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A Sunday in Hell. A Sunday in Heaven.
Heute war das Paris – Roubaix Rennen angesagt; ein Rennen, dass seit 1896 auf den gleichen Strassen ausgerichtet wird. Damals waren das normale Strassen, heute sind das einfach nur noch gruselige Relikte aus der Vor-Internet Zeit. Das Rennen beginnt nicht, wie der Name sagt in Paris, sondern in Compiegne, etwa 80 km östlich von Paris. In Compiegne wurde der Waffenstillstand des 1. Weltkriegs geschlossen und später auch die (vorläufige) Niederlage Frankreichs im 2.Weltkrieg 1940 vom Führer höchstpersönlich besiegelt. Von dort aus führt das Rennen durch die in dem Film „Willkommen bei den Sch’tis“ bestens beschriebene Landschaft nach Roubaix, der Partnerstadt meiner Heimatstadt Mönchengladbach.
Bei aller Romantik und prinzipiell netten Menschen sollte man sich da nichts vormachen; beides sind trostlose Löcher, das eine hat ein Rennen, das andere einen Fußballverein.
Das Rennen endet in einem Velodrome, dann bekommt der Sieger einen Pflasterstein und darf duschen gehen. Das passierte heute John Degenkolb.

„Cool, ein… Stein. Äh, Danke auch.“ Wenn ich noch ein paar mal hier gewinne baue ich eine Strasse oder ein Haus damit.
Insgesamt ist das ganze eine für alle Beteiligten sehr anstrengende und unerfreuliche Angelegenheit, bei der man hinfallen, verlieren und unter Umständen auch von einem Zug überfahren werden kann. Von der Teilnahme wird daher dringend abgeraten. Wer immer noch nicht überzeugt ist, möge sich „A Sunday in Hell„, den Film über das Rennen von 1977 ansehen.
Bremen im April 2015 – der Himmel lacht die Sonne an und beide auf die Menschen runter, die nun aus der Stadt in Parke und auf Deiche drängen. Es könnte nicht schöner sein, na gut, der Westwind draußen und Holger drinnen nerven doch ganz gewaltig als ich alleine Richtung Erdbeerbrücke fahre. Warum heisst die Erdbeerbrücke, eigentlich Erdbeerbrücke? Ist es nur, weil niemand sich gerne an Karl Carstens erinnert, oder gibt es eine geheime Reminizenz zu Klaus Kinski? Vor mir fährt ein Mädel, das die besseren Entscheidungen bei der Wahl der Strassenseiten trifft und daher 200 Meter schneller auf dem Deich ist als ich. Auf dem Deich hole ich sie endlich ein und will sie gerade überholen, als ich feststelle, dass sie eine Transalp Trinkflasche stecken hat. Ich verstehe das als dezenten Hinweis auf Leistungsstärke und lutsche erst einmal; aber dann überhole ich sie dort. Ich glaube ich kenne sie aus der Zeit,als ich noch mit dem swb Team vom Universum Gym aus gefahren bin.
Es ist ein wenig mühsam gegen den Wind Richtung Riede, aber dann kommt das schönste Stück überhaupt, nach Dibbersen raus. Ich weiß jetzt bereits, wenn ich einmal von Bremen fortgehe, dann wird mich die Erinnerung an dieses Stück Landschaft begleiten.
Von Thedinghausen aus geht es mit Rückenwind weiter nach Werder und über die Weser den Uesener Berg hoch. Ich fahre auf halbe Strecke hoch links rein, ich Stück an der Weser aufwärts entlang und die Rampe am Hünenberg hoch. Oben angekommen bin ich fertig und denke: „Wenn ich 15 kg weniger wiegen würde, und ich für jedes Jahraltersunterschied 5 Sekunden früher starten dürfte, würde ich Philipp Lühmann hier locker schlagen.“ Aber jetzt habe ich erst einmal Hunger, denn, wie heisst es so schön „Pain is food, leaving the body“ wenn es um Radfahren geht. Zum Glück gibt es direkt auf dem Gipfel links vom Uesner Berg eines meiner Lieblingslokale, das „Berlin Döner„! Das Berlin Döner kennt an, dass Döner nicht aus der Türkei, sondern aus Berlin kommt, also eigentlich sehr ähnlich zu „Bremen Rollo“. Alleine die facebook Seite von Berlin Döner (Werbespruch: „das beste“) ist schon großartig.
Man kann diese facebook Seite aber nur mögen, wenn man, wie zum Beispiel mein Vater, verliebt in Sossen ist. Die facebook Seite ist voll mit tollen Sossenphotos, die man einfach gesehen haben muss. Ich habe mal wahllos eins rausgegriffen:

Sieht man ja nicht so oft in Radblogs – warum eigentlich nicht?

Und was gibt es von Dienstag bis Sonntag beim Berlin Döner, hä?
Ich würde diesen Laden gerne unterstützen. Vielleicht könnte man ja Trikots machen, die wie diese Dönerspießplakate neben meinem Rad designt sind. Gut, fände ich so riesige, aufblasbare Trikots. Die Tomate ganz oben ist dann eigentlich ein Helm und aus dem Helm guckt eine Spießantenne raus an der ein Wimpel flattert: „Berlin Döner – das beste!“.
Es erschließt sich von selbst, dass nach diesem Highlight der Rest der Strecke über Achim, Oyten, Sagehorn nach Fischerhude eher langweilig war. Und dann gegen den Wind von Fischerhude zurück nach Bremen war auch nicht so toll, wenn ich nicht zwei tolle Milchbrötchen in der Bäckerei in Fischerhude gekauft hätte.
Das tolle aber war, dass ich nach ca. 2 1/2 Stunden Fahrt und 70 km genau pünktlich um 15:30hr am HaW ankam, wo die „Björn Riedel Gedächtnis Runde“ darauf wartete gestartet zu werden. Super, dann konnte ich mit der gleich weiterfahren (d.h. einen Moment dachte ich daran nur Hallo zu sagen und mir ein Stück Käsetorte mi Kaffee zur Brust zu nehmen. Aber dann sah ich all die netten Menschen und dachte an Philipp und den Hünenberg und setze leicht widerwillig den Helm auf.
Das war eine sehr entspannte Truppe; Tobi hatte die Strecke auf seinem Garmin und ich fragte ihn wo es hingehen würde: „Richtung Fischerhude, dann nach Oyten und Achim, Uesener Berg und rüber nach Thedinghausen….“ Ich hörte schon nicht mehr zu, denn das war genau die Strecke umgekehrt, die ich gerade gekommen war. Na egal, Tobi führte uns, nicht zu schnell durch die kleinen Wege nach Embs und es war wie ein Musikstück, dass nun auf andere Art und Weise interpretiert wurde. Also, sagen wir mal, das ist meine Interpretation der Strecke, und die hier von Tobi. Na gut, ich wollte einfach nur etwas über t.a.t.u.hier reinbringen, ich gebe es zu.
Und schwubs, kamen wir schon wieder am Berlin Döner vorbei. Und auf meinen Vorschlag hin, fuhren wir dann auch gleich nach mal den Hünenberg hoch, und zwar ohne Vorwarnung (also Benjamin und ich wussten eh Bescheid, der Rest hatte keine Ahnung was Ihnen blühte). Das hatte Konsequenzen:

Machte aber auch Spaß und wir erst einmal Pause. Denn nun ging es gegen den Wind wieder Richtung Bremen auf der anderen Weserseite. Das waren auch wieder verschiedene Interpretationen im Prinzip der gleichen Strecke die ich gefahren war, und schöne nette Wege (auch wenn nicht ganz so schön wie nach Dibersen, aber bitte).
Zeit für die nächste Pause an der „Berlin Riviera“, einem Berliner Eiskaffee in Weyhe.
Und dann noch die letzten Kilometer zurück nach Bremen, passte jetzt alles.
Tanja und Tobi splitteten sich in Leeste ab, Benjamin und Johanna an der Wehrstrasse und die Viertelschwalben am Paulaner. Mit 140 km war das auch est einmal die bislang längste Strecke für 1015, die Hälfte solo, die andere Hälfte in der Gruppe war auch genau die richtige Mischung. Danke an alle die dabei waren: A Sunday in Heaven.
Kette rechts, Wheelstedt links. Nein rechts.
Seit dieser Saison gibt es ja ein unüberschaubares Angebot an Touren im Raum Bremen für alle möglichen Typen und Zeiten, die über facebook organisiert werden: Anfänger und Frauen Montag um halb sieben, Schnelle Jungs Samstags um zehn; Katholiken Sonntags um zwölf und alle die Holger heißen am Ostermontag kurz vor fünf. Getroffen wird sich in der Regel am Haus Platzhirsch Depot, so auch heute.
Ich bin zu spät, da ich zu lange an meinem Moulton herumgefummelt habe, bis es dann endlich fertig wurde – für’s erste. Aber das Selbstvertrauen, mit dem Moulton bei einer Rennradausfahrt mitzufahren habe ich noch nicht anfummeln können, ich bin mir nicht sicher ob es schnell genug, stabil und gruppenfahrtaglich dafür ist. Und eigentlich habe ich ein wenig Angst vor möglichen Kommentaren wie “ Ein Klapprad- ehrlich?“ oder „Schade, dass Du vom rechten Weg abgekommen bist“, denn ich nur mit „Wenn jetzt nicht bald Ruhe ist, dann schreibe ich lauter gemeine und fiese Dinge über Dich auf dem Blog!“ entgegnen kann. Also nehme ich das Canyon, vergessen den Helm zuhause (das war übrigens die zweite Sache die ich heute vergaß, die erste war eine Kaffeetasse in den Automaten zu stellen und die dritte war mein Handy auf der Erdbeerbrücke) und hetze los.
Björn ist da, zuerst dachte ich, dass flüssiges Lava an seinem Rennrad runterläuft bis mir klar wird, dass er grell-orange Kniestrümpfe trägt die definitiv nicht UCI konform sind (Folie 38). Benjamin kommt mit seiner Freundin. Ich bewundere sie ja für ihren Mut mit uns zu fahren, denn wir sind IMMER schneller als angekündigt und drohen davon zu eilen. Natürlich könnte der Grund auch „total bescheuerte Verliebheit“ sein, da die beiden aber, so glaube ich, schon länger zusammen sind scheidet das wohl aus. Schröder und Tanja sind auch da, bei den beiden bin ich mir über die Kombination von Mut und Veliebtheit deutlich weniger sicher – insgesamt sind wir mit zwei, drei weiteren Mitfahrern eine runde Truppe. Schröder schlägt vor am Platzhirsch Minigolf zu spielen, ich finde das eine gute Idee, denn da habe ich die Chance einen KOM (King of Minigolf) zu holen, jedenfalls eher als einen KOM beim radeln.
Wir fahren los, und kaum sind wir über den Höllenanstieg direkt hinterm Platzhirsch rüber, sind die Kräfte schon aufgezehrt und es wird „kürzer“ gerufen. Das macht aber nichts, ich hatte eh keine Lust heute auf hetzen ohne morgen. Und so sehen wir die Landschaft klarer an uns vorbeiziehen und in den Augenwinkeln gerade noch Jessica, Harald und Olaf, die am Depot auf uns gewartet haben. Gefühlt bin ich mit den ersten beiden nicht mehr gefahren seit Rad am Ring – und das war im Juli letzte Jahres, als ich mir Haralds Rücklicht ausgeliehen hatte. Rein zufällig habe ich das heute, neun Monate später an meinem Rad und ich denke, es wäre doch eigentlich ganz nett von mir das jetzt zurückzugeben.
Wir fahren heute mit de Uhrzeiger die Wheelstedtrunde, was Niklas noch an Wind übrig geblieben hat chillt noch in der Bremer Gegend rum und macht uns das Leben schwer – gegen den Uhrzeiger sollte einfacher sein. Ruckzuck sind mir auch schon In Wheelstedt und entschliessen uns die Runde über Bühlstedt und Dipshorn zu verlängern. Leider sind wir alle nicht so besonders ortskundig, kein einziger Bremer dabei! Benjamin kommt ja bekanntermassen aus Sundern, Bo aus Peterswerder (und das liegt vor der Stadtmauer), Jessica und Harald haben lange in Bremen gewohnt sind aber nun weit weg gezogen und mit Ortskenntnissen aus Mönchengladbach kann man in Wheelstedt auch keinen Blumentopf gewinnen. Das hält mich aber nicht davon ab, meinen männlichen Pflichten nachzukommen und den Weg zu weisen: „Hier rechts“ (hm, dieses Pflaster ist mir neu…) „Wieder rechts!“ „Bist Du sicher?“ „Ganz sicher!“.
Ein amerikanischen Forscherteam hat einmal zwei zufällig ausgewählte Personen, einen Mann und eine Frau auf offener Straße entführt, betäubt, ihnen die Augen verbunden und die Ohren zugestopft und dann in ein Flugzeug verfrachtet. Das Flugzeug flog nach Brasilien und warf die beiden irgendwo im Amazonasbecken ab, immer noch in voll betäubtem Zustand. Aus den Aufzeichnungen konnte man später feststellen, dass das erste, was der Mann, als er aufwachte, tat, war in eine willkürliche Richtung zu zeigen und „Hier entlang“ zu sagen. Diese göttliche Fügung den Weg zu weisen, das ist einfach unsere männliche Bestimmung.
Nach Vorwerk (das ist der Ort wo eine HSV Fahne weht) sind wir nicht sicher ob wir auf der Strasse nach Buchholz, oder nach Ottersberg sind. Umso größer ist die Überraschung, als wir wieder nach Wheelstedt kommen. Schröder und ich überlegen, ob wir nichtd ie gesamte Tour als „gefährlich“ bei Strava kennzeichnen sollen, so dass keiner die Streckenführung dort nachvollziehen kann. Also fahren wir dann, ohne weitere Experimente zu wagen, weiter in Richtung Buchholz und Quelkhorn. Es ist sonnig, ein wenig kalt aber wunderschön nach diesen miesen fünf Sturmtagen und mit Rückenwind rasen wir die Strasse lang.
Anschließend lassen wir es wieder ein wenig langsamer angehen und rollen in aller Ruhe und in zwei Gruppen aus nach Borgfeld. Ein passender Start in das Osterwochenende. Ganz am Ende stellen wir dann noch fest, dass viele von uns im Schatten großer Stadien aufgewachsen sind, die meisten in Peterswerder im Schatten des alten Weserstadiums, ich im Schatten des Bökelbergs. Wir alle hatten als Schüler kein Geld, aber die richtigen Ideen um umsonst reinzukommen: Harald war damals noch so dünn, dass er an einer ganz bestimmten Stelle durch den ausgebeulten Zaun flutschen konnte, ich hingegen suchte mir einen Vater mit Kindern aus, ging vor ihm durch den Eingang zum Ordner, zeigte nach hinten und sagte: „Mein Papi hat die Karten!“. Zum Glück hat das immer geklappt, heute hätte ich nicht mehr den Mut dazu.
Ich kannte aber schon mit 21 Jahren Peterswerder, da ich damals einen Brieffreund in Bremen hatte, der dort lebte: Benno B. wohnte dort in der Braunschweigerstrasse in Bremen (man bemerke die Häufung an B’s) und das Leben, dass er mir in seinen Briefen beschrieb war brutal: Wir waren beide Punkrocker, machten beide Musik (er bei den Jayhawks, ich bei EA80), verlegten beide ein Fanzine (er die „Endlösung“, ich „Das MOB“) . Aber ich lebte im beschaulichen Mönchengladbach und das Leben war langweilig und ungefährlich, während er es im brutalen Bremen aushielt, sich Strassenkämpfe mit der Polizei, den Skinheads und den Teds lieferte, Häuser besetzt und jeden Tag sein Leben in den Slums von Peterswerder aufs Spiel setze. Wir schrieben uns, bis ich etwa 1990 nach Japan ging, in Bremen war ich bis dahin nie gewesen; mein erster Besuch war dann 2010. Nachdem ich nun hier wohnte, fasste ich nach einigen Monaten den Mut mich auf die Braunschweigerstrasse zu wagen und ich muss sagen, ich war doch etwas überrascht. Das waren alles ganz nette Häuschen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg mit ein wenig Wintergarten oder Terasse zur Strasse hin in denen wohl überwiegend Lehrer und Pädagogen wohnen. Schwer vorstellbar, dass in den Achtzigern hier das Blut meterhoch in den Strassen stand und die Deichscharte geöffnet werden musssten, damit es in die Weser abläuft.
Aber all das ist lange her und morgen soll das Wetter wieder gut werden.
Direction Wheel Stedt
Heute um ca 18.00 Uhr zwischen Buchholz und Wheel Stedt. Es hätte fast Sommer sein können, wenn es nicht so kalt gewesen wäre und die Schatten sich kürzer werfen würden.
初乗り [First Ride of the Year]
Nach fast 660 km zwischen Weihnachten und Neujahr auf Festive 500 Kurs, war ich etwas müde und hatte wenig Lust zum radfahren. Ich liess sogar dass Neujahrsfahren aus und rief auch nicht Hannes am, um mit ihm nur mit Bibshorts, Socken und Schuhen bekleidet zum Unisee zu fahren. Das hatte ich ihm nämlich für den Start in das Neue Jahr angedroht.
Aber mal ehrlich, vier Tage ohne substantielles Radfahren reichen auch. Im Haus war alles getan was getan werden musste, ich hatte das Gefühl fetter und fetter zu werden und draußen war das Wetter herrlich, auch wenn fast schon drei Uhr nachmittags. Zeit für die erste Ausfahrt des Jahres.
In Japan heisst der traditionelle erste Besuch in einem Schrein zu Beginn eines Jahres 初詣 (hatsumoude); viele Japaner machen sich bereits in der Silversternacht auf den Weg dorthin, die meisten aber wohl in den Feiertagen zu Beginn des Neuen Jahres. Es gibt einige sehr bekannte Schreine, die dann brechend voll sind, wie z.B. der 明治神宮 (Meiji Jingu) in Tokyo; man wirft Geld in die großen Kästen vor den Torgebäuden oder kauft Glücksbringer und Amulette für das neue Jahr. In Schreinen kann man sehr viel Geld lassen. Dieses Foto habe ich Anfang 1991 am Sumiyoshi Taisha in Osaka aufgenommen, die Menschen stehen Schlange, um in den Schrein eingelassen zu werden.
Es kann dann auch mal voller werden, gerade in der großen Stadt (Tokyo).

Im Neuen Jahr fühle ich mich irgendwie mehr als Japaner als sonst. Ich vermisse auch das Ekiden, das war eigentlich immer de Start in das neue Jahr radtechnisch. Das Ekiden gibt es noch, aber das vorausfahren mit dem Rad ist leider komplett vorbei.
Nach vielen Menschen stand mir nicht so der Sinn, also rauf auf das Canyon Positivo, denn dieses Rad benötigt am wenigsten Aufwand und eine der Standardstrecken abgefahren. Raus auf’s Land, zuerst nach Borgfeld und dann weiter am Waldesrand nach Fischerhude. Zunächst wollte ich schnell fahren, und dann war ich so in Gedanken verloren, dass ich die Abzweigung nach Fischerhude verpasste (passiert so etwa alle fünf Ausfahrten) und mich auf der Seeberger Landstrasse nach Quelkhorn wiederfand. Ich habe immer Superideen beim Radfahren (und, der Vollständigkeit halber beim duschen, aber das ist eine andere Geschichte und hat mit Jutta zu tun). Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich schon x-mal für den Nobelpreis nominiert worden wäre, Heinrich Böll und Günther Grass als bekannteste deutsche Schriftsteller der Gegenwart abgelöst hätte und Milliarden mit Geschäftsideen gescheffelt hätte, wenn, ja wenn ich mir diese Ideen nur irgendwie merken oder aufschreiben könnte. Kann ich aber nicht, das ist vermutlich ein Fluch der mir auferlegt wurde und so werden die kümmerlichen Reste guter Ideen in diesem Blog verwurstet.
Eines Tages werde ich mir eine richtig gute Idee merken und damit nach Hause fahren. Es ist dann voraussehbar, dass ich auf den letzten Metern vor der Haustür von einem Bus überfahren werde und erst zwanzig Tage später aus einem künstlichen Koma im Klinikum Nord wieder aufwache. Natürlich werde ich mich an nichts erinnern können.
Weiter nach Wilstedt und ein kurzer Rast an der Vietkong Tankstelle. Weiter Richtung Grasberg und in die Grasdorfer Strasse rein.

Die Grasdorfer Strasse – die Antithese des japanischen Schreins am 1. Januar
Es wurde langsam dunkel und ich stellte fest, dass der Akku meiner Vorderlampe recht ausgelaugt war. Ich machte mich auf den Weg zu Lars, um endlich seine sehr schicken MTB Schuhe zu übernehmen. Perfekt. 64 km sind nicht viel, aber der Start im Neuen Jahr ist geschafft.
Festive 500 Day #4 und 5: Einzel- und Gruppentherapie
In der Gruppe ist es doch lustiger als alleine. Gestern quälte ich mich alleine Richtung Süden, heute erfreute ich mich am Windschatten in Richtung Westen.
So langsam gehen mir die Ideen aus, welche Straßen noch zu fahren sein könnten, und so machte ich mich auf den Weg nach Süden auf der linken Weserseite: Dreye, Riede, Thedinghausen – immer schön gegen den Wind und schön langsam. Lunsen, Werder und über die Brücke der Weser, dann einen Abstecher zum Hünenhügel, um wenigstens etwas anspruchsvolles mitzunehmen – dann hoch nach Achim.
Nachdem ich vor einigen Tagen von meinen Plänen durch eine dicke und fiese Regenfront abgehalten wurde weiter nach Norden zu fahren, machte ich nun ernst und fuhr weiter Richtung Uesen. An der Einfahrt zur Autobahn stand ein Tramper der nach Hannover wollte und sich die Beine in den Bauch stand und den Daumen raus hielt. Ich unterhielt mich mit ihm, einfach schon aus dem Grund, weil Tramper heute so selten sind. Warum eigentlich? Als Jugendlicher bin ich ab und an getrampt und habe selten schlechte Erfahrungen gemacht und später auch öfters Tramper mitgenommen. Nur einmal bin ich mit einem Betrunkenen nach West Berlin durch die Zone gefahren und da wurde mir schon mulmig als er die DDR-Grenzer anraunzte „Dauert das hier noch lange, ihr Pissbrüder?“ Die waren vermutlich aber an den speziellen Berliner Charme gewöhnt. Und im Vergleich zu dem was nachher in Berlin passierte war das alles sowieso harmlos. Ich sage nur. Hausbesetzerkampf, und klein-naiv Möbelchen mittendrin – aber das ist eine andere Geschichte.
Über die ich nachdachte, als ich weiter fuhr Richtung Posthausen, um zu sehen ob alles beim Dodenhof richtig läuft. Es war der erste Samstag nach Weihnachten und der Dodenhof hatte gleich bis 23:30 hr zum ultimativen Shoppingerlebnis auf, was in jeglicher Richtung kilometerlange Staus nach sich zog. Das ist schon ein Phänomen, dieser riesige, weiße Klotz mitten im Dorf. Ne, kann man eigentlich nicht so beschreiben, es ist mehr so, als wenn dieser riesige, weiße Klotz vom Himmel runtergefallen wäre und alle Häuser an die Peripherie gedrückt hätte. Es gibt die ofizielle Dodenhof Seite zum Parkplatz hin, mit viel Glas, Reklame udn Eingängen geschmückt mit Buden und Firlefanz davor und es gibt die Seite, wo Dodenhof dem Dorf Posthausen seinen weißen Arsch zeigt. Man fährt hunderte von Meter an einer langweiligen, weißen Front lang, biegt um die Ecke und dann, ganz am Ende des Dorfes gibt es noch einen zweiten Dodenhof Laden. Wesentlich kleiner als das Einkaufszentrum, fast nur ein ehemaliger Dorfladen, der uns darüber Auskunft gibt, welche Kunden man nicht im Shopping Center sehen möchte: Dicke, fette Männer.

Schlimm genug, dass Männer in Schuhgeschäften immer entweder in den Keller oder in die erste Etage müssen: Bei Dodenhof müssen dicke, fette Männer um die Ecke.
Politisch also völlig inkorrekt. Wie übrigens auch dieses Plakat, dass ich wenige Kilometer weiter in Ottersberg am Wegesrand sah. Tja, die Nachrichten verbreiten sich langsamer auf dem flachen Land.
Das erinnerte mich an die erste Strophe des Songs Roadblock von Stan Ridgway.
Weiter ging es nach Quelkhorn, Buchholz und Wilstedt. Nun kam endlich und ich schöre, um ersten Mal an diesem Tag der Wind von hinten und blies mich zackig auf dem Achterdamm Richtung Huxfeld. Persönliche Bestzeit, obwohl ich mich gar nicht anstrengte und schon relativ kaputt war. (Strava). Dann weiter wie üblich, schmucklos ohne Variationen, ohne zu denken Richtung Borgfeld. Mittlerweile war es dunkel geworden, aber ich hatte imm ernoch Lust zu fahren und so machte ich mich noch mal auf den Wümmedeich, fuhr bis zum Dammsiel und dann an der kleinen Wümme zurück zum Unisee und nach Hause. Damit waren dann mehr als die zwei Drittel der Festive 500 für dieses Jahr nach vier von acht Tagen erledigt. Aber man muss fahren, wenn das Wetter OK ist, man weiß nie ob man morgen überhaupt noch raus kann.
Zuhause angekommen, am PC, sah ich dann, dass für heute um 11 Uhr etwas am HaW geplant war. Prima dachte ich mir, eine größere Gruppe, das macht bestimmt Spaß und da will ich mal wieder mit. Es hatten sich etwa 214 Rennradfahrer angemeldet, das war vermutlich die größte Truppe, die jemals vom HaW starten sollte, sozusagen der lange Marsch der Rennradfahrer. Leider war es aber so, dass über Nacht das Wetter dramatisch schlechter wurde. War am Abend vorher noch eine Bullenhitze und viele Bremer sassen mit Kind und Kegel im Garten oder auf dem Balkon und schmissen Steaks auf den Grill, war es am nächsten Morgen auf einmal und völlig unvorhersehbar minus sechs Grad. Dies führte dann in der Konsequenz zu einigen Absagen, und zwar genau zweihundert. Alle natürlich total fadenscheinig, ich zitiere und zittere hier einmal wahllos:
„Ich bin leider raus. Das Bein ist nicht wie geplant an den Körper drangewachsen. Aber das Wetter ist ja erste Sahne! Viel Spaß!!“
“ Hallo Leute, ich bin raus! -666°C da ist mir meine Gesundheit wichtiger, kann mir keinen Ausfall erlauben…….sorry.“
„Erkältung, Kälte und 80km vertragen sich bei mir noch nicht. Ich guck aus’m Fenster und beiß mir in Popo.“
Letzteres würde ich übrigens wirklich gerne einmal sehen. Wie viel kann man eigentlich vor sich sehen, wenn man sich gerade selber in den Po beisst? Und was sehen in diesem Moment die Nachbarn?
Egal. Es war aber wirklich ein wenig kalt am heutigen Morgen. Als ich zur Garage ging, machten im Haus neben uns die Nachbarn gerade ihre Panzer klar für die Fahrt zur Arbeit.

Ich war also nicht so optimistisch, wie viele letztendlich am Treffpunkt am HaW auftauchen würden, war dann aber doch sehr angenehm überrascht Caro, Philipp, Jan, Benjamin, Detlef und noch viele mehr zu sehen. Und es wurden immer mehr. Und schon ging es los. An sich wollte ich ja nur lutschen, aber irgendwie fand ich mich schnell ganz vorne wieder und wurde dann gleich von Philipp ermahnt , doch bitte so zu fahren, dass wir als homogene Gruppe fahren können. Klar, das wollte ich ja auch, aber wenn neben mir Philipp, Jan und dann später auch Sebastian fahren ist es sehr selten, dass die Nadel unter dreißig fällt, nicht an jeder Autobahnüberführung ein Bergtrikot vergeben wird und Ortsschilder uns nur noch als verschwommenen Pfeil erkennen. Also haue ich immer erst mal rein, das ist vermutlich so ähnlich wie bei Pavlov und seinem Hund.
Über Borgfeld ging es nach Fischerhude und Quelkhorn und von da Richtung Buchholz. War ich teilweise also bereits an dem Tag davor befahren, machte in der Gruppe aber mehr deutlich mehr Spaß. Dann ein Abstecher nach Vorwerk.
Wie jedes Mal (also bislang zwei Mal), verfuhren wir uns in Dipshorn und landeten auf dem Crosserweg. Irgendjemand, der auch praktischerweise auf seinem Crosser mitfuhr, murmelte etwas von „ist doch nicht schlimm so ein wenig Feldweg…“, konnte aber keinen Nicht-crosser überzeugen. Ich finde, das sollten wir auch weiterhin so machen, sozusagen ein traditionelles verfahren oder Verfahren. Bei meinem japanischen Club „Positivo Espresso“ hieß dass „the pointless ride“, und der absolut unsinnigste pointless ride war hoch zur Kabelbahnstation am Mitake Berg.
Ich vermute, dass liegt daran, dass man rechts zum Friedhof abbiegen muss. Das will keiner, also fahren wir immer links. Zeit für ein paar Gruppenphotos.
Schnell waren wir in Bühlsedt, Wilstedt, Huxfeld und dann ging es auch schon durch die Bremer Schweiß nach Timmensloh. Ich fuhr immer noch fast die ganze Zeit mit Philipp zusammen vorne. Es war nicht sooo anstrengend; schnell hatten wir uns auf ein gemeinsames Thema verabredet und brauchten unsere besten Stories: Die bescheuersten Dinge, die wir gemacht haben, als wir richtig betrunken waren. Die von Philipp will ich nicht erzählen, nur bemerken, dass seine besten Geschichten nicht so lange her sind wie meine besten Geschichten, die ich nicht vorenthalten möchte:
- Ich fuhr betrunken mit dem VW Käfer von einer Probe unserer Band nach Hause (leider waren waren wir musikalisch nur betrunken zu ertragen) und kam an eine rote Ampel die nicht grün wurde. Und zwar sehr lange nicht. Irgendwann wurde ich nervös, dachte ich wäre auf einem schlechten Trip. Aber irgendwann merkte ich auch, dass ich vor der roten Lampe eines Nachtclubs gehalten hatte.
- Mit dem gleichen Käfer, der ein Schiebedach hatte, sind wir an einem sehr langweiligen Freitag Abend in den Wald gefahren und dort auf eine große Wiese. Drei von uns setzten sich auf das Autodach und hielten sich irgendwie fest, der Vierte fuhr und hatte die Aufgabe uns alle vom Autodach fallen zu lassen. Wahnsinnig lustig. Keine Ahnung, warum wir das alle ohne Verletzungen überlebt haben.
- Nach einer Party auf der es nur Wodka und Tri-top zu trinken gabund die erstaunlich schnell zu Ende war, konnten wir unser Auto nicht mehr im Parkhaus finden. Also haben wir uns einfach in die nächste Parkbucht zum schlafen gelegt – bis die Polizei kam. Die wollte uns dort vertreiben, aber mein Freund Peter sah in dem Moment auch wieder, zu seiner großen Freunde unseren Wagen und machte Anstalten damit loszufahren, weniger zur Freude der Polizei. Die uns dann den Schlüssel wegnehmen wollte, worauf Peter, der unter Alkohol zu größter Zuneigung allen Menschen gegenüber fähig war meinte: „Na gut, aber fahren Sie nicht so viel rum, da ist nur noch wenig Sprit drin.“
Es gibt noch jede Menge anderer Geschichten, aber die enden ja doch meist damit, wie man kotzend über der Kloschüssel hängt (oder über dem Aschenbecher im Zugabteil, wie es die heutige Jugend macht) oder sich bedusselt fremden Mädels in die Arme schmeißt und etwas von ewiger Liebe fasselt – Jürgen von der Lippe hat das mal telefonisch sehr schön dargestellt. Jdenfalls zeigt das auch wie schnell wir unterwegs waren. In Timmensloh angekommen hatte ich Lust auf einen Gin Tonic.
Von dort etwa an, fuhr jeder in seine Richtung nach Hause. Ich wollte noch ein paar Kilometer oben drauf legen und machte mich weiter am Wümme Damm auf, dort waren wir dann nur noch zu zweit. An der kleinen Wümme dann zurück bei einer Fotopause …
… traf ich dann Caroline, die andersrum vom HaW die kleine Wümme lang fuhr. Lustig. So jetzt war aber genug und es ging ab nach Hause, wo ich vor dem Tankwagen mit dem wunderschönen japanischen Namen endlich einmal ein weiteres Foto machte.
Danke an alle Mitfahrer. 400 km geschafft, noch 60 müssen es sein.
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Festive 500 Day #2
Zuerst alles prima, blauer Himmel, Rückenwind… ich hätte den Schwung ausnutzen sollen, bis nach Hannover fahren und von da aus zurück mit dem Zug. Aber nein, ich musste ja zwischen ja nach 40 km über das Weserwehr von Intschede nach Daverden und dann weiter gegen den Wind an der Weser lang bis nach Achim. Während ich die ersten 40 km nur so dahinflog, krach ich jetzt mit 17,18 Sachen Richtung Norden und pfiff härter als der Wind gegen mich, aus dem letzten Loch. In Achim kam ich auf die Idee die Runde über Bassen und Ottersberg zu verlängern und an der Windkante langzusegeln. Eine ganz schlechte Idee, denn kaum war ich raus aus Achim fing es an zu regnen und die Wassertropfen bohrten sich wie keine Dartspfeile in mein Gesicht. Also wieder zurück nach Achim und dann langsam die langweilige Landstrasse zurück nach Hause. Trotzdem sind es noch 80 km geworden, aber es muss einfachere Methoden geben, um die 500 km dieses Jahr voll zu bekommen.
Keine Fotos heute.
War aber etwa so:
154 km gefahren, noch 346 km zu fahren. Ein Ende ist in Sicht.
Festive 500 Day #1
75 km done, 425 km to go.
Gestern war Saisonende, denn die Saison beginnt traditionsgemäß am 24.12. mit der Festive 500.
Saisonleistung 2014, siehe unten. Ein gutes Jahr, im Rückblick waren die Monate Januar, Februar und März in Bremen einfach zu lau. Aber wer fährt da schon gerne in Bremen.
Letzte Bilder aus Mallorca.
Am Mittwoch war noch einmal ein ganz besonders exquisiter Tag auf Mallorca: Nach dem Sturm des Dienstages war nun der Himmel tiefblau, das Meer tiefblau und die wenigen Wölkchen ebenso tiefweiß. Am Ende meiner Tour stand in halbnackt in der Sonne und wechselte von Rad- und Flugklamotten – mir war nicht im geringsten kalt. Und ich war ein wenig betrübt, dass alles gerade in diesem Moment aufhören musste.

Anfang der Tour: Hoch von Es Capdella nach Galilea auf der Suche nach dem KOM, dann weiter nach Sporles und rauf auf die Corniche.
Contra Vento
Ganz ganz aufmerksamen Lesern hier ist vielleicht in Erinnerung geblieben, dass wir unseren „Club“ in Tokyo mal genauso nennen wollten: „Contra Vento“; dass ist germanisiertes italienisch für „Gegen den Wind“. Die Idee kam von einem Schweizer Transalpfreund von Juliane, der bei „Con Vento“ (mit dem Wind vor), aber nicht lange genug im Windschatten von ihr bleiben konnte. Daraufhin entschieden wir uns, aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen „Positivo Espresso“ zu nennen – der Rest ist Geschichte; allerdings solche die nicht gelesen wird.
Heute Sturm auf Mallorca. Gemeinerweise tarnt sich der mit Sonnenschein und relativ blauem Himmel. Ich hätte mich vermutlich nicht auf das Rad gesetzt, wenn ich in den letzten sechs Tagen nicht eine Routine entwickelt hätte: „Aufstehen- waschen- anziehen – frühstücken – losfahren.“ Ganz simpel und so konnte ich auch heute nicht anderes als der Routine zu folgen.
Ich wollte nicht zu viel und nicht zu lange fahren und vor allem nicht zu weit weg für den Fall, dass es anfängt zu regnen. Trotzdem war es keine gute Idee von Alcudia aus am Meer entlang nach Port de Pollenca zu fahren. Volle Kanne in die Eisen treten, Puls auf 160 bringen und dann mit 15 km/h gegen den Wind -super Leistung! Also so lange der Wind von vorne kam. Kam der von der Seite bließ er mich von rechts nach links auf der Strasse und von weitem sah es sicher so aus, als wenn ich zu viel getrunken hätte.
Eine noch schlechtere Idee war es dann von Port de Pollenca den ersten Pass Richtung Formentor zu fahren. Dass ich nicht schnell fahren würde war klar, aber je weiter ich hochfuhr, umso windiger wurde es und umso schwieriger das Rad auf Kurs zu halten. Dann kam eine enge Kurve mit einer kräftigen Steigung und ich ging aus dem Sattel, um die zu treten. Und als ich fast um die Kurve war kam mir der Wind mit solch einer Wucht entgegen, als wenn ich gegen eine Wand fahren würde. Ich blieb einfach stehen und klickte aus. Dann drehte ich mich rechtwinklig zur Strasse um Halt zu finden und mit vergrößerter Angriffsfläche warf mich der Wind einfach um. Bumm. Zum Glück nicht in den Schnee -der war wohl über Nacht gefallen. Im Gegensatz zu mir, gerade eben.
Mit schieben und gelegentlichem fahren ging es dann hoch und weiter bis zum Aussichtspunkt. Von dort wollte ich weiter fahren nach Formentor, aber bereits nach ein paar Metern die Straße runter stellte ich fest, dass das heute einfach nicht drin ist. Keine Chance mit dem Rad geradeaus zu fahren, voller Wind von der Seite.
Also zurück und dann ab ins Landesinnere, wo der Wind dann auch ein bißchen weniger stark war. Insgesamt 67 km, nicht gerade viel aber für den Wind hier OK. Strava Track.
Zuhause angekommen stellte ich dann fest, dass das Apartmenthaus meines Studio eigentlich einen ganz sympathischen Schriftzug trägt.
Und dann stellte ich fest, dass das Image von Amerika und Russland, von Spanien aus gesehen, gar nicht so verschieden ist:
Oliven hätte ich jetzt nicht unbedingt mit Russland in Verbindung gebracht, Erbsen Möhren aber definitv. Was bei den Amis im Salat ist weiß man nicht, wie immer lassen die sich nicht in die Karten schauen. egal was man wählt, man bekommt dasselbe, nur die Beilagen sind anders. Eine schöne Analogie auf die Weltherrschaft.
Mal sehen, was morgen noch geht.






















































































































