Archiv der Kategorie: Bremen

Kühe in Fischerhude mit Walter Vorwerk

Diese Woche brachte mich nach Berlin, beruflich war es durchwachsen, kulturell spitze. 

Das erste Highlight bereits am Dienstag Abend: Turbo Kid im Z-inema der Z Bar.

Ich darf das hier posten, weil es sich ganz klar um einen Radfilm handelt, also einen klaren inhaltlichen Bezug zum Thema dieses Blogs aufweist. Was mich dazu bringt zu bitten, für diesen Blog als „Top Fahrrad Blog des Jahres 2015“ zu stimmen, falls noch nicht getan. Und zwar hier, ist als „cyclyng.com“ gelistet. OK, da kann man ja auch anderer Meinung sein – die meisten sind es aber nicht, denn derzeit liegt cyclyng.com auf dem zweiten Platz in der Zwischenwertung. Erstaunlich.

Berlin brachte mich auch auf die Idee (OK, es war die Idee von Steini) nächstes Jahr einmal komplett um Berlin entlang des Mauerwegs zu radeln. Der Mauerweg ist ca. 160 km lang und führt entlang des ehemaligen Verlaufes der Mauer. Nicht ganz, denn dort wo die Grenze durch die Havel lief, muss man ein wenig Umwege fahren. Aber 160 km an einem Tag, teilweise über Feldwege ist schon ein prima Unterfangen. Vor 1989 wäre das natürlich noch cooler gewesen, aber das war ich auch nicht so fit, also habe ich es gelassen.

Berlin brachte mich auch zu Yuji Kimura von Kimura Cycle Works und seinem Laden auf der Danziger Strasse. Yuji kümmert sich um die Restauration von alten Rädern, er hat gerade zwei Rahmen von mir, die er lackieren wird.  Sein Schwerpunkt (Touring) ist etwas anders als der meine, aber es gibt auch eine starke gemeinsame Linie bei Design und Farben. Hier ein schönes Beispiel seiner Arbeit.

garuda, SHIMANO aero 57

Damit war der Radrelevante Teil des Berlin Besuches auch schon vorbei. Von Dienstag bis Samstag gar nicht zu radeln, viel auf einem Kongress zu essen und in der Milchbar in Kreuzberg und sonstwo rumzuhängen und Rotwein zu trinken macht kurzfristig Spaß, hinterlässt aber auch deutliche Spuren bei Kondition und Fitness. Und dann noch Start-ups besuchen…. Nach meinen Besuchen dort (Bei Flix Mein Fernbus und iversity) habe ich eins über Start-Ups gelernt: Das ist im wesentlichen ein Marketingtrick, um jungen Menschen schlechte Arbeitsbedingungen zu verkaufen: 30 m2 Büro mit 24 Leuten drin? Miese Tische, miese Stühle, keine Headsets, überall Pizzakartons auf den Tischen? Mittagspause im Treppenhaus, auf den Stufen sitzend wieder Pizza? Cool, denn das ist doch ein Start-Up Baby! Ich finde ja vieles nicht an meiner Hochschule gut, aber ich bin dankbar für einen stabilen Stuhl, einen großen Schreibtisch und Thomas, der mit mir im Zimmer sitzt. Und dann noch Hardcore Kultur, bei der dann vor lauter Stehen die Beine echt weh tun, in Form eines Besuches der Gemäldegalerie.

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Botticelli, Der Frühling / Im Reich der Venus

Gemälde / Öl auf Leinwand (vor 1730) von Giovanni Antonio Canal (gen. Canaletto) [1697 - 1768] Bildmaß 46,7 x 90,9 cm Inventar-Nr.: 1653 Systematik: Geographie / Europa / Italien / Orte / Venedig / Kirchen

Giovanni Antonio Canal (gen. Canaletto) [1697 – 1768] Irgendso ’ne Kirche mit Maria im Namen in Venedig

Hing auch da rum, erinnerte mich aber eher an Kommunion, Abitur und Geburtstage und die Hände von Onkeln und Tante.

Nach so viel Kultur wachte ich total müde und verkatert heute mittag in Bremen auf. Ich wusste, wenn ich mich jetzt nicht gleich auf das Rad quäle, dann wird das ein schlechter Tag und eine Scheißwoche. Also raus Richtung Süden, der Himmel lachte blau und das Thermometer der Sparkasse zeigte 22 Grad an. Ich fuhr meine verlängerte Standardrunde über Riede, Dibbersen und Eißel weiter südlich nach Morsum und Intscheide. Dort holte mich die Kultur wieder ein in Form einer Kunstausstellung im örtlichen Hardware Laden.

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Installation Gruppenbild mit Dame, Walter Vorwerk zugeschrieben, 1993

Ich kann keinen Vorwerk Staubsauger sehen, ohne an die Geschichte von Kyra Küchler zu denken. Kyra ist die Schwester von Alwin Kuechler, einer der wirklich genialen Menschen die ich kenne. Alwin ist der Kameraman des neuen Steve Jobs Films, in den Achtzigern machte er eine Ausbildung zum Fotografen in Düsseldorf. Seine Schwester war hübsch, hatte einen französischen Mann und die dickste Brille, die ich bis dato gesehen hatte (das änderte sich dann im Studium). Und Alwin hatte einen Vorwerk Kobold Staubsauger, mit dem man als Mann, nach Aussage von Kyra, super prima onanieren konnte. Heute weiß ich, dass das stimmt. Nicht, weil ich das selber mal ausprobiert habe (diese Modelle von Vorwerk sind längst vergriffen und heute begehrte und teure Sammlerstücke), sondern weil es eine Dissertation zu dem Thema gibt, wie uns das Internet sagt. Im Prinzip ist das nämlich so, dass man sich schlimme Verletzungen zufügen kann, wenn man zu gierig mit dem Teil onaniert, denn nach 11 cm Rohrlänge kommt man in Berührung mit dem rotierenden Ventilator. Der Rest ist dann etwa so wie in Turbo Kid.

Ich mag diese Touren, die mich mindestens zwei Mal die Weser kreuzen lassen, heute am dem Wehr nach Daverden.

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Die Weser flußaufwärts, von Daverden aus.

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Das Maschinenhaus des Weserwehrs bei Daverden.

Über Daverden fuhr ich nach Posthausen. Ich weiß nicht, wie das in Posthausen passieren konnte, aber etwas ist ganz gewaltig passiert. Ich stelle mir das immer so vor: Ein idyllisches Dorf an einem Sommertag im Flachland Niedersachsens. Die Kühe grasen, in der Dorfbäckerei wird gebacken, beim Metzger wird Wurst verkauft und ein paar Bauern stehen auf dem Dorfplatz und schnacken. Plötzlich ein schrilles Pfeifen von oben, irritierte Blicke nach oben. Das Pfeifen und Dröhnen wird immer lauter und dann wird der ganze Himmel plötzlich dunkel, bevor etwas wie ein riesiger Meteorit mitten im Dorf einschlägt und fast alles an Häusern, Straßen, Gärten und Plätzen unter sich begräbt. So ungefähr muss sich das Einkaufszentrum Dodenhof dort angesiedelt haben.

Errichtet innerhalb von Sekunden: Dodenhof in Posthausen

Fährt man da von vorne ran, dann sieht das ja alles noch sehr schick aus, aber von hinten zeigt Dodenhof dem Rest des Dorfes seinen Arsch in Folge von übermässig hohen Betonwänden. Die wichtigste Kreuzung im Dorf ist direkt hinter der Passage von einem Teil zum anderen, die Strasse führt quasi wie durch einen Tunnel. Als kleinen Gimmick gibt es 100 Meter weiter in einem normalen Haus dann das einzige Dodenhof Geschäft, das nicht im Meteorit integriert ist: Männermode XXL.

Über Oyten und Sagehorn fuhr ich dann nach Fischerhude, wo ich beim Bäcker kurz etwas aß, mich dann aber aufmachte, um es noch vor Dunkelheit nach Bremen zu schaffen. Es war jetzt deutlich kühler geworden,so dass es einen umgekehrten Morgentau-effekt gab: Über die feuchten Wiese wabberten die Nebelschwaden und snur noch schememnhaft waren Kühe und Pferde zu erkennen.

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Szenen, wie aus Turbo Kid, den man unbedingt sehen sollte, falls der Trailer nicht schon überzeugend genug war. ICh denke, das wäre auch ein Fall für die Abteilung „Delikte am Menschen“.

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Super Tag, ein guter Start in die Woche. Bis Montag dann.

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秋日和 [Akibiyori – ein ruhiger Tag im Herbst]

Die Letzte Chance diese Woche noch etwas zu radeln, bevor es morgen für den Rest nach Berlin geht.

Der Herbst in Bremen ist dieses Jahr gar nicht so übel – ungewohnt trocken, viel Sonnenschein, auch wenn es kälter wird. Heute hatte ich zwischen 3 und 5 die Chance etwas zu fahren und machte mich mal in umgekehrter Richtung an dire rechte Wümmeseite. Dort finden gerade Straßenarbeiten statt, die letzten Reste an Wümmepave werden beseitigt, bald ist die ganze rechts Seite gut asphaltiert und befahrbar sein. Nächsten Sommer, wenn das noch niemand mitbekommen hat, wird das eine schöne und schnelle Strecke werden.

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Während bislang einfach über die alten Pflastersteine asphaltiert wurde, wird nun auch die Pflasterschicht entfernt und (hoffentlich) eine Frostbrechende Schicht unter den Asphalt gelegt, um die Konstruktion auch langlebig zu machen.

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Anschließend wieder zurück an der kleinen Wümme. Blick nach Norden, die nächsten Berge müssten in Norwegen sein und kann man von hier aus nicht sehen. Spektakulärer Sonnenuntergang vor Windkraft und Müllverbrennung.

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Zurück in Bremen dann ebenso spektakuläre Rotfärbung des Himmels und ein riesiger Mond, den ich aber leider nicht photographieren konnte, als ich daran dachte war der Blick schon versperrt.

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Ab morgen Blogpause, Berlin ruft.

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Zur humorlosen Kirche und währenddessen in Utsunomiya.

Heute, in diesem fiesen, naßkalten Wetter auf zur Humorlosen Kirche.

Nachdem ich gestern schon nicht in die Hufe kam und ich mich langsam immer schlapper und unlustiger fühlte, wollte ich es heute wissen. Ich schnappte mir mein Umberto Dei, das Rad der Wahl für den Herbst weil es 28er Reifen hat, nicht unbedingt geputzt werden will und einfach so viel anstrengender zu fahren ist als ein Rennrad und machte mich nachmittags auf den Weg. Es hatte gerade aufgehört zu regnen, aber mir war sowieso alles egal. Das war eine Tour zum hart werden, zum Gewöhnen an die kalte Jahreszeit zum testen meiner unterentwickelten Semicrossfähigkeiten.

Schon am Haus am Walde und Unisee war nichts los, bis auf einen MTB Fahrer,der von links aus dem Bürgerpark geschossen kam und in den ich beinahe reingefahren wäre. Der Weg an der kleinen Wümme war ebenfalls total verlassen, genauso wie die Straße an der Lessum an das Sperrwerk. Mir war inzwischen warm geworden, und so machte ich ich daran die Lessum Rindo einmal hoch zu fahren. Das Umberto Dei hat nicht gerade eine Bergübersetzung – eine alte Campagnolo Gran Sport lässt da nicht allzu viel zu, aber es reichte immerhin, um mit Schwung nach oben zu kommen auf dem glitschigen Pave. Runter dann auf der Aalschleife, das erforderte wieder einiges Geschick, denn die Ziegelsteine, mit denen der Weg gepflastert ist sind glitschig und das nasse Laub tut sein übriges.

Entlang der Lessum auf dem letzten Stück zur humorlosen Kirche wird der Deich höher gebaut. Auf dem letzten Stück, an der Weser gibt es dann eine hohe Betonmauer, die aber einen verschliessbaren Durchgang zum Biergarten der humorlosen Kirche hat. Hier sind Bremer übrigens total humorlos, egal bei welchem Wetter, da wird noch draußen gesessen, so lange die Bedienung kommt und einem ein Haake Bier auf den Tisch stellt.

Hinter der humorlosen Kirche ist das noch viel humorlosere Stahlwerk von Arcelor Mittal und an seinem Zaun führt ein Weg nach Gramke. Mit dem Umberto Dei macht es da sehr viel Spaß durch den Matsch zu fahren und am Ende kommt man wieder in Burg aus. Das Gefühl dort zu fahren ist etwa so wie auf dem Foto, irgendwie fühle ich mich da immer ein wenig bedroht.

Tours - France - wielrennen - cycling - radsport - cyclisme - Illustration picture of the peloton Landscape Bunch Postcard Post card Paysage Carte Postale landschap briefkaart hunters jagers pictured during the 109th Paris - Tours UCI Europa Tour cycling race with start in Chartres and finish in Tours, France - photo VK/PN/Cor Vos © 2015

TdF 2015 bei Tours

Dann wieder zurück an der Wümme, vorbei am Dammsiel und bis zum Kuhsiel. Es fing wieder an zu nieseln, so dass ich unwillkürlich etwas schneller fuhr, um dem Regen zu entkommen. Der Deich war total leer, auf der ganzen Strecke habe ich nicht einen einzigen Rennradfahrer gesichtet. Wo sind die ganzen harten Jungs und Mädels?

So blieb es auch auf dem Rückweg. Hinter der Uni, da wo Hannes und ich einmal planten auf relatv unbenutzten Strassen ein Kriteriumrennen zu fahren, ist jetzt auf dem Feld in der Mitte eine Zeltstadt für Flüchtlinge aufgebaut worden. Im Sommer war ich mal dort, da war Leben auf den Straßen, aber jetzt ist alles ruhig. Bei der Kälte muss das Leben dort in den Zelten erst einmal eingefroren sein. Bremen hat letztens ein Gesetz verabschiedet (nach Hamburg), dass die Beschlagnahme von gewerblichen Immobilien mit einer Fläche von größer als 300 m2 durch die Stadt erlaubt, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Ich denke, da wird vor allem an die beiden leerstehenden Baumärkte von Max Bahr gedacht, die seit der Insolvenz im Juli 2013 leer stehen. Mal sehen wie lange das dauert, bis die Zelte abgebaut und die Baumärkte bewohnt werden.

Und während wir uns hier auf den Rädern und in den Zelten abfrieren, finden in Japan noch agnz normal Radrennen statt, heute das Japan Cup Kriterium in Utsunomiya mit starker europäischer Beteiligung.

Bauke Mollema gewann vor Diego Ulissi und Yukiya Arashiro, einem der beiden jap. Tour de France Teilnehmer diesen Jahrhunderts..Jede Menge DNFs , unter anderem Fabian Cancellara, Fumiyuki Beppu (der andere jap. TdF Fahrer) , Cunego, Eisel….

Mollema sits up and celebrates

Kurz-Kurz in Japan

The finish straight

Strava

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Summer’s almost gone

Am Wochenende dann die wirklich letzte Ausfahrt in den Süden, allerdings schon in lang-lang. 

Über die Tage sah ich mir die Doors Dokumentation „When you’re strange“ an, stellte für mich fest, dass ich Jim Morrisson im wesentlichen unsympathisch finde, die Musik zu süß, aber doch klebrig genug, um viele Melodien im Kopf bleiben zu lassen. Und so sang ich auf dem Weg zur Arbeit seit langer Zeit wieder „The crystal ship“, „Break on through to the other side“ und „Summer’s almost gone“. Das allgemeine Gefühl von Nostalgie, dass die herbstliche Stimmung vor der Tür so trefflich verstärkt, verführte mich dann dazu auf dem Rad in den Süden zu fahren und dabei meine neu erworbene Sonnenbrille zu tragen.

Ein schickes Teil, von dem er nur 87 Exemplare gibt, die von einem Radfreund in einem größeren Forum seit einigen Wochen verkauft wurden. Zuerst wollte ich nicht so richtig zuschnappen, aber nachdem die doch weggingen wie geschnitten Brot (oder Campa Delta Bremsen für €29,95 das Paar) und ich das Gefühl bekam, dass ich nie richtig dazu gehören würde, wenn ich mir jetzt nicht eine kaufen würde, schlug ich zu. Da die Brillen direkt aus Amerika kommen, wo sie in Zeiten des kalten Krieges in geheimen Labors des US amerikanischen Militärs entwickelt wurden, dauerte es auch nur fast einen Monat bis meine endlich auf dem Küchentisch zuhause lag. Da war der Sommer bereits zu Ende.

Das Wetter war gut, aber ich kam nicht so richtig auf Touren. Hatte ziemliche Zahnschmerzen die nicht weggingen und eigentlich ist aus der Saison sowieso die Luft raus: Es gibt keine großen Ziele, auf die noch hin trainiert werden müsste, der Giro Lombardia ist vorbei, Paris-Tours und Tour of Abu Dhabi kann sowieso nicht das letzte Rennen der Saison sein.

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Bei Eißel fuhr ich Richtung Deich und probierte die neue Brille auf Wegen ohne Verkehr aus, zu viel Risiko wollte ich einfach nicht eingehen. Schick sieht sie ja aus. Im Gegensatz zu mir.

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Ich fuhr also los, stellte aber schnell fest, dass diese Brille einen entscheidenden Nachteil hat, der Brillenträger wie mich empfindlich trifft: da ich meine Brille nicht darunter tragen konnte, sah ich nicht allzu viel und fuhr prompt gegen den nächsten Baum. Dabei ging die Brille leider kaputt. Zum Glück ist das alles kein Problem, denn zuhause füllte ich schnell die beigefügte Garantiekarte aus und schickte Brille und Karte zurück nach Kalifornien. In ein paar Wochen werde ich sie sicher wieder haben.

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Dann konnte ich zum Glück wieder meine Brille aufsetzen und mich über Achim, Sagehorn und den Hodenberger Deich wieder auf nach Hause machen. Immer noch mit Zahnschmerzen.

STRAVA

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I don’t want to go to … Wilstedt

Heute unterwegs mit Jörg, den ich bis dato noch nicht richtig kannte.

Aber er mich, denn erinnerte sich gleich an die verflixte Bühlstedt Runde, als wir uns total verfuhren und wieder einmal in Wilstedt landeten. Wilstedt ist wie Franz Kafka’s „Das Schloß“, nur umgekehrt; egal wohin man fährt, man landet immer in diesem Kaff mit China Restaurant. Ganz am Anfang war das noch reizvoll, schöne Birkenalleen, Windmühlen linkerhand der Strasse, eine Tankstelle, an der Remiszensen des Vietnamkrieges nachgestellt wurden. Beim ersten Mal schwor Harald Lu noch Stock und Stein, dass nur EINE Straße nach Wilstedt führt und dass wir diese auch wieder zurückfahren müssten. Heute weiß ich, dass JEDE Strasse nach Wilstedt führt.

Eine „Wilstedt Runde“ ist der kleinste gemeinsame Nenner mit dem man Mitradler zu einer Tour nach der Arbeit motivieren, aber nicht begeistern kann. „Komm, lass uns auf dem Deich fahren“ ist einfach uncool und provoziert Reaktionen wie „da war ich schon tausend Mal“ und „Bin ich Anfänger?“. „Lass uns mal auf der anderen Seite des Deiches fahren“ produziert eigentlich nur Unglauben, obwohl die Strecke rechts der Wümme die deutlich schönere ist. Sie hat nur ein schlechtes Image, da 2 km Pflaster noch nicht vom Teer verschluckt wurden. Die meisten Menschen aber glauben, dass auf der anderen Seite des Deiches eben nur Wasser ist.

Eine Wilstedt Runden bedeutet 50 bis 60 km radeln, man hangelt sich von einem Punkt zum anderen, weiß wo man ballern kann und wo nicht und ist irgendwie bequem. Zu bequem. Es passiert nichts unerwartetes.

Deshalb gaben Jörg und ich uns auch heute größte Mühe nicht nach Wilstedt zu fahren.Wie man sehen kann, haben wir das auch erfolgreich geschafft.

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Ja, In Tarnstedt haben wir uns mal verfahren und waren schon so gut wie auf der Straße nach Wilstedt. Und als wir von Bülstedt Richtung Vorwerk fuhren, wollte ich schon wieder zu früh links abbiegen – Richtung Wilstedt. Aber Jörg hielt mich zurück und so hatten wir eine wirklich schöne und schelle Runde. Danke dafür.

Zuhause angekommen lag mir Elvis Costello auf den Lippen.

Wilstedt ist das Schloß von Kafka. Wilstedt ist das Chelsea Bremens.

„Oh no, it does not move me
Even though I’ve seen the movie
I don’t want to check your pulse
I don’t want nobody else
I don’t want to go to Wilsedt.“

Strava

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Das letzte kurz-kurz.

Die Sonne schien, der Himmel war so herrlich blau und die Arbeit des Tages getan. Ich zog mich im Büro um, setzte mich auf das Rad und fuhr in Richtung Deich. In völliger Unterschätzung der klimatischen Möglichkeiten Norddeutschlands dachte ich, dass kurz-kurz, also eine kurze Hose und ein kurzes Trikot heute ausnahmsweise mal reichen solten. Schliesslich ist es ja noch September, also irgendwie Spätsommer.

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Die ersten Zeilen zu tippen hat jetzt eine Viertelstunde gedauert, da meine Hände noch ganz klamm sind. Am Ende, als es dämmrig wurde, lag die Temperatur bei so etwa 12 Grad – und das ist definitiv nicht kurz-kurz, sondern irgendwas zwischen kurz-lang und lang-lang.

Belohnt wurde ich zumindest durch leere Strassen, neue Wege und das Gefühl nicht mehr ganz so ausgelaugt zu sein.

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Das Leben bietet Kompensation.

Freitag Abend. Die Arbeitswoche ist zu Ende. Diese hatte es ganz besonders in sich und hier noch einmal ganz besonders der Dienstag. Schlechte Nachrichten kamen quasi stündlich rein und um 14 Uhr fragte ich mich, ob es nicht besser wäre sich einfach ins Bett zu legen, um morgen einen neuen, besseren Tag zu beginnen.

Und das Wetter war auch mies, an längere Radfahren war nicht zu denken. Bis heute. Ein gutes Mittel sich selbst wieder gegen den Frust aufzubauen ist auf eine längere Tour nach der Arbeit zu gehen. Nach meinen Erfahrungen ist es gut einen Teil davon schnell zu fahren: Der Körper strengt sich an und schreit „Shut up brain!“ bis die schlechten Gedanken einfach weg sind. Es ist ein so einfaches Rezept, aber so schwierig in die Tat umzusetzen. Nach der Arbeit könnte ich ja erst noch ein wenig an den Rädern basteln, die Teilesammlung im Keller aufräumen, schreiben….es gibt so viele Dinge die kurzfristig erst einmal mehr Spaß versprechen, während die ersten Bewegungen auf dem Rad eher schmerzhaft und frustrierend sind.

Zum Glück sagt einem die Erfahrung, dass Radfahren jetzt genau das richtige ist, so dass ich mich oft eben trotz allem dazu entschließe eine Runde zu drehen, Zuerst macht es dann gar keinen Spaß. Ich fahre echt angestrengt 100 Meter von zuhause los und schaue auf den Tacho: 26 km/h, es kam mir vor wie 30. Muss kaputt sein.Oder ich sollte mal den Radumfang genau einstellen. Auf dem Radweg zur Erdbeerbrücke bleibe ich hinter einem e-bike. Die erdbeerbrücke geht es dann mal gerade mit 30 Sachen hoch, ist das wegen dem Gegenwind? So langsam wird es dann immer besser und ich weiß: Es war die richtige Entscheidung.

Heute Abend habe ich mich auf den Weg in den Westen gemacht, ein Gebiet dass ich bislang vernachlässigte, zu Unrecht aber. Kurz vor Groß-Mackenstedt treffe ich jemanden auf einem alten Olmo San Remo. Von da aus mache ich mich weiter auf nach Kirchseelte, Dünsen und Richtung Harpstedt,bevor ich dann wieder nach Syke abbiege, Es ist warm, ich bin aufgewärmt und der Herbst ist einfach schön. Norddeutschland zeigt sich von seiner typischen Seite.

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Mit dem Wind im Rücken wird es jetzt gut schnell und ich will auch schnell und angestrengt fahren. Ich mag diese Strecke, weil es immer wieder Wellen gibt die das Gefühl einer Andeutung von bergen vermitteln. Zum übersprinten sind sie zu kurz, aber richtig in den Klettermodus komme ich auch nicht.

In Syke nehme ich die abgesperrte Straße Richtung Okel, von da aus weiter nach Riede. Die Landstrasse geht es nun an der Weser lang Richtung Dreye. Gegen den Wind, aber ich bin jetzt so motiviert, dass ich immer noch deutlich über 30 km/hr fahre. Der Sonnenuntergang zwingt mich zu einer zweiten, kurzen Fotopause.

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Dann noch eine dritte, kurze Pause zum rauchen an einer Bank auf dem Weserdeich kurz vor Rammelland. Keine neuen Rekorde, aber eine gute Runde, die aus Erfahrung notwendig war. Kompensation für das Leben.

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The hardest race in the world: RRG Einzelzeitfahren Seehausen

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Am Vorabend war ich der Suche nach einem Wetterbericht, der keinen Regen für heute versprach. Ich wurde fündig bei Kachelmannwetter.de und glaubte ihm, schließlich wurde der Mann ja von allen Vorwürfen freigesprochen. Das hätte ich mal besser nicht getan, ist aber ohnehin egal.

RRG Bremen und RCB hatten sich zusammengetan, um ein 13,5 km Einzelzeitfahren in Seehausen (zwischen Grasberg, Worpswede und Adolphsdorf) auszurichten. Für Seehausen ist das etwa ein Event wie die Cyclassics für Hamburg, die Eurobike für Friedrichshafen oder die Zubehörmesse Ober Westfalen (ZOW) für Bad Salzufelen. Die ZOW ist übrigens von den drei genannten, die einzige Veranstaltung an der ich jemals teilnahm – und dann auch noch zwei Mal.

Schon als ich rausfuhr wusste ich, dass das nicht besonders lustig werden sollte. Zwar überholte mich ein Zirkuskonvoi, aber ich war zu spät dran, musste powern, um überhaupt rechtzeitig zum Start zu kommen, dann fing es auch noch an zu regnen und zu guter letzt legte ich mich am Ende von Lilienthal noch fast hin ,da dort der Bürgersteig mit komischen Plastikgraten gepflastert ist. All dies sind Vorboten eines schlechten Kharmas, das man erst nehmen sollte.

Als ich die Stadtgrenze von Seehausen passierte, kam mir schon der erste Starter entgegen. Und dann der zweite. Wären jetzt sieben Starter weniger am Start gewesen, hätte ich dann gleich los fahren können; so konnte ich mich in die wartende Gruppe einreihen. Zufrieden stellte ich fest, dass fast die gesamte Elite des Bremer Radsports vollständig angetreten war und sich nicht von dem Wetter liess abschrecken. Ich meine damit, dass die wirklich guten Fahrer an der Zeitnahme sassen, die der ausrichtende Verein stellte. Am Start waren die üblichen Luschen, Lutscher, Versager und Männer in der Midlifecrisis, mich selber eingeschlossen. Um keinen direkt zu beleidigen, habe ich alle Namen geändert (bis auf den meinen, da hilft’s ja nix).

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Die beiden Fahrer im Vordergrund links zogen dann richtig an und wurden nie wieder vom Feld gesehen.

Insgesamt war es aber die richtige Strategie gewesen kurz vor dem Start aufgewärmt anzukommen, wenige Minuten zu warten und dann gleich loszubrettern.

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Lars O, dessen Leben in den Siebzigern verfilmt wurde, und Schnippo Lühmann dessen Leben aus Altersgründen erst 2010 verfilmt wurde, waren zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Strecke. Oder eben nicht mehr, doch dazu später.

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So langsam kamen wir dran, aber so richtige Nervösität kam da nicht auf. Ich ging als Letzter auf die Strecke, direkt hinter Medi „Night“ Wick, den ich nur noch als Punkt auf der geraden Strasse vor mir erkennen konnte. Von links motivierte mich das Gekreische der weiblichen Fans.

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Familie Wick, der der Rad fährt ist 8. von links.

Ich wollte mich nicht direkt am Start so total verausgaben und liess es ruhig im 36 – 40 km/h Bereich angehen, bis in nach ca. 2 km an die erste Abbiegung kam. Dort stand ein Streckenposten und lotste uns in den Schwerverkehr Richtung Worpswede ein. Das Stück auf der Landstrasse hier war relativ lang, bis dann Jochen Bee (Bruder von Dagi Bee) uns wieder von der Landstrasse in Richtung Adolphsdort lotste. Das war nun gegen den Wind und im Regen und machte da nicht so viel Spaß. Nach ein paar Kurven, auf dieser technisch sehr anspruchsvollen Strecke, bei der Medi immer nur ein schwarzer Punkt vor mir bleib, kamen wir dann wieder auf die Zielgrade nach Seehausen zurück und nach 13,5 km und etwas mehr als 22 Minuten war für mich alles vorbei. Fand ich gut, dass das nicht so lange gedauert hat denn auf viel mehr hätte ich auch keine Lust gehabt.

Gewonnen hatte übrigens mit neuem Streckenrekord Lars O. Nach eigenen und geschätzten Angaben, fuhr er 20 km auf dem 13,5 km Rundkurs, während sich alle anderen Fahrer mit 13,5 km den zweiten Platz teilen. Da kann man nur gratulieren, was aber dann nicht der Verein tat: Entgegen jeder Vernunft wurde nicht die längste Strecke, sondern die schnellste Zeit gewertet. Neumodischer Ideenkrams – nicht alles was neu ist, ist gut. Vor allem nicht, wenn man über 50 ist. Ich denke das folgende trifft gut, wie sich die  Geisteshaltung mit dem Alter ändert:

„Alles was man zwischen der Geburt und dem 20. Lebensjahr kennen lernt ist normal und kann nicht anders sein; alles was man dann bis zum dreißigsten Lebensjahr neues kennen lernt ist aufregend und verspricht eine Karriere im Beruf. Allles was man dann später als 30 kennen lernt stört im Prinzip den natürlichen Lauf der Dinge.“

Wie dem auch sei, hier sind die Ergebnisse, so wie der Verein das eben sieht (Namen geändert, um die Schuldigen zu schützen):

  1. Leo. B. Alzheimer 19:44 min
  2. Mario Pegel 20:09 min
  3. John von Lübeck 20:38 min
  4. Sorsten Stiel 20:48 min
  5. Hans Meier 21:01 min
  6. Ma RCB 21:06 min
  7. Medi Night Wick 22:11 min zeitgleich mob
  8. Schnippo Lühmann 22:13 min
  9. Klaus Meier 23:13 min
  10. Lars O. Kam an, als keiner mehr da war

Anschließend gab es eine schöne, aber kurze Feier in in der Mehrzweckhalle von Seehausen. Zu meiner Freudne entdeckte ich, dass dort „mein Bier“ und zwar Hannen Alt aus Mönchengladbach bzw. Korschenbroich ausgeschenkt wird.

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Wow, das Zeuch habe ich getrunken als ich 14 oder 15 war, da war das sehr cool. Am besten in Der Meisengeige oder in der Kiste auf der Waldhausener Strasse, das waren so die unglaublich progressiven Läden damals. Schmeckte mir überhaupt nicht, da zu bitter, aber bitte, als Teeny macht man so was ja ohne mit der Wimper zu zucken durch.

Alles da war sehr gut organisiert und mit viel Mühe gemacht. Das fand ich sehr schön und verdient Dank, denn das alles ist nicht selbstverständlich. Wenn es vielleicht etwas zu bemerken gibt, dann nur, das die Innendekoration der Mehrzweckhalle so aussah, als wenn der Raum, vor 50 Jahren zugemauert und dann erst vor kurzem wieder zufällig entdeckt wurde. Aber das sind wirklich Kleinigkeiten.

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Der Herbst kommt. Die meisten Gartenzwerge wurden bereits ins Trockene geholt…..

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.. während Schweine-teure Räder draußen stehen müssen.

Irgendwie habe ich mich verquatscht und bin dann alleine nach Hause gefahren – ne, eigentlich gekrochen. Bei dieser Gelegenheit bin ich auch den 10.000 Kilometer für dieses Jahr gefahren. Alles in allem dann doch ein sehr netter  Tag, Danke an die RRG und den RCB für das Ausrichten und die Einladung.

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Doors.

Heute Nachmittag auf Frühherbstrunde und neuen Straßen.

Eigentlich war der Plan morgen auf die RTF nach Lauenau zu fahren. Allerdings sieht das Wetter sehr bescheiden aus und meine beiden Mitfahrer haben keine richtige Lust … also setzte ich mich heute Nachmittag noch einmal auf das Rad und versuchte in etwa die Strecke nachzufahren, die Hannes, Kai Pi und ich am Mittwoch gefahren sind. Wir waren unterwegs Richtung Westen in einer Gegend, wo ich mich noch nicht gut auskenne: Heiligenrode, Groß-Mackenstedt, Kirchseelte, Nordwohlde …. es war gut mal wieder abseits von bekannten Straßen zu fahren, neues auszuprobieren und ohne Druck zu entdecken. Ab und zu kommt man an Punkte die man kennt, die Punkte verbinden sich zu Wissen und daraus entsteht Vertrauen und Möglichkeiten.

Zunächst kam ich am Denkmal der Bremer Sturmflut von 1962 vorbei. Von der Straße aus kann man das Denkmal erst gar nicht gut erkennen.

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Man muss schon genauer hinsehen.

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Heute war mal wieder ein ganz mieser Wind beim Rausfahren. Das gibt aber andererseits auch die Gewissheit, dass es beim nach Hause fahren wieder schneller wird.

Das Thema der heutige Fahrt war Türen, oder „Doors“.

“In the universe, there are things that are known, and things that are unknown, and in between, there are doors.”

William Blake.

Über William Blake bin ich 1990 in Japan gestolpert, als ich zu einer Ausstellung seiner Bilder eingeladen wurde.

Ich konnte damit herzlichst wenig anfangen. Lustigerweise war das nur einige Wochen, nachdem ich in einem unabhängigen Kino in Shibuya einen Film sah der „What’s up – connection“ hieß. Ein Film der heute so vergessen ist, dass nicht einmal Google ihn noch kennt. Während What’s up heute jeder kennt.

Was übrigens ganz erhebliche Konsequenzen für unsere Kommunikation hat, ist ja klar, aber auch für unser Entscheidungsverhalten. In einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht oder am Telefon kann man sich nicht drücken, bei Whatsapp oder fb schon. Die Frage gefällt nicht, oder ist gerade zu schwierig zu beantworten, da man etwas mehr darüber nachdenken müsste? Im Gespräch wartet der andere auf eine Antwort, bei Whatsapp antwortet man einfach nicht. Ich warte gerade seit Stunden auf eine Antwort ob ich morgen mit Freunden zusammen zum Abendessen rausgehe oder nicht. Da mein Vorschlag für die Uhrzeit unpassend war, gibt es jetzt erst einmal keine Antwort. Mich nervt das.

William Blake lebte übrigens einen Teil seines Lebens in Lambeth, London, ganz in der Nähe des Hauses in dem Juliane und David heute wohnen. Hinter ihrem Haus führt die Centaur Street unter der Eisenbahnlinie zu Waterloo Station durch und dort hängen Bilder (Mosaike) von ihm, unter anderem eben dieses.

Das Zitat oben wird wahlweise William Blake und Aldous Huxley zugerechnet, bei dem es dann im wesentlichen im Drogen geht (Meskalin – kennt man als Siebziger Hippie auch von Carlos Castaneda „Die Lehre des Don Juan“.) und die Türen irgendwo am Bewußtsein eingeangelt sind: „There are things known and there are things unknown, and in between are the doors of perception.“ Das wurde dann ein Buch, „Die Pforten der Wahrnehmung“, wobei man von ihm eher „Schöne, neue Welt (Brave New World – nie gelesen) und „Eyeless in Gaza“ kennt, die wiederum die Modern Talking des heulenden New Wave Synthie Pop der Achtziger waren – habe ich auch nie gemocht, diese kraftlose Bande. Im Gegensatz zu den Doors, die meiner Meinung nach auch noch heute eine Urgewalt ausstrahlen, und die sich eben nach diesem Zitat benannt haben sollen.

Warum nur so viele Türen diese Woche? Das fing schon vor ein paar Tagen an, als ich entdeckte, dass im Radverschlag an der Hochschule seit neuestem eine Tür geparkt steht.

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Ich musste sofort an die „Dokodemo“ Tür aus dem Anime Doraemon denken, eine andere Art der Fortbewegung. „Dokodemo“, etwa „überall“, die Tür die überall hinführt, wie man gut in diesem Doraemon/Toyota Commercial mit Jean Reno sehen kann.

Viel praktischer als ein Rad, aber auch eben weniger Spaß? All das ging mir so durch den Kopf, als ich nach Syke rein kam und den Weg über Okel in Richtung Riede nahm. Es sollte aber noch nicht zu Ende sein mit den Türen, bzw. Toren, denn an einer Wiese hinter Ahausen entdeckte ich das Tor (鳥居; Torii) zu einem japanischen Schrein, im Yasukuni Stil. Ein klarer Fall von billiger Produktfälschung.

Hier das Original in Tokyo …..

und hier die Fälschung aus Ahausen:

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Zum Glück war da der Wind bereits im Rücken und es ging schwupps nach Hause. Tür zu. This is the end.

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BOC Frauen und Anfänger Sonntagsrunde

Um 6:00 Uhr aufstehen und 300 km durch die Gegend fahren mit den Kerlen? Alleine gegen den Wind Richtung Süden? Oder mit dem BOC um 15:00 Uhr gemütlich in der Gruppe fahren. Na, da fällt die Entscheidung ja nicht schwer.

Allerdings machte ich mir Sorgen, dass es bei einem angekündigten 27er Schnitt etwas zu einfach werden könnte. Was tun? Erstens, mit dem Klapprad fahren, denn das ist nicht ganz so schnell wie das Canyon, das schnellste Pferd im Stall. Zweitens, die Bremsklötze hinten so nah an die Felge drehen, dass Sie etwas schleifen. Und siehe da, schon bekommt die Sache die richtige Intensität. Natürlich hätte ich auch mit dem Fat Bike fahren können.

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oder ein paar alte Reifen hinter mir herschleifen, wie das in Japan im Keirin Training üblich ist.

Aber ich denke, das wäre auch grob unhöflich irgendwie.

Als ich am Haus Am Walde ankam wartete bereits eine erhebliche Anzahl von Radlern -insgesamt sollten wir 26 werden. Enno hatte ich seit langer Zeit nicht gesehen, super. Andreas OHZ war da, Didi natürlich und der eine oder andre von den Freitags BOC Runden. Später kamen auch noch Olaf und Silke hinzu. Olaf hatte ich zu letzten Mal vor 2 Wochen gesehen, als er bewußtlos im Bremer Hafenbecken vor sich hin trieb.

Da die Runde als gemütlich gekennzeichnet war, sollten ja nur Frauen und Anfänger daran teilnehmen. Frauen erkennt man ja recht einfach.

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Frau (links) , erkennbar am Flachlenker.

Aber woran erkennt man einen Anfänger ?

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Oft sind es nur kleine Details, die Anfänger von Profis unterscheiden.

Der Plan war eigentlich über Fischerhude nach Achim zu fahren, aber irgendwie landeten wir mal wieder und wie immer am Ende in Wilstedt. Trotzdem war da gar nicht schlecht, denn ich bin bislang noch nie in Horstedt oder Nartum gewesen und es gab ein paar neue Straßen zu entdecken.

Impressionen:

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In Wilstedt blieben dann die nicht ganz so schnellen erst einmal stehen und aßen Eis, während sich die schnellere auf den Weg an den Windmühlen vorbei Richtung Heimat machten. Jetzt wurde endlich auch mal mehr geballert, was mit Rückenwind auch viel Spaß machte. Einen Radfahrer überholten wir und der schloss sich unserer Truppe an – und als er zu mir auffuhr, wer war es? Der Kaipi, den ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte! Wir haben uns dann gleich fü die nächste Woche zum gemeinsamen radeln verabredet.

Supertour, Danke an alle die dabei waren.

Strava

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