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Gierige Räder, gierige Musik.

Basso

Ich muss schon sagen, dass Basso im derzeitigen Programm ein paar richtig gut aussehende Räder hat.

Ich finde allerdings das Basso Logo sehr bescheiden, Serif Schrifttypen eignen sich nicht gut für moderne Räder, das alte Logo war besser auf alten Rädern.

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BH Ultra Track Frame

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via Bike Technologie Australia

Intermezzo

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Ein Besuch in Düsseldorf bei Achtziger-Freunden löste diverse Erinnerungen aus, auch musikalischer Art. Und dann fielen wir plötzlich wieder die Golinski Brothers ein. Wer in den Achtziger Jahren in einem ganz bestimmten Zeitraum John Peel über BFBS gehört hat muss die kennen, genau wie „Cloud over Liverpool“ von den Teenage Filmstars oder so ziemlich jeden Song von The Fall.

 

Gary Numan, oder Tubeway Army waren mir sehr suspekt, vermutlich deswegen, weil sie Erfolg hatte. Und ich kaufte keine Platten/Singles/LPs im normalen Laden sondern nur im Rock On oder im Zensur und die mussten auf kleinen Labels sein. Heute, ohne diese Vorurteile klingt das Zeuch von damals doch ganz nett.

Weitere „Peel“ Songs:


REM hingegen, fand ich, obwohl erfolgreich, nicht schlecht, aber zu weinerlich. In kleinen Dosen durchaus genießbar.An diesem Lied gefällt mir insbesondere der sehr prägnante Bass.

Und zum Abschluss noch etwas halb-modernes und etwas ganz hippes.


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Herbstsale.

Bei Interesse bitte melden.

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Velotörn Bremen. Teil I: World of Fixedcraft.

Anstatt schon wieder ein recht normales Rennradrennen von 100km auf der sehr langweiligen Strecke in der Überssestadt in Bremen zu fahren, entschloss ich mich beim Velotörn am Fixie Rennen teilzunehmen. 30 Runden gegen den Wind, über Kopfsteinpflaster, haarscharf an Barrieren vorbei und das Ganze auf einem scheiß-unbequemen Rad.

Ich weiß auch nicht, warum ich mir das alles in meinem Alter noch antue. Ich könnte ja auch Samstags lange schlafen, ein Auto waschen und dabei Bundesliga im Radio hören, und dann im Garten grillen. Stattdessen mache ich mich am Samstag Morgen auf den Weg in die Überseestadt, um die Rennstrecke de Velotörns zu erkunden. Zum Glück zeigt sich Bremen an diesem Wochenende von seiner allerschönsten Seite.

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Bremen, wo die Weser wie ein richtiger Fluss aussieht (also fast so wie der Rhein)

Die Strecke führt auf der Konsul-M-Schmitt-Strasse die Weser runter, macht dann eine S-förmige Linkskurve über recht fieses Kopfsteinpflaster und läuft dann parallel über die Kaje am Hafenbecken in die entgegengesetzte Richtung. Es gibt dann wieder eine schnell durchfahrbare S-Kurve auf die Konsul-M-Schmitt-Strasse, dann ca.200 Meter Gerade zum sprinten, bevor es nach ca. 1,1 km wieder ins Ziel geht. Wäre dies eine Autorennstrecke, dann vielleicht Daytona im 18.Jahrhundert – wegen  dem Kopfsteinpflaster.

Ich habe Familie, einen Job und wenn ich mich mit dem Rad hinlege, dann dauert es eine Weile, bis wieder alles verheilt ist. Konsequenterweise hat mein Fixie Bremsen. Was aber bei diesem Rennen nicht erlaubt ist. Auch sind keine Kurbeln an nicht-Bahnrahmen mit einer Kurbelarmlänge von mehr als 165mm erlaubt. Überhaupt gibt es viele Regeln, was nicht dem kulturellen Anspruch des Rennens entspricht: „die jungen Wilden“; „Fixie-Subkultur“ etc. Es erinnert mich an eine Online-Anzeige von zwei sehr coolen Typen in Hamburg, die einen neuen Mitbewohner für ihre WG suchten. Zunächst einmal beschrieben sie sehr schön,wie locker und gechillt das Leben mit ihnen ist, um am Ende Interessenten zu bitten, Ihnen „ihr aktuelles Lieblingslied und ein polizeiliches Führungszeugnis“ zuzusenden.

Die richtige Antwort auf das Lieblingslied ist natürlich sehr simpel.

Jedenfalls hatte das zur Folge, dass ich mein japanisches Nagasawa Bahnrad reaktivieren musste, das nun seit 2 Jahren als Weihnachtsschmuckadapter an der Wohnzimmerwand verstaubt. Erst einmal andere Laufräder rein, damit wenigstens die teuren Mavic SSC überleben werden. Und dann kam ein anderer Lenker und Vorbau ran, denn dieser NJS Vorbau der an Keirin Bahnrädern quasi Standard ist bringt das Kinn knapp über die Höhe des Vorderrads. Ist man nicht rasiert, kann man nur noch maximal 20 mm Reifen montieren, sonst ist da einfach kein Platz mehr.

Wegen dem Kopfsteinpflaster hatte ich dann doch noch ein Lenkerband gewickelt, damit es ein wenig bequemer wird. Dafür opferte ich mein sehr schickes George Sorell Korkband, das ich 2011 zusammen mit David in Ravenna im Radladen Sambi gekauft hatte. So jetzt noch abnehmbare Bremsen dran, damit ich zum Rennen komme und los.

In der Überseestadt tummelte sich die Creme de la Creme des bremischen Radsportes. In  früheren Berichten habe ich immer jeden einzelnen mit Namen aufgeführt den ich kannte, heute ist das nicht mehr möglich (Sorry, Silke, Silvia, Caro, Linda, Jessica, Maren, Jörn, Andreas, Andi, Thomas, Jan, Philipp, Schnippo, Marc, Matthias, Christian, Benjamin, Tim, Harald, Didi…) Es ist ein sehr schönes Gefühl von vielen netten Menschen erkannt und gegrüßt zu werden und dazu zu gehören. Vor allem, nachdem ich vergleichsweise nach 12 Jahren Leben in Japan gerade einmal vier japanische Freunde hatte – die ich jeweils ein bis zweimal pro Jahr traf. Mit den Ausländern dort lief es wesentlich besser, das hatte nur den Nachteil, dass das japanische Haltbarkeitsdatum eines typischen Ausländers etwa drei Jahre ist – danach geht es wieder zurück in die Heimat oder in das nächste Land. Zum Gefühl der Zughörigkeit später mehr.

So standen wir also an der Rennstrecke und schauten uns das Rennen von Linda an.

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Die creme de la creme des bremischen Radsports

Linda war bei den Frauen zusammen mit den U17 Fahrern gestartet, insgesamt etwa 16 Fahrer. In den ersten Runden hielt sie sich gut im Hauptfeld, aber dann fuhren vorne 8 Fahrer das Feld zu Klump und büxten aus. Danach war sie ein wenig verloren und zu zweit oder zu dritt unterwegs und es wurde sehr anstrengend. Dementsprechend  schnell muss das Rennen gewesen sein, denn Linda ist wirklich nicht gerade langsam (das ist eine klassische Umschreibung von: „Linda ist deutlich schneller als ich.“ Von den acht blieben sieben vorne und gewannen nach 30 Runden das Rennen. Linda wurde Zweite bei den Frauen.

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Im übrigen konnte man hier wieder beobachten, dass bei großer Anstrengung nach dem Rennen die Birne rot anfängt zu glühen, und zwar nach der Formel: „Je jünger der Fahrer, desto roter die Birne.“ Ist mir bereits beim OBKM aufgefallen, wo der 70-jährige Zweite der Meisterschaft kalk-weiß war, geradezu Mumienhaft, während Linda (Kolibri) rot strahlte wie ein schmelzender Reaktorkern in Fukushima. Was aber immer noch nichts gegen Schnippo nach dem Rennen war, der rot strahlte wie ein tätowierter, russischer Mafia-Reaktor. Doch dazu später.

Darauf folgte das Derny Rennen. Ein paar Runden fährt der eine auf einem enthemmten e-Bike und der Andere hinterher, dann wurde gewechselt und es werden ein paar Runden umgekehrt gefahren. Am Start waren Schnippo und Philipp, sowie Marc und [vergessen].

Sportlich war das, na ja, aber sonst war es der Höhepunkt des Tages. Beim Wechsel mussten auch die Schuhe getauscht werden. Wir erwarteten am Streckenrand, irgendetwas in der Geschwindigkeit eines Triathlonwechsels. Stattdessen lief das ganze in erschreckender Zeitlupe ab. Schnippo und Philipp beim Wechsel zu beobachten war etwa so schnell und spannend wie die Ziehung der Lottozahlen im Fernsehn zu schauen. Und als dann  Schnippo auf dem e-Bike vor Philipp fuhr tat er das genau zwei Runden. Dann war es Philipp zu langweilig und er überholte Schnippo  auf der Zielgeraden. Denn das E-bike war nicht so richtig enthemmt – Philipp allerdings schon.

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Nachdem ich mich also gut amüsierte hatte war jetzt leider Schluss damit, denn nun musste ich auf die Strecke. Was ist bislang gesehen hatte, machte mir Angst. Da waren Fixiefahrer, die aussahen wie Simon Geschke und Frauen auf Fixies die….nun,  ebenfalls aussahen wie Simon Geschke. Andreas meinte treffend, dass das keine Radkuriere sind, sondern welche vom Radpaketdienst. Zack, vier Waschmaschinen unter den Arm und dann ab ausfahren zu den Kunden. Zum Glück gab es nur 19 davon. Und Philipp und Schnippo. Und mich. Alle fuhren auf Rahmen mit nach hinten offenen Ausfallenden; es gab viele Tätowierungen zu sehen, Piercings und Totenköpfe etc. auf den Jerseys. Da gehörte ich nun definitiv nicht rein. Erstens nicht von der Leistung, zweitens nicht vom Alter und dann auch wegen ein noch ein paar anderer offensichtlicher Mängel an Muskeln, Barthaar, Street Credibility und Geldknappheit. ich fühlte mich da sehr falsch. Wann hatte ich das letzte Mal dieses Gefühl? Vermutlich als ich 1990 versehentlich in einem heißen Quellenbad in Japan in die Damenumkleide ging, da dort keine Symbole, sondern chinesische Schriftzeichen an die Tür gemalt waren.

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Ich bin eben Rennradfahrer und fahre Radrennen. Bei so etwas habe ich keine Chance. Also nicht, dass ich sonst eine hätte. Meine Taktik war daher etwa wie die von Steven Bardbury  im Short Track bei den olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City: Hinten fahren und hoffen, das sich vorne alle auf die Fresse legen. Dann non-chalant vorbeiziehen. Nein -zu gemein, ich fuhr wieder mit meiner Standardtaktik: Versuche irgendwie zu überleben und nicht zu bescheuert auszusehen.

Aber da ich da schon einmal stand konnte ich ja ein paar Bilder machen und mitfahren.

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Und dann ging es auch schon los. Alle meine Sorgen waren umsonst, die erste Runde konnte ich echt gut mithalten! Leider stellte sich dann heraus, dass dies nur die neutralisierte Einführungsrunde war und wir am Start wieder stehen blieben. Trotzdem, eine gute Idee, um warm zu werden. Und zum Glück wurde das Rennen auch von 30 auf 20 Runden verkürzt.

Die zweite, also die nun eigentlich erste Runde, war schon deutlich schneller.  Am Anfang war es sehr nervös und ich machte mir da auch ein wenig Sorgen im Feld zu fahren, aber nach zwei Runden war ich da quasi draußen und in einer Dreiergruppe. Die Kurve mit Kopfsteinpflaster nahm irre viel Geschwindigkeit weg und es war extrem hart, dann wieder gegen den Wind zu beschleunigen. Nach 5 Runden hatte ich nur noch wenig Lust und überlegte aufzugeben. Das ist ja immer so, weil ich mich noch nicht warm gefahren habe und es dann am meisten weh tut -später wird es besser.

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Feuerwerk der Radkunst

Dann war ich mit einem der Mädels in dem Rennen zusammen. Ich wollte Sie animieren, dass wir auf die Gruppe der drei Männer vor uns auffahren. Sie sagte ja, ich machte Tempo, und als ich dann wechseln wollte blieb sie hinter mir. Für die nächsten drei Runden. Da ich alleine ohnehin nicht aufholen konnte wurde ich erst einmal wieder etwas langsamer.

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Lutscher !

In der S-Kurve zum Zielsprint drehte ich dann auf, als ich eine weitere, überrundete Fahrerin vor mir sah und setzte mich ab. An die hängte ich mich erst einmal dran und dann gab ich ihr Windschatten. Dann fuhr sie wieder vorne und erstaunlicherweise hatte sie noch gut Power und zog davon. Ehrlich gesagt lag das auch an der Technik, die fuhr die Kurven einfach viel besser als ich. Und als es dann in einer der beiden Kurven einen Sturz gab und ich langsamer wurde und die Richtung wechselte, war sie fast weg. Zwei der schnellen Fahrer waren zu schnell in die Kurve gegangen und matzten in die Barrieren.

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Erst überholen und vorweg …

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….und dann ein paar Runden später den Anschluss verlieren

Nach jeder Kurve musste ich erst einmal die Lücke wieder zu sprinten und das kostete viel Kraft. Aber jetzt war ich zumindest ganz gut dabei. Auch wenn die Spitzengruppe mich in der Zwischenzeit zwei Mal überrundet hatte. Dann sah ich kurz vor Ende Schnippo vor mir, den ich nun überrunden würde. Was er nicht wollte und ihm frische Power gab.

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Prima, mit Schnippo war das jetzt natürlich wieder viel besser und so kamen wir in die letzte Runde und dann auf die Zielgerade. Schnippo fragte mich:,“Wollen wir zusammen ins Ziel fahren, oder das ausfahren?“ „Ausfahren!“ Und so legte wir einen guten Spurt und Bike-throw zum Schluss hin. Nun hatte ich wirklich keine Lust mehr. Allerdings auch keine Bremsen, um zu stoppen.

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Strava

Am Ende wurde es ein 12.Platz von 23 Teilnehmern, von denen wiederum 17 ins Ziel kamen und sechs aufgaben (zwei glaube ich wegen Sturz). Hinter mir nur Frauen. Und Schnippo (Rennen drei). Vor mir eine Frau, und zwar die, deren Trikot so aus sah wie ein Mosaik-gefliestes Badezimmer auf den Bahamas.

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v.l.n.r : Das bahamische Badezimmer; gut getarnte Norddeutsche; meine Begleiterin für ein paar Runden am Start vor mir.

Das hat jetzt nix mit: Ich bin besser als Frauen oder so zu tun, sondern ist einfach meine Erfahrung in den typischen Platzierungen meiner Karriere: Zweitstärkste Frau.

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Hier sieht man noch einmal einen der gestürzten. Fiese Delle am Oberrohr des Standaert Rad.

Prima, ich hatte überlebt, ein Top-12 Finish und war fix und fertig.  Und neben mir glühte Schnippo. Eigentlich keine so gute Idee, denn er fährt morgen das 100 km Rennen beim Velotörn und ich die 150 km der RTF Lauenau. Und dann kam noch einer der schnellen Fixiefahrer und gab mir die Hand – eine Welle von Zusammenhalt wallte in mir auf.

Es ist übrigens keine gute Idee mit wenig gefahrenem, bzw. wenig  getestetem Gerät ins Rennen zu gehen. Der Vorbau fixierte den Lenker nicht gut und da ich fast auschließlich im Unterlenker fuhr, drückte ich im Verlauf des Rennens den Lenker nach vorne und oben. Das war am Ende sehr unbequem. Und sah auch echt scheiße aus.

Und ganz zum Schluss löste sich auch noch ein Kurbelarm vom Vierkanttretlager. Ich fuhr zu Matthias, aber der hatte auch kein passendes Werkzeug (8mm Inbus) dabei. Dafür aber Carolin Schiff, die ich fast übersehen hätte. Ich hatte Sie ja nur einmal im Rennen gesehen und war mir nicht sicher, ob sie es wirklich war. Die Beine schienen mir ein wenig dünn (vor allem nach dem was ich da im Fixie Rennen gesehen hatte), aber dann gab es auf dem Schienbein ein paar markante Narben und ich dachte ich frage sie mal, ob sie es ist. Bingo. Taktisch wollte ich nur beweisen, das ich netter bin, als dass was ich schreibe und wir unterhielten und über das, worüber sich erwachsene Menschen so unterhalten: Radrennen, Motorboote auf dem Gardasee, über die Unsinnigkeit in Bremen zu wohnen und so weiter.

Das waren ja für einen Tag mit so herrlichem Wetter recht wenig Kilometer, diese aber sehr intensiv. Insgesamt war die Veranstaltung gelungen, mit €20 auch nicht zu teuer und spaßig. Zum Glück habe im Rennen ich nicht geschmittet (Bremer Fachwort für „sich auf die Fresse legen“).

Allerdings ist da auch kein großer Unterschied zu den Bremen Challenge Veranstaltungen mit Streckenführung in der Überseestadt zu spüren. Aber trotzdem, danke für die Mühe der Organisation. Danke auch an Silke, Harald und Linda für die Fotos.

Wir sehen uns dann total platt beim RCB Montagstraining.

 

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Elb-Bremen Cyclassics 2016

Hamburg, das etwas größere Bremen an der Elbe, oder auch kurz das Elb-Bremen, wie es von seinen höflichen, toleranten, weltoffenen und verständnisvollen Bewohnern genannt wird, ist seit 1996 Schauplatz eines Radrennens, den Cyclassics. Dieses sollte dieses Jahr zum letzten Mal ausgetragen werden – Zeit also dabei zu sein.

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Ich bin leider nur sehr selten in Hamburg, da es ja leider so ist, dass diese Stadt absolut nichts hat, was Bremen nicht schon hätte. Hafen? Hat Bremen auch. Speicherstadt? Hat Bremen auch in Form der Überseestadt. Mittelmäßiger Fußballverein? Schlechtes Wetter?Schiefgegangene Bauprojekte a la Elbphilharmonie oder Spacepark? Reeperbahn? – Helenenstraße. St. Pauli? – das Viertel. Cyclassics? Bremen Challenge! Na gut, also irgendwie doch 1:0 für Hamburg.

Mitte dieses Jahres hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass der Rückzug von Vattenfall als Sponsor der Cyclassics das Ende der Veranstaltung, zumindest in Hamburg bedeuten würde. Zwar beteuerte der Veanstalter, dass es zwei ernsthafte Angebote anderer Städte für die Fortführung geben würde, aber wir wissen ja ziemlich genau, welche Städte heute so verzweifelt sind dies zu tun: Pjöngyang, Dubai oder Damaskus. Also meldete ich mich für die 100 km Strecke an, um wenigstens einmal in Hamburg dabei gewesen zu sein. Als dann bekannt wurde, dass ein neuer Sponsor EuroEyes, gefunden wurde und das Rennen in Hamburg bleibt, dachte ich erst einmal ich seh‘ nicht richtig. Und dann entschied ich mich doch teilzunehmen und nicht zu warten bis EuroEyes auch kein Interesse mehr hat.

Und so fand ich mich am Sonntag Morgen zusammen mit Silke um 6:30 Uhr im Zug nach Hamburg. Wenige Minute vorher war eine Sushiparty bei uns zu Hause zu Ende gegangen, die mein Sohn initiiert hatte. Er hatte in den letzten Monaten mitbekommen, dass „Willst Du noch ein Bier bei mir trinken?“ eine deutlich niedrigere Erfolgsquote bei Frauen seines Alters hat als „Kommst Du auch zu meiner Sushiparty?“ Und so haben wir in der letzten Zeit eine Sushiparty nach der anderen, was sehr lustig ist, wenn man meinen Sohn kennt: Der will nämlich nie mit uns Sushi essen gehen, weil er das nicht mag bis auf eine einzige Sorte (Ikura). Und an der Zubereitung von Essen zeigte er ebenfalls noch kein Interesse; also auch wenn er halber Japanern ist heißt das noch lange nicht, dass er Sushis zaubern kann.

Ich dachte, wenn jetzt Mädels zu uns nach Hause kommen, dann sorgen die auch dafür, dass nach der Party aufgeräumt wird, aber das war eine komplette Fehleinschätzung. Ich durfte mir erst einmal durch Reis-, Avakoda- und Lachsreste eine Schneise auf dem Frühstückstisch schlagen zwischen Pfützen aus Soyasosse und Schleifspuren aus Wasabi.

Der ganze Zug hingegen war im Bereich des Radwagens voll mit Bremern die nach Hamburg fuhren. Um diese Uhrzeit trifft man im Zug normalerweise ja nur Menschen die aus der Discomeile Bremens nach Hause auf das Dorf fahren wollen und dabei verzweifelt versuchen beim Kotzen den kleinen Tischabfalleimer zu treffen. Da war heute komplett anders.

In Hamburg angekommen sagten wir schnell „Tschüß“, denn Silke war mit ihren Rennhasen in Block E verabredet, während es mich als Erstteilnehmer in Block I verschlagen hatte. Dort traf ich Fabian, der mit dem Motorboot über die Kanäle Mitteldeutschlands nach Hamburg geschippert war. Das war sehr praktisch, denn er hatte sein Motorboot im Parkhaus am Hauptbahnhof geparkt und musste dann nur wenige Schritte zum Start laufen. Ich hatte Fabian seit dem Velothon in Berlin nicht mehr gesehen und wir hatten uns einiges zu erzählen, zumal wir im September zusammen mit Steini auch endlich Berlin entlang des Mauerweges umrunden wollen.

Dann ging es plötzlich los. Das ist ja immer so. Man steht im Startblock, quatscht, ist komplett kalt und plötzlich sieht man, wie die Massen vor einem in Schwung kommen. Und in Hamburg war schon eine sehr große Masse vor einem, vor allem aus Perspektive I.

Von Alain, einem Franzosen, den ich in Tokyo kannte, habe ich gelernt, wie man sich gut durch ein dichtes Feld von Fahrern zu Beginn eines Rennens nach vorne durcharbeiten kann. Alain konnte das extrem gut und ich kann es ein wenig; während wir also im Schritttempo durch die neutrale Zone auf den Start zuradelte hattet ich bereits ein Drittel des Startblockes hinter mich gelassen. Und auch danach ging es nicht gerade schnell weiter. Bislang war ich es von Rennen gewohnt, dass die ersten 10 Kilometer, unabhängig von der Länge des Rennens, mit 50 Km/h plus durchgeballert werden bis man nur noch nach Luft japst und keine Kraft mehr hat. Die restliche Distanz bis zum Ziel wird dann in RTF Manier in einer Gruppe abgewickelt. Hier war es aber nicht so, es ging relativ gemütlich raus aus Hamburg und ich sprang vorwärts von einer Gruppe zur anderen.

Dann kam ein sehr schneller Fahrer vorbei, ich erinnere mich nur noch daran, dass auf seiner Hose „Veganes Radfahren“ stand, was auch immer das bedeuten soll. Ich verstehe ja, dass man vegan essen kann, aber Radfahren? Klingt ähnlich wie rauchen „ohne Atomkraft“; oder  „bumsen für den Frieden“. Der zog mich an weiteren Gruppen vorbei, war aber letztendlich zu schnell für mich. Dann kamen drei blaue Dänen von hinten, an die ich mich wieder ransaugen konnte und mit denen nahm ich die Köhlbrandbrücke in Angriff.

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Die kommt leider bereits nach 10 km und ich war noch nicht richtig warm – das tat also richtig weh und am Ende krabbelte ich da mit weniger als 25 km/h hoch. Aber es ging.

Dann kamen die Berge. OK, also was Hamburg so an Bergen zu bieten hat, was sich auch nicht wesentlich von dem unterscheidet, was Bremen an Bergen zu bieten hat. Allerdings braucht man in Bremen für jede Steigung erstens eine Autobahn und zweitens eine Brücke darüber. In grenzenloser Überschätzung meiner Fähigkeiten nach dem Dolomitentraining und da ich irgendwo gelesen hatte, dass die Bergwertung nur 1,7 km lang ist, ging ich den ersten Berg sehr forsch an und setzte mich von meiner Gruppe ab. Drei Minuten, so dachte ich, halte ich das locker durch. Aber ich war erstens nicht so gut und zweitens war die Strecke deutlich länger als ich dachte, am Ende etwa 6 1/2 Minuten und so wurde ich von dem gesamten Feld wieder eingeholt als ich jämmerlich langsam die letzten Meter zusammenkratzte.

Aber jetzt hatte sich, mehr als 30 km im Rennen, endlich einmal eine vernünftige Truppe gefunden, die in etwa bis zum Schluss zusammenbleiben sollte. Dabei waren unter anderem:

+ Dänen, die nicht lügen und schnell fahren können
+ Zwei weitere Dänen vom Team „Heino“ [das ist dänisch und heißt „Heino“ auf deutsch, vermutlich]
+ Ein Fahrer mit einem türkisen Trikot, das aussah als wenn es eine schlecht gemachte „Biancchi“ Kopie aus Nordkorea gewesen wäre und der von einer Parfümerie aus Wedel gesponsort wurde. Auf seiner Hose stand hinten drauf „Ein Duft sagt mehr als 1000 Worte
+ Ein Riese mit DEMAG Trikot und einem Cervelo.
+ Eine blonde Frau im weißen Trikot „Changing Diabetes“

Jetzt ging es richtig schnell vorwärts und wir rollten das Feld von hinten auf. Bereits auf dem Weg nach draußen kämpfen wir uns durch das H und G Feld durch. Wir überholten größere Gruppen von denen und dabei musste man immer aufpassen, das man an der schnellen Truppe blieb und nicht aus versehen dort hängenblieb weil man aus Versehen am falschen Hinterrad kleben bleibt. Weil die Straßen teilweise recht eng und kurvig waren, wurde das Tempo beim Überholen etwas langsamer, so dass alle in der Gruppe Anschluss finden konnte. Irgendwo holte die Gruppe auch Christian ein, der ebenfalls aus I gestartet war.

Es ging relativ schnell nach Hamburg wieder rein, jetzt mit Rückenwind. Ich konnte mich weiterhin gut an dem Duft mit 1000 Worten orientieren, bis der dann nach einer Kurve und schneller Beschleunigung heraus fiel. Die Gruppe wurde zum Ende etwas kleiner.

Im Hafen war eine Straße zur Hälfte für den Verkehr frei, zur anderen Hälfte für das Radrennen mit Hütchen gesperrt. Diese konnte man aber fast nicht sehen und beinahe wäre ich gegen das erste gefahren. Silke sah später an der gleichen Stelle einen ziemlich schlimmen Sturz, der sie ebenfalls fast ausgeknockt hätte.

Und dann waren wir auch schon nahe des Ziels. Es gab ein paar aufblasbare Tore, aber wie viel Kilometer die bis zum Ziel anzeigen sollten war mir nicht klar. Ich fuhr zu früh an, am Ende ging mir ein wenig die Kraft aus, aber es reichte dann um mit Christian gemeinsam über die Ziellinie zu fahren. Ergebnis: Etwa 2:35 hr Fahrzeit, Top 600 in der 100 km Distanz, fast Top 100 in meiner Altersklasse (Betreute Senioren 3), fast 39er Schnitt. Kam mir etwas schneller vor, aber in den „Hamburger Bergen“ fährt man doch halt längere Strecken im 30er Bereich.

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Mein Vergleich für Hamburg sind die beiden großen anderen deutschen Jedermannrennen, die ich gefahren bin: Berlin und Münster. Im Vergleich dazu sind wesentlich mehr Fahrer auf der Strecke, es gibt nicht diese langen Stücke komplett ohne Fahrer zum Ende des Rennens. Die Strecke ist auch wesentlich kurviger und hat mehr gefährliche Stellen wie Schienen, Verkehrsinseln oder scharfe Kurven, man muss die ganze Zeit sehr konzentriert fahren. Andererseits hatte ich erwartet nach den Berichten bislang, dass mehr gefährliche Fahrer auf der Strecke sind; aber bis auf einen Flachlenkerwichser, der es lustig fand bei den Hütchen der Straßenabtrennung Slalom zu fahren, war das Niveau gut.

Nach dem Rennen trafen sich die Bremer auf dem Platz wo es Paulaner gab.

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Junge, gut aussehende Hamburgerinnen in hanseatischen Kostümen verteilten die Getränke an die Teilnehmer. OK, 2:0 für Hamburg, die Frauen haben den größeren Charmefaktor.

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Oder vielleicht doch 1:1, wenn man sie mit den RCB Rennhasen vergleicht.

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vl.n.r.: Linda Hase, Silvia Rabbit, Silke Usagi und mein Name ist Hase, ist weiß von nichts.

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Immer mehr Bremer kamen und wir verloren uns in Unterhaltungen. Ich sprach recht lange mit Kai, der bald den Ötztaler Marathon fahren wird; Fabian, Kathrin und die Kinder kamen, später auch Jan und Caro und Friedel, nein Klaus.

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Die Fahrt zurück nach Bremen dauerte dann zu lange in einem zu vollen Zug.

Fazit: Hamburg ist zwar verdammt weit weg von Bremen, aber durchaus ab und an einen Abstecher wert. Danke an alle für Organisation, Unterstützung und Freundschaft.

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Gierige Räder August

GT Superbike für Olympia Atlanta 1996

via Cycling Tips

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Everything about the GT Superbike 2 is incredibly narrow.

Everything about the GT Superbike 2 is incredibly narrow.

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When looking head-on, the bike virtually disappears. The head tube, for example, is just 26mm-wide from top to bottom – half as wide as a modern carbon frame. Grab a ruler to see for yourself just how incredibly narrow that is.

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The incredibly narrow bottom bracket brought the pedal stance width (better known as Q-factor) down to around 100mm – roughly 40mm narrower than typical track cranks.

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Is it a bike or an airplane? Such was the thought of then-UCI president Hein Verbruggen when seeing the Superbike 2 for himself. Such designs were banned shortly thereafter.

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Without the structural support of seatstays, the chainstays had to be massively overbuilt. Even so, they measured less than 12mm at their thickest point, and less than 8mm at their thinnest.

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The 24-inch front wheel let riders draft each other more closely in team events.

Brown and Blue Open Up

via Above Category

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via Klovesradeln

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Stanridge Track Frame

via Stanridge

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My Wild Love Chromovelato Frames

via Cycle Exif

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Kaufen: 

 

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Die Falle.

Die bisherige Tour de France läuft teilweise in vorhersehbaren, teilweise in komplett zufälligen Entwicklungen. Das Chris Froome führt ist nicht ganz überraschend, auch wenn es bereits noch früh im Rennen ist.  Es ist ja auch nicht in die Falle gelaufen, so wie Adam Yates.

Erinnert mich irgendwie an eine Fleischfressende Pflanze.

Das Video hat auch die spannendere Musik. Egal wie, man wird sich bei dieser Tour de France an genau dieses Ereignis erinnern.

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Tour de France. Gestern. Und vor Gestern.

Gestern

2016 Tour de France - Stage 1

Photo: Iri Greco. Ah, la grande nation.

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Ah, l’Anglais.

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Note the gendarme who surely would have stopped the delinquents if he hadn’t been so busy holding up the boom for them.

 

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via Podium Cafe.

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Auf und unter den Hund gekommen: RTF Delmenhorst

Während der Giro d’Italia aus der flachen Poebene in die Berge zieht, ziehen die Bremer raus nach Delmenhorst, um sich bei der dortiger RTF in der Form zu messen. Dick und dünn, schlau und doof, alte und junge Talente (siehe Bild), Campa- oder Shimanofahrer alles scheißegal. 

Vorweg: Bei der RTF rannte ein Labrador aus einem Gehöft am Streckenrand in eine Radgruppe und brachte, von allen ausgerechnet, Andreas zu Fall. Nach Aussage von Harald, der dabei war, waren seine ersten Worte: „Schalt mein Strava ab, so etwas versaut den Schnitt“ gefolgt von „Pass auf mein Rad auf!“, bevor der Schock einsetzte. Andreas musste ins Krankenhaus, Handgelenk ist gebrochen. Mist, Mist, Mist. 

Das ist in verschiedener Hinsicht schade,;Ok, mal genauer: Erstens ist Andreas ein Supertyp mit dem ich gerne fahre und noch lieber zusammen lache (Umberto!) , dann ist er dieses Jahr wirklich gut in Form und hat sich auf dem Rad sehr weiterentwickelt, so dass er nun keinem mehr ins Hinterrad fährt (Jörg, Harz 2012 oder so), und drittens wollten wir dieses Jahr zusammen den Giro Dolomiti in Angriff nehmen und darauf habe ich mich nun wirklich gefreut. Also: Gute Besserung.

„Humor heilt alle Wunden“ Vor allem der eigene. Und deswegen habe ich mich bemüht diesen Eintrag so zu schreiben, dass er möglichst Punktgenau Andreas extremen Humor trifft, mit allen Übertreibungen und Gemeinheiten. Auf dass es zur Gesundung beitragen möge.

Während sich im Rest der Welt und gerade in China, der Trend zum Rad abnimmt (Shimano meldet 16%, Mavic 5% weniger Umsatz)

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vermutlich weil sich jetzt fast jeder Chinese einen Volkswagen mit Lighweight Laufräder leisten kann, trafen sich 22 Fahrer am Subway in der Neustadt, um gemeinsam nach Delmenhorst zu fahren. Jemand frage mich später, ob da „komische Typen“ beigewesen wären, das kann ich nur verneinen:  Die Radler in Bremen sind alle nett und angenehm, bis auf ganz wenige Ausnahmen. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Typ, der sich bei facebook nach den RCB Montagsausfahrten immer lautstark beklagte, dass das angesagte Tempo von 28,64921 km/h mehrfach überschritten und er abgehängt wurde. Und dass wir dann auch noch wagten, eine der abgehängten Fahrerinnen wieder an das Feld heranzuführen. Dafür gibt es natürlich viele Gründe: Der erste ist, dass die Fahrerin am Ende „Danke“ sagte, was ich von dem noch nie gehört habe. OK, und der zweite, noch wichtigere Grund ist, dass die Fahrerin soviel besser aussah als er.

Na ja, der sollte mal dieses Jahr zum Montagstreff kommen und versuchen beim Heißdüsentraining mitzukommen! Da könnte er sich direkt bei uns beschweren, da wir dann vermutlich nach einer Wilstedtrunde wieder zurück sind, während er noch am Start steht.

Der Treff am Subway ist übrigens nicht zufällig gewählt: Altes Bremer Urgestein, so wie ich, wird sich noch daran erinnern, dass hier früher das Radgeschäft von Schröder war, dem größten und tollsten Radhändler in ganz Norddeutschland, an dem wir uns als Kinder die Nasen platt an den Schaufenstern drückten und die ganzen Colnagos, Olmos und Pinarellos anstarrten – Träume die uns niemals gehören würden. Zumindest bis wir 50 sind und endlich anfangen Geld zu verdienen.

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Schröder, war wohl auch mal Weltmeister

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Tanja

Dann kam Stadler, machte seine Riesenfiliale auf und nach einpaar Jahren war alles vorbei.

Nein, es waren keine komischen Typen da, aber wir fuhren ja gerade gemeinsam nach Delmenhorst, weil es da jede Menge komische Typen gibt und man da nicht allein durch die Gegend fahren sollte. Das beste an Delmenhorst, außer ein paar netten Menschen, die dort wohnen, ist die RTF und der Verein der diese organisiert. Und auch der Verein hat erkannt, dass man nicht lange in Delmenhorst verweilen sollte, sondern führt die Strecke zügig raus aus der Kleinstadt und lässt Sie in mehreren Schleifen das schönere und reichere Colnrade umrunden.

Am Start war quasi ganz Bremen vertreten und der typische Mix an Vereinstrikots die man so von den RTFs in der Gegend so kennt: RCB, RSC, RGB, RCD, BRC, BBC, Visbeck, Goldenstedt, Stuhr, Vegesack, Urania, Armstrong, Stern, St. Pauli, Wiegtritt,  – der Verein meldet die Rekordstarterzahl von 375 – und das sind ja nur die, die bezahlt haben; die Dunkelziffer an Menschen, die einfach mitfahren, weil Sie nach 40 km in Colnrade umsonst Bananen und Schokocrossis bekommen ist vermutlich noch mal so hoch. Jedenfalls war es am Start irre voll und ich hatte das Gefühl, als wenn ich die allermeisten irgendwie kennen würde.

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Kann den mal einer abholen hier?

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Wie jedes Jahr wurden wir in der kleinen Seitenstraße neben der Turnhalle versteckt. Als nun eines der wenigen Autos in Delmenhorst an der Schule vorbeifahren wollte sprang einer der Offiziellen mit der roten Flagge auf die Straße und gab den Start frei. Der arme Autofahrer musste mindestens eine Stunde warten, bis auch der letzte Liegeradfahrer auf der Straße war – zu diesem Zeitpunkt waren die ersten Heißdüsen bereits wieder zurück.

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Es ging zackig los, ist ja immer so bei den RTFs hierzulande, die ersten 20 km werden mit einem Schnitt von 40 km/h plus gefahren und die letzten 130 lässt man dann gemütlich ausrollen. Ich hielt mich an Thomas und Friedel, von denen ich weiß, dass die schneller sind als ich und versuchte möglichst weit nach vorne zu kommen, was mir auch gelang. Auf den ersten 10 km konnte ich die Spitze des Feldes immer noch gut sehen. Aber irgendwann ging mir dann doch die Puste aus und ich fand mich alleine mit Friedel, nein Klaus, auf freier Strecke. Nach und nach holte ich ein paar andere Herausgefallene ein, es kam aber keine Gruppe zustande und so kam es, wie es kommen musste, die nächste größere Gruppe holte mich ein und ich fuhr mit denen weiter. Dummerweise fiel ich da aber auch wieder raus. Und so landete ich in der dritten Gruppe und fuhr mit denen in einem sehr schnellen Schnitt die 40 km bis zur Verpflegungsstelle nach Colnrade.

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Während nun alle rausfuhren um dort Pause zu machen (bzw. bereits dort standen), hatte ich gar keine Lust, es war zu früh und ich hatte noch Power in den Beinen, daher einfach mal weiterfahren. Zum Glück waren auch noch 5, 6 andere Fahrer der gleichen Meinung und ich hängte mich an den starken Typ von Sprinter Emden, der gut Tempo machte. Das ging wirklich gut und machte echt Spaß. Bis zu dem Punkt als sich die Strecke teilte und ich weiter auf dem 120er/155er Kurs blieb, während der ganze Rest, inklusive des Sprinters sich auf den Weg zurück nach Delmenhorst auf der 80er Strecke machten. Klar, Sprinter fahren keine Langstrecken, das hätte ich mir auch denken können.

Zum Glück holte mich dann doch eine Gruppe von 4 Fahrern ein, die dann aber auch wieder auseinanderfiel. 10 km vor der Verpflegungsstation (es gibt nur eine, man fährt keine (80 km), eine (120) km oder zwei Schleifen (155 km) um diese herum) kam dann wieder die ganz schnelle Truppe die nun ihre Pause beendet hatte und mittlerweile deutlich kleiner war. An die hängte ich mich dran. Das klappte prima und als die dann wieder Pause machte dachte ich mir, das klappt doch prima, fahr doch einfach weiter und ich machte mich auf die zweite Schleife. Da war ich dann ganz alleine. Und die zweite Schleife, das weiß ich aus Erfahrung, ist nicht so toll ausgeschildert. Man ist müde, schaut nicht mehr so genau hin und schon hat man eine Abzweigung verpasst. Nachdem ich zwei oder drei Kilometer gefahren war und keinen Hinweis mehr gesehen hatte machte ich kurz halt – als der schwarze Powerranger an mir vorbeizog.

Das ging alles so schnell, aber ich könnte schwören, dass der Typ so aussah wie der schwarze ganz links auf dem Bild oben.Da wusste ich, das ich auf dem richtigen Weg bin.

Mich überholte noch eine schnelle Truppe von 10 Fahrern, aber das war alles, was ich an Beteiligung auf der 155er Strecke gesehen habe. Ich würde mal vermuten, dass von den 375 gestarteten, maximal 40-50 die lange Strecke gefahren sind, wenn überhaupt. Als ich nämlich zurück an der Verpflegungsstation war, konnte mir auch keiner sagen, ob da welche los, oder bereits wieder angekommen sind, ich war der einzige Fahrer überhaupt da. Die 120er waren schon wieder zurück.

Ich machte eine kurze Pause dort und mich dann alleine auf den Weg zurück nach Delmenhorst. Unterwegs überholte ich noch 2,3 andere, aber das hatte alles kein Potential zum Gruppenbilden – und schon war Delmenhorst City Limits erreicht.

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Jetzt hatte ich auch endlich einmal Zeit ein paar Fotos zu machen. Also, eins genauer gesagt, dass die schöne Streckenführung durch Delmenhorst zeigt.

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Schlußspurt auf der Straße des 17. Juni in Delmenhorst

Am Ziel wartete bereits die komplette Meute die sich heute en gross nur auf die 120er Strecke gemacht hatte. Da wurde ich gleich zweifach bestraft, denn erstens sagte mir Friedel, nein Klaus auf eine sehr nette Art und Weise, dass er meine lange Radhose nicht ganz passend für mich empfindet: „Die Hose sieht scheisse aus!“ Solche Dinge nehme ich mir immer sehr zu Herzen. Silvia sagte mir mal in den Dolomiten, dass man durch meine weiße Lieblingsbibshorts von Nippon-Francais-Cycling-Club durchsehen konnte – und die trug ich gerade einmal seit Anfang 2008. Am nächsten Tag schmiss ich sie weg – also die Hose, nicht Silvia.Und dann nahm ich alle meine Hosen aus dem Schrank und hielt sie gegen das Licht um diese auf Durchsichtigkeit zu prüfen. Zum Glück war alles in Ordnung.

Und vor einpaar Wochen äußerte sich besagte Silvia abfällig über meine roten Uniqlo Socken: „Liebestöter!“ Zuhause tat ich die gar nicht mehr in die Waschmachine sondern gleich in den Müll. Seitdem ich Silvia kenne, wird mein Schrank immer leerer. Und jetzt mit Friedel,nein Klaus … in ein paar Wochen laufe ich nur noch mit Assos Winterhandschuhen bekleidet durch die Gegend.

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Friedel, nein Klaus und Silvia im Gespräch, vermutlich über meine Klamotten

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Karin, Harald, Torsten – mal wieder nach langer Zeit

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Caro auch wieder fit

Und zweitens, hatte ich gerade einmal zeit bei dem Jungen aus dem Titel eine Bratwurst zu kaufen, bevor alle murrten und nach Hause fahren wollten, weil sie schon endlos lange dort sassen. Klar, die schon, ich aber nicht – aber alleine durch Delmenhorst nach Hause wollte ich auch nicht. Und so machte ich mich mit Caro, Silke, Andi, Friedel und Andres zurück nach den Weg an die Weser.

Dabei erzählte ich Caro von dieser irren russischen App „Find Face“ auf die man ein Foto hochlädt und dann wird auf VK (das ist facebook auf russisch) nach dem Profil gesucht, dass zu diesem Fotro passt. Das ganze ist gut bei Spiegel Online beschrieben und sehr schön ist auch das Projekt eines russischen Fotografens der Menschen in der U-Bahn in St. Petersburg fotografierte und dann diesem Foto ein Foto aus VK gegenüberstellt. Man sieht den Kontrast zwischen dem, wie wir gesehen werden und wie wir gesehen werden wollen.

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Ich habe dann findface benutzt um heauszufinden, wer der Junge am Bratwurststand ist, der oben im Titel erscheint.Nun weiß ich es, es handelt sich vermutlich um Artyom aus Murmansk.

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Ach so, ja, und dann habe ich mal geschaut, wer ich in Russland bin.

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Ein möglichst seriöses Foto führt zu der Vermutung, dass ich…

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Valdimir aus Amagnitogorsk oder Oleg aus Minsk bin.

Ach ja und mein Sohn Henri ist auch nicht der, für den er sich ausgibt, sondern Alexander aus Kiew.

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Auf keinen Fall werde ich den Fehler machen, nun bei meiner Frau nachzuschauen.

[Mit Fotos von Silke und der Dropbox von Urania Delmenhorst – Danke].

 

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Cyclassics Hamburg. Wo?

Lief irgendwie unter dem Radar in den deutschen Medien, aber es scheint, als wenn nach dem Wegfall von Hauptsponsor Vattenfall, die Cyclassics 2017 entweder gar nicht mehr, oder in einer andren europäischen Großstadt stattfinden wird. Letzte Chance 2016?

via Velonews

The peloton during the 2015 edition of Cyclassics, the race’s 20th anniversary. Photo: Tim De Waele | TDWsport.com

BERLIN (AFP) — The future of Hamburg’s Cyclassics road race is in doubt in the Hanseatic city unless a main sponsor is found for 2017, according to the event’s organizers.

Cyclassics, which started in 1996, is now the only German event on the UCI WorldTour and is billed as Europe’s biggest single-day event for both amateur and professional riders, with up to 22,000 cyclists taking part.

Previous winners in Hamburg include Germans Jan Ullrich and Erik Zabel, Italy’s Paolo Bettini, Robbie McEwen of Australia, and American Tyler Farrar.

But this year’s race on August 21 could be the last time it is held in the Hanseatic city.

“Unless the economic situation changes, then we will have to seriously think about moving the event somewhere where it will be more profitable,” race organizer Christian Toetzke told local newspaper Hamburger Abendblatt.

Electricity supplier Vattenfall had sponsored the event for 20 years, but the company suddenly withdrew its sponsorship in 2015 and the event has struggled to find another main backer.

The 3.2 million euros ($3.6 million) needed to cover this year’s race has been found, but unless a sponsor for the 2017 race comes forward before this September, the event is likely to be held in another city — possibly outside Germany.

“Interest in the Cyclassics is great. We have two concrete, ready-to-sign offers from businesses who want to continue the concept of Cyclassics in other cities, one in Germany and another in a neighboring country,” added Toetzke.

 

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Giro di Jerusalem

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Frühling in Bremen – ab in den Süden nach Jerusalem.

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Was da wohl passiert ist. 

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