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Kotter Arabia, für Tobias

Mit Tobias bin ich mal von Tokyo nach Enoshima gefahren.

Wir waren jung (von heute aus gesehen), im selben Stipendienprogramm in Japan (DAAD SP), hatten einen ähnlichen Humor und kamen relativ frisch 1990 oder 1991 in Japan an. Ich hatte noch nicht mein Panasonic Rad aber Tobias hatte schon etwas schickes gekauft und eines Tages beschlossen wir, daß wir uns auf den Weg von Tokyo an die Küste machen sollten. Jürgen, mein Mitbewohner lieh mir netterweise sein Orginal „Shogun“ Rennrad. Nach heutigem Maßstab Schrott. Wir machten uns also auf dem Weg, ohne jegwelche Idee wo es hingehen sollte und mit sehr bescheidenen Japanischkenntnissen. Es dauerte endlos und wir fuhren viel im Kreis. Die Japaner, die wir nach dem Weg fragten hatten offentlichtlich alle keine Ahnung von ihrem Land.. Wir kamen also irgendwann an der Küste an, machten ein Foto and fuhren dann eiligst wieder zurück. Das war ein selten blöder Trip, der aber den Grundstein für viele weitere legte.

Kaum zu glauben, daß der Mann heute seriöser Anwalt ist. Ich sah übrigens noch bescheuerter aus und deshalb ist hier auch kein Photo. Kaum zu glauben, daß ich heute seriöser Professor bin.

Eigentlich war es die Mutter aller sinnlosen Abstecher.  Bei Postivo Espresso war ein „sinnloser Abstecher“ („pointless ride“) eine Abweichung vom Weg, meistens hart und schwer und den Berg hoch, die aber dann entweder zurückgefahren wird da eben sinnlos, oder uns aber dem Ziel keinen Schritt näher brachte. Einer der sinnlosesten „Abkürzungen“ ist der Abstecher zwischen Ome und Okutama zur Mitaka Kabelbahn. Das sind zwar nur 1.540 Meter Strecke , aber auch 183 Meter Höhenunterschied, mit vielleicht 50 Metern  davon auf dem ersten Kilometer. Einfach total sinnlos dorthin zu fahren.

Egal. Also Tobias und ich waren zwei Jahre in Japan zusammen. Er machte dort sein Praktikum in der Anwaltskanzelei Nagashima & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  und ich lernte meine Frau kennen. Er war bereits mit der bezaubernden Heike verheiratet.

Wir bleiben dann auch nach Japan sporadisch in Kontakt. Tobias war mit seiner Familie lange in Moskau und dann später in München, während ich wieder nach Japan ging. 2010 waren wir dann beide in Deutschland, aber Tobias trainierte für seinen nächsten Einsatz in Saudi-Arabien und war in einem Camp im Yemen. Dort lernte er arabisch und nebenbei das ballern mit Kalaschnikovs. Heike blieb in Deutschland, kaufte Wohnungen und Häuschen und renovierte diese. Aber zumindestens sahen wir uns nun ab und an wieder, denn im Sommer im August, organiserten die beiden immer ein Fest auf Schloß Diemitz (die Hütte auf dem Foto im dunklen Hintergrund) in der Mürritz zu dem wir gerne kamen.

2011, als wir zum zweiten Mal auf Schl0ß Diemitz waren, bequatschte ich Tobias, daß ich ihm sein Jugendtraum Rad bauen könnte. Nett wie er ist gab er mir einen Batzen Geld und freie Hand und ich war im Gegenzug sehr freizügig mit meiner Zeit. Er wollte ein Rad mit dem er Freitags, wenn die lokale Bevölkerung  in der Moschee betet, durch die Straßen von Riyad flitzen kann. Ich wollte etwas sandfarbenes, mit einem Logo von zwei gekreuzten Palmen oder Krummsäbeln vorne am Steuerkopf und auf jedenfall komplett Shimano Arabesque ausgestattet. Diese Gruppe ist so schön und so komplett neben unserer Zeit, wer würde heute in Europa noch ein Produkt vermarkten wollen, das einen klar islamistischen Bezug hat? IKEA? Garderobenständer Minarett? Da riskiert man doch sein Leben!

Also, Tobias gab mir ein paar einfache Vorgaben: Sein Rad sollte gut aussehen, alt und teuer sein, einen schönen alten, dunklen Rahmen und nicht allzu dünne Reifen haben und vor allem, an den Ausfallenden sollten Adjustierschrauben sein. Davon hatte er immer geträumt, das war das Zeichen eines tollen Rennrads.

Ich fragte dann noch ein paar praktische Dinge und wir waren uns schnell einig. Danach verbrachte ich dann sehr viel Zeit auf Ebay und anderen Foren um die ganzen Einzelteile zusammenzukaufen. Die Suche nach einem schönen Rahmen war am schwierigsten. Ich wollte instinktmässig etwas italienisches. Also ehrlich, ich mag eigentlich keine Rahmen aus anderen Ländern, vermutlich weil ich ja selber halber Italiener bin (meine Mutter istUrdeutsche aus Südtirol, seit 1918 italienisch). Da gab es aber nicht das richtige. Irgendwann sahen wir dann einen Kotter Rahmen. Das ist ja nicht der dolle Name, wenn man davon absieht, dass es eine verschworenen Gemeinschaft von Anhängern der Marke gibt und Didi Thurau einmal für den Rennstall der Marke gefahren ist. Der Besitzer selber war, glaube ich, Opernsänger.

Aber dieser Rahmen war wirklich schön. Ich würde mal sagen so etwa von 1990 oder ein wenig später. Anlötumwerfer. Der Bremszug für hinten verläuft komplett im Oberrohr. Der ganze Rahmen ist verchromt und dann ganz leicht lackiert, so dass der Chrom durchscheint, das sieht sehr schön aus und heißt auf italienisch „Chromavelato“. Das sieht wirklich wunderschön aus, ist aber auch leider nicht sehr haltbar. Aber toll ist es schon. Das Kotter hatte so einen farblichen Auberginenüberzug. Außerdem passte die Größe und hinten gab es Adjustierschrauben an den Aufallenden. Tobias sagte ja, ich kaufte den Rahmen recht teuer ein und machte mich an den Kauf der anderen Komponenten.

Die Shimano Arabesque Teile hatte ich relativ schnell zusammen. Tobias hat dann netterweise die Kurbel für mich poliert und Velosport in Bremen den Steuersatz eingebaut. Mein Radhändler um die Ecke, Einrad konnte nicht. Die haben auch nur einen, dafür aber sehr guten und netten Mechaniker, und zwar den „Kreet“.

Ich wollte keine Shimano Arabesque Bremsen haben, da die nicht gut bremsen und nicht gut aussehen. Stattdessen wollte ich Shimano 600 Bremsen montieren, die nicht gut bremsen aber phantastisch aussehen.

Hier die Shimano 600AX an meinem weißen Olmo. Ich bekam sogar Shimano 600 Bremshebel noch mit guten, brauen Gummis. Sehr viele Teile habe ich bei Sella Berolinum gekauft. Die waren sehr nett und haben mir gut geholfen, vor allem als es um die Auswahl ledriger Komponenten ging. Ein wenig hat mir auch Uwe von Studio Brisant Unterstützung gegeben, bei dem ich mal mein eigenes Peugeot SB gekauft hatte.

Es dauerte recht lange aber als ich alles zusammen hatte fing ich mit dem montieren an. Die Laufräder habe ich zunächst auf der Basis von Shimano 600AX Naben und Mavic Drahtreifenfelgen, ich glaube Modul E2 gebaut. Das Zusammenbauen von allem klappte problemlos aber mir fehlten die Reduzierhülsen für die Züge. Und als dann alles zusammen war, rasselte das kleinste Ritzel immer durch. Ich habe zunächst den Spacer rausgenommen, und zwar zwischen dem Hauptteil der Cassette und dem letzten, aufschraubbarem Ritzel (Uniglide).   Es ging aber nicht.  Auch das in die Ecke stellen und ignorieren klappte gar nicht. Dann habe ich das Teil doch zu Velosport gebracht und der Gott der alten Räder dort hatte noch ein altes Uniglide Ritzel das er einbaute und seitdem läuft die Kiste.

Ansonsten gibt es noch ein sehr schönesund teures  Lederband am Lenker, einen wunderschönen Gyes Sattel und eine Satteltasche aus meiner Jugend in der auch so ein typischer „Knochen“ aus meiner Jugend ist um Reparaturen am Rad unterwegs durchzuführen. Und ein Paar MKS Pedalen mit passenden, braunen Lederriemen. Und enem Nito-Kopie Flaschenhalter.

Ich wäre neidisch, wäre das Rad nicht etwas zu klein für mich.

Nachdem alles schön zusammengebaut war habe ich das Rad vor ein paar Wochen nach München geschickt, wo es nun auf Tobias wartet. Heike war schon mal sehr angetan.

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Alles über das Kotter Arabia hier.

 

 

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Bottecchia Sprinter 1991 Update

Heute nach dem Aufstehen ein wenig weitergearbeitet an der Neon-gelben Gefahr.

Jedesmal wenn ich mir das Bottecchia anschaue denke ich, dass ich mir eine Schweißerbrille kaufen sollte, um von der Helligkeit des Neongelben Lacks nicht geblendet zu werden. Zum Glück hat die Zeit auch Ihre Spuren hinterlassen und der Rahmen strahlt nicht mehr ganz so, wie er das 1991 getan haben muß. Ich meine, mit dem Rad hätte man doch nur 1991 nach Berlin fahren müssen, das hoch über die Mauer halten sollen und rufen: „Seht, das erwartet euch nach der Wiedervereinigung.“ Und schon wäre das ganze Thema vergessen gewesen. Da hätte auch David Hasselhoff nichts mehr dran ändern können.

Heute war das Rad gereinigt und fertig bemalt. Eigentlich wollte ich ein paar Stellen auf dem Lack mit Acrylfarbe ausbessern und die Einfräsungen der Sattelstütze passend zur Farbe des Oberrohrs neu ausmalen. Letzteres ist einigermaßen gut gelungen und wird diesem Rad sicherlich noch mehr Individualität verleihen. Das ausbessern auf dem Rahmen ist allerdings voll schief gegangen. Es ist einfach unmöglich den richtigen Farbton zu treffen. Farben, wie es das Bottecchia hat werden seit dem Inkrafttreten der Genfer Konvention nicht mehr hergestellt. Das Gelb, das ich gekauft habe sieht auf dem Rahmen aus, als wenn Eigelb drüber gelaufen wäre. Das Gelb passt übrigens ganz hervorragend zu der gelben Tonne im Hintergrund.

Der zweite Punkt, ob gut oder schlecht ist, dass ich den linken Rahmenschalthebel der Suntour Blaze Schaltung nicht abbekommen habe. Auch Unmengen von WD40 und Ballistol haben nichts gebracht. Und mit Ballistol kann man normalerweise wirklich alles schaffen: Sogar den Hund oder das Pferd neu einschmieren, Akne loswerden und Lakritz geschmacklich nachverbessern. Also, sogt Tobi jedenfalls. Dieselbe Firma macht übrigens auch das hier. Ich zitiere: „Schnell zur Hand und niederschmetternd in der Wirkung“ – genau wie das Bottecchia.

Das gute daran ist, daß ich mich wieder erholt habe von der „Gruppities“ Das ist eine ansteckende Radbastlerkrankheit, die darin besteht, daß man meint ein Rad wäre nur schön und technisch OK, wenn alle Komponenten daran aus der gleichen Gruppe kommen. Das Bottecchia hatte Modolo Bremshebel, eine komplette Suntour Blaze Schaltung und der Rest war Shimano 105. Also hatte ich mich mit Gruppitis angesteckt und meinte, daß nun alles Shimano 105 werden müsste. Der angeharzte Schalthebel hat ber zum Glück größere Geldausgaben verhindert.

Irgendwie sind die Wolber GTX Laufräder ja schön und es fällt mir schwer mich von denen zu trennen, obwohl ich gar keine Verwendung für die hätte. Mal sehen, vielleicht tausche ich die noch aus gegen etwas anderes.

Soweit ist jetzt erst einmal alles locker angesteckt und nun muß der Rest an Komponenten besorgt werden. Dann werden ein paar Photos am Kiosk „Zur Gelben Gefahr“ gemacht, dass passt farblich und ist „epochengerecht“ und dann wird es verkauft.

 

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Amtschimmel RTF Sulingen 31. März 2012

Update 27. März 2012

Wie ist das Wetter in Sulingen am 31. März?

Meteomedia Bremen Flughafen

Wetter123 Sulingen

Meine Stadt

Wetter.com

Wetter Info

Also, wenn ich mir alle Informationen ansehe, wird es wenn wir fahren so zwischen 4 und 10 Grad warm sein und wir haben ein Risiko von 60% das es regnen wird. Tendenziell zum Nachmittag hin weniger.
Ich würde daher vorschlagen, daß wir einen Zug später nehmen als geplant um so spät wie möglich zu fahren und so wenig naß zu werden wir nötig:

09:33 Bremen Hbf 
09:38 Hemelingen
10:11 Twistringen.
Dann würden wir so mit den letzten um 11:30 (Schluß) starten. Das hat dann aber den Vorteil, daß wir hoffentlich viele andere überholen werden. Das ist immer prima für die Motivation und man fährt schneller, vor allem wenn man sich in der Midlife Crisis befindet.

Also Start 11:30 Uhr, vier Stunden fahren, dann eine Stunde packen und zurück nach Twistringen, dann schaffen wir immer noch den Zug (NWB) um 17:03 zurück nach Bremen.

Update der Teilnehmer

Pseudonym   /    Strecke   /   Typ   /   Kommentar

  • Schieber / 114 km / ? 
  • Snake1980  / 42 km / ? 
  • Skysurfer5 / 114 km / ? 
  • Don Sebastiano / 114 km / ? 
  • Schattenmann / 114 km / Jens Voigt / Steigt in Hemelingen zu
  • Tobilive / 114  km / Jens Voigt
  • I3lizzaI2D / 114 km / ?  / Kein Niedersachsenticket
  • mob / 114 km / Jens Voigt

Verfügbare Typen:

Jens Voigt: Ist mir doch egal wie das Wetter ist, ich fahre auf jeden Fall. Wenn Zeit ist sogar zwei Mal. Shut up, legs!

Mario Cipollini: Ich fahre nur, wenn das Wetter gut ist und mein Leopardenjersey nicht nass wird. Ich melde mich dann am Freitag. Oder gar nicht.

Jan Ullrich: Ich kann nicht kommen und mein Anwalt hat mir verboten zu sagen warum. Ich bin aber unschuldig, ehrlich.

Infos : 

http://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/Termine-RTF-Radtour.html

http://breitensport.rad-net.de/breitensportkalender/termine/2012/38.-amtsschimmel-rtf;36575.html

Startzeit  und Ort :

31.03.2012 (SA) 10:00 bis 11:30 Uhr
27232 Sulingen, Edenstrasse Edensporthalle ist richtig, nicht Schmelingstrasse (heute mit dem Veranstalter gesprochen)

Startgebühr 5 oder 6€

Distanzen :

42, 82,114 Kilometer

Ausrichter :

Tus Sulingen, Gerhard Niemeyer, 04271 6762, uschi-gerd (at) freenet.de, Kosten ?

Team :

Schieber    114 km
Snake1980   42 km
Skysurfer5   114 km
Don Sebastiano 114 km
Schattenmann ?km
Tobilive 114 km
I3lizzaI2D aka lolle aka lalle ? km
mob 114 km

Transport :

Treffpunkt am Bremen Hbf um 08:15 hr am Fahrkartenautomat am Eingang vorne (Drogen und Alkoholeinfahrt).
Wir kaufen dann ein Niedersachsenticket plus Radmitnahmekarten gemeinsam für alle die da sind, wer um 8:18  hr nicht da ist hat Pech gehabt.
Plus eins für Schattenmann, der um 08:38 in Hemelingen zusteigt. 

Bremen Hbf – Twistringen
08:06 – 08:32
08:33 – 09:11 wäre jetzt erst einmal die geplante Verbindung
09:06 – 09:32

Niedersachsenticket
1 Person €²1, 2 Personen €25, 3P: €29, 4P €33, 5P €37
plus Radmitnahmekarte, 5€ pro Rad

Von Twsistringen fahren wir dann etwa 20 km bis nach Sulingen. Im Prinzip simpel:
Vom Bahnhof über die Sulinger Strasse auf die Nienburgerstrasse (L341)  und dann immer die Landstraße nach bis nach Arnstedt. Dann rechts auf die 61 bis nach Sulingen.
Bürgerpark links, dann links in die Bessumer Strasse und links in die Lange Straße, über die Gleise, nach 400m Edenstraße rechts.
Für die Freunde der Navigation

Rückfahrt

Also, wenn wir um 9:11 in Twistringen ankommen, sollten wir so gegen 10:15hr in Sulingen starten können. 114km im 30er Schnitt wären dann etwa 4 Stunden, also ich denke daher, daß wir gegen 14:30hr auf jeden Fall Abfahrbereit Richtung Twistringen sein sollten. 20km zurück gemütlich. Zugverbindungen dann:

15:03 – 15:38 NWB für Schattenmann
15:21 – 15:50 RE
16:03 – 16:38 NWB für Schattenmann

Also ich würde mal sagen entweder wir fahren schnell und schauen, dass wir bis 15:03 wieder in Twistringen sind, oder wir lassen es gemütlich angehen, trinken was in Sulingen und fahren um 16:03 zurück.

Berichte aus den letzten Jahren, Routen

http://www.bikemap.net/route/901387
http://www.bikemap.net/route/894151
http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/viewtopic.php?t=2724
http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/viewtopic.php?t=3917 

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Heller als tausend Sonnen, nasser als gedacht

Hatte ich geschrieben, daß das Wetter gut werden sollte?

Tobi wartete schon etwas abseits vom Kiosk „Gelbe Gefahr“, als ich um 14:37 Uhr auf meinem Union Fixie anrollte. Es sollte niemand von mir erwarten, daß ich pünktlich bin, meine Mutter ist Italienerin, ich bin im Rheinland aufgewachsen, unsere genetischen und kulturellen Grundlagen werden durch Uhren vergewaltigt.

Also Tobi stand etwas abseits. Vermutlich um sich von der Kundschaft der gelben Gefahr zu distanzieren. Dabei war es gar nicht so klar, ob die Typen mit der Becksflasche in der Hand dort nur rumstanden um Bier zu trinken, oder Mitglieder des legendären Weserexpress sind und nur darauf warteten um endlich loszufahren. Platz genug hinter dem Kiosk um einen Haufen Carbonräder zu verstecken gibt es ja. Aber nein, es waren nur Alks.

Passanten und Radfahrer bleiben stehen, als Tobi seine beiden Scheinwerfer anmachte. Heller als tausend Sonnen. So etwas hatte die Welt nicht mehr gesehen, seitdem die Supermächte oberirdische Atomwaffentests eingestellt hatten. Wir wollten ja eigentlich nur für zwei, drei Stunden fahren, von daher war alleine schon die Tatsache, dass Scheinwerfer montiert waren ein dezenter Hinweis darauf, dass es auch etwas länger sein dürfte.

Und schon ging es los im Sauseschritt durch die Wiesen und Moorlandschaften des Bremer Nordostens. Aber zunächst einmal mußten wir uns über die Autobahnbrücke am Horner Freibad quälen. Zum Glück wurde es dann wieder flacher und wir quälten uns gegen den Gegenwind Richtung Oberneuland. Und als wir so richtig gut in Schwung waren nach gefühlten 162 km (entsprechend tatsächlichen 16 km) fing es an zu regnen. Uns blieb nichts anderes übrig als durch Osterholz und Sebaldsbrück, vorgemerkt auf der UNESCO Weltkulturortsliste für 2378, wieder Richtung Heimat zu fahren. Wo wir dann recht nass ankamen.

Am Abend haben wir uns dann wieder getroffen um das neongelbe Bottecchia auseinander zu nehmen. Hier einige wichtige Erkenntnisse, die uns die Arbeit am lebenden Objekt gebracht hat:

  • Suntour Blaze Plastikschrauben der Rahmenschalthebel lassen sich nicht mit Gewalt demontieren. Dieses Rad kann kein Singlespeed werden, da die Schaltung weigert sich zu entfernen.
     
  • Suntour Blaze Schaltwerke haben häßliche Plastikteile auf der Rückseite.

Allgemein läßt sich feststellen, daß die 1989er Blaze Gruppe in der Lighweight-Hierarchie nicht ganz oben stand:

catalog page reproduction scanned on an HP Scanjet

Die ganze Suntour Geschichte findet man bei Bedarf hier (in Englisch).
Aber zurück zum Bottecchia Sprinter: As ist ja ein gnaz schöner Komponentengemischtwarenladen. Shimano (Naben, Bremsen, Tretlager), Modolo (Bremsgriffe), Miche (Steuerkopflager), Cosmos Italia (Lenker), Suntour (Schaltung) und Selcof (Sattelstütze) Wolber Felgen, Maillard Pedalen konnte ich finden. Interessanterweise sind die Shimano Komponenten Produktionscode PD (April 1991), während EH ist, also 1988. Das läßt vermuten, daß sich Bottecchia eine Ladung Suntour aus unverkäuflichem Lagerbestand besorgt hat, um diese dann an  Ihrem Budget-bike Sprinter zu verbauen. 
Das Geröhr ist nämlich auch ein wenig schwer: 26,2mm Sattelrohrinnendurchmesser.
Aber ansonsten ist, bis auf die Verschleißteile gut in Schuß. Tobi und ich haben noch einmal einen Blick auf die Farbe des Rahmens geworfen, uns angesehen, festgestellt, daß die Farbe echt scheiße aussieht und entschlossen das Rad nur technisch gut und sauber aufzubauen und dann zu verkaufen.  Eine schöne Übung ist es alle Mal.

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NAHBS : Fahrrad für Bremer Viertel vorgestellt

Was macht ein Bremer aus dem Viertel bevor er seine Wohnung verlässt?

Er prüft, ob er den Hausschlüssel in der Tasche hat und die Flasche Becks in der Hand hält. das war jedenfalls mein Eindruck, als ich für einige Monate 2010 im Viertel wohnte. Was übrigens eine sehr schöne Zeit war.  Nur etwas… ungewöhnlich … vielleicht. Also wie soll ich sagen … ich war es einfach nicht gewöhnt, dass 80% der Menschen die mir auf dem Gehweg am Sonntag morgen um 11 entgegenkommen eine Flache Becks in der Hand halten. Oder mit nacktem Oberkörper durch die Straßen laufen. Na ja, aber ich lebte halt lange in einem Land mit einer sehr konservativen Grundausrichtung.

Egal, damit der Bremer aus dem Viertel nun auch nicht nur im gehen, sondern auch beim Radfahren sein Becks dabei haben kann wurde auf der NAHBS in Sacramento dieses Jahr eine Reihe von Rädern vorgestellt, die Büchsen- und Flaschenhalter an allen möglichen nd unmöglichen Stellen montiert haben. Bei manchen Rädern an Stellen, an denen mein Rad noch nicht einmal Stellen hat. Unten die bislang eleganteste Lösung für längere Touren. Vermutlich auch eine gute Kohlfahrtalternative.

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Ein weisses Rennrad

Klar, sieht man.

Dieses hier hat Tobias aus Bremen aka „Audi Freak“ gebaut. Die Basis ist ein alter, neuer unbekannter Rahmen aus Lagerbeständen der Achtziger Jahre der Stadt Bielefeld. Daran wurde eine komplette alte Shimano 105 Gruppe (1050) verbaut, die von einem anderen Projekt, einem Benotto stammt. Das Ergebnis sieht sehr schlicht und klar, vor allem vor dem Hintergrund dieser rot-braunen Klinkerwand aus. Von der Idee hin finde ich das eigentlich sehr ähnlich zu meinem Canyon minus dem Orangeanteil.

Tobias hat noch vor den Rahmen mit selbstentworfenen Logos zu bekleben. Zunächst einmal aber wäre er dankbar für eine Kommentierung seiner Arbeit.

Man könnte das Rad natürlich auch in das Rennrad-News Forum stellen, etwa unter die Rubrik „Zeigt her eure Klassiker“ und die Forumsmitglieder um ihre Meinung bitten. Leider sind die Kommentare oft nicht wie erwartet („Dolle Sache!“) sondern zeigen von einer pessimistischen Herangehensweise an die Probleme dieser Welt im Detail („Die Ventilkappen gehen ja gar nicht“). Aus diesem Grunde habe ich einige einfach formulierte Regeln aufgestellt, wie man Beiträge dieser Art im Forum formulieren sollte:

DER CYCLYNG RATGEBER FÜR GUT FORMULIERTE BEITRÄGE UND KOMMENTARE IM RENNRAD-NEWS KLASSIKER FORUM

Regel #1:
Jeder Kommentar zu einem präsentierten Rad muss anfangen mit:
„Schönes Rad, aber leider…“
Auf diese Art und Weise wird unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass man egentlich en ganz netter Mensch ist, aber das Rad eben nicht so doll findet. Oder man schrecklich neidisch ist. Oder man wahnsinnig viel Ahnung hat.

Beispiel 1:
„Schönes Rad. Aber leider wurden die Innengewinde nicht Nippel nicht mit Öl gereinigt, das vor 1990 produziert wurde. Gehört also nicht in diesen Thread hier.“
Wirkliche Aussage: „Dein Rad kannst Du in die Tonne kloppen ber schick mir die Nippel vorher.“

Beispiel 2:
„Schönes Rad. Leider scheint mir das Lenkerband anderes rum gewickelt sein als das Profil des Hinterrads verläuft. Das entspricht keinesfalls der StVO, noch der KlVZO (Klassiker Vorzeigordnung).“

Wirkliche Aussage: „Ich habe mehr Ahnung als du. Schick Dein Rad her, ich bin neidisch und du verdienst es ohnehin nicht.“

Regel #2:
Räder sind nie fertig

Jedes Rad das hier eingestellt wird muss in der Beschreibung mit dem Zusatz versehen werden, das es eigentlich noch nicht fertig ist. Dies entschärft eventuelle Kommentare die nach Regel #1 aufgestellt werden.

Regel #3
Die Komponente x wird aber noch ausgetauscht:

Jede Beschreibung eines Rades muss einen Kommentar enthalten, dass bestimmte Komponenten nicht der KlVZO (siehe oben) entsprechen und dass daher bitte Kommentatoren Gnade vor Recht walten lassen sollen.

Beispiel:
„Das Rad ist noch nicht fertig, ich denke, ich werde demnächst noch Rahmen, Laufräder und sämtliche Komponenten austauschen.“

Kommentar:
Der Versuch sich auf diese Art und Weise abzusichern ist leider völlig sinnlos, da es nur den Ehrgeiz der Kommentaren anstachelt ein anderes Detail zu monieren. Zum obigen Beispiel wäre dann eine vermutliche Antwort nach Regel #1:

„Schönes Rad. Leider ist der Hintergrund nicht Epochengerecht.“

Regel #4
Ein Rahmen ist nie gerade.

Wenn wirklich nichts zu monieren ist, dann darf mit dem Kommentar zumindestens in Aussicht gestellt werden, dass sich der Besitzer in Kürze damit wegen eines technischen Defekts ordentlich auf die Fresse legen wird.

Beispiel:
„Schönes Rad, da gibt es nichts zu kriteln. Aber sag mal, ist die vordere Flaschenhalterschraube nicht schief, oder sieht das nur auf dem Foto so aus? Gab es da vielleicht mal einen Unfall? Sieht mir so aus wie ein typischer Unfallschaden wenn das Rad von einer Zehnjährigen Japanerin aus 8.000 Meter Höhe von einem Gleitdrachen geworfen wird und dann genau mit der Flaschenhalterschraube auf einem Stoppschild aufgekommen ist“

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102 weserige Kilometer

Vollmundig hatte ich in der Woche den ersten 100km Ausritt des Jahres angekündigt.

Ich wachte am Samstag morgen auf, der Himmel war blau und es gab keine Entschuldigung mehr. Hm, 52:16 Übersetzung auf dem Fixie über 100km – ob das wohl gut geht? Also los, auf zum Treffpunkt am Kiosk „Zur gelben Gefahr“. Was das kennt keiner? Das ist der Radsporttreff an der Ecke Schwachhauser Heerstraße/Scharnhorststrasse. Seit 1928 treffen sich hier bremische  Radsportfreunde um vor der Ausfahrt noch schnell einen zu heben oder gleich da zu bleiben.

http://maps.google.de/maps?f=q&source=embed&hl=de&q=Scharnhorststra%C3%9Fe,+28211+Bremen&aq=&sll=53.159072,8.676453&sspn=0.038907,0.077162&ie=UTF8&geocode=FRoJKgMdeiuHAA&split=0&hq=&hnear=Scharnhorststra%C3%9Fe,+28211+Bremen&ll=53.090004,8.862815&spn=0.004871,0.009645&t=m&z=14&layer=c&cbll=53.090004,8.862815&panoid=85SYT9FVw-YQ1Nzf2r55BQ&cbp=12,240.03,,1,12.31&output=svembed
Größere Kartenansicht

Ich hatte überhaupt keine Plan wohin ich eigentlich fahren wollte, was Erfahrungsgemäß die besten Voraussetzungen für spannende Touren sind. Keine guten Voraussetzungen für eine lange Tour ist es aber den Helm zuhause zu lassen. Das machte mich etwas nervös und weniger risikobereit. Also zunächst einmal am Focke Museum vorbrei (Gähn) Richtung Horner Freibad, wo bereits die erste Bremer Bergprüfung auf dem Programm stand. Ein mörderischer Sprint vorbei an Fußgängern und Aluradfahrer hoch zum Col d’autobahnbrücke und dann mit viel Schwung und 37 Sachen auf der anderen Seite runter.

Weiter ging es auf den Deich und entlang der Wümme Richtung Kuhsiel und Dammsiel. Der Wind bließ schön von hinten und so dachte ich, aaß ich vielleicht die ganze Zeit nur nach Norden fahren sollte, vielleicht sogar bis zum legendären Fickmühlen? Aber dann mitd em Zug zurück macht keinen Spaß, kostet Geld und dauert, also erst einmal weiter Richtung Ritterhude und dann diesen Megaberg auf der L151 hoch zur B74. Eine der schlimmsten und brutalsten Steigungen in Bremen überhaupt, so sich die Spreu vom Weizen und Appelkorn trennt. Man war ich fertig, als ich nach ca 27 Sekunden endlich oben war.

Vor einiger Zeit, auf einer Tour vom Weserexpress,  bin ich dann ein paar Hundert Meter weiter die Straße nach links abgebogen, Richtung Lesumstotel. Hm, das wollte ich noch mal machen, kam dann aber auf die sinnige Idee das Abenteuer noch weiter auszubauen und in die Stoteler Waldstraße einzubiegen. Ist da schon mal jemand gefahren? vermutlich nicht. Noch nicht einmal das Google Streetview Fahrzeug hat es dahin geschafft. Übelstes Kopfsteinpflaster, vermutlich aus der Zeit des Rückzuges deutscher Truppen aus Ostpreußen. Quasi die Wilhelm Gustloff auf Land. Könnte auch eine römische Herrstraße gewesen sein. Nach zwei Kilometer war so ziemlich alles losvibriert am Rad, was es zu vibrieren gab und unwiderstehlicher harndrang setze ein. Zum Glück kam dann wieder eine fahrbare Straße Richtung Heilshorn. Auf dem Radweg fuhr ein Skater mit Kopfhörern. Mann sind die lhm, die schleichen ja so mit 20 – 25 km/hr durch die Gegend. Und braucen die gesamte Breite des Weges. Und hören dabei vermutlich Adele und träumen vor sich hin, so dass die mein Dauergebimmel nicht hören. Bis ich den überholt hatte – so was versaut einem ja den ganzen Schnitt!

Dann weiter an Faun und Hansafrost (Achtung: Fabrik Eisverkauf hier) nach Schwanewede und Neuenkirchen. Vorebei an my blöoody valentine in Frage bis zum Kraftwerk und dort auf die Fähre über die Weser gewartet. Ich mag das wirklich sehr einmal auf einer Tour über die Weser zu setzen, bislang habe ich das aber immer in Vegesack gemacht.

Dann ging es weiter entlang der Weser auf der Deichstraße der linken Seite (also falschen Seite) durch illustre Dörfer wie „Ritzenbüttel“, Lemwerder und, mein Favorit „Motzen“ (Dortmotto: „1000 Jahre Motzen“). Von der Weser sieht man da übrigens nichts, da die Straße hinter dem Deich verläuft und relativ trostlos ist. Irgendwann kommt man dann, nach einer dicken Prise Gegenwind, wieder nach Bremen rein, da wie die dicken BLG Lager für Daimler sind. Und dann weiter durch beautiful Wolmershausen bis zur Becksbrücke (Stephanbrücke). Warum da eigentlich keine Fixiefahrer rumhängen ist mir unbegreiflich. Nahe der Innenstadt! Überdacht! Jede Menge bunte Graffities! Was wil man mehr?

Damit die 100km voll wurden weiter in den Bürgerpark, durch den Bürgerpark zur Munte (uncooler Radfahertreff für Jedermann) und dann wieter zum Platzhirschen und noch einmal eine schwere Bergprüfung über die Autobahn. Ui, da zogen aber jetzt die Beine wie Hechtsuppe.

Dann allerdings gab es ein interessantes Phänomen, das weiterer Erläuterung bedarf: Das Zeigen von Frohsinn ist nicht Sache des Norddeutschen. Rumquietschen, albern und große Sprüche kloppen, also das tägliche Brot des Rheinländers findet er albern. Trotzdem, ab und an muss es raus, da fordert die menschliche Natur ihr Recht. Andere Leuten gehen dann zum lachen in den Keller, nicht so der Bremer. Er schnappt sich einen Bollerwagen, lädt den mit harten Alkoholika, vielen grünen Becksflaschen und minderwertigen Nahrungsmitteln voll und zieht mit seinen Freunden in die Wümmewiesen. Denn da wird er beim froh sein nicht von anderen beobachtet. Um jegwelches Risiko auszuschliessen werden diese Ausflüge unternommen, wenn es draußen besonder garstig ist, also im Januar im Eisregen oder bei Orkanen und Hagelschauern. Dann wird gelacht und der gemeine Bremer fühlt sich dann wie Kaiser Nero nachdem er Rom angezündet hat und sich das Feuerchen vom Balkon seines Palastes ansieht und an seiem Glas Prosecco nippelt.

Leider ist es heutzutage so, dass die Jugend auch nicht mehr ist, was sie einmal war. Nämlich als wir noch Teil von ihr waren. Die Jugend heute geht mit dem Bollerwagen bei 6 Grad Plus raus – darunter stand früher lebenslanges Frohsinnsverbot. Geschämt hätte man sich mit dem Bollerwagen loszuziehen und peinlich hätte es werden können angesichts der zahlreichen Passanten.

Lange Rede, kurzer Sinn, die Wümmewiesen waren verstopft mit Bollerwagen, Lachleuten und Nettmenschen um mich herum. rgendwann war ich aber dann doch zuhause und hatte den ersten 100km Ritt des Jahres in der Tasche.

Meine Familie interessierte da wenig. Ich konnte ihnen aber dennoch von Nutzen sein, indem ich meinen Kindern erklärte, wie man in den Tropen überleben kann. Das ist eigentlich ganz einfach: Man sucht sich eine Kokusnuß und dann braucht man nur noch eine Schlagbohrmaschine, bohrt zwei Löcher rein und trinkt die Kokosnussmilch. Fertig. Robinson Crusoe hat das 20 Jahre  lang so gemacht.

Nächste Woche ib in ich in London und hoffe, aß ich Zeit haben werde mir den Olympic Park anzusehen, insbesondere das Velodrame. Das Rad muß leider zuhause bleiben, aber vielleicht leiht mir einer meiner Londoner Freunde ja eins zum rumfahren.

Ansonsten bis bald.

 

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Shimano Alfine Di2

Seit einigen Tagen spiele ich mit dem Gedanken ein Rad um einen Rohloff Speedhub aufzubauen.

Einige Tage spielte ich mit dem Gedanken ein Rad um einen Rohloff Speedhub aufzubauen. Jetzt nicht mehr. Denn seit gestern weiß ich,, daß Shimano im September die Alfine Di2 zum Verkauf freigeben wird. Das hat gegenüber dem Speedhub einige sehr entscheidende Vorteile. Erstens, vermutlich und hoffentlich der Preis. Wenn nicht im September, so dann doch mit Sicherheit ein Jahr später. Uns dann gibt es für diese Lösung auch STI Rennhebel, d.h. es ist erstmals großen großen Aufwand möglich eine interne Schaltung sinnvoll und einfach über einen Rennlenker zu bedienen. Nachteil: Alfine gibt es nur mit 8 oder 11 Gängen im Gegensatz zu den 14 eines Rohloffs. Und sicherlich ist das Rohlofff Getriebe aus mechanischer Sicht das besser Teil. Aber sonst gibt es nun zum ersten Mal die Möglichkeit sehr einfach einen Renner mit internem Getriebe zu bauen – da würde ich dann auch gerne der erste in Bremen sein.

Anbei einige Photos (via Rennrad News Forum), Supr find eich auch, dass es den linken Bremshebel nun ganz ohne Schaltfunktion gibt. Damit könnte man dann auch einmal ein Rad bauen, dass ganz normal mechanisch schaltet, aber eben keinen Umwerfer vorne hat. Also die klassische Bremenversion.

Aus Marketing-sicht finde ich es übrigens genial, was Shimano hier gemacht hat: Der klassische Shimanoweg im Rennradbereich ist es ja Neuerrung auf Dura Ace Level einzuführen, also in der höchsten und teuersten Gruppe, und diese dann mit der Zeit nach unten durchzureichen. Deswegen hatte ja zunächst nur die Dura Ace Gruppe diese unsäglich häßlichen Kurbeln, und nun müssen Ultegra und 105er auch daran glauben.Dual Pivot Bremsen (BR-7403) gab es zunächst auch nur für dieDura Ace Gruppe, nicht für die damalige Shimano 600. Erst als diese zur Ulegra wurde, wurden diese Bremsen dort eingeführt (BR-6400). Und die Di2 Elktronik lief nach dem selben Schema. Zunächst 2009 die Dura Ace Di2, jetzt 2011 die Ultegra Di2. Also dachten alle, dass nun die 105 Di2 kommen wird. Stattdessen kommt die Alfine. Was auch nur konsequent ist, denn nachdem das ganze Geld für die teure Dura Ace eingesammelt wurde und nun das mittlere Pressegment bedient wird, macht es einfach wenig Sinn, die 105er direkt anzuschliessen, denn historisch ist ja der preisliche und leistungsmässige Unterscheid zwischen Ultegra und 105 nicht groß. Die Rennnradgemeide ist erst einmal bedeint, da ist jetzt nicht mehr sooo viel Potential.

Viel mehr Potential ist aber bei den Trekking und ATBs, gerade in Deutschland ist das ja ein Riesen-segment. Und technisch/mechanisch ist das der simplere  und völlig ohne Konkurrenz für Shimano (Bei den Rennrädern gibt es ja noch Campagnolo und SRAM, aber bei Trekking?). ich denke die elektronische Schaltung wird kommen, und das nun in die Masse zu geben, bzw. diesen Schritt vorzubereiten ist genau die richtige Strategie

Schön für mich persönlich, dass eine japanische Firma mal wieder etwar ichtig macht. Man hatte schon fast den Glauben verloren.

 

3 Kommentare

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Körbchen

„Machst Du mir noch einKörbchen drauf? Für’s Freibad und so…“

..ist ein Zitat aus dem Männerradler Kultfilm Männer auf Rädern. In diesem Fall sieht das aber gar nicht schlecht aus.

Via Fixed Gear Girl Taiwan. Sehr ästethisches Blog mit guten Fotos.

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Man kommt nicht an ihr vorbei

Wirklich jedes Fixie-Blog, dass ich über den Google Reader verfolge hatte in der letzten Woche dieses Foto von Afton Shelton. Man kommt an ihr einfach nicht vorbei. OK, also dann hängen wir uns bei ihr ans Hinterrad.

Bemerkenswert sind eigentlich die Schuhe, vermutlich für Shimano SPD Klickpedalen ausgelegt.
Sonst bitte bei Facebook nachschauen, aber besser nicht bei der Arbeit.

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