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Alle Touren an denen Freunde der Cyclitis teilnehmen.

Puig Major Immaculado.

Letztens hatte ich einen interessanten Dialog mit meiner Frau: Ich erzählte ihr, dass ich beim Arzt zum Check-up war und dass mit Herz und Kreislauf alles bestens ist. „Tja“, meinte sie, „da wirst du wohl am Gehirn sterben.“

Ich tu‘ ja alles mögliche, um auch anderen Todesursachen eine Chance zu geben, unter anderem in dem ich ab und an rauche, unglaubliche Mengen Kaffee trinke, dem Süßen nicht abgeneigt bin und wie ein bescheuerter Serpentinen mit dem Rennrad runterfahre. So auch heute.

Nachdem es gestern wegen dem Wetter nicht geklappt hatte, machte ich mich heute auf den weg nach Caimari um die Königsetappe dieses Urlaubs zu fahren: Hoch nach Lluc, weiter und höher zum Puig Major und dann von Soller hoch auf den Col de Soller, runter nach Bunyola und gleich weiter nach Orient. Ich hatte ganz schönes Muffensaussen; dazu wurde im Radio berichtet, dass der erste Schnee des Jahres auf dem Puig Major gefallen war und daher hatte ich schon die dickste Kleidung an, die ich mitgenommen hatte. Mir wäre es an dem Morgen auch nicht unrecht gewesen mir ein Bein zu brechen, oder mit dem Auto den Abhang runterzufahren – egal was, Hauptsache es verhindert, dass ich diese blöde Idee einer Etappe in die  Tat umsetze.

Und natürlich kommt es ganz anders. In Caimari angekommen stellte ich fest, dass der Himmel tiefblau war, die Sonne schien und die Temperaturen 18 Grad erreichten. Und das heute da ja spanischer, ungefleckter Feiertag war und somit eine Menge Autos und Radler unterwegs.

Ich ging es, angesichts des Tagesprogramms etwas langsamer an und es lief auch nicht schlecht – aber ich war für die Temperaturen hier unten viel zu warm angezogen und fühlte mich wie ein Eskimo in Algerien. Trotzdem lief es gut und ich fuhr gleich an der Tankstelle bei Sa Batalla vorbei und weiter Richtung Puig Major. Hier oben war es nicht so voll, wie ich gedacht hatte und wenn überhaupt waren nur ein paar Touren- und MTB Fahrer unterwegs. An der Kreuzung nach Sa Calobra kam mir kurz der Gedanke, die Abfahrt und den anschließenden Anstieg mitzunehmen, also so ganz andere Gefühle als heute morgen beim losfahren. Aber am Ende siegt die Vernunft und ich schraubte mich weiter nach oben. Relativ schnell kommt dann der erste See und etwas weiter dann der zweite.

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Danach zog sich das Wetter über den Bergen auch langsam zu. Für morgen ist Sturmwarnung ausgegeben, könnte gut sein, dass das die letzte längere Fahrt auf der Insel war.

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Ich hatte gedacht, dass ich auf übe 1.000 Meter steigen würde, aber der Pass, genauer gesagt, der Tunnel au dem Pass ist so etwa bei 850 Meter. Hier war es jetzt richtig kalt und die Abfahrt nach Soller was dann etwas unangenehm – aber auch Eis- und Schneefrei. Ich war jetzt in einer Forrest Gump ähnlichen Stimmung, also warum nicht noch ein wenig weiterfahren? Soller hat zwar so einen leichten Jugendstil Charme, aber auch eine Menge hässlicher, voller Straßen, also besser schnell durch und dann hoch auf den Col de Soller. Wenn man est einmal die Hauptstrasse zum Tunnel nach Palma verlassen hat und die alte Strasse den Col hochfährt, ist das eine phantastische Strecke. Die Serpentinen schrauben sich endlos lang den Berghang hoch und es erinnert ein weinig an den Stelvio, aber ohne den Ausblick. Ich hatte ganz vergessen, wie toll dieser Pass ist. Als ich endlich oben war, hatte ich an einem Stück 50 km und über 1.500 Höhenmeter zurückgelegt. OK, jetzt können die Dolomiten nächstes Jahr kommen, dachte ich mir.

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Raus aus den Bergen war das Wetter wieder OK,

 

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Serpentinen ohne Ende

 

Das hatte ja jetzt einmal ein eigenes Segment auf Strava verdient und zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass diese Idee noch keiner vor mir hatte.  Obwohl, das Segment von Caimari nach Soller ist schon recht populär da kann man sich dann mit Marco Pinotti und Ben King messen.

Nachdem nun das härteste geschafft war, war der Rest eher antiklimatisch. Der Anstieg von Bunyola nach Orient ist zwar schön, aber gibt nicht mehr den letzten Kick.

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Regenbogen in der Ebene der grünen Insel.

Vor und in Orient standen jede Menge Autos rum. Ich dachte, es gäbe vielleicht ein Volksfest, oder eine Prozession bei der die Devotionalien durch den Ort getragen werden – aber nichts. Jede Menge Menschen auf dem Weg nach Orient, aber im Ort selber – Leere. Nur ein paar alte Männer vor einer Bar.

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Flotte, weiße Autos aus dem Orient.

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Hinter Orient. Das schlechte Wetter auch hinter mir gelassen.

Zurück nach Caimari dann über Alaro, Lloseta, Biniamar und Mancor de la Vall.

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Fertig. Hier der Strava Track. Das war bisher der anstrengenste Tag, danach war nicht mehr viel übrig von mir.

Mal sehen, was morgen dann noch so geht.

 

 

 

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Schatten meinerselbst.

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Das sieht hier gar nicht so aus, aber es blitzte und donnerte die halbe Nacht und heute Morgen regnete es. Zeit die aufgekommene Routine zu durchbrechen. Also. Erst in die Bar, Cafe trinken und Bücher lesen, warten bis das Wetter besser wird und dann raus. Ich lese gerade Emile Zola „Das Glück der Familie Rougon“, das ist der Band aus dem Rougon-Maquart Zyklus (20 Bände), den man zuerst lesen muss, um den Rest zu verstehen. Darin kann man sich wunderbar vertiefen, wenn man im Cafe sitzt und es draußen regnet. Man muss diesen alten französischen Kram aber auch mögen. Das sollte man auch besser, wenn man 20 Stück davon zuhause hat.

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Alcudia -aber nicht von meinem Studio sondern von der Stadtmauer aus.

 

Ich machte mich  mit dem Wagen auf den nach Arta, ganz im Nordosten der Insel denn ich hatte dort eine schicken Anstieg auf der Karte gefunden, der aber so weit weg von allem anderen interessanten Straßen der Insel ist: Hoch zur Ermitta de Betlem. Wie kommt es eigentlich, dass Mönche, Priester und andere Geistliche dieser Welt den Drang haben ihre Kirchen, Temple, Schreine etc. in irgendwelchen gottverlassenen Winkeln zu errichten (siehe Randa oder Mitsumine Jinja)? Heute ist das eine einfache Geschichte, erst kommt der Bulldozer und baut eine Straße hoch, dann kommen die Laster mit dem Baumaterial und wenn alles fertig ist kommen die Touristen und der Pfarrer fährt mit seinem Seat runter in den Ort und kauft ein. Aber vor 200 oder 500 Jahren gab es noch keine Straßen und keine Laster und nach dem einkaufen musste man die ganzen Plastiktüten durch den Wald wieder nach oben schleppen. Und wer wartete da oben dann? Richtig der Obermönch und der ist sauer, dass man statt Grapefruchtsaft Orangensaft mitgebracht hat und nun kann man gleich wieder runter durch den Wald latschen. Von daher macht es doch Sinn gleich hinter dem LIDL am Ortseingang zu bauen.

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weit und breit kein LIDL

 

Leider begann der Regen dort  etwa als ich ankam und so blieb mir nichts anderes als mit dem Auto hochzufahren. Mit dem Rad ist das vermutlich recht anstregend, mit dem Auto ist das einfach nur gruselig: Eine schmale Straße, Abgründe überall und zum Glück kamen mir nur drei Autos entgegen denen ich quasi mit einem Rad über dem Abgrund ausweichen musste. Trotzdem – ich hoffe, dass ich noch Zeit habe mit dem Rad da hochzufahren.

Ich fuhr aber erst einmal zurück nach Alcudia, da strahlte mittlerweile die Sonne und so konnte ich zumindest noch 47 km an der Küste fahren und den Anstieg nach Formentor anzufahren. Ich hatte aber in den ersten drei Tagen ordentlich Körner gelassen und war nur noch ein Schatten meinerselbst.

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Um halb fünf sah dann alles wieder prima aus.

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Ich schaffte nur ein Drittel hoch, denn die Dunkelheit nahte und bescherte mir schon dort einen prima Sonnenuntergang.

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Also morgen dann hoffentlich die Königsetappe dieses Urlaubs.

 

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Malle Tag 3: Auf Spanien

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Meinen Kindern musste ich vor einiger Zeit beichten, dass es keinen Nikolaus gibt. Mein Sohn, 18 Jahre alt,  hatte ohnehin in der letzten Zeit schon einen leichten Verdacht geäußert.

Gibt es aber trotzdem Geschenke am 6. Dezember, so werden diese vom Nililaus gebracht. Dabei handelt es sich um das große, grüne Kuscheltier von IKEA, das von meinen Kindern regelmässig getreten und missachtet wird. Man weiß ja, wie das bei IKEA läuft, man geht hin und will ein paar neue Stühle oder einen Tisch kaufen, und kommt dann mysteriöserweise mit einem Sack Teelichter, einem Bilderrahmenset und einem grünen Kuscheltier nach Hause. Egal, was ich eigentlich bei IKEA kaufen will, es ist immer das gleiche: Ich stopfe mit enr Hand einen Haufen Zeug, den das wir nicht wirklich brauchen in den Kofferraum unseres Autos und versuche dabei mit der anderen einen Hot Dog zu balancieren.

Spanien glaubt am 6. Dezember weder an der Niko- noch an den Nililaus und feiert den Tag der Verfassung, denn so lange ist es nicht her, dass Spanien die Franco Herrschaft beendete – gerade mal elf Jahre vor dem Ende der DDR. Die Geschäfte haben auf wie immer, aber nicht am 8. Dezember, dann ist wirklich alles dicht hier; an diesem Tag wird die unbefleckte Empfängnis Marias gefeiert. Daraus gebärt sich ein langes Wochenende und das sah man heute auch auf den Straßen, jede Menge Radfahrer unterwegs, oft auch in größeren Gruppen.

Nach 1.800 Höhenmetern am ersten und 1.500 am zweiten Tag stand mir heute der Sinn nach der Ebene. In der Mitte Mallorcas war ich bislang nur einmal mit David und Juliane 2011 gefahren. Wir fanden es nicht doll, die Straßen zu breit, die Autos zu viele und außerdem hatten wir gerade Sa Calobra entdeckt. Aber im Dezember ist der Verkehr auf der Insel sehr dünn und die Bremer, die ich im Flugzeug getroffen hatte, hatten mir von der Gegend vorgeschwärmt (obwohl, ich bin mir nicht sicher, von welcher Gegend sie überhaupt sprachen, denn irgendwie ging es um Weinberge und die habe ich den ganzen Tag nicht gesehen). Also machte ich mich auf nach Petra, dem Startpunkt heute. In Petra war ich schon mal, es hatte sich aber stark verändert. Genau wie Petra Ohren, mit der ich in der Sexta zusammen in die Schule ging und deren Eltern ein Tapetengeschäft hatten.

Da fällt mir noch ein guter ein: Letztens hatte ich einen Bewerber da und fragte ihn, in welche Länder er bis jetzt gereist ist. Er sagte, neben anderen, war er auch „auf Spanien“. Das machte mich etwas stutzig und ich fragte ihn, wo er denn auf Spanien war. Die Antwort kam: „Ich war schon auf beiden Spanien: Auf Mallorca und auf Ibiza!“

Also, in Petra, auf Spanien ging es los. Heute wehte ein ganz fieser Wind und der kam genau aus der anderen Richtung. So machte das gar keinen Spaß, erst nach Villaranca und dann weitere nach Porreres. Heute habe ich mich auch in jeder Stadt auf dem Weg verfahren. Die Städte sind klein und verwinkelt. Man fährt aus der Ebene darauf zu und sieht die Kirche in der Mitte von weitem, aber wenn man einmal drin ist, dann gibt es nur noch Wände aus gelb-bräunlichem Gestein und Rolladen die zu bleiben. Wo ist die Kirche geblieben? Wo sind die Menschen? Die Straßen sind leer, nur hier und dort am Marktplatz ist eine Bar offen und zwei, drei ältere Männer sitzen davor und rauchen sich einen. Egal ob die Badeorte an der Küste, in denen die Hotels geschlossen sind und die Supermärkte zugemacht haben, auch den normalen Städten im Innern Mallorcas scheinen im Winter die Menschen auszugehen.

Am Ortsausgang von Porreres sah ich eine größere Gruppe von Radfahrern – „wartet“ rief ich, bis ich feststellte, dass die auf dem Weg zurück nach Palma waren und ich weiter nach LLucmajor wollte. Auf der Strecke war der Wind dann wieder einmal ganz fies und ich fuhr mit 23 km/h und 150er Puls dagegen an. Recht unvermittelt wurde ich von einem einheimischen Rennradfahrer überholt. Ok, der sah sportlich aus, hatte ich windschnittiges Triathlonrad mit Lenkeraufsatz und ich konnte mich dann erst einmal an ihn heranklemmen und lutschen. Baer bereits einige Minuten später überholte uns ein anderer, nicht ganz so sportlicher Spanier auf einem normalen ORBEA Rennrad. Und am nächsten Berg setzten sich die beiden von mir ab. Mist, dachte ich, so gut wie Du denkst bist du auch nicht. Eine Lücke war entstanden aber so richtig vergrößerte die sich erstaunlicherweise nicht. Und auf der nächsten Abfahrt in diesem landschaftlichen Wellental, war drückte ich dann kräftig auf’sgas und fand wieder Anschluss. Ja, das machte schon wieder mehr Spaß nicht mehr alleine, sondern mit anderen zusammen schnell zu fahren.

Irgendwie war mir der Kopf leicht und als es nach einer Abfahrt wieder einen Hügel hoch ging, ging ich aus dem Sattel beschleunigte wie blöde und fuhr mir einen Vorsprung heraus, den ich bis zum Ortseingangsschild von Llucmajor verteidigte, aber das war verdammt hart und kostete eine Menge Kraft. Am Ende fand ich mich auch ziemlich deutsch, ich hätte ja auch einfach mit denen zusammen fahren können, aber nein ich wollte ja unbedingt Kampf und Wettbewerb.

„Kleine Sünden straft der liebe Gott sofort“, sagt mein Opa öfters und so durfte ich mich dann gleich in Llucmajor wieder verfahren und rumirren, bis ich die Strasse nach Randa fand. Direkt am Ortseingang beginnt der Aufstieg zum Kloster Santuari de Cura. Der Berg an sich ist schon ein kleines Wunder, mitten in der Ebene ragt er unmittelbar empor und man kann ihn bereits von weitem, von Petra aus, erkennen.

Fast ganz oben befindet sich eine Radarstation des Militärs oder der Flugsicherung und an dem weißen Ball der Installation kann man das ganze gut identifizieren. Ich mag den Aufstieg dort rauf sehr. Er ist von der Landstraße aus ungefähr 5,7 km lang und  man klettert etwa 300 m hoch über Serpentinen und Rampen die mal mehr und mal weniger steil sind – auf jeden Fall aber das kleine Kettenblatt verlangen. Richtig gute Männer kommen da in  13 Minuten hoch, richtig gute Frauen (Emma Pooley in diesem Fall), brauchen etwa 16 Minuten  und ich fast 23, und dabei hatte ich mir richtig Mühe gegeben. Oben amKloster machte ich est einmal eine Pause und aß meine Brötchen, die beste Idee die ich bislang auf Mallorca hatte.

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Bike leaning against something

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Oh, Stacheldraht

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Noch mal, in Hinblick auf den 8. Dezember.

 

Es folgte das obligatorische Foto mit Bart und Passschild.

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Japan- French Racing Team Outfit

 

So, was sollte danach noch kommen? Alles was Spaß machte war gemacht, aber nur 40 von fast 108 km zurückgelegt. Ich machte mich auf die Abfahrt, bog nach nach Algaida (islamischer Terrorort für Lispler), und dann mit gutem Rückenwind weiter nach Pina, wo ich ein Foto für Fabian machte.

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Wäre doch ganz nett als Postkarte, wenn Pina mal Vierzig wird.

Dort entdeckte ich ein Haus, das ganz von Madarinen umgeben war.

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Dann schnell weiter nach Lloret, Sineu, Maria de la Salut und Santa Margalida. Hier hätte ich nach Süden und Petra abbiegen und abkürzen können, aber verleitet durch den Rückenwind und die Aussicht das Meer an der Nordküste zu sehen fuhr ich weiter und machte dann auf einer anderen Strasse kehrt zurück nach Petra. Wie erwartet wurde es dann am Ende noch einmal richtig fies und die Steigungen waren auch nicht ohne.

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Ja, das sieht alles so harmlos aus, aber insgesamt sind heute auch wieder 1.200 Höhenmeter zusammengekommen. Das kommt durch eine Kombination von vielen Anstiegen und schnellen Abfahrten.

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Auf der Rückfahrt bei Lidl shoppen. Ist eigentlich genauso wie in Deutschland auf dem Dorf, am Ortseingang steht dann ein Lidl oder ein Aldi. Kurz nach 5 wr ich wieder zurück und da hatte sich das Wetter bereits dramatisch verändert: In Alcudia blitzte und donnerte es und es war überhaupt nicht daran zu denken rauszugehen und im Cafe etwas zu essen und zu trinken. Zum Glück hatte ich ja jetzt jede Menge Lidl Brötchen.

Morgen, wenn das Wetter gut ist folgt die Königsetappe: Von Selvia hoch nach Lluc, dann auf den Puig Major und zurück nach Selvia über Orient.

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Mallorca, die Zweite.

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Heute morgen, vom Fenster des Studios aus zu sehen, war der Himmel tiefblau und einige weiße Wölkchen brachten sich davor in Positur. Das Wetter wurde noch besser als gestern und ich fragte mich, warum ich gestern so gefahren bin, als wenn es kein morgen mehr geben würde.

Die Beine sagten, trotz des schönen Wetters: „Heute quälst Du uns nicht in dem Du den Puig Major hochfährst -egal von welcher Seite Du da hochfahren willst.“ Auf seine Beine sollten man hören, definitiv mehr als auf Leber, Lunge oder Herz. Also machte ich mich mit dem wagen auf nach Calvia, ein guter Startpunkt, um die Pässe im Südwesten der Insel zu erkunden. Fabian hatte mich vor einigen Jahren in die Gegend eingeführt und dafür muss ich ihm wirklich dankbar sein. Von Calvia aus fuhr ich nach Es Capdella, mit müden Beinen und gegen den Wind auf einer langweiligen, langen Langstraße. Ich war so lahm, ich hätte heulen können. Von dort aus ging es dann aber immer schön runter nach Peguera und dann Richtung Westen nach Port d’Andratx. Am Ende von Peguera gibt es eine Straße die in den Himmel führt und just als ich darauf zufuhr bog ein MTBler etwa 50 Meter vor mir darauf ein. Das war der erste Radfahrer mit dem ich mich messen konnte. Zuerst holte ich gut auf, aber der Typ auf dem MTB sah auch fit aus, war gekleidet wie ein Pro und als er mich sah sog er das Tempo an. Oben auf dem Berg war er weg und  bei der Abfahrt konnte ich ihn nicht mehr einholen.

Von Port d’Antratx ging es weiter nach Antratx, wo ich auf Anhieb, obwohl ich zu letzt vor 1 1/2 Jahren da war, den geheimnisvollen und verwinkelten Weg zurück nach Es Capdella fand. Ich weiß auch nicht woran es liegt, aber in der Ebene und bei viel Wind bin ich wirklich komplett außer Form, aber bei den Anstiegen läuft es besser als erwartet. Ganz oben bricht der Pass durch den Berg und man kann sich kurz umschauen und das erreichte reflektieren.

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„There are things known and things unknown and in between are the Doors.“

 

Auf dem Weg hoch begegnete ich der ersten Gruppe von Radfahrern heute und auf dem Weg runter nach Es Capdella. Von dort aus ging es weiter nach Galilea. Dieser Anstieg ist fast noch besser als der zuvor, es gibt reichlich Serpentinen und zwei Stellen an denen man denkt, dass man bereist oben angekommen ist, aber beides Mal ist es keineswegs so und man muss sich hochquälen bis zum Ortsschild Galilea. Bis jetzt und einschließlich gestern habe ich ALLES mit dem großen Kettenblatt gefahren, sozusagen als Tribut an Kaipi und unsere Harztour 2011. Aber an der Steigung hoch zur Kirche von Galilea [Immaculada Concepcio] gab ich auf und wechselte auf das kleine Blatt – aber auch wirklich zum einzigen Mal heute. Oben angekommen hatten sogar beide Cafes auf und da ich meine Riegel vergessen hatte nahm ich einen Kaffee mit viel Zucker und genoss die Aussicht.

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Die Aussicht

 

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Die exakte Uhrzeit der unbefleckten Empfängnis

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…und ein Kaffee mit viel Zucker dazu.

 

Mittlerweile war ich ziemlich unterzuckert, oder wie Ludwig immer sagt „I was seriously bonking.“ Ich hatte aber nur ein Brötchen dabei – aber was für eins, aus Roggen, mit gesalzener Butter und darauf dick Pate mit Oliven und Tomaten. Ich war zwar schon 1.000 Meter hoch gefahren, aber ich wollte mein einziges Brötchen besser noch nicht essen und so machte ich mich auf den Weg nach Puigpunyent und weiter hoch nach Es Grau und Esporles. Oben an der Kirche in Galilea waren zwei dicke ebike Fahrer und es ist wirklich mein Horror, das sich von deresgleichen bei einem Anstieg überholt werde den ich mich mit 13 km/h hochquäle, während die sich mit 25 km/h hochkapitulieren bis der Akku leer ist. Aber zum Glück kamen die nicht und ich wurde mit einem schönen, einsamen Anstieg mit vielen Serpentinen nach es Grau belohnt.

Die Abfahrt ging gut und ich war ganz überrascht, dass es nur runter ging, ich dachte, dass am Ende noch ein leichter Anstieg sei. War aber nicht. Und so ging es ganz fix weiter nach Establishment und irgendwie fühlte ich mich viel kraftvoller als gestern und war auch mal in der Lage einen Hügel zu übersprinten. Der Kopf ist frei von Arbeit und so einem Zeuch und kann sich wieder auf die Beine konzentrieren. Von Establishment ging es weiter Richtung Westen, und irgendwann biegt links eine kleine Straße ab zum letzten Anstieg vor Calvia. Ich mag diesen Anstieg sehr, Fabian hatte mir den einmal gezeigt. Er ist relativ lang aber sehr flach und mit ein wenig Ausdauer kann man den mit 20 km/h plus fahren. OK, das habe ich heute nicht aber ich fühlte mich trotzdem gut, zu mal ich auch den Punkt verpasste an dem man die letzten Meter noch einmal richtig drücken kann.

Eine schnelle Abfahrt und ich war zurück in Calvia, wo sich Mallorca noch einmal von seiner schönen, grün – blauen Seite zeigte.

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Zurück im Auto nach Alcudia – ein guter Tag. Morgen mal deutlich weniger Steigung und auf Erkundungsfahrt in den Osten, wo ich bisher noch nicht richtig war. Aber nach Randa will ich schon mal hoch.

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Können und wollen synchron.

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„Wollen und können gehen manchmal nicht synchron“, konnte ich letztens lesen, geschrieben von jemandem dem diesbezüglich zu vertrauen ist. Und manchmal ist es eben andersrum, man will, man kann und das Ergebnis ist ein gutes. So wie heute.

Tag Zwei eines Mallorca Urlaubes im Dezember. Gestern machte ich mich in Bremen auf den Weg und traf gleich am Flughafen drei weitere Bremer die ihre Räder gemeinsam mit mir am Übergepäckschalter abgaben. Ich dachte eigentlich, dass ich schon einen billigen Urlaub gebucht hätte, aber die drei waren noch besser: Vier Sterne Hotel in Arenal, „direkt am Ende der Schinkenstrasse“, eine Woche für 100 Euro – Halbpension. Alcudia gefiel mir als Basis besser, da es nahe an den Bergen liegt und ich die Stadt mag, ich in mir auch nicht sicher, ob ich zur Schinkenstrasse passe. Hier habe ich jetzt ein großes Studio für mich ein mein Rad alleine.

Ich denke, es ist ein Fehler sich am ersten Tag zurückzuhalten. Am nächsten Tag ist man ohnehin müder und die Beine wollen nicht mehr so. Und wenn das Wetter schlechter wird, ärgert man sich, dass man den ersten Tag nicht genutzt hat. Also raus auf’s Rad und durch die welligen Hügeln ab nach Selva und hoch nach Lluc, ein echter Mallorca Klassiker, der  Coll de Sa Bataia. In der Ebene läuft es langsam. Die Wiesen sind grün und Wasser läuft entlang der Strassen ab – ein feuchtes und grünes Mallorca, wie schön.  Den Berg hoch geht es gut. Die ersten 150 Höhenmeter in 10 Minuten, danach wird es weniger aber die Repsol Tankstelle taucht früher auf, als ich gedacht hätte. Oben ist es kalt aber trocken und ein paar Bauarbeiter bauen eine schicke neue Böschung aus Feldsteinen. Mit der Regenjacke geht es, im wesentlichen runter Richtung Pollenca. Diese Straße bin ich bislang nur einmal gefahren und hatte sie von Straßenbelag und Schönheit in deutlich schlechterer Erinnerung. Da überall Laub und Nadelzeug auf der Straße liegt halte ich mich bei der Abfahrt zurück. Nach 75 km bin ich in Port de Pollenca und kann darüber nachdenken entweder zurück nach Alcudia zu fahren oder noch eine Runde zum Cap Formentor einzufügen. Hm, es ist Tag eins, also hoch zum Cap Formentor.

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Die Beine sind schon ein wenig müde und der Wind bläst auch von vorne und von hinten und irgenwie geht es vorwärts. Ich fahre durch Sylvias Tunnel und, dann geht es noch ein wenig hoch und es folgt das langwellige Stück was letztendlich am Leuchtturm endet. Es ist kalt, das Cafe am Leuchtturm ist zu und außer mir sind nur noch ein Pärchen im Leihwagen und drei Katzen dort: Eine schwarze und zwei grau gestreifte. Die schwarze Katze mag Proteinriegelstücke von Rewe.

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Zurück ist es deutlich langsamer, aber irgendwie geht es und nach 120 km und etwa 1.800 Höhenmeter bin ich zurück in meinem Studio. Das dürfte so ziemlich das Maximum an Höhenmetern dieses Jahr gewesen sein, von Rad am Ring einmal abgesehen. In Japan wäre das ein kurzer bis mittlerer Trip gewesen, aber seitdem ich in Bremen lebe bin ich froh um jeden Höhenmeter, der mich über eine Autobahnbrücke führt.

Es gibt noch einen weiteren interessanten Unterschied zu Bremen: Strava Segemente. Heute bin ich durch 88 (plus 17 ausgeblendete) gefahren und z.B. beim Anstieg nach Lluc bin ich 3585ter von 8381 geworden – da sind die Chancen auf einen Platz vorne etwas anders als in Bremen, wo mal gerade 30 bis 50 Fahrer unterwegs sind.

Tag 2 darf dann ein wenig weniger sportlich angegangen werden.

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Mallorca – jetzt neu mit Bart

 

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Jona(s) und die Wa(h)l.

Endlich einmal eine vernünftig terminierte Saisonabschlussfahrt. Erstens bei herrlichem Wetter und zweitens um 12:00 Uhr beginnend. Und drittens, wie sich später herausstellte, ersparte man sich dabei die sinnlose Beschäftigung mit dem Nordderby.

Diesmal habe ich genau geschaut: Ganze 25 Minuten dauerte es, von dem Zeitpunkt der Entscheidung sich jetzt auf das Rausfahren vorzubereiten bis zu dem Punkt wo ich auf dem Rad sass und losfuhr. Man braucht im Winter einfach Zeit um sich zu entschieden wie kalt oder warm es draußen ist und was genau man anziehen will. Dann noch Pulsgurt, Uhr, Überschuhe, Laufräder austauschen, Lampen anbauen, Räder aufpumpen, Bremsen neu einstellen, Brille putzen …. nicht zu vergessen der Prozess des Entscheidens welche Musik dazu am besten passt, besser Nada Surf, the Damned  oder Presidents of the USA? OK, 15 Minuten später:  Nada Surf.

Auf dem Weg zum Treffpunkt sehe ich mindestens drei andere Rennradfahrer und denke mir: „Wow, das wird wirkliche ine große Gruppe werden!“. Am Treffpunkt bin ich dann auch nicht enttäuscht, neben Andreas, Jan, Caro, Tobias, Torben, Tanja und Lars kamen dann leicht verspätet auch noch Philipp und  Jonas und ganz viele andere die ich teilweise von anderen Fahrten her kannte und teilweise eben noch nicht. Leicht verspätet ging es los und wir fuhren in gutem Tempo den Deich runter Richtung Weyhe. Aber nicht allzu lange.  Jonas fuhr gleich neben mir, plötzlich wird er langsamer und ich sehe, wie unter seinem linken Fuß der linke Kurbelarm klebt aber leider ohne jegwelche Verbindung zum Rad.  Ich weiß nicht was dann bei andren Menschen im Kopf vorgeht, aber ich denke dann immer zuerst: „Ist das eine neue Trainingsmethode?“ Es gibt so viele ungewöhnliche Dinge, man denke z.B. an die Power Cranks, quasi Kurbeln mit Freilauf die immer „mitgezogen“ werden müssen.

Aber Jonas trainiert nicht mit neuem Spielzeug. Jonas trainiert gerade ganz ernsthaft anzuhalten, auszuklippen und sich dabei nicht auf die Fresse zu legen.

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Irgendwie versuchen wir seine FSA Hollowtec-II Kurbel zu reparieren.

 

Dummerweise fehlt diese Schraube da oben rechts neben dem linken Kurbelarm, die muss irgendwo unterwegs verloren gegangen sein. Und den Kurbelarm nur so zu fixieren ist halt sehr riskioreich. Was tun? Alle waren nett udn Jonas hat sich schon mit seinem Schicksal abgefunden die Tour abzubrechen und nach Hause zu fahren. Ich biete ihm an, eines meiner Räder auszuleihen und die anderen dann in Bruchhausen-Vilsen zu treffen. Das ist eben der Vorteil, wenn man eine Garage mit einer ganzen Reihe von Rädern hat. Und natürlich jede Menge Laufrädern. Und Bremsbeläge, Schläuche und und und, also im Prinzip wenn Gragae und Wohnung aussehen wie ein schlecht sortierter Radladen, dann hat man Stress zuhause aber viel Spaß auf der Strasse. Also, Jonas und ich sprinte zu mir nach Hause während sich die Gruppe Richtung Bruchhausen -Vilsen bewegt.

Eine lustige Situation, welches Rad soll ich nun Jonas in die Hand geben? Jonas ist noch nie Fixie gefahren, also wie wäre es z.B. mit meinem Nagasawa Fixie ohne Bremsen das im Wohnzimmer hängt mit der Beründung, sorry, die andere habe ich alle ausgeliehen?

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Oder das Mountainbike meiner Tochter und der Begründung: „Sorry, das ist das einzige, was ich in Deiner Größe habe!“

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Nein, das alles sind nur theoretische Gedankenspiele und ich drücke Jonas das Moser Leader AX Evolution zwischen die Beine.

Damit machen wir uns nun auf den Weg die anderen einzuholen. Wir haben insgesamt fast 40 Minuten Zeit verloren und treten nun so richtig rein. Jonas muss als Strafe Führungsarbeit leisten, vor allem wenn es gegen den Wind geht und die Hügelchen hoch, also quasi immer. Ruckzuck sind wir in Südweyhe und biegen nach Okel ab. Rechts und links schwirren die kleinen Ortschaften vorbei, wir treten rein bis den Maximalpuls erreicht haben und  sind nur beseelt von einem Gedanken: „Wir wollen unser Stück Kuchen in Bruchhausen-Vilsen.“ Okel…Gödestorf, ab und zu mach ich mich nun auch vorne lang… Wachendorf…Süstedt…Ortsnamen wie Produkte von Busch und Müller…Uenzen… und dann sind wir etwas auspumpt in Bruchhausen-Vilsen.  Die anderen sind schon da und geben lügen ganz höflich, dass sie maximal fünf Minuten vor uns angekommen sind. Nun gibt es auch endlich Kuchen; da wir ein ganzer Haufen Leute sind, essen einige von uns drinnen und andere sitzen draußen auf den Bänken. Unsere Räder stehen vor dem Laden, es sind viele und sie fallen auf.

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Unsere Räder. Also, bis auf den „Steppenwolf“ in der Mitte.

 

Der Steppenwolf gehört nicht zu uns, dass ist ein Pusher. Der Kuchen ist lecker und der Kaffee auch und die Atmosphäre nun entspannt. Philipp behauptet, dass aus dem Wasserhahn in der Herrentoilette Vilsa herauskommt. Das kann ich nicht so richtig glauben und probiere das aus.

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Stimmt überhaupt nicht. Was aber auf jeden Fall stimmt ist, dass bei der Pissoirspülung Vilsa Sportschorle Apfel-Grapefrucht eingesetzt wird. Zumindest schmeckt das ganz genauso.

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Wer mir das nicht glaubt kann das ja einfach bei der nächsten Ausfahrt dorthin nachprüfen.

Irgendwie ist ein wenig Unruhe da wegen dem Nordderby und weil dem Tag auch so früh das Licht ausgeht. In der großen Gruppe dann mit Rückenwind Richtung Bremen zu fahren ist auch deutlich weniger anstregend als alleine mit Jonas unterwegs zu sein.

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Sieht nach Sommer aus, war’s aber nicht.

 

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Und Sprint nach vorne zum fotographieren

 

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Vorne machen die Jungs Tempo und hinten ….

 

Die Rückfahrt ist wirklich angenehm, ich unterhalte mich hier und dort, mache ein paar Fotos und eh man sich versieht sind wir schon wieder auf dem Deich. In der Zwischenzeit ist dichter Nebel aufgezogen, zumindest in meiner Kamera, die ich nur lose in die Rückseite der Windjacke gesteckt hatte.

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Caro verteilt letzte Ferrero Küßchen im dichten Nebel

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Aufstellen zum Gruppenbild. Gar nicht so einfach bei Sichtweite Null.

Als sich der Nebel verzieht, wir uns endlich alle aufgereiht haben und ein Passant überzeugt werden konnte von uns allen ein Foto zu machen, funktioniert das Smartphone nicht so richtig. Wen ich das Problem richtig verstanden habe, war dieses Smartphone von seiner Besitzerin auf automatische Genitalienerkennung eingestellt. Mit anderen Worten, erst wenn alle 20 Genitalien von allen Teilnehmern gleichzeitig lachen oder grinsen wird ein Foto ausgelöst. Wie man sich aber einfach vorstellen kann ist es recht schwierig die Genitalien von 20 Leuten die gerade von einer langen Radtour zurückkommen und ständig auf zu kleinen Rennradsätteln gequetscht wurden, zum grinsen zu bewegen. Erst nach dem die Kamera auf den Modus „Mach jetzt ein Foto ist doch scheißegal wie“ umgestellt wurde, klappte es.

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So, danach verliefen sich die Teilnehmer in alle Richtungen und Caro zeigte mir dann noch eine sehr schicke Abkürzung nach Hause. Guter Tag, der mich aus meiner Herbstlethargie gerissen hat. Danke an alle die dabei waren und hoffentlich bald wieder zur Saisonstartfahrt am nächsten Wochenende.

Ach so, also 25 Minuten Vorbereitung zum fahren geht ja gar nicht. Hannes und ich möchten dem ein Ende machen und laden schon einmal für den 1. Januar 2015  um 08:30 zur Katerausfahrt ein. Bei der Ausfahrt dürfen nur Bibshorts and Sandalen und keine anderen Kleidungsstücke getragen werden. Frauen ist es erlaubt zusätzlich eine Pelzstola ersatzweise eine Federboa zu tragen.

[Danke für die Fotos]

Strecke auf Strava

 

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Saisonabschlußdunkelbeleuchtungstestfahrt.

Letzte Woche hatten Hannes und ich ein Vorderrad mit Nabendynamo für ihn gebastelt. Heute wurde es im Dunkeln getestet.

Eigentlich hatte ich das Versprechen auf einen Test schon lange vergessen und verdrängt bei dem Sauwetter draußen. Ich saß lethargisch in der Bude rum und dachte darüber nach, was ich heute alles auf keinen Fall tun sollte. Ein Sonntag, der ein Samstag war. Dann rief Hannes an und rief mich aus meinem Koma. Innerhalb einer halben Stunden zog ich mich um, machte das Panasonic fertig und kurz nach Sechs stand ich bei ihm vor der Haustür. An meinem Panasonic wird für das Licht durch eine Kombination von einem Shutter Precision SV8 Nabendynamo und einer AXA Luxx 70 Plus Steady Lampe gesorgt. Hannes an den gleichen Nabendynamo in der Kombination mit der AXA Luxx 70 Steady Auto Lampe. Es würde also spannend werden, wer von uns den helleren Lichtkegel besitzt. Ich wollte daher pfuschen und meine B&M Akku Lampe Ixon IQ Speed zusäzlich montieren, stellte aber dann fest, dass der Akku noch im Keller lag.

Wie jeder weiß, sind die meisten Busch und Müller Produkte sehr gut und schneiden bei Tests sehr weit vorne ab. Es wäre aber auch schön, wenn man die Namen dieser Produkte irgendwie aussprechen und behalten könnte. Checkt man z.B. bei Bike24 nach Busch und Müller Lampen, bekommt man 139 (!)= verschiedene Produkte angeboten (wenn das hier in drei Tagen gelesen wird vermutlich schon wieder zehn mehr). Was bitte ist denn der Unterschied zwischen:

Busch + Müller Lumotec IQ2 Eyc N Plus LED Frontleuchte 160RNDI

und

Busch + Müller Lumotec IQ2 Eyc T Senso LED Frontleuchte 160RTSNDI ?

Genau, zwei Buchstaben (TS), die sich ganz am Ende des Namens in einer Abkürzung verstecken. Die Recherche, welche Lampe auf einen passt ist damit wahnsinnig aufwändig – das kommt davon, wenn man keine vernünftige Marketing Abteilung hat und die Produkte nach den Entwicklungsprojektnamen benennt, die Ingenieure Ihnen gegeben haben. Produktnamen wie WLAN Passwörter.

Warum heißen die Lampen nicht Dura Ace, Ultegra, 105 …..? Oder umgekehrt, wenn Busch und Müller Schaltungen herstellen würde, dann hieß ein 10-fach Zahnkranz bei denen vermutlich:

Busch + Müller Schalttec IQ Evo Hyper Plus 11121315171921232528 RNDITSHK2L Senso

Nicht zuletzt aus diesem Grunde habe ich dann irgendwann aufgegeben und mir eine AXA Lampe gekauft.

Trotz Busch und Müller fuhren Hannes und ich dann irgwndwann los. Da uns unsere Frauen für bescheuert erklärt hatten bei dem Wetter und im Dunkeln zu fahren, wollten wir es kurz und wenig knackig halten. Also rauf auf den Deich. Heute war Randgruppenkohlfahrtstag. Zuerst begegneten wir kurz hinter dem Lehster Deich einer Gruppe ausländischer Kohkfahrer, dann anschliessend auf der Rückfahrt einer reinen Frauenkohlfahrt. Als wir von hinten auf gleicher Höhe sie zurollten riefen sie: „Auto, Auto“ was uns mächtig stolz auf unsere Beleuchtung machte. Vermutlich hatte da aber auch der Alkohol seine Hand im Spiel.

Ruckzuck waren wir am Ende des Deichs und machten ein paar schicke Photos von uns.

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Hannes Sohn suchte derzeit verzweifelt zuhause nach seinem Leibchen für das Fußballspiel morgen.

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Hannes Rad mit schicker Campagnolo G3 (vorne) und G2(hinten) Reflektorenspeichung.

 

Auf der Ritterhuder Brücke gelang mir noch ein unglaubliches Kunstphoto. Meine Kunstlehrer und -lehrerinnen, Frau Hesse (abgedreht, hysterisch), Herr L’Hoest (oft betrunken), und Herr Würfel (landete in der Psychiatrie) wären stolz auf mich gewesen.

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Der Kuß des Mondes (Fluxus Version)

 

Und dann ging es zurück über die noch dunklere, andere Wümme Seite. Recht langsam, so dass wir uns gut unterhalten konnten. Aber einmal hatten wir doch richtig Angst, als wir von einem Motorrädchen der „Vespa Hass Gruppe Vahr Süd“ überholt wurden. Sonst alles friedlich (bis auf einen Hund der auf uns losging) und wir beneideten die Menschen, die in der Schleuse und anderen Gaststätten in der Wärme sassen und Bier tranken. Um eine möglichst gute Sicht auf die Strasse zu haben, fuhren wir nebeneinander, Hannes leuchtete den Nahbereich aus und ich in die Ferne. Das was ausreichend.

Deshalb möchte ich auch zum Fazit des Lampenvergleichstest kommen:

Die AXA Luxx 70 Plus Steady Lampe kostet 64€. Ich habe sie gekauft.

Die AXA Luxx 70 Steady Auto Lampe kostet 40€. Hannes hat sie sich gekauft.

Beide sind exakt gleich hell. Es gibt da absolut null Unterschied, es sei denn, ich fahre langsamer als 6 km/hr, dann gibt es bei meiner Lampe eine Nahfeldausleuchtung. Mit anderen Worten, wenn ich das Rad schiebe, dann ist meine Lampe besser.

Fazit: Hannes ist schlauer als ich.

Zu meiner Rettung möchte ich aber noch erwähnen, dass meine Lampe zusätzlich über einen USB Anschluß verfügt, den ich noch nie benutzt habe. Hannes Lampe hat keinen USB Anschlu, aber Hannes hat einen Garmin der so etwas brauchen könnte.

Fazit: Theoretisch bin ich schlauer.

Schöne und schön kalte 40 km heute, Danke an Hannes.

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Ach so und mit dieser Tour dann in diesem Jahr (wobei das Jahr am 24.12.2013 mit der Festive 500 begann:

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Hermann.

Unterwegs auf Dienstreise habe ich gerne ein Rad dabei. Meistens ist es sinnlos.

Ich möchte nicht darüber nachdenken, wie viele Räder ich bereits durch Bahnhöfe, Flughäfen und zum Autoverleih geschleppt habe. Manchmal bin ich gar nicht gefahren, einige Male nur als Alibi. Auch heute war die Strecke eher kurz (35 km) aber es hat sich trotzdem gelohnt. Dabei hätte die Polizei das fast auch noch verhindert.

Bremen an einem Donnerstag im Herbst um kurz vor sieben morgens. Es ist kalt und ich fahre auf dem Canyon nur mit Rücklicht zum Parkplatz des Car-Sharings auf der Emmastraße. Dabei merke ich nicht, dass auf dem letzten Stück ein Polizeiwagen hinter mir her fährt. Und vermutlich errege ich einen Veracht, als ich dann unvermittelt auf einen dunklen Parkplatz fahre. Ich steige ab und fummele an der Transponderstation herum, der Polizeiwagen steht auf der Straße und zwei Polizisten schauen mich aus dem warmen Inneren an und sind unschlüssig ob es Sinn macht in die Kälte zu steigen. Ausschlaggebend sind dann bei mir wohl Anzug und Krawatte; so ein gut angezogener Mensch tut doch nichts böses – sie fahren weiter und ich nach Bielefeld.

Am Abend bin ich in Detmold. Ein schnuckeliges Städtchen mit einem Sehloß mitten in der Stadt, einem Wassergraben und Resten einer Stadtmauer und vielen Fachwerkshäuschen auf einer endlosen Fußgängerzone. In den Filmfestspielen läuft gerade Nick Caves: „1.000.000.000 days on earth“ (rechts) und „Hunger Games“ (links). Es ist alles recht hübsch und ich residiere im Detmolder Hof, der ewigen Konkurrenz zum Lippischen Hof am Platze. Es ist übrigens keine gute Idee mit dem Auto nach Detmold zu kommen – die Parkplatzgeschichten wären noch einen weiteren Beitrag wert. Ein gutes Abendessen mit netten Leuten. Eine Flasche spanischer Rotwein., man kommt ins reden.

Ich erzähle, dass meine Familie ursprünglich aus Detmold kommt. Meine Großväter väterlicherseits sind hier in der Nähe aufgewachsen, bis meine Großeltern dann vor dem Krieg nach Mönchengladbach kamen. Viel weiß ich nicht und ich war in meinem Leben noch nie in Detmold. Es  gibt eine bekannte Familiengeschichte, dass der Vater meiner Großmutter ein Sägewerk und einen Wald auf dem Königshügel in Heiligenkirchen besaß und dass er versprach, er würde diesen Wald der Fürstin von Lippe-Detmold schenken, wenn Sie einmal mit ihm tanzen würde. Die Fürstin, pragmatischer als mein Urgr0ßvater, soll dies dann auch getan haben, wodurch der Wald an die Krone von Lippe-Detmold fiel. Einer der beiden Gesprächspartner wohnt heute auf dem Königshügel.

Am nächsten Morgen komme ich kaum früh aus dem Bett, aber irgendwann klappt es dann doch. Ich baue das Canyon zusammen und mache mich auf den Weg aus der Stadt. In der Neustadt komme ich an der Musikhochschule vorbei und frage mich, wie viele Japanerinnen da wohl studieren. Kein Japaner kommt nach Deutschland um Ingenieur oder Zahnarzt zu werden, aber Musik …. da zieht es einen dann vielleicht auch nach Detmold. Raus aus der Stadt biege ich links ab nach Hiddesen. Die ersten Hügel kommen und ich bin noch nicht einmal richtig warm. Noch einmal links abgebogen geht es hoch zum Hermannsdenkmal, da sind endlich mal wieder 200 Höhenmeter an einem Stück. Ich habe die ganze Strasse für mich und als ich oben bin auch das ganze Denkmal. Das ist anstrengend und ich bin viel zu warm angezogen aber es macht auch wieder Spaß in den Hügel zu sein. Vor dem Denkmal gibt es eine Freitreppe.

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’schuldigung Hermann.

 

Der Bruder meines Großvaters hieß auch Hermann, genauso wie sein Vater. Ein alter Familienwitz besagt, dass er den Hermann auf dem Denkmal fragte: „Hermann, was hast Du an deinen Füßen“. Und Hermann antwortetet „nichts“. Ich weiß, dass ist nicht besonders lustig, aber der Versuch das heute zum ersten Mal meiner japanischen Frau zu erklären war es schon. Diese Art von Humor wird ihr auf Weg verschlossen bleiben und es ist fraglich, ob sie dadurch etwas wesentliches in ihrem Leben verpasst hat.

Die Belohnung für das Klettern folgt auf dem Fuße. eine wunderschöne, leicht kurvige Straße führt mich schön schnell nach Heiligenkirchen.

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Ich klettere wieder mal einen Berg hoch, dieses mal den Königshügel. Hier stehen ein paar nette Paläste. Hätten meine Ahnen den nicht quasi verschenkt, sondern ordentlich zu Geld gemacht, dann könnte ich heute als Privatier in Detmold leben und hätte eine ganze Garage voll Räder. Hm, wenn ich so darüber nachdenke, dann habe ich die ja eh schon.

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Heiligenkirchen, vom Königshügel aus gesehen

 

Es bleibt gerade noch Zeit für einen Ausflug zu den Extersteinen. Da wollte ich schon immer mal hin, seitdem ich vor ein paar Jahren ein Foto davon gesehen hatte. Ich bin nicht enttäuscht, die Dinger sehen einfach großartig aus.

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Interessanterweise gibt es über die Steine keine Beziehungen oder Witzchen zu meiner Familie. Es bleibt kau noch Zeit und so mache ich mich auf den Rückweg nach Detmold. Dusche, Hemd und Krawatte an und ein neuer Arbeitstag kann beginnen. Ich fühle mich frisch und ausgeruht und viel besser, als es nach eienr Flasche Rotwein hätte sein dürfen. Aber der Start, der war hart.

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Regen. Regen. Regen. Regt auf.

OK, man muss nun akzeptieren, dass der Herbst da ist.

Das ist einerseits gut, denn es ist beruhigend, dass die Jahreszeiten ihren normalen Gang gehen und der Klimawandel noch nicht vollkommen ist. Das ist andererseits schlecht, denn es macht nicht wirklich Spaß durch den Regen zu fahren, auch wenn man es als Trainingsfahrt für noch schlechtere Zeiten (Winter in Bremen) einstuft und es als Testfahrt für das Panasonic Rad mit SChutzblechen durchgehen lässt.

Am Samstag war es noch trocken. Ich wachte auf und hatte Kopfschmerzen, als wenn ich die halbe Nacht mit einspeichen verbracht hätte. De facto hatte ich das auch, und zwar bei Hannes, wo wir zusammen ein neues Nabendynamo Vorderrad für seinen Renner bastelten. Hannes hatte eine Flache Rotein „Ventoux“ dafür bereitsgestellt und mir ist bis heute nicht ganz klar ob die Schwierigkeiten, die wir beim zentrieren erfuhren auf den Rotwein zurückzuführen sind, oder die Tatsache, dass wir sehr, sehr lange durchgehalten haben.

Am Freitag war ich zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder auf dem Fixie unterwegs. Ich hatte vergessen wie viel Spaß das machen kann. Aber am Samstag wollte ich Strecke machen und so stieg ich doch wieder auf das Canyon und fuhr raus Richtung Nordosten. Zum ersten Mal fuhr ich de Jan-Reinders Radweg durch Lilienthal auf seiner ganzen Länge; viele hatten mir davon abgeraten, aber es war wieder einmal etwas neues und nicht so gefährlich, wie es weiß gemacht wurde. Ich kam kurz vor Worpshausen auf die Landstraße und fuhr über eine dicke Wurzel. Dachte ich. Könnte aber auch sein, dass ich über mein Brillenetui gefahren bin, dass bei der nächsten Pause nicht mehr auffindbar war. Ärgerlich, und es wurde schon fast dunkel.

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Der Verlust einer Brille auf einer Radtour am Nachmittag im Herbst hat zwei Konsequenzen: Erstens, kann man nun mit der getönten Radbrille nach Hause fahren, also es wird im Herbst ja nicht nur früher dunkel, sondern mit einer Sonnenbrille auch sehr schnell zappenduster. Zweitens muss man sich eine neue besorgen und bis dahin mit einer der bescheuerten Brillen seiner Jugend herumrennen.

All dies war mir aber noch nicht bewusst, als ich nach Worpswede reinfuhr. Ich machte extra einen Anlauf den KOM von Timeworp zu knacken, fing total schnell an den Sandberg hochzufahren und stellte fest, dass der Gegenwind ganz schön heftig war, ich der Mitte sackte ich zusammen wie ein Luftballon mit einem ganz kleinen Loch. Ich fuhr weiter Richtung Grasberg, bog ab nach Schlußdorf  und fuhr ein paar neue Strassen. Da ich nicht glauben konnte, dass eine von denen eine Sackgasse war, musste ich etwa 2 km über einen Grasbewachsenen Feldweg fahren; ich war mir nicht sicher ob dass die neuen Zonda Laufräder von Muckel mit Mavic Reifen aushalten würden, aber sie taten es. Dann war ich wieder auf der Landstrasse nach Tarnstedt.

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Mit Zonda Laufrädern, hinten G3, vorne G4 Einspeichung – die allerschönste Zonda Variation

 

Der Wind kam jetzt recht heftig von vorne und ich kroch Richtung Transtedt, dann weiter Richtung Wilstedt und von dort aus Richtung Quelkhorn. Der Wind kam auf diesem Stück immer von seitlich links und würde mich dann von  Quelkhorn nach Fischerhude und von dort aus nach Hause blasen – schöne Aussichten.

Also zog ich das Tempo deutlich an und fuhr über 40 Sachen im Durchschnitt nach Fischerhude rein – ein Stück Kuchen hatte ich mir nun verdient. Mittlerweile wurde es richtig dunkel. Also Nacht war es noch nicht, aber da wurde mir erst klar, als ich die Sonnenbrille absetzte.

Dann noch einmal richtig Tempo von Fischerhude nach Borgfeld. Das war ein wenig riskant, denn ich sah absolut wenig. Zu allem Unglück war auch noch der Akku des Frontscheinwerfers ziemlich leer, so dass ich mich nur noch schemenhaft an die Ereignisse erinnern kann. Insgesamt eine schöne, anstrengende Strecke für den Samstag.

Strecke

Am Sonntag fuhr ich deutlich füher los, denn es sollte regnen un ich wollte schauen, ob ich mein Brillenetui nicht doch irgendwo am Wegesrand finden könnte. Also exakt die gleiche Strecke raus bin nach Worspwede. Kein Erfolg. OK, dann als Bestrafung weiter durch Worpswede Richtung Ritterhude. In der Zwischenzeit hatte es auch richtig angefangen zu schütten, eigentlich schon seit Worpshausen. Aber die Kleidung hielt dicht und so auch die Schuhe erst mal.

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Wasser quasi überall

 

Das Panasonic fährt sich wie ein Panzer. Es ist unheimlich anstrengend es zu beschleunigen, aber wenn es erst einmal rollt, dann rollt es einfach.

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Nach ca. 37 km war ich am Ende der Wümme an der Ritterhuderlandstrasse angekommen. Bis dahin waren auch meine Füße trocken, während die Handschuhe sich anfühlten wie Sponge Bob. Die letzten Kilometer an der Wümme entlang nach Hause waren dann echt mies. Die Schuhe liefen voll mit Wasser  und alles treten war wie ein laufen durch ein Moor. Der Bäcker an der HH Meier Allee war über mein kommen nicht sehr erfreut, denn ich verbreitete eine Spur der Nässe in seinem Laden bei dem Versuch Kuchen zu kaufen.

Es muss also noch ein wenig optimiert werden. Der Spritzschutz muss vorne unbedingt wieder an das Schutzblech, denn es wird immer noch viel zu viel Wasser nach hinten gegen Schuhe und Kurbel getragen. Für die Schuhe brauche ich Überschuhe oder ähnliches. Die Schuhe selber sind einigermaßen dicht, auch weil es keine Befestigung für cleats gibt, aber das Wasser läuft von oben rein.

Die beiden Stücke Kuchen hatte ich mir am Ende wirklich verdient. Das mache ich noch mal.

 

 

 

 

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One Bridge too far

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Oft sieht man Lebensweisheiten im Intenet wie „Lebe jeden Tag als wenn es Dein letzer wäre.“ Im Oktober in Bremen gilt: „Fahre jeden Tag als wäre es der letzte Sommertag des Jahres.

Eigentlich wollten Hannes und ich zu zwei ein paar gemütliche Kilometer nach Schloss Etelsen fahren, um meinen eklatanten Mängeln an Schloßbesuchen in Norddeutschland etwas auszugleichen. Obwohl ich unsere Pläne bei der fb Gruppe gepostet hatte, war ich dann doch überrascht am Kiosk zur gelben Gefahr eine größere Gruppe von freiwilligen, Anfängern, Frauen, Rheinländern und Ergotherapeuten zu sehen – so eine große Gruppe gab es dort nicht mehr seit dem Sechstagerennen 1936. Schön zu sehen, dass es mit dem Kiosk zur gelben Gefahr wieder aufwärts geht. Und Danke an Caroline, Gianna, Tetsuro, Benjamin und Freundin für’s kommen.

Startet man eine Tour am Kiosk zur gelben Gefahr, so liegt die Gefahr insbesondere darin begründet die Tour auch am Kiosk zu beenden: und zwar sofort, und am besten mit einer Flasche Bier in der Hand. Da Graf und Gräfin Olaf von Sonnenblumenfeen, sowie Philipp, der mehr oder minder aus Berlin vom Zeitfahren zurückkam, jedoch in Borgfeld zu uns stießen machten wir uns auf den Weg. Wir waren, wie Gerhard Polt dies einmal sagte, „ein Haufen PS“.

Am Wald lang nach und durch Fischerhude, von dort aus weiter nach Ottersberg (seit dieser Woche weiß ich überhaupt, dass Ottersberg und Otterstedt zwei verschiedene Orte sind) und Bassen (nicht zu verwechseln mit Bassum, dass ist und bedeutet etwas völlig anderes) ging es durch Bortel nach Achim und in Richtung der Uesener Brücke. Dieses Stück war nicht so schön, Philipp weiß aber ein besseres und das wird dann das nächste Mal gefahren. Mir war es vor allem wichtig überhaupt einmal neue Strassen zu fahren und nicht vor lauer kreativer Flaute wieder nach Wilstedt, an der Wümme entlang oder zur humorlosen Kirche zu radeln.

Wir fuhren an der Brücke runter zum Bootshaus und dann die Weser aufwärts entlang. dabei gab es ein kurzes Schotterstück und hier holte sich Caroline mal wieder einen Platten. Caroline hat NIE einen Platten wenn Sie mit mir alleine fährt (einmal) und fast immer wenn Sie mir mir in einer Gruppe fährt (zweimal von viermal). Kurz danach kamen wir dann zum schwersten Teil der ganzen Strecke: Dem Berg an der Hünenburg. Lieblich schlängelt sich der Radweg an der ebenso lieblichen Weser entlang bis es kurz vor einem zauberhaften Wäldchen nach links dreht, unterstützt durch eine brutale Steigung von 10%. Ha, denkt man, da sprinte ich jetzt drüber, nimmt gut Schwung und wenn auf der Fahrt durch die Kurve der Blick auf den weiteren Verlauf der Straße freigegeben ist, so ist dort keine Strasse mehr sondern nur noch eine gepflasterte Wand, die sich bis zum blauen Himmel zu ziehen scheint.

Diese Steigung ist noch brutaler als das hohe Zeh in Bremen-Nord und die Frage ist, wie man diese beiden Steigungen am besten in eine Tour verbinden könnte, um eine richtige Bergetappe rund um Bremen daraus zu basteln.

Wir sind aber alle hochgekommen und ließen uns nach vollbrachten Heldentaten oben ablichten. Man beachte das 23% Gefälle Schild.

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Mehrfach.

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Ja. Muss einfach sein.

Kurz danach kamen wir dann auch schon bei Schloss Etelsen an, wo sich die Gräfin von Sonnenblumenfeen daran erinnerte, dass Sie dort einen Teil Ihrer adeligen Jugend verbracht hatte, bevor Sie nach Bremen verheiratet wurde.

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Schloss Etelsen Kinderzimmer oben rechts.

Was nun – wir hatten Hunger. Durch den Schlossgarten und nicht unbemerkt über den Rasen fuhren wir zum Schloßcafe, dass zwar ein Velodrome hatte aber sonst nicht viel. Also weiter zum Eiscafe auf der Dorfstrasse.

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Das Eiscafe in Etelsen. Man beachte die elektronische Preisschildtafel oben rechts.

Früher, also als ich ein Teenager war bevor IHR Teenager wart, kostete eine Kugel Eis zehn Pfennig. OK, so lange ist das auch nicht her, als ich Teenager war hatten die Zehnpfennigstücke zumindest kein Bild mehr vom Führer auf der Rückseite. Und außerdem wurde der Preis dann auch recht schnell auf zwanzig Pfennig angehoben, und das blieb dann so den Rest meiner Jugend. Glaube ich. Als ich dann 2010 nach Jahren in Asien wieder nach Deutschland kam, war das alles viel teurer. Und überall anders. Ich denke, dass ist so wie bei Tankstellen, die Preise für den Sprit steigen so schnell, dass das mehr verdiente Geld hauptsächlich dafür draufgeht Schilder mit den neuen Preisen zu malen. Also führte man diese elektronischen Preistafeln ein, so dass man das mehr verdiente Geld auch behalten konnte.

Genauso scheint es jetzt auch mit Eisdielen zu sein, elektronische Preistafeln zeigen den aktuellen Tageskurs an, Angebot und Nachfrage regeln die Preisfindung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Menschen in der Schlange hinter mir mehr bezahlen mussten pro Kugel als wir.

Die Tour war bislang schön und schön gemütlich, so dass Hannes langsam Probleme mit dem rechtzeitigen Nachhausekommen bekam. Schließlich war er für die Familienproduktion der Pizza abends zuständig. Aber über eine Brücke mussten wir noch, und zwar die bei Daverden, und das war nun mal eine Brücke zu weit.

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Und schwupps waren wir auf der anderen Weserseite und da wir dann alle schnell nach Hause wollten und guten Wind hatten nahm da Tempo auch scharf zu. Über Theddinghaus, Riede, Drehye und den Werdersee waren wir dann auch flott wieder am Weserwehr und dann wurde es in der Auflösung etwas chaotisch – ich hoffe alle haben den Weg nach Hause gut gefunden.

Danke an alle für diese schöne Tour die natürlich die letzte diesen Sommers war.

 

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