Archiv der Kategorie: 2016

Ein Samstag (wie er sein, wie er nicht sein sollte).

Das Wochenende besteht, wie das Leben aus angenehmen und weniger angenehmen Aufgaben und Dingen. Heute war Deutsch lernen mit der Tochter angesagt (unangenehm) und bei dieser Gelegenheit stellte ich fest, dass „argumentieren“ in Dortmund in der 8. Klasse, in Niedersachsen vermutlich in der 10. und in Bremen nie gelernt wird. Ich versuche das gerade meinen Studenten beizubringen, die mich dabei anschauen, als wenn ich sie zwingen würde sich mit vierdimensionalen Schnittflächen von Fünfdimensionalen Kegeln im Sechsdimensionalen Raum zu befassen.

„Wofür brauchen wir das?“ Na ja, vielleicht, weil das Argument „Können wir den Test von Montag auf Mittwoch verschieben, damit ich noch ein paar Tage länger mit meinen Freunden Segeln gehen kann?“ durchaus besser und vor allem erfolgreicher geführt werden könnte.

Zu den angenehmen Dingen gehörte, das heute mit der Post das allererste Teil für mein neues Carbonrennrad kam; das Canyon Positivo soll, wenn alles gut geht, diesen Sommer durch etwas neues abgelöst werden. Ich kann mich nicht entscheiden, welchen Rahmen ich haben will, noch ob es elektronisch oder mechanisch wird, SRAM etap oder Shimano 105, Felgen- oder Scheibenbremsen, aber eins weiß ich ganz sicher: Das Lenkerband wird schwarz.Und irgendwie muss orange auch dabei sein.

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Enter Sandman. Nein, Supacaz.

Supacaz ist das Lenkerband für Menschen, denen Lizzardskin und Raphaklamotten zu proletarisch sind. Menschen die so viel Geld wie Geschmack haben.

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Tip: Es ist besser den Sattel tiefer zu stellen, als Schuhe mit hohen Absätzen zu tragen.

So,jetzt kann ich mir Gedanken über den Rest machen.

Nach dem Deutschlernen ging es mit dem immer noch sehr geliebten Canyon Positivo Richtung Süden, am Weserstadium vorbei (wo gerade das Unheil in Form von Augsburg seinen Lauf nahm) gegen den Wind.

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Da stand es noch 0:0.

Ohne einen Plan wohin- ich mag das sehr, einfach losfahren, schauen wo man noch nicht abgebogen ist und neue Strecken entdecken. Von Sudweyhe aus nahme ich einen Feldweg nach Okel und dann dachte ich mir, wo ich schon einmal hier bin, kann ich doch auch gleich weiter nach Bruchhausen-Vilsen fahren.

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Heute in Bruchhausen-Vilsen.

Ich schaute nach den Bundesligaergebnissen auf meinem sogenannten „Smartphone“ (ein Blackberry) und stellte erschüttert fest, das sowohl meine Heimat (Mönchengladbach), als auch mein Zuhause (Bremen) verloren hatte. So ein Mist.

Aber meine Tochter kann nun Deutsch, ich fühlte mich fit und habe ein Lenkerband. Der Sonntag kann kommen.

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Art’s cyclery (Motto: There is no „I“ in cyclery) ist ein Radladen aus Kalifornien der sehr gut produzierte und informative Videos auf Youtube stellt die Fragen beantworten.
Die letzte Frage war: Was ist die beste Kombination aus Qualität und Geld, wenn ich Komponenten aus verschiedenen Gruppen eines Herstellers miteinander kombiniere?

 

 

 

Mit anderen Worten, macht es Sinn nicht komplett Ultegra zu fahren, sondern zum Beispiel eine 105er Kette zu verwenden und Dura Ace Bremsen?

Über einen Zeitraum von etwa einem Jahr wurden in der youtube Serie „Ask a mechanic“ die aktuell akzeptierten mechanischen Gruppen der Marktführer Shimano (Dura Ace 9000 Ultegra 6800, 105 5800) SRAM (Red22, Force22, Rival22) und Campagnolo  untereiander neu kombiniert. Bei Shimano (Tiagra, Sora = Müll) und SRAM (Apex = Mist) ist klar welche Gruppen überhaupt in Frage kommen, obwohl der Unterschied zwischen 105 und Tiagra ja derzeit minimal ist. Aber bei Campagnolo? Welches sind hier die Top-Level, Mid-Level und Low-Level Gruppen die zur Wahl stehen? Damit hatte wohl auch Art zu kämpfen und schickte als Top Gruppe Super Record in den Vergleich und als Mid Gruppe Chorus. Eine Budgetgruppe trat gar nicht erst an.

Dies zeigt wie vertrackt das Marketings von Campagnolo ist. Nach meinem Verständnis wäre Record die Topgruppe und Superrecord eben die, na klar, Supertop Gruppe. Chorus wäre die Mid-gruppe (Alternative zu Ultegra, Force) und die Budget Gruppe? Athena? Potenza?  Und Veloce dann als Einsteigergruppe in Konkurrenz zu Tiagra, Sora und Apex? Entweder ist diese Strategie unheimlich clever, weil sich Campagnolo dadurch dem direkten Vergleich entzieht, oder unheimlich dämlich.

Beim Anschauen des Campagnolo Vergleichsvideos hatte ich dann auch sofort ein Verständnisproblem, als gesagt wird, dass alle Schalthebel technisch gleich sind. Klar, das stimmt, wenn man Super Record und Chorus miteinander vergleicht – leider aber gilt das nicht für Athena und Veloce, die kein Multishift (durch einen Schaltvorgang vom größten ins kleinste Ritzel schalten) können.

Wer keine Lust hat die drei Videos anzuschauen, kann sich die Ergebnis gleich in der Tabelle hier runter ansehen die ich zusammengestellt habe. Preise und Gewichte stammen von der Bike24 Website, teilweise auch aus dem Tour Magazin. Sie dienen dem Vergleich, mag sein das es das Zeug irgendwo anders auch billiger gibt.

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Das versteht sich so, sagen wir einmal für die Schalthebel, dass Art die Low Gruppe von Shimano empfiehlt (105), die Mid Gruppe von SRAM (Force) und die Mid Gruppe von Campagnolo (Chorus). Die wesentliche Aussage ist, wenig überraschend, am besten kauft man sich ohnehin die Mid-Gruppe (Ultegra, Force, Chorus) , aber hier und dort kann man etwas sparen oder sollte man investieren:

  • Das Schaltwerk ist nicht so wahnsinnig wichtig für die Schaltqualität, da kann man auch etwas billigeres nehmen. Aber:
  • Beim Umwerfer empfiehlt es sich eher den einer besseren Gruppe einzubauen.

Das ist etwas überraschend, denn auch wenn die Qualität des Schaltens am Umwerfer hängt, so wird dieser jedoch weitaus weniger für das Schalten benutzt. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich in Bremen zum letzten Mal auf dem kleinen Kettenblatt gefahren bin – aber das mag in den Alpen anders sein.

Generell wird empfohlen, diejenigen  Komponenten eine Stufe besser zu kaufen, die ohnehin vergleichsweise nicht teuer sind: Durch den Kauf einer besseren Kette gebe ich nicht viel mehr Geld aus, erreiche aber eine bessere Schaltqualität; durch den Kauf einer besseren Kurbel erreiche ich nur ein wenig mehr Qualität, ein wenig weniger Gewicht, gebe aber sehr viel mehr Geld aus. Daher ist die Empfehlungen  „billige“ Komponenten wie Kette und Umwerfer  eher aus besseren Gruppen zu kaufen.

Wie immer gibt es eine Ausnahme, und die heisst hier 130€ mehr für eine RED Kurbel bei SRAM zu investieren und nicht bei Force zu bleiben.

 

Zum Schluss noch einmal die Frage: Kann ich wirklich Geld sparen wenn ich einzelne Komponenten ersetze? Denn ich kann ja dann nicht die Gruppe zum Gruppenpreis kaufen, sondern muss jede Komponente einzeln kaufen, was in der Addition nerst einmal teurer wird als die Gruppe.

Die komplette Ultegra Gruppe gibt es für €599; würde ich die Komponenten alle einzeln kaufen, so müsste ich €633 auf den Tisch legen. Werden nun Schalthebel und Schaltwerk durch 105er Komponenten ersetzt, bringt das eine Ersparnis von €77 (gerechnet auf die €633), oder €33 auf den Gruppenpreis. Das macht wenig Sinn.

Die komplette SRAM Force Gruppe kostet bei Bike24  789 €, kaufe ich hingegen alle Force Komponenten einzeln kostet das 797 €. Und ersetze ich nun wie vorgeschlagen Schaltwerk und Bremsen mit Force Komponenten dann kann ich €100 sparen. Das passt also. Die €100 könnte ich wiederum investieren, um die RED Kurbel zu finanzieren.

Das piece de la resistance

Bei Campagnolo schlägt die Chorusgruppe mit € 1.089 zu Buche; kauft man alle Gruppenteile einzeln so würde man bei € 1.122 landen also nicht wesentlich mehr. Wird nun wie vorgeschlagen der Umwerfer und die Kette auf Record up-gegradet (eine Super-Record Kette gibt es nicht), so gibt man auch nur € 59 mehr aus. Das könnte also durchaus ein sinnvolles Upgrade sein.

Ah. Das geht auch mit einer Shimano Gruppe.

Geht ästhetisch gar nicht.

Meine Meinung dazu: Shimano 105er Gruppe kaufen bis auf Kurbel und Bremsen. Dei Shimano Kurbeln gehen einfach überhaupt nicht aus ästhetischen Gründen, da muss etwas anders dran (z.B. eine Camapgnolo Athena Ultratorque). Und bei den Bremsen finde ich Campagnolo einfach am besten zu handhaben, sogar Veloce. Aber nur bis Modelljahr 2015, nun sind sie recht häßlich geworden. Ja ich weiß, man kann die nicht öffnen, da macht aber nicht wirklich etwas. Dann hat man für wenig Geld eine technisch astreine und gut aussehende Gruppe am Rad. So wie hier unten.

Campagnolo Veloce Bremsen Jahrgang 2015 – astrein. (Tip: Man radiere das Logo weg und baue die Bremse so zu einer Campagnolo Super-Veloce um).

 

Campagnolo Veloce Modelljahr 2016 – geht wieder gar nicht.

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3 Rensho: Shimano 105 5800 mit Campa Upgrades

 

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Donnerstag. Freitag. Samstag. Sonntag.

Samstag.

Ich wollte ja eigentlich nicht mehr Radfahren und hatte mir bereits einen schicken Motorroller zugelegt. Leider war der nun erst einmal in der Werkstatt und wurde zu einem Fixieroller umgebaut: Bremsen weg, Getriebe weg und Spielkarten auf die Felgen geklebt.

Und zudem hatte ich noch keine neuen Rollerfreunde, also entschloss ich mich schwerzen Herzens am Samstag mal wieder Rad zu fahren mit der BBC Runde. Das war doch eigentlich ganz nett, die Strecke war sehr gut ausgewählt und führte mehrheitlich über Straßen die ich bislang wenig oder noch gar nicht gefahren war, das Tempo war sehr moderat, so dass ich ziemlich viel gequatscht habe, mit Freunden, aber auch mit neuen Mitfahrern. Ich schätze so Gelegenheiten ja sehr. Benjamin zog ab und zu Sprints an und so konnte ich mich an der einen oder anderen Stelle gut verausgaben. Leider fehlt heute die Zeit viel darüber zu schreiben, deshalb nur ein paar Bilder und ein paar kurze Beschreibungen.

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Irgendwo, irgendwann mit irgendwem (aber nicht Erdogan).

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Erzwungene Pause, da wir zu fünft vorne weggesprintet waren.

Die Pausen bei dieser Tour waren etwas sporadisch unerklärbar. Nach ca. 45 km machten wir mitten im nirgendwo die erste Pause, es gab kein Eis, keinen Kuchen – nichts. Die zweite war dann erzwungen. Es gab aber auch nichts.

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Hier starten Benjamin, Bo und ich gleich zu unserem Ortsausgangssprint: Härtester Gang rein und stehender Start. Definitiv unter 30 km/h.

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BBC Granden.

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Die zweite Pause: Vor dem Nagelstudio von Tim in Adolfsdorf.

Sprintvideo von Bo. Strava der Strecke von Benjamin

Sonntag

Musste heute dummerweise arbeiten, denn ich war offensichtlich in der Woche vorher zu faul: Na gut da fehlte ja auch der Montag. Um 13:30 Uhr traf ich mich im Hannes, es war bitterkalt. Sibirische Winde fegten durch die Fischerhuder Steppe und wir hatten Mühe alle unsere Glieder warm zu halten. Ab und zu überholten wir ein Räumfahrzeug der Sagehorner Verkehrsbetriebe und überall waren bereits Warnschilder aufgestellt.

Ich sag‘ noch zu Hannes: „Mensch pass auf, hier ist ’ne Glatteiswarnung!„, aber da war es schon zu spät, unkontrolliert rutschten wir beide weg und kamen auf der Strasse zu liegen. Zum Glück war nichts passiert. Bis wir ein paar Passanten fragen konnten ein Photo zu machen hatte es bereits wieder angefangen zu tauen.

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Scheisswetter heute!

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Free Tibet of Glatteis now!

Hannes zupfte sich sein Free Tibet zurecht, ich setzte meine Coco Chanel Mütze wieder fesch auf und weiter ging es. Ohne schöne Unterbrechung der etwas monotonen Arbeit- mein Dank an Hannes.

Insgesamt an vier Tagen ca. 270 km – der Dynamo läuft wieder.

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Das war’s.

Die Weser, bei Sagehorn

Heute um 16:00 Uhr war die gemütliche ex-BOC jetzt BBC Runde angesagt, draußen frühlingte es und in meinem Kopf schwirrte dazu das passende japanische Lied dazu. Und dann noch eins. Ich freute mich auf eine nette, gemütliche Runde mit vielen bekannten Gesichtern. 

Es ging auch schön gemütlich los und beim fahren quatschte ich mit Andreas, Bo und Schnippo. Wir fuhren die Wilstedt Runde, nicht dass ich die gerade erst gestern gefahren war, aber bitte. Im Wilstedt gab es einen Ortsschildsprint und ich konnte trotz Materialnachteil mit dem alten Basso recht gut mithalten. Dann wurde es etwas schneller auf dem Rückweg nach Fischerhude, da wir ja mit dem Wind fuhren.

Mit uns fuhr ein schweigsamerer, älterer Herr (will sagen in meinem Alter)  ebenfalls auf einem Stahlrad und das hatte – und ich schwöre, ich habe das noch nie gesehen – tatsächlich Campagnolo Delta Bremsen montiert.

Also will sagen, Campagnolo Delta Bremsen habe ich schon oft gesehen, aber dass diese tatsächlich benutzt werden, das mit ihnen gefahren wird, noch nie. Das ist sehr ungewöhnlich, denn der Legende zufolge bremsen diese Bremsen nicht besonders gut. Wer sie hat, stellt sie zuhause in die Vitrine und zeigt sie seinen Freunden, anstatt sich damit das Leben zu nehmen.

Ich würde sagen Campagnolo Delta Bremsen sind wie Kondome, man besitzt sie, aber in Benutzung sieht man sie nie.

Der ältere Herr war jedenfalls sehr schnell, was vermutlich daran lag, dass er nicht bremsen konnte. Weil der Campagnolo Delta Bremsen montiert hatte. Mit Kondomen wäre es vermutlich noch schnelle gewesen, aber das steht ja hier nicht zur Debatte.

Ich hatte vermutet, dass wir klassisch über Fischerhude zurück fahren würden, aber wir blieben auf der Strasse Richtung Oyten und Achim und machten uns dann auf den Weg Richtung Hodenberger Deich. Das Tempo wurde jetzt echt schnell und nach einiger Zeit waren wir auch nur noch zu zehnt. Andreas und ich mussten auch einmal nach vorne. Ich hatte mit Andreas abgesprochen, dass wir, wenn wir vorne sind, direkt abbremsen auf 30, dann kurz beschleunigen und anzeigen, dass wir wechseln wollen. Andreas zog das Tempo aber erst einmal an. Dann wurde er das Opfer seiner eigenen Tatktik und konnte am einzigen „Berg“ nicht mehr mithalten.

Der Rest war dann auch ziemlich brutal schnell. Das war alles Adrenalin und Strava KOM getrieben und machte überhaupt keinen Spaß mehr. Zumal ich meinen GPS Tracker zuhause vergessen hatte und von dem ganzen Gebolze ohnehin nicht durch Ruhm und Ehre profitieren konnte.

In Borgfeld hatte ich dann keine Lust mehr und seilte mich schnell ab Richtung Heimat. Ehrlich gesagt macht mir Radfahren auch nicht mehr so viel Spaß. Ich habe nicht gewusst oder geahnt wie anstrengend das sein kann. Und dieses ständige anstrengen und dieses ständige Leistung bringen das habe ich ja schon im Beruf und brauche das nicht in meiner Freizeit. Und dann muss man auch konsequent sein und deshalb habe ich heute beschlossen mit diesen ganzen Radfahrunsinn aufzuhören. Jawohl, Strich drunter und Schluß. Ich mache jetzt etwas weniger anstrengendes, und das ist Motorrad- bzw. Rollerfahren. Ist auch auf zwei Rädern und in der Natur und man kommt weiter raus und frischer zurück. Was passendes habe ich auch schon gefunden.

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Was ich aber auf jeden Fall weiter machen möchte ist schreiben und bloggen. Ich werde weiterhin über meine Abenteuer auf zwei Rädern berichten, aber nicht mehr auf diesem Blog sondern auf einem neuen Blog namens:

There is no „I“ in Bykerydyng

Viel Spaß dabei, die neue URL veröffentliche ich morgen.

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Shimanami Kaido.

Ist die Verbindung von der japanischen Hauptinsel Honshu über viele Brücken und kleinere Inseln des Inlandmeeres in die japanische Provinz in Shikoku, einer weiteren großen Insel. Eine der wenigen Routen in Japan, die über mehr als hundert Kilometer komplett für Fahrräder ausbaut ist und wirklich alles bietet – bis auf Berge.

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Letztens hatte ich mich mit einem Leser des Blogs kurz über die Shimanami Kaido ausgetauscht, er war während eines Japanbesuches auch dort gefahren. 2006 hatte ich die Gelegenheit mit zwei Freunden und zwei Kindern in zwei Tagen die Strecke abzufahren, das war ein wirklich tolles Erlebnis.

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2006 auf der Shimanami Kaido (non-competitive)

Einige Informationen dazu gibt es zum Beispiel in Englisch auf Japan Guide oder hier. Der Reiz Japans liegt ja gerade darin, dass man unbedingt diese riesigen Städte mit dem Gewusel an Mensch und der Masse an Architektur sehen sollte, aber andererseits auch die Naturschönheit außerhalb der Städte erleben sollte, dafür ist die Shimanami Kaido eine gute Möglichkeit.

Cycling Tips hat bereits vor längerer Zeit einen sehr guten und langen Artikel mit vielen Bildern über die Shimanami Kaido geschrieben:

Cycling Shimanami: exploring Japan’s Inland Sea by bike

Last week CyclingTips editor Matt de Neef and Melbourne-based photographer Aaron Upson travelled to Japan’s Hiroshima Prefecture to take part in the Cycling Shimanami recreational challenge ride. But thanks to a week of famous Japanese hospitality, the trip became about far more than a single, 65km ride.

As we rode through yet another sleepy fishing village en route to our final stop of the day I had to remind myself to look around and take it all in. Pretty soon we’d be packing our bikes up for the final time, and we’d be on a plane back home to Australia. It was important to savour the moment.

We’d spent the past five days riding around and between the many interconnected islands of Japan’s Seto Inland Sea, south-east of Hiroshima. The trip had revolved around Cycling Shimanami, a mass participation event held largely on the Shimanami Kaido, an often-breathtaking expressway featuring mighty suspension bridges and frequent ocean views.

But both Aaron and I would take so much more from the trip than that one single ride. After all, how often do you get to go on an all-expenses-paid trip to Japan, to ride your bike for ‘work’?!

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It all came about after CyclingTips founder Wade Wallace and a couple of his mates visited the Hiroshima Prefecture earlier this year and published a Roadtripping article about the experience. The local tourism board loved the piece and invited CyclingTips back to take part in and write about the region’s flagship cycling event: Cycling Shimanami.

At this point it’s worth offering full disclosure: our flights, accommodation, transfers and meals were all covered by the local tourism organisations, and CyclingTips was paid to be there. That said, there’s been exactly zero pressure from our hosts or anyone else to tell the story they want us to — we’ve only been asked to write honestly about our experience and that’s what we’ve done here.

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From the moment Aaron and I landed in Japan it was clear we were going to be looked after very well. Our hosts were waiting for us at Tokyo’s Haneda airport and would help us check in to and accompany us on our domestic flight through to Hiroshima. We’d heard about the famous Japanese hospitality (or“omotenashi”) and now both Aaron and I were getting to experience it first-hand.

In Hiroshima we met the rest of our international media tour group comprising eight other journalists — two from the USA, two from South Korea and four from Taiwan — a tour coordinator, three translators — one each for English, Mandarin and Korean — a bus driver, a truck driver (to move our bikes around) and a cycling tour guide.

Our international media group doing some stretches pre-ride. Our cycling guide, Yo, can be seen in the background in the Garmin kit. Not sure I quite had this stretch worked out.

Our days were tightly scripted — our guides stuck to the detailed itinerary with ruthless efficiency, and we were moved around quickly between activities. On the days that we rode (with the exception of the main event itself, Cycling Shimanami) we covered an average of 35km. The rides were leisurely, allowing us to look around, soak it all in and take plenty of photos. So many photos.

On average we spent perhaps six hours a day in lycra despite the short distances covered, and we often felt self-conscious as we wandered through Shinto temples and towel factories, our sweaty lycra clinging to us. But it was almost always worth it — these diversions from the riding gave us a chance to learn about Japanese and culture in a way that we wouldn’t have if we’d been on our bikes all day.

Getting a guided tour of the ancient town of Mitarai ... in lycra.

The rides we did saw us hop from island to island in Japan’s Inland Sea, following, more or less, the Shimanami Kaido. This 60km expressway links two of Japan’s four main islands — Honshu and Shikoku — crossing many smaller islands along the way. Alongside the expressway runs a network of bike tracks and local roads which, thanks to a seemingly omnipresent blue strip designating the cycleway, allows cyclists to navigate the islands with ease.

Riding through the towns and villages of the Inland Sea — in consistently immaculate weather I might add — we were struck by the number of cyclists out and about. There was the occasional roadie out on a training ride, but the vast majority of cyclists we saw were elderly men and women on town bikes, simply using their bikes to get around. It seems that when you have people of all ages and genders (not just middle-aged men) on bikes, there’s a noticeable impact on the way cyclists are treated — every driver that passed us gave more than enough room, and no-one seemed to get impatient.

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After a few days of island-hopping with our media tour group, it was time on Sunday to line up for the main event. A smaller, pilot version of Cycling Shimanami had been held in driving rain the year before, but this year — 15 years after the full length Shimanami Kaido first opened — some 6,000 cyclists made the most of a rare opportunity to ride on the expressway.

Like any mass participation ride there were a number of ride options — from a simple 15km through to a full 110km up-and-back along the expressway. Our media group — comprising cyclists of all abilities — was signed up for the 65km ride which took us north-east from Imabari on the island of Shikoku through to Onomichi, on Honshu.

The defining feature of Cycling Shimanami (and indeed of the expressway) is the impressive suspension bridges that span the vast stretches of sea between islands. In all we traversed seven of these towering structures in our 65km ride, the longest — the Kurushima-Kaikyo Bridge — being some 4km long, comprising three long spans back-to-back.

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The first two-thirds of the event saw us stick to the Shimanami Expressway, crossing the monstrous bridges and skirting the thickly forested hills of the Inland Sea islands. Every so often we’d pop out of the wilderness and get an elevated view of a small town or city, the raised freeway affording us an impressive vantage point.

We descended off the expressway after 43km and joined the Shimanami Cycleway on the local roads of Innoshima Island. And with that, the scenery changed. No longer were we looking out over the islands and hills from on high; we were now riding through small fishing villages and other small settlements as we made our way north-east in the final third of the ride.

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In the expressway section of the ride I’d been struck by the sheer number of event staff lining the course — an orange-glad volunteer stood by the roadside literally every couple hundred metres, many of them with a bike pump or other means of rider support. At every overpass local residents looked down on us from above, clapping and offering their words of encouragement.

And when we left the expressway the number of supporters only grew. From frail old women peering cautiously from their front doors, to young children jumping and cheering by the roadside with their parents, we never went more than a minute or two without hearing what I assume were words of encouragement, or without having people bow to us with a smile on their face.

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In the final section of the ride we ventured briefly away from the local roads to segregated bike paths, some of which we’d visited in the days before. These sections of path link the coastal roads with the bike lanes on the nearby suspension bridges by way of short climbs.

Before too long we were back on the flatter roads and continuing along the coast, ticking off the final kilometres into Onomichi where our day came to an end. A large crowd cheered us as we rolled across the line and a local TV crew bundled us up for an interview.

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In all Aaron and I spent six days in Japan and Cycling Shimanami, while being the focus of the trip, was actually only a small part. In four days of cycling we covered roughly 185km on and around the Shimanami Cycleway, but as with any cycling trip, the off-the-bike moments were often as memorable as the riding. There were many highlights …

The first night we got to stay at the impressive Onomichi U2 Hotel Cycle, an old warehouse that was refurbished especially for cyclists, with a hotel, cafe, restaurant, bike shop and more. Best of all it’s located right at the start of the Shimanami Cycleway.

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We got the chance to visit a handful of Shinto shrines and learned the proper way to ‘cleanse’ one’s self upon entry. We stumbled our way through what felt like a minefield of Japanese social customs and etiquette, particular when staying at a traditional Japanese hotel on the second night (nude bathing in theonsen, anyone?). We watched as a woman made delicious okonomiyaki (a sort-of pancake with noodles and cabbage, among other things) right in front of us in a hole-in-the-wall restaurant, the same way she had done for 50 years.

We learned that there’s an elegant way of using chopsticks (in stark contrast to the way I was doing it), we got to watch some cutesy J-Pop at the Cycling Shimanami pre-event expo, and we learned that you can never have enough business cards when you’re meeting people in Japan (hold the card with two hands when you present the card, and be sure to bow).

We also fumbled our way through countless conversation with people who didn’t speak English, not least at a sake bar where we were the only Westerners to be seen. But we always found a way to make it work — in this case “Sake?” was all it took.

Don’t get me wrong; getting the chance to ride the islands and bridges of the Seto Inland Sea was a real privilege, and an experience I won’t quickly forget. But I’ll also treasure the memories I made away from the bike.

Hiroshima-style okonomiyaki prepared right in front of you. Delicious.

In the final days of the trip Aaron and I had the opportunity to swap the gentle, quiet pace of life of the fishing towns we’d ridden through, for the hustle and bustle of Hiroshima and, very briefly, Tokyo. Hiroshima is a truly beautiful city, thanks in no small part to the rivers that thread through the city and the well-kept parks dotted around the place.

A visit to the Hiroshima Peace Memorial Park provided a confronting but valuable reminder of theatrocities the city faced in 1945. The city still bears the scars of the world’s first atomic bomb attack, but it does so with an inspiring optimism for the future.

Our time in Tokyo was little more than a fleeting visit between flights, but we did get to see Shibuya Crossing, Tokyo’s answer to New York City’s Times Square, made famous by films like Lost in Translation. The sheer number of pedestrians crossing the street at one time was a sight to behold, and well worth braving the crowded Tokyo train system for.

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In my time at CyclingTips I’ve been blessed with some amazing travel opportunities — Hong Kong, Italy,France and Azerbaijan — and I’m grateful to have a job that allows me the opportunity to see the world while ‘working’. I never want to take these opportunities for granted.

I thoroughly enjoyed my time in Japan and was blown away by the hospitality of our hosts and by the Japanese people as a whole. I very much hope to return soon, hopefully with another opportunity to explore by bike. Thanks for reading.

A SELECTION OF PHOTOS

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Delta Tapete. Und andere Nichtigkeiten.

Delta Tapete

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via VeloVintage Designs

Costante Girardengo

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siehe zum Beispiel hier. Sozusagen der Ur-Merckx. Btw: Ohren, Pulli, protziger Ring an der linken Hand, Haare auf den Beinen – alles nicht aerodynamisch. Fehlt nur noch ein Bart. Und es geht doch alles.

Toll komponiertes Photo.

 Association of Professional Bicycle Mechanics

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Ist eine facebook Gruppe in die ich mich, ehrlich gesagt, hereingeschlichen habe.Immer rein, so lange es irgendwie geht.  Extrem interessant. Jetzt weiß ich was der Unterschied zwischer einer „Shop Wrench“ (der Profi-Mechaniker) und einer „Shop Rat“ (der Aushilfstyp) ist. Und eine Shop Wrench verdient etwa $15 pro Stunde, eine Shop Rat etwa €8. Wirklich interessant, das nicht aus der technischen, sondern aus er wirtschaftlichen Perspektive zu sehen. Eine andere gute Informationsquelle ist „Bicycle Retailer and Industry News„.

Ich hoffe die facebook Gruppe findet nicht so schnell heraus, dass ich Akademiker bin und mehr als $15 pro Stunde nehme.

 

 

 

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Gierige Räder am Montag.

Jackson Pollock

via the Radavist

Ich bin ein großer Fan des Designs von MTBs aus den Neunzigern: die wirren Farbspritzer, die Experimente in der Rahmenform, die Tatsache, dass viele große italienische Namen sich daran beteiligten und alle scheiterten: Colnago, Wilier, Moser, Vicini, Basso.

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Meine Tochter fährt auch so etwas ähnliches von Vicini.

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Jaegher Interceptor

via Cycling Tips

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Darrel’s Foundry Super Record Commuter

via The Radavist

Ich dachte bislang, der grundsätzliche Unterschied zwischen einem „Commuter Bike“ und einem „Race Bike2 sind nicht nur Schutzbleche, Nabendynamo und Licht, sondern auch die Tatsache, dass an dem Racer die ganzen guten teuren,empfindlichen Teile dran sind, während der Commuter sich mit Shimano 105 oder Campa Veloce begnügen muss: Der Commuter ist bei jedem Wetter draußen und muss was abkönnen. Und es darf nicht ganz so wehtun, wenn er in der Stadt gestohlen wird. Darrel Foundry montiert an seinen Commuter eine komplette Campagnolo Super Record Gruppe, Enve Karbonteile und sonst was gut und teuer ist. Frage: Wie sieht sein Racer aus?

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Diverse gierige Räder von der 2016 Sydney Classic Bike Show

via cycle exif

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Monday Eddy.

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von | 28. März 2016 · 23:07

Welle der Erregung.

Heute Nacht entlieh sich der deutsche Staat eine Stunde meines Lebens als er zwischen 2 und 3 Uhr die Sommerzeit einführte. Ich habe nichts dagegen, im Oktober bekomme ich meine Stunde ja wieder zurück. Aber wieso bekomme ich keine Zinsen dafür? 

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Christian Marclay – The Clock

Vorschlag zur Güte: Im Oktober werden die Uhren nicht um eine Stunde, sondern nur um 59 Minuten zurückgestellt; eine Minute wird an alle Bürger ausgezahlt. Man mache das 60 Mal, und dann ist es auch gar nicht mehr nötig überhaupt auf die Sommerzeit umzustellen, da wir die dann ohnehin schon haben. Nicht das ich das erleben würde, und wenn dann wäre es im altersgemäßen Zustand vermutlich sowieso egal.

Als zum ersten Mal, als Reaktion auf die große Ölkrise von 1973, 1980 die Sommerzeit in Deutschland wieder eingeführt wurde, weigerte sich mein Vater einige Tage lang da mitzumachen. Die Uhren zuhause wurden nicht umgestellt und in Telefonaten mit Kunden betonte er immer wieder, dass er pünktlich um 8 Uhr „richtiger Zeit“ kommen würde. Ich empfand das als verrückt, hatte aber einen gewissen Respekt, dass mein Vater den Kampf gegen die Zeit aufnahm.

Das wollte ich heute auch tun, ein kurzer, knackige Auftritt auf einer schon hundert mal gefahrenen Route, dem Worpsweder Dynamo. Ich verließ das Haus, als die Profis bei Gent-Wevelgem-Gent noch 75 km vor sich hatten und wollte vor ihnen das Ziel erreichen. Gleich im Sprint hoch zum Bürgerpark, dann weiter am Unisee zum Tierheim an der Müllverbrennungsanlage (Honi soit  qui mal y pense). Gleich wieder volle Power im Strava Zwang zum Dammsiel. Ausruhen bis nach Worpswede. Dann wieder volle Power den Timeworp hoch. Dann erst einmal Pause.

Als ich in Worpswede ankam spürte ich eine gewisse Welle der Erregung. Genauer gesagt, ich sah Sie gleich neben der Bank auf der ich sass.

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Da war sie, direkt unter meinem Rad, die Welle der Erregung.

Wow, man war ich erregt. Und die Welle erst – das war ja ein kleiner Tsunami, der sich hier unkontrolliert in Worpswede breit machte und langsam seinen Weg in Richtung der Dolomiten nahm.

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Drüben auf der anderen Straßenseite in den Dolomiten ahnten die Menschen noch nichts von dem unabänderlichen Schicksal, dass sie gleich in Form eines Tsunamis erfassen wollte. Die Welle der Erregung war hier noch nicht angekommen, man aß Eis und wunderte sich, wofür „or. ital.“ auf de Markisse stand.

Der Rest: Antiklimatisch. Gegen den Wind nach Hause, langsam, kräftezehrend. Trotzdem, ein schöner Tag, nur eine Stunde zu kurz.

Worpsweder Dynamo auf Strava

 

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Die besten drei … was auch immer.

Bicyling.com veröffentlichte heute einen Beitrag über die 16 besten Rennradfilme aller Zeiten (die nicht „Breaking Away“ heissen- der ist wohl für alle Zeiten als #1 gesetzt). Die Liste enthält die üblichen Verdächtigen („A Sunday in Hell“) und ein wenig Kunst („Bicycle Thieves“).

Vor ein paar Tagen wurde ich von einem alten Freund aus Aachener Studienzeiten angefunkt. Er hatte auf fb die Liste der zwölf Musikalben veröffentlicht, die ihn am meisten beinflusst haben und dies auch weiterhin tun, dann zwölf Freunde, unter anderem auch mich, markiert mit der Bitte dies genauso zu machen und somit weitere zwölf Freunde uns so weiter. Ich mache so etwas selten (kein besonderer Grund), aber es war Wochenende, es regnete draußen, ich lag halb krank im Bett und meine Familie war komplett an verschiedenen Orten unterwegs. Also, warum nicht? In den nächsten Tagen sah ich dann, was meine Freunde musikalisch als wegweisend, wichtig und permanent für sich betrachteten. Die Ergebnisse waren sehr interessant.Nicht im Sinne von musikalisch interessant, da gab es relativ wenig neues zu entdecken, zudem stammten die meisten Alben ohnehin aus unserer Jugend in den Siebzigern und Achtzigern. Aber interessant unter dem Aspekt: „Wie stelle ich mich als musikalisch eloquent nach außen dar?

Facebook ist, vor allem, ein soziales Netzwerk irgendwo in der Permanenz zwischen Gespräch und Brief und ohne Übersicht der Adressaten. Was ich damit sagen will sind zwei Dinge: Wir wissen nicht genau wie lange, dass was wir kundtun auf facebook für andere einfach verfügbar ist, bevor es unter einem Haufen anderer Dinge begraben wird. Manchmal suche ich einen alten Beitrag über eine bestimmtes Montageproblem und kann ihn nicht mehr finden, manchmal eben doch. Die Beiträge in facebook sind nicht wie ein Stapel Briefe mit Schleife in einer Schublade, die wir immer wieder lesen können, sie sind aber auch nicht so vergänglich wie ein Gespräch das wir einmal geführt haben und an das wir uns nur noch dunkel erinnern können.

Stand heute habe ich 253 Freunde auf facebook. Schreibe ich dort etwas, so kann es jeder von denen lesen, auch wenn ich das nicht bewusst beabsichtigt habe. So möchte in gerne bei meinen Rad-facebook Freunden damit angeben, dass ich mal wieder ein neues Rad gekauft habe, vergesse aber, dass meine Frau mitliest, die diese Botschaft nach Möglichkeit nicht erreichen soll. Daher die Garage, genannt Area 51, direkt hinterm Haus. Vor Jahren einmal postete ich im Auto auf dem Weg zu meinen Eltern. „On the highway to hell„, es folgte prompt das leicht irritierte „Spinnst Du? meiner Schwester. Das führt dazu, dass wir tendenziell belanglose, nicht kontroverse Dinge posten die alle irgendwie zufriedenstellen und niemanden aufregen. Schwer vorstellbar, dass ich etwas lobendes über Atomkraft, Scientologen oder Lance Armstrong schreiben könnte.

Lance Armstrong im Atomkraftwerk der Scientologen

Beide Punkte üben dann einen Einfluss auf, wenn man die Liste seiner Lieblings LPs zusammenstellt. Statt darüber nachzudenken, was einem ein Album einmal bedeutet hat, ist es wichtiger eine möglichst belanglose aber beeindruckende Liste von LPs zu veröffentlichen, mit denen im wesentlichen der eigene exquisite Geschmack des Boheme der man immer geblieben ist, die gesamte musikalische Bandbreite und die immer währende Treue zu den Klassikern der Jugend- im Gegensatz zu dem ganzen modernen Schrott – dokumentiert wird. In der Hoffnung alle anderen mögen keinen Anstoß finden und das ganze möglichst schnell wieder vergessen.

In meiner eigenen Liste ist das übrigens,nachdem ich einmal tiefer darüber nachgedacht hatte, ganz genauso, wenn auch leicht verschiedene Motive eine Rolle spielten. Nachdem ich das Ganze ein paar Tage später noch einmal durchsah, fiel mir auf wie wichtig es mir war den Eindruck zu erwecken, erstens nicht den Touch der Modernen verloren zu haben (deshalb fanden The Sounds ihren Eintrag) und zweitens das leichte Kontroverse zu forcieren (The Beautiful South). Tatsache ist allerdings, dass ich keine Alben mehr höre, sondern nur noch einzelne Songs, gepickt aus dem Angebot von Spotify. Alben sind langweilig, haben schlechte Songs, die wahre Auswahl müsste eine Liste von selbst zusammengestellten Tapes oder Playlists sein. Ich sah das phantastische Video von Tony Visconti über die Entstehung von Heroes von David Bowie, hörte mir das Album dazu an und war entsetzt von Songs wie V2 Schneider und Neukölln.

V2 Nina aus Neukölln

Gerechterweise hätten Alben wie „Ball Pompös“ von Udo Lindenberg aufgezählt werden müssen, denn es war die erste LP die ich mir jemals gekauft habe (vielleicht war es auch „Band on the run“ von The Wings) . Die erste Nina Hagen Band LP ist allerdings mit vollem Recht auf dieser Liste. Nie in meinem Leben hatte ich den größeren Wunsch eine LP zu besitzen als diese. Ich war ’79 auf einem Beruffindungsseminar in der Nähe von Bonn, Martin Kircher von EA80 hatte einen Walkman mit dem Nina Hagen Tape dabei und es war um mich geschehen. Ginge es nicht um Alben, sondern um Songs, so hätte „Yours sincerely“ von The Colour Field dabei sein müssen. Aber es ist eben facebook und nicht ein Gespräch mit TZ im Büro.

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Genauso ist es mit Rennrädern. Was sind die drei besten Rädern, die ich je besessen habe? Nun, die etwas langweilige Wahrheit ist nun mal, dass das Canyon Positivo das beste Rad ist, was ich je gefahren bin.

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Canyon ist als Marke wirklich nicht super sexy, Carbon Positivo ist nun mal kein Stahl und das Ding ist nicht so individuell wie etwas von Speedvagen, aber alles in allem und unterm Strich: Mit dem Canyon Positivo fahre ich viel und habe immer Spaß. Klar könnte ich auch etwas anderes aus der Garage holen, aber ich greife immer wieder auf das Canyon Positivo zu. Und das wäre dann für mich die Definition von „das Beste“. Nicht das beste Rad für die Stadt, nicht, dass am besten aussehendste Rad, nicht das mit dem meisten Prestige. Das Canyon hat das, was ein Rad gut macht. Und dabei hat es noch nicht einmal eine Campa Schaltung (Multishift!) sondern nur eine olle Ultegra, die ich von meinem Cervelo Soloist ab und da dran gebaut habe.

Ich liebe Stahlräder und die Technologie der Achtziger und Neunziger – nicht weil sie gut oder am besten ist, sondern weil ich sie beherrsche und sie mir Spaß macht. Mit würde es keinen Spaß am PC zu sitzen und die Software der Shimano Di2 zu hacken, oder einen Garmin irgendwie….auch keine Ahnung, Technik der 2010er ist mir nicht mechanisch genug und ich mache mir dabei nicht die Hände dreckig.

Das „zweitbeste“ Rad.ist schwieriger. Ich denke, es ist mein Union Fixie, das ich fast täglich benutze und das nach vielen Iterationen und Versuchen nun endlich so geworden ist,das es passt: Reifen, Laufräder, Bremsen, Steuersatz, Vorbau, Lenker, Lenkerband, Züge, Hüllen, Tretlager, Kurbel, Pedale, Schutzbleche, Kette, Ritzel – alles mindestens einmal getauscht und nun passt alles zusammen. Nur Rahmen, Sattel und Zugklemmen waren immer die gleichen. Fast. Denn die Suche geht immer weiter, was geht noch?

1602 Union Fixie Evo X 4

Die ewige Nummer Zwei: Union Fixie

Das Drittbeste Rad? Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass ich ein paar Räder hatte, die mir nicht gefallen haben: ein blaues Olmo, das unglaublich lahm war, ein Faggin, das nicht wurde was es sollte, ein Moulton bei dem ich mir nicht sicher bin, was aus ihm wird. Nein, ein drittbestes Rad gibt es nicht.

Oder vielleicht wird es das Union Fixie, denn trotz aller Liebe zum Canyon, es wird alt und der Kauf eines neuen, wichtigen Rennrads steht dieses Jahr ins Haus. Mit dem nächsten Rad wird wieder alles besser.

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