Gestern, Samstag, unterwegs mit dem Union Fixie in einer Arbeitspause zu einer schnellen 30 km Runde.
Vom Platzhirsch über Kuhsiel und Dammsiel runter die Wümme und dann auf der anderen Seite wieder runter. An der einzigen Steigung auf der ganzen Strecke, direkt hinter dem Platzhirsch, dieser mörderische Anstieg über die Autobahn, der in endlosen Serpentinen ganz nach oben läuft, werden ich prompt überholt von einem Faggin. Ich bin noch nicht warm, fahre mit dem Union Fixie und der Wind ist möderisch aber ich klemme mich dran. Das läuft auch gut die Wümme runter aber dann biegt das Faggin nach links richtig Müllhalde ab und ich später nach rechts. Die Luft ist nun raus, irgendwie krieche ich nach Hause.
Bin froh, dass ich die Möglichkeit habe während der Arbeit so etwas zu machen. Wäre noch froher wenn Berge in der Nähe wären.
Heute 60 km mit dem Canyon in die Sonnenscheinlücke gefahren. Unglaubliches Glück, die Sonne strahlte und ich war richtig gut und schnell drauf. Was vor allem daran lag, dass ich einen richtigen, straken Rückenwind hatte. Bei der Ankunft in Wistedt hatte ich einen Schnitt von über 30 km/hr. Aber dann ging es gegen den Wind. Vor mir ein einsamer Radfahrer auf der Straße – den hole ich ein. Aber wieso komme ich nicht näher, sitzt der auf ’nem Moped. Nö, dass war der Ausreisser der Super-Rad Truppe die mich alsbald von hinten einholte. Kurz vor zuhause fängt es an zu drisseln, ich schaffe es so gerade im trockenen noch ins Büro.
Fernab aller bekannten Welten befindet sich ein Planet auf deren Bewohner der Göttin Hello Kitty huldigen.
Sie ist eine es grausame Göttin. Es gibt weder Schwarzweiß- noch Farbfernseher sondern nur Pinkweißfernseher. Männer wie Frauen dürfen nur in den höchsten Tönen miteinander sprechen. Der Besitz von mindestens 10 Kuscheltieren ist jedem Bewohner bei Todesstrafe gesetzlich vorgegeben. Ihre zehn Gebote sind auf rosafarbigen Plastiktafeln, an den Rändern mit billigen Straßsteinen versetzt in den Straßen und Plätzen ausgestellt. Polizisten und Geheimagenten überwachen die Bevölkerung und stellen sicher, dass jeder Bewohner mindestens einmal am Tag „Oh, wie süss stammelt“.
Hello Kitty verfügt aber die stärksten Waffen, die man sich im Universum nur vorstellen kann. Die Kraft schlechten Geschmackes ist unvorstellbar und lässt wohlgeordnete , logische Zivilisationen bei Kontakt ins Chaos taumeln. Mit ihrem festen Willen das Universum zu unterwerfen, schleudert sie rosarote Todesstrahlen hinaus in die Weiten des Alls. Einer davon traf Nottingham 1979.
Nottingham 1979. Die produzierende Industrie Englands liegt in Trümmern. Margret Thatcher wird zur Premierministerin gewählt und legt sich gleichzeitig mit der Labour Party, den Gewerkschaften und den Punks an. Ein Streik und Aufstand folgt auf den anderen während Gruppen wie Punishment of Luxury, The Damned und The Clash den Soundtrack dazu liefern. In der traditionsreichen Raleigh Fabrik in Nottingham, gegründet 1887 wird selten gearbeitet und viel gestreikt. Wenig hat sich geändert seit 1945.
Umbemerkt von den streikenden Arbeitern bricht sich ein rosaroter Todesstrahl einen Weg durch das Fabrikdach und trifft einen der fertig produzierten Raleigh Prima Damenradrahmen. Als dieser bei Produktionsbeginn entdeckt wird, sondert ihn die Qualitätskontrolle aus und stellt ihn vorerst in einen Abstellraum. Fast 44 Jahre später wird der Rahmen dort entdeckt und auf Ebay verkauft. Ich schlage zu.
Meine Aufgabe ist es daraus ein schnelles, Allwettertaugliches, praktisches und stilvolles Rad für eine Arbeitskollegin zu bauen die damit pendeln, einkaufen, Kinder rumfahren und ab und an Ausflüge unternehmen möchte. Das Ergebnis ist erfüllt fast alle Anforderungen durch einen interessante Mischung von Teilen und Komponenten aus 40 Jahren Radgeschichte.
Graue OURY Griffe vor rosa Hintergrund
Erdbeerquark mit Himbeeren. Reichlich ungewöhnliche Bremszugführung obendrauf.
Großtaten englischer Lötkunst: Perfekte Passarbeit bei den Ausfallenden.
Dura Ace 7401 Schaltwerk harmoniert perfekt mit moderner 7-Gang Indexierung.
Massive Alfine Kurbel mit durchgehender Achse, außenliegenden Lagern und Kettenschutz vor und hinter dem Kettenblatt. Funktioniert erstaunlicherweise auch mit 7-fach Schaltung.
Es gibt nur wenige Dinge die bei der Radmontage weniger Spaß machen als das Ausrichten von Gepäckträger und Schutzblechen.
Das Cockpit. Mit Raleigh R Markenzeichen. Oder steht das für „Team Rocket“?
High Tensile British Steel. Plus Positivo Espresso.
Man schaue bei einem Basso auf die Stattelstreben und die Sattelstützenklemmschraube und stöhne entzückt: „Ah ein Loto“.
Das geht jedenfalls mir so. Diese hoch gelegene Klemmschraube treibt mich ins Entzücken, ähnlich wie es auch bei einem Panasonic PR-4000 der Fall ist.
Das blaue Basso ist die Blaupause für das Fuchsienrote Basso. Alter Stahl kombiniert mit neuem Carbon, nach Möglichkeit 11 oder 10-fach. Das Basso ist kein Rad für die Berge, eine 11/23 Übersetzung hinten mit einer Standardkurbel vorne wäre praktisch für die Ausflüge um Bremen herum. Eine Campagnolo Chorus 11-speed wäre das Optimum, aber die Tatsache, dass ich dann ohen Spezialwerkzeug weder die Kurbel abschrauben, noch die Kette öffnen kann schreckt mich ab.
Heute draußen am Weserstrand zum fotographiert werden. Kalt, windig, Reste von Schnee und Eis auf den Strassen, aber sonnig und blauer Himmel. Alle kommen mit ihren besten Rädern und in ihren geilsten Klamotten. Bis auf Harald, der kommt erstens auf dem Hollandrad seiner Tochter und zweitens irgendwie anders als sonst. Wobei ich jetzt nicht genau festmachen kann, was denn anders war.
Auf dem Bremer Marktplatz zeigen die Gaukler ihre Künste.
Es sind fahrende Gaukler, heute in Bremen und morgen vielleicht schon in Holzminden. Demnächst mehr, wenn Manu die Photos fertig hat.
Dear L., as for the Woodrup frame I think that you are standing now at an interesting crossroad in your life as bike mechanic or bike collector. Basically, there are two roads to follow, both have positive and negative side effects:
A) You built the frame with components that are matching to each other and from the same period, manufacturer etc., so basically you try to emulate a bike from the past that could have been running on the tracks in, say, 1976. Collectors will clap on your shoulder and say, “well done”, or perhaps make the one or other critical remark about some details. This will leave you with less room for creativity, you have some choices but they are limited and can be done only in view of the overall period or concept. This will also be very expensive but you will end up with a very nice bike that also has re-sale value.
B) You follow your own taste and mount components on the bike that are economical, good looking and functional. Of course you will also take a look at if they match with each other, but you wouldn’t mind to combine Sturmey-Archer from this century with Campagnolo from the last one. You will like the outcome, but perhaps you will also have the nagging feeling that something isn’t quite right. But Ok, it was your choice. The bike has no re-sale value, only the frame itself.
My point is, that although (B) seems to be the reasonable way to go, it is not such a straight forward decision at all. If you stop building bikes at that point, (B) would be the answer. But when you continue, you will find that over time your standpoint moves towards “period-correct”. Because all you people you deal with and have a professional opinion will state “period correct”. And slowly, you move towards period correct. You will find it hard to mount Shimano brakes on a bike with Campagnolo gearing. It would function well, you have done it before, but for some reason it is … weird. And then you will take a look at your old bikes and wonder “What could I have possibly thought to do …this?”
I have at least one bike in my stable which I am afraid to look at. Orange handle bar tape? Modern tyres? Why have I done that?