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Fahrt in den Tod

Heute morgen war ich mächtig aufgeregt, die große Sternfahrt, das erste Leistungsmessen der Saison stand an.

So gegen 10 Uhr hatte sich bereit die halbe Rennradwelt Bremens vor den Messehallen versammelt. Viele bekannte Gesichter: Blitzrad, Karin, Torsten, Björn, Andreas, Olli, Silke, Harald ,Torben, Andi, Dino, Olmoista und andere ich ich seit Beginn des diesmal nicht so langen Winters gesehen hatte. Und viele andere die ich schon mal gesehen habe, deren Beiträge ich im Rennradforum oder facebook kommentiere und von denen ich keine Ahnung habe wie sie heissen. Ich hatte mich für die Gruppe 30+ angemeldet, stellte dann aber mit Erschrecken fest, dass sich diese Zahl auf die Geschwindigkeit und nicht auf das Alter bezog. Zum Glück war ein Wechsel in die 25+ Gruppe in der alle fuhren die ich kannte als unkompliziert heraus. Es begann mit einem „Peptalk“ von Bernd Rennies, der über das Thema „Sicherheit auf dem Rad“ referierte. Es hatte in etwa den Charme einer Sicherheitsunterweisung im Flugzeug. Man weiß schon was gesagt wird, liest in der „Gala“ weiter, knappert an den Nüssen und nippt vom Champagner, während die Stewardess die Schwimmweste anzieht und zu blasen beginnt.

Und dann ging es schon los, die wilde Fahrt. In unserer Gruppe waren wir vielleicht so um die 30 Radler und das Tempo war definitiv noch nicht einmal 25+ als wir uns auf den Weg heraus aus der gr0ßen Stadt machten unter strahlend blauem Himmel und wirklich sehr angenehmen Temperaturen. Es dauerte eine nette Weile bis wir am Platzhirsch in die erste Bergwertung kamen, da hielt es dann fast keinen mehr zurück und wir versuchten allesamt als erste über die Autobahn zu kommen. Blitzrad begab sich dann in die Aeroposition um den Windschatten voll auszunutzen und neue Spitzenwerte auf der folgenden Abfahrt zu erzielen. Ja, es war nett und ich quatschte die ganze Zeit mit Karin, Björn und Torsten auf dem Weg nach Fischerhude. Als wir dort ankamen, waren die 30+ er bereits da, trauten sich aber an der Lindenlaube nicht Eis zu essen. Ich denke, dass ist so eine Art Gruppenzwang, man kann da ja nicht vor allen anderen ein Schokoeis essen – das geht gar nicht! Wie uncool. Das schreibe ich übrigens, nachdem ich meiner Tochter nun versprochen habe mit ihr gleich ins Venezia auf der Wachtmannstrasse zu fahren und das größte Eis zu kaufen, dass sie sich vorstellen kann. Übrigens hat es auch andere Vorteile in eine rgroßen Gruppe zu fahren: Man ist laut, fährt selbstbewußt, blockiert in vollem Recht die Strasse und macht Dinge mit einem Selbstbewußtsein, dass einem sonst fehlt. Da kam z.B. eine Gruppe von Motorrädern vorbei, die einen Sturm von Heiterkeit und Gelächter auslösten. Normalerweise bin ich da etwas stiller, vor allem dann, wenn die a) Harleys fahren, b) Enbleme mit Totenschädeln etc. auf ihren Lederjacken haben und c) Ketten und Morgensterne auf dem Gepäckträger befestigt sind. Aber 30 Radler nehmen es locker mit solchen Halbstarken auf. Könnte man meinen. Meine Erfahrung ist leider anders. Im September 1979 war ich auf meinem ersten Punk Konzert im Okie-Dokie in Neuss, es spielte die Berliner Gruppen Auswurf und Katapult, Musik, die die Geschichte bereits vergessen hat und zwar zurecht. Die lokale Rockergang La Cada hatte sich bereits angesagt, um uns alle zu vermöbeln. Leidtragende war erst einmal da Okie Dokie, denn in Erwartung der Rocker wurde das Mobilar zerstört und sich mit Stuhlbeinen bewaffnet, um Widerstand leisten zu können. Ich natürlich nicht, denn ich war Gymnasiast, Brillenträger und feige. Und dann kamen die Rocker wie angekündigt und eine Horde von vielleicht 200 Punks bekam von 20 – 30 durchtrainierten Rockern richtig eins auf die Nase. Mein Freund Martin, immer noch Sänger bei EA80 und ich flüchteten uns zunächst auf die Damentoilette und dann über ein Fenster auf das Dach des Okie Dokies. Von dort aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Prügelei auf dem Vorplatz und die anrückende Polizei. Wäre das heute passiert, hätte ich da getwittert und Photos gemacht, damals war ich einfach froh, dass ich mit dem Leben davon gekommen bin.

Immerhin, die Hälfte er Strecke war vollbracht und ich fühlte mich bereits wie nach einem vollen Tag auf der Transalp. DAS Tempo war mörderisch. Es bedurfte meiner vollen Konzentration im 25er Schnitt in der Gruppe zu fahren und nicht zur Seite umzufallen. Stützräder wären heute wirklich gut gewesen.

Auf der Rückfahrt fuhr ich viel mit Andreas zusammen, der bei dem Höllentempo die aerodynamischen Vorteile seines Cervelos voll ausspielen konnte. Schwer da an seiner Seite mitzuhalten,, und so erzählte ich ihm den lustigsten Witz den ich derzeit kenne, um ihn aus dem Rhythmus zu bringen:

Es klingelt an der Tür, ein Mann macht auf, ein anderer steht vor der Tür und sagt:

Guten Tag, ich heisse Umberto und ich bin gekommen, um ihre Tochter zu ficken!

„Um was?“

UM B E R T O !“

Andreas fiel daraufhin prompt vom Rad und verursachte größere Auffahrunfälle hinter ihm. Ansonsten ist aber nichts passiert. Angesichts der Reaktion vieler Passanten glaube ich aber trotzdem nicht, dass wir uns mit dieser Tour in die Herzen der Bremer Bevölkerung gefahren haben, viele waren doch arg genervt von der großen Truppe. Ebenso erstaunlich war die Anzahl der Rennradfahrer die uns noch entgegenkamen (überholt haben wir bei dem Tempo logischerweise keine), ich hätte geschworen, dass jeder einzelne von denen bei uns mitfährt. Und dan nkamen wir an Aldi vorbei und kurz danach bei den genmanipulierten Schafen und schon waren wir wieder in der Stadt und zurück an der Messe. Ich wollte ja gerne noch einige Fahrer dazu bewegen am V MAX Cup teilzunehmen, in der Nähe unseres Hauses an der Hirchbachstrasse gibt es nämlich nun eine Geschwindigkeitsanzeige die man schön lange anfahren kann um richtig Speed zu machen. Dem schnellsten hätte ich dann eine Limo am Kiosk zur gelben Gefahr spendiert. Aber nein, alle waren total geschafft und der Platz vor der Messe bot ein ähnliches Schauspiel wie ein Truppenverbandsplatz während der Zeit der Napoleonischen Kriege. Oder war es Solferino? In diesem Takarazuka Musical ist die Stimmung nach der Sternfahrt sehr gut nachgestellt, leider aber auf japanisch.

Schöner Tach, Danke an alle die da waren und hier noch ein paar Bilder.

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Bernd Rennies bei Peptalk. Mit Security Guard.

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Vor der Abfahrt: Torben und Karin

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Andreas, Team Nutrixxion: UMMMBERTOOOO !

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Blitzrad, Björn, Pablo Escobar zbd Torsten

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Gruppenrasen auf der Parkallee

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Blitzrad, In Aeroposition überholt die bislang führende Else Obermayer (96)

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Kein Eis an der Lindelaube in Fischerhude

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Rückfahrt: Forsch nach Sagehorn in mörderischem Tempo

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Rückfahrt: Forsch nach Sagehorn

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Rückfahrt von vorne.

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Karin und die Versuchungen des Lebens

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Karin und die genmanipulierten Schafe

Ach so: Kamera ist kaputt, fokusiert nicht mehr richtig. Wer glaubte ich hätte alle Bilder mit Instagram bearbeitet liegt falsch.



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Neues von Robert: Was Mädchen in Berlin wollen und Probleme beim Jeans kaufen

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Vergessene Erfindungen: Suntour Palm Control

Wenn ich irgendwann einmal eine eigene Firma gründen, oder ein Produkt benennen sollte, dann würde ich es auf keine Fall „Palm“ irgendwas nennen, weil das geht immer schief.

So auch Suntour Palm Control aus den späten Achtzigern, eine Idee. Die Grundidee ist ja ganz nett, nämlich die sogenannten „Suicide Levers“ abzulösen; die hatte ich auch an meinem ersten Motobecane Rennrad. Na ja: Sportrad.

Aber ob das wirklich funktioniert? Ich finde ja schon Schaltdrehgriffe nicht besonders praktisch, und hier ist die Hebelwirkung wirklich nicht besonders gross, das reicht doch bestenfalls zum anbremsen.

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Romani Pappagallo Spinergy

Frühling. Zeit die Spinergy Räder aus der Garage zu holen.

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Universal Super 68: Die Bremse der Champions.

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Universal Bremse Super 68 (vorne) Porzellan Untersetzer mit Gingko Motiv (hinten)

Ebay Lustkauf. 68er Kram, sthe ich ja nicht so drauf, nachdem ein Großteil meiner Lehrer in diesen Jahren studiert hat und mich linkerhand indoktrinierte. Weiß jemand wofür diese komplizierte Hebelei am linken Bremsarm gut ist? Man kann die nämlich nicht, von vorne gesehen, weiter gegen den Uhrzeigersinn nach unten drehen, in der abgebildeten Stellung ist Schluss.

Was den Bremsen abgeht hat auf jeden Fall die Orginalverpackung:

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In wilder Fahrt rast der Weltmeister den Berg herunter; er kann sich das leisten denn er hat ja Universal Bremsen an seinem Rad. Ganz weit hinten, weiter oben auf der Strasse die Konkurrenz:

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Entweder ist das Rad bereits Schrott, oder aber man muss es mutlos Richtung Tal schieben. Universal Bremsen und Bremshebel wurden von 1931 bis etwa 1985 in Mailand produziert und sind an Rennern aus den 40ern bis 60ern gut vertreten.

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Lowrider für Tobias

Tobias, in wenigen Tagen Teil eines weltweit agierenden Automobilkonzerns – wenn auch nur für wenige Monate zunächst – schwärmt für Low Rider.

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Ich mag ja klassische Rennräder lieber.

 

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Eingeordnet unter 2014, Gierige Räder, Mob, Tobias

Top Gear Cycling Beiträge.

Gerade kontrovers diskutiert werden die ironischen „Public Information“ Beiträge von Top Gear über Radfahrer. Hier drei davon.

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Tom. Gewinner. Taylor. Verlierer.

Kuurne – Brussel – Kuurne heute, der zweite Klassiker der Saison. Wegen „Brussel“ ist klar, dass das Rennen in Belgien stattfindet, aber wo liegt Kuurne? Ah da, zwischen Kortrijk und Wagerem, alles klar. Sinnvoller erscheint aber doch Brussel – Kuurne – Brussel, wenn es schon so sein muss.

Sieg für Tom Boonen.

Fünfmal Omega Pharma und dreimal Belkin unter den ersten Zehn., die auch im Break waren, was sich etwa 1:24 vom Feld absetzen konnte.  Ergebnisse hier.

Verlierer: Taylor Phinney

Sturz, Verletzung.

Eingebetteter Bild-Link

Gestern: Thor Hushvod. Sturz, Verletzung. Klassisch sozusagen.

PÅ TRYNET: Thor Hushovd falt under et brusteinsritt i Belgia. Foto: AFP PHOTO / BELGA / DIRK WAEM / NTB Scanpix

 

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Eingeordnet unter 2014, Mob, Racing

Isabella in BV

Eigentlich wollte ich ja am Samstag mit der schnellen fb Truppe vom Platzhirsch raus. 

Ich dachte, das passt gut; in meiner rheinischen Heimat ist gerade Karneval und so komme ich angeritten mit Vollbart und Retro Jersey auf dem rosaroten Todesstrahl und frage ob ich mitfahren darf. Dann sprinte ich die Brücke am Platzhirsch los, lasse alle hinter mir, fahre in einem Affenzahn auf der anderen Seite runter und biege dann direkt links ab und rufe: „Bis zum nächsten Mal.“

Aber Björn war vormittags bei mir und wir haben uns mit ihm und seiner Tochter ein wenig verquatscht. Ich versprach ihm dann, dass ich heute mit der langsameren fb Truppe vom Platzhirsch aus fahre. Aber auf meinem Schreibtisch liegt so viel Arbeit … na ja, dass ist auch gelogen. Mir liegen halt die 100 km von gestern noch in den Knochen.

Nachdem Björn weg war, es zuhause wirklich nichts mehr zu tun gab und keine Ausrede sich mehr in den Weg stellte schwang ich mich auf das Canyon Positivo und machte mich auf den Weg Richtung Süden. In und um die Wümme herum kenne ich mittlerweile jeden noch so schlecht gepflasterten Weg, aber der Süden auf der linken Weserseite birgt noch viele Geheimnisse und so viel mehr Hügel und Steigungen als es die rechte Weserseite tut. Das Wetter war, sagen wir mal herbstlich. Total grau, Regen und andere Katastrophen drohten sich an, denn Werder spielte heute im 100. Nordderby gegen den HSV zuhause. Das Bremer Werder Publikum ist der eigenen Mannschaft gegenüber extrem tolerant, eine Niederlage gegen Hamburg wird allerdings nicht verziehen. Sollte Bremen diese Saison auf dem 17. Platz absteigen ist das irgendwie OK, aber nur wenn der HSV auf dem 18. Platz liegt und das Nordderby gewonnen wurde.

Über die Erdbeerbrücke ging es zunächst am Deich entlang und dann auf der L331 von Dreye nach Riede, Felde und Schwarme (die drei Endeees), bevor ich dann in Martfeld auf die L201 nach Bruchhausen-Vilsen abbog. Dort war ich schon lange nicht mehr und die Erinnerungen an den Besuch mit den TCBler plus Erdbeerkuchen grbarcht von tätowierten Muttis war noch gut. Und unter 40 km weg, da kann man ja noch etwas dranhängen dachte ich, also ich beim örtlichen Autohändler eine kurze Pause einlegte.

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Spitzentechnologie beim Borgwardvertragshändler in BV

Mit der Spitzentechnologie ist mein Rad gemeint, der Hintergrund ist einfach nur …. hübsch. Da sind jetzt die blauen Laufräder dran, weil der Continental GP 4000S Reifen spitzenmässig kaputt ist. Borgward ist ja auch so ’ne Bremer Geschichte a la Beluga, Bremer Vulkan und Jacobs University.

Also, noch ein paar Kilometer, wo wollte ich immer schon einmal hin? Richtig, ins wunderschöne Harpstedt. Also weiter bis zur B6 und dann über die L332 nach Bassum und weiter nach Harpstedt. Ich mag das wellige Gelände und den wenigen Verkehr dort sehr. Allerdings musste ich auch feststellen, dass meine letzte Mahlzeit bereits einige Zeit zurücklag und  ich nun ziemlich flott den Hungerast hochkletterte. Aber irgendwie geht es ja immer weiter und am Eingang von Harpstedt begrüsste mich ein freundlicher Netto Supermarkt mit Backstube. Ich setzte mich draußen auf den Parkplatz in aller Ruhe und begann an einem Brezel zu knappern. Das machte Spass. Allerdings auch nur so lange, bis die ersten Regentropfen auf das Brezel fielen. Es war halt dieses typische bremische Drohwetter: Man schaut zum Himmel hoch un der Himmel sagt: „Na glaubst Du, dass ich nicht anfange zu regnen? Echt, glaubst Du das wirklich? Bist Du da auch ganz sicher?“

Und diesmal machte der Himmel keinen Spaß. Es fing an zu tröpfeln und ich machte mich auf dem schnellsten aber keineswegs schönsten Weg zurück in Richtung Bremen. Dieser führt nach und durch Brinkum. Zum Glück bin ich da letztens etwas rumgefahren und weiß nun wie man von Brinkum über die IKEA Brücke Richtung Bremen kommt. Als ich aber dann wieder etwas experimentierte merkte ich, dass ich mich wieder verfahren hatte iund drohte in der Neustadt auszukommen. Dies häte dann eine Fahrt am Weserdeich Richtung Weserstadium bedeutet und das am 17:15 Uhr an einem Samstag beim Nordderby. Da hätte ich mich auch gleich an einen Stahlrahmen binden können und durch die Weser schwimmen. Aber irgendwie bekam ich dann doch die Biege zur Erdbeerbrücke und kam zuhause an bevor die ganze Plörre runterkam. Nett 102 km, auch wenn es nicht so geplant war.

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Eingeordnet unter 2014, Björn, Bremen, Mob, Touren

Jaws.

Platz Eins bis Vierzig.

 

Platz Einundvierzig.

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Wer es trotzdem brauchen sollte: Hier

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