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Larissas Olmo

V O R  H E R

M I T T EN D R I N

F E R T I G

Ich warte immer noch auf das Photo von Larissa mit Ihrem Olmo.

Das war ein schönes Projekt, denn ich bekam ein schwarzes Olmo Speedy Gonzales von 1991, daß eigentlich noch sehr gut und Schuß war und sollte es für wenig Geld in ein feminines Rad für Larissa umbauen.  Es war erst das zweite Rad, daß ich speziell für jemanden Speziellen baute und nicht einfach wie das Pescarolo, ein Rad, daß ich gekauft, repariert und an irgendwen wieder verkauft hatte. Alle Räder haben irgendetwas, und das schwarze Olmo war auch speziell.

Larissa hatte ursprünglich Interesse an meiner blauen Gazelle Champion Mondial A Frame, aber die war von der Rahmenhöhe her zu groß. Tobi, der Jäger der verlorenen Ebay Kleinanzeigen kam schnell mit dem Olmo an und das kurz vor Weihnachten. Als ich aus dem Urlaub war und die bestellten Teile da, fing ich an zu basteln.

Basis ist ein schwarzes Olmo mittleren Geröhrs. Ösen an Gabel und Strebe, eigentlich erste inmal eins chlechtes Zeichen. Die Gabel ist verschromt, ebenso wie der Hinterbau unterverchromt ist. Einige vond en Decals sind ab oder in Mitleidenschaft gezogen, aber da der Lack schwarz ist läßt er sich gut ausbessern. Im Gegensatz zu meinem neongelben Bottecchia, wo mein Versuch den Farbton zu treffen so endete, als dass das Rad jetzt ’ne Überdosis Eigelb an der Kettenstrebe abbekommen hätte.

Das meiste an dem Rad ist Shimano 105 , Serie 1050: Bremshebel, Rahmenschalthebel, Umwerfer, Schaltwerk, Kurbel, Bremsen, Naben. Alles natürlich total verdreckt. Ds musste ich erste inmal alles komplett auseinanderbauen und reinigen, fetten und ölen. Dabei verschwanden mal wieder ein paar Quadratkilometer Ozonschicht über Bremen infolge übermässigen Chemikalinegebrauchs. Ich war total high und musste erst einmal eine Woche uaf Entzug, was die Fertigstellung des Rades weiter verzögerte.

Das Lenkerband musste auch weg und ebenso die Reifen.  Die Vorgabe war etwas zu basteln mit den Haupttönen Schwarz, Pink und ein wenig Chrome/Silber. Etwa so ähnlich wie dies hier:

Tobi hatte schon neue Look Pedalen und Schwalbe Ultremo Reifen in Pink organisiert. Ich kaufte dann dazu noch einen passenden und günstigen pinken Frauensattel, pinke Bremshüllen und pink eloxierte Ventilkappen und Endkappen. Pinke Kettenblattschrauben gab es nicht, deswegen musste eine goldene als Markenzeichen herhalten.

Beim Zusammenbauen gefiel mir, das Schwarz und Silber die Haupttöne sind und Pink nur die Silhouette betonte: Außen an den Reifen und oben am Rahmen durch die Hüllen. Ein pinkes Lenkerband wäre nun zuviel des guten gewesen,  zumal es auch schwierig war das genaue Pink für das Lenkerband zu bekommen. Ich glaube das ist ein typischer Fehler. Man versucht alles mit einem oder zwei Frabtönen zu machen, scheitert aber daran, dass man dann mit vielen ähnlichen Tönen einer Farbe endet. also wenn ich mir mein altes „oranges“ Cervelo ansehe …..

Also wickelte ich ein schwarz glänzendes Fiszik Lenkerband, was unheimlich gut zu dem Olmo passt. Dadurch bekommt es so einen leichten Leder/Club Touch:

 Schön. Der Rest war dann schnell gefunden und drangebaut. Da die Orginalkomponenten verwendet wurden, gab es auch keine Kompatibilitätsprobleme. Die Bremsen waren schön knackig und ich verwende beim Aufbau immer diese sehr schönen und günstigen Xtreme racepads von Rose, auch wenn die epochal nicht stimmen. 

Eines Abends kamen Larissa und Tobi und halten das Olmo ab. Es ist immer schwierig sich von einem Rad zu verabschieden, aber in diesem Fall war es schon einfacher, da die beiden happy mit dem Ergebnis waren. Ich hoffe, daß ihnen das Rad noch viel Freude bereiten wird.

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Henri Pescarolo, Rennfahrer

Henri Pesacarolo ist ein französischer Autorennfahrer. Räder hat er nie gebaut.

Das hinderte aber einen Radhersteller nicht daran Räder unter dem Namen Pescarolo zu verkaufen. Eines davon sah ich eines Abends auf Ebay. Unscharfes Phot, wenig Information, also der klassische Fall wo man ein echtes Schnäppchen machen kann oder voll auf die Nase fällt. „Pescarolo“, dachte ich, das ist doch bestimmt eine alte, traditionsreiche italienische Marke bei der ich wirklich ein wenig Geld lassen kann. Und erstaunlicherweise war ich ein wenig später der Eigentümer eines echten Pescarolo Rennrads, dass ich mir dann auch noch in Wuppertal abholen sollte.

Den Verkäufer mußte ich ein paar Mal vertrösten, da Wuppertal nicht gerade um die Ecke liegt. Irgendwann im Winter, als ich meine Eltern in Mönchengladbach besuchte fand ich dann die Zeit einen Umweg über Wuppertal mit der Bahn zu machen. Obwohl ich den Termin vereinbart hatte war der Besitzer nicht da, zum Glück aber jemand anderes, der mir die Tür zum Stall öffnete und dort an einem Nagel in der Wand hing ein verdrecktes Stück Rennrad, dass ich mir unter den Arm klemmte und zum nächsten Bahnhof schob. In Gladbach abgekommen fuhr ich das letzte Stück mit platten Reifen zu meinen Eltern.

Zurück in Bremen schaute ich mir das gute Stück einmal an. Zunächst auf dem Internet. Über Pescarolo Räder gibt es gar keine Informationen. Das Rad war von 1986 (Shimano Produktions Code) und mir mit Rahmenhöhe 54 oder 55 cm viel zu klein. Henri Pescarolo war kein Italiener, sondern Franzose. Zumindestens hatte er den gleichen Vornamen wie mein Sohn, sodaß mir die Idee kam das Rad für eben den aufzubauen. Die Komponenten waren im wesentlichen Shimano Exage 300 (also Tigara oder Sora von früher) mit einigen interessanten Ausnahmen: Friko Lenker, Alesa 913 Felgen und das ganze mit Vitus 999 Rohren was in etwa der Qualiät und dem Gewicht von Wasserohren entspricht. Das Rad war mit 11kg dann auch entsprechend schwer. Bisopace Kettenblätter waren montiert. Manche Leute regen sich ja wahnsinnig über die Dinger auf. Ich hatte die schon damals an meinem Panasonic und ich kann da keinen Unterschied zu normalen, also runden Kettenblättern beim fahren bemerken.

Das Rad war in einem unglaublichen Maße verdreckt. Ich habe mindestens zwei Dosen Bremsscheibenreiniger verbraucht und vermutlich erheblich zur Zerstörung der Ozonschicht über Bremen beigetragen. Zeit umzuziehen, oder Hautkrebs zu bekommen. Mir war klar, daß ich hier nicht einen Haufen Geld reinstecken mußte, sondern nach Möglichkeit die vorhandenen Teile verwende und die Verschleißteile nachkaufe. Genau das habe ich dann auch im Laufe der Zeit gemacht. Bremszüge, Bremshüllen, Bremsbeläge, Kette, Schaltzüge, Schalthüllen und Reifen alles neu. Für die Reifen nehme ich immer Michelin Dynamic, die gibt es mit braunen und weißen Flanken und sind günstig, wenn auch nicht faltbar. Halten tun sie auch.

Um wenigstens ein wenig Akzente zu setzen, habe ich für alle Endkappen rot eloxierte genommen. eine Kettenblattschraube ich anders als die anderen vier, ebenfalls in rot. Das ist dann sozusagen mein Markenzeichen.

Eine längeren Artikel in Englisch zu dem Rad gibt es auf der Positivo Espresso website.

Da es eins der ersten Räder war, an denen ich mich versuchte und ich auch bei dem Wert nicht allzu viel kaputt machen konnte, hatte ich dann sehr viel Spaß beim einstellen. Dadurch habe ich viel gelernt und als das Rad fertig war und ich es zur Probe ausfuhr verhielt es sich auch sehr sauber und schnittig. So muß das sein.

Dann habe ich das Rad meinem Sohn Henri zur Probe gegeben und wir sind gemeinsam um den Block gefahren. Mein Sohn hatte ich in seinem Leben bislang echt gute Räder. Zunächst natürlich so ein schrottiges mit Stützrädern, das ist die Ausnahme. Aber dann ein blaues Giant mit 20 Zoll Rädern von Positivo und anschließend ein noch schöneres grünes Giant FCR 1 mit Flachlenker in grün von 2009. Heute sehen die so aus. Etwas plakativ, aber schlecht finde ich die vom Design her nicht. Jedenfalls ist mein Sohn an Schalthebel am Lenker gewöhnt und dass diese dann am Unterrohr sind fand er doch etwas ungewöhnlich. Da er auch immer die rechte Hand am Lenker hat, versuchte er mit der linken zu schalten. Griff also durch den Rahmen auf die rechte Seite um die Gänge hinten zu wechseln. Sah super bescheuert aus und endete fast immer in einem Sturz. Deshalb mocht er das Pescarolo auch nicht.

Ich habe es dann zum Verkauf angeboten, dabei gefiel vielen Interessenten diese Krakelierung in der Lackierung am Steuerkopf und am Tretlager. War mir schon aufgefallen, fand ich aber nicht so toll. Schließlich bin ich es dann im August losgeworden, nachdem ich noch einen weißen Rolls Sattel von einem anderen Rad montiert hatte. 

Das Rad war zu klein für mich und auch zu bollig, aber die Arbeit daran machte mir sehr viel Spaß und so fand ich es auch schade, daß ich es verkauft habe. Aber ich habe nur eine Garage und die ist voll.

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Unsinn, den Frauen auf MTBs erzählen

http://www.pinkbike.com/v/240379/l/

Shit Mountainbike Girls Say on pinkbike.com

aus der beliebten Reihe. Ist aber nicht ganz so gut wie das hier in Englisch:


 

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Pinarello, rot: Red Pina

Manchmal hat man auch Glück im Unglück.

Ich hatte ein relativ simples Pinarello Rad komplett bei Ebay gekauft. Damals billigstes Modell, komplett mit Shimano ausgestattet, nichts besonders. Der Verkäufer wusst aber auch nicht genau, was er da hatte und das bieten war nicht besonders aggressiv. Jedenfalls konnte ich das gesamte Rad recht günstig ersteigern. Pinarellos und Colnagnos haben in Japan die höchste Wertschätzung, von daher war ich ganz glücklich. Es kam an und war natürlich zu klein. Aber wenn man ein rad sehr mag, dann schaut man über so technische Kleinigkeiten beim Kauf hinweg. Das rächt sich dann. Außerdem war es schauderhaft verpackt. Und als ich es mir dann ansah, stellt ich fest, dass im pantographierten Pinarello Vorbau ein schöner Riss war.

Ich habe dann alles auseinandergebaut, geputzt, geölt und gefettet und dann die Teile nach und nach bei Ebay wieder verkauft. Allein der Rahmen ging fast für den Preis des gesamten Rads über den Tisch. All das war dann sehr erfreulich und spülte Geld in die Kasse für den Einkauf von vielen neuem, altem, schönen Zeuch.

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Lieven’s Union Fixie

Bei diesem Projekt von Lieven habe ich als eine Art von nicht oder schlecht bezahltem Entwicklungshelfer mitgearbeitet.

In Belgien hat man halt keine Ahnung wie man Räder baut, so dass auf bremisches Knowhow zurückgegriffen werden muß. Spaß beiseite, das hat Spaß gemacht und die Zusammenarbeit mit Lieven war sehr erfreulich.

Erstaunlich ist auch wie zufällig und wie viele Union Räder in mein Leben getreten sind. Bis letztes Jahr kannte ich die Marke nur als eine von drei unsäglichen Hollandfahradfabrikanten neben Gazelle und Batavus. Dann kaufte ich über das Rennradforum meinen blauen Unionrahmen und daraus habe ich ein Rad gebaut, daß mir wirklich Spaß macht. Und dann habe ich Lieven und sein Goldbraunes Union kennegelernt. Und letztens hat Tobi auch noch ein rotes Union Sapporo erstanden. Also da kommt jetzt sehr viel Union Wissen auf einen Haufen. 

Ich bin wirklich neidisch auf Lieven und Tobi, dass ihre Räder einen „Union“ pantographierten Vorbau haben und meins nicht. Ich benutze einen Modolo Typ Mosburger, der aber aufklappbar ist, so dass dich der Lenker leicht wechseln lässt. Das Union von Lieven scheint mir etwas neuer zu sein als meins. Es hat bereits aufgeschweisste Ösen für die Zugführung am Oberrohr und eine vollverchromte Vorderradgabel. Bei meinem ist nur die Brücke verchromt. 

Ansonsten finde ich den Aufbau von Lieven sehr stimmig, vor allem der Gyes Sattel passt sehr gut zu dem Rad. Die Anordnung des Lenkers ist etwas gewöhnungsbedürftig, man kann sicheigentlich nicht vorstellen, daß man damit gut fahren kann, aber von Design und Linienführung sieht das sehr gut aus.  Die Shimano 600 Arabesque Kurbel Original aus dem Rad passt sehr gut. Auch die Sattelstütze ohen farbliche Akzentierung der Fräsungen gefällt mir gut. Der Wasserflaschenhalter ist Geschmackssache. Sieht epochal nicht ganz so gut aus, macht aber nichts.

Ich denke, Lieven könnte an der einen oder anderen Sache noch arbeiten, aber 95% ist geschafft, der Rest ist nur noch Feineinstellung. Gut fahren soll es auch.

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Eley Kishimoto x Tokyo Fixed Gear

Das x in der Überschrift steht für Kollaboration. Nach der Idee, dass wenn zwei Menschen A und B sich zusammentun eben mehr entsteht als A plus B: A x B eben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass A und B jeweils entweder größer als Eins oder kleiner als Minus 1 sind. Die Kollaboration zweier Nullen ist immer noch Null. Die Kollaboration mit einer Null ist immer noch Null.

Hier Eley Kishimoto in Kollaboration mit Tokyo Fixed. Das Modemacher sich in Rädern versuchen hatten wir schon öfters. Hermes fällt mir da spontan ein. Für Hermes in Tokyo haben ich einmal bei Schindler einen Aufzug mit Lederbezogenen Wänden verkauft. Später war ich da einmal auf eine Kunstparty eingeladen. Nette Leute. Aber nicht mein Stil udn nicht meine Preisklasse. Beides trifft wohl auch auf Eley Kishimoto und Tokyo Fixed Gear zu.

Trotzdem, dieses Rad gefällt mir gut.

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Maskottchen, grün

David und ich fuhren auf der „Tour de Noto.“

Das ist einen Tour über drei Tage und etwa 450 km, die jedes Jahr in der Präfektur Ishikawa auf der westlichen Meeresseite von Japan veranstaltet wird. Das war 2006 oder 2007 und es geht immer am Meer lang, dd die Präfektur fast eine Halbinsel ist die in das japanischen Meer hineinragt. Am dritten Tag waren wir schon ziemlich platt und außerdem kam ein Taifun von Süden auf Japan zu und wir mussten voll gegen den Wind die letzten 100 km fahren.

Da kam so ein Typ vom Team Peace Sport, jung, groß und kräftig, verteilte Energieriegel (Soyjoy)  und zog uns die letzten Kilometer nach Kanazawa Strand mit. David kaufte ihm zum Dank ein Jersey seines Teams später ab und ich diesen Anhänger, den ich seitdem als Maskottchen an meinem uralten Gerolsteiner Jersey trug. Angeblich bekommt man damit Discount in einem Sushiladen in Futagotamagawa in Tokyo. David, der in der Nähe wohnt, hat das einmal probiert, aber die Leute von dem Laden kannten das Team nicht.

Wie viele andre kleine Dinge bewahre ich diesen Anhänger in einer kleinen Schachtel auf. Ich habe mehrere von diesen Schachteln  und wenn ich auf andere schöne Gedanken kommen möchte, dann hole ich ein paar Dinge aus diesen Schachtel, schaue sie an und drehe sie in meiner Hand und fühle mich gut.

 

 

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Radteile

Irgendwo auf Tumblr gefunden. Ich mag die Idee, ein Rad komplett auseinander zu bauen und die Teile dann wie ein Puzzle anzuordnen und mit passendem Hintergrund zu photographieren. Das werde ich irgendwann auch einmal machen. Aber nicht mit einem Singelspeed, sondern mit einem klassischen Rennrad und dann wird bis auf die letzte Schraube und das letzte Kettenglied alles demontiert. Wer hilft mir?

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Der Borat des Radsportes

Mario Cipollini …. soll ich das lustig finden oder einfach nur unertraeglich? Genau wie der Borat Film.

Und diese gruenen Farben.

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Das Grauen, 82 km von Bremen entfernt

Der Freitagmorgen begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein und der Aussicht auf eine längere Tour.

Morgens arbeiten und dann von Freitagabend bis Sonntagmittag ein Workshop-Wochenende mit Studis in Bispingen. Nicht bekannt? Ist ein Dorf in der Lüneburger Heide. Auf dem Weg dorthin habe ich Menschen nach dem Weg nach Bispingen gefragt, die 20 km davon entfernt wohnen und die kannten das Kaff auch nicht.

Und idealerweise die Möglichkeit mit dem Rad am Freitagnachmittag dorthin zu fahren. Am Donnerstag hatte ich mein Canyon Ultimate CF (aka „wet white dream“) aus der Garage geholt und fertig gemacht für die erste Fahrt des Jahres. Bislang bin ich nur mit dem Union Fixie unterwegs gewesen.

90 km, also ein wenig mehr als drei Stunden Fahrtzeit. Um Eins los, bis Fünf da, das war der Plan. Aber dann ging natürlich wieder einiges daneben. Ich bin eigentlich ein sehr genauer und planender Typ, aber fast jedesmal passieren mir wirklich die absoluten Totalfehler. Diesmal:

  • Wasserflaschen zuhause liegen gelassen. Vor der Abfahrt gemerkt, führte dann mit allen anderen Dingen zu einer Stunde Verspätung in de Abfahrt.
  • Karte irgendwo vergessen. Nicht gemerkt, los gefahren.

Der Wind kam leider aus dem Osten, so dass ich die ganze Zeit Gegenwind hatte. Ich fuhr los und fühlte mich recht gut, auch wenn ich mich wieder an das Canyon gewöhnen mußte. Das Canyon ist einfach schneller and besser zu beschleunigen. Aus dem Sattel herausgehen und im Wiegetritt zu fahren macht viel Spaß. Aber wenn dieser Widerstand in der Pedale oder Kurbel wie beim Fixie fehlt, das ist schon eine Umstellung.

Über den Lehsterdeich bin ich Borgfeld und von dort den Wald entlang bis nach Fischerhude. Hier hätte ich eigentlich nach Ottersberg fahren sollen, konnte mich aber nur an Oyten erinnern und bin vermutlich völlig unnötige 15 km in die falsche Richtung gefahren. Ich hatte ja keine Karte dabei, wie ich leider in Fischerhude feststellen mußte. Von Oyten weiter nach Bassen und nun war der Weg nach Rotenburg/Wümme ausgeschildert und ich war mir auch sicher, daß ich daran vorbei mußte.

Die erste Stunde fuhr ich mit 27 km/hr (Gesamtschnitt, also nicht die reine Fahrzeit) und s ging gut voran. Ich fühlte mich frisch und spritzig, die Sonne schien und wenn auch die Berge fehlten, Radfahren machte richtig Spaß. Und so kurz nach 4 nach 2 Stunden Fahrt und etwa 54 km kam ich in Rotenburg an. Als ich einlief, fiel mir auf, dass ich auf genau derselben Straße schon einmal vor zwei Jahren gefahren war.

Von Rotenburg habe ich mich dann weiter aufgemacht nach Schneverdingen. Das hatte ich als Namen auch noch im Kopf. Die Landschaft wird hier ein klein wenig hügeliger und schöner als dieses pure, platte Land vorher. Nach 73 km bin ich dann zum ersten Mal vom Rad gestiegen und aß mein mitgebrachtes Croissant auf der Fahrt durch einen Wald. Von nun an fragte ich mal öfters Leute nach dem richtigen Weg, denn es war schon halb fünf und ich wußte nicht wie lange ich noch fahren müßte. Eigentlich sollten es ja nur noch 10 km sein, aber kein Ortsschild in Sicht.

Dann kam das Grauen. Das absolute Grauen (Joseph Conrad, „Heart of Darkness“: „Ah the horror…!“). Von nichtsahnenden Passanten ließ ich ein Photo von dem Grauen um mich herum machen. Schnell weg hier, tief rein in das Grauen und dann wieder raus, bis ich das Grauen endlich hinter mich lassen konnte. Mein Gott, wenn ich darüber nachdachte, das Grauen war nur noch 82 km von Bremen entfernt!

Zur Sicherheit fragte ich eine Familie in ihrem Garten (Ostereier ausgelegt, Werder Bremen Plakette, ein Kind) nach dem Weg nach Bispingen: Noch 7 km bis nach Schneverdingen, dann noch 6 km bis nach Heber und dann nocj 12 km durch die Heide. Oh, jetzt mußte ich mich aber beeilen, sonst würde ich das nicht mehr bis sechs Uhr schaffen – das werden ja doch 111 km, wo ich doch nur mit 90 gerechnet. Und nachdem das nun bekannt war, machte es auch keinen Spaß mehr. Ich kam nach Heber (Ortsteil Häbe) und dann auf einer dicken Straße durch die Lüneburger Heide. Das machte wieder ein wenig mehr Spaß. Zum Glück war es doch nicht ganz so weit bis nach Bispingen zur Jugendherberge und nach etwas mehr als 4 Stunden und 109 km war ich da.

Und so bin ich auch noch hier, so eben ist der Samstag mitd en Studis hier zuende gegangen. Morgen geht es nach Hause, mit dem Rad, mit Rückenwind und in Kenntnis der Straßen, das sollte also deutlich schneller werden. 60 km am Dienstag, 108 am Freitag und noch mal 95 km am Sonntag . das ist dich eine ganz gute Ausbeute für die Woche.

 

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