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Lilac Angel.

Vor ein paar Wochen fragte mich eine ältere, sehr sympathische Kundin (Frau G), ob ich nicht einmal in ihrer Garage nachschauen könnte, sie hätte da noch ein altes Rennrad von ihrem verstorbenen Mann.

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Bei diesen Gelegenheiten kann man ganz schön ins träumen kommen. Ich träumte von einem Olmo oder Basso mit kompletter Campagnolo Super Record Ausstattung. Träumen darf man ja. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen sehr bescheiden ausgestattetes Schauff Damenrad handelte – leider keine Basis um irgendetwas zu machen. Aber etwas weiter im Regal lag noch ein alter Mountainbike Rahmen, den ihr Mann vor ein paar Jahren komplett lila pulverbeschichten ließ. Das sah doch ganz nett aus.

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Ich bekam den Rahmen geschenkt, stellte ihn erst einmal in die Ecke und dachte nicht weiter daran. Dann, ein paar Tage später kam Frau G wieder in den Laden und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte ein Rad für ihre Enkelin aufzubauen? Diese wohnte zwar in den USA, käme aber öfters zu Besuch und dann wäre es doch schön, wenn sie ein Rad hätte. Ich sagte ja, denn ich mag diese Aufgaben, bei denen das Budget relativ bescheiden ist und man daraus vor allem etwas hübsches, aber nicht etwas leichtes, geiles oder schnelles bauen muss. Von allen Rädern die ich aufgebaut habe, haben die für Mädels fast immer am meisten Spaß gemacht: Das Neri für Tanja, Mr. Orange für Sylvia, das Olmo für Larissa, das Chesini für Mareike, das Bianchi für Midori, das Raleigh für Kerstin, das Mercian für Manu, das Kotter für Heike, das Faggin für Cora oder das Colnago für Ms. Fujita.

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Das waren nie teure Aufbauten mit viel Firlefanz, sondern stimmige Räder, bei denen die Abstimmung von Form und Farbe viel Zeit in Anspruch nahm.

Das Lilac Angel ist benannt nach einer heute wohl größtenteils vergessenen Hardrockband aus Düsseldorf, den Lilac Angels, die ich einmal live ca. 1976 in der Kaiser Friederich Halle in Mönchengladbach gesehen habe. Da gab es jedes Jahr ein Festival, keine Ahnung mehr wer da sonst noch gespielt hat, mir sind außer den Lilac Angels nur noch die Ramblers aus Hagen in Erinnerung geblieben. Aber vermutlich war Wallenstein, die lokalen Größen dort der Haupt-Act. Die waren auch die Stars des ersten Rockkonzerts, das ich überhaupt jemals besuchte. Oh Gott. Wir sassen auf dem Boden und lauschten den sphärischen Klängen……

Das hat überhaupt nichts mit dem Rad zu tun, bis auf die Farbe Lila, aber ein Rad nach dem Film zu benennen erschien mir noch bescheuerter.

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Der Lilac Angel ist ein sehr simpler Aufbau in den Farben lila, weiß, schwarz und silber. Überall wo schwarz ist, schliesst weiß ab: die Pedale an der Kurbel, der Sattel an der Sattelstütze und die weißen Griffe und der Vorbau an dem schwarzen Lenker. Es gab auch einen lila Lenker dazu, aber der hatte eine 22,2 mm Klemmung die sich nicht ohne Probleme an den Vorbau fixieren liess.

Das Rad fährt sich sehr relaxt, eben wie ein Cruiser von Electra; diese Fahrräder haben die technische Inspiration geliefert und die Verbindung nach Amerika.

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Allerdings haben mir diese Räder etwas zu viel Firlefanz-Anbauteile und diese sind dann meistens auch von sehr bescheidener Qualität. Ich wollte aber etwas sinnvolles und haltbares bauen.

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Eine Teil der verbauten Komponenten hatte ich noch im Keller, wie die Tektro CL-750 Bremsgriffe, die Avid V Bremse vorne und einige Kleinteile wie Kett und Kassette vorne oder die Schwalbe Kojak Reifen. Den Rest besorgte ich mir über den Laden, oder aus dem Internet.

Nach etwas überlegen entschied ich mich doch dafür eine Acht-Gang Schaltung zu verbauen. Klassisch kommt da wohl ein Drehgriff dran; ich mag die Dinger aber nicht und schränkt auch die Wahl der Griffe stark ein. Deshalb entschied ich mich für einen einfachen Shimano Shifter SL-M310 und einem Microshift Mezzo Schaltwerk. Ich bin ja ein Fan von Microshift und würde deren Produkte gerne öfter verbauen, wenn es nicht so schwer wäre daran zu kommen.

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Und dieses Rad hatte hinten eine Aufhängung für Cantilever Bremsen! So etwas hatte ich noch nie verbaut, also gleich einmal ausprobiert. Natürlich hätte ich das auch vorne machen können, aber dort sieht das bei weitem nicht so gut aus wie hinten, weil das die Silhouette im Anblick von vorne massiv stört.

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Ein kurzes, aber sehr befriedigendes Projekt, was hoffentlich auch dementsprechend Spaß und Freude verbreiten wird.

sq

Ein Kommentar

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Gierige Räder: Horse Cycle x KM City Cruiser

Kann es kaum erwarten bis mein Raleigh Rahmen im  Wiegetritt zurückkommt. Bis dann:

via Kaufmann Mercantile.

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Handcrafted single speed bike made in Brooklyn. Brooks leather saddle and grips. Personalize your trusty steed by engraving the copper badge. Also available in​ Cream powder coating. Each bike is made to order and can only be shipped within the U.S. Please allow 3 to 4 weeks for delivery.

Armed with a background in sculpture, Thomas Callahan became interested in the engineering of bikes – their functional design and forward utility – after living in and riding around Portland, Oregon. (A good a place to develop a bike obsession.) He decided to make his own, then started building bikes for people who also wanted a sturdy, utilitarian ride with minimal, elegant design. Seven years on, Thomas is the man behind Horse Cycles, producing custom bikes out of his Brooklyn workshop.

For this KM exclusive, Thomas used 4130 steel True Temper tubing (also found in Tour de France and Giro d’Italia racers) to build the strong yet lightweight frame. The single speed coaster brake system – along with TIG welded inconspicuous joints – creates a streamlined look and keeps you zipping along. Lugged fork crown and hand-carved seat cluster.

The cruiser comes with Brooks leather handle grips and matching leather seat. The copper badge (also used by galleries and museums as name plates to identify artwork) can be customized with an engraving up to five letters.

The City Cruiser normally takes up to six months to build in the workshop, but Thomas is expediting all KM custom orders to be ready in 3-4 weeks.

For a behind-the-scenes look at the Horse Cycles workshop, read our Field Note.

Inspired by the classic and lightweight design of turn-of-the-20th-century bikes from England and France, Thomas Callahan uses contemporary, performance-based materials to build his city tour bikes. Horse Cycles, his Brooklyn-based company, uses American-made materials whenever possible.

 

 

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