Archiv der Kategorie: Rennen

The Munsters (continued)

Der Startschuss für Block B wird abgefeuert und alle vor uns fahren los. Nachher wird sich herausstellen, dass es gar keinen Startschuss gab, sondern dass der Reifen von Jörg ziemlich laut platzte.
Egal, jetzt waren erst einmal alle Betablocker auf der Strecke und der C-Block musste noch kurz warten, bevor dieser dann an Jörg vorbei fuhr. Ich hatte ihn ehrlich nicht gesehen, da ich am start mal wieder wie auf Speed war und nach Gelegenheiten suchte mich nach vorne zu drängeln.

Jörg wurde dann nach dem Flicken am Betreten der Strecke gehindert und gezwungen statt der 130 km die 60 km zu fahren. Damit war er alles andere als happy. Andererseits ersparte er sich auch eine Menge Leid und Schmerzen.

Meine Renntaktik ist relativ simpel: Ich weiß, dass wenn ich nicht gleich am Start in eine der schnellen Gruppen komme, dann kann ich nur sehr bescheidene Ergebnisse erreichen. Also versuche ich mich so schnell wie möglich von hinten nach vorne durchzuschlagen, auch wenn das sehr viele Körner kostet. Da sich ja meistens Gruppen bilden, versucche ich dann so lange wie ich kann von einer Gruppe auf die nächste zu springen. Das klappte auch in Münster wieder ganz gut, kostete aber jede Menge Kraft. Nach 3 km sah ich dann aber nicht mehr die Spitze des C-Feldes, die waren dann schon zu weit weg nach vorne. Als sich auch dann eine größere Lücke zur nächsten Gruppe auftat blieb ich erst einmal in meiner Gruppe. Die wilde Jagd hatte doch sehr viel Kraft gekostet und am liebsten hätte ich schon aufgehört. Zumal das Wetter auch echt mies war und gerade mal 20 km gefahren wurden.

Dummerweise passierte nun folgendes: Unser Feld wurde immer kleiner, da hinten immer mehr Fahrer rausfielen. Ich finde so etwas ja erst einmal gut, da ich glaubte, dass wir irrwitzig schnell waren. Bislang hatte ich nur überholt und bin fast gar nicht überholt worden. Aber als wir nur noch 5 oder 6 Fahrer waren und keiner mehr Lust hatte in den Wind zu gehen wurden wir auch langsamer und das war gar nicht mehr lustig. Da war noch ein Mannganz in weiss, er hatte so etwas an, dass mich entfernt an ein altes schwarz-weisses Peugeot Trikot erinnerte. Mir nahmen uns gemeinsam vor aus unserer Gruppe auszubrechen und auf eine ca. 200m vor uns liegende Gruppe aufzuschliessen. Das klappte ganz gut, wir wechselten und vorne ab, hatten uns schnell von den anderen abgesetzt aber die Distanz zur vorderen Gruppe war einfach sehr weit. Schliesslich schaften wir es, nur um festzustellen, dass die ziemlich lahm waren und auch gerade auseinanderfielen. Mist. Jetzt waren wir total schlapp, fühlten uns aber wie Eddy Merckse.

Dann kamen wir durch eines dieser Dörfer. Bei dem Münsterlandgiro fand ich die Dorfdurchfahrten allesamt ziemlich mies und riskant. So als hätte man es darauf abgesehen den Fahrern eine gute Chance zu geben, sich vor großen Publikum auf die Fresse zu legen. Durch den Lautsprecher hörte ich, dass eine große Gruppe im Anmarsch sei ..stimmt… alle Fahrer die wir vorher unter vollem Krafteinsatz hinter uns gelassen hatten, kamen nun in einer schönen großen Gruppe von ca 60 bis 80 Fahrer schnell hinter uns her und holten uns ein. Dabei waren auch drei Mädels. Diese Gruppe war nun gut drauf, da sie sich die Kräfte vorher besser eingeteilt hatte und wir konnten erst einmal bei ihr bleiben.

Das ging dann auch ganz gut bis etwa 40 Kilometer vor dem Ziel, knapp vor den Schöppinger Bergen, wo die Bergwertung stattfand. Ich merkte, dass ich nicht mehr allzuviel Power hatte und zudem bekam ich jetzt richtig üble Krämpfe in beiden Beinen. Hatte ich früher auch schon mal, aber nie nach läppischen 90 Kilometern. Muß das Alter sein. Und irgendwann war es dann vorbei. Ich hatte Glück als die vordere Gruppe einmal geradeaus fuhr, wo sie hätte links abbiegen sollen, aber dann fiel ich endgültig hinten aus dem Feld. Ich hasse diesen Moment, wo man merkt, dass man nicht so gut ist wie die Anderen.

Also machte ich erst einmal eine kurze Pause und schleckte zwei Müsliriegel. Die Dinger bekam ich mit meinen Handschuhen nicht auf, deshalb musste ich halten. Und eigentlich wollte ich nicht halten. Ich war nämlich wieder in Kontakt mit meiner EX-Freundin Ute, die in Stadtlohn wohnt und geschrieben hatte, da ich ja ohnehin beim Rennen durch ihre Stadt kommen würde, sollte ich einmal halten und mit ihr auf die Schnelle einen Kaffee trinken. Das hatte ich abgelehnt, also fühlte ich mich moralisch verpflichtet immer schön durchzufahren.

Ich saß nun wieder auf dem Rad, fuhr langsam und hatte also nun den gesamten Mund voll mit klebrigem Müslizeug und konnte kaum noch atmen. Dann tauchten dummerweise die Schöppinger Berge vor mir auf. Berge hochfahren ist gaaanz schlecht wenn man den Mund voll Pattex hat. Als er dann endlich wieder leer war, war ich auch fast schon oben auf dem Berg. Denn so wahnsinnig beeindruckend sind die Schöppinger Berge auch nicht.

So langsam bekamen wir zum Glück auch wieder eine Gruppe zusammen. Damit machten wir wieder ein bißchen mehr Druck. Hinter uns kam gar nichts mehr, was mir vielleicht auch hätte zu denken geben sollen. Wir waren eben eine Gruppe von Loosern. Und so ging es dann die letzten dreissig, vierzig Kilometer Richtung Ziel. Wir holten dann auch den weißen Peugeotmenschen ein, der auch aus der schnellen Gruppe rausgefallen war. Ich war relativ viel vorne und machte Tempo, hatte dummerweise aber auch eine Menge Krämpfe. Am Ziel gab es dann noch den lustigen Versuch eines Sprints, aber eigentlich war uns alles egal.

Mit meiner Leistung war ich ganz zufrieden, bis ich die Ergebnisse sah. 3:45:40 H Leiden reichten gerade mal für den 484. Platz von 677 angekommenen Fahrern. Das erstaunte mich doch sehr, denn ich bin ja außer von dem großen Feld einmal nicht überholt worden und dachte ich wäre der Superstar. Ich hatte auch ein paar Fahrer aus dem Betablock eingeholt. Aber dann muß der A und B Block doch recht  groß und recht schnell gewesen sein, was mir Stefana auch nach dem Rennen bestätigte.

So machen das übrigens Profis:

Video von WDR3.

Na ja, also ich stand da rum und dann entdeckte mich Stefan. Wir sahen beide ziemlich dreckig, nass und fertig aus, was erst einmal dokumentiert werden mußte:

 

Die vielen braunen und grauen Punkte auf dem Photo sind nicht von Instagram, sondern echter Dreck.

Wir hatten auch keine große Lust mehr in Münster zu bleiben, zumal es auch schon wieder anfing zu regnen. Jörg war bereits am Auto wo wir uns alle nackt auszogen um in warme Klamotten zu kommen. Machten alle so, ausziehen, abtrocknen (Stefan hatte ich Wahl zwischen dem nassen, benutzten Handtuch von Jörg und dem trockenen Handtuch für den Ölwechsel seines Wagens) umziehen und dann abhauen. Wir auch und zack waren wir an einer Autobahnraststätte und hatten Leberkäs und Bockwurst bestellt. Ich war wirklich froh, dass ich mit Jörg nach Hause fahren konnte und nicht wieder auf die Bahn musste. Danke Jörg! Ich wollte mich auch bedanken, in dem ich Jörg anbot mein Fixie auszuprobieren. Als wir in Bremen ankam hatte s aber keine Lust mehr. Das mag auch an dem Platzregen gelegen haben.

Zuhause war ich erst einmal fertig. Warum mache ich eigentlich so einen Scheiss mit in meinem Alter? Ich könnte doch genauso gut golfen und an Kohlfahrten teilnehmen. Allein das aufstehen um kurz vor fünf morgens ist schon echt mies.

Aber ich denke, in dem Moment, wo ich mich nicht mehr aufraffen kann so einen Scheiß zu machen, lebe ich nicht mehr. Das klingt jetzt sehr pathetisch, aber im Bett liegen zu bleiben, dem Wecker auf die Schnauze zu geben und weiter zu pennen ist eine dicke Niederlage für mich. Das ist noch schlimmer, als aus einer Gruppe hinten rausfallen.

Die Woche wurde am Freitag abgerundet durch einen Ausflug an den Dümmer See. Ich wollte an sich am Freitag dort hinfahren mit dem Rad, das scheiterte aber an dem sehr bescheidenen Wetter. Wir hatten dort einen Workshop mit 25 Studis und den Beiden. Genau, ich meine „Die Beiden„. Die beiden waren gut.Gut war auch, dass das Zimmer im Jugendzentrum eine riesige, behindertengerechte Dusche hatte. Dort konnte ich sogar bequem mit meinem dreckigen Rad vom Giro rein. Cool, bislang hatte ich noch nie nackt mit meinem Rad geduscht. Sollte ich mal öfters machen wenn keiner zuguckt.

Heute morgen schien die Sonne über dem Dümmer See und ich machte mich auf dem Rad auf Richtung Bremen. Ich hatte keine Liust auf die langweilige B51 und wählte eine nettere Strecke durch Harpstedt. Aber zunächst einmal kam ich durch Barnstorf; ich muß sagen, dass ist schon eins der häßlichsten Dörfern Deutschlands.  Aber dann wurde es immer besser, nur leider kam ich auch in den ersten Schauer, noch nicht einmal 30 km gefahren und meine Socken waren schon total nass.

Di Strecke war aber jetzt wirklich schön, viel schöner als der Münsterland Giro. Übr Goldenstedt ging es weiter nach Colnrade. Dort stellte ich fest, dass ich dort schon einmal war, und zwar bei der Delmenhorst RTF, ich kam genau an dem Verpflegungspunkt vorbei. Reckum, Harpstedt. Nächster Schauer. Dünsen, Kirchseelte, Brinkum. Über die A1 zum Flughafen und dann, als ich schon fast zuhause war, noch einmal ganz bitter verfahren. Am Hauptbahnhof kam ich dann in den nächsten Schauer und dann endlich nach Hause .. ins Büro. Wo ich gerade sitze und nachdem ich noch fiese Bemerkungen und gute Noten bei den arbeiten meiner Studierenden verbrochen habe, nun dieses Post schreibe.

Eine intensive Woche: 130 km Osnabrück und Bremer Vollmond, dann 130 km Münsterland Giro und heute noch einmal 100 km vom Dümmer See nach Bremen, kann sich sehen lassen. Kommt aber als Saisonvorbereitung zu spät. Oder zu früh.

5 Kommentare

Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen

The Munsters

The Munsters – eine sehr lustige Serie aus den Sechzigern über eine Familie von Monstern. Leider konnte ich die nicht sehen, da ich erstens viel zu klein war, zweitens meine Monsterfamilie damals keinen Fernseher besass und wir drittens nicht in den USA wohnten.

Münster – ein beschauliches Städtchen in Westfalen. Es gibt Labyrinthe von Straßen, viele Radwege, eine Uni und einmal im Jahr den Münsterland Giro. Leider bin ich dort mitgefahren, denn erstens bin ich nun erwachsen genug, zweitens hatte ich mich angemeldet und drittens brachte mich die Deutsche Bahn nach Münster. Was nicht selbstverständlich ist.

Ich wachte um 4:40 Uhr morgens auf, da mein Zug von Bremen nach Münster um 5:40 Uhr losfuhr. Planmäßig wäre ich dann um 7 Uhr in Münster gewesen. Nicht unbedingt notwendig, aber später fuhr nur noch ein ICE und da hatte man mich schon einmal mit einem eingepackten Rad herausgeschmissen. Also war ich früh am Bahnhof und stellte zu meiner Freude fest, dass die wichtigen Geschäfte dort (die Bäckereien) auch an einem Feiertag so früh bereits offen sind. Mein EC Zug wartete schon, outete sich aber als Ersatzzug. Dadurch hatte ich keine Reservierung aber das war dann auch egal – Hauptsache es gab ein Radabteil. Dort waren auch schon zwei andere Teilnehmer, Stefan aus HH und Ingo aus HB, die ich aber erst besser kennenlernen sollte, als uns die Deutsche Bahn die Gelegenheit dazu gab.

Wir fuhren also los und hielten an den unnötigen Bahnhöfen dieser Welt in der Dunkelheit des Morgens. Dann hielten wir in Bohmte, das ist etwa 10 km nördlich von Osnabrück. Wir bleiben stehen und wurden schließlich informiert, dass ein „Personenunfall“ in Osnabrück stattgefunden hatte, der unsere Weiterfahrt erst einmal auf unbestimmte Zeit verzögern würde. „Personenunfall“ ist Bahncode für Selbstmord. Selbstmord begeht man im Herbst bei Nieselregen in der Provinz in Osnabrück im Industriegebiet und am Tag der Einheit wenn man aus der ehemaligen sogenannten „DDR“ kommt. Oder wenn man mal wieder von der Deutschen Bahn durch massive Verspätungen enttäuscht wird. Man springt dann in der Regel vor den nächsten Zug, schafft zusätzliche Verspätungen und damit wiederum mehr Selbstmorde – ein teuflischer Kreis.

Warum allerdings ein einzelner Selbstmord den ganzen Bahnbetrieb auf Stunden aufhält verstehe ich nicht. Ich war lange in Japan, einem Land mit einer der höchsten Suizidraten der Welt – nach einigen der ehemaligen Sowjetstaaten und den notorisch schlecht gelaunten Ungarn. Ab und an war ich am Rande Zeuge von Selbstmorden, aber das ging immer relativ fix weiter und das in einem sehr viel engmaschigerem und beanspruchtem Transportsystem.

Das ist nicht die einzige Panne, die ich mit der DB in den letzten Jahren hatte, hier meine Top Drei:

  1. Erinnert sich noch jemand an den Orkan Kyrill in Januar 2007?  Ich hatte die großartige Idee an diesem Tag an der Uni Magdeburg einen Vortrag über die Entwicklung der japanischen Gewerkschaftsbewegung nach dem 2. Weltkrieg zu halten. Die Studis bleiben in weiser Voraussicht angesichts des Unterhaltunsgwertes des Vortrages und des drohenden Unwetters zuhause. Ich fuhr mit dem letzten IC der Magdeburg verließ Richtung Hannover, von dort aus wollte ich weiter nach Herford. Kurz vor Helmstedt bleibt der IC mitten in der Dunkelheit stehen, keine Ansage nichts. Im Geiste erwartete ich schon, dass die deutsche Wiedervereinigung am Nachmittag rückgängig gemacht wurde und wir nun warten müssen bis die Grenzbefestigungen wieder aufgebaut werden. Schließlich kommt die Durchsage, dass durch den starken Sturm Bäume auf der Strecke liegen und nun erst die Feuerwehr kommen muss um diese zu entfernen.
    Nach einer halben Stunde fährt der Zug weiter und hält dann abrupt wieder. Eine weitere Durchsage: „Wir möchten den Reisenden mit der Motorsäge noch einmal bitten, an den Anfang des Zuges zu kommen.“ Man muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen wenn man die DB zum Reisen wählt.
  2. Ich will nur im Sept. 2010 von Bremen nach Hamburg auf einen Kongress. Nichts besonderes, 1 1/2 Stunden Zeit mit dem regionalen Zug. Kurz vor Harburg bleibt der Zug auf offener Strecke liegen. Nichts passiert, keine Durchsagen, alle warten. Nach etwa 90 Minuten: „Die Oberleitung ist beschädigt und wir können nicht weiterfahren. Ein Ersatzzug wird kommen und wir bitten dann alle Passgiere umzusteigen.“ Eine weitere halbe Stunden späte: „Der Ersatzzug hat leider einen Defekt, bitte laufen Sie auf den Schienen zurück zum nächsten Bahnübergang, dort werden Sie von Bussen abgeholt und zum nächsten Bahnhof gefahren.“ Natürlich sind dann auch keine Busse da. Ich laufe mit ein paar anderen nicht Schicksalsergebenen zur nächsten ÖNV Bushaltestelle und nehme den Bus nach Hamburg Harburg. Mehr als fünf Stunden später nach meiner Abfahrt in Bremen bin ich endlich in HH.
  3. Ich fahre nach Stuttgart um eine Studentin von mir in ihrem Unternehmen zu besuchen. Der IC wird erst durch verspätete vorhergehende Züge verspätet, dann sind Kinder auf der Fahrbahn, dann ist ein Stellwerk abgebrannt und dann wird die Strecke komplett gewechselt und dann ist in Frankfurt Schluss. Komme mehr als vier Stunden zu spät zu meinem Termin.

Fazit: Hast Du viel Zeit dann nimm die Bahn sonst besser nicht.

Egal, wir standen also in Bohmte rum und unterhielten uns. Langsam wurde es mit der Zeit eng. Und die Durchsage, dass der Zug 90 bis 120 Minuten Verspätung hätte beruhigte uns nicht wirklich. Zwei Stunden Verspätung bedeutet Ankunft in Münster um 9 Uhr bei einem Rennstart um 9:10 Uhr – das geht gar nicht mehr.

Stefan und ich beschliessen auszusteigen und ein Taxi von Bohmte nach Münster zu nehmen. Mit unseren Rädern rasen wir auf dem Grasbewachsenen Bahnsteig von Bohmte entlang auf dem seit Menschengedenken kein Reisender mehr freiwillig seinen Fuß gesetzt hat. „Oh, steigen Sie ruhig wieder ein, wir fahren jetzt weiter!“. Prima, also wieder zurück zum Radabteil fahren und dann weiter nach Münster. Ich rufe Jörg an, der bereits mit dem Auto da ist (smart choice) und bitte ihn die Startunterlagen für uns abzuholen. Er kümmert sich darum und will mit dem Zeug am Auto im Parkhaus warten.

Um 8:38 kommen wir endlich in Münster an. Wir schwingen uns auf die Räder und machen uns auf die Suche nach dem Parkhaus. Irgendwie finden wir es auch recht schnell, aber zum Glück hat auch Jörg auf uns gewartet und fängt uns vor dem Parkhaus ein. Wir schaffen es so etwa fünf Minuten vor dem Start in den Block zu kommen. Ich bin in Block C und starte von GAAANZ HINTEN. Den Block D gibt es gar nicht, ich vermute wegen dem schlechten Wetter ist der 130er Kurs ohnehin nicht komplett ausverkauft. Als der Tag der deutschen Einheit noch am 17. Juni war, war das Wetter in Münster tendenziell auch sicherlich besser, aber bitte. Jörg und Stefan sind im Block B. Wir sind alle ziemlich nass, etwas gestresst und haben noch einen Atemzug Resthektik in uns. Das Rennen kann beginnen.

(Fortsetzung folgt).

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen

Souvenir aus Münster

 

Gestern fand der Münsterland Giro statt, Jörg und ich hatten uns für die 130 km angemeldet. Ich hoffe ich werde ich den nächsten Tagen etwas mehr Zeit haben, um darüber zu schreiben. Hier schon einmal ein Teaser:

Die Deutsche Bahn ist nicht in der Lage in einer Stunden und zwanzig Minuten nach Plan von Bremen nach Münster zu fahren. Man sollte denken, dass man auch Verspätungen der Bahn in Kauf nehmen kann, wenn man mehr als 2 Stunden vor dem Rennstart in Münster eintrifft. Nein. Besser am Vortag fahren. Oder vielleicht eine Woche später,damit man wenigstens nächstes Jahr pünktlich kommt. Oder gleich zu Fuß gehen.

Meine Brille ist recht dreckig geworden. Ich sah auch nicht besser aus. Zum Glück wurde diesmal und anders als bei der Bremen Challenge das Wetter besser je länger das Rennen dauerte. Trotzdem, zusammen mit dem Wind war es doch eines der härteren Rennen, die ich gefahren bin.

Im Zug habe ich Stefan aus HH kennengelernt. Die deutsche Bahn gibt einem reichlich Gelegenheit seine Mitreisenden kennenzulernen, vor allem wenn man 90 Minuten in Bohmte am Bahnhof hält. Stefan fuhr auch die 130km, hatte zwei Platten von denen einer konventionell von einem zufällig anwesenden Anwohner an der Rennstrecke mit einem Flicken repariert wurde und war trotzdem mehr als eine Minute schneller im Ziel als ich. OK, wenn es er eine Minute nach mir im Ziel gewesen wäre, dann hätte man die Minute auf den Platten schieben können. Aber so….

OK, er war halt zwei Minuten schneller als ich, so what ????

Jörg hatte ebenfalls einen Platten und wurde dann gehindert am 130km Rennen teilzunehmen. So musste er die 60 km fahren, die eine halbe Stunde später starteten.

Genug gemotzt. Die erfreulichen Dinge später Mal.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen

Bremen Challenge 2012. 2 . Vor dem Rennen ist nach dem Rennen,

Wo waren wir stehen geblieben? Genau hier:

Ich stand am Start in Block A der Bremen Challenge und machte Photos weil ich mich langweilte. Alle anderen interessanten Typen um mich herum hatte ich bereits fotographiert, und so machte ich ein Photo von dem lustigsten Typen im Block der übrig geblieben war. Besonders gut kommt hier die Aero-Nase zur Geltung, die den gleichen Effekt hat wie bei Pros der Aerohelm. Nicht so gut kommt meine neue Fyxo Radmütze heraus.

5-4-3.2-1 und los. Das Rennen war gestartet und da ich ausnahmsweise sauber in meine Pedalen kam und immer noch von der guten Erziehung von Alain Raposo profitierte, der mir als ehemaliger französischer Studentenmeister beigebracht hatte, wie man sich nach vorne pfuscht, machte ich innerhalb der ersten 500 Meter in der neutralisierten Phase mehr Plätze gut als später im ganzen Rennen.

Mein Ziel war in der ersten Runde alles zu geben, zu Schnoop aufzuschliessen die mit ihrem wüsten Heike Team aus der ersten Reihe gestartet war und ihr dann die nächsten 60 km (die sich als 67 herausstellen sollten) Windschatten zu geben.

Wie immer geht es in der ersten Runde um die Wurst. Alle geben alles und es ist erst einmal wahnsinnig schnell. Auf der Nordstraße fuhr ich schon über 50 km/h hatte den Blick aber noch auf die Spitze des Feldes. Karin hatte ich schnell aufgesammelt und wir machten nun die erste 180 Grad Kurve. Da kam ein schneller Zug von Nuttrixxon Fahrern vorbei und ich hing mich an den ran. Karin war hinter mir, aber als ich mich nach einer Weile umsah, war sie nicht mehr da. Was nun? ich liess mich also aus dem Feld fallen, tuckerte mit 30 vor mich hin und wartete bis sie kam. Eine große Gruppe fuhr an mir vorbei….dann kam eine weitere und in der waren eine Menge Fahrerinnen aus dem Wiegetritt Team. Also wen nKarin da nicht drin ist, so meine Logik, dann kommt sie auch nicht auf das Podest, ergo entbindet mich dies von den Helferpflichten. Und so schloß ich mich dieser Gruppe an, so etwa auf Höhe des Winterhafens.

Jetzt ging es wieder zackig in Richtung statt und dann nach einer Rechtskurve steil den Berg hoch, gfolgt von einer Spitzkehre die auf die Schnellstraße führte. Diese Stelle war etwas gemein, da man dort voll beschleunigt um mit Schmackes den Berg hoch zu kommen und dann wieder abbremsen muß. Viele fahren da auch grauenvolle Kurven, so als wenn noch einmal in der Kurve um Hütchen fahren oder ihren gefallenen Haustürschlüssel aufheben wollen. Es geht dann weiter hoch, was bei dem Tempo ordentlich Körner kostet, aber auch wieder runter und so kommt man mit gutem Schwung und fast 50 Sachen wieder auf den höchsten Punkt des Flyovers.

Dort sah ich Matthias vor mir und so fuhr ich eine Attache aus dem Feld heraus um auf ihn aufzuschliessen. Das schaffte ich auch, aber ich hatte das ganze Feld mitgezogen. Hier beginnt dann der coole Teil der Strecke, runter zum Remberti Ring und dann mit viel Schwung, ständigem treten und guter Schräglage durch den Ring. Danach beginnt dann der nicht so schöne Teil der Strecke: Die Straße wird einspurig, das Feld verlangsamt sich und dann geht es auch schon gleich wieder den Flyover hoch. Der Wind bläst ziemlich mies und das Feld bliebt bald stehen.Noch eine Spitzkehre, ein paar Kurven und schon ist man wieder am Ziel. Eigentlich eine schöne Strecke, viel schöner als die klassische Strecke des letzten Jahres und des Triathlons … wenn nur der Wind nicht so stark pusten würde.

Aber die Erfahrung sagt einem schon wie diese Art von Renne laufen: nach der ersten Runde sind alle geschafft und es wird ein seriöseres Tempo angeschlagen. Nun muß man eigentlich nur noch aufpassen keinen Unfall zu bauen, konzentriert zu fahren und richtig zu schalten und zu lenken und dann darf man aus keinem Fall hinten aus der Gruppe fallen, denn sonst wird man durchgereicht bis zur nächsten Gruppe.

In Runde 2 und 3 sah ich dann immer wieder die gleichen Gesichter die sich gegenseitig überholten. Ich blieb hinter Frau Atrango (alias Anke, wurde 10. bei den Frauen) und versuchte auf jeden Fall vor Matthias zu bleiben. Genau wie JEDEN TAG BEI DER TRANSALP, MATTHIAS !!!! Bis auf den einen Tag wo mein Hinterrad in die Brüche ging, der Materialwagen von Ross nicht über die kleinen Straßen des Vinschgaus fuhr und ich deshalb im Besenwagen ins Ziel kam und eine dicke Zeitstrafe bekam. ABER SONST WAR ICH JEDEN TAG SCHNELLER ALS MATTHIAS!!!!!!!

Jetzt ging es auch ganz gut. Ich konzentrierte mich darauf konstanr zu fahren, einmal pro Runde von hinten nach vorne zu kommen und keinen Unsinn zu machen. Auf keinen Fall wollte ich vorne im Wind stehen.

Dann wurde auch schon zur letzten Runde gebimmelt. Ich wartete bis die Schikane auf der Nordstraße passiert war und fuhr dann sehr weit nach vorne. Ein paar Fahrer mit sehr unruhigen Hinterrädern waren schon dabei  und ich wollte einfach keinen Unfall bauen, von daher ist es besser weiter vorne zu fahren und bei den Kurven möglichst innen zu bleiben, denn fallen tut man immer in Richtung außen.

Am Rembertiring überholte ich Miss Antrango. Auf dem Flyover wollte ich nicht so richtig Gas geben, denn da war es zu windig und so war ich doch relativ weit hinten in meinem Feld. Wir hatten mittlerweile eine große Gruppe von Fahrern,d ie aus der ersten Gruppe rausgefallen waren eingeholt und kamen in einer riesigen Gruppe von fast 80 Fahrern gemeinsam ins Ziel. Zwische Platz 77 und Platz 155 liegen gerade mal etwas mehr als 2 Minuten Zeit. Und das sind ja nur die Fahrer die erfaßt worden sind – wer weiß wie viele da wirklich auf der Strecke waren.

Die Zeitnahme in Bremen ist echt mies. War auch letztes Jahr so. Was soll der Unsinn mit Brutto- und Nettozeit, sagt mir lieber meine Rundenzeiten und die aller anderen.

Am Ende hatte ich auch keine Lust mehr zu sprinten und das ständige beschleunigen hatte auch gut Kraft gekostet. Ich war ganz froh, dass das Rennen vorbei war, es nicht geregnet hatte und ich heil durch war. Eine Viertelstunde später kam Karin ins Ziel, aber auch nur deswegen, weil sie bereits während des Rennens angefangen hatte „Mein schwarzer Tag im Radsport“ für ihr Blog auf dem Iphone zu tippen. Das war nicht ihr Tag, denn schnell ist sie eigentlich schon. Bei einem besonders flachen Stück auf der Delmenhorst RTF hat sie mich auch schon einmal überholt.

Wie gesagt, ich war froh das es vorbei war, denn nach dem Renn ist vor dem Rennen bei mir. Da gibt es keine dicken Pokale die ich nach Hause schleppen muß und trainieren will ich auch nicht mehr als sonst denn ich gewinne nie was.

Jetzt konnte ich aber am Wiegetrittzelt abhängen und dort waren dann auch schon Schieber, Skysurfer, Joerg, Bloeh und Blitzrad und als 60 km Fahrer konnte ich nun endlich meine gesammelten Streckenerfahrungen weitergeben, das übliche „Oh, war das hart Mann, das war so hart Mann..“ stammeln, vor dem Wind warnen, auf die drohende Regenfront aufmerksam machen und all die Dinge tun die man so bedenkenlos macht wenn man weiß dass man selber nun nach Hause zu duschen fährt während die Anderen richtig dran müssen. Es gab Kuchen und Cola und wir hatten richtig Spaß.

Vor einem Jahr kannte ich noch fast keine und vor zwei Jahren bei meiner ersten RTF hat noch nicht einmal wer mit mir geredet, von daher muß ich doch sagen, hat ein bißchen gedauert in Bremen warm zu werden ist aber nicht das Schlechteste. Jedenfalls beneidete ich die anderen nicht jetzt auf die 120 km Strecke gehen zu müssen und aus dieser Ansicht machte ich auch keine Hehl. Posaun, Posaun.

Da Team Wiegetritt baute ihre Armada von Rädern auf und machte ein Gruppenfoto. Maarcel Wüst sagte „Hallo, ch bin Erik Zabel“ und alle lachten.

Es fing immer mal wieder ein wenig zu regnen an, hörte aber gleich auf. Ich schaute mir den Start an und dann sah ich mir im Zielbereich den Einlauf nach der ersten Runde an. Bereits dort war das Feld sehr weit auseinander gezogen und in viele Grüppchen geteilt. Die erste Gruppe kam vielleicht nach 24 Minuten, aber dann kamen bestimmt noch relativ große und gar nicht langsame Gruppen n5 Minuten später. Fast in allen Gruppen waren Wiegetrittfahrer vertreten, wie geasgt, das Team war ja auch sehr zahlreich angetreten.

Oliver war so in der vierten Gruppe, Harald dahinter in der fünften. Schieber und ich feuerten die beiden an so gut wir konnten und dann fuhr ich nach Hause um zu duschen und zu pennen.

Blitzrad habe ich gar nicht gesehen, vermutlich weil der wieder viel zu schnell gefahren ist.

Nachher hat es ja dann noch stärker geregnet, aber das habe ich gar nicht mehr mitbekommen, da ich dann schon fest schlief und vermutlich laut schnarchte. Strake Leistung aller Beteligten, heil rausgekommen. Strecke eigentlic gut, vor allem der Teil mit Flyover und Rembertiring ist eine klare Verbesserung zum letzten Jahr. Ergebnisse, so weit gemessen,  hier. Einige Bilder von Schnoopy Cat.

Ganz zum Schluß kam mir noch ein Gedanke: Die Überseestadt ist doch am Wochenende total leer, eigentlich wäre es dort doch Problemlos möglich mit ein paar wenigen Streckenposten Privatrennen auszutragen. Das werde ich mal im Herbst ausprobieren und planen und dann in der nächsten Sommersaison durchführen. Am besten mit illegalen Wetten.

Zuhause war nichts mir mir anzufangen. Ich bastelte noch ein wenig an meinen Rädern rum, schrieb im Blog und dann pennte ich schon wieder. Es ist schon hart, ein Radgott zu sein.

OK, noch ein weng arbeiten, noch ein wenig London und dann in den Harz.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Bremen, Mob, Rennen

Bremen Challenge 2012. 1. Udo Lattek.

Vor einigen Tagen sah ich einen Film im Fernsehn über die Flucht der deutschen Bevölkerung aus Ostpreußen über das Haff 1945. Viele Tote, viel Leid, viele Tränen. Nein, so war die Bremen Challenge dieses Jahr nicht. Aber einer der Flüchtlinge war Udo Lattek, der als Zehnjähriger dort auf der Flucht war und das Jahre später in der Sendung kommentierte als „Horrorfilm ohne Halbzeit“. Das trifft den Kern der Bremen Challenge ganz gut.

Ehrlich gesagt, was ist denn bitte ein Horrorfilm MIT Halbzeit? Preußen Münster gegen Werder im Pokal? Und auch wenn die Halbzeit ausfällt, so gibt es doch immerhin ein Ende. Das ist der Gegensatz zu „ein Horrorfilm ohne Ende“ oder „ein Horrorfilm ohne Halbzeit und Schlußpfiff“.

Ich hatte wirklich hart für die Bremen Challenge trainiert. Das Wochenende davor war ich einmal um die Mürritz gefahren, aber, noch viel wichtiger, am Abend vorher hatten wir bei Freunden im Garten gegrillt und jede Menge getrunken. Das ist das beste Training überhaupt vor einem Rennen, weil es einem eine Vielzahl von Entschuldigungen bietet, warum es dann nicht gut gelaufen ist. Mein Wecker klingelte nach fünf Stunden Schlaf und ich hatte so gar keine Lust mein Bett zu verlassen. Erst einmal eine Aspirin und dann gaaaaanz langsam.

Ich habe wirklich Horror (ohne Halbzeit) vor dem Tag wo ist es einmal nicht mehr schaffe mich zu motivieren und aus dem Bett zu steigen. Allein der Horror vor diesem Tag motiviert mich auch die bescheuersten Dinge zu machen, wie zum Beispiel an der Bremen Challenge teilzunehmen. Dort gibt es für jemanden meiner Leistungsstärke nichts zu gewinnen außer einem Aufenthalt im RTW und einem Haufen kaputter Radteile. Also, hatte ich mir diesmal gedacht, dann mache ich doch lieber etwas sinnvolles und unterstütze Schnoop bei ihrem Versuch auf das Podium zu fahren und biete mich als Helfer an.

So fuhr ich also um kurz nach sieben unter dunkelgrauem Himmel in die Überseestadt weil ich mich zunächst einmal ummelden musste. Ich gab voll Gas und wurde doch nicht schneller als 25 km/hr – ein schlechtes Zeichen. Ich hatte mich nämlich für da 120km Rennen angemeldet, keine gute Idee auch wegen dem ständig schlechter werdendem Wetter. Es gab ein großes Zelt von Wiegetritt und Muckel, Matthias, Campadre und Schnoop waren schon da. Das hat Wiegetritt schon gut organisiert und auch wenn ich nicht Teil des Teams bin, durfte ich dort abhängen und bekam später Cola und Kuchen.

Wiegetritt hatte fast die gesamte Wüstfamilie engagiert. Marcel Wüst startete bei den 120 km, seien Frau Heike Wüstin bei den 60ern und eines von den kleinen Wüstchen durfte ich dann im 60 km Rennen überholen.

Dann ging es auch schon an den Start. Eigentlich wollte ich mich ganz vorne einreihen, da wo das Damenteam von Wiegetritt mit Schnoop startet, aber da man mich auch von schlechtesten Lichtverhältnissen noch nicht einmal mit einer bulgarischen Kugelstoßerin verwechseln konnte (meinem nähsten weiblichen Äquivalent) machte ich mich dann doch auf den Weg in den A Block. Am Start schaute ich mir meine Mitwettstreiter an:

Oh Gott, der hatte ja Beine wie Gregory Hincapie:

Und dieser hier hatte es wohl mit den Augen, jedenfalls trug es vor seiner Radbrille noch eine weitere. Oder hatte er vor im Rennen etwas zu lesen? Vielleicht die Biographie von Udo Lattek („Ich war oft schneller als der Ball?“).

Ich war gerade so richtig dabei gute Fotos zu machen, da wurde schon zum Start runtergezählt und los ging es. Ein Feld von aufgeputschten Fahrern die mit Mühe und Not von der Rennleitung, dem THW und dem Führungsfahrzeug gebändigt werden konnten. Was sollte dieses Rennen noch an Überraschungen bringen?

Dies dann im 2. Teil, außerdem dort zu lesen das ich zeitgleich mit Robert Bartko ins Ziel kam (äh, glaube ich), was sonst so alles am Wiegetritt Fstzelt passierte und das Oliver nach der ersten Runde bei den 120ern schon ziemlich geschafft aussah.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Bremen, Mob, Rennen

Fotostrecke City Triathlon Bremen

Triathlon startet mit dem Schwimmen. man springt dabei lässig ins Wasser….

… und versucht dabei anwesende Padelboote nach Möglichkeit nicht zu versenken.

Also nicht so.

Wenn alle Wasserenten im Wasser schön aufgereiht sind….

..geht es los hinter der gelben Mutter-Ente. wie weiland bei Konrad Lorenz.

Ästhetisch noch ansprechender als Enten im Wasser sind Männer auf Räder.

Ende ist dann wenn alles gut ist. Ist noch nicht alles gut, kann es auch noch nicht zu Ende sein.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ergebnisse der Mixed Staffel hier.

Alle Photos von Astrid und Bernd – Danke.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen, Triathlon

Kein Puls? Kein Ton? Hier sind wir schon!


„Deutschland ist keine Schwimmnation mehr“ höre ich den Reporter der olympischen Spiele gerade im Fernsehn sagen. Na schön, wir sind auch keine Turn-, Schieß-, Basketball-, Volleyball-, Cricket-  und Fun-bei-der-Arbeit-haben-Nation. Seit fast siebzig Jahren marschieren wir auch nicht mehr am Wochenende zum Spaß in  Nachbarländer ein. Dafür haben wir nun Triathlons.

Heute in der Überseestadt. Wir hatten zwei HIWL Teams am Start, ein Studenten Team mit Anna, Blitzrad und Jannek, von denen nur einer Student an der HIWL ist und ein Professoren Team mit Carola, mob und Dennis, von denen keiner Professor an der HIWL ist; zwei dafür sind aber Studenten. Anna hat noch nicht einmal Abitur. Sie hat sich auf einen Aufruf von Philipp gemeldet, der sich die Mühe gemacht hatte eine zweite Schwimmerin zu organisieren. „Ist sie gut?“ frage ich Phlipp. „Schau mal diesen Artikel, sie ist letztens innerhalb von 24 Stunden 48 Kilometer geschwommen.“ Hm, normalerweise nehmen wir keine Frauen ins Team die nicht wenigstens 50km an einem Stück schwimmen können (es seid denn sie sind habilitiert), aber hier machen wir einmal eine Ausnahme. Soviel zum Thema Schwimmnation.

Im Vorfeld geht mal wieder so einiges schief. Es fängt an damit, dass ich träume, wie ich von syrischen Truppen in Aleppo entführt werde und für Assad und seine Familie auf einer Party japanische Enka (Volkslieder) vorsingen muss. Nein, dass habe ich nicht geträumt, aber mir gewünscht, damit ich nicht teilnehmen muss. Ich bin trotzdem um 9 am vereinbarten Treffpunkt aber niemand ist da und mein Hinterrad hat einen Platten (vermutlich von syrischen Guerillas). Mich macht das immer ein wenig nervös, aber deswegen haben wir uns ja auch 2 Stunden vor dem Start verabredet, so dass wir alles in der Zeit noch in den Griff kriegen. Dennis taucht auf. Philipp kommt auch, Anna kommt auch und ist sehr groß. Größer als mein fünfzehnjähriger Sohn, größer als meine Frau und wesentlich größer als meine elfjährige Tochter. Ich haue ab und flicke mein Hinterrad, das klappt auch gut. Jannek taucht irgendwann auf. Die Zeit geht rasend schnell vorbei und schon sind die Schwimmer im Wasser. Philipp und ich machen uns zu den Rädern. Wie immer (also zum zweiten Mal) sind wir nicht richtig aufgewärmt und müssen gleich losfahren.

Und da kommt auch schon Anna als erstes Mädel rein und Philipp fährt los. Vielleicht eine Minute später kommt Carola als zweites Mädel aller Starter rein und ich fahre los. Diesmal werde ich nicht beim losfahren überholt und schon bin ich mit 40 Sachen auf der Strecke.

Die Nordstraße Richtung Norden geht auch gut ab mit Rückenwind. Ich werde relativ schnell von einem Pro-Triathleten mit Aerorad und Tropfenhelm überholt, danach kann ich aber auch zwei Radler liegen lassen etwa auf Höhe des Krokodils. Ein unsportlicher Typ überholt mich, gibt dabei aber alles. Nach dem Wendepunkt geht es jetzt nun gegen den Wind und mit viel weniger Speed zurück. Ui, ist das anstrengend. Und gestern 110 km zu fahren war vielleicht aus Traningsgründen doch nicht so eine gute Idee? Jedenfalls bin ich froh, als die erste Runde zu Ende ist und die zweite fahre ich wieder etwas langsamer raus. Den unsportlichen Typ habe ich mittlerweile überholt und weit hinter mir gelassen, der hatte keine Ausdauer. Dafür sehe ich Philipp etwa 2 Minuten bevor ich wieder bei der Wendemarke bin. Philipp ist gut unterwegs, hat offensichtlich noch Kette am Rad und liegt etwa 5 Minuten vor mir, das heißt er ist schnell – eine sehr gute Leistung, ich bin froh, dass er für das starke Studi-Team fährt. 

Hier zeigt Philipp, was er bei Marcus am Silbersee gelernt hat. 

Kurz vor der Abzweigung in die Überseestadt sehe ich Tobi mir entgegenkommen, der ja auch mit seinem Team Wuuunderbar dabei ist. Einen Bericht von beeindruckender analytischen Schärfe, der die einzelnen Höhepunkte in selten klaren Worten zusammenfasst und doch in der facebook-üblichen würzigen Kürze bleibt kann man auf seiner facebook Seite finden (für die, die nicht mit ihm bei fb befreundet sind hier sein Beitrag in seiner kompletten, epischen Breite: „Zurück vom Triathlon… Saugeil!!!„.Man beachte den eher ungewöhnlichen Einsatz von Großbuchstaben.

Tobi kommt rein.

Vor mir fährt ein Typ von SG Stern, dem Team von Ralf aka Hobbit. Den überhole ich auch noch  bevor es auf das letzte brutale Stück gegen den Wind geht. Das hat er aber nicht gern und er hängt sich an mich ran. Am Ende muß ich ihn ziehen lassen und komme in die Wechselzone. In diesem Moment reisst meine Hinterradspeiche.


Die Übergabe auf Dennis dauert ewig. 

Wir gehen zum Zielbereich, wo bereits die Fans der HIWL warten: Oliver mit seiner Frau ist da, Astrid mit ihrem Mann und und und. Die kann man gar nicht alle aufzählen. Ralf ist auch irgendwo. Und da läuft auch schon Jannek ins Ziel, das Studi Team war wirklich sehr schnell unterwegs. Dennis kommt ein paar Minuten später rein, war aber auch sehr gut dabei.

Wir schauen mal so langsam auf die Ergebnisse (sind leider noch nicht online, verlinke ich später). Cool, das HIWL Studi Team ist Erster geworden. Und das HIWL Pro Team ist immerhin noch Vierter bei den Mixed Staffeln. Jeder von den Studis war in seinem Tel schneller als sein Pro-Pedant. Philipp hat mir ganze 2 Minuten auf dem Rad abgeknöpft – nicht schlecht! Carola war aber nicht wesentlich langsamer als Anna und Dennis auch nicht als Jannek. Wieder ein Pokal für unser Hochschulregal, der wird gleich zwischen Verwaltungsverordnungen, vergessenen Studienarbeiten und dem Briefwechseln mit den senatorischen Behörden 2009 bis 2010 eingereiht.


(c) Philipp

Ich hocke mich mit Astrid und unseren Erdinger Alkoholfreien wo hin und warte auf die Siegerehrung. Diese beginnt wie die am Silbersee – nein eigentlich noch schlimmer, denn zunächst werden auch noch die Sieger der Polizeimeisterschaft gekürt. Dann beginnt es wie üblich mit der Ehrung der Altersklassen und Geschlechter, mir schwant böses. Aber zum Glück wird nur der erste Platz dort prämiert und Männer und Frauen kommen gleichzeitig auf das Podest. Dann kommen endlich die Staffeln dran und Anna, Philipp und Jannek holen sich ihr Pokälchen ab. Ein großartiger Moment in der noch jungen Geschichte de Hochschule, die ersten Seiten der Ruhmesblättchen werden geschrieben und die erste Inschriften in der Ruhmeshalle der HIWL eingemeiselt. Ja, so könnte ich noch stundenlang herumschwadronieren, Tatsache ist aber das der Pokal von der Hochschule eingesackt wurde, da die Hochschule auch die Teilnahmegebühren übernommen hat – so hart können Verträge sein.

„Tja Anna, gut dass Du mit uns geschwommen bist“, sage ich gönnerhaft, „so zum ersten Mal auf dem Treppchen zu stehen ist ja doch etwas schönes, nicht?“. Sie passt halt zu uns, mal sehen ob wir noch den Berufswunsch Logistik in ihr wecken können.

Ich mache mich dann nach Hause nach diesem schönen Tag. Also der Tag ist für mich jedenfalls rum, jetzt werde ich nur noch auf der Couch schlafen und schauen wie sich andere bei Olympia einen abbrechen: Heute meine Lieblingsdisziplin, der moderne Fünfkampf. Der schöne Tag ist auch zu Ende, weil ich meine Autoschlüssel verloren habe. Macht nichts, denke ich mir, Du fährst einfach mit dem Rad nach Hause und holst die Ersatzschlüssel. Macht doch etwas, sage ich mir dann, der Haustürschlüssel ist im Auto. Macht nichts, sage ich mir wieder, ich habe ja den Flurschlüssel im Flur versteckt. Catch 21, kommt es zum Schluß, Du kommst nicht in den Flur rein, denn Du hast den Schlüssel nicht und alle anderen Parteien sind über das Wochenende weg. 

Also gehe ich zum Infopunkt und siehe da „Irmi“, so heisst es auf dem Namensschild hat meinen Autoschlüssel. Sie ist etwas skeptisch, ob ich auch wirklich er Besitzer in rückt den Schlüssel aber dann doch raus. Tausend Dank, Irmi! Ab nach Hause, jetzt erst einmal eine Currywurst mit Pommes und Mayo. Aber wo ist mein gelber Rucksack frage ich mich, als ich zuhause bin? Richtig, den hatte ich unter dem Auto deponiert. Liegt also noch auf dem Parkplatz – Mist. Auf das Rad und zurück in die Überseestadt. Rucksack ist weg. Auf zum Infostand – da steht ja mein Rucksack, so ein Glück! Leider steht da auch die skeptische Irmi, oh Gott, wird sie mir glauben, dass ich wirklich so doof bin und zweimal was bei einem Ereignis verliere? Mein Gott, ist das peinlich! Sämtliche peinliche Moment meines Lebens kommen mir in den Sinn.

Der peinlichste Moment meines Lebens

Ok, nachdem hier hinten sowie keiner mehr am lesen ist, ich aber den peinlichsten Moment meines Lebens schon lange einmal niederschreiben wollte ist hier vielleicht eine ganz gute Gelegenheit. Es gibt natürlich noch viel schlimmere, aber dieser ist lange genug vorbei und alle beteiligten Personen sind längst verschollen oder tot. Ich war so 9 oder 10 Jahre alt und der Vater eines Freundes arbeitete als Sänger im Chor am Stadttheater in Mönchengladbach. Durch seine Verbindungen war es uns beiden möglich als Kinderstatisten mitzuspielen und so konnten wir zwei oder drei Mal die Woche abends im Theater spielen und uns etwas Geld verdienen. Es war ein sehr cooler Job und wir hatten jede Menge Spaß. Eines Tages gab es die Premiere des Stück „Das Leben des Gallileo“ von B. Brecht. Ich spielte einen blöden Kinderprinzen und mein einziger Satz war „Ist etwas mit meiner Welt nicht in Ordnung?“ während mein Freund Christoph lange Dialoge mit Galilleo über Sinn und Komposition des Universums führen durfte. Egal, ich war nicht neidisch. Bei Schauspieler ist es bei der Premiere üblich, dass sie sich umarmen, angedeutet über die linke und rechte Schulter spucken und dann „Toi, toi, toi“ wünschen. Also, die Hauptdarstellerin kam auf mich zu umarmte mich und wir spuckten uns angedeutet über die Schultern. Das heißt SIE spuckte mir angedeutet über die Schulter, ICH machte einen leichten taktischen Fehler und rotze ihr voll auf das Kleid hinten. Das merkte sie aber nicht und  ich war auch zu schüchtern etwas zu sagen. Jedenfalls lief ihr dann während des Auftrittes im ersten Akt die Rotze am Kleid runter und das vor allen Leuten. Auch vor mir, denn als blöder Kinderprinz sass ich in meinem Thron und musste das grausame Schauspiel auch noch die ganze Zeit mit ansehen.

Ja, das war der peinlichste Augenblick in meinem Leben, bis ich heute zu Irmi musste. Die dachte doch bestimmt dass ich systematisch Fundsachen abräumen würde! Aber Irmi erkannte mich wieder, sah ei, dass ich ein Idiot bin und rückte den Rucksack heraus. Doppelter Dank, Irmi!

Na ja, Dinge zu verlieren ist schon schlimm, zum Glück st meine Frau aber gerade nicht zu Hause, so dass die zweite Komponente von „richtig schlimm“ fehlt: Auch noch Stress dafür zu bekommen. Ein wesentlicher Teil des Stresses ist auch dadurch bedingt, dass man wider besseren Wissens auch noch argumentieren muss, das Schlüssel verlieren ganz normal ist, jedem und ständig passiert und in der Hauptsache der Schlüssel selber Schuld ist, man aber keineswegs selber irgendetwas damit zu tun hat.

Damit ging es dann zum Scharfrichter zu Currywurst und Pommes und dann endlich auf die Couch. Ich loggte mich noch bei facebook ein, schrieb: „zurück vom triathlon… saugeil!!!“ und schlief ein.

Mehr Fotos morgen.

3 Kommentare

Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen, Triathlon

Info zum Citytriathlon Bremen am 12. August

Nach unserem großartigen Erfolg am Silbersee (Unsere Männerstaffel machte den Dritten Platz in der Mixed Staffel Kategorie) nehmen wir nun wieder mit zwei Staffeln der HIWL (Hochschule für intensives warten und (herum)lungern) am Citytriathlon in Bremen teil. 

Unsere „Pro“ Staffel besteht aus Carola B. (schwimmen), mob (Radfahren) und Dennis W. (laufen) und wir sind diesmal bei weitem nicht so konkurrenzfähig wie unsere „Stud“ Staffel mit Anna H.  (vorgemerkt als Studentin für 2016) als Schwimmerin, Philipp Blitzrad und Bremerhaver Hafenlaufwunder Jannek S.

Insgesamt nehmen nach heutigem Stand 18 Mixed Stafeln teil, so dass ich denke, dass wir eine Chance haben auch ein gutes Ergebnis zu erreichen.  Egal was passiert, wir müssen aber ein besseres Ergebnis erreichen als Erzkonkurrent TobiLive, der mit seinem Team Wuuunderbar an den Start geht.

Ich habe die ganzen Unterlagen ausgedruckt und bringe die mit, so dass wir vorher noch alles in Ruhe sichten können. Im Prinzip ist es aber sehr ähnlich wie am Silbersee, für die, die dabei waren.

Treffpunkt

Der Staffelwettbewerb beginnt um 11 Uhr, ich denke es macht daher Sinn sich um 9 Uhr zu treffen und unsere Taktik noch einmal in Ruhe zu besprechen. Falls vorhanden bitte die orangen HIWL Poloshirts anziehen, so dass wir uns einfach erkennen können. Also um 9 Uhr genau HIER.

Wir müssen uns dann erst einmal anmelden, dazu bitte jeweils diese unsägliche „Haftungsausschlusserklärung“ ausdrucken, unterschreiben und mitbringen. Ja, ja, die Triathlonbeamten, schlimm.

Die Radfahrer müssen dann das Rad im Radpark abstellen, der sich an der Ecke Hansator/Hoerneckestraße befindet.

Es folgt dann die taktische Mannschaftsbesprechung irgendwo wo es was zu essen und zu trinken gibt.

Schwimmen

Es gibt blaue Badekappen für die Schwimmer und einen Chip mit Kettband, der am Fußgelenk befestigt wird. Geschwommen wird im Hafenbecken. Start  und Ziel ist an der Marina,  von da aus müssen die Schwimmer noch zur Wechselzone laufen. Wechselzone heisst, dass hier die Radfaher bzw. später die Läufer stehen und das innerhalb dieser Zone der Chip übergeben werden muß. Ist also genauso wie beim Silbersee.

Radfahren

Startnummer hinten mit Startnummernband Helm ausfgesetzt. Dann vom Schwimmer den Chip in der Wechselzone übernehmen, zum Rad rennen und dann mit dem Rad bis zur Straße laufen. Erst dann darf man losfahren.

Windschattenfahren ist verboten. Mist. Strecke ist hier. Die Strecke ist im Prinzip, die Bremen Challenge Strecke aus dem letzten Jahr. Es geht nur noch ein wenig weiter die Nord/Bremerhaven/Werftstrasse Weserabwärts und der letzte Schlenker am Kaffeequartier fehlt. Das heisst: Flach und windig und schnell. Viel zu wenige technische Kurven, so dass die schnellen Triafahrer auf ihren Aerorädern vorbeiziehen werden. Strategie: Shut up legs.

Eine Runde ist 10km lang, also zwei Mal fahren dann wieder zurück zum Radpark, Rad hinstellen, zur Wechselzone laufen und nun Chip und Startnummernband an den Läufer in der Wechselzone  übergeben. Läufer kann dann losrennen.

Laufen

In der Wechselzone auf den Radfahrer warten, dann Chip übernehmen und Startnummerband übernehmen. Das ist nun vorne zu tragen. Gelaufen wird Weseraufwärts an der Schlachte lang bis zur Wilhelm Kaisen Brücke und dann wieder zurück in einer Runde. Die Strecke ist hier. Die Startnummer bitte dem Radfahrer geben, denn er bekommt sein Rad nur gegen Startnummer wieder.

Feiern

Können wir dann hoffentlich hinterher, wir finden uns dann im Zielbereich. Wir werden diesmal auch wieder eine Menge Zuschauer von der HIWL und dem Forum haben, so dass wir leider unglaublich unter Druck sein werden:

Datei:England Expects Signal.svg

Erklärung, für die, die in Geschichte mal wieder nicht da waren.

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen, Triathlon

Silbersee Triathlon – Augenzeugen berichten

Ein Soldat schießt, fechtet, schwimmt, reitet ein Pferd und läuft – so sollte auch der ideale Athlet sein und dieses Ideal führte zur Erfindung des Modernen Fünfkampfes, einer bis heute olympischen Disziplin. 

Durch die Weser nach Niedersachsen schwimmen, ein Rad klauen, es zu Schrott fahren und dann schnell weglaufen. Das ist die Kernidee eines Triathlons.

Rieko Fujita kam zu Besuch aus Japan nach Bremen am Tag zuvor und ich zeigte ihr die Dinge die man in Bremen sehen kann, wenn es regnet. Die neue Kunsthalle und den Leestra Supermarkt in Horn. Ersteres hatte Picassos Sylvette im Flur hängen,

letzterer hatten einige Nahrungsmittel im Angebot, die die durchschnittliche Japanerin nicht kennt und ohne deren Verzehr sie Deutschland nicht verlassen darf:

Rieko war in meinem Kurs „Business Administration for Dummies“ an der International Christian University in Tokyo und arbeitet heute bei einem großen japanischen Konzern. Sie kann gut Englisch und deshalb wurde sie nicht, wie 95% der anderen neu eingestellten Universitätsabsolventen in die USA geschickt, sondern nach Münster zum Deutsch lernen. Nein, das ist keine Strafe. Jedenfalls tranken wir ein wenig Rose um die eigenartige Mischung die sich am Vorabend in unseren Mägen befand gut zu vermischen und machten uns am Sonntag morgen fertig für den Triathlon.

Auf der Erdbeerbrücke wartete Marcus auf uns und wir machten uns auf unseren Rädern auf den Weg zum Silbersee. Rieko Fujita sollte eigentlich mein schickes, neues rot-weisses Colnago fahren, aber leider war es zu groß für sie. Also bekam sie Rad Nr. 8 aus unser Garage (Giant FCR von meinem Sohn).

Ich habe mir nie so Gedanken gemacht wo Stuhr eigentlich liegt, aber jetzt weiß ich es: Man fährt bei IKEA am Ende der Straße einen Feldweg lang und landet in enem weiteren Industriegebiet, dass von einer Autobahn getrennt vom Rest der Welt ist. Es ist das verlorene Industriegebiet, in dem immer wieder die gleichen Dinge produziert werden, LKWs aber nie den Weg nach draußen finden, so dass am Ende des Tages alles wieder recyclt und am nächsten Tag neu produziert wird. Gleich daneben liegt der Silbersee.

Der Silbersee heißt Silbersee, weil er, wie unschwer auf dem Foto zu erkennen ist, er wahnsinnig silbrig ist. Es ist ein spezielles Silber, so etwa Sibergrün. Zum Glück hoben wir uns mit unseren orangen Poloshirts der HIWL deutlich vom Hintergrund ab.

Wir trafen uns alle schnell und wie es sich gehrt waren die Professoren zuletzt da. Wir mußten nun erst einmal die Startunterlagen holen, Bänder für dir Startnummern kaufen und unsere Räder auf den vorgeschriebenen Stellplätzen parken. Das ist übrigens ein ganz wesentlicher Unterschied zu Radrennen, wo alles relativ einfach organisiert ist. Beim RSC Gold Rad Marathon zum Beispiel, muß man beim Start einen Zettel ausfüllen, der dann sofort in einen Papierkorb geschmissen wird, man bekommt eine Stempelkarte, eine Startnummer und wird von älteren Frauen belästigt, die einen zu einem Stück Kuchen nötigen wollen. Ist man fertig gibt man die Stempelkarte ab, diese wird entsorgt und fertig. Man hat auch keine Ahnung wie schnell man war. Beim Triathlon ist das ganz anders. Alles ist genau geregelt. Die Räder müssen auf eine bestimmte Art und Weise geparkt sein; am Rad dürfen nur  Helm und Schuhe sein, alles andere wird von den Schiedsrichtern entsorgt (manchmal verschwinden ganze Räder, weil sie die falsche Farbe haben!). Die Startunterlagen sind so dick wie das Vorlesungskript „Thermodynamik“ im Machinenbaustudium. dazu gibt es Startnummer, zwei Aufkleber für Rad und Helm und einen Transponder, all dies muss auf eine bestimmte Art und Weise getragen und befestigt werden – das ganze hat den Charme eines Visaantrages in der indischen Botschaft in Lahore.

Es dient auch nicht gerade der Beruhigung, denn wir hatte ja keine Ahnung wie das ganze Ablaufen würde. Irgendwann bekamen wir raus, wo wir den wechseln und eine ungefähre Vorstellung davon wo wir lang laufen oder fahren sollten. Und dann ging es schon los, Marcus und ich begaben uns in die Wechselbox. Ich fragte Carola B noch wie ihr Badeanzug aussah, damit ic sie schnell erkenne, wenn sie angelaufen kommt nach dem schwimmen (Ein Triathlon hat nämlich ein geheimes 300m Laufstück zwischen schwimmen und Radfahren).

Ich hüpfte noch ein wenig in der Box herum in dem verzweifelten Bemühen mich irgendwie warm zu machen. Scharfe Hunde und grimmige Wachleute verhinderten zunächst, dass ich mich meinem Rad näherte. Beim quatschen miT Marcus, mitten in einem intensiven Männergespräch (Look oder Shimano Pedale – welche sind besser?) kam auf einmal schon Carola B angelaufen und nervte mich mit der Transponderübergabe. Nirgendwo haben wir Männer Ruhe! Außerdem war sie viel zu früh. Also machte ich mich auf den Weg zu meinem Rad, schwang mich drauf und fuhr los (siehe Video 1). Shimano Pedale sind besser, denn ich kam nicht in meine Look Keo Carbon rein und wurde schon beim einklicken von zwei Konkurrenten überholt. Ich haute volle Kanne rein. Ohne warm zu sein ist das ziemlich tödlich, so daß ich gerade einmal auf der richtigen Straße war, als ich schon wieder überholt wurde. Das hatte ich mir anders vorgestellt, ich wollte doch eigentlich zählen wie viele Räder ich überhole und von wie vielen ich überholt werde – aber bei 4:7 habe ich aus lauter Frust aufgehört.

Und die Geschwindigkeit war auch nicht gerade schnell, so in der 33 – 35 km/h Gegend, da dummerweise auch lutschen und Windschattenfahren verboten war (Bürokraten!). Und es war richtig gut windig, vor allem die Strecke raus. Das letzte Stück vor der Wendemarke bei 10 km war höllisch und tat echt weh in den Beinen. Ich überholte noch die Frau von „Die Bären“ (die wurden erste in der Mixed Staffel) udn machte mich auf den Rückweg. Marcus war kurz hinter mir, er winkte mir auf dem Weg zur Wendemarke, als ich ihm entgegenkam.

Zurück wurde es dann schneller mit dem Wind im Rücken. Nun kamen aber die schnellen Fahrer aus der zweiten Startgruppe,  die 10 Minuten später mit dem Schwimmen begonnen hatten und zogen un mir vorbei. Total frustrierend, es war fast so als wenn ich stehen würde. Allerdings können meiner Ansicht nach die Tria-pros nicht gut Kurven fahren. Die hören schon ne Viertelstunde vorher auf zu treten und beschleunigen erst wieder wenn das Rad gerade steht. Auf einem technisch schwierigerem Kurs würde ein guter Radfahrer die abhängen können.

Ich lieferte mir in der Zwischenzeit einen Zweikampf mit der Bärin. Die war leider richtig gut und überholte mich zwei bis drei Mal und ich sie auch. Sie sah auch gut aus, was mich motivierte an ihr dran zu bleiben, Irgendwie erinnerte mich das ganze an sinnloses Antanzen und baggern in der Tanzschule früher.

Sie hatte mich vor den vorletzten Kurve überholt und jetzt waren es nur noch 500 Meter bis zum einbiegen in die kleine Straße in der man nicht mehr überholen dufte. 250 Meter vorher überholte ich sie, legte alle Kraft darein von ihr weg zu kommen und bog vorher in die Straße ab. Geschafft – die letzten 200 Meter ließ ich etwas lockerer angehen.

Rad in den Ständer stellen, zur Wechselbox rennen, Startnummer und Transponder übergeben, Quittung unterschreiben, Geheimnummer eintippen und bestätigen und am Handy den PIN Code bestätigen – und schon konnte Prof. Weller loslaufen. Kurz nach mir kam Marcus rein und schaltete einen Mitkonkurrenten aus (Video 4).

Ich war ein wenig fertig. Später ging ich zum Radlagerzaun und fand Marcus dort völlig apathisch vor. Er starrte nur vor sich hin und konnte nicht begreifen, dass er noch am Leben war. So ganz ohne warm machen losfahren ist schon ziemlich brutal. Er war so fertig, dass er mir später ein Stück Kuchen und einen Kaffee kaufte. Danke.

Das Studi Team hatte uns (das Prof Team) noch überholt, Jonas K. ist vermutlich das Rennen seines Lebens gelaufen. Ich hatte ihn fast nicht erkannt als er im Ziel ankam, zum Glück hatte er noch das orange Poloshirt an. Also bei geistiger Anstrengung sieht er jedenfalls anders aus.

Wir hingen nun erst einmal Festplatzbereich rum, die Siegerehrungen dauerten ewig. Unsere Freunde, Familien und Studis waren auch da. Rein zufällig traf ich Dietmar vom TCB auf der Herrentoilette wie George Michael seine neuen Freunde. Carola B machte dann Druck, so dass der Pokal rausgerückt wurde und wir nicht mehr länger warten mussten. Dann durften wir endlich nach Hause mit dem ersten errungenen Pokal überhaupt für die Hochschule.

Ein historischer Moment. Ein schöner Tag. Spaß, Abenteuer und all diese Dinge. Ein kleiner Schritt für uns, ein großer für die HIWL. Wow.

RH63 mob mit RH56 Colnago und RH50 Japanerin.

“ Er lügt wie ein Augenzeuge“

(alte russische Lebensweisheit)

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen, Triathlon

Silbersee Triologie in vier Teilen

Der große, lange Bericht über den Suilbersee Triathlon muß noch bis morgen warten. Oliver „Scorsese“ B. hat aber ein paar wunderschöne  Videos vom Wettkampf aufgenommen, die es verdient werden zu zeigen. Sie handeln von Sportlern des Teams die auf ihr rad zeigen, bzw. davon abzeigen und somit die eine wichtige Technik demonstrieren. Man kann sich vorstellen, dass diese Sequenzen in Zukunft in Triathlon Lehrfilme eingebaut werden mit Untertiteln wie „vorher“ oder „falsch“.

Dank automatischer You Tube Korrektur muss man nun auch nicht mehr den Bildschirm um 90 Grad drehen.

Klasse wie Marcus hier einen übereifrigen Konkurrenten ausbremst und zu einer harten Landung auf dem Asphalt zwingt. Morgen mehr.

Hier noch ein Bild unseres Stargastes am Silbersee, Fujita Rieke, die nun extra aus Japan anreiste, um den HIWL Erfolg mitzuerleben.

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen, Triathlon