Fotos von der Weserrunde

Noch zwei Stück aus dem Ärmel: Auch als Fisch kann man die Weserrunde mitffahren. Da man dann naturgemäß den Sattel Richtung Lenker herunterglitscht, empfiehlt es sich die Sattelstellung entsprechend anzupassen.

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Heldenfoto zum zeigen und erzählen entsprechender Epen zehn Jahre später:

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RTFs im Testvergleich: Große Weserrunde vs. Lauenau

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Vorsicht, Beitrag enthält Weser.

An den letzten beiden Wochenende hatte ich das Vergnügen an zwei RTFs teilzunehmen. Doch welche ist unterm Strich besser gewesen? Große Weserrunde und RTF Lauenau im streng wissenschaftlich-analytischem Vergleich.

Die Auswahl der Vergleichskriterien für Produkte der Serviceindustrie ist ein komplexes Unterfangen über dass sich die Forschung bislang nicht einig ist. Diverse Forschungsergebnisse, beispielsweise Groeninger [2017], Oehm [1897] oder Matze [2020] bestätigen dies, auf eine einheitliche Definition von Mindestkritierien kann sich nicht festgelegt werden. In Anlehnung an Boertz/Döring [2014] die in jeder empirischen Arbeit erwähnt werden müssen, wird der gegebenen Komplexität durch eine angemessene Chaotik in Methodik und Durchführung Rechnung getragen. Zahlenmässige Angaben in Form von arabischen Zahlen wurden nach Dilbert [1999] ermittelt und bewertet.

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Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, wurde die Einführung an dieser Stelle beendet und mit dem Vergleich begonnen.

1. Anreise

Große Weserrunde

= große Anreise. Treffpunkt morgens um 4 Uhr am Bahnhof. Zumindest gibt mir dies die Gelegenheit meinen 14 jährigen Sohn zu treffen, der sich zum Zeitpunkt des Frühstückens auf einem Ausflug in die Küche begibt, um Nahrung für seine nächtlichen Onlineballerspieleskapaden zu beschaffen. Im Zug dann in einem Abteil mit dem was Bremer Clubs eben so Samstags Morgens um 4 Uhr ausgespuckt haben und nun auf dem Weg zurück in die Provinz ist. Neben uns sitzt ein Typ der den Abfallkorbdeckel öffnet um herreinzubrechen, ein angesichts getrübter Zielgenauigkeit hoffnungsloses Unterfangen. Tobias kann ihn gerade noch überreden die Toilette zu benutzen, wir hören ihn würgen und kotzten noch bevor sich die automatische Tür wieder schließt. Leider die Kamera nicht rechtzeitig zur Hand gehabt.

Da die Bahn von sechs bis neun einen Streik angekündigt hat zittern wir dann in der S-Bahn an jedem Bahnhof zwischen Wunstdorf und Bückeburg ob der Zug wieder anfährt oder eben nicht wieder. Doch Lokführer sind auch nicht doof, wer will denn schon am Samstag morgen in Haste drei Stunden rumsitzen, da haste nix von. S-Bahn fährt zum Glück weiter bis nach Bückeburg wie geplant. Von dort aus über einen ersten Berg nach Rinteln.  Im dunkeln konnten wir den zum Glück nicht sehen, wären sonst vermutlich wieder umgekehrt. Das Ausmaß unserer Leistung wird erst auf dem Rückweg erkennbar.

RTF Lauenau

Der Wecker klingelt um 6:45 Uhr. Dann wird klar dass es nicht der Wecker ist sondern ein Anruf von Hannes, der mich fragt wo zum Teufel ich denn bleibe, denn wir wollten mit seinem Wagen um 6:30 Uhr bei ihm losfahren. Anziehen und frühstücken wird ein wenig hektisch, aber dann fahren wir in Seelenruhe nach Lauenau wo wir 1 1/2 Stunden später bei guten Wetter ankommen. Nervend: Gang vom 80 Meter entfernten Parkplatz zur Anmeldestelle im Schwimmbad – das kostet ein paar Körner.

2. Begleitung

Große Weserrunde

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Mit Philipp, Jonas und Tobias im Zug. Gute Stimmung wie üblich. In Rinteln warten dann auch noch Jan und Sebastian auf uns; wir bekommen eine eigene Startzeit und radeln in unserer Gruppe los. Recht schnell wird klar, das ich der langsamste von allen bin, was dann dazu führt das sich relativ entspannt am Ende der Gruppe vor mich hingurken darf. Ein paar Mal, insbesondere an Anstiegen falle ich hinten raus, aber oben oder bei der Abfahrt warten alle immer nett auf mich, einpaar Mal zieht mich Tobias wieder an die Gruppe ran (Danke). Insgesamt klappt es aber sehr gut und der Leistungsunterschied ist auch nicht so signifikant. Ganz am Ende kneife ich dann vor der Route durch die Berge von Aetzen (Aerzen) und ziehe es vor mit den neu gewonnen Küs Freunden an der Weser und somit am Atomkraftwerk nach Rinteln zu fahren. Keine Nennung des Wortes Atomkraftwerk ohne einen Link zu S.Y.P.H.s Industriemädchen.

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RTF Lauenau

Allein auf weiter Flur mit Hannes, kein Bremer verirrte sich nach Lauenau – doch ganz am Ende sehen wir einen im Trikot vom RCB. Eigentlich sollten noch Eddie und seine Frau mitkommen, die aber in letzter Stunden absagen. Da wir viel zu spät für den Start gekommen sind fahren wir quasi die ganze Strecke alleine. Gestählt durch die große Weserrunde bin ich in Bestform. Hannes darf ab und an vorne im Flachen Führungsarbeit machen, aber auf den Anstiegen und Abfahrten gebe ich zur Abwechslung mal das Tempo vor.  Auch nicht schlecht. Irgendwann überholen wir eine Gruppe gelber Visbeker und ein Mädel hängt sich an uns ran, muss aber dann wieder auf ihre (lahmeren) Jungs warten. Sonst lernen wir leider niemanden neu kennen. Mit Hannes fahre ich aber sehr gerne, da wir das gleiche Maß an Anstrengung und an Nicht-Ernsthaftigkeit in unsere Touren legen.

3. Strecke

Große Weserrunde

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Die große Weserrunde ist nicht ausgeschildert und da ich immer noch nicht im Besitz eines Garmins bin, bin ich auf Gedeih und Verderb meinen Garminausgestatteten Freunden ausgeliefert. Nicht, dass dies ein Problem wäre und auch das Routing mit deren Garmins funktioniert ausgezeichnet. Ich würde mir ja auch gerne einen Garmin kaufen, finde aber, dass diese sich von der Nutzerfreundlichkeit irgendwo zwischen einem Commodore 64 und einem IBM386 mit MS DOS bewegen: XCOPY C:\Test\ A: . Und seitdem Bedienungsanleitungen länger als 20 Seiten sind und nicht mehr auf Papier gedruckt werden, lese ich diese ungern – kein Zeit dafür.

Ansonsten gibt es bei der Weserrunde über die Streckenführung nichts zu meckern. Ab und an werden doch arg kleine Wege und Abkürzungen benutzt, in Hameln fahren wir einmal über die Terasse eines Biergartens und verfahren uns gleich anschliessend. Es geht fast immer recht dicht an der Weser entlang bis auf zwei Abstecher in die Hügel, einmal auf der Hinfahrt nach Hannoverisch Münden und einmal auf der Rückfahrt von Polle nach Aerzen. Da gibt es denn eine alternative Strecke, die sich aber im nachhinein auch als länger herausstellt. Über 300 Kilometer kommen so einige Höhenmeter zusammen, bei so einer Distanz bin ich dann auch froh, dass es nicht zu viele wurden. 300km sind lang und länger als Lauenau. Das hat den Vorteil, dass man anschliessend viel zu erzählen hat. So lange Distanzen bin ich bislang selten gefahren; Tokyo-Itoigawa Rennen 2008, etwa 290 km in etwas mehr als 10 Stunden auf dem Rad und 12 Stunden insgesamt und mit vielen, vielen fiesen Höhenmetern und Ampeln. Yokohama – Hamamatsu 2010 ähnlich lang und hart. Aber seitdem ich zurück in Deutschland bin, bin ich nur selten mehr als 200 km an einem Stück gefahren. Jetzt gibt es wieder viel von Heldentaten zu berichten.

RTF Lauenau

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Quasi direkt nach dem Start geht es mit den Anstiegen los. Die Strecke ist gut ausgeschildert in den Farben des ausrichtenden Radklubs Victoria Lauenau. Bereits nach 50 km haben wir fast 800 Höhenmeter in den Beinen. Die erste Abfahrt ist auf einer sehr schicken und schnellen Landstrasse und endet etwas abrupt und gefährlich an einem T Stück ohne Vorwarnung. dann geht es wieder in kleinen Wegen weiter hoch. Teilweise sind die Steigungen recht giftig und es fällt mir schwer alles im großen Kettenblatt abzuarbeiten – aber zunächst geht es noch. Die Landschaft ist jedenfalls großartig, viele Hügel, Wälder, einzelne Bauernhöfe hier und da und das alles bei sehr gutem, sonnigen Wetter aber auch nicht zu heiß. Eine Gegend zum verlieben – man möchte noch einmal 20 sein und neu anfangen, am besten gleich in Tevenhausen. Obwohl heiraten, Kinder großziehen etc. sind größtenteils vollbracht und wenn ein Drehen zurück an der Uhr dies wieder nach sich ziehen würde dann vielleicht doch eher nicht. Bei Tevenhausen fahren wir einen Teil der Strecke zwei Mal. Dazu kommen ab und Radfahrer entgegen, vermutlich von der Marathontour. Das ist etwas irritierend aber wir lassen das nicht zu. Raus aus de Kalletal zurück an die Weser  setzen wir bei Großenwieden mit der Fähre über. Das ist originell und kann nicht jede RTF bieten. An der nächstgelegenen Verpflegungsstation klärt und ein älterer Herr mit noch älterer Team Telekom Mütze auf, dass wir nun die Auswahl zwischen zwei Strecken zurück nach Lauenau haben: Die flache Alternative, oder noch einmal den Berg hoch zur Schaumburg und weiter zur Paschenburg.

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Das wollen wir natürlich unbedingt, einmal das Palais Schaumburg sehen! Oder einmal Palais Schaumburg sehen? Die Steigung zieht noch einmal ordentlich an und bringt mich letztlich auf das kleine Kettenblatt. Danach eine super Abfahrt bis fast nach Lauenau rein. Streckenplanung also super, fast keine Bundesstrassen, viele Anstiege auf kleinen Strassen, viele Abfahrten auf geräumigen Alleen. Aber eben auch schon nach 150 km zu Ende.

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4. Verpflegung

Große Weserrunde

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Verpflegungsstationen etwa alle 50 km. Manchmal gibt es nur eine Cola und einen Stempel aber fast alle Lokationen sind großartig. Der Campingplatz Himmelspforte direkt hinter dem Regipswerk Bodenwerder wird mir auf ewig in Erinnerung bleiben: “Es ist verboten warmes Wasser von den Toiletten mitzunehmen”. Es ist vermutlich auch verboten kalt in die Becken zu pinkeln. Dicke Holländer in frottierten Bademanteln kommen wir aus den Waschräumen entgegen. Irgendjemand hat doch die Uhr zurückgestellt, oder?  In Holzminden eine Blockhaushütte namens „Hafenbar“. Ich denke an Ford Capri, Batida de Coco, Tritop und wilde Wodka Parties kurz hinter Tschernobyl mit Alwin und Peter. Dier Verpfelegung ist OK, das Mittagessen in Hannoversch Münden auch udn die einzige Gelegenheit mal mit ein paar anderen Leuten zu sprechen. Wir treffen zwei Zigarrenliegeradfahrer und unterhalten uns mit ihnen, der eine fährt ein Cabrio, der andere vollverkleidet. Ich stelle mir vor, wie sein Cabrio bei Regen vollläuft und nur noch der Kopf vom Kinn aufwärts aus dem Wasser in seiner Kiste hervorragt. Die übrigens auch nicht leicht ist: 36 kg wollen bewegt werden, vor allem den Berg hoch. Das Boothaus in Beverungen ist auch so eine Zeitkapsel. Wie hat das alles überlebt aus den Siebzigern?

Der letzte Rast in Polle ist der Hit: Wir sitzen auf einer Terasse auf einem Campingplatz an der Weser und bekommen Getränke, Kaffee und vor allem Erdbeerkuchen umsonst.Eigentlich wollen wir gar nicht mehr weiter und wünschten uns Torsten wäre mit seinem Eifelland Wohnwagen da. Am Ende dann auch noch Essen am Start. Alles wirklich gut organisiert.

RTF Lauenau

„Ein Salamibrötchen bitte“ „Das macht 50 Cent.“ Eigentlich möchte man ja dann sagen: „OK, geben Sie mir alle, ich verkaufe die am Montag vor der Uni für ’nen Euro“ aber wir sind fürs Radfahren und nicht für den Profit gekommen. An der ersten Station in Hemeringen nach ca. 30 km beisse ich in zwei leblose und labrige Waffeln bevor Hannes mir sagt, dass hier besonders das selbstgemacht Rosinenbrot zu empfehlen ist. Das ist wirklich gut. es gibt quasi alle 25 km eine Verpflegungsstation und so brauche ich nur einmal auf einen Riegel zurückzugreifen. Rosinenbrot gibt es überall. Bananen, Obst, Müsliriegel, nichts außergewöhnliches aber eben gut für eine RTF. Am Ende gibt es dann noch gegrillte Bratwurst und Kuchen. Der ist aber leider schon fast weg, da wir zwei Stunden nach der Meute gestartet sind und uns viel Zeit gelassen haben.

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5. Rückfahrt

Große Weserrunde

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Sebastian meinte, dass wir es locker im hellen wieder zurück nach Bremen schaffen. Schummerig wurde es allerdings schon auf der Rückfahrt nach Bückeburg. Die Bahn brachte uns dann einen weiteren, langen Aufenthalt in Wunstdorf ein, dummerweise war da dann auch schon lange das Shoppingcenter im Bahnhof geschlossen (bereits seit 14 Uhr!). So gegen 23 Uhr war ich zuhause, ein 19 Stunden Abenteuer.

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Nicht Herr Sato.

RTF Lauenau

Hannes fährt, wir quatschen und nach ca. 1 1/2 Stunden setzt er mich netterweise zu Hause bei mir ab.

Fazit

Beides lohnenswerte RTFs, dieses Jahr haben wir neben diesen beiden auch wieder die Adlerrunde, der rote Fuchs und die Delmenhorst RTF gefallen. Visbek war auch nicht schlecht und auch Barrien. Bramsche fand ich nicht so doll. Schade, dass nun alles vorbei ist bis zum nächsten Jahr – aber wenn das Wetter gut ist, dann fahre ich noch den Münsterland Giro. Welche war nun besser? Keine Ahnung.

Handlungsempfehlung

Die Untersuchungen machen klar, dass eine Beurteilung der Qualität von RTFs anhand von standardisierten Kriterien nur dann eine signifikante Aussage haben kann, wenn die Anzahl der untersuchten Objekte deutlich erhöht wird. Aufgrund dieses Untersuchungsergebnisses wird empfohlen weitere Analyse in kommende Forschungsvorhaben einzubetten um auf der Basis gesicherter statistischen Erhebungen Aussagen zu treffen, deren mittlere Standardabweichung einen gewissen Grad von Allgemeingültigkeit zulässt.

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Kein Zusammenhang. Schafft aber auch bestimmt 51,151 km in der Stunde.

Der Autor dankt seinen Mit-fahrern und -forschern.

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Wo mein Nagasawa herkommt

Mein Nagasawa ist hier.

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Der traditionsreichste Radtreffs Bremen: Das Kiosk zur gelben Gefahr

Letztens musste ich irgendwo im Web lesen, dass angeblich die Ausfahrt des Radclubs xy Bremen, die mit der längsten Tradition in der Hansestadt ist. Das ist leider komplett falsch.

Nachweislich treffen sich bereits seit mindestens Sommer 1904 Bremens sportliche Fahrer am Kiosk an der Ecke Schwachhausener Heerstrasse und Scharnhorststrasse, das somit als die Geburtswiege des Rennsports in Bremen zählen darf. Das Kiosk wurde um die Jahrhundertwende erreichtet und diente zunächst als Pferdetränke für die Strassenbahn (die damals noch von Pferden gezogen wurde)  von Bremen nach Borgfeld und Lilienthal. Mit dem Aufkommen des Automobils und der Massenhaltung von Rädern, wurde der Kiosk in den nächsten Jahren zum Treffpunkt von Radfahrern die sich aufmachten in das Grüne der näheren Umgebung. Bereits vor dem 1. Weltkrieg startete die Frauen-Anfängergruppe von Schwarz-Weiß-Grau Bremen ihre wöchentlichen Trainings hier jeden Montag um 18:30 Uhr.

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Mit dem ersten Weltkrieg war dann erst einmal Schluß mit lustig. Viele Frauen und vor allem viele Anfänger fielen auf dem Feld der Ehre für das Vaterland und sind heute mit ihren Stahlrädern fern der Heimat begraben.

Die Zwanziger und Dreissiger Jahre brachten dann erst einmal wieder Spaß und Abenteuer in das Leben vieler Menschen. Das Kiosk war im November 1918 dem ersten englischen Bombenangriff auf Bremen zum Opfer gefallen und wurde im Jahr 1921 wieder neu aufgebaut, zunächst in einer sehr bescheidenen Ausführung. Schnell erlangte es wieder alte Beliebtheit.

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Nachdem auch im 2. Weltkrieg wieder eine Menge Frauen und Anfänger dran glauben mussten, begann ab 1945 der Wiederaufbau des Kioskwesens in Bremen. Das Kiosk zur gelben Gefahr  bekam nun seine charakteristische Farbe und seinen Spitznamen. Am 9. Mai 1945 fand hier zum ersten Male das traditionsreiche „Treffen ohne Helm“ (ToH) statt. Damals weren Helme noch aus Stahl.

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In den Fünfzigern und Sechziger Jahren begann die Blütezeit des Radsports am Kiosk zur gelben Gefahr. Hunderte von Radfahrern versammelten sich dort an den Wochenenden, um sich gut gelaunt mit einer Flasche Haake in der Tasche aus der Stadt zu machen. Wurden die Sechstagerennen in Bremen ausgetragen, so traf man sich vor und nach den Rennen am Kiosk um mit Gleichgesinnten zu diskutieren und sich die eine oder andere Flasche Haake auf den Kopf zu hauen.

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Frauen Anfänger Gruppe 1972

In den nächsten Jahren ging es dann ständig bergab: Miss-management, Besitzerwechsel, Carbonräder… Shimano Schaltungen, Powerbars, all dies führte dazu, dass immer weniger Radfahrer am Kiosk Rast machten. Bis heute hat der Kiosk daher ganz schön an gelber Strahlkraft verloren.

Zeit für Hannes und mich dort einmal hinzufahren und unsere Tour beginnen zu lassen. Die Tour war dann eher kurz, das Bier aber gut.

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Kiosk Vinckeplatz

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Gestern Nachmittag am Atomkraftwerk mit den Küs

IMGP0542Gestern war die „Große Weserrunde„, eine RTF über 300 km von Rinteln entlang der Weser nach Hannoversch-Münden und auf der andren Weserseite wieder zurück. Demnächst schreibe ich ein wenig mehr darüber. 

Nach etwa 240 km, am Campingplatz in Polle haben wir uns getrennt, ich bin mit den Küs die alternative Strecke entlang der Weser gefahren (länger aber weniger Höhenmeter) und die anderen haben die Strecke durch die Hügel über Aerzen zurück nach Rinteln genommen. Plötzlich tun sich die Wälder vor uns auf und geben den Blick frei auf das Atomkraftwerk Grohnde. 

As AKW Grohnde sieht aus wie ein AKW in Deutschland eben aussieht, aber eben nicht alle AKWs in der Welt: rund.

AKW Grohnde

Währenddessen zum Beispiel ein japanisches AKW  eher eckig ist:

Ich hatte dieses runde Element völlig vergessen, für mich war es wie eine Zeitreise in die Siebziger, als AKWs und NATO Aufrüstung die beherrschenden Themen der Zeit waren. Insofern war dieses AKW auch der Höhepunkt einer Radzeitreise in die Vergangenheit, denn auch die Campingplätze und Orte entlang der Weser an denen wir vorbei kamen und Rast machten sahen aus wie eine Miniaturwelt der Siebziger Jahre: 

Fast 300 km lang gab es, von dem AKW, einer Regipsfabrik direkt am Campingplatz Himmelspforte, der Porzellanmanufaktur Fürstenberg im Ort gleichen Namens und einem Gebäckhersteller namens „XOX“ (deren widerliche Kekse es bei alten Leuten in meinem Familienkreis zu Kaffee gab) keinerlei nennenswerte Industrie.

Das beste waren allerdings die zahlreichen Campingplätze mit angeschlossenen Ausflugslokalen die wir angefahren haben. Während heute fast jedes Restaurant oder Cafe „Country Club Quelkhorn“ oder „Wellness Terrasse Wilstedt“ etc. heißt, gab es dort kein einziges englisches Wort zu lesen, selbst die Verbotsschilder waren auf Deutsch und wiesen in der strengen Sprache der Fünfziger darauf hin was alles nicht erlaubt ist: „Es ist verboten warmes Wasser von den Toiletten mitzunehmen“. „Besuchen der Gäste des Campingplatzes nur gegen Gebühr“. Das ganze garniert mit aberwitzigen Fliesen, Möbeln aus der Wirtschaftswunderzeit, Gardinen wie aus „Madmen“ und Wimpeln und Pokalen mit dicken Staubschichten.

Ich fühlte mich auf einmal sehr jung. Nach dreihunter Kilometer war dieses Gefühl komplett verfolgen und ich fühlte mich nur noch sehr alt.

 

 

 

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Abends auf dem Deich

… auf der Rückkehr von der Abendrunde über Fischerhude, Vorwerk, Buchholz, Nintendo Wiistedt etc. .. das übliche halt aber in unüblich großer Zahl. Ganz langsam fühlt sich das hier wie Heimat an, auch wenn Silke heute fast nur über Berge in Frankreich erzählt hat und das irgendwie nicht zur Strecke passte, bis auf diese brutale Rampe hoch über die Autobahn vor dem Platzhirsch. Und gerade, wenn man gut in Form ist und alles passt. da sagt der Sommer „vorbei!“ und knipst abends das Licht früher aus.

IMGP0530 Strava

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Road to Mont Blanc

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Danke an David und Domenic für den Hinweis auf dieses Video. 1.000 Kilometer und 20.000 Höhenmeter von Italien über die Schweiz nach Frankreich durch die Alpen. Von der Distanz her wie das Transalprennen aber alles in einem Rutsch: 53 Stunden.

 Kommentar David: „…. But the support car is really cheating. Spare clothes, spare
batteries, spare wheels, etc., etc. … Rain .. then a change into dry.“
gear.

san boldo

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For Sale: Romani Pappagallo Non Mercie RH60

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Das Romani ist einer meiner liebsten Aufbauten (neben dem Reus, dem Umberto Dei, dem blauen Basso, dem Union und noch ein paar anderen…) und ich hatte es bereits Anfang des Jahres an einen guten Freund verkauft. Der mittlerweile eine Karriere in der Automobilindustrie anstrebt und deswegen das Romani zurückgab. Also noch einmal: Romani for sale:

“Non Mercie” ist nicht französisch für “Nein Danke”, sondern französirisiertes Englisch für “No Mercy” oder endlich auf Deutsch: “Keine Gnade”. Dieses Rad ist in gewisser Weise eben gnadenlos.Nicht so sen Preis: €400 VB.

Der Rahmen hat ein Größe von 60 cm, ist also etwas für sportliche Menschen zwischen 1,80 und 1,90. 

Den Romani Rahmen hatte bei Ebay günstig gekauft. Das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass Romani als Marke nicht den Bekanntheitsgrad wie andere italienische Traditionshersteller hat. Über den Rahmen habe ich mich schon an anderer Stelle auf diesem Blog ausführlichst ausgelassen. Da er ganz ohne Aufkleber ist, sollte auch der Aufbau schlicht und simpel sein, in zweierlei Hinsicht: Erstens wollte ich nicht schon wieder ein halbes Vermögen ausgeben, dass eins.erstens nur in der Garage steht bis ich es eins.zweitens dann mißmutig verkaufe und zweitens kommt für so etwas sowieso nur ein Singlespeed Aufbau in Frage, alles andere verschandelt leider die simple Optik, auch wenn es denn noch so funktionell sein soll. Und drittens gab mir das auch die Gelegenheit, frei von jeglichem Gruppenzwang und Epochendenken einfach alles aus den Kisten im Keller dranzubauen, das mich schon lange anschreit: “Benutze mich, Baby!” 

Dann machte ich mich daran, die Muffen und Pantos neu auszumalen, das meiste in rot ein wenig in blau. Andere Farben als solche die ohnehin schon am Rahmen sind dürfen hier auf keinen Fall hinzugefügt werden. Das ist ja ein Rad und kein Regenbogen! 

Aus den Kellerkisten kam dann ein sehe schöner und schlanker 3ttt Umbau mit dem passenden 3tt Lenker darn. Dieses ist mit 38cm recht schmal, damit man sich gut in der Stadt an stehenden Autos vorbeimogeln kann. Ich wollte auf keinen Fall normale Rennradbremshebel mit Bremsen vorne und hinten montieren. Andererseits wollte ich auch nicht wie eine Rakete ohne Bremsfallschirm durch die Strassen fahren. Die Lösung bestand darin, einen Crosser Bremshebel (Tektro RL720) oben am Lenker zu positionieren der die Hinterradbremse bedient. Damit bleibt vorne alles frei und aufgeräumt, da die Bremshülle fast komplett durch das Oberrohr läuft. Der Lenker ist damit voll präsent und die Bremsaufnahmelöcher an der Gabel habe ich versiegelt und ebenfalls rot lackiert. So kommt die Optik relativ nahe an die eines Bahnrades. Eine Shimano 6203 Bremse ist schön klein und fällt nicht weiter auf. Die Bremskraft ist gearde mal ausreichend, aber eine moderne Dual Pivot, wie z.B. eine Campagnolo Veloce wirkt da einfach zu klobig. Warum hat das eigentlich noch nie jemand vorher gemacht – die meisten Fixies haben ja die Bremse, wenn sie eine haben, vorne.

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Andere Teile, wie der Ritchey Logic Streem Sattel in weiß, die sehr ungewöhnliche SR Sattelstütze, das Lenkerband in schwarz im blauen Punkten, die Gipiemme Dual Sprint Pedalen sind aus der Kiste. Die Campagnolo Centaur 10speed Kurbel hatte ich sehr lange an meinem Union Fixie gefahren, dies aber nun mit einer älteren Chorus Kurbel verschönert. Ich mag die Campa Kurbeln an Fixies da sie in der Regel sehr filigran aussehen. 

Als Laufräder habe ich nun Shimano 600 EX Naben mit Mavic GP 4 Felgen für Schlauchreifen, schwarz eloxiert
und Vittoria Schlauchreifen vorne und hinten: Continental Sprinter verbaut. Die 6-fach Kassette habe ich so gelassen, man kann nun die Kette auf eines der Ritzel legen, je nachdem wie man das braucht – für die Stadt, für die Hügel oder für die Landstrasse. Die Kette spring nicht ab, klappt alles prima. Und selbst wenn, da hinten ein Schnellspanner verbaut ist kann man das schnell wieder ausrichten. 

Nun gut, aber wie fährt sich das Ding denn nun? Ziemlich brutal. Also erst einmal ist es relativ leicht, nämlich nur 8,6 kg. Ja ich weiß, wir haben alle zuhause ein leichteres Canyon ode Rose oder Müsing stehen, aber man muss dies natürlich auch im Zusammenhang mit der Zeit sehen in denen die meisten Komponenten gefertigt wurden. Allein der Rahmen wiegt 3,3kg. Also die Kiste hat jedenfalls ordentlich Schwung und Vorwärtsdrang. Man kann das Teil gut beschleunigen, in den Kurven liegt es auch gut und macht keine Zicken. Trotzdem ist es möglich auch mal die Hände vom Lenker zu lassen und freihändig zu fahren.

Ich mag das Romani wirklich sehr. Es ist nur nicht ganz so schön wie das Union und bei weitem nicht so schön wie das Basso, deshalb werde ich mich beizeiten wieder von ihm trennen müssen. Kann mir jemand dabei helfen? 

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ROMANI PAPPAGALLO Stahlrahmen RH60 c-c, ca. 1990

  • + Komplettgewicht etwa 3.300 Gramm mit Gabel
  • + Chromgabel 1 Zoll Columbus Forcella Originale mit Romani R Panto und Campagnolo Ausfallenden
  • + Schaltsockel am Unterrohr
  • + Flaschenhalteraufnahme am Unterrohr
  • + Im Oberrohr verlegte Bremszugführung (vermutlich für die komplette Hülle, nicht nur den Zug)
  • + Sitzrohr für 27,2mm Sattelstützen, also vermutlich Columbus SL
  • + Romani Schriftzüge an der Aufhängung der Sitzstreben
  • + Anlötumwerfer
  • + Schaltzugführung unter dem Tretlager in Rohrführungen
  • + Columbus Tretlager
  • + Aufnahme für Innenimbus Bremsen
  • + Verchromte Ketten- und Sitzstreben
  • + Campagnolo Ausfallenden mit integriertem Schaltauge
  • + Alle Decals entfernt.

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Panasonic P-Speed

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Ferdinand und ich hatten uns zusammengetan und über meinen Freund Hiroshi in Tokyo zwei Panasonic Rahmen besorgt. Es folgte ein langwieriges Zolldrama und seit heute der Aufbau.

Ferdinand bestellte den klassischen Rennrahmen aus Stahl FRC07 mit der Original Panasonic Team Lackierung, ich entschied mich für den schwereren FRC37, ebenfalls in der Team Lackierung, der über Ösen zur Montage von Schutzblechen und Gepackträger verfügt. Noch ein reines Rennrad aus Stahl brauche ich nicht, aber kein einziges meiner Räder hat fest montierte Schutzbleche und das scheint mir nach fast fünf Jahren im Norden Deutschlands keine gute Idee zu sein.

Mir schwebt etwas vor mit dem ich in der Nacht durch den Regen schwebe. Ich bin immer wieder beeindruckt von den Berichten David’s über seine Teilnahme an Audax Veranstaltungen, wie z.B. der SR600 Nihon Alps; nicht dass ich irgendein Verlangen danach fühlen würde 600km an einem Stück zu fahren – und schon gar nicht in den japanischen Alpen, alleine, im Regen, in der Nacht und dann auch noch kurz nach der Ankunft eines Taifuns und in einem Gebiet in dem Straßen wegen Erdrutschgefahr gesperrt werden. Interessant ist aber wie David seine Räder optimiert, damit er lange Strecke relativ komfortabel zurücklegen kann. 

Das Panasonic wird daher nicht nur Schutzbleche haben, sondern auch einen Nabendynamo und eine Frontlampe. Dazu kommt ein hoffentlich komfortabler Randonneur Lenker von Velo Orange der aussieht, als hätte man einen Fuß auf den Rahmen gestellt und dann mit Gewalt den Lenker hochgezogen.

Eine Frage die mich länger beschäftigt hat als sie sollte war: Shimano Dura Ace oder Campagnolo? Und wenn dann was, 8, 9 oder 10 Gänge? Letztendlich habe ich mich für Campagnolo 8 Gang entschieden – ich mag die Ergopower Hebel einfach gerne, hatte noch ein paar Teile im Keller die ich bei dieser Gelegenheit endlich verbauen konnte und 8 Gänge langen ja auch für die Hauptanwendungen in Bremen.

Natürlich hätte das auch alles teurer und besser und schöner und stilechter aufgebaut werden können, aber das soll ein Rad für den Alltag werden, es wird durch Regen und Dreck gefahren und da hemmen teure Anbauteile nur den Benutzer. Für die Vitrine habe ich schon ein Nagasawa Keirin Bahnrad.

Es ist schwer einen Rahmen im Raum stehen zu haben und nichts daran tun zu können, weil noch nicht alle Teile dafür da sind. Also habe ich heute schon einmal angefangen und alles was da ist verbaut, einiges nur provisorisch.

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Nitto 65 Sattelstütze 27,2mm mit Brooks Professional Sattel, Bleibt erst einmal so. Wunderschön integrierte Sattelklemmschraube im Rahmen. DAS Panasonic Merkmal

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Das erste Mal seit sehr langer Zeit wieder einen komplett neuen Rahmen zu besitzen. Ich kann gar nicht erwarten dort die ersten Schrammen reinzufahren …. Der Laufradsatz ist provisorisch verbaut, H plus Son TB14 sollen es aber dennoch werden – dann allerdings in Silber poliert.

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Ösen für den Gepäckträger. Und ganz unten eine Schraube zur Befestigung von Schutzblechen. Die Querstrebe hinter dem Tretlager ist zu dünn um eine Schraube aufzunehmen. Langschenklige Bremsen – ein leidiges Thema, da fehlen mir noch die guten Ideen. gibt es irgendetwas richtig schönes?

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Alles nur provisorisch,Bis auf die Wahnsinnslackierung. Die Bremszüge sind  übrigens wirklich rot. So ein paar mehr rote Flecken machen sich auf dem Rahmen gut. Sonst wird es aber überwiegend schwarz und Chrom sein, das die Akzente setzen wird.

Ergebnis für heute erst einmal:

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Jetzt ist erst einmal Pause, bis die bestellten Teile da sind.

 

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Lessum Rindo [林道]

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Das Wort Rindo kommt aus dem japanischen und setzt sich zusammen aus den Zeichen für „Wald“ und „Weg“. Damit gemeint sind an sich gut asphaltierte Straßen in den Bergen, die nicht für den öffentlichen Verkehr zugängig sind und im wesentlichen die Funktion haben LKWs den Zugang zum Abtransport von Holz zu ermöglichen.

Solche Straßen sind Paradiese für Radfahrer, denn sie führen zumeist durch abgelegene Täler und Berge, man trifft fast nie auf Verkehr und auch nur selten auf Wanderer und die vielen Steigungen und Spitzkehren machen sie zu einer echten Herausforderung. Ein gutes Beispiel ist „Kazahari Rindo“ in der Nähe von Tokyo, dieser Anstieg wird oft als einer der gemeinsten und fiesesten in der Region gesehen; ich selber bin den daher auch nur zweimal gefahren.

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Lee am offiziellen Anfangspunkt der Kazahari Rindo.

Rindos sind aber auch gefährlich: Die Straßen werden nicht regelmäßig gewartet, so dass es passieren kann,dass ein Teil der Strasse abgerutscht ist oder dicke Feldbrocken im Weg liegen. Tunnel sind grundsätzlich nicht beleuchtet, man ist völlig in der Einsamkeit und manchmal gibt es auch keine Netzverbindung. Eine andere bekannte Rindo in der Nähe von Tokyo ist die O-toge Rindo; dort bin ich einmal in einen unbeleuchteten Tunnel gefahren und stellte mir vor, dass ich nun dem Jungen einer Familie Bären über den Fuß fahre, worauf dieses laut „Mama“ schreit. Die Mutter ist stinksauer und verfolgt mich. Weiter oben wurde ich dann von einer Hornisse gestochen und ich bin dann panisch wieder zurück gefahren, weil ich nicht wusste wie giftig dieser Stich sein kann. Rindos bedeuten also Spaß und Abenteuer.

Am Samstag kam ich mit Übergewicht und zwei Kindern aus Estland zurück. Fahrradtechnisch lässt sich nicht viel über Tallinn berichten. Essenstechnisch schon:

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Kein estnisches Nationalgericht sondern traditionelle japanische Nudelsuppe (Ramen).

Technisch hingegen ist Estland schon ganz OK. Viele Mensche dort besitzen moderne Smartphones von Nokia, wie das Nokia Galaxy 3000:

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Neuste Smartphone Generation: Das Nokia Galaxy 3000

Mädels- und Jungstechnisch läßt sich vermerken, dass fast alle Frauen so aussehen wie Sandra Elisat und die Männer oft so, als wenn sie Dir eins auf die Nase geben wollen. Vermutlich, weil ich gerade Sandra Elisat nachgeschaut habe. Dank Estland weiß ich nun auch, was mit „YOLO“ gemeint ist.

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YOLO – Ein etsnisches Telekommunikationsunternehmen.

Nach drei Tagen Tallinn inklusive einem neuen Haarschnitt hatten wir genug und sind mal nach Helsinki gefahren. Hier gibt es sehr interessante Gebräuche für  Erstsemester an den Hochschulen, im folgenden einige Beispiele:

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Erstsemester in den Innenstadt von Helsinki

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Erstsemester bei der Huldigung ihrer älteren Kommilitonen.

Mit anderen Worten, ich war froh, als ich zwar fetter, aber wieder in normalen kulturellen Gefilden in Bremen war und wieder ein wenig radeln konnte. Ich hatte nur wenig Zeit, wollte aber die härtest-mögliche Tour machen, also wählte ich den Weg zum Lessum Rindo, den ich nun seit einigen Tagen Dank Marc kenne.

Lessum Rindo ist der steilste Anstieg in ganz Bremen. Er besteht aus einem mörderischen Stück nach oben, dem sogenannten „Hohen Zeh“ und einer ebenso mörderischen Abfahrt mit einer ganz fiesen Spitzkehre, der „Aalschleife“. Der Anstieg variiert zwischen  10 und 20% und es ist die Gelegenheit in Bremen Höhenmeter zu sammeln. Der einzige Nachteil ist, dass der Anstieg relativ kurz ist (so etwa 30 – 40 Meter lang), so dass man ihn relativ oft fahren muss, wenn man ordentlich Höhenmeter sammeln möchte.

Die Aalschleife

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Die Aalschleife – extrem technisch anspruchsvolle Abfahrt mit extra rutschigen Backsteinen ausgelegt.

Der hohe Zeh

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Der Eingang zum hohen Zeh. Gut versteckt. Nimmt man den falschen, so fährt man mit vollem Anlauf gegen ein Garagentor.

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Das Anfangstück des Hohen Zehs. Könnte mal geteert werden.

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Das Mittelstück. Brutal steil, extrem technisch.

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Fast am Ende. Hier gibt es kein Entkommen mehr, hohe Mauern rechts und links versperren mögliche Fluchtwege. Man muss nun bis zum Ende fahren.

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Oben am hohen Zeh. Ganz am Ende lauert noch die Rampe des Todes.

Ich denke diese Bilder vermitteln einen sehr plastischen Eindruck von den Herausforderungen die auf einen warten. Um ordentlich Höhenmeter zu sammeln bin ich dann gleich zehn Mal hoch und runter gefahren, das sieht dann bei Strava so aus und gibt etwa 100 Höhenmeter mehr.

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Da ich nun auch gelesen habe, dass die Veranstalter der Bremen Challenge das Rennen 2015 auf das Land verlegen wollen, wegen ausgelösten Verkehrschaosissen, denke ich dass hier ein idealer Standort ist: Kein Verkehr, anspruchsvolle Strecke, Nähe zum Wasser – perfekt.

Ansonsten bin ich noch ein wenig in der Gegend rumgefahren und ganz zum Ende habe ich noch Marcus getroffen. Wer mal mit will zur Lessum Rindo bitte melden, ist aber nix für Anfänger!

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