Schatten meinerselbst.

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Das sieht hier gar nicht so aus, aber es blitzte und donnerte die halbe Nacht und heute Morgen regnete es. Zeit die aufgekommene Routine zu durchbrechen. Also. Erst in die Bar, Cafe trinken und Bücher lesen, warten bis das Wetter besser wird und dann raus. Ich lese gerade Emile Zola „Das Glück der Familie Rougon“, das ist der Band aus dem Rougon-Maquart Zyklus (20 Bände), den man zuerst lesen muss, um den Rest zu verstehen. Darin kann man sich wunderbar vertiefen, wenn man im Cafe sitzt und es draußen regnet. Man muss diesen alten französischen Kram aber auch mögen. Das sollte man auch besser, wenn man 20 Stück davon zuhause hat.

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Alcudia -aber nicht von meinem Studio sondern von der Stadtmauer aus.

 

Ich machte mich  mit dem Wagen auf den nach Arta, ganz im Nordosten der Insel denn ich hatte dort eine schicken Anstieg auf der Karte gefunden, der aber so weit weg von allem anderen interessanten Straßen der Insel ist: Hoch zur Ermitta de Betlem. Wie kommt es eigentlich, dass Mönche, Priester und andere Geistliche dieser Welt den Drang haben ihre Kirchen, Temple, Schreine etc. in irgendwelchen gottverlassenen Winkeln zu errichten (siehe Randa oder Mitsumine Jinja)? Heute ist das eine einfache Geschichte, erst kommt der Bulldozer und baut eine Straße hoch, dann kommen die Laster mit dem Baumaterial und wenn alles fertig ist kommen die Touristen und der Pfarrer fährt mit seinem Seat runter in den Ort und kauft ein. Aber vor 200 oder 500 Jahren gab es noch keine Straßen und keine Laster und nach dem einkaufen musste man die ganzen Plastiktüten durch den Wald wieder nach oben schleppen. Und wer wartete da oben dann? Richtig der Obermönch und der ist sauer, dass man statt Grapefruchtsaft Orangensaft mitgebracht hat und nun kann man gleich wieder runter durch den Wald latschen. Von daher macht es doch Sinn gleich hinter dem LIDL am Ortseingang zu bauen.

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weit und breit kein LIDL

 

Leider begann der Regen dort  etwa als ich ankam und so blieb mir nichts anderes als mit dem Auto hochzufahren. Mit dem Rad ist das vermutlich recht anstregend, mit dem Auto ist das einfach nur gruselig: Eine schmale Straße, Abgründe überall und zum Glück kamen mir nur drei Autos entgegen denen ich quasi mit einem Rad über dem Abgrund ausweichen musste. Trotzdem – ich hoffe, dass ich noch Zeit habe mit dem Rad da hochzufahren.

Ich fuhr aber erst einmal zurück nach Alcudia, da strahlte mittlerweile die Sonne und so konnte ich zumindest noch 47 km an der Küste fahren und den Anstieg nach Formentor anzufahren. Ich hatte aber in den ersten drei Tagen ordentlich Körner gelassen und war nur noch ein Schatten meinerselbst.

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Um halb fünf sah dann alles wieder prima aus.

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Ich schaffte nur ein Drittel hoch, denn die Dunkelheit nahte und bescherte mir schon dort einen prima Sonnenuntergang.

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Also morgen dann hoffentlich die Königsetappe dieses Urlaubs.

 

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Eingeordnet unter 2014, Mob, Touren

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