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Saisonabschlußdunkelbeleuchtungstestfahrt.

Letzte Woche hatten Hannes und ich ein Vorderrad mit Nabendynamo für ihn gebastelt. Heute wurde es im Dunkeln getestet.

Eigentlich hatte ich das Versprechen auf einen Test schon lange vergessen und verdrängt bei dem Sauwetter draußen. Ich saß lethargisch in der Bude rum und dachte darüber nach, was ich heute alles auf keinen Fall tun sollte. Ein Sonntag, der ein Samstag war. Dann rief Hannes an und rief mich aus meinem Koma. Innerhalb einer halben Stunden zog ich mich um, machte das Panasonic fertig und kurz nach Sechs stand ich bei ihm vor der Haustür. An meinem Panasonic wird für das Licht durch eine Kombination von einem Shutter Precision SV8 Nabendynamo und einer AXA Luxx 70 Plus Steady Lampe gesorgt. Hannes an den gleichen Nabendynamo in der Kombination mit der AXA Luxx 70 Steady Auto Lampe. Es würde also spannend werden, wer von uns den helleren Lichtkegel besitzt. Ich wollte daher pfuschen und meine B&M Akku Lampe Ixon IQ Speed zusäzlich montieren, stellte aber dann fest, dass der Akku noch im Keller lag.

Wie jeder weiß, sind die meisten Busch und Müller Produkte sehr gut und schneiden bei Tests sehr weit vorne ab. Es wäre aber auch schön, wenn man die Namen dieser Produkte irgendwie aussprechen und behalten könnte. Checkt man z.B. bei Bike24 nach Busch und Müller Lampen, bekommt man 139 (!)= verschiedene Produkte angeboten (wenn das hier in drei Tagen gelesen wird vermutlich schon wieder zehn mehr). Was bitte ist denn der Unterschied zwischen:

Busch + Müller Lumotec IQ2 Eyc N Plus LED Frontleuchte 160RNDI

und

Busch + Müller Lumotec IQ2 Eyc T Senso LED Frontleuchte 160RTSNDI ?

Genau, zwei Buchstaben (TS), die sich ganz am Ende des Namens in einer Abkürzung verstecken. Die Recherche, welche Lampe auf einen passt ist damit wahnsinnig aufwändig – das kommt davon, wenn man keine vernünftige Marketing Abteilung hat und die Produkte nach den Entwicklungsprojektnamen benennt, die Ingenieure Ihnen gegeben haben. Produktnamen wie WLAN Passwörter.

Warum heißen die Lampen nicht Dura Ace, Ultegra, 105 …..? Oder umgekehrt, wenn Busch und Müller Schaltungen herstellen würde, dann hieß ein 10-fach Zahnkranz bei denen vermutlich:

Busch + Müller Schalttec IQ Evo Hyper Plus 11121315171921232528 RNDITSHK2L Senso

Nicht zuletzt aus diesem Grunde habe ich dann irgendwann aufgegeben und mir eine AXA Lampe gekauft.

Trotz Busch und Müller fuhren Hannes und ich dann irgwndwann los. Da uns unsere Frauen für bescheuert erklärt hatten bei dem Wetter und im Dunkeln zu fahren, wollten wir es kurz und wenig knackig halten. Also rauf auf den Deich. Heute war Randgruppenkohlfahrtstag. Zuerst begegneten wir kurz hinter dem Lehster Deich einer Gruppe ausländischer Kohkfahrer, dann anschliessend auf der Rückfahrt einer reinen Frauenkohlfahrt. Als wir von hinten auf gleicher Höhe sie zurollten riefen sie: „Auto, Auto“ was uns mächtig stolz auf unsere Beleuchtung machte. Vermutlich hatte da aber auch der Alkohol seine Hand im Spiel.

Ruckzuck waren wir am Ende des Deichs und machten ein paar schicke Photos von uns.

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Hannes Sohn suchte derzeit verzweifelt zuhause nach seinem Leibchen für das Fußballspiel morgen.

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Hannes Rad mit schicker Campagnolo G3 (vorne) und G2(hinten) Reflektorenspeichung.

 

Auf der Ritterhuder Brücke gelang mir noch ein unglaubliches Kunstphoto. Meine Kunstlehrer und -lehrerinnen, Frau Hesse (abgedreht, hysterisch), Herr L’Hoest (oft betrunken), und Herr Würfel (landete in der Psychiatrie) wären stolz auf mich gewesen.

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Der Kuß des Mondes (Fluxus Version)

 

Und dann ging es zurück über die noch dunklere, andere Wümme Seite. Recht langsam, so dass wir uns gut unterhalten konnten. Aber einmal hatten wir doch richtig Angst, als wir von einem Motorrädchen der „Vespa Hass Gruppe Vahr Süd“ überholt wurden. Sonst alles friedlich (bis auf einen Hund der auf uns losging) und wir beneideten die Menschen, die in der Schleuse und anderen Gaststätten in der Wärme sassen und Bier tranken. Um eine möglichst gute Sicht auf die Strasse zu haben, fuhren wir nebeneinander, Hannes leuchtete den Nahbereich aus und ich in die Ferne. Das was ausreichend.

Deshalb möchte ich auch zum Fazit des Lampenvergleichstest kommen:

Die AXA Luxx 70 Plus Steady Lampe kostet 64€. Ich habe sie gekauft.

Die AXA Luxx 70 Steady Auto Lampe kostet 40€. Hannes hat sie sich gekauft.

Beide sind exakt gleich hell. Es gibt da absolut null Unterschied, es sei denn, ich fahre langsamer als 6 km/hr, dann gibt es bei meiner Lampe eine Nahfeldausleuchtung. Mit anderen Worten, wenn ich das Rad schiebe, dann ist meine Lampe besser.

Fazit: Hannes ist schlauer als ich.

Zu meiner Rettung möchte ich aber noch erwähnen, dass meine Lampe zusätzlich über einen USB Anschluß verfügt, den ich noch nie benutzt habe. Hannes Lampe hat keinen USB Anschlu, aber Hannes hat einen Garmin der so etwas brauchen könnte.

Fazit: Theoretisch bin ich schlauer.

Schöne und schön kalte 40 km heute, Danke an Hannes.

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Ach so und mit dieser Tour dann in diesem Jahr (wobei das Jahr am 24.12.2013 mit der Festive 500 begann:

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Regen. Regen. Regen. Regt auf.

OK, man muss nun akzeptieren, dass der Herbst da ist.

Das ist einerseits gut, denn es ist beruhigend, dass die Jahreszeiten ihren normalen Gang gehen und der Klimawandel noch nicht vollkommen ist. Das ist andererseits schlecht, denn es macht nicht wirklich Spaß durch den Regen zu fahren, auch wenn man es als Trainingsfahrt für noch schlechtere Zeiten (Winter in Bremen) einstuft und es als Testfahrt für das Panasonic Rad mit SChutzblechen durchgehen lässt.

Am Samstag war es noch trocken. Ich wachte auf und hatte Kopfschmerzen, als wenn ich die halbe Nacht mit einspeichen verbracht hätte. De facto hatte ich das auch, und zwar bei Hannes, wo wir zusammen ein neues Nabendynamo Vorderrad für seinen Renner bastelten. Hannes hatte eine Flache Rotein „Ventoux“ dafür bereitsgestellt und mir ist bis heute nicht ganz klar ob die Schwierigkeiten, die wir beim zentrieren erfuhren auf den Rotwein zurückzuführen sind, oder die Tatsache, dass wir sehr, sehr lange durchgehalten haben.

Am Freitag war ich zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder auf dem Fixie unterwegs. Ich hatte vergessen wie viel Spaß das machen kann. Aber am Samstag wollte ich Strecke machen und so stieg ich doch wieder auf das Canyon und fuhr raus Richtung Nordosten. Zum ersten Mal fuhr ich de Jan-Reinders Radweg durch Lilienthal auf seiner ganzen Länge; viele hatten mir davon abgeraten, aber es war wieder einmal etwas neues und nicht so gefährlich, wie es weiß gemacht wurde. Ich kam kurz vor Worpshausen auf die Landstraße und fuhr über eine dicke Wurzel. Dachte ich. Könnte aber auch sein, dass ich über mein Brillenetui gefahren bin, dass bei der nächsten Pause nicht mehr auffindbar war. Ärgerlich, und es wurde schon fast dunkel.

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Der Verlust einer Brille auf einer Radtour am Nachmittag im Herbst hat zwei Konsequenzen: Erstens, kann man nun mit der getönten Radbrille nach Hause fahren, also es wird im Herbst ja nicht nur früher dunkel, sondern mit einer Sonnenbrille auch sehr schnell zappenduster. Zweitens muss man sich eine neue besorgen und bis dahin mit einer der bescheuerten Brillen seiner Jugend herumrennen.

All dies war mir aber noch nicht bewusst, als ich nach Worpswede reinfuhr. Ich machte extra einen Anlauf den KOM von Timeworp zu knacken, fing total schnell an den Sandberg hochzufahren und stellte fest, dass der Gegenwind ganz schön heftig war, ich der Mitte sackte ich zusammen wie ein Luftballon mit einem ganz kleinen Loch. Ich fuhr weiter Richtung Grasberg, bog ab nach Schlußdorf  und fuhr ein paar neue Strassen. Da ich nicht glauben konnte, dass eine von denen eine Sackgasse war, musste ich etwa 2 km über einen Grasbewachsenen Feldweg fahren; ich war mir nicht sicher ob dass die neuen Zonda Laufräder von Muckel mit Mavic Reifen aushalten würden, aber sie taten es. Dann war ich wieder auf der Landstrasse nach Tarnstedt.

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Mit Zonda Laufrädern, hinten G3, vorne G4 Einspeichung – die allerschönste Zonda Variation

 

Der Wind kam jetzt recht heftig von vorne und ich kroch Richtung Transtedt, dann weiter Richtung Wilstedt und von dort aus Richtung Quelkhorn. Der Wind kam auf diesem Stück immer von seitlich links und würde mich dann von  Quelkhorn nach Fischerhude und von dort aus nach Hause blasen – schöne Aussichten.

Also zog ich das Tempo deutlich an und fuhr über 40 Sachen im Durchschnitt nach Fischerhude rein – ein Stück Kuchen hatte ich mir nun verdient. Mittlerweile wurde es richtig dunkel. Also Nacht war es noch nicht, aber da wurde mir erst klar, als ich die Sonnenbrille absetzte.

Dann noch einmal richtig Tempo von Fischerhude nach Borgfeld. Das war ein wenig riskant, denn ich sah absolut wenig. Zu allem Unglück war auch noch der Akku des Frontscheinwerfers ziemlich leer, so dass ich mich nur noch schemenhaft an die Ereignisse erinnern kann. Insgesamt eine schöne, anstrengende Strecke für den Samstag.

Strecke

Am Sonntag fuhr ich deutlich füher los, denn es sollte regnen un ich wollte schauen, ob ich mein Brillenetui nicht doch irgendwo am Wegesrand finden könnte. Also exakt die gleiche Strecke raus bin nach Worspwede. Kein Erfolg. OK, dann als Bestrafung weiter durch Worpswede Richtung Ritterhude. In der Zwischenzeit hatte es auch richtig angefangen zu schütten, eigentlich schon seit Worpshausen. Aber die Kleidung hielt dicht und so auch die Schuhe erst mal.

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Wasser quasi überall

 

Das Panasonic fährt sich wie ein Panzer. Es ist unheimlich anstrengend es zu beschleunigen, aber wenn es erst einmal rollt, dann rollt es einfach.

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Nach ca. 37 km war ich am Ende der Wümme an der Ritterhuderlandstrasse angekommen. Bis dahin waren auch meine Füße trocken, während die Handschuhe sich anfühlten wie Sponge Bob. Die letzten Kilometer an der Wümme entlang nach Hause waren dann echt mies. Die Schuhe liefen voll mit Wasser  und alles treten war wie ein laufen durch ein Moor. Der Bäcker an der HH Meier Allee war über mein kommen nicht sehr erfreut, denn ich verbreitete eine Spur der Nässe in seinem Laden bei dem Versuch Kuchen zu kaufen.

Es muss also noch ein wenig optimiert werden. Der Spritzschutz muss vorne unbedingt wieder an das Schutzblech, denn es wird immer noch viel zu viel Wasser nach hinten gegen Schuhe und Kurbel getragen. Für die Schuhe brauche ich Überschuhe oder ähnliches. Die Schuhe selber sind einigermaßen dicht, auch weil es keine Befestigung für cleats gibt, aber das Wasser läuft von oben rein.

Die beiden Stücke Kuchen hatte ich mir am Ende wirklich verdient. Das mache ich noch mal.

 

 

 

 

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Saisonabschlußfahrt. Mal wieder.

Hört denn das gute Novemberwetter gar nicht mehr auf? Soll uns das unwissentlich an 25 Jahre Wiedervereinigung erinnern? Egal, gestern kurz auf dem Rad, heute noch mal zur wiederholten Saisonabschlußfahrt.

Nachdem meine (unsere) Tochter gestern zweite in einem Eiskunstwettbewerb in Bremerhaven wurde (Christmas Cup, für die Spezialisten hier) fühlte ich mich in meinem sportlichen Ehrgeiz angestachelt und wollte zum sportlichen Gesamtleistungspaket unserer Familie beitragen. Zumal ich mir in der Halle in Bremerhaven erst einen abgefroren hatte und dann auch noch auf die sehr ungute Idee kam dort Currywurst mit Pommes zu essen.

Raus Richtung Süden, der Wind bliess recht fies genau aus dieser Richtung. Ein paar neue Abstecher von Dibbersen nach Eißel und irgendwie nach Werder. Dann das Highlight der Tour, die Bezwingung des Hünenbergs, diesmal unter Nötigung zufällig anwesender Spaziergänger Fotos von mir, dem Conquistadore, zu machen.

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Hier kommen die 23% Steigung leider nicht so gut raus.

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Hier schon besser. Ist allerdings der 2. Versuch, extra nur für Fotos hinzugefügt.

Zurück dann über Achim, Oyten und Sagehorn nach Fischerhude, wo heute am lokalen Einkaufszentrum (Bäcker,Bioladen, Sparkasse und Schreibwaren) verkaufsoffener Sonntag war. Biomütter mit noch nicht Biokindern im Laden, rauchende Väter draußen davor. Danach durch die Dämmerung am Wald entlang zurück nach Borgfeld.

Schöner Tag, aber wie immer im Winter viel zu kurz. Und losfahren um 14 Uhr und nach 75 km in der Dämmerung zurückkommen – also bitte.

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Gestern Abend auf dem Deich. Heute Morgen Zuhause.

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Man steht am Wochenende auf, frühstückt, erledigt ein paar dringende Dinge und schwingt sich dann auf das Rad um ein wenig zu fahren. Damit man nicht ganz aus dem Schwung kommt. Und bereits im November kommt man bei dieser Vorgehensweise in der Abenddämmerung nach Hause.

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Wo das Wohnzimmer nun daran erinnert, dass man eigentlich nicht hier sitzen sollte.

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One Bridge too far

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Oft sieht man Lebensweisheiten im Intenet wie „Lebe jeden Tag als wenn es Dein letzer wäre.“ Im Oktober in Bremen gilt: „Fahre jeden Tag als wäre es der letzte Sommertag des Jahres.

Eigentlich wollten Hannes und ich zu zwei ein paar gemütliche Kilometer nach Schloss Etelsen fahren, um meinen eklatanten Mängeln an Schloßbesuchen in Norddeutschland etwas auszugleichen. Obwohl ich unsere Pläne bei der fb Gruppe gepostet hatte, war ich dann doch überrascht am Kiosk zur gelben Gefahr eine größere Gruppe von freiwilligen, Anfängern, Frauen, Rheinländern und Ergotherapeuten zu sehen – so eine große Gruppe gab es dort nicht mehr seit dem Sechstagerennen 1936. Schön zu sehen, dass es mit dem Kiosk zur gelben Gefahr wieder aufwärts geht. Und Danke an Caroline, Gianna, Tetsuro, Benjamin und Freundin für’s kommen.

Startet man eine Tour am Kiosk zur gelben Gefahr, so liegt die Gefahr insbesondere darin begründet die Tour auch am Kiosk zu beenden: und zwar sofort, und am besten mit einer Flasche Bier in der Hand. Da Graf und Gräfin Olaf von Sonnenblumenfeen, sowie Philipp, der mehr oder minder aus Berlin vom Zeitfahren zurückkam, jedoch in Borgfeld zu uns stießen machten wir uns auf den Weg. Wir waren, wie Gerhard Polt dies einmal sagte, „ein Haufen PS“.

Am Wald lang nach und durch Fischerhude, von dort aus weiter nach Ottersberg (seit dieser Woche weiß ich überhaupt, dass Ottersberg und Otterstedt zwei verschiedene Orte sind) und Bassen (nicht zu verwechseln mit Bassum, dass ist und bedeutet etwas völlig anderes) ging es durch Bortel nach Achim und in Richtung der Uesener Brücke. Dieses Stück war nicht so schön, Philipp weiß aber ein besseres und das wird dann das nächste Mal gefahren. Mir war es vor allem wichtig überhaupt einmal neue Strassen zu fahren und nicht vor lauer kreativer Flaute wieder nach Wilstedt, an der Wümme entlang oder zur humorlosen Kirche zu radeln.

Wir fuhren an der Brücke runter zum Bootshaus und dann die Weser aufwärts entlang. dabei gab es ein kurzes Schotterstück und hier holte sich Caroline mal wieder einen Platten. Caroline hat NIE einen Platten wenn Sie mit mir alleine fährt (einmal) und fast immer wenn Sie mir mir in einer Gruppe fährt (zweimal von viermal). Kurz danach kamen wir dann zum schwersten Teil der ganzen Strecke: Dem Berg an der Hünenburg. Lieblich schlängelt sich der Radweg an der ebenso lieblichen Weser entlang bis es kurz vor einem zauberhaften Wäldchen nach links dreht, unterstützt durch eine brutale Steigung von 10%. Ha, denkt man, da sprinte ich jetzt drüber, nimmt gut Schwung und wenn auf der Fahrt durch die Kurve der Blick auf den weiteren Verlauf der Straße freigegeben ist, so ist dort keine Strasse mehr sondern nur noch eine gepflasterte Wand, die sich bis zum blauen Himmel zu ziehen scheint.

Diese Steigung ist noch brutaler als das hohe Zeh in Bremen-Nord und die Frage ist, wie man diese beiden Steigungen am besten in eine Tour verbinden könnte, um eine richtige Bergetappe rund um Bremen daraus zu basteln.

Wir sind aber alle hochgekommen und ließen uns nach vollbrachten Heldentaten oben ablichten. Man beachte das 23% Gefälle Schild.

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Mehrfach.

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Ja. Muss einfach sein.

Kurz danach kamen wir dann auch schon bei Schloss Etelsen an, wo sich die Gräfin von Sonnenblumenfeen daran erinnerte, dass Sie dort einen Teil Ihrer adeligen Jugend verbracht hatte, bevor Sie nach Bremen verheiratet wurde.

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Schloss Etelsen Kinderzimmer oben rechts.

Was nun – wir hatten Hunger. Durch den Schlossgarten und nicht unbemerkt über den Rasen fuhren wir zum Schloßcafe, dass zwar ein Velodrome hatte aber sonst nicht viel. Also weiter zum Eiscafe auf der Dorfstrasse.

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Das Eiscafe in Etelsen. Man beachte die elektronische Preisschildtafel oben rechts.

Früher, also als ich ein Teenager war bevor IHR Teenager wart, kostete eine Kugel Eis zehn Pfennig. OK, so lange ist das auch nicht her, als ich Teenager war hatten die Zehnpfennigstücke zumindest kein Bild mehr vom Führer auf der Rückseite. Und außerdem wurde der Preis dann auch recht schnell auf zwanzig Pfennig angehoben, und das blieb dann so den Rest meiner Jugend. Glaube ich. Als ich dann 2010 nach Jahren in Asien wieder nach Deutschland kam, war das alles viel teurer. Und überall anders. Ich denke, dass ist so wie bei Tankstellen, die Preise für den Sprit steigen so schnell, dass das mehr verdiente Geld hauptsächlich dafür draufgeht Schilder mit den neuen Preisen zu malen. Also führte man diese elektronischen Preistafeln ein, so dass man das mehr verdiente Geld auch behalten konnte.

Genauso scheint es jetzt auch mit Eisdielen zu sein, elektronische Preistafeln zeigen den aktuellen Tageskurs an, Angebot und Nachfrage regeln die Preisfindung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Menschen in der Schlange hinter mir mehr bezahlen mussten pro Kugel als wir.

Die Tour war bislang schön und schön gemütlich, so dass Hannes langsam Probleme mit dem rechtzeitigen Nachhausekommen bekam. Schließlich war er für die Familienproduktion der Pizza abends zuständig. Aber über eine Brücke mussten wir noch, und zwar die bei Daverden, und das war nun mal eine Brücke zu weit.

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Und schwupps waren wir auf der anderen Weserseite und da wir dann alle schnell nach Hause wollten und guten Wind hatten nahm da Tempo auch scharf zu. Über Theddinghaus, Riede, Drehye und den Werdersee waren wir dann auch flott wieder am Weserwehr und dann wurde es in der Auflösung etwas chaotisch – ich hoffe alle haben den Weg nach Hause gut gefunden.

Danke an alle für diese schöne Tour die natürlich die letzte diesen Sommers war.

 

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Sommerschlußverkauf mit Caroline

Morgens um 11, ich hatte die Augen erst halb auf, umarmte meine Decke und säuselte ihr liebevolle Worte in den Saum. Ich war wach geworden von den Menschen draußen, die die Läufer des Bremer Marathon anfeuerten, der vor unserem Haus vorbeigeht. Da schlägt dann das schlechte, sportliche Gewissen zu.

Zum Glück konnte ich mich spontan mit Caroline verabreden und wir trafen uns kurze Zeit später am HaW. Bloß kein Stress, eine rein regenerative Runde. Zunächst einmal brauchten wir etwas Verpflegung. Mir war aufgefallen, dass an der Parkstraße eine Menge Menschen panisch vor einem gelandeten UFO flüchteten.

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Panik in Bremen: Independence Day

Zum Glück hatten freiwillige Helfer Verpflegungsstationen entlang der Fluchtroute aufgebaut, so dass die Flüchtlinge möglichst schnell in die Sicherheit laufen konnten. Caroline nutze die Gelegenheit aus und schnappte sich einen Becher Wasser.

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So gestärkt machten wir uns nun über den Deich, Fischerhude und Quelkhorn Richtung Wilstedt. Das Tempo war gemütlich und so hatten wir viel Zeit uns zu unterhalten. Statt den üblichen Weg von Wilstedt zurückzufahren, radelten wir weiter nach Tarmstedt und von dort aus Richtung Grasberg. Hier waren wir so langsam, dass die Zeit für ein paar Selfies reichte.

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Schattenfrau

Die Straßen waren gerade, von Birken gesäumt und leer. Wir kamen uns vor wie in Thelma and Lousie und das einzige was uns fehlte waren ein paar rötlich gefärbte, klippige Berge am Horizont und ein vereinzelter Kaktus rechts uns links. Doch wir waren nicht in den USA, sondern in Deutschland, das wurde uns klar, als wir nach links abbogen und die das nächste Dorf fuhren.

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Adolphsdorf, wir meinten zu erkennen, dass das „ph“ erst vor ca. 70 Jahren neu eingefügt war und ein übermaltes „f“ war noch leicht zu erkennen. Von da aus ging es nach Worpswede (Eis Dolomiti) und dann Richtung Ritterhude. Caroline war noch nie auf der anderen Seite der Wümme gefahren und so machten wir uns auf Richtung Lilienthal. Vorher statteten wir der Schleuse einen Besuch ab und tranken Kaffee und aßen Kirschkuchen. Es war alles sehr relaxt, so stelle ich mir das vor wenn ich auf dem Rad chillen möchte und nicht mit 40 km/h Sachen durch das Halbdunkel hecheln. Es war noch einmal ein richtig schöner Spätsommertag, von dem wir schon glaubten, dass Samstag der letzte davon dieses Jahr passiert wäre. Zum Glück geht der Sommerschlußverkauf noch etwas weiter.
Danke an Caroline.

 

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Very last exit Wilstedt.

Ein mir bekannter, rennradfahrender Zahnarzt bat mich nach der Ausfahrt heute Abend so schnell wie möglich darüber zu berichten. Ich will dem Wunsch gerne, dem Tempo der Ausfahrt entsprechend, entsprechen.

Sonnengebräunte Waden, Aeroräder, wilde Jerseys, windzerzauste Friseuren, einige Frauen und jede Menge Anfänger – die Komposition der Gruppe die sich heute an Jacques Weindepot in Borgfeld traf ließ erahnen, dass es nicht gerade langsam heute zugehen würde. Eigentlich wollte ich nach der Arbeit, die ja schon anstrengend genug ist, nur etwas auf dem Rad chillen. Chillen heisst, in der Gruppe so mit 33 km/h durch die Gegend zu radeln, sich links und rechts ein wenig zu unterhalten und die Beine von der Seele baumeln lassen. Ich meine, dass ist meine schon sehr ambitionierte Vorstellung von chillen, die sich zum Beispiel von der meines Sohnes (Cola, Tüte Chips und nachts bis vier Ballerspiele am PC) erheblich unterscheidet. Daraus wurde aber nichts, denn schon auf dem Weg nach Fischerhude begaben wir uns in eine Phase des Hyperchillens. Wir machten irgendetwas zwischen 35 und 40 Sachen, in der ersten Linie dadurch motiviert, die hinter uns kichernden Mädchen (Silke und Sylvie) zum schweigen zu bringen. Nachdem wir das Tempo stetig in den Grundlagenausdauerbereich 7 steigerten gelang dies auch, führte aber auch zu einem hechelnden Gesamtkunstwerk.

Ich wünschte ich hätte mein Canyon dabei gehabt, denn das Basso ist doch einen Tick langsamer und vor allem zwei Ticks unkomfortabler. Dies ist eine gute Gelegenheit es einmal zu zeigen denn an Photos machen war heute gar nicht zu denken: Keine Zeit und bei dem Tempo und dem Abendlicht wären die Ergebnisse eher Rohrschachmässig geworden.

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Schönes Rad, Danke. Etwas zu langsam für diesen Abend, ich hätte gerne für die nächste Ausfahrt etwas mit ungehemmter Elektrounterstützung.

Das Tempo wird dann nach Buchholz nicht langsamer, und auch nicht nach Vorwerk, und schon gar nicht Wilstedt. Bei jedem Ortsschild wurde gesprintet und ich strengte mich zwar an, konnte aber nicht mal annähernd vorne mitfahren. Bis auf einmal, da setzte ich mich überraschend von der Gruppe an und rief: „Wer als erster auf dem Friedhof in Wilstedt landet!“. Den gewann ich mit klarem Vorsprung, was auch an dem altersmässigen Vorsprung liegt der uneinholbar ist.

Richtung Grasberg wurden wir auch nicht langsamer, und auch nicht bei Grasberg, in Dannenberg, oder wo wir sonst so vorbeikamen. Was ich aber wegen Dunkelheit und Bewußtseinsveränderungen nicht mehr richtig mitbekam. Ein letzter Sprint für das Ortsschild in Timmersloh. Alle sind fertig also unternehme ich nun einen Ausreißversuch. Das klappt auch ganz gut, ich komme wir vor wie der Wümmen-Jens Voigt. Die Luft geht mir langsam aus, aber ich rufe einfach „Shut Up Lungs!“ Das machen die auch und ich bekomme noch weniger Luft und werde dann eingeholt und so geht es zurück bis zum Weindepot.

Was für eine Verschwendung? Ich hatte meinen GPS Logger nicht dabei und nichts von diesen Heldentaten wurde aufgezeichnet. Ich bitte um die Zusendung von GPX Files, die ich dann unter meinem Account bei Strava hochladen kann. Ansonsten: Gute, starke Truppe heute, fühle mich bestens gerüstet für Münster am Freitag und Danke an alle die mitgefahren sind.

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Last Exit Brooklyn. Nein Schnepke.

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Ist man zu fröhlich oder zu optimistisch über den Lauf der Dinge, dann ist es eine gute Idee „Last Exit Brooklyn“ von Hubert Selby zu leben. Braucht man nur einen schönen Sonntag, so reicht auch Last Exit Schnepke.

Trotz oder gerade wegen guten Wetter musste ich am Samstag arbeiten. Ich stand mit einem Kollegen im Autohaus Weller an der Weser und versuchte angehende Studenten davon zu überzeugen ihr Glück an unserer Hochschule zu versuchen. „Kann man bei einen Zahnarzt werden?“ Nein, wir haben nur Wirtschaftsstudiengänge.“ „Finde ich auch gut.“.

Am Abend gab es dann positive Abwechslung als Andreas sein Neri Romolo 2×2 bei mir abholte. Wir machten eine kleine Testfahrt durch die verwinkelten Wege um den Riensberger Friedhof und dann zeigte ich Andreas die Nordwestpassage durch die Schrebergärten zwischen Riensberg und der Parkstrasse. Schön war es, ein laues Lüftchen wehte durch die angenehn temperarierte Abendluft und in einer Laune des Übermuts versprach ich ihm am nächsten Morgen mit der therafit Gruppe um 9:30 zu fahren. Am liebsten auf meinem neuen Basso.

Ich weiß nicht welche Therafit Gruppe das war, es war mein erstes Mal. Waren das Frauen Anfänger 30plus? Oder Bremer Katholiken Ü40? Egal mit welcher Gruppe ich unterwegs bin, es sind immer die gleichen Frauen dabei (Silke und Caroline), nie irgendwelche Anfänger und ich bin vermutlich der einzige (ehemalige) Katholik. Und schneller als dreißig ist es sowieso immer.

Silke kam in rosa, Caroline im kleinen schwarzen, Jan war da, Sebastian auch, Andreas stieß später zu uns und die anderen waren mir neu. Bernd Rennies führte die Gruppe an Richtung Süden. Richtung Süden heißt, dass man erst einmal wie gewohnt Richtung Platzhirsch fährt, denn alle Wege, auch die Richtung Süden, führen über die Autobahnbrücke dort und den Deich dahinter. Über Borgfeld und Oyten und Achim kreuzten wir dann die Weser Richtung Werder und Schwarme. Irgendwie war ich nicht gut drauf, ich hatte ein wenig Richtung Luft zu bekommen; und da obwohl vorne fast ausschließlich Bernd fuhr und ich mein Puls recht niedrig war.

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Zuerst hatte Silke einen Platten. Da sie ja selbst in der Lage ist diese Dinge zu regeln, brauchte Sie quasi keinen Betreuungsaufwand und meine Hilfe wurde an sich nur beim pumpen benötigt. Ein paar Kilometer später hatte Jan einen Platten. Statt sich darum zu kümmern das Ding zu flicken, rief es nur: „Wo ist der mob?“ (ich stand genau hinter ihm), denn er verlangte eine mindest ebenso gute mechanische Betreuung, wie ich sie zuvor Silke gewährt hatte. Jans recht neuer Conti 4000S Reifen war hinüber, ein fieser langer Riss quer zur Fahrtrichtung durch die Seitenwand durch den man auf den Schlauch sehen konnte. Nicht gut und so entschloß sich Jan alleine auf den Rückweg zu machen. Er sollte halt doch besser einen Schwalbe Ultremo ZX verwenden. Oder auch nicht.

Die Gruppe, wir waren jetzt noch zu dreizehnt, machte sich dann weiter nach Bruchhausen-Vilsen und von dort aus an der Bahnstrecke lang wieder Richtung Norden. Wir machten einige lustige Abstecher durch den Wald, endlich war es auch ein wenig wellig und das fahren machte so richtig Spaß. Sollte dies wirklich das letzte Mal dieses Jahr gewesen sein?

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Und so kamen wir sviel zu schnell zurück nach Syke, Weye und dann am Deich entlang zum Weserwehr. Dort liess sich die eine Gruppe im Cafe nieder, doch auf mich warteten noch ein paar Aufgaben zuhause. Ich hatte auch gesehen, dass Philipp heute seinen neuen Carbonrahmen ausführen wollte; also machte ich mich mit dem neuen Panasonic auf den Weg zum Haus am Walde um das Wunderteil zu sehen. Und als ich ankam wartete es auch bereits dort.

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Wunder Aero Stevens von Philipp links, Wunder Nicht-Aero Panasonic von mir rechts. Noch weiter rechts: Sich wundernder Rennradfahrer.

Prima, damit war mein Tagwerk getan. Ich denke aber es macht Sinn in Anbetracht des anhaltend guten Wetters am Montag noch einmal zu fahren, am Freitag in Münster dann sowieso, ganz egal wie das Wetter ist: Bei schönem Wetter mit dem Basso, beim schlechten nun mit dem Panasonic.

Strava von heute.

Danke an alle die mitgefahren sind.

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Fotos von der Weserrunde

Noch zwei Stück aus dem Ärmel: Auch als Fisch kann man die Weserrunde mitffahren. Da man dann naturgemäß den Sattel Richtung Lenker herunterglitscht, empfiehlt es sich die Sattelstellung entsprechend anzupassen.

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Heldenfoto zum zeigen und erzählen entsprechender Epen zehn Jahre später:

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RTFs im Testvergleich: Große Weserrunde vs. Lauenau

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Vorsicht, Beitrag enthält Weser.

An den letzten beiden Wochenende hatte ich das Vergnügen an zwei RTFs teilzunehmen. Doch welche ist unterm Strich besser gewesen? Große Weserrunde und RTF Lauenau im streng wissenschaftlich-analytischem Vergleich.

Die Auswahl der Vergleichskriterien für Produkte der Serviceindustrie ist ein komplexes Unterfangen über dass sich die Forschung bislang nicht einig ist. Diverse Forschungsergebnisse, beispielsweise Groeninger [2017], Oehm [1897] oder Matze [2020] bestätigen dies, auf eine einheitliche Definition von Mindestkritierien kann sich nicht festgelegt werden. In Anlehnung an Boertz/Döring [2014] die in jeder empirischen Arbeit erwähnt werden müssen, wird der gegebenen Komplexität durch eine angemessene Chaotik in Methodik und Durchführung Rechnung getragen. Zahlenmässige Angaben in Form von arabischen Zahlen wurden nach Dilbert [1999] ermittelt und bewertet.

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Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, wurde die Einführung an dieser Stelle beendet und mit dem Vergleich begonnen.

1. Anreise

Große Weserrunde

= große Anreise. Treffpunkt morgens um 4 Uhr am Bahnhof. Zumindest gibt mir dies die Gelegenheit meinen 14 jährigen Sohn zu treffen, der sich zum Zeitpunkt des Frühstückens auf einem Ausflug in die Küche begibt, um Nahrung für seine nächtlichen Onlineballerspieleskapaden zu beschaffen. Im Zug dann in einem Abteil mit dem was Bremer Clubs eben so Samstags Morgens um 4 Uhr ausgespuckt haben und nun auf dem Weg zurück in die Provinz ist. Neben uns sitzt ein Typ der den Abfallkorbdeckel öffnet um herreinzubrechen, ein angesichts getrübter Zielgenauigkeit hoffnungsloses Unterfangen. Tobias kann ihn gerade noch überreden die Toilette zu benutzen, wir hören ihn würgen und kotzten noch bevor sich die automatische Tür wieder schließt. Leider die Kamera nicht rechtzeitig zur Hand gehabt.

Da die Bahn von sechs bis neun einen Streik angekündigt hat zittern wir dann in der S-Bahn an jedem Bahnhof zwischen Wunstdorf und Bückeburg ob der Zug wieder anfährt oder eben nicht wieder. Doch Lokführer sind auch nicht doof, wer will denn schon am Samstag morgen in Haste drei Stunden rumsitzen, da haste nix von. S-Bahn fährt zum Glück weiter bis nach Bückeburg wie geplant. Von dort aus über einen ersten Berg nach Rinteln.  Im dunkeln konnten wir den zum Glück nicht sehen, wären sonst vermutlich wieder umgekehrt. Das Ausmaß unserer Leistung wird erst auf dem Rückweg erkennbar.

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Der Wecker klingelt um 6:45 Uhr. Dann wird klar dass es nicht der Wecker ist sondern ein Anruf von Hannes, der mich fragt wo zum Teufel ich denn bleibe, denn wir wollten mit seinem Wagen um 6:30 Uhr bei ihm losfahren. Anziehen und frühstücken wird ein wenig hektisch, aber dann fahren wir in Seelenruhe nach Lauenau wo wir 1 1/2 Stunden später bei guten Wetter ankommen. Nervend: Gang vom 80 Meter entfernten Parkplatz zur Anmeldestelle im Schwimmbad – das kostet ein paar Körner.

2. Begleitung

Große Weserrunde

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Mit Philipp, Jonas und Tobias im Zug. Gute Stimmung wie üblich. In Rinteln warten dann auch noch Jan und Sebastian auf uns; wir bekommen eine eigene Startzeit und radeln in unserer Gruppe los. Recht schnell wird klar, das ich der langsamste von allen bin, was dann dazu führt das sich relativ entspannt am Ende der Gruppe vor mich hingurken darf. Ein paar Mal, insbesondere an Anstiegen falle ich hinten raus, aber oben oder bei der Abfahrt warten alle immer nett auf mich, einpaar Mal zieht mich Tobias wieder an die Gruppe ran (Danke). Insgesamt klappt es aber sehr gut und der Leistungsunterschied ist auch nicht so signifikant. Ganz am Ende kneife ich dann vor der Route durch die Berge von Aetzen (Aerzen) und ziehe es vor mit den neu gewonnen Küs Freunden an der Weser und somit am Atomkraftwerk nach Rinteln zu fahren. Keine Nennung des Wortes Atomkraftwerk ohne einen Link zu S.Y.P.H.s Industriemädchen.

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RTF Lauenau

Allein auf weiter Flur mit Hannes, kein Bremer verirrte sich nach Lauenau – doch ganz am Ende sehen wir einen im Trikot vom RCB. Eigentlich sollten noch Eddie und seine Frau mitkommen, die aber in letzter Stunden absagen. Da wir viel zu spät für den Start gekommen sind fahren wir quasi die ganze Strecke alleine. Gestählt durch die große Weserrunde bin ich in Bestform. Hannes darf ab und an vorne im Flachen Führungsarbeit machen, aber auf den Anstiegen und Abfahrten gebe ich zur Abwechslung mal das Tempo vor.  Auch nicht schlecht. Irgendwann überholen wir eine Gruppe gelber Visbeker und ein Mädel hängt sich an uns ran, muss aber dann wieder auf ihre (lahmeren) Jungs warten. Sonst lernen wir leider niemanden neu kennen. Mit Hannes fahre ich aber sehr gerne, da wir das gleiche Maß an Anstrengung und an Nicht-Ernsthaftigkeit in unsere Touren legen.

3. Strecke

Große Weserrunde

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Die große Weserrunde ist nicht ausgeschildert und da ich immer noch nicht im Besitz eines Garmins bin, bin ich auf Gedeih und Verderb meinen Garminausgestatteten Freunden ausgeliefert. Nicht, dass dies ein Problem wäre und auch das Routing mit deren Garmins funktioniert ausgezeichnet. Ich würde mir ja auch gerne einen Garmin kaufen, finde aber, dass diese sich von der Nutzerfreundlichkeit irgendwo zwischen einem Commodore 64 und einem IBM386 mit MS DOS bewegen: XCOPY C:\Test\ A: . Und seitdem Bedienungsanleitungen länger als 20 Seiten sind und nicht mehr auf Papier gedruckt werden, lese ich diese ungern – kein Zeit dafür.

Ansonsten gibt es bei der Weserrunde über die Streckenführung nichts zu meckern. Ab und an werden doch arg kleine Wege und Abkürzungen benutzt, in Hameln fahren wir einmal über die Terasse eines Biergartens und verfahren uns gleich anschliessend. Es geht fast immer recht dicht an der Weser entlang bis auf zwei Abstecher in die Hügel, einmal auf der Hinfahrt nach Hannoverisch Münden und einmal auf der Rückfahrt von Polle nach Aerzen. Da gibt es denn eine alternative Strecke, die sich aber im nachhinein auch als länger herausstellt. Über 300 Kilometer kommen so einige Höhenmeter zusammen, bei so einer Distanz bin ich dann auch froh, dass es nicht zu viele wurden. 300km sind lang und länger als Lauenau. Das hat den Vorteil, dass man anschliessend viel zu erzählen hat. So lange Distanzen bin ich bislang selten gefahren; Tokyo-Itoigawa Rennen 2008, etwa 290 km in etwas mehr als 10 Stunden auf dem Rad und 12 Stunden insgesamt und mit vielen, vielen fiesen Höhenmetern und Ampeln. Yokohama – Hamamatsu 2010 ähnlich lang und hart. Aber seitdem ich zurück in Deutschland bin, bin ich nur selten mehr als 200 km an einem Stück gefahren. Jetzt gibt es wieder viel von Heldentaten zu berichten.

RTF Lauenau

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Quasi direkt nach dem Start geht es mit den Anstiegen los. Die Strecke ist gut ausgeschildert in den Farben des ausrichtenden Radklubs Victoria Lauenau. Bereits nach 50 km haben wir fast 800 Höhenmeter in den Beinen. Die erste Abfahrt ist auf einer sehr schicken und schnellen Landstrasse und endet etwas abrupt und gefährlich an einem T Stück ohne Vorwarnung. dann geht es wieder in kleinen Wegen weiter hoch. Teilweise sind die Steigungen recht giftig und es fällt mir schwer alles im großen Kettenblatt abzuarbeiten – aber zunächst geht es noch. Die Landschaft ist jedenfalls großartig, viele Hügel, Wälder, einzelne Bauernhöfe hier und da und das alles bei sehr gutem, sonnigen Wetter aber auch nicht zu heiß. Eine Gegend zum verlieben – man möchte noch einmal 20 sein und neu anfangen, am besten gleich in Tevenhausen. Obwohl heiraten, Kinder großziehen etc. sind größtenteils vollbracht und wenn ein Drehen zurück an der Uhr dies wieder nach sich ziehen würde dann vielleicht doch eher nicht. Bei Tevenhausen fahren wir einen Teil der Strecke zwei Mal. Dazu kommen ab und Radfahrer entgegen, vermutlich von der Marathontour. Das ist etwas irritierend aber wir lassen das nicht zu. Raus aus de Kalletal zurück an die Weser  setzen wir bei Großenwieden mit der Fähre über. Das ist originell und kann nicht jede RTF bieten. An der nächstgelegenen Verpflegungsstation klärt und ein älterer Herr mit noch älterer Team Telekom Mütze auf, dass wir nun die Auswahl zwischen zwei Strecken zurück nach Lauenau haben: Die flache Alternative, oder noch einmal den Berg hoch zur Schaumburg und weiter zur Paschenburg.

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Das wollen wir natürlich unbedingt, einmal das Palais Schaumburg sehen! Oder einmal Palais Schaumburg sehen? Die Steigung zieht noch einmal ordentlich an und bringt mich letztlich auf das kleine Kettenblatt. Danach eine super Abfahrt bis fast nach Lauenau rein. Streckenplanung also super, fast keine Bundesstrassen, viele Anstiege auf kleinen Strassen, viele Abfahrten auf geräumigen Alleen. Aber eben auch schon nach 150 km zu Ende.

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4. Verpflegung

Große Weserrunde

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Verpflegungsstationen etwa alle 50 km. Manchmal gibt es nur eine Cola und einen Stempel aber fast alle Lokationen sind großartig. Der Campingplatz Himmelspforte direkt hinter dem Regipswerk Bodenwerder wird mir auf ewig in Erinnerung bleiben: “Es ist verboten warmes Wasser von den Toiletten mitzunehmen”. Es ist vermutlich auch verboten kalt in die Becken zu pinkeln. Dicke Holländer in frottierten Bademanteln kommen wir aus den Waschräumen entgegen. Irgendjemand hat doch die Uhr zurückgestellt, oder?  In Holzminden eine Blockhaushütte namens „Hafenbar“. Ich denke an Ford Capri, Batida de Coco, Tritop und wilde Wodka Parties kurz hinter Tschernobyl mit Alwin und Peter. Dier Verpfelegung ist OK, das Mittagessen in Hannoversch Münden auch udn die einzige Gelegenheit mal mit ein paar anderen Leuten zu sprechen. Wir treffen zwei Zigarrenliegeradfahrer und unterhalten uns mit ihnen, der eine fährt ein Cabrio, der andere vollverkleidet. Ich stelle mir vor, wie sein Cabrio bei Regen vollläuft und nur noch der Kopf vom Kinn aufwärts aus dem Wasser in seiner Kiste hervorragt. Die übrigens auch nicht leicht ist: 36 kg wollen bewegt werden, vor allem den Berg hoch. Das Boothaus in Beverungen ist auch so eine Zeitkapsel. Wie hat das alles überlebt aus den Siebzigern?

Der letzte Rast in Polle ist der Hit: Wir sitzen auf einer Terasse auf einem Campingplatz an der Weser und bekommen Getränke, Kaffee und vor allem Erdbeerkuchen umsonst.Eigentlich wollen wir gar nicht mehr weiter und wünschten uns Torsten wäre mit seinem Eifelland Wohnwagen da. Am Ende dann auch noch Essen am Start. Alles wirklich gut organisiert.

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„Ein Salamibrötchen bitte“ „Das macht 50 Cent.“ Eigentlich möchte man ja dann sagen: „OK, geben Sie mir alle, ich verkaufe die am Montag vor der Uni für ’nen Euro“ aber wir sind fürs Radfahren und nicht für den Profit gekommen. An der ersten Station in Hemeringen nach ca. 30 km beisse ich in zwei leblose und labrige Waffeln bevor Hannes mir sagt, dass hier besonders das selbstgemacht Rosinenbrot zu empfehlen ist. Das ist wirklich gut. es gibt quasi alle 25 km eine Verpflegungsstation und so brauche ich nur einmal auf einen Riegel zurückzugreifen. Rosinenbrot gibt es überall. Bananen, Obst, Müsliriegel, nichts außergewöhnliches aber eben gut für eine RTF. Am Ende gibt es dann noch gegrillte Bratwurst und Kuchen. Der ist aber leider schon fast weg, da wir zwei Stunden nach der Meute gestartet sind und uns viel Zeit gelassen haben.

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5. Rückfahrt

Große Weserrunde

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Sebastian meinte, dass wir es locker im hellen wieder zurück nach Bremen schaffen. Schummerig wurde es allerdings schon auf der Rückfahrt nach Bückeburg. Die Bahn brachte uns dann einen weiteren, langen Aufenthalt in Wunstdorf ein, dummerweise war da dann auch schon lange das Shoppingcenter im Bahnhof geschlossen (bereits seit 14 Uhr!). So gegen 23 Uhr war ich zuhause, ein 19 Stunden Abenteuer.

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Nicht Herr Sato.

RTF Lauenau

Hannes fährt, wir quatschen und nach ca. 1 1/2 Stunden setzt er mich netterweise zu Hause bei mir ab.

Fazit

Beides lohnenswerte RTFs, dieses Jahr haben wir neben diesen beiden auch wieder die Adlerrunde, der rote Fuchs und die Delmenhorst RTF gefallen. Visbek war auch nicht schlecht und auch Barrien. Bramsche fand ich nicht so doll. Schade, dass nun alles vorbei ist bis zum nächsten Jahr – aber wenn das Wetter gut ist, dann fahre ich noch den Münsterland Giro. Welche war nun besser? Keine Ahnung.

Handlungsempfehlung

Die Untersuchungen machen klar, dass eine Beurteilung der Qualität von RTFs anhand von standardisierten Kriterien nur dann eine signifikante Aussage haben kann, wenn die Anzahl der untersuchten Objekte deutlich erhöht wird. Aufgrund dieses Untersuchungsergebnisses wird empfohlen weitere Analyse in kommende Forschungsvorhaben einzubetten um auf der Basis gesicherter statistischen Erhebungen Aussagen zu treffen, deren mittlere Standardabweichung einen gewissen Grad von Allgemeingültigkeit zulässt.

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Kein Zusammenhang. Schafft aber auch bestimmt 51,151 km in der Stunde.

Der Autor dankt seinen Mit-fahrern und -forschern.

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