne gebissen wurde, dann schwoll der Arm dick an und als der Arzt das aufschnitt, krabbelten ganz viele kleine Spinnen aus der Wunde. Habe ich bestimmt zehn Mal gehört von zehn verschiedenen Freunden, die alle schwörten, dass es jemandem passiert ist den sie kennen. Auf englisch nennt man so etwas „urban legend“.

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„Boh, die Cyclassics, da fahr ich nicht mit, ich bin ja nicht lebensmüde..:“

Dann kamen auch unsere beiden anderen Mitfahrer an, der eine erwischte mich auf der Toilette, schaute mich vorwurfsvoll an und meinte, ich wäre ja wohl nicht die korrekte Strecke gefahren. Er hatte so diesen Blick drauf, wie mein Vater, als ich ihm 1981 beichten musste, dass ich im Supermarkt beim klauen erwischt wurde. In diesem Moment hatte ich als RTF Fahrer in seinen Augen  versagt.

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Katastrophengeräte des THW

Wir machten uns dann zu zweit auf den Rückweg nach Rinteln auf der westlichen Weserseite. Das ging sehr gut, wir fuhren im 32-35 km/h Bereich, wechselten uns vorne ab und überholten die eine oder andere Gruppe. Da wir keinen Plan hatten, wie wir zurückfahren mussten blieben wir im wesentlichen auf der Bundesstrasse. Plötzlich wurden wir von einem deutschen U-Boot torpediert! Ich ahnte nichts böses, aber das Torpedo schoss um Haaresbreite links an mir vorbei. Als ich genauer hinsah, bemerkte ich, dass das kein Torpedo, sondern dieses Liegerad vom THW war. Es hätte aber auch ein Pokemon sein können. Oder sich bewegender Strassenbelag. Mein Gott, die Dinger sind schnell und geräuschlos. Am Berg holten wir es immer ein, in der Abfahrt schoss es an uns vorbei.

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Unterwegs mit Racer Y. Den dicken Rhein-Energie Fahrer vor uns haben wir gleich darauf abgehängt.

Die westliche Seite ist weniger schön, aber deutlich einfacher zu fahren. In Gieselwerder machten wir uns nicht die Mühe den Verpflegungspunkt zu suchen und fuhren die ersten 60 km durch bis nach Höxter, wo wir an einem Netto Pause machten.

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Kosumosu blühte bereits am Strassenrand

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Teilweise fuhren wir auf den Radwegen und wir hielten an allen roten Ampeln. So langsam ging mir dann die Luft aus; wir waren bereits 200 km unterwegs, hatten noch mindestens 110 vor uns und Racer Y fuhr jetzt deutlich mehr vorne als ich. 200 km ist für mich so eine Grenze, darunter macht es Spaß, darüber an sich nicht.

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Nachdem es jetzt definitiv nicht mehr dunkel war, fiel mir auf, dass ich noch etwas anderes komplett vergessen hatte: Sonnencreme. Daran ist natürlich dieser völlig bescheuerte Sommer Schuld. Ich hoffte, dass meine Haut das irgendwie abkönnen würde und lag damit auch nicht falsch.

In Polle verpassten wir die nächste Verpflegungsstation und damit vermutlich auch den leckeren Kuchen. Und in Hehlen stellten wir dann fest, dass wir die Abzweigung in die Berge verpasst hatten. Das war doof, denn die sogenannte „Alternativstrecke“ an der Weser ist ziemlich schlimm und außerdem auch länger als der Weg durch die Hügel.

Also versuchten wir irgendwie mit Racer Y’s Iphone herauszubekommen, wie wir wieder auf die Strecke kommen würden und bogen dann in Hehlen ab, um uns auf den Anstieg zu machen.

Auf einmal bekam ich einen Klaps auf den Hintern und erschrak total – Racer Y war wieder da :D. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn nochmal sehe, bis ich ins Ziel komme. Jetzt ging es zu zweit weiter. Ich stöhnte bei jeder kleinen Steigung und ärgerte mich wahnsinnig, dass mir schon wieder etwas wehtat. Aber wenigstens hatten wir keinen Gegenwind mehr – das war schon mal was….

Racer Y versuchte glaube ich 2 Mal mit mir zu sprechen – Ich war aber schon in einem „Zustand“ in dem ich keine Lust mehr hatte zu sprechen. Ich sah nicht mehr viel von der Strecke. Ich konzentrierte mich nur noch auf die Hinterräder und den Popo von Racer Y.“

Ich habe das aus einem anderen Blog, äh, übernommen, weil mir jetzt auch nichts besseres zu schreiben einfällt.

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Oben auf dem Hügel war es aber Klasse. Wir thronten über dem Wesertal und unten dampfte das Atomkraftwerk Grohnde lustig vor sich hin. Das ist das zweite AKW an dem wir vorbeikamen, auf der anderen Weserseite befindet sich das bereits abgeschaltete AKW Würgassen. Ich hatte das des Namens (Würg Assen) immer in Baden-Würgenberg vermutet – auch dies ein Vorurteil.

Jedenfalls finde ich das AKW Grohnde richtig schick, denn mit seinem runden Kuppelbau und den beiden Kühltürmen sieht es aus wie ein klassisches, deutsches AKW meiner Jugend (und da denke ich automatisch an SYPH). Man wächst auf, sieht ein AKW und denkt: „Aha, so sieht also ein AKW aus!“. Oder Krankenhäuser: Krankenhäuser haben gefälligst so auszusehen, wie das Bethesda, das Maria Hilf, oder das Franziskushaus in Mönchengladbach. Oder ein Bahnhof muss irgendwie so eine klassische Front haben. Dann kam ich nach Japan. Dort sahen AKWs dann so ganz anders aus.

Richtig in Deutschland

Komplett falsch in Japan

Ich meine, das hätte ebenso gut eine Schuhfabrik sein können, oder ein Hochregallager für Tchibo. Und die japanischen Krankenhäuser?

Richtig. Alt und dann Anbau.

Falsch.Komplett falsch.

Sahen irgendwie aus wie Bürogebäude. Oder nehmen wir eine Uni – die Unis sahen auch aus wie Bürogebäude, teilweise auch die Hotels. Und sogar Bahnhöfe sahen aus wie Bürogebäude.

Japanische Uni (Meiji, Tokyo)

Japanisches Hotel (Washington, Tokyo)

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Japanischer Bahnhof (Nagoya)

Mit anderen Worten, quasi jedes moderne, große Gebäude in Japan sah aus wie eine post-moderne Kiste mit ein paar angeflanschten anthroposophischen Rundungen. Man weiß ja heute, wo das alles herkommt: Aus Aachen, genauer gesagt von einem Aachener, Mies van der Rohe.

War im Bauhaus (ich meine jetzt nicht einen dieser Baumärkte) und emigrierte dann in die Staaten, wo ihm die Amerikaner zu Füßen lagen und er in der Folge eine postmoderne Schachtel nach der anderen hinsetzte: International Style (Lustigerweise interntional style. Diesen Begriff gab es in Japan schon im 19. Jahrhundert, für Häuser, die nicht im japanischen Stil gebaut wurden. Was Basil Hall Chamberlain in „Things Japanese“ 1890 zu der Bemerkung veranlasste: „It is called international style, because it is foreign to any national style.“)  . Setzte sich dann auch in Tokyo durch, oder vielleicht auch gerade, da man da nicht viel falsch machen kann, was gut ist für jeden extrem risiko-aversen Japaner. Das kann man alles im Detail bei Tom Wolfe: „From Bauhaus to our house“ nachlesen. Ganz ehrlich, das ist eines der besten Bücher aller Zeiten. Wirklich und ehrlich.

Seagram Building, Chicago 1958: Die allererste postmoderne Schachtel. Von Mies van der Rohe.

Und das schreibe ich jetzt nicht, weil ich mich als Bauingenieur über Architekten lustig machen will. Jetzt sollte ich deshalb an dieser Stelle, aber noch etwas gutes zum Ausgleich über die Architektur in Japan schreiben. Nachdem ich ja nun den Eindruck hinterlassen habe, dass alle Gebäude in Japan in etwa gleich aussehen (was in etwa stimmt), muss ich aber auch zugeben, dass es daneben in Japan die  irrwitzigsten modernen Gebäude überhaupt gibt.

Dies hier, ein sehr bekanntes Beispiel, ist keineswegs ein AKW, sondern das Gebäude von Fuji Television (etwa RTL aus japanisch).

Und das war hier einmal eine Bierhalle von Asahi Bier.

Und dieses tolle Kindermodengeschäft war so etwa 500 Meter von meiner Wohnung entfernt. Aber zurück nach Aerzen, wo wir in der Zwischenzeit angekommen waren.

Aerzen – nicht ganz so verrückt wie Tokyo.

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Hier ging es jetzt hoch und runter und so langsam dem Ziel entgegen. Und endlich hatten wir die Stadtgrenze von Rinteln erreicht.

Prima, jetzt endlich chillen, ein bißchen mit Racer Y über die Großartigkeit des gemeinsam Erlebten quatschen und dann ab in den Zug nach Hause. Wir fuhren die Einfallstrasse nach Rinteln rein und als wie links abbiegen mussten zum Start, da rief mir Racer Y zu, der vor mir fuhr: „Ich fahr weiter geradeaus zum Auto, Tschüss.“ Das war’s. Ich habe ihn nie wieder gesehen.

Jetzt könnte ich hier ja aufhören, aber so sind halt eine Menge RTF Fahrer – nicht besonders extrovertiert, bzw. an anderen Menschen interessiert. Er erinnerte mich an Klaus aus dem Bauingenieurstudium. Nun muss man wissen, dass die Bauingenieure sowie recht freudlose Gesellen sind. In den sieben Jahren in Aachen im Studium habe ich nur einen kennen gerlernt der lustig und kreativ war, Christian (wie der Entführte). Also im Prinzip sonst alle RTF tauglich. Jedenfalls nach einer Vorlesung gingen wir gemeinsam wieder Richtung Stadt und ich erzählte gerade den lustigsten Witz, den ich je gehört hatte. Ehrlich. Und ich war gerade bei der Pointe angekommen und schrie fast: „Und dann, dann sagt die Frau zum Arzt..“ Ich machte eine rhetorische Pause, und in dem Moment sagte Klaus: „Ich muss noch in die Mensa, Tschüss und bis morgen.“ Und weg war er.

Zugfahrt zurück? Lang. Müde. Dicke Beine. Diverse Stellen taten weh, von denen ich noch nicht einmal wusste, dass es dort Stellen gibt. Von Hannover bis Bremen sitze ich in einem Wagon mit ca. 20 jüngeren Punks. Deren Gequatsche ist ziemlich unerträglich, die Jungs sind besoffen und die Mädels sehen echt hässlich und fett aus. Sie machen die nicht- lustigsten Witze der Welt und ich bin zu müde um mir das Rad zu schnappen und durch den Zug zu gehen. Ich halte das tatsächlich die ganzen 90 Minuten zurück aus. Am Ende kocht das AAAdrenalin und ich habe seit langer Zeit mal wieder Lust auf eine Prügelei. Hm, die letzte liegt auch schon wieder fast zehn Jahre zurück. Doch davon ein anderes Mal.

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Summer fun is almost gone.

In der letzten Woche kam endlich der Sommer nach Bremen, nachdem die Wochen davor in erster Linie die Argumentation der Klimawandelverweigerer stützte.

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Ich fuhr am Samstag fast 100 km Richtung Süden, aber ich hatte Beine wie Pudding: Cyclassics, OBKM, Stabi Training- in dieser Woche hatte ich mich überanstrengt und wie mein Großvater sagte: „Kleine Sünden straft der liebe Gott sofort“.

Das tolle am Bremer Sommer ist, dass man sich auf das Rad setzt, einfach 75 km fährt mit einem Schnitt von etwa 30 und damit nach weniger als 3 Stunden  bereits ordentlich Strecke gemacht hat. In Tokyo war das anders: Mit dem Zug raus, in den Bergen fährt man auch nicht schneller als einen Schnitt von 20 – 25 und so lohnt sich das ganze nur, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist und 150er Touren fährt. Und damit ist der Tag dann auch komplett gelaufen, während ich hier um 14 Uhr wieder zuhause bin.

Heute ging es wieder in den Süden. Immer noch mit Puddingbeinen und immer noch im Sommer.

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Immer noch Pudding

Ich fuhr mal wieder da, wo ich am liebsten fahre: Auf der Strasse nach Dibbersen.

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Die alten Bäume spenden Schatten in der Sommerhitze, der Asphalt ist glatt und neu und kaum ein Auto zu sehen. Fährt man dann um die Ecke, kommt das Wahrzeichen von Dibbersen zum Vorschein: Ein Pferd auf dem Turm.

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Da vergesse ich dann auch leicht, das prinzipiell hier etwas fehlt: Berge.

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Über die Uesener Weserbrücke ging es rein nach Achim und von dort aus mit viel Rückenwind nach Embsen und Oyten. Auch ohne viel Anstrengung blieb der Schnitt hier über 40.

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Spaßeshalber versucht ich mich am Pestalozzihügel , aber da ging gar nichts. Zurück über den Hodenberger Deich überholte ich zwei Rennradfahrer, strengte mich an und kam schnell nach Borgfeld. Dort war gerade der Umzug der Schützengilde Borgfeld. Es sah nicht so aus, als wenn jemand der Beteiligten da Spaß dran gehabt hätte; der kommt erst dann wenn der Alkohol am Feuerwehrhaus fließt.

Zuhause angekommen, hatte ich gerade noch Zeit zu duschen bevor pünktlich am 16:32 Uhr das Ende des Bremer Sommers mit einem kräftigen Regenschauer eingeleitet wurde.

Danke Bremen für diese phantastische Sommerwoche.

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