Monatsarchiv: August 2013

Regen. Regen. Sonnenschein: City Triathlon Bremen

DSCF0032Philipp hörte extra vor einer Woche temporär mit dem rauchen auf und fuhr jeden Abend 50-60 km mit dem Rad, um auf den Punkt fit zu werden. Ich flog sogar eine Woche früher nach Spanien, damit ich in der Woche vor dem Triathlon nicht mehr trainieren mußte. Genau, es war mal wieder City Triathlon in der Stadt.

Man kennt das schon vom letzten Jahr, als der City Triathlon zum ersten Mal im neuen Format ausgetragen wurde und unser Team in der Mixed Staffel den ersten Platz belegte. Wie sind alle keine Multitasker und können daher nur eine Sache richtig, also kommt für uns nur eine Stafel in Frage. Und die einizieg Chance, die wir auf einen vorderen Platz haben ist im Mixed Wettbewerb, da dort die langsamsten Zeiten für das Podium reichen; na ja, bis auf diese Klasse wo die die Teilnehmern mit Rollatoren ins Wasser gelassen werden.

Wasser gab es diesmal reichlich. Ich machte morgens auf und sah durch den Fenster den Regen. Aber nur bis Björn kam, um sein repariertes Fixie bei mir abzuholen. Ich hatte nämlich vor einiger Zeit Björn ein schickes Simonato Fixie gebaut und vor ein paar Wochen rief er an und sagte, dass das Teil komische Geräusche machen würde, und ob ich mir das mal ansehen könnte. Klar, wir trafen uns mit den anderen Fixed Beards Bremen am HaW und fuhren unsere Abendrunde rechts der Weser. In der Regel unterhalten wir uns auch dabei, aber diesmal war das nicht möglich. Björns Fixie machte nämlich schreckliche, laute Geräusche. Das klang als wenn ein Betonsilo abgerissen wird. Oder die Bismarck, tödlich von einem Torpedo getroffen, in den Fluten des Atlantiks untergeht. Zwei Stunden musste ich neben Björn herfahren und mir das anhören. Für mich klang es, als wenn das Rad den Passanten zuschreien würde. „Lass Dir bloß kein Fixie von dem bauen!“ Das musste also unbedingt geändert werden und jetzte flitzt und schnurrt es wieder und murmelt: „Schon gut, schon gut!“.

Björn war auch schon nervös, denn er startete heute auch beim Triathlon als Einzelkämpfer in der Volkstriathlon Disziplin.

Als der weg war dachte ich daran, dass es vielleicht ganz gut wäre auch mein eigenes Rad auf Vordermann zu bringen. Es hing da am Montageständer und wartete auf Liebe von mir. Zärtlich sah ich es an. Es machte „Pfffttttt.“ und auf einmal hatte es einen Platten im Hinterrad – vielleicht war es aber auch der erste, jemals wahrgenommene Radorgasmus der Welt. Na ja, jedenfalls musste ich es flicken. Bei der Gelegenheit brachte ich es dann auch fertig den Schaltwerkadapter abzureissen. Zum Glück hatte ich noch einen Ersatz da, aber man merkt schon, die Nerven lagen ziemlich blank. ImGegensatz zu der Lust. die Lust lag icht blank sondern irgendwo gut eingepackt im Regal und flüsterte mir zu: „Laß mal gut sein, bleib zuhause und sei nett zu einen Lieben; was willst Du Dich da draußen im Regen sinnlos verausgaben?“ Das gute allerdings bei Staffelteams ist, dasss jeder zuhause vermutlich das gleiche anfängt zu denken, aber dann sagt man sich: „Oh Gott, die anderen warten bestimmt auf mich, ich muß da hin und darf mein Team nicht im Stich lassen!“ Die Anderen wären vermutlich froh wenn einer nicht erscheint udn sie dann auch eine gute Ausrede hätten nicht im regen zu laufen, fahren oder schwimmen, aber man weiß es halt nie genau. Und so machte ich mich auf den weg, nachdem ich meiner Familie das Versprechen abgenommen hatte auch zu kommen.

 

Es regnete schon deutlich weniger als ich am Zollhaus ankam, um die Startunterlagen abzuholen und die anderen zu treffen. Philipp war bereits da und ebenso die Schwimmerinnen unserer beiden Teams von der Hülsmann Bande plus entferntere Verwandschaft aus Bremen. Wir hatten nämlich zwei Teams am Start, einmal den Titelverteidiger vom letzten Jahr in Idealbesetzung „Studenten der HIWL“ und die neu reformierten „Professoren der HIWL“. Leider gab es nur einen einzigen Studi der HIWL und auch nur zwei Profs, die restlichen Mitglieder mussten auf dem Transfer- und Sklavenmarkt eingekauft werden. Übrigens können weder Studenten, noch Professoren schwimmen.

Jede Menge Anhang war auch da: Ich denke Björn hatte die größte Fantruppe von drei fanatischen Supportern. Zwei von denen waren allerdings unter drei Jahre alt und es war fraglich, ob die wirklich freiwillig da waren. Aber auch sonst waren jede Menge Bekannte da, Rolf Schieber startete, Matthias „Django“ Böker strich durch das Sportlerfeld, Andreas war da, Olli kam später auch nicht und auch Silke fuhr in einem Frauenteam (das dann den 2. Platz machte- Respekt).

Philip und ich fuhren jetzt erst einmal die Strecke ab. Nicht, dass wie die nicht gekannt hätten, fast jede radsportveranstaltung in Bremen wird ja aus nicht erklärlichen Gründen dort gefahren. Aber uns war kalt und wir wollten uns noch aufwäremen, bevor wir unsere Räder im Lager abgeben mussten. Es lieg auch ganz gut, es war halt nur sehr naß und als wir zurückkamen hatten sich unsere Startnummern in nichts aufgelöst. Hallo Veranstalter: Keine gute Idee das alles aus normalem Papier zu machen, da hättet ihr die Nummern auch gleich auf Hostien drucken können.

Zurück warteten wir erst einmal auf unsere Läufer. Das dies enicht so schnell sind, kamen sie recht spät. Also vermute ich mal. Neben mir stand eine Frau die von unten bis oben in gelbem Ölzeuch eingepackt war. Sie kam von der Syker Kreiszeitung und interviewte mich für die Montagsausgabe. Eigentlich war sie ganz nett, aber ich hatte den Verdacht, dass Sie entweder aus der Kulturredaktion oder dem Wirtschaftsteil kam. Ich sagte ihr, dass es wegen dem Wind heute etwas schweirig sein könnte eine gute Zeit zu fahren; sie sagte, ja auch wegen der nassen Fahrbahn. Da musste ich sie erst einmal aufklären, dasss dies für echte Rennradfahrer die mit sinnvoll ausgestatteten Fahrrädern und ohne Vollkarbon Aerofelgen gar kein Problem darstellt. Wir können nämlich bremsen und Kurven fahren, etwas was Triathlethen mit ihren Möhren nicht, oder nur sehr schlecht können. Aber trotzdem war sie recht nett. Wie überhaupt ein ganzer Haufen netter Mädels trotz des schlechten Wetters im Überseehafen waren. Ich wünschte Andreas hätte mehr Photos davon gemacht, anstatt us zum x-ten Mal auf dem Rad abzulichten.

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Dann standen wir in der Wechselzone rum und harrten unserem Schicksal. Ich kann mich dann nie erinnern, was ich da so sage, den ich bin ein wenig angespannt. Intellektuell bewege ich mich vermutlich auf der verbalen Aussagekraft von Schnarchen. Uns so steht man da, und plötzlich kommt Anna schon reingelaufen, die mal wieder eine der schnellsten Schwimmzeiten gekrault war und übergab an Phlipp der sich mit dem Rad auf den Weg machte.

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Just in diesem Moment, wie immer viel zu spät, kam meine Familie auf den Plan um mich anzufeuern. Wo war denn unsere Schwimmerin – puh dsa dauerte aber. Ich war aber nicht unfroh, denn ich mag ja diese Situationen ganz gerne, wo man das Feld von hinten aufrollen kann. Da kam dann auch Louisa, ein schneller Wechsel und schon rannte ich mit dem Rad raus aus der Wechselzone auf die Straße.

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Rennen, aufspringen und einklippen klappte recht gut (auch wenn ich das außerhalb der Zone tat und fürchtete ich würde disqualifiziert werden).

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Es ging dann auch gut los, vor mir war ein ganzer Pulk von langsamen Fahrern die ich alle brutal stehen liess. Oder so kam es mir jedenfalls vor. Das war recht angenehm, denn durch die große Teilnehmerzahl war es möglich wenigstens ab und an in den Windschatten zu gehen und das war bei dem Sturnm heute schon mal ganz gut. Pghilipp kam mir schon früh entgegen, er sah frisch aus und allzu viele Fahrer hatte ich nicht vor ihm gesehen.

Ich finde das immer wieder auffällig,wie weit vor einer Kurve viele aufhören zu treten. Und sich dann ganz viel Zeit lassen, bevor sie wieder anfangen. Das half mir noch ein paar andere Fahrer zu überholen; Schieber lasse ich stehen aber schiebe ihn vorher noch ein wenig; ich selber wurde nur dreimal erwischt und dass vermutlich von den Männerprofis auf den schnellenMöhren mit Zeitfahrhelmen. Also die so aussehen wie weiland Arnold Schwarzenegger in „Running Man„.

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Doch dann fand ich meinen Meister. Mann, ganz in schwarz, hatte ein Cyclo-cross ähnliches Rad mit Scheibenbremsen und Zeitfahraufsatz. Nachdem er mich zunächst überholt hatte, konnte er sich nicht richtig absetzen und ich blieb an ihm dran. Dann überholte ich ihn und fuhr vorneweg. Und wieder umgekehrt. Das war eine gute Motivation für uns beide alles zu geben. Hase und Igel spielen.

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Mittlerweile bin ich wieder hinter meinem schwarzen Meister. Wir fahren paralell zur Nordstrasse raus und in der Linkskurve fahr ich wieder vorweg, voll gegen den Wind der hier am stärksten bläst. Dann geht es auf die letzte lange Gerade. Vor mir drei Fahrer, nichts da, an ihnen vorbei. Der schwarze Meister kommt von hinten und geht an mir vorbei. Jetzt gebe ich die letzten Reserven und fahre mit 40 auf die letzte Kurve zu; es nützt aber nichts, der schwarze Meister ist eben genauso schnell wie ich. Sich absetzen kann er aber auch nicht. Die letzte Kurve, ich fahre die in Ideallinie aber von hinten hat sich jemand an mich herangeschlichen und überholt mich rechts zwischen Rad und Bürgersteigkante. wir kommen fast beide zu Fall. „Überhol‘ mich noch mal rechts und du spürst meine Linke“ brüll ich ihm hinterher (Nummer 746, die Linke kommt noch). Runter vom Rad, mit letzter Kraft in die Wechselzone laufen; zum Glück steht Philipp schon ausgeruht da, reisst mir den Transponder vom Bein und gibt ihn weiter an unseren Läufer Kai Menssen.

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Job getan, was jetzt noch kommt hängt nicht von mir ab.

Ich hänge allerdings auf dem Radständern und versuche wieder zu Kräften zu kommen. Also so richtig Spaß macht das ja eigentlich nicht, so lange es dauert. Und die ersten fünf Minute danach. Dann, aber kann man durchaus im Brustton der Überzeugung von Heldentaten berichten und um wie viel besser alles nächstes Jahr wird.

Jetzt müssen wir erst einmal sehen, wie unsere Läufer ins Ziel kommen. Allerdings passt mich meine Familie ab, und mein pubertierender Sohn nervt, dass er nach Hause will, was denn die ganze Scheisse hier soll und warum ich immer nur an mich sleber denke. Ich versuche nur, ihm meine nassen Socken in die Hand zu drücken. Und weil Janek vom Studententeam irrwitzig schnell unterwegs ist und ich auch noch volltrottelig erst einmal mein rad stehen lasse, sehe ich seinen Zieleinlauf nicht. Nachher stellts ich heraus, dass das Team wie im letzten Jahr den ersten Platz gemacht hat. Großartig, wenn sie das nächstes Jahr noch einmal schaffen, dann haben sie das Tripple und sich quasi bayern München des bremischen Triathlons. Der Läufer der Professoren kommt etwas später ins Ziel. Wir machen den 10. Platz, also ebenfalls einstellig (Definition von einstellig: „Eins an einer Stelle, keine weiteren signifikaten Zahlen“). Dsa ist vielleicht etwas enttäuschend nach dem vierten Platz im letzten jahr, aber wichtig ist, dass wir es überahupt geschafft haben ein Team an den Start zu bekommen und dass wir schlechter platziert sind als die Studenten. Das ist wichtig für die Atmosphäre an der Hochschule, wenn wir Profs ab und an die Deppen spielen.

Es gibt alkoholfreies Weizenbier, ich versorge meinen Körper mit lebenswichtigen Proteinen in Form von Currywurst imt Pommes and Mayo und jede Menge Feunde und Bekannte tauschen auf. Harald kommt und sieht wahnsinnig entspannt aus, seitdem er der Welt seinen Entschluß mitgeteilt hat dem Radsport zu entsagen. Wir werden Dich im Harz vermissen, Harald. Na ja, vielleicht kommst Du doch einfach mit, wir sagen es auch keinem.

Um die Wichtigkeit unserer Räder zu unterstreichen schliessen Phillip und ich unsere beiden Räder an einen Baum mit drei Schlössern fest und wir alle gehen in Richtubg Siegerehrung. Die Frauen werden geehrt und Silke kommt auf das Podium. KlatschKlatschKlatschKlatschKlatschKlatsch. Die Gewinner der Firmenstaffel sehen absolut nicht sportlich aus. Sollte uns der Teamname „Team Armstrong“ einen dezenten Hinweis geben warumd as nicht unbedingt notwendig ist?  Dann kommt unser Studenten Team auf die Bühne and nimmt Preise und Pokale entgegen. Der Pokal kommt in mein Büro in die Sammlung. Der Rest darf zwischen den Siegern aufgeteilt werden. Philipp will nicht die  schicke rosa Mütze und so fällt diese Anna zu. Für jeden gibt es einen riesigen Topf Sportnahrung und Gels und Müsliriegel und Trinkflaschen und all diese Sachen von denen man glaubt dass sie Sieger glücklich machen. Stolz zeigen die Studenten den Pokal, bevor ich diesen an mich reisse.

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Optische Täuschung, tatsächlich ist das Ding so groß wie ein Kreuzfahrtschiff.

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Bevor mir nun alle nach Hause gegangen sind, gab es noch eine wichtige Sache zu tun: Erinnerungsphotos zu schiessen. Es ist eine alte Tradition an der Hochschule, dass  sich das besiegte Team dem siegenden Team unterwerfen muß. Wir Profs (und 14jährige noch nicht Profs) liegen im Staub der Geschichte und spüren die Stiefeltritte der Sieger. Natürlich haben wir es nicht anders verdient, nicht beim Triathlon und auch sonstwo nicht und völlig unabhängig vom Ergebnis.

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Postskript: Nett ar es mal wieder, und dass es ab dem Start der Staffel nicht mehr geregnet hat, hat sicherlich zum Spaß beigetragen. Ich wünschte wir könnten noch mehr Teams an den Start schicken, also nicht nur „Studenten der Hochschule“ und „Profs der Hochschule“, sondern vielleicht auch „Bewerber an der Hochschule“ als Teil des Auswahlverfahrens, oder „Abgelehnte Bewerber der Hochschule“ als zusätzliche Strafe, oder einfach „Sonstige Stoffel der Hochschule“. Willst Du dabei sein? – wir sehen Dich dann 2014.

Danke für die Photos an Andreas, Olli und Harald.

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Zeichen des Untergangs

Erstens: Marcel Kittel. 

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Erst sind es erfolgreiche Sportler, dann verschwenden sie zuviel Zeit Ihres Lebens mit der Darstellung ihres Erfolges. Siehe Bradley Wiggins, siehe Tom Boonen und sein Auto (genau, eine Katze war es) und nun Marcel Kittel. So verpennt man seine Jugend um dann

Zweitens: Das Alter im Peloton

im Alter keinen neuen Vertrag mehr zu bekommen.

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Siehe Post auf Inner Ring. Da ganz hinten sehen wir

Drittens Jens Voigt.

Der nun noch ein Jahr dranhängt und keine erfolgreiche Karriere a la Arnold Schwarzenegger starten wird.

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Den ich mir schwerlich in Amerika, aber ganz gut als Chef des neuen Berliner Airports würde vorstellen können. Doch zunächst braucht er für die Ausübung seines Berufes nur ein Rad. Er hat jetzt ein neues.

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Übertrieben? Sieht aus wie das mit Aufklebern überflutete Rennrad von Henning? Nun es geht auch simpler und schlichter:

Viertens: Gold via FGGT

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Geht’s noch? Auf jeden Fall

Fünftens: Leichter

Genauer gesagt, runter bis auf 2,l7 kg. Das leichteste Rennrad der Welt (so weit).

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Das sollte vielleicht die UCI dazu anregen, das 6,8 kg Limit auf Rennräder im Profizirkus zu überdenken. Einen guten Post dazu gibt es hier (Englisch).

Was soll. Wir sind

Sechstens: Fucking Idiots

und

Siebtens: The Cyclists.

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Mit Einradanhänger durch die französischen Alpen

Kaipi hat im Rennradnewsforum einen sehr interessanten Beitrag über seine Tour mit Freundin und Einradhänger (für das Gepäck, nicht die Freundin) in den frz. Alpen geschrieben. 

Erstmal hört es sich widersprüchlich oder auch etwas verrückt an: was soll ein schwer beladener Radanhänger an einem modernen, auf Geschwindigkeit ausgelegten Rennrad? Und selbst mache ich Rennradreisen am liebsten auch mit Minimalgepäck, so wie vor zwei Jahren, zwei Wochen von Venedig durch die Alpen und zurück bis nach Bremen mit 7 kg Gepäck tutto completo.

Aber warum nicht mal die Vorstellungskraft sprengen, Unvereinbares zusammenbringen und einen neuen Plan verfolgen: Radtour mit Freundin, Zelt und allem Geraffel, durch die französischen Alpen und mit meinem Rennrad. 

Anreise von Bremen nach Genf mit der Bahn, dann durch die französischen Alpen bis ins Vercors und zurück nach Genf. Damit wir beide bei der sportlichen Herausforderung unseren Spaß haben, nehme ich den Großteil des Gepäcks. Das Rennrad muss es sein, da ich gerne die ein oder andere sportliche Solotour machen will, vielleicht Alpe d´Huez. Das geht nur mit einem Anhänger am Rennrad.

Nach ersten Recherchen ist mir klar, es muss ein Einradanhänger sein. Die Befestigung an den Ausfallenden fasziniert mich. Nur leider stellt sich heraus, dass die 3D-Ausfallenden an meinem aktuellen Alu-Rahmen nicht geeingnet sind. Im Internet finde ich nur Leute, die Anhänger am Stahlrenner fahren und das auch nur im Alltag, mit Kinderanhänger, oder zum Einkaufen. Fast schon durch Zufall stoße ich auf den Anhänger von Tout Terrain, der an der Sattelstütze befestigt wird. Nachteil ist der größere Schleppradius. Der Preis ist auch nicht ohne. Aber, wie der Schwabe sagt: i kann mir niggs billiggs leischde. Die Vorteile überzeugen mich letztlich:

  • einfache Montage an fast jedem Rad
  • bessere Krafteinleitung in den Rahmen (glaube ich zumindest)
  • durch den eingebauten Ständer lässt sich der Anhänger auch unangekoppelt beladen, leicht abkoppeln, um auch mal ohne Anhänger einen Abstecher zu fahren, und keine Probleme, das Gespann abzustellen
  •  ich brauche nicht drüber nachdenken, ob ich eine Federung haben will, denn es gibt ihn nur mit

Meine Erfahrungen:

Ich belade das Teil mit einer Ortliebtasche, 89-Liter-Modell, prall gefüllt, zusammen 25 kg. Darauf hab ich noch einen Tagesrucksack gespannt, mit Regensachen drin oder auch Einkäufen, Gewicht schwankend, dann kam noch ab und zu eine 1,5-Liter-Wasserflasche dazu. Damit hatt ich das für Straßenfahrten zulässige Ladegewicht von 30 kg eher mehr als weniger ausgeschöpft. Ein Radschloss mit gut einem Kilo hing auch noch am Anhänger. (Die große Lenkertasche erwähne ich jetzt mal nicht.) Die Stellen, an denen der Ständer auf dem Boden steht, hab ich, um den Lack zu schonen, mit Resten alter Mäntel umwickelt und mit Kabelbinder befestigt. Ein solchen Impuls hatte der Hersteller leider nicht, oder irgendwie aus dem Blick verloren. Ich hatte damit auch ein Problem produziert. Wenn die Reifenteile verrutschen, dann hakt der Ständer nicht mehr korrekt in die Aufhängung ein. Meine Bastelarbeit lässt sich aber bestimmt verbessern.
Mein Rennrad, ein Canyon Ultimate AL, Rahmenset gerade erst gekauft, habe ich mit 10 Jahre alten Dura-Ace-Komponenten ausgestattet, dazu eine Ultegra-Kompaktkurbel, Kassette 11-34, XT-Schaltwerk (schaltet nur mäßig), Schutzblechen und Sattelstütze natürlich aus Aluminium.

Mit dem insgesamt rund 40 kg schweren Anhänger ist das Gespann erst mal gewöhnungsbedürftig. Schon in langsamer Fahrt stabilisiert es sich allerdings erstaunlich gut. Den Lenker musste ich aber schon immer gut festhalten und die gesamte Karosse reagiert völlig anders als ein agiler Renner. Aber irgendwann gewöhnt man sich ja an fast alles und so ging es mir auch. Geradeaus in der Ebene fährt das Teil prima. Zum Anfahren ist je nach Beladung natürlich mehr Kraft erforderlich. Bei nicht vollbeladenem oder sogar leerem Hänger wurde die Fahrt für mich richtig zum Genuss. Das Teil schnurrt dann folgsam einfach hinterher und ist quasi nicht mehr zu spüren. Bergauf dagegen spürte ich das ganze Gewicht des beladenen Anhängers und war froh, eine 34:34-Übersetzung zu haben. Wiegetritt machte leider gar keine Spaß, denn das Rad steht wie ein Brett unter einem und wenn die seitliche Neigung zu groß wird, dann neigt es eben zum kippen. Ähnlich in Kurven, die hab ich versucht, mit gleichmäßiger Geschwindigkeit und damit seitlicher Neigung zu durchfahren. Bergab schiebt das Teil gewaltig, wie ein kleiner Motor. Bremsen ging aber gut. Ein Satz Bremsgummis hat auch locker ausgereicht, die Reservergummis, die ich vorsichtshalbe dabei hatte, brauchte ich nicht. Unebenheiten in der Straße, auch Bodenwellen und Schlaglöcher nimmt die Federung locker auf und gibt keine nennenswerte Impulse ans Rad weiter. Bergab ist bei 40 kmh Schluss. Auf sehr ebener Straße geradeaus hab ich mich schon mal bis 60 kmh getraut. Das Gefährt lag gut auf der Straße. Die Vorstellung, was passiert, wenn man stürzt und der Anhänger mit 40 kg kracht über einen drüber, ist aber nicht so schön. Bergauf gibt es neben der eigenen Leistungsfähigkeit und der Übersetzung noch ein anderes Limit. Ab rund 14 % fing das Vorderrad so langsam an, den Bodenkontakt zu verlieren. Einmal auf Schotterstrecke ist mir das passiert und ich bin stumpf umgekippt.

Probleme mit dem Hänger: hatte ich leider zwei unterwegs. Nummero 1: Nach rund 100 km stellte sich heraus, dass sämtliche Speichen am Hinterrad locker waren. Das geht gar nicht, erst recht nicht bei einem Produkt dieser Preisklasse! Nach dem Anziehen der Speichen war dann auch das schwammige Fahrgefühl weg, das ich vorher mit wilder Einstellerei am Dämpfer zu beseitigen versucht hatte. Nummero zwei: Wird der Schnellspanner an der Kupplung nach oben geschlossen, verbiegt er in engen Kurven den Splint. Der kostet gut 20 Euro extra (deswegen?) und löst sich dann nicht mehr. Ist mir leider passiert. Er ließ sich dann wieder zurückbiegen, schön ist das aber nicht. Besser wäre ein Hinweis in der Anleitung, dass der Schnellspanner nach unten zu schließen ist. Noch besser eine Konstruktion, die so eine Fehlbedienung ausschließt.

Zum Transport in der Bahn: In den Zweier- und Dreier-Abstellplätzen der deutschen und schweizerischen IC-Zügen findet der Anhänger an die hochkant aufgehängten Räder rangerückt gut Platz. Im deutschen IC hab ich die Deichsel nach hinten gedreht. So ragt der Anhänger nur geringfügig in die freizuhaltenden Gänge, so dass ich nicht den geringsten Ärger mit Bahnpersonal oder anderen Fahrgästen hatte. Um Wege auf den Bahnsteigen zurückzulegen, fand ich es am besten, den Anhänger ans Rad zu koppeln und das Gespann über die Bahnsteige und durch die Bahnhöfe zu schieben. Die meisten Fahrstühle waren groß genug für den abgekoppelten Anhänger. Zur Not lässt sich der Anhänger mit festgespannter Tasche auch von Hand, am Tragegriff der Tasche, die Treppe rauf oder runter tragen. Ist aber eine ziemliche Ochserei. Zur noch größeren Not, beispielsweise zeitlicher Art, müsste es eigentlich auch funktionieren, mit einer Hand die Tasche mit druntergespanntem Anhänger und mit der anderen Hand das leichte Rad zu tragen. Hab ich aber selbst nicht ausprobiert und kommt eher für Typen mit besserer Oberarmmuskulatur in Frage.


Vorteile des Tout-Terrain-Anhängers:

  • hoher Spaß-, Show- und Autonomiefaktor
  • grundsätzlich zuverlässiges Teil mit sehr guten Fahreigenschaften (20“-Hinterrad, Federung)
  • nur etwas größere Schleppkurve gegenüber Hinterachsbefestigung
  • genialer integrierter Ständer (Abstellen mit und ohne Rad, Be- und Entladen)
  • Sattelstützbefestigung universell, unabhängig von Ausfallenden, Hinterradfederung, Radgröße

Nachteile:

  • hoher Preis, teuer „Extras“ (Ständer, Schutzblech, Tascheneinsatz, Splint)
  • miserabel eingespeichtes Hinterrad
  • etwas fragwürdige Kupplung (fehlender Hinweis in Anleitung)
  • Lack am Ständer nicht geschützt
  • Ausrichtung von Rad und Anhänger etwas mühselig

via Rennradnews

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Eingeordnet unter 2013, Bremen, Ingenieur, Kaipi, Mob

Während der Pause: Räder mit Mädels.

Etwas weniger als 500 ungelesene Posts warteten in meinem Feedly Account nach meiner Rückkehr aus Spanien, oder in anderen Worten: Nach Digital Detox und Raffahren in Spanien.

Eine Sammlung von wichtigen visuellen Ereignissen der letzten Woche.

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via Milano Fixed

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via Chicks and Bikes

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Oh, Crass ist nun wieder so retro, dass dies modern ist. Macht Sinn, nachdem in Spanien nun pinke Ramones T-Shirts verkauft werden.

via FGGT

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Blogpause. Ende.

Die letzte Woche haben wir in Spanien in der Sierra Nevada verbracht. 

Wir das sind meine alten Freunde aus Positivo Espresso Zeiten in Tokyo, die es mittlerweile in alle Welt verschlagen hat: Juliane und David leben mittlerweile in London, Stephen ist derzeit in Hong Kong, ich lebe in Bremen und einzig und allein David ist noch in Japan verblieben. Wir hatten uns eine kleine Villa hoch in den Bergen gemietet auf fast 1.700m Höhe, dort wo die asphaltierten Straßen bereits aufgehört hatten. Höhentraining sozusagen und Einsamkeit. Eine Woche sind wir (fast) jeden Tag Rad gefahen durch die Berge der Sierra Nevada und selbst kurze Strecken von 40, 50 km hatten meist 1.000 Höhenmeter oder mehr zur Folge.

Abends sassen wir auf der Terasse oder vor dem Pool, tranken Rotwein, rauchten dicke Zigarren und quatschen aus die Seele aus dem Leib da wir uns lange nicht mehr gesehen haben und uns viel zu gut kennen. David  hat bereits auf dem Positivo Blog einen ersten Beitrag darüber geschrieben.

Radtechnischer Höhepunkt war die Tour auf den Pico de Veleta, mit fast 3.400m der zweithöchste Berg in Spanien. Wir starteten inPino Genil, quasi ein Vorort von Granada auf Höhe 750m und fuhren recht langsam die verkehrsarme Straße hoch. Ziemlich langsam, denn auf uns wartete ja ein längerer Anstieg, den niemand von uns kannte. auf 2.500m Höhe gibt es einen Parkplatz und die öffentliche Strasse hört auf. Es folgt eine verfallene, schlecht asphaltierte Straße die einen dann fast bis zum Gipfel bringt und die sukessive immer schlechter wird. Auf Höhe 3.300 muss man dann mehr schieben als man fahren kann. Wir hatten den Gipfel vor Augen, das reichte uns.

Vom Parkplatz oben ab zurück fährt man quasi mit 50, 60 Sachen konstant zurück bis zum Start. Das macht Spaß, ist eine schöne Belohnung für den Anstieg und nach 45 Minuten bereits wieder vorbei. Auch hierzu gibt es bereits einen netten Post von David. Es bleibt also wenig zu schreiben. Die Qualen des Aufstiegs von 1.000m Höhe bis zum Gipfel lassen sich aber gut visualisieren.

 

 

 

Ein Kommentar

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London. Edinburgh. London. Und 1.400 km dazwischen.

David, ein guter Freund aus Positivo Espresso Tagen in Tokyo nahm zusammen mit etwa 1.000 anderen (Verrrückten) an dem Brevet London – Edinburg London, oder kurz LEL diese Woche teil.

Erfreulicherweise hat ist er gestern, fünf Tage nach dem Start wieder in London angekommen: Respekt, David!

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Einen ersten Bericht, nämlich wie man in 19 Stunden auf dem Rad in Schottland alles wesentliche, vor allem Schafe, sehen kann ist bereits auf der Positivo Espresso Website zu sichten.

Interessant auch ein Post hier, über typische, mechanische Probleme am Rad die bei einem Trip von dieser Länge anfallen. Den entschlossenen Teilnehmer, insbesondere wenn er Italiener ist, läßt sich aber auch von größeren Problemem zunächst nicht beeindrucken und benötigt Ratschläge von Fremden:

„Catastrophic failure was a broken Ultegra crank shaft – sheared off at the right crank, outside the BB. This had rotated as it broke forcing the chainset into the carbon chainstay which the chain chewed as well. Rear mech wrapped into the wheel and snapped the mech hanger plus ripping out half the Ksyrium spokes. Determined rider (Italian from Switzerland) carried the bike 12 miles in SPD cleats until I found him on the road. Was most disappointed that it couldn’t be fixed (or ever ridden again!). Can’t see how you avoid that? Maybe it was divine intervention for being Italian and using Shimano…. „

David kennt keine Pausen. Wir treffen uns heute Abend in Malaga, zusammen mit anderen Tokiotern Poistivos zu einem Wochenende in den Bergen der Sierra Nevada. Ich hoffe, unsere Ausfahrten werden tendentiell kürzer. Nach Oberstdorf und Harz fühle ich mich OK um Spaß zu haben ohne Sorgen.

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Harz V: auf der Spur der Schnitzeljäger

Gestern noch fuhr ich in einem Taxi in Sitanbul am Bosphorus lang auf dem Weg zurück zum Flughafen. Meine Erinnerung davor ist an den Harz.

Harz und Istanbul sind sehr unterschiedlich, haben aber auch einige Gemeinsamkeiten. Zunächst einmal gibt es in Istanbul sehr viele Männer mit Bärten, an denen sich die Fixed Beards Bremen ein Beispiel nehmen sollten. Umgekehrt gibt es in Istanbul sehr wenig Räder. Hier könnten sich die Istanbulaer einmal an uns ein Beispiel nehmen, denn auch der geringste der Fixed Beards hat ja wohl mindestens drei Räder in der Garage stehen: Ein Fixie für das gute Wetter, ein Rennrad für das gute Wetter und ein Rad mit dem man das ganze Jahr fährt weil mieses Wetter ist. So etwas nennt man dann aus unbekannten Gründen: „Stadtschlampe“.

Istanbul, als auch der Harz sind sehr bergig. Im Harz merkt man das irgendwie mehr, was vor allem daran liegt, dass die Berge höher sind. Aber eben nicht nur daran. Man merkt in Istanbul auch nicht wie bergig es ist, da man mehr damit beschäftigt ist nicht von Autos überfahren zu werden als dass man eigentlich bewusst fährt. Und auch junge Erwachsene mit Maschinenpistolen und Polizei T-Shirts sind dazu geeinigt, sich beim fahren einzig und allein auf den runden Tritt zu konzentrieren. Man braucht also Ruhe und Entspannung. Zum Beispiel in der Chill-Out Ecke einer Uni:

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Letzlich war ich in Istanbul auch alleine. Natürlich ich hatte zwei sehr nette Begleiter, die aber alle vor gefühlten dreissig Jahren zum letzten Mal auf einem Rad sassen und von Carbon, Shimano und 27,2mm Sattelstützenklemmen keine Ahnung haben. Selbst einfache Fragen wie: Ventilkappen ja oder nein? kann man mit Menschen fremder Kulturen nicht unbedingt diskutieren. Allein sein ist Mist. Mit einer Gruppe rausfahren ist besser. UNd da taten wir vor einer Woche in den Harz auf der Suche nach weiteren Schnitzeln.

Nach einigem Forumsüblichen Hin- und Her sowie kurzen Ab- und Zusagen hattten wir immerhin eine Truppe von acht Fahrern zusammen:

  • Kai P. (muß man Englisch aussprechen)
  • Tobias
  • Hän Ning
  • Philipp Knackrad
  • Andreas „Hey Du Clown“ Nichtschaltrad
  • Tanja Torstenrad
  • Jonas Tentakelrad und
  • Jugendrad

Es ging dann recht früh (7) am Bremer Hauptbahnhof los und adauert dann ja bekanntlich eine Ewigkeit bis man einigermaßen im Harz ist. Henning hatte aber alle möglichen Dinge dabei, um in einem DB Zug überleben zu können: Von der Müslischüssel bis zum Ersatzsattel. Er erinnerte mich an Doraemon und seinen Bauchbeutel.  Die Stimmung im Zug war gut, allerdings waren die mitreisenden, ausgesprochen gut aussehenden Russinnen nicht besonders von unseren Technik- und Leistungsdiskussionen angetan.

1307 Harz Tour Fixed Beards Bremen 01

Immerhin war diese Begleitung im Zug charmanter als letztes Jahr. Torsten erinnert sich sicherlich gerne.

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So gegen 10 kamen wir dann in Bad Harzburg an und zogen uns in der luftigen und schönen Bahnhoshalle von Bad Harzburg um (Danke für die Photos an Kai P. und Jonas).

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Außer uns war exakt niemand da. Gut so. Oder schlecht so, denn so mussten wir den erst besten Taxifahrer überreden ein Gruppenfoto von uns vor dem Blumenarrangement am Hauptbahnhof von uns zu machen.

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Der Man ging zwar schon fast 100 Meter zurück, um uns alle auf das Foto zu bekommen, hat das dann aber doch nicht geschafft. Aber genug Spaß, jetzt begann das Abenteuer!

Wir machten uns auf den ersten gemeinsamen Anstieg hoch zur Okertalsperre bereit. Man kann ja als Gruppe noch so gut harmonieren, aber sobald man an einen Anstieg kommt, fährt man seinen eigenen Gang. Jonas, Philipp, Kai und ich voran, der Rest im Peloton hinterher. Ist man früher oben, hat man die Chance noch ein paar Fotos von den erschöpften Gesichtern der hiterherkommenden zu machen. Passiert mir auch häufig, da ich ja nicht der Schnellste am Berg bin. Andere Menschen schauen sich dann die Fotos an und fragen: „Ist das etwa anstrengend?“Ja.

Hinweg über die Talsperrenmauer der Okertalsperre fuhren wir diesen schönen Weg der Adlerrunde zunächst einmal immer am Seeufer lang. An der Mauer selber sind übrigens diecke Stahlnetze gespannt. Selbstmörder mit Höhenangst, die also in der Regel nicht über die Brüstung in das Gesicht ihres Schicksals schauen, springen dort und werden von den Netzen aufgefangen. Dort liegen sie dann, jammern und verdursten, was andere Selbstmordkandidaten davon abhält zu springen. Ein perfides System!

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Nach einigen Kilometern fuhren dann drei von uns weiter nach Altenau, während ich die andren Fünf an der Steigung hoch zum Torfhaus versuchten. Andreas hatte nige Probleme mit der elektrischen Schaltung an seinem Cervelo. Ich versucht zu helfen, da ich aber nix nach 1987 einstellen kann, habe ich wohlgemeint verschlimmbessert.

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Acuh zu fünft wieder das gleiche Bild: Jeder fährt seinen eigenen Gang den Berg hoch, nur Andreas fährt etwa drei zur gelichen Zeit, da diese immer hin und her springen. Das ist das Andy Schleck Di2 Übungsprogramm. Oben dann wieder das gleiche Bild: Ist das etwa anstrengend?

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Ist das etwa anstrengend, Kai?

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Ist das etwa anstrengend Du Clown?
Ja, da ich ja mit Kai im Harz war durte ich ja eigentlich nur aus traditionellen Gründen im großen Kettenblatt fahren.

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Ist das etwa anstrengend für dein Rad, oder wieso knackt das so?

Dann noch die doofe Straße hoch zum Torfhaus und dann ging es exakt entlang der Adlerrunde im Schuß runter nach Altenau. Fast 80 Sachen, aber mein Tacho zeigte am Ende 199,99 km/hr an, was ich nicht so recht glauben kann. Aber möchte. Das machte wirklich Spaß, zumal der Verkehr nicht zu dicht war. Wäler, Wiesen und Kräutergärten flogen nur so links und rechts an uns vorbei. Kräutergärten eigentlich nur rechts, aber bitte.

Wieder ein Anstieg. Und wieder Erinnerungen an die Adlerrunde. Erst komplett den Berg hoch, an einem Parkplatz vorbei und dann die Stelle wo ich mein Canyon in ein schickes Jugendrad verwandelte und die Sattelklemme killte. Canyon schickte mir in der Zwischenzeit zwar eine neue aber ich vertraue jetzt erst einmal auf Campa.

Dann ging es wieder runter nach Braunlage, was wieder sehr viel Spaß machte und wo wir dann auf die andren Drei trafen. Es war fast unglaublich, aber bis jetzt war alles nach Plan gelaufen: Wir waren pünktlich mit der Bahn abgefahren und angekommen, machten gute Kilometer und waren sogar die Strecke gefahren, die wir uns ausgesucht hatten. Um diesen planmässigen und atypischen Ablauf zu verhinern hatte Philip noch eingeworfen, dass wir ja noch den Wurmberg hochfahren könnten von Braunlage aus. DAs wurde sehr ernsthaft diskutiert und dann leider verworfen. Die Mehrzahl war nicht traurig, denn wir wollten ja noch auf den Brocken.

Übrigens fährt im Harz keiner mehr Auto, Rennrad oder Motorrad. Oder andere konventionelle Verkehrsmittel. Renter fahren Pedelec, eine Flotte von Segways kam uns entgegen und dann gab es da noch diese Gruppe von „Rollern mit dicken Reifen“ Fahrrern. Und irgendwo auf den Bropcken kamen uns dann noch zwei Fixie-Einradfahrer entgegen. Es war wie aus dem Panoptikum der neuen Mobilität.

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Ich hätte die Dinger gerne einmal auf der 20% Steigung in Sankt Andreas gesehen. Wenn man da schnell runter fährt auf einem Segway, macht man sich besser eine Kufe auf die Nase. Ähnliches gilt auch für die Einradfahrer auf dem Brocken. Also hochfahren kann ich ja Balance-technisch noch irgendwie nachvollziehen. Aber auf einem Einrad runter fahren – soll das Spass machen? Ich denke es wäre besser, sich einen Helm mit eingebauten 10 Zol Rad auzusetzen und dann mit dem Gesicht zum Boden auf zwei Rädern nach unten zu fahren.

Von Braunlage ging es dann nach Elend (Da steht am Ortseingang „Willkommen in Elend“ aber sollte das nicht „Willkommen im Elend heissen“? und dann zu dieser fiesen Erbsensuppenkanone. Ich weiß auch nicht, warum wir da immer wieder halten. Vermutlich weil wir Hunger haben. Aber es ist echt eklig dort. Zumindestens gab es mir die Möglichkeit einmal richtig klugzuscheissen.

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Die richtige Tritttechnik – vom Profi erklärt.

Und schon waren wir in Schierke, was ich persönlich ja den einzoigen akzeptabelen Ort im ganzen Harz finde. Ich stelle mir da immer vor ich hätte TBC (Also Tuberkulose, also hat nix mit dem Triathlon Club Bremen zu tun), würde iregndwie mit dem Rad hocheiern in mein Sanatorium und dann den Zauberberg von Thomas Mann lesen,. Nicht, dass ich überhaupt Thomas Mann lesen würde. Ich lese eigentlich kaum noch Bücher, seitdem ich in dreimontaigen Abständen gezwungen wurde Studentenarbeiten zu lesen in denen sich bestenfalls Statements wie diese finden:

„Das höchste Ziel eines Unternehmens ist die Befriedigung des Kundens.“

Na ja, denke ich mir, das kommt wohl auf die Branche an. Gut dand ich ja auch:

„TRIGEMA ist das erfolgreichste deutsche Sportbekleidungsunternehmen.“

Wäre mir so gar nicht in den Sin gekommen. Hätte eher an Puma oder Addidas gedacht. Zum Glück ist eine Quelle angegeben, sp das msn das auch nachvollziehen kann: Website Trigema. Aha. Gearde noch einmal nachgeschaut. DAs Logo der Firma erinnert mich an einen Wal mit holländisher Flosse der gerade im Harz abtaucht.

Ok, also jetzt ging es endlich den Brocken hoch. Allerdings nur für 7 von uns. Jonaas und Philipp fuhren mal wieder vor weg, aber ich konnte zumindestens noch den Sichtkontakt halten. Kai zog endlich an mir vorbei, so dass ich dann auch in da kleine Kettenblatt schalten konnte und schneller wurde. Alle kamen wir aufd en Gipfel, aber wo war Andreas? Wir erinnerten uns an unsere letzte Tour: Wir standen irrwitzig lange oben auf dem Brocken rum und warteten auf ihn. Wir hatten schon Eisbrocken an den Füssen. Dann fuhren wir runter und 1,2 km weiter unten trafen wir ihn. Fast hätte er es geschafft. Diesmal warteten wir nur sehr kurz denn wir waren alle etwas nervös wegen der Wettervorhersage und dem drohenden Regen. Es langte also nur für das übliche Heldenfoto.

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Also wieder runter. Andreas trafen wir diesmal 800m vom Ziel entfernt. Er war ganz schön viel schneller geworden, der Einzug auf den Brocken wurde ihm aber wieder einmal verwehrt. Natürlich machen wir das extra. Nächstes Mal lassen wir ihn so 600 Meter heankommen, bevor wir ihm alle entgegenfahren und zum umkehren motivieren. Das ist übrigens auch mal ein Roman geworden, „Das Schloß“, von so ’nem Kafka.

Zurück nach Schierke. Wo usn da Wasser ausging. Wasserträher Henning und Phlipp zur Toilette: Kein Trinkwasser.

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Egal, jetzt war es auch noch spät und die Idee vom Schnitzelessen lag jetzt ganz weit weg. Einfach nur schnell in den Zug nach Hause, denn auch der würde wieder 2 1/2 Stunden fahren. Also nach Wernigrode, Ilsenburg, Wasserfassen bei den Evangeliken und dann rein nach Bad Harzburg.

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Coo, noch 20 Minuten bis der Zug fährt, das reicht ja für ein DÖNER am Bahnhof! Also, umgezogen in der Bahnhoshalle, alles eingepackt, Döner und jede Menge zu trinken geholt und dann ab auf das Gleis. Pft. Pft. Pft. da kommt der Zug rein in de Bahnhof. Ui, das erste Abteil ist abe rschon ziemlich voll mit Rädern. Vor dem zweiten steht ein Schaffner: „Hier passen keine Räder mehr rein, sie kommen nicht mit!“. endlich, was war ich froh! Nachdem wirklich bislang alles nach Plan gelaufen war und wir keine nennenswerte Panne hatte und sogar die geplante Strecke gefahren waren… und auch als Grupe zusammen geblieben waren….endlich, endlich, endlich macht uns die Deutsche Bahn einen Strich durch die Rechnung.

Wir dürfen nicht mir. Großes lamentiren. Der Schaffner hält uns sein Smartphone vor das Gesicht, um zu beweisen, dass er irgendwie recht hat. Ich versteh das nicht, schaue schon mal nach der Konsequenz: Eine Staunde warten, um 10 Uhr zurück zuhause. Mist. Genau der Zug in dem wir letztens falsch sassen und zum Glück noch gewechselt hatten.

Andererseits: Zeit für eine Pizza. Zeit Trollis saure Würmchen am Automaten zu ziehen. Wir sind genervt, aber eigentlich war es ja doch ein schöner Tag und wir gehen in Gruppen zurück zur Döner Bude, verpflegen uns und machen es uns an der Bahnsteigkante bequem.

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Das da im Hintergrund ist übrigens ein anderer DB Schaffner der uns gleich anschnauzt.

In diesem Zug gibt es keine Probleme. Und auch nicht im nächsten Zug von Hannover nach Bremen. Ich war wirklich froh wieder in Hannover zu sein. Harz – da ist ein Dschungel, wenn da etwas passiert, dann kommt mannie wieder weg, aber Hannover ist die Zivilisation, da kommt man irgendwie immer nach Bremen.

Insgesamt sind es, auf meiner Anzege, etwa 124 km und 2.000 Höhenmeter geworden. Wir waren eine gute Truppe, hatten einen Supertag und viel erlebt und auch viel Spaß gehabt. Na ja, bis auf die Deutsche Bahn.Und irgendwie hatten wir ein alle ein wenig Angst vor dem Regen. Und ich vor dem Flug nach Istanbul.

Brauchst Du ein aufregendes Leben? Willst Du über die Grenzen von Huchting hinaus bekannt werden? Dann fahr mit uns und lass Dein langweiliges Leben verherrlichen.

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