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Kunscht.

Ich drehe mich um und schaue auf den Wecker. 10:28 hr. Zu spät für die Runde in Stuhr und noch zwei Minuten Zeit bis zur Runde am BOC. Mist, schon wieder.

Also mache ich das übliche um mich abzulenken: Laufräder zentrieren, Fotos schiessen, Dinge auf ebay zum Verkauf anbieten, den Müll rausbringen, ein paar e-mails schreiben. Bevor ich mich auf das Union Fixie setze und durch die Wümmewiesen in Richtung Dammsiel fahre. Jetzt ist das Wetter schön aber  nun ist der Deich auch voll mit Familien, Skatern und langsamen Radfahrern. Ich fahre meine übliche Runde über Ritterhude und Worpswede bis ich dann an den Platz komme an dem ich schon immer ein Photo machen wollte.

1305 Worpswede 3

 

Mein Union Fixie, besser hätte es auch kein Heidemaler aus Worpswede hinbekommen. Nein doch, bald kommt dasUpgrade. Und dann gibt es ja auch immer noch das blaue Basso.

Ich fahre nicht schnell, aber konstant und mit Druck. Mein Puls ist so um die 130, erstaunlich. Vielleicht wird doch noch alles gut.

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Das blaue Wunder

Es macht Spaß mit den Anderen zusammen Rad zu fahren. Es macht aber auch Spaß gegen Andere Rad zu fahren.

Runter mit den Carbon-Toppolinos, rauf mit den selbstgebauten blauen DRC/Erdmann. Es ist schön nicht nur auf einem Rad zu fahren, es ist noch viel schöner wieder Kurven fahren zu können. Und auch wenn ich auf die Bremse drücke, dann bremst das Rad wieder. Das war nicht immer so.

1305 Blaues Wunder 1

1305 Blaues Wunder 2

Am Freitag auf dem Weg von der Jacobs nach Hause kommt mir eine Meute Rennradfahrer auf dem Deich entgegen, ganz vorne: Harald. Es ist unmöglich Rad zu fahren ohne Harald zu treffen.

Von 100km nach Ritterhude, Worpswede und Schloß Wilstedt sind 88 km im Dreissiger Schnitt abgefahren. Jetzt weiß ich auch, warum ich beim Anblick von Netto Supermärkten immer Hunger auf Hühnchen süß-sauer bekomme: Die Schilder des Chinarestaurants in Worpswede sind genauso designt wie die eines Nettomarktes. Es ist gut wieder gleichmässig und lange Druck auf die Pedale zu bekommen. So macht das Spaß, aber als ich in Fischerhude a, n der Linde auf die Waldstraße nach Borgfeld abbiege, denke ich mir, dass jetzt so mit Wind im Rücken 30 km/hr Schnitt reichen. Bereits kurz nach dem abbiegen werde ich von einem Elektrorennrad überholt ; schwarzes Canyon, Dura Ace Di2, Typ in meinem Alter, allerdings wesentlich unsympathischer. Ich meine, wenn ich ihn überholt hätte, dann wäre ich der Unsympath, aber es war nun einmal umgekehrt. Ich mag das nicht, so verbissen, ohen Gruß überholt zu werden. Ich denke, das ist eine Ansage. „Mein Gott“, denke ich mir „muss das wirklich jetzt noch sein?“ Aber dann hänge ich mich an ihn ran. Mit 38 Sachen geht es die Strasse lang. Irgendwie will ich nicht so schnell, beim lutschen geht es aber und so denke ich mir die Taktik aus den loszuwerden.

Schritt Eins: Der Nette

Nach ein paar Kilometern überhole ich ihn langsam und fahre dann etwa im gleichen Tempo vor ihm her. Das ist zwar etwas anstrengender vorne zu fahren aber es geht. Wie nett von mir mich an der Tempoarbeit zu beteiligen. Das hat auch einen anderen Vorteil, denn wenn ich vorne bin, dann rufe ich „Entschuldigung“, wenn Spaziergänger den Weg blockieren. Mein Elektrofreund ruft aber immer nur „Eehhhhhh!“ oder „weeeeeeegggggg“ was ich eher unangenehm empfinde.

Schritt Zwei: Der Dankbare

Dann werde ich ein wenig langsamer und der Andere übernimmt wieder die Front. Ah, so dankbar, dass ich nicht die ganze Zeit vorne arbeiten muss. Ich bleibe schön im Windschatten und ruhe mich aus, sammle Kräfte.

Schritt Drei: Der Fiese

Ok. Jetzt ist Schluß mit lustig. Entschlossener Sprint auf fast 50km/hr, vorbei. Wie gemein von mir. Jetzt die Geschwindigkeit so lange wie möglich halten, Abstand gewinnen und auf keinen Fall uncool umschauen. Dann mit 38 km/hr konstant weiter. Ui, so langsam glaube ich, das ich das Manöver zu früh gemacht habe, ich wollte nicht de Cancellara des Abends werden. Noch sooo weit bis nach Borgfeld. Dan endlich kommt die Kreuzung in Sicht, ich biege links ab und fahre in Richtung Brücke und schaue mich dabei ein wenig nach weiter links um – nicht zu sehen. Entweder versägt oder  der ist ohnehin irgendwo abgebogen.

Schritt Vier: Der Sieger

Ich.

Anmerkung: Eigentlich ist es mir ein Anliegen nett zu meinen Mitmenschen zu sein und Freude, Spaß und Abenteuer zu verbreiten. Eigentlich.

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Schloss Wilstedt

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Ich drehe mich im Bett um und schaue auf den Wecker…. 11:58 hr. Hm, das wird ein wenig knapp mit dem Treffpunkt der „Rennrad Trainingsgruppe Bremen und Umgebung“ um 12. Selber Wer sich so einen langen Namen ausdenkt, der fährt auch bestimmt pünktlich los. Ich drehe mich also noch einmal um und denke, dass „Fixed Beards Bremen“ für unsere Gruppe ein sehr kurzer und schöner Name ist. Nur schade, dass wir uns noch nie zum fahren getroffen haben.

Eine Stunden später aber sitze ich beim „Frühstück“ in voller Fyxo Montur. Das Wetter draußen ist herrlich, genau wie auf Malle bevor Harald kam und 167 km und 2.500 Höhenmeter durch den Regen fuhr. Das Canyon mit Toppolinos steht bereits und ich stürme in kurzen Hosen und Jersey nach draußen. Nur um festzustellen, dass es doch erheblich kälter ist, als ich mir vorgestellt habe. In der Sonne geht es ja, aber im Schatten ist es doch arg kalt. Es greift sofort der „ich-bin-sowieso-schon-spät-dran-und hab-keine-Zeit-mich um-diesen-Schwiss-zu-kümmern Mechanismus“, also einfach so losfahren und auf keinen Fall noch einmal umziehen. Das hat den Vorteil, dass ich nicht schwitze, aber nicht gleichmässig von der Sonne gebräunt werde, da die Oberflächenstruktur meiner Gänsehaut Schatten wirft.

Ich möchte einmal nicht die übliche Runde fahre und mache mich auf den Weg nach Borgfeld, dort scheint gerade das Stadtfest zu sein. Von dort aus geht es weiter nach Fischerhude am Wald lang. Ich trete kräftig in die Pedale, halte den Kopf runter und freue mich, das ich ohne sonderliche Anstrengung einen guten Schnitt über eine lange Strecke halten kann. Das viele fahren auf Malle zeigt jetzt seine  Wirkung. Sicherlich, das könnte alles noch viel besser sein, aber es läuft und es macht Spass.

An Grund zur Belustigung sind die Toppolino Laufräder mal wieder. OK, die sind wahnsinnig leicht, unter 1.000 Gramm. Super. Aber man kann mit denen genau eine Sache machen: Geradeaus fahren. Auf keinen Fall sollte man versuchen zu bremsen. Ganz schlechte Idee. Irgendwie kommt man dann zum stehen, aber das ganze Ding wackelt wie verrrückt und auf keinen Fall sollte man daher beim bremsen versuchen irgendwelche Lenkbewegungen zu machen. Man sollte auch keine Kurven fahren. Ebenfalls eine ganz schlechte Idee mit diesem Laufradsatz. Vor allem sollte man auf gar keinen Fall Kurven anbremsen. Hier ergibt Minus und Minus nicht positiv sondern das Risiko eines dicken Sturzes.

Die niedersächsische Tiefebene ist gnädig zu den Toppolinos, ich fahre hauptsächlich schnurgerade Strassen die mit von Birken gesäumt sind raus bis nach Wilstedt. Schon von weitem kann man zwischen den Windkraftanlagen am Wegesrand den Turm von Schloß Wilstedt sehen. Gerhard (Olmoista) hatte mich einmal dorthin geführt, ich mag die Strecke weil sie recht unbefahren aber schnell ist. Und vor allem: gerade.

Fleissige Hände pressen hier Tag und Nacht das Öl aus Oliven, die in einem Hain hinter dem Schloß wachsen. Mir steht der Sinn aber eher nach Kuchen und so mache ich mich über Worpswede und Timmenslohe auf den Weg nach Hause.  Am Ende war ich doch gut warm gelaufen, das Duschen konnte ich mir auch ersparen; obwohl jetzt fühle ich mich etwas „verpollt“, kann man das so schreiben?

Schöne 75 km in 2 1/2 Stunden, da gab mir dann auch die nötige Ruhe um mit beiden Kindern Mathe zu lernen. Ich wäre ja gerne in einer Gruppe gefahren, aber viele waren ja bei der RTF am Samstag und den Rest habe ich wohl um 12 verpasst. Ein anderes Mal. Bald ist ja auch wieder der Bremer Rad Marathon.

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Brief an meine Mutter aus Sulingen

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Liebe Mutter,

wie geht es Dir und wie ist das Wetter in Cali? Hier ist das Sohn Andres Santiago Juan Camilo Hernan Juan Diego (*). Mutter, waren hattest Du nur so viele Brüder, die mir alle einen Namen geben wollten? Mir geht es gut, ich studiere immer noch an der Universitat do Bremen und mittlerweile habe ich eine Menge netter Freunde gefunden.

(*) Namen wurden vom Author geändert.

Also, ich glaube wenigstens, dass meine Freunde nett sind, ganz sicher bin ich mir nicht denn manchmal machen sie sehr komische Dinge die ich nicht verstehe. Aber bitte mache Dir keine Sorgen, Mutter. Letzte Woche zum Beispiel, luden mich einige meiner Freunde zu einer „Fiesta da Cicla“ am Samstag ein. Jeder weiß was das ist, man trifft sich mit, Freunden, ist gut gelaunt und fährt ein wenig Rad, läßt die Flaschen Aguardiente kreisen oder bleibt beim Jogo Naturale und dann gibt es Ajiaco Santaferena für alle und wir tanzen, reden und machen Spaß bis spät in die Nacht.

Das hier war ganz anders. Wir trafen uns schon früh am Morgen am Bahnhof mit unseren Rädern. Du glaubst es nicht, aber die Räder in Deutschland sind wahnsinnig primitiv, manche haben noch nicht einmal eine Schaltung. Ich hatte eine 3/4 lange Hose an, obwohl es sehr kalt war, aber ich würde ja bald in einer Scheune oder einem Haus sein. Manche der Deutschen hatten sich extra einen Bart wachsen lassen, so harsch war die Kälte an diesem Morgen.

Wir fuhren dann mit dem Zug zu einem Ort, dessen Name auf spanisch etwas schwierig auszusprechen ist, „Twistringen“. Es erinnerte mich ein wenig an die Kreuzung auf dem Weg von Cali nach Norden in die Berge, wo eine alte Frau seit Jahren Nüsse und Saft verkauft.

Würde die Fiesta hier mitten in der Einsamkeit sein? Nein, so sagten mir meine Freunde, wir sollten erst einmal 20 Kilometer bis zu einer großen Stadt namens „Sulingen“ radeln, dort würde das Fest steigen. 20 Kilometer – aber für eine gute Party muss man manchmal etwas investieren. Wir fuhren sehr schnell, und als wir endlich in Sulingen ankam, war ich bereits etwas müde. Meine Freunde hatten eine große Sporthalle am Rande der Stadt gemietet und viele Radfahrer waren bereits eingetroffen und machten sich bereit zum feiern. Da gab es die Radler von SWB („Saussen wie blöd“), von Velosport und welche in Tarnanzügen der deutschen Armee aus der Kaserne auf St. Pauli.

Wir kauften unsere Eintrittskarten und trafen die Freunde unserer Freunde: Mathias, Jörg, Torsten, Philipp, Andreas, Tobias und Michael (**). Dann machten wir ein gemeinsames Photo.

(**) Namen wurden vom Author nicht geändert.

Und dann trafen wir uns alle draußen, vielleicht 80 Freunde und wollten einmal um die Sporthalle fahren und dann anfangen zu feiern. Um Punkt 10 Uhr fuhren wir los, diese Deutschen mit ihrer Anbetung von Zeit und Uhren! Und zu meiner großen Überraschung fuhren wir los als wenn es um unser Leben geht, oder eine Schlammlawine aus den Hügeln auf unser Dorf zukommt. Das Tempo war mörderisch, innerhalb von wenigen Minuten waren alle weg und ich stand alleine auf der Straße in Sulingen. Ich dachte das wären meine Freunde! Aber die liessen mich einfach alleine irgendwo im Dschungel der Tiefebene.

Ich versuche gerade herauszufinden, wie ich von hier wieder nach Bremen komme, wollte Dir aber vorher noch diesen Brief schreiben, falls Du nie wieder von mir hören solltest. Hier scheint es keinen Zug zu geben, keine Menschen sind auf den Straßen und nur coole Kühe grasen auf den Wiesen um mich herum. Bitte mache Dir aber trotzdem keine Sorgen um mich.

Dein Sohn.

EPILOG

Er ist wieder nach Hause gekommen. Philipp und ich wissen das, weil er Philipp eine SMS schrieb, dass er seine Haustürschlüssel in Philipps Rucksack gelegt hatte und diese nun doch langsam gerne zurückhaben würde, das er vor seiner verschlossenen Wohnungstür steht. Das ist vermutlich ein alter kolumbianischer Brauch aus der Zeit der Azteken: Schlüssel heimlich in die Taschen von Freunden legen. Philipp und ich hatten uns allerdings spontan entschlossen an der 73 km Raststelle doch die 120 km Runde zufahren (die 124km lang war wie wir nachher feststellten). Nachdem wir die ersten 73 km ja noch recht schnell gefahren sind, waren die letzten 50 km dann doch deutlich langsamer und entspannter, so dass wir erst um kurz vor drei nach 5 Stunden wieder im Ziel waren.

Leider blieb und da nicht viel Zeit rumzuhängen und die Würstchen zu geniessen, der nächste Zug aus Twistringen fuhr um 16:20 Uhr zurück nach Bremen und länger wollten wir wirklich nicht in der niedersächsischen Provinz bleiben. Also machten wir uns flott auf den Rückweg, der dann wenig erstaunlich auch wirklich knapp 50 Minuten dauerte. Es gab einen ziemlich fiesen Gegenwind und mit 53/16 bzw. 46/15 macht das wenig Spaß. Zudem waren wir, glaube ich, auch ziemlich müde nach mehr als 150 km Fahrt zu Beginn der Saison.

Die RTF selber war gut organisiert und ausgeschildert, die Verpflegung war auch nicht übel, vor allem die Rosinenbrotstullen. Nicht so positiv fand ich die Streckenführung, die wenig Fixie-geeignet war mit vielen Abzweigungen und Überquerungen dicker Landstraßen und kleinen Feldwegen mit relativ schlechtem Straßenbelag. Na ja, wird ja auch deshalb vielleicht das Roubaix des Ostens genannt.

Gut war es auf jeden Fall nach der langen,langen Winterpause einen Haufen bekannter Gesichter zu sehen. Und einen ganz ordentlichen Trainingsauftakt zu haben. Also ich meine, ich war sehr froh die 20 km von Twistringen nach Sulingen als Training für die RTF gehabt zu haben  und die RTF selber als Training für was auch immer. Ach so, ja, Bremer Radmarathon, wo wir ja diesmal alle Fixie fahren wollen.

Nächste Woche in Malle. Mehr trainieren.1304 RTF Sulingen 02

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Low Mädel

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Ich traf heute zufällig Silke und Ihr Peppermint & Strawberries Raleigh mit Pfefferminzgeschmack vor einem bekannten deutschen Feinkostladen mit vier Buchstaben an der HH Meier Allee (Netto hat 5). Ich hatte Sie seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, trotzdem hatten wir aber gleich wieder eines gemeinsam: Wir waren beide nicht gerade gesund. Silke meinte: „Irgendwann bei so einem verlängerten Winter macht der Körper dann halt schlapp. Ich will ja gar nicht, das gutes Wetter wird, normales Wetter reicht mir schon.“

Wie wahr.

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Peter Sagan, Tobinator.

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Ich sah das heute und dachte: „Wow, der sieht ja eigentlich aus wie Tobi Live.“

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Bremen Sixdays in Australien

Dieses Video der BVE GmbH Bremer Veranstaltungs und Event, über die Sixdays in Bremen hatte ich zufällig auf der Cycling Tips Seite aus Australien gefunden.

Bremen Sixdays

Ever been to a Sixdays race? Well here’s a taste of what you’re missing. This video shows the 49th Sixdays in Bremen, Germany where a massive convention center is used to facilitate the event with well over 100,000 people attending. Scott McGrory won this race in 2001 and has his name on the track wall along with all the other winners. Check out this party.

Also, ich finde auch, dass das eher eine Veranstaltung war, als Sport.

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Kleine Dinge. Grosse Dinge.

Der Aufbau eines Rades beginnt im Allgemeinen mit dem Kauf eines Rahmens. 

Der Rahmen ist das Element eines Rades, dem sich alles andere unterzuordnen hat. Einen Rennradrahmen aus Columbus SLX Geröhr würde ich nicht als Trekkingbike aufbauen und umgekehrt wäre es sehr extrovertiert an einem an einem Winterstadtschlampenrahmen teure Laufräder und/oder Komponenten zu verbauen. Ausnahmen bestätigen die Regeln.

1303 Melody Bianchi Bell Cha

In diesem Fall fängt der Aufbau aber nun einmal mit dieser Klingel an. Diese Klingel, ein Teepot mit dem chinesischen Zeichen für Tee (Cha) sucht einen Rahmen.

Also eigentlich bin ich  gerade dabei einen älteren, aber komplett neuen Stahlrahmen von Bianchi Spillo als Trekkingrad für eine Freundin aufzubauen. Das ist das erste Mal, das sich mich aus dem sicheren Hafen des Stahlrennradbaus begeben und mich mit Trekkingrädern beschäftige. Kettenschutz, Schaltungsnaben, Nabendynamo und V-Bremsen habe ich bislang noch nicht verbaut. Vermutlich werde ich am Anfang ein paar Fehler machen und diese dann mit viel Geld wieder korrigieren müssen.

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Einfach einen Rennrad LRS und eine Gipiemme Sprintkurbel montiert. Während die Laufräder technisch passen, wird die Kombination von Kurbel und Kettenschutz schwierig werden. So geht es schon einmal nicht.

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Erfreulicher verlief die Montage des Gepäckträgers. Der macht sich schön leicht, schlank und vor allem: 可愛いいいいいan dem Rahmen. Die Schutzblechbefestigung könnte noch einige Abstimmungsprobleme machen. Ebenso eine eventuelle Verkabelung zu einem Rücklicht. Persönlich würde ich dort ja lieber ein Akku-Rücklicht sehen. Der Sattel kommt wieder weg, passt überhaupt nicht, ist auch kein Frauensattel.

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So sieht das nun erst einmal im Gesamtüberblick aus. Na ja, da gibt es noch eine Menge Optimierungspotential. Vorne ist nun ein sehr schmaler Singlespeedtypischer Lenker verbaut (Charge Straw in Weiß) .

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Genau, mit Tektro FL750 Bremshebeln die ohnehin nicht zu V Bremsen passen.

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Alles in allem würde ich mir wünschen, dass das Rad leicht und schlank bleibt. Das wird ein sehr spannendes Projekt mit sehr viel Potential zum lernen. Das könnte auch ein gutes Training für den Bau eines eigenen Trekkingrades mit Alfine Di2 und Gates Carbon Zahnriemenantrieb werden.

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Autos, Haustüren und auch ein paar Räder: Ein Messebericht

Am Sonntag machte ich mich mit meinen beiden Kindern Henri und Karen auf, die Bremer Rad und Outdoor Messe zu besuchen, ungeachtet der eher negativen Kritiken die ich bislang gehört hatte.

Meine Frau hatte irrtümlich statt „Outdoor“ verstanden, dass wir auf die „Auto“ Messe gehen würde und war schon voller Erwartung, mit was für einem neuen Prachtgefährt wir nach Hause zurückkehren würden. Diese Erwartungen wurden enttäuscht. Ich konnte ihr aber dann (erfolgreich) verkaufen, dass eine Outdoormesse sind mit Außentüren beschäftigt, und vielleicht eine neue Haustür drin ist.

In Bremen war rechtzeitig zum Messebeginn prächtigstes Außentürenwetter angesagt. Bereits am Hauptbahnhof waren dann die ersten Exponate im stimmigen Außentürenwetterlook ausgestellt.

1303 Outdoor Bremen 03Das sind die neusten Topmodelle der innovativsten Radfirmen der Welt, wie BMC, Colnago, Scott, Cervelo oder Canyon, allerdings noch mit Tarnung. In der Automobilbranche nennt man so etwas „Erlkönige“.

1303 Outdoor Bremen 01

Zunächst dachte ich allerdings, da wären megaschwere Einzig Singlespeed Laufradsätze montiert. Coole, weiße Hochprofilfelgen.

Aber dann ging es auch schon rein in die Messe. Ich konnte die Kartenverkäuferin überzeugen, dass mein pickeliger, pubertierender sechszehnjähriger Sohn Henri doch irgendwie 15 3/4 ist und deshalb durchaus  in eine Familienkarte passt.

Drinnen war es wie …. vor zwei Jahren, als ich zum ersten Mal da war. Mein erster Eindruck war: „Deja-vu“, genau die gleichen Stände und Marken wie 2011. Hatte sich denn gar nichts getan in der Art und Weise, wie wir unter blauem Himmel Spaß haben wollen? Es gab aber doch einige neue Sportarten, bei denen ich mir über den Sinngehalt sicher bin. Cross-boccia zum Beispiel, ein Spiel, dass dem ohnehin unglaublich spannenden Spiel Boule eine weitere Dimension hinzufügt, und zwar die der unendlichen Langeweile. Ein weiterer Vorteil im Vergleich zu Boule ist, dass die Kugeln von der Freundin gehäkelt werden können. Bei Boule brauchte man ja einen Mitarbeiter der Mittal Stahlwerke um Kugeln selber zu basteln.

Oder Speedminton, größenordnungsmäßig etwa besseres Badminton mit anderen Schlägern. Fazit, nichts was mich irgendwie gereizt hätte einmal zu probieren, bis aus Segelfliegen, aber auch das  nur zum sterben.

Lustig fand ich auch diesen Stand, bei dem mir der Outdoorbezug nicht ganz klar war. Ich denke hier handelt es sich um eine Outdoorsimulation, also virtuelles Outdooring.1303 Outdoor Bremen 06

Nun den, jetzt zum Thema Räder. Die gab es in Hülle und Fülle, allerdings im wesentlichen im Treking, MTB, Pedelec und Liegeradbereich. Da ich gerade an einem Trekingrad für eine Freundin baue, war es doch ganz interessant einmal zu sehen, was für Möglichkeiten es gibt. Die eBikes sehen mir noch alle zu schwer aus, aber deren Zeit wird zunehmend kommen, da bin ich mir sicher.

Es gab auch eine Ecke mit Rennrädern von Stadler? BOC? Jakst? die ich genauso gut dort im Laden hätte sehen können. Dazu ein paar neu aufgebaute alte Stahlrenner von Ciocc, Daccordi, Pinarello, alles sehr schön und gar nicht mal sooooo teuer, wenn ich daran denke was ich so in dr Regel ausgeben muß um ein Rad richtig epochengerecht aufzubauen.

In der nächsten Halle wurde Bikepolo gespielt.

1303 Outdoor Bremen 04

Leider so dass auch nicht einmal Ansatzweise so aus, als wenn es Spaß machen könnte und zwar aus den folgenden Gründen:

  • Musikalische Untermalung von den Sex Pistols und Jefferson Airplane soooooo Seventish
  • Der Ball klemmt quasi ständig an der Bande
  • Man muss Tatoos haben um das spielen zu dürfen und jede Menge Piercings
  • Und man muss sich die Speichen mit Pappe zupappen
  • Und man muss zu kurze T-Shirts tragen die den Rücken offen lassen

Spaß ist keine Tätoos und Piercing mit zu langen T-Shirts und leichten Laufrädern untermalt von, na gut, sagen wir mal ….. tatu. Und auf jeden Fall mit pinken Panzern im Hintergrund.

In den anderen Hallen gab es noch mehr Action: BMX, springen über Innenstadtmobilar und eine riesige weitere Halle, die quasi komplett dem Skateboard gewidmet war. Das fand ich dann wieder interessant, auch wenn das Verständnis von Coolness in der heutigen Jugendkultur sehr stark von meinem Grundverständnis von Coolness divergiert. Aber egal, hier war action.
Übrigens macht auch der demografische Wandel vor der Jugendkultur nicht halt: Heute gibt es nicht nur 50 jährige Parteimitglieder der Grünen, die sich angesprochen fühlen wenn gesagt wird, dass etwas für die Jugend getan werden muss, es gibt auch Skateboarder und BMX Radler, die deutlich über der 30 liegen.

Mein Sohn quengelte quasi von Beginn an und durfte nach etwa einer Stunde nach Hause gehen. Meine Tochter war geduldiger, aber nach etwa 2 Stunden reichte es uns beiden dann auch. Es war ganz nett, aber auch nicht so, dass ich mit der Mission mein Leben zu ändern nach Hause gekommen wäre. Das ist aber durchaus ab und an der Fall, ich erinnere mich an diesen Film, und diesen, die ich in jungen Jahren sah und die mein Leben in Punkto Coolness völlig umkrempelten, jedenfalls für die ersten zehn Minuten nach Ende der Vorstellung. Wobei mal damals als Intellektuellen immer noch im Kino sitzen bliebe, bis der gesamte Nachspan abgelaufen war, also eigentlich haben diese Filme mein Leben für eine glatte Viertelstunde umgekrempelt. Aber ziemlich schnell fanden meine Freunde meine affektierte Art zu reden nicht mehr so lustig und mein Leben verlief wieder in seinen normalen Bahnen.

Nachdem ich jetzt schon komplett vom Thema abgekommen bin, kann ich auch noch erwähnen, dass ich mir nach der Messe zur Aufheiterung die meines Erachtens lustigsten Videos auf YouTube angsehen habe, die ich in den letzten Monaten fand. Auch diese haben überhaupt nichts mit Radfahren zu tun:

Walk hard

Craig Murray at the Oxford Union

Na egal. Irgendwie muß das Leben auch im Winter Spaß machen.

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Winterpause.

1303 Bremen Winter again 1

Langsam beginne ich doch zu glauben, dass „Globale Erwärmung“ und „Klimakatastrophe“ in den Bereich der Märchen zu verbannen ist. Jedenfalls was das Leben in Bremen angeht. Heute, am 10. März sah es so aus, als ich mit Bad Boy in das Büro fuhr. Zum Vergleich, meine Freunde in Tokyo erlebten heute einen Sandsturm:

Das ist der längste und kälteste Winter seit ….. dem letzten Sommer in Bremen … ja genau, seit wann eigentlich? Die letzten beiden Winter 11/12 und 10/11 in Bremen waren eigentlich ganz OK. Die Winter davor war ich kontinuierlich in Japan, da war es eigentlich sehr angenehm, hell, blauer Himmel, wenn  auch nicht unbedingt warm. Vor allem nicht im Haus.

97/98 war ich wohl in Düsseldorf, ich kann mich nicht erinnern. 96/97 war ich in Malaysia da war ohnehin jeden Tag das gleiche Wetter: heiß und schwül und nachmittags regnete es. 95/96 war ich in China auf der Baustelle genau hier. Dort war es allerdings schweinekalt, or allem in dem Winter davor, als für ein paar Tage die komplette Stromversorgung zusammenbrach und ich wieder mit Bleistift und Taschenrechner arbeiten musste.

96 Xiaolangdi Yellow River

Das war also in etwas vergleichbar mit Bremen. Hilfe, ich brauche eine Winterpause.

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