Puig Major Immaculado.

Letztens hatte ich einen interessanten Dialog mit meiner Frau: Ich erzählte ihr, dass ich beim Arzt zum Check-up war und dass mit Herz und Kreislauf alles bestens ist. „Tja“, meinte sie, „da wirst du wohl am Gehirn sterben.“

Ich tu‘ ja alles mögliche, um auch anderen Todesursachen eine Chance zu geben, unter anderem in dem ich ab und an rauche, unglaubliche Mengen Kaffee trinke, dem Süßen nicht abgeneigt bin und wie ein bescheuerter Serpentinen mit dem Rennrad runterfahre. So auch heute.

Nachdem es gestern wegen dem Wetter nicht geklappt hatte, machte ich mich heute auf den weg nach Caimari um die Königsetappe dieses Urlaubs zu fahren: Hoch nach Lluc, weiter und höher zum Puig Major und dann von Soller hoch auf den Col de Soller, runter nach Bunyola und gleich weiter nach Orient. Ich hatte ganz schönes Muffensaussen; dazu wurde im Radio berichtet, dass der erste Schnee des Jahres auf dem Puig Major gefallen war und daher hatte ich schon die dickste Kleidung an, die ich mitgenommen hatte. Mir wäre es an dem Morgen auch nicht unrecht gewesen mir ein Bein zu brechen, oder mit dem Auto den Abhang runterzufahren – egal was, Hauptsache es verhindert, dass ich diese blöde Idee einer Etappe in die  Tat umsetze.

Und natürlich kommt es ganz anders. In Caimari angekommen stellte ich fest, dass der Himmel tiefblau war, die Sonne schien und die Temperaturen 18 Grad erreichten. Und das heute da ja spanischer, ungefleckter Feiertag war und somit eine Menge Autos und Radler unterwegs.

Ich ging es, angesichts des Tagesprogramms etwas langsamer an und es lief auch nicht schlecht – aber ich war für die Temperaturen hier unten viel zu warm angezogen und fühlte mich wie ein Eskimo in Algerien. Trotzdem lief es gut und ich fuhr gleich an der Tankstelle bei Sa Batalla vorbei und weiter Richtung Puig Major. Hier oben war es nicht so voll, wie ich gedacht hatte und wenn überhaupt waren nur ein paar Touren- und MTB Fahrer unterwegs. An der Kreuzung nach Sa Calobra kam mir kurz der Gedanke, die Abfahrt und den anschließenden Anstieg mitzunehmen, also so ganz andere Gefühle als heute morgen beim losfahren. Aber am Ende siegt die Vernunft und ich schraubte mich weiter nach oben. Relativ schnell kommt dann der erste See und etwas weiter dann der zweite.

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Danach zog sich das Wetter über den Bergen auch langsam zu. Für morgen ist Sturmwarnung ausgegeben, könnte gut sein, dass das die letzte längere Fahrt auf der Insel war.

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Ich hatte gedacht, dass ich auf übe 1.000 Meter steigen würde, aber der Pass, genauer gesagt, der Tunnel au dem Pass ist so etwa bei 850 Meter. Hier war es jetzt richtig kalt und die Abfahrt nach Soller was dann etwas unangenehm – aber auch Eis- und Schneefrei. Ich war jetzt in einer Forrest Gump ähnlichen Stimmung, also warum nicht noch ein wenig weiterfahren? Soller hat zwar so einen leichten Jugendstil Charme, aber auch eine Menge hässlicher, voller Straßen, also besser schnell durch und dann hoch auf den Col de Soller. Wenn man est einmal die Hauptstrasse zum Tunnel nach Palma verlassen hat und die alte Strasse den Col hochfährt, ist das eine phantastische Strecke. Die Serpentinen schrauben sich endlos lang den Berghang hoch und es erinnert ein weinig an den Stelvio, aber ohne den Ausblick. Ich hatte ganz vergessen, wie toll dieser Pass ist. Als ich endlich oben war, hatte ich an einem Stück 50 km und über 1.500 Höhenmeter zurückgelegt. OK, jetzt können die Dolomiten nächstes Jahr kommen, dachte ich mir.

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Raus aus den Bergen war das Wetter wieder OK,

 

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Serpentinen ohne Ende

 

Das hatte ja jetzt einmal ein eigenes Segment auf Strava verdient und zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass diese Idee noch keiner vor mir hatte.  Obwohl, das Segment von Caimari nach Soller ist schon recht populär da kann man sich dann mit Marco Pinotti und Ben King messen.

Nachdem nun das härteste geschafft war, war der Rest eher antiklimatisch. Der Anstieg von Bunyola nach Orient ist zwar schön, aber gibt nicht mehr den letzten Kick.

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Regenbogen in der Ebene der grünen Insel.

Vor und in Orient standen jede Menge Autos rum. Ich dachte, es gäbe vielleicht ein Volksfest, oder eine Prozession bei der die Devotionalien durch den Ort getragen werden – aber nichts. Jede Menge Menschen auf dem Weg nach Orient, aber im Ort selber – Leere. Nur ein paar alte Männer vor einer Bar.

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Flotte, weiße Autos aus dem Orient.

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Hinter Orient. Das schlechte Wetter auch hinter mir gelassen.

Zurück nach Caimari dann über Alaro, Lloseta, Biniamar und Mancor de la Vall.

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Fertig. Hier der Strava Track. Das war bisher der anstrengenste Tag, danach war nicht mehr viel übrig von mir.

Mal sehen, was morgen dann noch so geht.

 

 

 

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Eingeordnet unter 2014, Mob, Touren

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