Monatsarchiv: April 2015

Ikonisch. Mallorca. Mist. Teil II.

Also, wir waren in Sa Calobra, tranken Kaffee, aßen Kuchen und vertrödelten die Zeit, immer im Hinterkopf den Gedanken habend, dass wir entweder da wieder hochfahren müssen, oder aber ganz peinlich die Fähre nach Soller nehmen, um diesem Ort zu entkommen.

 

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Kuchen zum vergessen

 

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Bloß nicht auffallen.

Interessanterweise kam just in diesem Moment eine Fähre an, die voll mit Radfahrern beladen war und die alle noch die ca 680 Meter Höhendifferenz und 10 km lange Steigung zum  Col de Reis hochfahren wollten. Völlig unverständlich.  Nach und nach machten wir uns auf den Weg, zunächst David und Mike, dann ich alleine, denn ich wollte mein eigenes Tempo fahren und dann Juliane und Byron gefolgt von Tom und Rob. OK, ich will nicht lügen, ich wollte möglichst schnell hoch und ich hatte mich bei Strava umgeschaut, ein 12 km/hr Schnitt und eine Zeit unter 49 Minuten würde mich in die vordere Hälfte der Ergebnisse katapultieren. Und so machte ich mich auf den Weg. Es war auch wesentlich einfacher als das letzte Mal, 2013, als ich hier hochgefahren war. Ich überholte den einen oder anderen Fahrer und wurde selber nur selten überholt. Ca. 200 Meter unterhalb des Gipfels traf ich auf Mike, vor dem ich wirklich Respekt hatte, dass er diesen Anstieg auf sich nahm. Kurz vor dem Gipfel ging mir fast die Luft aus und ich wurde langsamer, aber wenn das Ziel so nah ist und David so ca. 50 Meter vor mir, dann ist das noch einmal ein Grund alles zu geben. Und ich war oben.

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Mike und Rob zum zweiten Mal auf dem Col de Reis

 

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Himmel genau über dem Col de Reis

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John O

Nachher auf Strava zeigte sich dann zuhause, dass ich 48:51 Minuten gebraucht hatte, zum Vergleich, die besten brauchen 20 Minuten weniger. Ich war irgendwie zufrieden, und wenn ich zufrieden bin, dann mache ich aus Dankbarkeit ein Photo meiner Beine:

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Zwei unrasierte Rettiche plus aerodynamische SIDI Schnallenführung

Meine Beine sehen nicht gut aus, also nicht so Radfahrermässig. Lange Zeit glaubte ich, dass würde daran liegen, dass meine Beine nicht rasiert sind. Juliane im Vergleich uns sehr schöne, lange, braune und vor allem haarfreie Beine die mein Vorbild sind, und ich dachte, wenn ich nur meine Beine rasieren würde, dann würde ich so aussehen wie Juliane, also beinmässig, mit dem Rest bin ich an sich ganz zufrieden.

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Juliane mit Beinen

Irgendwann einmal, als ich nichts zu tun hatte, schnappte ich mir einen Rasierer und fing an mir die Beine zu rasieren. Als ich fertig war, schaute ich mir das Ergebnis im Spiegel an. Ging gar nicht. Ich sah überhaupt nicht aus wie Juliane, sondern wie ein dickes, japanisches Schulmädchen. Die haben schon mal Beine wie ein „Daikon“, das ist eine japanische Art des Rettichs:

Meine Beine, rasiert (in etwa).

 

Danach habe ich dann aufgehört mir die Beine zu rasieren.

Wie man sich denken kann, war die Pause oben am Pass relativ lang, da ich mir sehr lange Gedanken über Rettiche machen konnte. Das runterfahren war dann sehr schnell und prickelnd; und wir machten uns auf den Weg heim über Lluc, Selvia und campanet, also genauso wie wir gekommen waren. War ziemlich schnell.

Juliane hatte an dem Abend Geburtstag, also genauer gesagt schon den ganzen Tag und so gab es ein prima Essen in Alcudia mit dem der Tag zuende ging.

Gefühlt war das auch das Ende des Mallorca Trips, denn da war schon klar, dass alle anderen Touren nur noch halb so lang, so hoch und so schnell würden.

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Ikonisch. Mallorca. Mist.

Malle Tag 4.

Der letzte Tag mit der US Truppe, also muss etwas ikonisches her, im Sinne von „unvergeßlich“. Schmerzen eignen sich dazu ganz hervorragend, besonders dann wenn sie noch am nächsten Tag anhalten, elf Stunden lang in der Economy Class im Flieger nach San Fransisco. Erst dann ist ein Radabenteuer „ikonisch“.

Als typischer Deutscher war ein typisch pünktlich um 10 Uhr zum vereinbarten Zeitpunkt am Resort, um eine der beiden Varianten zu erleben, die bisher jeden Morgen passierten: Variante Eins: Ich bin zum verabredeten Zeitpunkt am Treffpunkt und niemand ist da. Variante zwei: Ich schummele mich in den Frühstücksraum und alle sind noch beim essen. Auf diesem Mallorca Trip habe ich gefühlt mehr Zeit gewartet, als ich Rad gefahren bin und das nur, weil ich in einem anderen Hotel als alle anderen übernachte. Denn sonst könnte ich auch beim Frühstück abhängen.

Egal, wir machen und auf den Weg von Pollentia nach Campanet, Selva und Camari, wo der Anstieg in die Transmontana beginnt. Die Sonne scheint, wir sind schnell unterwegs aber ich halte mich zurück, denn das wird ein langer Tag.  In Selva lotse ich erst einmal David um den „Kanaldeckel des Todes“; dort fuhr er vor drei Jahren mit seinem Vorderrad rein und das löste eine unschöne häusliche Debatte über seine Dämlichkeit aus.

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Von rechts nach links: Julianes Hand, Rob, David und der Kanaldeckel des Todes

Es beginnt der Anstieg nach Lluc, oder genauer gesagt zu der Repsol Tankstelle dort in der Nähe. Warum ist das eigentlich ’ne Tanke? Ich habe da noch nie jemanden tanken sehen, ist auch ganz unmöglich da mit dem Auto reinzufahren, da kontiniuerlich von Radfahrern blockiert.  Man könnte da Millionen mit Energieriegeln, Fahrradschläuchen und leichteren Carbonrahmen verdienen, stattdessen wird dort kein Sprit verkauft.

Ich nehme den Anstieg leicht und fahre ihn im wesentlichen mit 130er Puls hoch. Wie das so ist, ein paar Radler überhole ich, werde aber auch selber ein paar Mal überholt. Am Ende kommt eine Triathlet mit seinem Ceepo Rad und ich klemme mich an sein Hinterrad. das bringt die letzten Meter bis zur Tankstelle.

Nach einer kurzen Rast, bei der Mike zu uns stösst, geht es weiter in Richtung Puig Major und dann rechts hoch die Strasse zum Col de Reis, mit 680 Meter dem höchsten Punkt heute. Wieder eine kurze Rast.

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Und dann geht es schon rasend schnell runter nach Sa Calobra.

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IMGP1016wird fortgesetzt.

 

 

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Blockpost.

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Gestern eine Tour mit Verzögerung. Wir wollten um 10 Uhr los, aber bis wir dann endlich alle auf dem Rad sassen und fuhren war es 12:30 Uhr. Und dann wollten wir eigentlich im Uhrzeigersinn die Corniche fahren, aber gleich die erste Abzweigung die wir nahmen war falsch und wir mussten einen bisher nicht gekannten höllischen Anstieg hoch. Das war schon die Wada/Kazahari Rindo Klasse, die wir aus Japan kennen, und daher gab es dann oben auch das typische Positivo Photo.

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Und das war übrigens noch nicht mal der Pass, das glaubten wir nur irrtümlich. Es war vielleicht keine so gute Idee, diesen Pass zuerst zu fahren, denn danach war erst einmal die Luft raus. Auch aus meinem Hinterrad und so brauchten wir die ganze Corniche zwischen Banyalbufar und Andratx plus zwei Kaffee und ein Omelette auf dem Marktplatz dort um uns wieder zu erholen. Das heisst die, die noch übrig waren.

Anschliessend dann zwei bekannte und bekannt schöne Anstiege von Andratx nach Es Capdella und von dort hoch nach Gallilea. danach waren wir dann wieder so fit, dass es noch eine irre Abfahrt bis nach Establishmentes gab.

Insgesamt 8:30 Uhr unterwegs mit Treffen und Anfahrt und gerade mal 80 km Rad gefahren. Das ganze ist Teil eines perfiden Plans, das Image gründlicher deutscher Planung, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit in den Augen der Amis zu zerstören.

Ein Tag später

Es tröpfelt schon als ich mich auf den Weg zum Resort mache um die Truppe zu treffen und dann dauert es wieder ein einhalb Stunden bis wir zu dritt (Juliane, david und ich) auf dem Rad sitzen und richtig Alcudia fahren. Wir wollen raus zu dem Militärstützpunkt auf der nicht-Formentor Seite der Bucht von Alcudia. Dort ist gerade die halbe spanische Armee mit Luftunterstützung aufgefahren und probt die Invasion Mallorcas. Das ist das Druckmittel, dass die spanische Regierung in den Händen hält, um die Rückzahlung deutscher Euro Schulden zu verhindern. Tja, mit Reparationszahlungen ist hier ja wohl nichts, aber Deutschland ohne Mallorca – das wird hart für viele Menschen.

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Oder vielleicht müssen die Spaner auch gar nichts zahlen, wenn sie sich verpflichten die Strasse nach Kap Formentor immer in einem guten Zustand zu erhalten.

Wir sitzen im Cafe und schauen, was die Gegend fern und nah so bietet.

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Aber irgendwie ist heute die Luft raus. Das Wetter ist schwül, Lust zu fahren ist wenig da nach dem Tag gestern.

Dann machen wir eine schreckliche Entdeckung an der Küste:

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Riesige Tofubrocken sollen die Küstenlinie gegen Errosion sichern.

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Auf diese Art und Weise wird natürlich niemals die natürliche Schönheit japanischer Küstenlinien erreicht werden.

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… wie sie hier exemplarisch zu erkennen ist.

Ich hätte niemals gedacht, dass sich Spanien technisch auf so einem niedrigen Niveau bewegt. Den Rest des Tages ärgere ich mich mit meinem Rad rum und bin auf der Suche nach einem Laden der es repariert. Endlich, um 17:00 Uhr ist es geschafft und vor lauter Frust und Dankbarkeit fahre ich noch den ersten Hügel nach Formentor hoch – und dann reicht es auch für heute schon.

Komischer Tag.

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A Tuesday on Mallorca.

IMGP0993Ruhetag angeblich. Mit den US Boys.

https://www.strava.com/activities/285241242

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A Sunday in Hell. A Sunday in Heaven.

Heute war das Paris – Roubaix Rennen angesagt; ein Rennen, dass seit 1896 auf den gleichen Strassen ausgerichtet wird. Damals waren das normale Strassen, heute sind das einfach nur noch gruselige Relikte aus der Vor-Internet Zeit. Das Rennen beginnt nicht, wie der Name sagt in Paris, sondern in Compiegne, etwa 80 km östlich von Paris. In Compiegne wurde der Waffenstillstand des 1. Weltkriegs geschlossen und später auch die (vorläufige) Niederlage Frankreichs im 2.Weltkrieg 1940 vom Führer höchstpersönlich besiegelt. Von dort aus führt das Rennen durch die in dem Film „Willkommen bei den Sch’tis“ bestens beschriebene Landschaft nach Roubaix, der Partnerstadt meiner Heimatstadt Mönchengladbach.

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Roubaix. Sahneseite.

Bei aller Romantik und prinzipiell netten Menschen sollte man sich da nichts vormachen; beides sind trostlose Löcher, das eine hat ein Rennen, das andere einen Fußballverein.

Das Rennen endet in einem Velodrome, dann bekommt der Sieger einen Pflasterstein und darf duschen gehen. Das passierte heute John Degenkolb.

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„Cool, ein… Stein. Äh, Danke auch.“ Wenn ich noch ein paar mal hier gewinne baue ich eine Strasse oder ein Haus damit.

 

Insgesamt ist das ganze eine für alle Beteiligten sehr anstrengende und unerfreuliche Angelegenheit, bei der man hinfallen, verlieren und unter Umständen auch von einem Zug überfahren werden kann. Von der Teilnahme wird daher dringend abgeraten. Wer immer noch nicht überzeugt ist, möge sich „A Sunday in Hell„, den Film über das Rennen von 1977 ansehen.

Bremen im April 2015 – der Himmel lacht die Sonne an und beide auf die Menschen runter, die nun aus der Stadt in Parke und auf Deiche drängen. Es könnte nicht schöner sein, na gut, der Westwind draußen und Holger drinnen nerven doch ganz gewaltig als ich alleine Richtung Erdbeerbrücke fahre. Warum heisst die Erdbeerbrücke, eigentlich Erdbeerbrücke? Ist es nur, weil niemand sich gerne an Karl Carstens erinnert, oder gibt es eine geheime Reminizenz zu Klaus Kinski? Vor mir fährt ein Mädel, das die besseren Entscheidungen bei der Wahl der Strassenseiten trifft und daher 200 Meter schneller auf dem Deich ist als ich. Auf dem Deich hole ich sie endlich ein und will sie gerade überholen, als ich feststelle, dass sie eine Transalp Trinkflasche stecken hat. Ich verstehe das als dezenten Hinweis auf Leistungsstärke und lutsche erst einmal; aber dann überhole ich sie dort. Ich glaube ich kenne sie aus der Zeit,als ich noch mit dem swb Team vom Universum Gym aus gefahren bin.

Es ist ein wenig mühsam gegen den Wind Richtung Riede, aber dann kommt das schönste Stück überhaupt, nach Dibbersen raus. Ich weiß jetzt bereits, wenn ich einmal von Bremen fortgehe, dann wird mich die Erinnerung an dieses Stück Landschaft begleiten.

Von Thedinghausen aus geht es mit Rückenwind weiter nach Werder und über die Weser den Uesener Berg hoch. Ich fahre auf halbe Strecke hoch  links rein, ich Stück an der Weser aufwärts entlang und die Rampe am Hünenberg hoch. Oben angekommen bin ich fertig und denke: „Wenn ich 15 kg weniger wiegen würde, und ich für jedes Jahraltersunterschied 5 Sekunden früher starten dürfte, würde ich Philipp Lühmann hier locker schlagen.“ Aber jetzt habe ich erst einmal Hunger, denn, wie heisst es so schön „Pain is food, leaving the body“ wenn es um Radfahren geht. Zum Glück gibt es direkt auf dem Gipfel links vom Uesner Berg eines meiner Lieblingslokale, das „Berlin Döner„! Das Berlin Döner kennt an, dass Döner nicht aus der Türkei, sondern aus Berlin kommt, also eigentlich sehr ähnlich zu „Bremen Rollo“. Alleine die facebook Seite von Berlin Döner (Werbespruch: „das beste“) ist schon großartig.

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Neue Kurbel nun gepaart mit neuer Goldkette.

 

Man kann diese facebook Seite aber nur mögen, wenn man, wie zum Beispiel mein Vater, verliebt in Sossen ist. Die facebook Seite ist voll mit tollen Sossenphotos, die man einfach gesehen haben muss. Ich habe mal wahllos eins rausgegriffen:

Sieht man ja nicht so oft in Radblogs – warum eigentlich nicht?

 

 

Und was gibt es von Dienstag bis Sonntag beim Berlin Döner, hä?

 

Ich würde diesen Laden gerne unterstützen. Vielleicht könnte man ja Trikots machen, die wie diese Dönerspießplakate neben meinem Rad designt sind. Gut, fände ich so riesige, aufblasbare Trikots. Die Tomate ganz oben ist dann eigentlich ein Helm und aus dem Helm guckt eine Spießantenne raus an der ein Wimpel flattert: „Berlin Döner – das beste!“.

Es erschließt sich von selbst, dass nach diesem Highlight der Rest der Strecke über Achim, Oyten, Sagehorn nach Fischerhude eher langweilig war. Und dann gegen den Wind von Fischerhude zurück nach Bremen war auch nicht so toll, wenn ich nicht zwei tolle Milchbrötchen in der Bäckerei in Fischerhude gekauft hätte.

Das tolle aber war, dass ich nach ca. 2 1/2 Stunden Fahrt und 70 km genau pünktlich um 15:30hr am HaW ankam, wo die „Björn Riedel Gedächtnis Runde“ darauf wartete gestartet zu werden. Super, dann konnte ich mit der gleich weiterfahren (d.h. einen Moment dachte ich daran nur Hallo zu sagen und mir ein Stück Käsetorte mi Kaffee zur Brust zu nehmen. Aber dann sah ich all die netten Menschen und dachte an Philipp und den Hünenberg und setze leicht widerwillig den Helm auf.

Das war eine sehr entspannte Truppe; Tobi hatte die Strecke auf seinem Garmin und ich fragte ihn wo es hingehen würde: „Richtung Fischerhude, dann nach Oyten und Achim, Uesener Berg und rüber nach Thedinghausen….“ Ich hörte schon nicht mehr zu, denn das war genau die Strecke umgekehrt, die ich gerade gekommen war. Na egal, Tobi führte uns, nicht zu schnell durch die kleinen Wege nach Embs und es war wie ein Musikstück, dass nun auf andere Art und Weise interpretiert wurde. Also, sagen wir mal, das ist meine Interpretation der Strecke, und die hier von Tobi. Na gut, ich wollte einfach nur etwas über t.a.t.u.hier reinbringen, ich gebe es zu.

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Und schwubs, kamen wir schon wieder am Berlin Döner vorbei. Und auf meinen Vorschlag hin, fuhren wir dann auch gleich nach mal den Hünenberg hoch, und zwar ohne Vorwarnung (also Benjamin und ich wussten eh Bescheid, der Rest hatte keine Ahnung was Ihnen blühte). Das hatte Konsequenzen:

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Ich glaube das nennt man wohl eine Radwanderung.

Machte aber auch Spaß und wir erst einmal Pause. Denn nun ging es gegen den Wind wieder Richtung Bremen auf der anderen Weserseite. Das waren auch wieder verschiedene Interpretationen im Prinzip der gleichen Strecke die ich gefahren war, und schöne nette Wege (auch wenn nicht ganz so schön wie nach Dibersen, aber bitte).

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Zeit für die nächste Pause an der „Berlin Riviera“, einem Berliner Eiskaffee in Weyhe.

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Und dann noch die letzten Kilometer zurück nach Bremen, passte jetzt alles.

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Alleen Richtung Osten, im Prinzip bis nach Ostpreußen.

 

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Tanja und Tobi splitteten sich in Leeste ab, Benjamin und Johanna an der Wehrstrasse und die Viertelschwalben am Paulaner. Mit 140 km war das auch est einmal die bislang längste Strecke für 1015, die Hälfte solo, die andere Hälfte in der Gruppe war auch genau die richtige Mischung. Danke an alle die dabei waren: A Sunday in Heaven.

 

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Das luschtigste vom April

Silca-Book

via Bike Rumor

Following the launch of several successful coffee table books like The Great Road Climbs of the Southern Alps, The Great Road Climbs of the Pyrenees, and The Great Road Climbs of the Northern Alps, Rapha is introducing their latest publication – The Great Road Climbs of the Netherlands. Continuing to highlight the best cycling writing and photography available, the newest addition dives into the intimidating road climbs found throughout this great country…

With the grand opening of Cycle Club Amsterdam this month and the Tour de France setting off from Utrecht in July, Rapha are proud to introduce a new publication.

The Rapha Guide to the Great Road Climbs of the Netherlands is a uniquely unique niche cycling guide to the great cols of the Netherlands. Inspired by Admiral Francis Beaufort, the author – Edwin de Groot – combines careful meteorological research with a blustery narrative style, supported by beautiful photographic portrayals of the imposing landscapes taken by Peter Von Drinkel. It gives persuasive encouragement – if you needed any – to visit.

The Great Road Climbs of the Netherlands is not a conventional guide to the roads of Holland. Facts and guidance is offered on obscure and well-known Dutch mountains, but the gripping element is rather a highly variable scale of Beaufort. The variety and peculiarity of the wind and its direction leaves the reader with a colourful and memorable picture. As Joop Zoetemelk once said: “Headwinds are far more menacing and unpredictable then any Alpine pass.”

Climbs featured include:

  • De Afsluitdijk
  • Oosterscheldekering
  • Kanaaldijk Oost and West
  • De Vogelweg
  • Noordzeeroute
  • Oostvaardersdijk
  • Zuiderdijkweg
  • Haardijk-Banweg
  • Middenweg

Ja, dit is gewoon wat luchtig vermaak, dus wees niet beledigd. En natuurlijk, je kunt dit lezen, dus je weet wat er aan de hand is.

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Daily Wednesday Eddy.

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von | 8. April 2015 · 13:53

Kette rechts, Wheelstedt links. Nein rechts.

Seit dieser Saison gibt es ja ein unüberschaubares Angebot an Touren im Raum Bremen für alle möglichen Typen und Zeiten, die über facebook organisiert werden: Anfänger und Frauen Montag um halb sieben, Schnelle Jungs Samstags um zehn; Katholiken Sonntags um zwölf und alle die Holger heißen am Ostermontag kurz vor fünf. Getroffen wird sich in der Regel am Haus Platzhirsch Depot, so auch heute.

Ich bin zu spät, da ich zu lange an meinem Moulton herumgefummelt habe, bis es dann endlich fertig wurde – für’s erste. Aber das Selbstvertrauen, mit dem Moulton bei einer Rennradausfahrt mitzufahren habe ich noch nicht anfummeln können, ich bin mir nicht sicher ob es schnell genug, stabil und gruppenfahrtaglich dafür ist. Und eigentlich habe ich ein wenig Angst vor möglichen Kommentaren wie “ Ein Klapprad- ehrlich?“ oder „Schade, dass Du vom rechten Weg abgekommen bist“, denn ich nur mit „Wenn jetzt nicht bald Ruhe ist, dann schreibe ich lauter gemeine und fiese Dinge über Dich auf dem Blog!“ entgegnen kann. Also nehme ich das Canyon, vergessen den Helm zuhause (das war übrigens die zweite Sache die ich heute vergaß, die erste war eine Kaffeetasse in den Automaten zu stellen und die dritte war mein Handy auf der Erdbeerbrücke) und hetze los.

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Sag‘ bloss nix fieses.

Björn ist da, zuerst dachte ich, dass flüssiges Lava an seinem Rennrad runterläuft bis mir klar wird, dass er grell-orange Kniestrümpfe trägt die definitiv nicht UCI konform sind (Folie 38). Benjamin kommt mit seiner Freundin. Ich bewundere sie ja für ihren Mut mit uns zu fahren, denn wir sind IMMER schneller als angekündigt und drohen davon zu eilen. Natürlich könnte der Grund auch „total bescheuerte Verliebheit“ sein, da die beiden aber, so glaube ich, schon länger zusammen sind scheidet das wohl aus. Schröder und Tanja sind auch da, bei den beiden bin ich mir über die Kombination von Mut und Veliebtheit deutlich weniger sicher – insgesamt sind wir mit zwei, drei weiteren Mitfahrern eine runde Truppe. Schröder schlägt vor am Platzhirsch Minigolf zu spielen, ich finde das eine gute Idee, denn da habe ich die Chance einen KOM (King of Minigolf) zu holen, jedenfalls eher als einen KOM beim radeln.

Wir fahren los, und kaum sind wir über den Höllenanstieg direkt hinterm Platzhirsch rüber, sind die Kräfte schon aufgezehrt und es wird „kürzer“ gerufen. Das macht aber nichts, ich hatte eh keine Lust heute auf hetzen ohne morgen. Und so sehen wir die Landschaft klarer an uns vorbeiziehen und in den Augenwinkeln gerade noch Jessica, Harald und Olaf, die am Depot auf uns gewartet haben. Gefühlt bin ich mit den ersten beiden nicht mehr gefahren seit Rad am Ring – und das war im Juli letzte Jahres, als ich mir Haralds Rücklicht ausgeliehen hatte. Rein zufällig habe ich das heute, neun Monate später an meinem Rad und ich denke, es wäre doch eigentlich ganz nett von mir das jetzt zurückzugeben.

Wir fahren heute mit de Uhrzeiger die Wheelstedtrunde, was Niklas noch an Wind übrig geblieben hat chillt noch in der Bremer Gegend rum und macht uns das Leben schwer – gegen den Uhrzeiger sollte einfacher sein. Ruckzuck sind mir auch schon In Wheelstedt und entschliessen uns die Runde über Bühlstedt und Dipshorn zu verlängern. Leider sind wir alle nicht so besonders ortskundig, kein einziger Bremer dabei! Benjamin kommt ja bekanntermassen aus Sundern, Bo aus Peterswerder (und das liegt vor der Stadtmauer), Jessica und Harald haben lange in Bremen gewohnt sind aber nun weit weg gezogen und mit Ortskenntnissen aus Mönchengladbach kann man in Wheelstedt auch keinen Blumentopf gewinnen. Das hält mich aber nicht davon ab, meinen männlichen Pflichten nachzukommen und den Weg zu weisen: „Hier rechts“ (hm, dieses Pflaster ist mir neu…) „Wieder rechts!“ „Bist Du sicher?“ „Ganz sicher!“.

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Gleich geht es links.

 

Ein amerikanischen Forscherteam hat einmal zwei zufällig ausgewählte Personen, einen Mann und eine Frau auf offener Straße entführt, betäubt, ihnen die Augen verbunden und die Ohren zugestopft und dann in ein Flugzeug verfrachtet. Das Flugzeug flog nach Brasilien und warf die beiden irgendwo im Amazonasbecken ab, immer noch in voll betäubtem Zustand. Aus den Aufzeichnungen konnte man später feststellen, dass das erste, was der Mann, als er aufwachte, tat, war in eine willkürliche Richtung zu zeigen und „Hier entlang“ zu sagen. Diese göttliche Fügung den Weg zu weisen, das ist einfach unsere männliche Bestimmung.

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Gleich geht es rechts.

 

Nach Vorwerk (das ist der Ort wo eine HSV Fahne weht) sind wir nicht sicher ob wir auf der Strasse nach Buchholz, oder nach Ottersberg sind. Umso größer ist die Überraschung, als wir wieder nach Wheelstedt kommen. Schröder und ich überlegen, ob wir nichtd ie gesamte Tour als „gefährlich“ bei Strava kennzeichnen sollen, so dass keiner die Streckenführung dort nachvollziehen kann. Also fahren wir dann, ohne weitere Experimente zu wagen, weiter in Richtung Buchholz und Quelkhorn. Es ist sonnig, ein wenig kalt aber wunderschön nach diesen miesen fünf Sturmtagen und mit Rückenwind rasen wir die Strasse lang.

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Anschließend lassen wir es wieder ein wenig langsamer angehen und rollen in aller Ruhe und in zwei Gruppen aus nach Borgfeld.  Ein passender Start in das Osterwochenende. Ganz am Ende stellen wir dann noch fest, dass viele von uns im Schatten großer Stadien aufgewachsen sind, die meisten in Peterswerder im Schatten des alten Weserstadiums, ich im Schatten des Bökelbergs. Wir alle hatten als Schüler kein Geld, aber die richtigen Ideen um umsonst reinzukommen: Harald war damals noch so dünn, dass er an einer ganz bestimmten Stelle durch den ausgebeulten Zaun flutschen konnte, ich hingegen suchte mir einen Vater mit Kindern aus, ging vor ihm durch den Eingang zum Ordner, zeigte nach hinten und sagte: „Mein Papi hat die Karten!“. Zum Glück hat das immer geklappt, heute hätte ich nicht mehr den Mut dazu.

Ich kannte aber schon mit 21 Jahren Peterswerder, da ich damals einen Brieffreund in Bremen hatte, der dort lebte: Benno B. wohnte dort in der Braunschweigerstrasse in Bremen (man bemerke die Häufung an B’s) und das Leben, dass er mir in seinen Briefen beschrieb war brutal: Wir waren beide Punkrocker, machten beide Musik (er bei den Jayhawks, ich bei EA80), verlegten beide ein Fanzine (er die „Endlösung“, ich „Das MOB“) . Aber ich lebte im beschaulichen Mönchengladbach und das Leben war langweilig und ungefährlich, während er es im brutalen Bremen aushielt, sich Strassenkämpfe mit der Polizei, den Skinheads und den Teds lieferte, Häuser besetzt und jeden Tag sein Leben in den Slums von Peterswerder aufs Spiel setze. Wir schrieben uns, bis ich etwa 1990 nach Japan ging, in Bremen war ich bis dahin nie gewesen; mein erster Besuch war dann 2010. Nachdem ich nun hier wohnte, fasste ich nach einigen Monaten den Mut mich auf die Braunschweigerstrasse zu wagen und ich muss sagen, ich war doch etwas überrascht. Das waren alles ganz nette Häuschen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg mit ein wenig Wintergarten oder Terasse zur Strasse hin in denen wohl überwiegend Lehrer und Pädagogen wohnen. Schwer vorstellbar, dass in den Achtzigern hier das Blut meterhoch in den Strassen stand und die Deichscharte geöffnet werden musssten, damit es in die Weser abläuft.

Aber all das ist lange her und morgen soll das Wetter wieder gut werden.

 

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von | 2. April 2015 · 19:21