Archiv der Kategorie: Touren

Alle Touren an denen Freunde der Cyclitis teilnehmen.

Zur humorlosen Kirche und währenddessen in Utsunomiya.

Heute, in diesem fiesen, naßkalten Wetter auf zur Humorlosen Kirche.

Nachdem ich gestern schon nicht in die Hufe kam und ich mich langsam immer schlapper und unlustiger fühlte, wollte ich es heute wissen. Ich schnappte mir mein Umberto Dei, das Rad der Wahl für den Herbst weil es 28er Reifen hat, nicht unbedingt geputzt werden will und einfach so viel anstrengender zu fahren ist als ein Rennrad und machte mich nachmittags auf den Weg. Es hatte gerade aufgehört zu regnen, aber mir war sowieso alles egal. Das war eine Tour zum hart werden, zum Gewöhnen an die kalte Jahreszeit zum testen meiner unterentwickelten Semicrossfähigkeiten.

Schon am Haus am Walde und Unisee war nichts los, bis auf einen MTB Fahrer,der von links aus dem Bürgerpark geschossen kam und in den ich beinahe reingefahren wäre. Der Weg an der kleinen Wümme war ebenfalls total verlassen, genauso wie die Straße an der Lessum an das Sperrwerk. Mir war inzwischen warm geworden, und so machte ich ich daran die Lessum Rindo einmal hoch zu fahren. Das Umberto Dei hat nicht gerade eine Bergübersetzung – eine alte Campagnolo Gran Sport lässt da nicht allzu viel zu, aber es reichte immerhin, um mit Schwung nach oben zu kommen auf dem glitschigen Pave. Runter dann auf der Aalschleife, das erforderte wieder einiges Geschick, denn die Ziegelsteine, mit denen der Weg gepflastert ist sind glitschig und das nasse Laub tut sein übriges.

Entlang der Lessum auf dem letzten Stück zur humorlosen Kirche wird der Deich höher gebaut. Auf dem letzten Stück, an der Weser gibt es dann eine hohe Betonmauer, die aber einen verschliessbaren Durchgang zum Biergarten der humorlosen Kirche hat. Hier sind Bremer übrigens total humorlos, egal bei welchem Wetter, da wird noch draußen gesessen, so lange die Bedienung kommt und einem ein Haake Bier auf den Tisch stellt.

Hinter der humorlosen Kirche ist das noch viel humorlosere Stahlwerk von Arcelor Mittal und an seinem Zaun führt ein Weg nach Gramke. Mit dem Umberto Dei macht es da sehr viel Spaß durch den Matsch zu fahren und am Ende kommt man wieder in Burg aus. Das Gefühl dort zu fahren ist etwa so wie auf dem Foto, irgendwie fühle ich mich da immer ein wenig bedroht.

Tours - France - wielrennen - cycling - radsport - cyclisme - Illustration picture of the peloton Landscape Bunch Postcard Post card Paysage Carte Postale landschap briefkaart hunters jagers pictured during the 109th Paris - Tours UCI Europa Tour cycling race with start in Chartres and finish in Tours, France - photo VK/PN/Cor Vos © 2015

TdF 2015 bei Tours

Dann wieder zurück an der Wümme, vorbei am Dammsiel und bis zum Kuhsiel. Es fing wieder an zu nieseln, so dass ich unwillkürlich etwas schneller fuhr, um dem Regen zu entkommen. Der Deich war total leer, auf der ganzen Strecke habe ich nicht einen einzigen Rennradfahrer gesichtet. Wo sind die ganzen harten Jungs und Mädels?

So blieb es auch auf dem Rückweg. Hinter der Uni, da wo Hannes und ich einmal planten auf relatv unbenutzten Strassen ein Kriteriumrennen zu fahren, ist jetzt auf dem Feld in der Mitte eine Zeltstadt für Flüchtlinge aufgebaut worden. Im Sommer war ich mal dort, da war Leben auf den Straßen, aber jetzt ist alles ruhig. Bei der Kälte muss das Leben dort in den Zelten erst einmal eingefroren sein. Bremen hat letztens ein Gesetz verabschiedet (nach Hamburg), dass die Beschlagnahme von gewerblichen Immobilien mit einer Fläche von größer als 300 m2 durch die Stadt erlaubt, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Ich denke, da wird vor allem an die beiden leerstehenden Baumärkte von Max Bahr gedacht, die seit der Insolvenz im Juli 2013 leer stehen. Mal sehen wie lange das dauert, bis die Zelte abgebaut und die Baumärkte bewohnt werden.

Und während wir uns hier auf den Rädern und in den Zelten abfrieren, finden in Japan noch agnz normal Radrennen statt, heute das Japan Cup Kriterium in Utsunomiya mit starker europäischer Beteiligung.

Bauke Mollema gewann vor Diego Ulissi und Yukiya Arashiro, einem der beiden jap. Tour de France Teilnehmer diesen Jahrhunderts..Jede Menge DNFs , unter anderem Fabian Cancellara, Fumiyuki Beppu (der andere jap. TdF Fahrer) , Cunego, Eisel….

Mollema sits up and celebrates

Kurz-Kurz in Japan

The finish straight

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Summer’s almost gone

Am Wochenende dann die wirklich letzte Ausfahrt in den Süden, allerdings schon in lang-lang. 

Über die Tage sah ich mir die Doors Dokumentation „When you’re strange“ an, stellte für mich fest, dass ich Jim Morrisson im wesentlichen unsympathisch finde, die Musik zu süß, aber doch klebrig genug, um viele Melodien im Kopf bleiben zu lassen. Und so sang ich auf dem Weg zur Arbeit seit langer Zeit wieder „The crystal ship“, „Break on through to the other side“ und „Summer’s almost gone“. Das allgemeine Gefühl von Nostalgie, dass die herbstliche Stimmung vor der Tür so trefflich verstärkt, verführte mich dann dazu auf dem Rad in den Süden zu fahren und dabei meine neu erworbene Sonnenbrille zu tragen.

Ein schickes Teil, von dem er nur 87 Exemplare gibt, die von einem Radfreund in einem größeren Forum seit einigen Wochen verkauft wurden. Zuerst wollte ich nicht so richtig zuschnappen, aber nachdem die doch weggingen wie geschnitten Brot (oder Campa Delta Bremsen für €29,95 das Paar) und ich das Gefühl bekam, dass ich nie richtig dazu gehören würde, wenn ich mir jetzt nicht eine kaufen würde, schlug ich zu. Da die Brillen direkt aus Amerika kommen, wo sie in Zeiten des kalten Krieges in geheimen Labors des US amerikanischen Militärs entwickelt wurden, dauerte es auch nur fast einen Monat bis meine endlich auf dem Küchentisch zuhause lag. Da war der Sommer bereits zu Ende.

Das Wetter war gut, aber ich kam nicht so richtig auf Touren. Hatte ziemliche Zahnschmerzen die nicht weggingen und eigentlich ist aus der Saison sowieso die Luft raus: Es gibt keine großen Ziele, auf die noch hin trainiert werden müsste, der Giro Lombardia ist vorbei, Paris-Tours und Tour of Abu Dhabi kann sowieso nicht das letzte Rennen der Saison sein.

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Bei Eißel fuhr ich Richtung Deich und probierte die neue Brille auf Wegen ohne Verkehr aus, zu viel Risiko wollte ich einfach nicht eingehen. Schick sieht sie ja aus. Im Gegensatz zu mir.

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Ich fuhr also los, stellte aber schnell fest, dass diese Brille einen entscheidenden Nachteil hat, der Brillenträger wie mich empfindlich trifft: da ich meine Brille nicht darunter tragen konnte, sah ich nicht allzu viel und fuhr prompt gegen den nächsten Baum. Dabei ging die Brille leider kaputt. Zum Glück ist das alles kein Problem, denn zuhause füllte ich schnell die beigefügte Garantiekarte aus und schickte Brille und Karte zurück nach Kalifornien. In ein paar Wochen werde ich sie sicher wieder haben.

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Dann konnte ich zum Glück wieder meine Brille aufsetzen und mich über Achim, Sagehorn und den Hodenberger Deich wieder auf nach Hause machen. Immer noch mit Zahnschmerzen.

STRAVA

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I don’t want to go to … Wilstedt

Heute unterwegs mit Jörg, den ich bis dato noch nicht richtig kannte.

Aber er mich, denn erinnerte sich gleich an die verflixte Bühlstedt Runde, als wir uns total verfuhren und wieder einmal in Wilstedt landeten. Wilstedt ist wie Franz Kafka’s „Das Schloß“, nur umgekehrt; egal wohin man fährt, man landet immer in diesem Kaff mit China Restaurant. Ganz am Anfang war das noch reizvoll, schöne Birkenalleen, Windmühlen linkerhand der Strasse, eine Tankstelle, an der Remiszensen des Vietnamkrieges nachgestellt wurden. Beim ersten Mal schwor Harald Lu noch Stock und Stein, dass nur EINE Straße nach Wilstedt führt und dass wir diese auch wieder zurückfahren müssten. Heute weiß ich, dass JEDE Strasse nach Wilstedt führt.

Eine „Wilstedt Runde“ ist der kleinste gemeinsame Nenner mit dem man Mitradler zu einer Tour nach der Arbeit motivieren, aber nicht begeistern kann. „Komm, lass uns auf dem Deich fahren“ ist einfach uncool und provoziert Reaktionen wie „da war ich schon tausend Mal“ und „Bin ich Anfänger?“. „Lass uns mal auf der anderen Seite des Deiches fahren“ produziert eigentlich nur Unglauben, obwohl die Strecke rechts der Wümme die deutlich schönere ist. Sie hat nur ein schlechtes Image, da 2 km Pflaster noch nicht vom Teer verschluckt wurden. Die meisten Menschen aber glauben, dass auf der anderen Seite des Deiches eben nur Wasser ist.

Eine Wilstedt Runden bedeutet 50 bis 60 km radeln, man hangelt sich von einem Punkt zum anderen, weiß wo man ballern kann und wo nicht und ist irgendwie bequem. Zu bequem. Es passiert nichts unerwartetes.

Deshalb gaben Jörg und ich uns auch heute größte Mühe nicht nach Wilstedt zu fahren.Wie man sehen kann, haben wir das auch erfolgreich geschafft.

wilstedt

Ja, In Tarnstedt haben wir uns mal verfahren und waren schon so gut wie auf der Straße nach Wilstedt. Und als wir von Bülstedt Richtung Vorwerk fuhren, wollte ich schon wieder zu früh links abbiegen – Richtung Wilstedt. Aber Jörg hielt mich zurück und so hatten wir eine wirklich schöne und schelle Runde. Danke dafür.

Zuhause angekommen lag mir Elvis Costello auf den Lippen.

Wilstedt ist das Schloß von Kafka. Wilstedt ist das Chelsea Bremens.

„Oh no, it does not move me
Even though I’ve seen the movie
I don’t want to check your pulse
I don’t want nobody else
I don’t want to go to Wilsedt.“

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Das letzte kurz-kurz.

Die Sonne schien, der Himmel war so herrlich blau und die Arbeit des Tages getan. Ich zog mich im Büro um, setzte mich auf das Rad und fuhr in Richtung Deich. In völliger Unterschätzung der klimatischen Möglichkeiten Norddeutschlands dachte ich, dass kurz-kurz, also eine kurze Hose und ein kurzes Trikot heute ausnahmsweise mal reichen solten. Schliesslich ist es ja noch September, also irgendwie Spätsommer.

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Die ersten Zeilen zu tippen hat jetzt eine Viertelstunde gedauert, da meine Hände noch ganz klamm sind. Am Ende, als es dämmrig wurde, lag die Temperatur bei so etwa 12 Grad – und das ist definitiv nicht kurz-kurz, sondern irgendwas zwischen kurz-lang und lang-lang.

Belohnt wurde ich zumindest durch leere Strassen, neue Wege und das Gefühl nicht mehr ganz so ausgelaugt zu sein.

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Das Leben bietet Kompensation.

Freitag Abend. Die Arbeitswoche ist zu Ende. Diese hatte es ganz besonders in sich und hier noch einmal ganz besonders der Dienstag. Schlechte Nachrichten kamen quasi stündlich rein und um 14 Uhr fragte ich mich, ob es nicht besser wäre sich einfach ins Bett zu legen, um morgen einen neuen, besseren Tag zu beginnen.

Und das Wetter war auch mies, an längere Radfahren war nicht zu denken. Bis heute. Ein gutes Mittel sich selbst wieder gegen den Frust aufzubauen ist auf eine längere Tour nach der Arbeit zu gehen. Nach meinen Erfahrungen ist es gut einen Teil davon schnell zu fahren: Der Körper strengt sich an und schreit „Shut up brain!“ bis die schlechten Gedanken einfach weg sind. Es ist ein so einfaches Rezept, aber so schwierig in die Tat umzusetzen. Nach der Arbeit könnte ich ja erst noch ein wenig an den Rädern basteln, die Teilesammlung im Keller aufräumen, schreiben….es gibt so viele Dinge die kurzfristig erst einmal mehr Spaß versprechen, während die ersten Bewegungen auf dem Rad eher schmerzhaft und frustrierend sind.

Zum Glück sagt einem die Erfahrung, dass Radfahren jetzt genau das richtige ist, so dass ich mich oft eben trotz allem dazu entschließe eine Runde zu drehen, Zuerst macht es dann gar keinen Spaß. Ich fahre echt angestrengt 100 Meter von zuhause los und schaue auf den Tacho: 26 km/h, es kam mir vor wie 30. Muss kaputt sein.Oder ich sollte mal den Radumfang genau einstellen. Auf dem Radweg zur Erdbeerbrücke bleibe ich hinter einem e-bike. Die erdbeerbrücke geht es dann mal gerade mit 30 Sachen hoch, ist das wegen dem Gegenwind? So langsam wird es dann immer besser und ich weiß: Es war die richtige Entscheidung.

Heute Abend habe ich mich auf den Weg in den Westen gemacht, ein Gebiet dass ich bislang vernachlässigte, zu Unrecht aber. Kurz vor Groß-Mackenstedt treffe ich jemanden auf einem alten Olmo San Remo. Von da aus mache ich mich weiter auf nach Kirchseelte, Dünsen und Richtung Harpstedt,bevor ich dann wieder nach Syke abbiege, Es ist warm, ich bin aufgewärmt und der Herbst ist einfach schön. Norddeutschland zeigt sich von seiner typischen Seite.

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Mit dem Wind im Rücken wird es jetzt gut schnell und ich will auch schnell und angestrengt fahren. Ich mag diese Strecke, weil es immer wieder Wellen gibt die das Gefühl einer Andeutung von bergen vermitteln. Zum übersprinten sind sie zu kurz, aber richtig in den Klettermodus komme ich auch nicht.

In Syke nehme ich die abgesperrte Straße Richtung Okel, von da aus weiter nach Riede. Die Landstrasse geht es nun an der Weser lang Richtung Dreye. Gegen den Wind, aber ich bin jetzt so motiviert, dass ich immer noch deutlich über 30 km/hr fahre. Der Sonnenuntergang zwingt mich zu einer zweiten, kurzen Fotopause.

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Dann noch eine dritte, kurze Pause zum rauchen an einer Bank auf dem Weserdeich kurz vor Rammelland. Keine neuen Rekorde, aber eine gute Runde, die aus Erfahrung notwendig war. Kompensation für das Leben.

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Doors.

Heute Nachmittag auf Frühherbstrunde und neuen Straßen.

Eigentlich war der Plan morgen auf die RTF nach Lauenau zu fahren. Allerdings sieht das Wetter sehr bescheiden aus und meine beiden Mitfahrer haben keine richtige Lust … also setzte ich mich heute Nachmittag noch einmal auf das Rad und versuchte in etwa die Strecke nachzufahren, die Hannes, Kai Pi und ich am Mittwoch gefahren sind. Wir waren unterwegs Richtung Westen in einer Gegend, wo ich mich noch nicht gut auskenne: Heiligenrode, Groß-Mackenstedt, Kirchseelte, Nordwohlde …. es war gut mal wieder abseits von bekannten Straßen zu fahren, neues auszuprobieren und ohne Druck zu entdecken. Ab und zu kommt man an Punkte die man kennt, die Punkte verbinden sich zu Wissen und daraus entsteht Vertrauen und Möglichkeiten.

Zunächst kam ich am Denkmal der Bremer Sturmflut von 1962 vorbei. Von der Straße aus kann man das Denkmal erst gar nicht gut erkennen.

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Man muss schon genauer hinsehen.

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Heute war mal wieder ein ganz mieser Wind beim Rausfahren. Das gibt aber andererseits auch die Gewissheit, dass es beim nach Hause fahren wieder schneller wird.

Das Thema der heutige Fahrt war Türen, oder „Doors“.

“In the universe, there are things that are known, and things that are unknown, and in between, there are doors.”

William Blake.

Über William Blake bin ich 1990 in Japan gestolpert, als ich zu einer Ausstellung seiner Bilder eingeladen wurde.

Ich konnte damit herzlichst wenig anfangen. Lustigerweise war das nur einige Wochen, nachdem ich in einem unabhängigen Kino in Shibuya einen Film sah der „What’s up – connection“ hieß. Ein Film der heute so vergessen ist, dass nicht einmal Google ihn noch kennt. Während What’s up heute jeder kennt.

Was übrigens ganz erhebliche Konsequenzen für unsere Kommunikation hat, ist ja klar, aber auch für unser Entscheidungsverhalten. In einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht oder am Telefon kann man sich nicht drücken, bei Whatsapp oder fb schon. Die Frage gefällt nicht, oder ist gerade zu schwierig zu beantworten, da man etwas mehr darüber nachdenken müsste? Im Gespräch wartet der andere auf eine Antwort, bei Whatsapp antwortet man einfach nicht. Ich warte gerade seit Stunden auf eine Antwort ob ich morgen mit Freunden zusammen zum Abendessen rausgehe oder nicht. Da mein Vorschlag für die Uhrzeit unpassend war, gibt es jetzt erst einmal keine Antwort. Mich nervt das.

William Blake lebte übrigens einen Teil seines Lebens in Lambeth, London, ganz in der Nähe des Hauses in dem Juliane und David heute wohnen. Hinter ihrem Haus führt die Centaur Street unter der Eisenbahnlinie zu Waterloo Station durch und dort hängen Bilder (Mosaike) von ihm, unter anderem eben dieses.

Das Zitat oben wird wahlweise William Blake und Aldous Huxley zugerechnet, bei dem es dann im wesentlichen im Drogen geht (Meskalin – kennt man als Siebziger Hippie auch von Carlos Castaneda „Die Lehre des Don Juan“.) und die Türen irgendwo am Bewußtsein eingeangelt sind: „There are things known and there are things unknown, and in between are the doors of perception.“ Das wurde dann ein Buch, „Die Pforten der Wahrnehmung“, wobei man von ihm eher „Schöne, neue Welt (Brave New World – nie gelesen) und „Eyeless in Gaza“ kennt, die wiederum die Modern Talking des heulenden New Wave Synthie Pop der Achtziger waren – habe ich auch nie gemocht, diese kraftlose Bande. Im Gegensatz zu den Doors, die meiner Meinung nach auch noch heute eine Urgewalt ausstrahlen, und die sich eben nach diesem Zitat benannt haben sollen.

Warum nur so viele Türen diese Woche? Das fing schon vor ein paar Tagen an, als ich entdeckte, dass im Radverschlag an der Hochschule seit neuestem eine Tür geparkt steht.

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Ich musste sofort an die „Dokodemo“ Tür aus dem Anime Doraemon denken, eine andere Art der Fortbewegung. „Dokodemo“, etwa „überall“, die Tür die überall hinführt, wie man gut in diesem Doraemon/Toyota Commercial mit Jean Reno sehen kann.

Viel praktischer als ein Rad, aber auch eben weniger Spaß? All das ging mir so durch den Kopf, als ich nach Syke rein kam und den Weg über Okel in Richtung Riede nahm. Es sollte aber noch nicht zu Ende sein mit den Türen, bzw. Toren, denn an einer Wiese hinter Ahausen entdeckte ich das Tor (鳥居; Torii) zu einem japanischen Schrein, im Yasukuni Stil. Ein klarer Fall von billiger Produktfälschung.

Hier das Original in Tokyo …..

und hier die Fälschung aus Ahausen:

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Zum Glück war da der Wind bereits im Rücken und es ging schwupps nach Hause. Tür zu. This is the end.

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BOC Frauen und Anfänger Sonntagsrunde

Um 6:00 Uhr aufstehen und 300 km durch die Gegend fahren mit den Kerlen? Alleine gegen den Wind Richtung Süden? Oder mit dem BOC um 15:00 Uhr gemütlich in der Gruppe fahren. Na, da fällt die Entscheidung ja nicht schwer.

Allerdings machte ich mir Sorgen, dass es bei einem angekündigten 27er Schnitt etwas zu einfach werden könnte. Was tun? Erstens, mit dem Klapprad fahren, denn das ist nicht ganz so schnell wie das Canyon, das schnellste Pferd im Stall. Zweitens, die Bremsklötze hinten so nah an die Felge drehen, dass Sie etwas schleifen. Und siehe da, schon bekommt die Sache die richtige Intensität. Natürlich hätte ich auch mit dem Fat Bike fahren können.

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oder ein paar alte Reifen hinter mir herschleifen, wie das in Japan im Keirin Training üblich ist.

Aber ich denke, das wäre auch grob unhöflich irgendwie.

Als ich am Haus Am Walde ankam wartete bereits eine erhebliche Anzahl von Radlern -insgesamt sollten wir 26 werden. Enno hatte ich seit langer Zeit nicht gesehen, super. Andreas OHZ war da, Didi natürlich und der eine oder andre von den Freitags BOC Runden. Später kamen auch noch Olaf und Silke hinzu. Olaf hatte ich zu letzten Mal vor 2 Wochen gesehen, als er bewußtlos im Bremer Hafenbecken vor sich hin trieb.

Da die Runde als gemütlich gekennzeichnet war, sollten ja nur Frauen und Anfänger daran teilnehmen. Frauen erkennt man ja recht einfach.

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Frau (links) , erkennbar am Flachlenker.

Aber woran erkennt man einen Anfänger ?

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Oft sind es nur kleine Details, die Anfänger von Profis unterscheiden.

Der Plan war eigentlich über Fischerhude nach Achim zu fahren, aber irgendwie landeten wir mal wieder und wie immer am Ende in Wilstedt. Trotzdem war da gar nicht schlecht, denn ich bin bislang noch nie in Horstedt oder Nartum gewesen und es gab ein paar neue Straßen zu entdecken.

Impressionen:

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In Wilstedt blieben dann die nicht ganz so schnellen erst einmal stehen und aßen Eis, während sich die schnellere auf den Weg an den Windmühlen vorbei Richtung Heimat machten. Jetzt wurde endlich auch mal mehr geballert, was mit Rückenwind auch viel Spaß machte. Einen Radfahrer überholten wir und der schloss sich unserer Truppe an – und als er zu mir auffuhr, wer war es? Der Kaipi, den ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte! Wir haben uns dann gleich fü die nächste Woche zum gemeinsamen radeln verabredet.

Supertour, Danke an alle die dabei waren.

Strava

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Süden spontan

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Auf dem Weg zur Vilsa Fabrik.

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Die Vilsa Heide, das niedersächsische Gegenstück zum Aral-See.

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Neon Orange ist das neue Neon Grün.

Spontane Runde in den Süden.

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Abenddämmerung tief im Rammelland

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Bei Dipshorn Richtung Bremen

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Rammelland. Wo sich die Karnickel spätnachmittags die Löffel vom Gehirn poppen. Der Begriff „Rammelland“ geht übrigens auf Gräfin Jessica von Cosmic-Lubba (1783 – 1899) zurück, die dort Prince Harry traf.

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Giro Dolomiti – die achtbändige Ausgabe. Heute: Il viaggio

Erstaunlicherweise ist Bozen, und somit der italienische Teil der Alpen, relativ weit weg von Bremen.Laut Google Maps genau 1.023 km von meiner Haustür. Anders ausgedrückt: Ca. fünf Toilettenpause oder € 3,50 Umsatz von Sanifair.

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Die Limbo Übungsstation von Sanifair.

Eine sehr entspannte Art und Weise nach Bozen zu kommen mit einem Haufen Gepäck ist mit einem VW T5 Bus. Das Teil braucht erstaunlich wenig Sprit, fährt relativ schnell (auch wenn es sehr, sehr langsam beschleunigt) und bietet genug Platz für vier bis fünf Personen, deren Räder, Ersatzteile und Werkzeug sowie diversen Plastiktüten mit Energieriegeln, Wasserflaschen und auch Damenhandtaschen. Silke, Silvia und ich machten uns Freitags Morgens auf den Weg; David war zu der Zeit bereits auf seinem Flug von Tokyo über Quatar nach München wo wir ihn treffen wollten. Wir hatten ziemlich viel Glück mit ziemlich wenig Verkehr auf den Autobahn und kamen so gegen 17 Uhr in München an, wo David im Hotel bereits auf uns wartete. Einzig und allein die Fahrt nach München rein kostete sehr viel Zeit und Nerven, denn entweder waren wir genau in die Rushhour geraten, oder aber der Münchener Verkehr ist immer so dicht.

Ich hatte David lange nicht mehr gesehen, seit April letzten Jahres, aber in dem Moment wo wir unser Doppelzimmer bezogen war schnell wieder alles so wie immer. Wir sind so oft in Japan und anderswo (Sierra Nevada, Transalp 2011) unterwegs gewesen, dass wir extrem gut aufeinander eingespielt sind. Wir haben sogar das Turnhallen Camp auf der Transalp 2011 gemeinsam überlebt, ohne auch nur ein einziges Mal in Konflikt zu geraten. In diesem Punkt ist mein Verhältnis mit David so, wie ich mir meine Ehe wünschen würde. Kinder von ihm wollte ich trotzdem nicht.

In München gingen wir zunächst einmal essen, und zwar beim Griechen. Unser Plan war innerhalb der nächsten Tage eine kulinarische Tour de Force auf die Beine zu stellen nach dem Benetton Motto “ United colors of the world“. Also an jedem Tag wollten wir ein Abendessen aus einem anderen Land auf dem Tisch haben. Am ersten Tag demonstrierten wir unsere Solidarität mit dem griechischen Volk. Na ja, eigentlich war es so, dass wir alle sehr müde waren und das nächste gute Restaurant beim Hotel war eben ein griechisches. Das war eine großartige Gelegenheit sich zu beschnuppern und kennenzulernen.

Es war ein wenig wie bei Neruton [ねるとん紅鯨団]

Am nächsten Morgen ging es dann gemütlich durch Österreich und über den Brenner nach Italien. Endlich Berge! Rechts und links und vorne und hinten, vielleicht sogar ein paar zu viele und zu hoch, denn einige von denen sollten wir ja noch hochfahren müssen.Nach dem einchecken im Hotel machten wir uns auf den Weg zum Veranstalter, um uns anzumelden. Die machten ja auf ihrer Website einen Riesenheckmeck um die Tatsache, dass man eine Lizenz braucht, um am Giro teilnehmen zu dürfen und aus diesem Grunde bin ich noch extra in den RCB eingetreten. Auf genaueste und italienistische wurden unsere Lizenzen und Papiere geprüft und nach hochnotpeinlichen Verhören wurden wir endlich zugelassen, das ganze dauerte mindestens vier Minuten! David legte seine japanische Rennlizenz vor, die natürlich auf japanisch geschrieben war – allgemeines Schulterzucken und fertig. Thomas, der ganz ohne Lizenz zu uns gestossen war, musste sich dort eine sizilianische Rennlizenz für viel Geld kaufen. Zum Glück sahen viele von den anderen Teilnehmern auch genauso wie wir aus, mit anderen Worten, als hätten sie sich ebenso eine Lizenz erschwindelt. So sehr unterscheidet sich das Teilnehmerfeld also nicht, ht von einer Norddeutschen  RTF – jede Menge Hängebäuche, verdammt eng sitzende Jerseys und tolle Räder, die im krassen Gegensatz zu der potentiellen Leistungsfähigkeit ihrer Besitzer standen.

Dann gingen wir erst einmal shoppen, denn in der Halle gab es noch Jerseys und Bibshorts von den Veranstaltungen der letzten 38 Jahre zu kaufen.

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Shoppen. Die rosa Jerseys haben wir uns unter den Nagel gerissen.

Und dann machten wir uns daran Bozen zu entdecken. Bozen ist eigentlich nicht anders als Bremen. So gibt es zum Beispiel eine Statue der „Bozener Stadtmusikanten“ (gli Musicanti di Bolzano) mit typischen, einheimischen Tieren.

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Schamlos aus Bremen kopiert: Die Bozener Stadtmusikanten. Diese Statue ist wesentlich höher als die bremische, da es sich um ein Quintett handelt, im Gegensatz zum Bremer Quartett.

Es gibt jedoch auch einige Unterschiede zu Bremen. Am signifikantesten ist die Quantität von Bergen, die die Stadt umgeben. In Bremen gibt es ja nur einen Platz, an dem man das Gefühl hat in den Bergen zu sein, und das ist wenn man ganz dicht an der Müllverbrennungsanlage vorbeifährt und Richtung Norden schaut. 1508 Giro Dolomiti Day 0  34

Auch das Essen ist qualitativ besser als in Bremen, auch wenn es hier keine Rollos gibt. dafür aber Schlutzkrapfen. Viele Menschen sprechen hier italienisch, was meinem Großvater wohl nicht gefallen hätte. Überhaupt, man kommt sich vor wie in Italien, obwohl die Etsch an der Stadt vorbeifließt. Es gibt rote Vespas, Italiener und sehr leckeres Eis.

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Ja, die italienische Lebensart …. sie schwappte direkt auf uns über und ließ einige von uns sehr übermütig werden.

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Im Rausche Italiens

Gemäß unsere kulinarischen Plan „United Colors of the World“ gab es am Abend Piadina eine Spezialität aus der Emiglia Romana, auf die wir uns bereits Wochen vorher gefreut hatten. Das ganze im Hinterhof eines Kinos unter Weinreben, und Musik, also sozusagen „vino, donna, canzone“.

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Speziell aufgenommen für japanische Leser dieses Blogs

1508 Giro Dolomiti Day 0  03 Total müde, beschwipst und erschöpft kamen wir dann in unser Hotel zurück, öffneten die Fenster um frische Luft hereinzulassen, fielen in unsere Betten und schlossen die Augen. Nicht für lange, denn eine New Yorker Minute später (Definition: Eine New Yorker Minute ist die Zeit, die verstreicht zwischen einer Ampel in Manhattan die auf Grün springt und der Betätigung der Hupe des Autofahrers der an zweiter Stelle wartet.) rasten bereits die ersten LKWs die Spalte zwischen unseren Doppelbetten entlang. Und so ging das die ganze Nacht. Als wir also am nächsten Morgen aufwachten, hatten wir nicht unbedingt viel Schlaf mitbekommen, wussten aber ziemlich genau wie viele LKWs, PKWs und Motorräder in der Nacht von St. Jakob nach Leifers gefahren waren. Heute wollten wir zusammen mit Thomas die erste Etappe fahren und machten uns nach dem Frühstück mit dem Bus auf an den Kalterer See.

Es dauerte etwas, bis wir einen Parkplatz gefunden hatten und dann fahren wir am See entlang und später in Richtung Auer. Es war noch relativ flach hier und wenig anstregend. In Auer angekommen, konnten wir aber nicht herausfinden, wie die Etappe weitergehen würde und so fuhren wir wieder zurück in die Richtung aus der wir gekommen waren. Zum Glück. Denn der Anstieg zu den Schneiderwiesen, den wir so verpasst hatten, hatte es richtig in sich, wie wir dann einen Tag Später feststellen durften. So fuhren wir aber erst einmal wieder zurück nach Kaltern. Hier wurde es zumindest hügelig und durch die Hitze richtig anstrengend. Wie sollten wir das nur im Rennen überleben? Allein von dem Anstieg nach Kaltern waren wir so fertig, dass wir erst einmal Kaffee und Kuchen brauchten.1508 Giro Dolomiti Day 0  27

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Überall Weintrauben oder Äpfel

1508 Giro Dolomiti Day 0  201508 Giro Dolomiti Day 0  15 1508 Giro Dolomiti Day 0  21Endlich wieder Apfelstrudel,  echte, italienische „Heiße Liebe“ und rumhängen auf der Plaza. Großartig. Und damit war eigentlich der erste tag auch schon wieder gegessen. Wir machten am Abend noch Station beim Inder in Bozen und dann waren wir auch froh ins Bett zu kommen, denn am nächsten Morgen mussten wir um 6:09 hr aufstehen und uns fertig machen für den ersten Renntag.

Doch dazu später mehr.

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