Der Haken von Bert in Bramsche

Noch eine RTF: Am Samstag, also noch vorder Butterkuchen RTF in Barrien, die Tuchmacher RTF in Bramsche.

Bramschel, gab es nicht mal einen toten Ministerpräsidenten der so hiess? Bramsche liegt ebenfalls so unglücklich zwischen Osnabrück und Bremen, dass die Bahn Reisende über Oldenburg leitet. Optional steht auch die Benutzung der NWB offen, allerdings fährt diese in einem riesigen Halbkreis durch das Loch zwischen Osnabrück und Bremen und braucht fast 2 Stunden. Da ist es günstig, dass der Startpunkt der Bramscher RTF etwa 300m vom Hauptbahnhof der Stadt entfernt ist.

Trotz dem und trotz einer Startzeit von 9 Uhr muss ich dann doch den Zug nach Osnabrück um 7:07 nehmen. Umsteigen in Osnabrück und dann zurück Richtung Norden nach Bramsche geht am schnellsten. Ich bin um Viertel vor Neun da, hole mir eine Startnummer und stelle mich direkt an den Start.

1406 RTF Bramsche 1

Dieser ist an einer Hauptschule. Schön, dass es so etwas noch gibt. In Bremen heißt das Oberschule und hat meiner Ansicht nach konzeptionell die Ausrichtung Real-, Haupt- und Gymnasialschüler auf ein Niveau zu bekommen, das fernab jeglicher Schulform ist. Ich schreibe das nicht aus Ahnungslosigkeit, sondern weil ich einen Sohn habe der zwei Jahre lang eine Oberschule besuchte. Also, wenn denn einmal Unterricht geboten wurde und die Klassenräume in einem Zustand waren, der dies erlaubte. Oder wie es einer meiner Studenten einmal sagte, der ebenfalls in Bremen zur Schule gegangen war und vor den Ruinen einer Jugendherberge in Damme stand: „Boh, das sieht ja aus wie eine Schule!“ Daran erkennt man den Bremer. Die schlimmsten Schäden an der Hauptschule in Bramsche habe ich daher auch photographiert:

1406 RTF Bramsche 6

Diesmal eine Neuigkeit: Es fahren nicht nur Räder mit 10 bis 22 Gängen und evtl. auch Single Speed oder Fixies am Start sondern auch Räder mit absolut keinen Gängen. Nicht mal einer Kurbel oder einer Kette.

1406 RTF Bramsche 2

Und natürlich auch ohne Hinterradbremse. Aber Rolf Vector Wheels gehalten von zwei stählernen Armen. Am Start bin ich eine Weile hinter dem Rollerfahrer hinterher gefahren und konnte mich davon überzeugen, dass dies keine unbedingt gute Art der Fortbewegung ist. Vor allem für die, die hinter dem fahren, denn per se wird das Ding ja nach dem Anschubsen erst einmal langsamer, bevor der Fahrer dann weit mit dem linken Bein ausholt und dann, wenn man fast aufgefahren ist, bekommt man den Schuh fast in das Vorderrad geknallt. Als die Straße so breit wurde, dass ich vorbei konnte habe ich das gemacht und das Teil nie mehr wieder gesehen.

Ich musste auch vorbei, denn ich wollte in die Spitzengruppe. Und da war ich dann auch ganz schnell, vor mir fuhren vielleicht noch zehn Teilnehmer. es war aber auch ziemlich flott, jenseits der Vierzig. Bis der erste Hügel nach etwa 5 Minuten kam, ich rausfiel und dann erst einmal allein auf weiter Flur war, bis die nächste Gruppe kam. Mit der fuhr ich erst einmal weiter, bis wieder ein ganz fieser Berg kam und ich auch da rausfiel. Ich wollte schon absteigen, mich mit dem rechten Fuß auf die linken Pedale stellen und mit dem linken abstossen, da dies die einzige Möglichkeit schien, dass mich niemand mehr vor Angst überholen würde.

Das ging aber nicht, weil mir nun so langsam klar wurde, dass mein Hinterrad einen schleichenden Platten hatte. In einer der ersten Kurven in der neuen Gruppe hätte es mich fast rausgehauen, da plötzlich das Hinterrad anfing zu eiern. Und in der nächsten Kurve war es dann passiert. Also nicht mir, aber ein anderer Teilnehmer lag auf dem Boden da ihm zuerst ein Auto die Vorfahrt beim abbiegen genommen hatte und dann weitergefahren war. „Ist alles OK?“ fragte ich, „Alles bestens!“ war die Antwort, so wie es das ungeschriebene Gesetz des Radsports vorschreibt. So lange man noch den Mund aufmachen kann, die Zähne noch an der richtigen Stelle sind und ein verständlicher Satz gesprochen werden kann ist immer alles bestens, auch wenn Arme und Beine meterweit entfernt vom Körper sind.

Es war auch alles bestens, der Verunglückte holte auf ich auf, er war schnell weil komplett auf Adrenalin und zwar so stark, dass es ihm auch egal war, dass sein Hinterrad eine Acht hatte, ich weil ich langsam war und mit dem platten Reifen nichts riskieren wollte. Und so kamen wir an die erste Verpflegungs-Station nach 60 km. Schnell weiter. Am nächsten fiesen Berg, und davon gibt es einige, trägt der Verunglückte sein Rad hoch.  Das Adrenalin ist alle, der Schmerz noch da und die Acht im Hinterrad auch. Jetzt macht sie sich bemerkbar.

Ich bin vor dem Feld los, das ich wieder eingeholt habe, aber dann verfahre ich mich. Diese RTF ist wirklich schlecht ausgeschildert, mehrmals erlebe ich heute, dass die ganze Gruppe in die falsche Richtung zieht bevor der hintere Teil erkennt, dass man woanders lang muss. Vor mir eine Gestalt die ich kenne, endlich die erste überhaupt, denn bei dieser RTF sind gar keine bekannten Gesichter. Es ist Bert aus Visbek, einer von 9.921 Fischbachern und ich kenne ihn seit der RTF in Delmenhorst. Na ja, kennen ist ein wenig übertrieben. Ich habe ein Foto von ihm in Delmenhorst gemacht, da er mir mit seiner Ganzkörpertätowierung schon aufgefallen war. Ich dachte er kommt aus der Stadt. Egal, jetzt freuen wir uns zusammen fahren zu können. Bert ist etwas langsamer als ich, meist zumindest, und so fahre ich vor ihm her. Das hat auch noch einen anderen Grund. Bert fährt mit geschlossenen Zähnen und fast offenem Mund. Und wenn ich mich umsehe und schaue, ob er noch hinter mir ist, dann sehe ich einen Augenblick etwas, dass mich sehr stark an etwas erinnert:

Alien_by_Giger_sw_ESK_2066

Also, mit Zeitfahrhelm wäre es echt perfekt. Jedenfalls treibt mich das unglaublich an, ist ja auch keine Kunst schnell zu fahren, wenn man denkt, dass ein Alien hinter einem her jagt. Nachdem ich jetzt so viele gemeine Dinge über Bert geschrieben habe und dann konsequenterweise bei der RTF in Visbek im Juli erschlagen werde, möchte ich aber doch noch anmerken, dass Bert erstens sehr nett ist und zweitens ich auch sehr froh war da nicht alleine bei dieser schlechten Ausschilderung durch die Hügel fahren zu müssen.

1406 RTF Bramsche 3

Bert aus Visbek, ausnahmsweise von hinten.

Dritte Kontrollstelle, diesmal bei „Performance Sales International“, abgekürzt, P.S.I., das klingt geheimnisvoll und ich hätte nun geglaubt, dass ich nun dort fehlende Leistung einkaufen könnte. Weit gefehlt, da gibt es nur Pferde. Und halbe Bananen und Müsliriegel.

1406 RTF Bramsche 4

1406 RTF Bramsche 5

Nur noch 30 Kilometer bis zum Ziel. Ich fahre wieder in einer Gruppe, aber es ist etwas chaotisch. Ich weiß nicht die genaue Bezeichnung für das was die Gruppe praktiziert, aber ich denke „Gröpelinger Kreisel“ würde es ganz gut beschreiben. Wer die meisten Muckis hat kämpfts ich nach vorne und bleibt da, bis er nicht mehr kann.

Teilweise geht es wieder über Schnellstraßen, die Strecke ist nicht wirklich gut gewählt. Zwar gibt es jede Menge einsame Hügelstrecken, dazwischen aber immer wieder Passagen durch Dörfer und auf Bundesstraßen mit recht viel Verkehr. Uns es ist heiß, wirklich sehr heiß.

Nach 156 km bin ich im Ziel, dafür habe ich inkl. der Pausen etwa 5:06 hr benötigt. Flott gefahren, wirklich immer alles gegeben, im Gröpeliner Kreisel die Muckis spielen lassen. Eigentlich unvernünftig, denn am nächsten Tag wollte ich noch in Barrien fahren.

Duschen, umziehen, schnell zum Aldi Cola und Kekse für die lange Rückfahrt mit der NWB kaufen. Bei Aldi sind die Bramscher recht barsch. Egal, nur ab nach Hause.

1406 RTF Bramsche 7

Der Bramscher Bahnhof bleibt heute geschlossen, weil eine Vandalismus Veranstaltung abgehalten wird.

Fazit: Leistung = Performance OK, Strecke hügelig und nett bis auf die Bundesstraßen, Bohmte auf der anderen Seite der Autobahn ist trotzdem besser. Auschilderung bescheiden, Duschen prima, alleine = langweilig. Danke an Bert.

3 Kommentare

Eingeordnet unter 2014, Mob, Touren

Alles in Butter. Kuchen: RTF Barrien

 

An einem Dienstag in Duisburg: Hatte ich mich in einem der letzten Posts irgendwie abfällig über Magdeburg geäußert? Das tut mir nun leid.

Der IC kommt um 9:10 Uhr im Hauptbahnhof in Duisburg pünktlich an. Das ist schlecht, denn ich hatte mich darauf verlassen, dass mich die Deutsche Bundesbahn mit mindestens einer Stunde Verspätung ans Ziel bringen würde. Aber selbst auf die Unzuverlässigkeit der Bahn kann man sich nicht verlassen. Dem Taxifahrer sage ich, dass ich es nicht eilig habe. „Prima, dann kann ich Ihnen ja noch etwa von Duisburg zeigen“! OK, was zum Beispiel? Es folgt eine gefühlte Viertelstunde des Schweigens. „Den Puff?“ Nein Danke, es ist Dienstag morgen, ich habe gerade einmal eine Stunde Zeit bis zu meinem Termin und möchte nicht völlig dearrangiert aussehen. Und das sind nur einige Gründe die mir spontan einfallen.

Zu Mittag gibt es zumindest Schnitzelparade im Casino Bliersheim.

An einem Sonntag in Barrien. Vor einer halben Stunde haben wir uns in Bremen am Weserwehr getroffen und sind zusammen nach Barrien geradelt. Erstaunlicherweise konnte ich das Tempo der Gruppe nicht mithalten, zunächst dachte ich, dass es einfach meine Kondition nach der RTF gestern in Bramsche war. Dann stellte ich fest, dass meine Hinterradbremse zu fest eingestellt war und sich das Hinterrad nicht richtig drehen konnte. Nachdem die Bremse gelöst war, ging es wieder gut weiter. Nur die Gruppe war weg und ich musste allein meinen Weg nach Barrien finden. Kein Mensch auf den Strassen in dieser gottverlassenen Gegend. Könnte natürlich auch was damit zu tun haben, dass es kurz nach sieben Uhr morgens an einem Sonntag Morgen ist. Irgendwie komme ich dann doch nach Barrien rein, bin aber der in einem total verlassenen Einfamilienhausgebiet. Kurz danach finde ich den Sport- und Startplatz. Silke fragt mich: „Warum hast Du nichts gesagt?“ Na ja, da ich ja dachte, dass es an meiner Kondition liegen würde, hätte ich da schreien sollen: „Hey, nicht so schnell, ich kann nicht mehr!“ oder „Wartet ihr Ssssschweine?“ Nein, all dies verstößt leider eklatant gegen die ungeschriebenen Gesetze des Radsports.

Trotz Rhönmarathon und Elfstädtetour sind jede Menge Freunde und Bekannte aus Bremen da. Olli und Corinna seit langer Zeit mal wieder, Jörg, Johannes, Sebastian, Silke, Philipp, Andreas, Axel, Nils, Alfred, Ralf … eine RTF ist da Äquivalent von als Sechsjähriger die Strasse hochgehen, bei seinen Freunden klingeln und schauen wer da ist. Ich denke, dass ist der größte Verlust überhaupt wenn man „erwachsen“ wird, die Möglichkeit zu verlieren seine Freunde einfach sofort zu sehen. Heute muss ich mich zwei Wochen vorher zum Essen verabreden oder zehn Messages auf facebook oder Whatsapp schicken.

Am Start stehen Axel und Nils und seine Fotografin ganz vorne. Es wird die beste Platzierung sein, die sie im Verlaufe der RTF erreichen werden.

1406 RTF Barrien 01

 

1406 RTF Barrien 02

Eine kurze, motivierende Ansage des Veranstalters folgt. Ich gebe dies hier nicht wortgetreu wieder, aber in etwa die gefühlte Lage:

„Ihr fahrt nach Straßenverkehrsordnung und auf eigene Gefahr und Rechnung. Die ganze Strecke ist abgeschottert (ich hatte irrtümlich verstanden „abgeschottet“ und mich schon wie blöde gefreut), also irrsinnig gefährlich. Außerdem gibt es mindestens zwei Schützenfeste und sowieso überall Pfingsten. Die Schützen schießen schon mal ganz gerne ein paar Radler ab. Ein paar ganz schlechte Stücke haben wir auch drin gelassen, die werden jedes Jahr noch schlechter, aber uns ist nichts besseres eingefallen. Hinter Bokel laufen blutgierige Zombiebären auf der Strasse rum, vor Gessel haben sich einige afghanische Freischärler verschanzt. In Bruchhausen-Vilsen wird der Ausbruch mehrerer extrem ansteckender Seuchen vermeldet und für 11: 11 Uhr ist der Weltuntergang vorhergesagt. Ach so ja, und wenn ihr, wieder allen Erwartungen überleben solltet, dann macht euch darauf gefasst, dass euer Rad dann geklaut wird. „

Es ist diese klassische Situation, die danach schreit die Frage zu stellen: „Ist das auch alles, oder verschweigen Sie uns etwas?“ Stattdessen bleiernes Schweigen interpunktiert von nervösem Lachen. Eigentlich wollen alle wieder nach Hause, aber die ungeschriebenen Gesetze des Radsports verlangen ……

Ready to go? Fire it up!, so etwa hatte ich mir Motivation beim Radrennen vorgestellt.

Ich hänge mich an die erste Gruppe ran. Wir kämpfen so ungefähr fünf Minuten, aber mir ist eher nach Kaffee- und Butterkuchenfahrt als nach Rennen zu Mute. Rausfallen lassen. Vor mir ist ein Mädel vom TCB. Ich hole sie ein und wir fahren gemeinsam bis wir noch einen anderen Fahrer eingeholt haben. Dann kommt auch schon eine größere Gruppe mit Philipp, Silvia und Andreas in der wir bis zur ersten Kontrollstation bleiben. Die ist etwas chaotisch, zudem gibt es da einen Organisator, der uns zu vernünftiger und disziplinierter Fahrweise anleiten will. Das will zumindest ich nicht. Möchte ich diszipliniert fahren, fahre ich im Verein. Mache ich aber nicht.

Kurze Pause, noch zu früh für Butterkuchen. Irgendwie schaffen wir es einen neue Gruppe zu organisieren. Allerdings ohne Andreas der eine klassischen „Wardrobe Malfunction“ Janet Jackson’schen Ausmasses erlebt und den wir erst am nächsten Kontrollpunkt wiedertreffen.  Bei der Ausfahrt ist rechts ein Stück Wiese abgezäunt, ein Schild weist auf die Verwendung hin „Pissoir“.

Wir fahren los, gleich eine Steigung hoch und oben überhole ich noch so gerade einen gelben Kugelblitz. Nette Gruppe, nette Strassen, Tempo ist nicht zu hoch und an der Steigungen wird trotzdem gut gebolzt. So macht das Spaß. Man kann sich unterhalten, aber auch schnell fahren. Eins von den TCB Mädels fährt extrem kraftvoll und bolzt jede sich auf tuende Lücke zu.

1406 RTF Barrien 03

1406 RTF Barrien 04

 

Nächster Kontrollpunkt. Mehr Butterkuchen. 1406 RTF Barrien 05Mehr Arme die gierig nach Butterkuchen greifen.
1406 RTF Barrien 07

Unsere Gruppe bleibt in der Kernmannschaft zusammen. Es folgt „das schlechte Stück“. Andreas und ich sind gerade vorne und verschleppen das Tempo. Andreas ruft noch: „Vor….“ und das „…sicht“ folgt als er bereits mit dem halben Oberkörper über dem Lenker ist. So ein Cervelo Rad ist halt brutal hart und nicht für solche Strecken geeignet. Nächster Kontrollpunkt. Drei Stück auf 115 km Strecke ist sehr großzügig. Noch mehr Butterkuchen.

1406 RTF Barrien 08

Der erfahrene Butterkuchen-RTF Fahrer nimmt zwei Stücke und klappt diese mit den zuckrigen Seiten aufeinander um sich die Hände nicht schmuddelig zu machen. Man kann dann auch noch eine halbe Banane dazwischenlegen. Die andere Hälfte hatte ich mit einem Mädel geteilt.

1406 RTF Barrien 09

Sehnsucht (links) nach Perfektion (rechts)

1406 RTF Barrien 10

2008 Japan Cycling Racing Club Champion Jersey. Plus weiße Bibshorts in Erwartung heißestem Wetter. Nachdem mein Sohn mich gestern nervte „Boh – Du bist voll rot!“ War heute das Design Thema polnisches Nationalteam.

Noch 20 Kilometer bis zum Ziel. Entspannt plaudern Silke und ich. Ortsschildsprint nach Barrien rein. Ich fahre ein wenig bescheuert und haue fast jemanden raus. Einlauf auf dem Sportplatz. Es gibt eine Hüpfburg und unglaubliche Massen von Menschen. Wohnen die wirklich alle in Barrien? Und wo sind die, wenn man sonst so durch den Ort fährt?

Lockeres Ausklingen, ja, nächste Woche ist RTF in Goldenstedt. Wenn das Wetter gut ist sollten 208 km OK sein. Plus 2 x 12 km hin und zurück vom Bahnhof in Barnstorf. Ganz so locker ist es nicht, die Gewitterwolken stehen bereits fast über uns.

Wir fahren in einer größeren Gruppe zurück Richtung Bremen. Zunächst ist alles fein, aber denn beginnt es zu regnen. Und dann auch noch zu blitzen und zu donnern. Silke ist zu Glück einigermaßen betrunken und merkt nicht, was um sie herum so passiert. Einige von uns kugeln raus oder werden vom Blitz getroffen, wer weiß das schon. Ich habe jetzt irgendwie Lust auf das Freibad Horn, aber Silke meint, dass die Leitung bei Gewitter alle aus dem Becken holt, denn wenn der Blitz da einschlägt ist das wie eine Riesengroße Fritteuse. Mehr Blitze, mehr Donner. Weltuntergang doch nicht um 11:11 Uhr, sondern etwas später, vermutlich weil organisiert von der Deutschen Bahn. In Bremen hört es dann wieder auf. Nass zuhause aber glücklich.

Fazit: sehr gut organisierte RTF auf sehr schönen Strecken. Hat richtig viel Spaß gemacht. Bis nächste Woche.

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2014, Blitzrad, Bremen, Joerg, Mob, Olli, Touren

Mädels mit Rädern.

Ich warte gerade auf Photos von Ludwig, damit über die Touren in Osnabrück und Bremen vom letzten Wochenende berichtet werden kann. Da das noch etwas dauert hier eine sehr weitläufige Zusammenstellung zum Thema Mädels und Räder. Alles, was in der Feedly Ablage der letzten Monate bislang versauerte.

4780ce509def68450547950d8c946ae1 1798659_686125931450444_1623305374_n 4224132608_7860751911_b 12856937815_e762e868e2_c 12857434534_6ee4a9c840_c 12857478814_b2cbea62bf_c 13717640733_75d276acff_c 13919319374_4f7a4cfdea_c 14090542015_9e673fe613_c buffalo celeste DariaElle francese IMG_7758 incarnato juliet KortniKennedy laura-trott mfs_notubesmfsm_hair roman S__22396989 tumblr_mjp59wW0hm1s5g9lvo1_500 tumblr_mxpfi54dBX1sg7jslo1_500 tumblr_mzgj10Xjh31sbhmx9o1_500 tumblr_mzmfvdi4RR1sza3eio1_1280 tumblr_mzrethe9Ih1sixzhso1_1280 tumblr_n0wcoqFknJ1salqugo1_500 tumblr_n01bk9u5k11qbtaljo1_500 tumblr_n1ewarG7wY1s4ks7qo1_500 tumblr_n1plcmmNRy1s4ks7qo1_500 tumblr_n1zussktov1tuih7ho1_500 tumblr_n2rpbbzuOX1tuih7ho1_500 ivan manteiga ortiz tumblr_n5iymo2ZP51qc80voo2_500 tumblr_n6f31qP14I1tuih7ho1_500 tumblr_n40mrg7ljZ1s4ks7qo1_500

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Look who came to Jerusalem. Or Bremen.

1405 Ludwig Bremen 05

Hinterlasse einen Kommentar

von | 4. Juni 2014 · 10:05

Alles was man über Delmenhorst wissen muss. Und Angst hat zu fragen.

1405 RTF Delmenhorst 1

„Und hier“, so klären mich meine beiden Begleiter aus Delmenhorst auf, „hat man vor ein paar Wochen eine Leiche im Bach gefunden.“ Einige hundert Meter weiter gibt es eins von drei Hochhäusern in der Stadt; und von diesem ist  vor kurzem jemand gesprungen ist. Vorher gab es noch einen Häuserblock mit abgebranntem Dachstuhl, alle dort lebenden Familien mussten evakuiert werden. Willkommen in Delmenhorst.

Ganz so schlimm ist es dann doch nicht, wie man im Stadtführer über Delmenhorst nachlesen kann. Kein Vergleich zu Emden … oder gar Wilhelmshaven.

So wundert es nicht, dass die RTF Delmenhorst direkt und schnell aus der Stadt führt. Diesem Umstand ist es dann auch zu verdanken, dass diese RTF eine der schönsten Strecken überhaupt hat und eine recht clevere Streckenführung; also schnell raus aus dem Stadtgebiet bevor die Gangs die Räder unterm Sattel wegklauen bis nach Colnrade zum einzigen Verpflegungspunkt und von dort aus entweder gleich zurück in die Favelas der norddeutschen Tiefebene  (80 km) oder aber eine weitere Schleife drehen (120 km), oder noch eine weitere und andere Schleife um den Verpflegungspunkt fahren (155 km). So kann man ganz entspannt losfahren und sich beim fahren überlegen, welche Strecke man zurücklegen möchte. Das ist gut, insbesondere dann wenn für den nachmittag Regen angesagt ist.

Zusammen mit Tobi(Live) bin ich bislang nur einmal die RTF Delmenhorst gefahren, das war 2012. Damals fuhren wie die sehr seltene 138 km Strecke, die es offiziell an sich nicht gibt. Im wesentlichen handelt es sich dabei um die 120 km Strecke die man dann durch verfahren geschickt um 18 km verlängern kann.

Für eine RTF muss natürlich gut trainiert werden, damit der Körper die Belastung von 80 oder 155 km Fahrt gut durchsteht. Am besten fängt man damit nicht zu früh an, denn dann ist die Motivation zum trainieren bereits lange vor der RTF aufgebraucht und man kommt letztendlich ohne Power zum Start. Ich denke ein guter Trainingsbeginn ist etwa drei Tage vorher, da kann so ein Mißgeschick nicht passieren. Und so machte ich mich drei Tage vorher nach der Arbeit mehr oder minder in Arbeitsklamotten auf die Fahrt durch das Blockland. Ich kam an der Straße nach Ritterhude an, machte ein paar Photos von meinem Basso Fixie und mir und wollte gerade rechtswümmig zurückfahren, als eine ganze Truppe von Rennradfahrern von Ritterhude kommend auf den Deich einbog. „Prima“, dachte ich, „trainiert hast Du ohnehin schon mehr als genug, da hängst du dich jetzt dran und lässt dich nach Hause ziehen.“ Ich machte also mächtig Dampf und als ich dann dran war fragte mich gleich einer aus der Gruppe: „Kommst Du mit?“ „Klar“, antwortete ich, das waren ja nette Leute. Dieser Eindruck korrigierte sich aber schnell und auf der nach unten offenen Norddeutschen Nettigkeitsskala wurde in den folgenden Minuten eine „minus drei“ abgelesen.

Ach so, ich dachte Du gehörst zu uns und kommst bei dem Tempo nicht mit.“
Nö, das Tempo ist schon OK
„Kannst gerne mit uns mitfahren.“
„Prima, Danke“

Einige Sekunden später.

„Du hast keinen Helm. Du kannst nicht bei uns mitfahren. Das sind die Regeln im Verein. Fahr raus.“
„Von welchem Verein seit ihr?“
„Von therafit. Fahr jetzt raus.“
„OK, Tschüss.“

Na ja, ich hatte halt keinen Helm, weil ich direkt von der Arbeit kam. Und Helm mit weißem Hemd und Krawatte sieht soooooooo 1990 aus. Also ich finde das schon OK mich dann aus der Gruppe rauszuschmeißen. Nun war aber die allgemeine Erwartung an mich, dass ich mich zurückfallen lasse und brav hinter denen herfahre, bevor die Therafitgruppe dann irgendwann am Horizont vor mir verschwindet. Das wiederum fand ich eine sehr doofe Idee. Ich ließ mich zurückfallen um aus der Lücke in der Gruppe rauszukommen, dann stieg ich in die Fixieeisen und trat so gut wie ich konnte mit meinen spitzen Lederschuhen in die Pedale bis ich an dem gesamten Feld vorbeigezogen war. Mit Hemd und Krawatte wäre das noch cooler gewesen, aber mit Poloshirt war das sicherlich auch sehr eindrucksvoll.

Nun fuhr ich mit 35 km/h und gefühlter 120er Trittfrequenz etwa 20 Meter vor dem Feld her. Das war nun wirklich lustig. Also für etwa 35 Sekunden. Dann merkte ich, dass die Therafittruppe auch fast einen 35er Schnitt fuhr und drauf und dran war mich wieder einzuholen. Mit anderen Worten: Die hatten Blut gerochen, denn eigentlich war das ja, wie sich später herausstellte, nicht die 30+, sondern die langsamere 25+ Gruppe von Therafit. Das ging ja nun gar nicht. Ich musste also nun richtig reinhauen, alles geben und mich aus Coolnessgründen auf keinen Fall umschauen. Und dann hoffen, dass irgendjemand in der Gruppe „Langsamer!“ schreit, weil er nicht mehr mitkommt. Mann, war das anstrengend, so hatte ich mir trainieren an sich nicht vorgestellt. Mit konstant hohem Tempo ging es dann an der Wümme lang bis zum Kuhsiel. Dort ging mir nun endgültig die Puste aus uns so fuhr ich geradeaus weiter, in der Hoffnung dass die Truppe rechts Richtung Platzhirsch abbiegen würde. Was sie denn auch tat. Lässig lehnte ich an dem Geländer, nahm eine Schluck Wasser aus der Flasche und blickte ihnen nach.

Damit war das Delmenhorst Training beendet.

Am RTF Tag selber hatte ich Sportverbot von meinem Zahnarzt. Am Tag vorher hatte er mir zwei Backenzähne gezogen und dafür eine Packung Paracetamol in die Hand gedrückt.

„Und die nächsten drei Tage kein Sport.“
„Was ist mit Radfahren?“ 
„Na ja, schon OK, aber nicht Rennrad auf Zeit nach Wilhelmshaven!“

Wilhelmshaven? Emden? Bin ich lebensmüde, in diese Brutstätten des Verbrechens (siehe oben) wollte ich auf keinen Fall. Ich interpretierte die Aussage des Arztes so, dass nach Norden auf Zeit nicht OK ist, nach Süden aber schon. Und so kam ich am Morgen doch noch rechtzeitig nach einem Platten zum Treffpunkt an der Pappelstraße/Langemarckstrasse. Insgesamt, so hörte ich nachher, hatten sich 38 Teilnehmer aus Bremen dort getroffen, darunter auch einige die ich kannte. Philipp war da, sowie Jonas, Tobias, Torben, Silke und und und. Auf der Fahrt nach Delmenhorst hatte ich Zeit mich mit Silke zu unterhalten und gemeinsam bestaunten wir die Hazienda des kolumbianischen Drogenbarons, die er sich vor einiger Zeit an den Grenzen der Stadt Delmenhorst errichten ließ. Schlimm, wie sich das Verbrechen in der Stadt auch architektonisch manifestiert! Ich vermute übrigens, dass es sich um denselben Drogenbaron handelt, der auch in Japan am Rande des Tsukui Sees eine Villa mit Landrover besitzt.

Als wir an der Schule in Delmenhorst ankamen, waren bereits eine Menge Leute da, insgesamt sollen es über 300 Teilnehmer gewesen sein – Rekord für diese RTF. Jörg war da, wollte aber nicht fahren, Andreas, Karin, Torsten und und und.

CIMG9961

Andreas, wie man ihn kennt und mag.

CIMG9966

 

Jörg und ich und ein halber Kaffee. Die andere Hälfte hatte ich bereits einem Mädel…äh..geschenkt. 

Schnell war die Zeit um und ich hatte gerade noch Zeit einem Mädel meinen Kaffee auf die weißen Bibshorts zu schütten. Zum Glück sehe ich zu alt aus, als wenn das als Anmache gedeutet werden könnte. Diesmal wollten wir kein Erinnerungsphoto machen und so mogelte ich mich recht weit nach vorne am Start, um mit der ganz schnellen Truppe fahren zu können. Sicher wollten die mich mitnehmen, denn ich hatte ja nun einen Helm (Hallo Willi!).

1405 RTF Delmenhorst 2

Genau, so weit vorne war ich! Beste Platzierung dieses Jahr. Aber nur beim Start.

Und dan ging es auch schon los, nachdem der Mann mit der roten Fahne durch das Feld ging und die Gruppe neutralisierte, was immer das heißt.

1405 RTF Delmenhorst 3

Die ersten drei Kilometer fuhr ein Rennleitungswagen vorweg. Prima, da kann man ja locker warm werden, dachte ich mir. Allerdings fuhr dieser Wagen dann wohl mit 50 Sachen vorweg, so das sich Schwierigkeiten hatte in der Truppe zu bleiben. Nach etwa 5 km gab ich dann auf, ließ mich zurückfallen und war nun erst einmal allein zwischen Feldern. Aber zum Glück raus aus der Stadt! Ich holte einige andere Rausgefallene ein, aber die waren nun noch langsamer als ich und so war ich wieder alleine. Zum Glück kam dann die nächste große Gruppe, angeführt von Philipp, Jonas, Torben und Tobias von hinten und ich konnte mich dort einreihen. So fuhren wir einige Kilometer, bis Tobias dann seinen ersten Platten hatte. Es war nicht sein letzter heute: Drei Stück! Etwas asozial, aber vielleicht auch geprägt von den Eindrücken Delmenhorsts fuhr ich mit der Gruppe weiter, da waren jetzt vielleicht 20 Fahrer drinnen, unter anderem auch ein paar Triatathleten mit Lenkerausfsätzen und  hohen Zipp Felgen. Dabei waren auch die Armstrong Brüder, Lance, Neil und Louis, die nun eine Fabrik für Bodenbeläge aufgemacht haben. Die Trikots sahen aus wie aus Bodenbelägen gemacht und eigentlich sollte es Unternehmen heute doch klar sein, welche Bedeutung es hat, wenn Sie einen Kreis um das A in ihrem Firmennamen machen, auch wenn das sooooooo 1980 ist. Aber fahren konnten die.

Die Disziplin insgesamt in der Truppe war etwas locker und so klappte es nicht so gut mit den Wechseln vorne. Eigentlich war ich ganz froh, als wir dann am Verpflegungspunkt in Colnrade ankamen und sich die Truppe auflöste. Einige fuhren sowieso gleich durch, andere machten lange Pause und ich hängte mich an das Hinterrad des Erstbesten der wieder das Weite suchte. Der fuhr auch gut schnell. Es war trotzdem ein Fehler, denn er fuhr nur schnell die 80er Runde. An der Abzweigung zur 120er Schleife fuhr er geradeaus und ich alleine weiter. Aber zum Glück schlossen gleich zwei Triathleten zu mir auf, einer vom RCB. Mit den beiden ging es dann weiter. Machen die Triathleten die Führungsarbeit auf ebener Strecke geht es echt schnell, am Berg und auf Pflaster musste ich dann übernehmen. Gesprächig waren die auch nicht, aber es ging doch gut und schnell durch die Felder.

Bis es plötzlich zisch machte und mein Hinterreifen platt war. Ich hatte insofern Glück, als dass ich gerade Führungsarbeit machte. Einer der beiden Anderen fragte mich dann „Alles OK?“ und ich fragte „Hast Du einen Schlauch?“, weil ich meinen bereits auf der Anfahrt verbraucht hatte. Ich konnte ihm aus dem Gesicht ablesen, dass er erstens, einen Schlauch hatte und zweitens so gar keine Lust ihn mir zu geben, aber der Ehrenkodex der Radfahrer lässt einem da recht wenig Wahl. Zumal ich ihm auch 10 Euro für seinen Schlauch gab und ihm wünschte, dass er keinen Platten haben möge als er wieder losfuhr.

Ich traf dann zwei lustige Typen die auf Tourenrädern unterwegs waren und mir ihre Pumpe borgten. Noch besser, als ich wieder anfuhr gaben Sie mir Windschatten UND stoppten durch ihre bescheuerte Fahrtweise eine andere Truppe, so dass ich mich an die dranhängen konnte. Auf diese Art und Weise kam ich dann zum zweiten Mal zum Verpflegungspunkt.

Die beiden Triathleten waren schon weg, aber auch sonst war noch viel Männlichkeit vorhanden.

1405 RTF Delmenhorst 4

 Ich vermute mal, dass das irgendwas mit dem Hells Angels Logo Verbot zu tun hat.

Also fuhr ich wieder alleine los auf die letzte 155er Schleife. Das Wetter war ja immer noch gut zum Glück, kein Regen in Sicht. Alleine war ich nun recht langsam, aber bald holten mich ein Südschwede (siehe Startphoto) , ein Vegesacker und ein weiterer Teilnehmer ein und so fuhren wir zu viert weiter. Und so kamen wir zum letzten Mal an den Kontrollpunkt. Ich machte mich wieder auf den Weg, aber schon bald holten mich ein Südschwede (siehe Startphoto) , ein Vegesacker und ein weiterer Teilnehmer ein und so fuhren wir zu viert weiter. Kennen wir schon. Und täglich grüsst das Murmeltier.

1405 RTF Delmenhorst 5

Wie man sieht, alleine auf der 155er Schleife.

Aber nicht nur das, etwa 20 km vor dem Ende der RTF fing es nun richtig an zu schütten. Endlich, ich konnte mich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, dass ich mal eine RTF trocken fahren sollte nach den Erfahrungen beim Roten Fuchs und beim Velothon dieses Jahr. Ich wurde also richtig nass. Und während der Südschwede, der Vegesacker und noch einer erst einmal Unterschlupf an einer Lebkuchenhütte im Wald nahe der Stadtgrenze von Delmenhorst suchten, fuhr ich einfach weiter, über die Panzerstrasse bis in Delmenhorst wieder die Sonne schien und ich am Zielpunkt angekommen war. Eine sehr schöne RTF und mit An- und Abfahrt fast 195 km lang.

Am Ziel waren noch Torsten, Karin und Andreas; ich holte mir ein Brot und etwas zu trinken und wir hingen dort locker ab.

CIMG9972

CIMG9976

Später kam auch noch die Truppe um Philipp, die wohl dieses Mal die Seiche am Hinterrad kleben hatten.

CIMG9978

CIMG9981

Tolle RTF wirklich. Ich kam sogar noch getrocknet und trocken nach Hause und am Abend fing es dann wie verrückt an zu regnen. Zum Glück sass ich zu diesem Zeitpunkt wieder in Bremen, der sichersten Stadt im Universum jenseits von Betageuze.

Danke an alle die da waren. Photos werden noch nachgeliefert. Hier ist ein repräsentative Auswahl von offiziellen Photos. Wenn die Benutzung nicht OK ist bitte ich um Nachricht.

IMGP1568

IMGP1625

IMGP1699

IMGP1856

IMGP1999

 Die Jäger hetzen die Beute.

IMGP2239

IMGP2269

IMGP2301

Hat so einen Feldmarschallmäßigen Schritt, ist mir gleich aufgefallen.

IMGP2306

IMGP2359

Bananen teilen – habe ich als Teenie auch gemacht. Banana Split. Obwohl Ahoi Brause ist besser. Aber soooo 1970.

IMGP2382

IMGP2393

IMGP2399

IMGP2423

Super: Aero in der Boxengasse – da wird keine Sekunde verschenkt!

IMGP2427

IMGP2524

IMGP2529

Äh, nicht zu verwechseln mit den Armstrongs, die haben auch ein umkreistes „A“.

IMGP2562

IMGP2632

IMGP2676

IMGP2687

IMGP2688

IMGP2689

IMGP2690

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2014, Blitzrad, Bremen, Karin, Mob, Touren

Schöner: Nagasawa Special

1405 Nagasawa Special 14

Above Bike ist einkleiner, sehr spezialisierter Radladen in Kawasaki in unmittelbarer Nähe der Brücke nach Futagotamagawa. David hat dort seinen Yamabushi Eigenbau lackieren lassen und ich fand dort einen wunderschönen Nagasawa Keirin Rahmen, als ich im April zu Besuch in Tokyo war.

Above Bike hat eine Menge Rahmen und Komponenten nach denen sich europäische Enthusiasten die Finger lecken würden, vor allem wenn es um Fixies, Keirin und NJS geht. Ganz hinten durch gibt es einen Aufbau, auf dem ca. 20 Rahmen, von Cyclo Cross bis Keirin gelagert sind und dort stach mir der metallisch-blaue Nagasawa Rahmen ins Auge: „Wow, der könnte meine Größe haben!“

Rahmen die bei japanischen Keirin Rennen benutzt werden dürfen, werden nur von einer Handvoll japanischer Rahmenbauer gefertigt die eine NJS Zulassung haben. Zu den bekanntesten Marken gehören Panasonic, Bridgestone, Samson, Nagasawa, Kalavinka, 3Rensho und Makino.  Nicht alle Rahmenbauer sind noch aktiv, ab und an verliert einer auch seine Zulassung wie im Falle von Vivalo. Das Angebot wird daher eher geringer, einen guten Überblick kann man sich auf der NJS Export Website verschaffen. Da die Rahmen in der Regel für japanische Keirin Pros gefertigt werden und diese eben Japaner sind, sind die Rahmengrößen etwa zwischen 50 und 56 cm; es ist relativ schwierig einen größeren Rahmen zu finden. Der Nagasawa Rahmen bei Above Bike war 60cm – sah gut aus und ich hatte das Gefühl dass ich ihn haben sollte.

Nagasawa ist ein Ein-Mann-Betrieb in Osaka. Mr. Nagasawa, mittlerweile 66 Jahre alt, baute zum Beispiel die Rahmen für Nakano Koichi der darauf 10 aufeinander folgende Weltmeisterschaften im Sprint gewann.

1240216605NAKANO Koichi

Koichi Nakano mit Nagasawa Keirin Rahmen

So etwas kann also nicht wirklich schlecht sein. Leider gehörte der Nagasawa Rahmen nicht dem Laden. Er war von einem Kunden dort platziert worden der sich nicht entscheiden konnte, ob er ihn umrüsten oder verkaufen wollte. Above Bike wollte sich erkundigen, ob der Rahmen zum Verkauf steht, wenn ein unwiderstehliches Angebot kommen sollte.

Ich machte mich mit David auf dem Weg zu einem anderen Laden, C Speed, der von unserem gemeinsamen Freund Hiroshi geführt wird. Zum Glück hatte ich meinen Helm bei Above Bike vergessen und als ich zurück kam und ihn abholen wollte sagte mir die Frau des Besitzers, dass der Eigentümer einem Verkauf zugestimmt hatte, zu einem gerade noch nicht unverschämtem Preis. Ich machte eine Anzahlung, später eine weitere und den Rest übernahm die japanische Post und der deutsche Zoll. Ein paar Wochen später war der Rahmen in Bremen.

Dadurch war genug Zeit vorhanden zu überlegen wie das Teil aufgebaut werden sollte. Der allererste und naheliegendste Gedanke ist: Alles komplett NJS, am besten auch noch Gruppenrein Shimano Dura Ace oder Suntour, oder irgendetwas exotisches wie Suzue. Da die Chance den Rahmen aber intensiv zu fahren ohnehin wegen mangelnder Funktionalität und hohem „da darf nix passieren mit dem Rad“ Angstfaktor  nicht gerade hoch ist, kam die zweite Alternative zum tragen: Schauen was im Keller ist, was könnte vom Design her gut passen und den Rest passend dazu kaufen.

Der Rahmen ist in einem sehr schön glänzenden blau lackiert mit sehr wenigen Beschädigungen. Neben den orangen Schriftzügen am Unterrohr sind die Muffen gelb ausgelegt. Noch viel mehr orange machte da wenig Sinn. Da ohnehin die viel zu guten Laufräder meines Bassos zum Einsatz kommen würden war das Thema in der Kombination „Schwarz/Silber“ quasi vorgegeben und so schaute ich mich nach entsprechenden Komponenten um.

Im Keller hatte ich seit einiger Zeit eine Rino Aero Kurbel mit den charakteristischem schwarz-silbernen gelöcherten Kettenblättern. Und dazu auch ein Rino Leader Sattelstütze in der passenden Größe (27,0 mm). Die gravierten Rino Logos lassen sich prima mit der Rahmenfarbe ausmalen. Das alles passt überhaupt nicht zum Thema „Keirin“ und gut zum Rad.

Am Freitag Abend war endlich alles aufgebaut, das vorläufige Endergebnis heute photographiert:

1405 Nagasawa Special 10

 

von der Seite

1405 Nagasawa Special 15

von seitlich vorne

1405 Nagasawa Special 18

von hinten

1405 Nagasawa Special 19

 

und, wer hätte das gedacht, von halbschräg-hinten unten

Ein paar Details.

1405 Nagasawa Special 12

1405 Nagasawa Special 20

1405 Nagasawa Special 21

San Marco Supercorsa Sattel aka „Geierschnabel“ auf rot und blau ausgelegter Rino leader Stütze über Nagasawa Muffe. Nicht NJS und trotzdem schön.

1405 Nagasawa Special 13

San Shunen Logo des alten Besitzers. Basiert auf einem sehr kompliziertem japanischen Witz, den ich selber nicht verstanden habe noch erklären könnte und kopiert charmant das 3Rensho Logo. Dahinter links ein Kashimax Five Star Gold Top Tube Protector. Ja, so etwas braucht man an einem Bahnrad, vor allem dann, wenn sich der Steuerkopf (Hatta Swan) fast ohne jeden Widerstand drehen lässt – das habe ich noch nirgendwo so gesehen. Wie alles von Kashimax einfach sündhaft teuer und NJS.  Rechts davon ein kurzer Nitto NJS Vorbau aus dem Positivo Laden von Nagai-San. Der Vorbau ist Keirin-spezifisch kurz, denn obwohl der Rahmen eine Größe von 60 cm hat, ist das Oberrohr nur 56 cm lang – das ist klassische Keiringeometrie, klein und gedrungen.

1405 Nagasawa Special 16

Nitto B125 Lenker von dem blauen Basso mit orangen Track Grips.

1405 Nagasawa Special 17

Gelb ausgemalte Muffen, bahnradtypischer Minifreiraum zwischen Reifen und Gabelkrone. Die Reifen sind Tufo S3 Schlauchreifen, für die Bahn ginge das natürlich noch filligraner und dünner.

1405 Nagasawa Special 22

Ausfallenden von Nagasawa mit MKS NJS Kettenspannern. Funktioniert gut, könnte aber sein, dass ich übertrieben und zuviel Spannung auf die Kette gebracht habe.

1405 Nagasawa Special 23

 Absolut unmöglich Bremsen anzubringen – bis auf Dia Compe Trackbremsen, dafür ist die Gabel auch vorbereitet. Aber richtig bremsen tut das auch nicht. Japanische Flagge mit Weltmeisterstreifen, in Referenz an Nakano Koichi.

1405 Nagasawa Special 24

Der Laufradsatz: Ticino Sheriff Stern Kopie Naben mit DT Swiss Revolution Speichen und Mavic SSC Roubaix Schlauchreifenfelgen. Wie gesagt, passt nicht zu einem Bahnrad und sieht trotzdem gut aus.

1405 Nagasawa Special 25

Rino Aero Kurbel, Campagnolo Kurbelschrauben und Izumi (non-NJS) Kette, alles irgendwie silber-schwarz abgestimmt. Auch die Pedalen: MKS RX-1 mit MKS Alu Haken und schwarzen Christophe Pedalriemen.

1405 Nagasawa Special 27

1405 Nagasawa Special 28

 

Hier noch eine Detailaufnahme von den Pedalen. Hochglanzpoliert, extrem leichtgängig und mit sehr sehr kurzer Pedalplatte vorher. Die Muttern zur Befestigung der Haken sind eigentlich annötigt, denn die Bohrungen in der Pedalplatte sind mit Gewinden versehen. Muttern mit integrierter Unterlegscheibe passen wegen der Platzverhältnisse ohnehin nicht rein.

Wie fährt sich das ganze denn nun?

Unaufgeregt schön, wäre vielleicht eine gute Umschreibung. Heute mit Bremse in die Stadt (aufregend) und ohne Bremse zurück (noch aufregender).  Die Bahngeometrie fährt sich ganz normal, das Rad ist nicht nervöser, wendiger, Spurtreuer oder sonstwie anders als andere gute Stahlrahmen. Es ist nur schöner.

1405 Nagasawa Special 30

Und hat einen stolzen Besitzer der nun auf Sonnenschein auf Dauer in Bremen hofft.

1405 Nagasawa Special 08

Danke an Harald für die Photos heute. Harald hatte mich nicht nur trotz Urbancamoflage erkannt, sondern blieb auch noch stehen und machte Photos.

1405 Nagasawa Special 19 small

 

7 Kommentare

Eingeordnet unter 2014, Mob, Nagasawa

Schön.

1405 Schön

Hinterlasse einen Kommentar

von | 29. Mai 2014 · 22:30

Upgrade durch Downgrade

1405 Basso Downgrade 01

In der Evolution des Aufbaus von Rädern kommt es zu einem Punkt, an dem das Rad nicht mehr fahrbar ist.

Ok, jetzt noch einmal langsam an einem Beispiel: Dieses blaue Basso habe ich letzten Winter aufgebaut. An dem Rad sind eine Menge Komponenten, die mir lieb und teuer sind. Und am teuersten dabei sind die Ticino Sheriff Stern Naben (Nach Campa Vorbild) mit eingespeichten Mavic SSC Roubaix Schlauchreifenfelgen. Das weiße Bartape und das allgemein schlechte Wetter in Bremen tun ihr übriges dazu, dass das Basso nicht bewegt wird.

Schade, denn das Rad fährt sich sehr gut. Ich weiß auch nicht warum, aber neben meinem Carbon Canyon ist es das agilste Rad, das ich besitze (und das sind einige). Man geht aus dem Sattel und beschleunigt und das Ding geht ab nach vorne wie kein zweites Rad.

Aber ich fuhr es halt nicht. Nun kommen die Laufräder an einen anderen, noch hochwertigeren Rahmen, so dass ich an das Basso einen anderen Laufradsatz montieren kann, den ich vorher an meinem Union Fixie benutzt habe. Und siehe da, ich traue mich wieder mit dem Basso raus und die Agilität hat das Teil auch nicht eingebüßt.

Downgrades können so entspannend sein.

1405 Basso Downgrade 03

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2014, Basso, Mob

Bremen. (Magdeburg). Berlin. Bremen. Teil I: (Magdeburg) Berlin

Der Schäferhund eines Punkmädchens leckte mit die linke Hand ab, als ich ihr mit der rechten eine Zigarette gab.

Ein prosaisches Intro (Radsportinteressierte mögen bei „Das Rennen“ weiterlesen)

Magdeburg, so werde ich Dich diesmal in Erinnerung behalten. Ich war auf dem (Um)weg nach Berlin und hatte eine Stunde Aufenhalt in der Stadt. Meine Laune war auf dem Tiefpunkt, denn ich wusste, dass ich frühstens um zehn Uhr bei meinen Freunden ankommen würde. Gerade genug Zeit um etwas zu sprechen, etwas zu essen und dann kurz zu schlafen. Um morgens um 5:30 Uhr aufzustehen und zum Velothon zu fahren; der kündigte sich bereits als verregnet an.

Der Regionalexpress RE1 hatte bereits eine Verspätung aufgrund einer „vorhergehenden Verspätung“, wie die verquere Logik der Deutschen Bahn entschuldigend feststellte.  Einen Moment überlegte ich, ob ich in Magdeburg bleiben sollte. Ich könnte das Punkmädel heiraten, mir einen Schäferhund anschaffen und am Bahnhof rumlungern und Fremde nach Zigaretten fragen. Samstags dann ins Stadium und den 1. FC Magdeburg anfeuern. Nein, dann doch lieber Werder und in Berlin durch den Regen fahren.

Biederitz, Gerwisch, Möser was klingt wie eine Aufzählung ostdeutscher Schimpfworte sind die Namen von Stationen entlang der Linie RE1 an denen selten heute selten Menschen ein und aussteigen. Ich sass links, rechts ging jetzt die Sonne unter und ich schaute ihn mir quer durch den Zug an: Der Sonnenuntergang war spektakulär: dunkle, schmale Wolkenbänder im Wechsel mit roten Streifen Restsonne. Ich lächelte vor mich hin, ein Mädel dass zwischen mir und der Restsonne sass lächelte zurück.

Groß Kreutz, Golm, Potsdam, es ging nun so langsam nach Berlin herein. Berlin ist rauher als Bremen, bereits bei der Anfahrt bekommt man sukzessive einen Geschmack davon. Eine Familie steigt ein, Vater und Mutter je mit einer Flasche Bier in der Hand, die ca. 10 bis 12 jährigen Töchter noch nicht. Der Vater sagt zu ihnen. „Wenn der Schaffner kommt: Lauf!“

Berlin-Wahnsee. Raus aus dem RE, rein in die S-Bahn und dann wieder raus in West-Lichterfelde. Ich komme aus dem Zug und es regnet bereits, ein Vorgeschmack auf morgen. Kathrin, Fabian und die ganze Familie nehmen mich wie immer herzlich auf. Letztens Jahr bin ich nicht zum Velothon gefahren, so dass es nun zwei Jahre her ist, seitdem wir uns das letzte Mal gesehen haben … oder war da irgendeine Konferenz auf Mallorca?

Es bleibt wirklich nur wenig, viel zu wenig Zeit und ich bin um Bett und schlafe gut. Am nächsten Morgen sind wir schnell fertig, fahren mit Auto und Rädern im Regen zur Lützowstrasse, dem Geheimtip zum parken für den Velothon und versuchen Herrn K anzurufen, den wir konspirativ vor der russischen Botschaft treffen wollen. Herr K will zum ersten Mal den Velothon mitfahren und übernachtet in der City in einem Hotel.

Später stellt sich heraus, dass neben Herrn K noch viele weitere Teilnehmer am Velothon im Hotel übernachtet haben. Am Morgen stehen sie in der Lobby und schauen aus dem Fenster. Schnell machen dramatische Nachrichten die Runde: Der Velothon soll vielleicht abgesagt werden, die Kopfsteinpflaster sind glatt wie Schmierseife, immer wieder ist es in der Vergangenheit zu schrecklichsten Stürzen im Regen gekommen und am besten sollte man dann auch nicht teilnehmen. Man unterschätze nie die Stimmung der Masse. Nach einiger Zeit kommt Herr K, wie viele andere zu der Erkenntnis, dass es besser ist jetzt erst einmal in Ruhe Kaffee zu trinken, lang aufgeschobene Emailkorrespondenz zu erledigen und dann nach Hause zu fahren. Oder nach Magdeburg um einen Schäferhund zu heiraten.

Das gibt uns noch eine Stunde Zeit im Auto mit Standheizung über unser Schicksal zu hadern. wir haben aber einfach nicht genug Masse und fahren durch den Regen zum Start. Als wir da ankommen bin zumindest ich schon total nass. Fabian hat zumindest Überzieher über den Radschuhen, so dass seine Füsse zunächst trocken bleiben.

Das Rennen (diesmal die 60km Runde)

Das ist meine dritte Teilnahme am Velothon nach 2010 (120 km flott mit dem Rennrad), 2011 (120 km mit Unfall) und 2012 (120km mit dem Fixie). Diesmal und nach der RTF am Vortage nur 60 km.

Ich war für Startblock G gemeldet, denn ich hatte mich sehr spät angemeldet und alle schludrigen Teilnehmer kommen eben in den letzten Startblock. Fabian war in Startblock B, was nicht bedeutet, dass es sich bereits 1984 angemeldet hat. Die Startblocks A bis F werden nach Vorjahresdurchschnittsgeschwindigkeit bzw. eigener Eigen- oder Selbstüberschätzung vergeben. Für Startblock B reicht im Regelfall die Angabe „Schallgeschwindigkeit“. Nun starten die Startblocks aber im Abstand von 3 bis 5 Minuten, in jedem Block sind etwa 1.000 Teilnehmer. Ich hatte nun gar keine Lust weitere 20 Minuten im Regen zu warten und so fuschte ich mich mit einem freundlichen Lächeln neben Fabian in den Block B, meine Startnummer war ohnehin unter der Regenjacke unsichtbar. Ich hätte auch ganz ohne Meldung fahren können. All dies würde dann vermutlich zu einer Disqualifikation führen, aber das war mir auch egal, ich kam ja nicht zum Gewinnen nach Berlin. da hätte ich wohl alleine kommen müssen.

Fabian und ich sprachen uns ab, dass wir das alles ruhig und, den Umständen entsprechend, locker angehen. Und als der Startschuss dann fiel fuhr ich auch locker mit dem B Block mit. dann allerdings wurde ich von hinten überholt. Und ich weiß nicht warum, aber ich mag das nicht. Das reizt mich, vor allem dann wenn es Menschen sind die weniger sportlich aussehen als ich oder mein Rad. Ich muss dann einfach mir und so hängte ich mich an den nächsten Zug dran. Und dann wieder an den nächsten und bald war ich schon wieder im gewohnten Velothon  Tempo. Das war aber diesmal etwas langsamer als sonst. Und alle fuhren sehr vorsichtig, das kannte ich so auch nicht vom Velothon. Ich vermute, dass dies auch etwa mit der Vorauswahl durch den regen zu tun hat: Die nicht so guten Fahrer bleiben ohnehin im Hotel, die besseren ließen sich durch das Wetter nicht abschrecken.

Später habe ich einmal den Müller und den Schmidt Test gemacht: Man gebe auf der Website des Velothons in den Ergebnislisten für 60km, „Müller“ ein: 61 Müller waren gemeldet, 24 davon sind nicht gestartet. Und bei den Schmidts? 49 gemeldet, 17 nicht gefahren. Also ich denke überschläglich kann man schon feststellen, dass ein Drittel der Teilnehmer des 60 km Rennens gar nicht am Start erschienen ist.

Und so kam ich ganz gut durch das Feld nach vorne, denn viele Müllers und Schmidts waren ja gar nicht da, um mir den Weg zu versperren. Und eigentlich machte es jetzt, wo man nicht mehr in der Kälte bibbern musste, auch Spaß. Berlins Strassen sind nicht die besten, teilweise hatte ich das Gefühl durch einen Fluß zu fahren auf deren Grund sich Walrösser oder Alfred hätte verstecken können, ohne dass man den Schnäuzer an der Oberfläche sieht. Das machte nun richtig Spaß, die Pfützen bremsten ein wenig das Tempo und rechts und links spritzte das Wasser.

Als wir in den Grünewald kamen waren wir immer noch eine recht große Gruppe von vielleicht 70 Fahrern. Nun kamen hie ein paar Anstiege und das führte dazu, dass immer mehr Fahrer hinten aus dem Feld rausfielen. Ich hatte wenig Mühe in der Gruppe zu bleiben und auch wenig Ambition daraus auszureissen. Die Gruppen vor uns waren einfach zu weit weg und wir überholten ohnehin schon die eine oder andere Truppe aus dem Startblock A der 3 Minuten vor uns gestartet war.

Es passierte dann herzlich wenig. Ein paar Positionskämpfe im Feld, sehr vorsichtiges Fahren in den Kurven und absolut keine Stürze. Der sicherste Velothon bislang. bald waren wir auch wieder in der Stadt Berlin und zwei Fahrer aus dem C Feld zogen an uns vorbei. Ich hängte mich an die dran und das brachte mich zur Spitze unserer Gruppe. Dort hingen die aber dann auch erst einmal fest und es ging nicht weiter, also machte ich keine Anstalten  da jetzt Führungsarbeit zu übernehmen. Zumal mir die RTF vom Vortag auch noch in den Knochen sass und ich das so langsam immer mehr spürte.

Einfahrt auf den Flughafen Tempelhof. Hier ist es immer windig, deshalb muss man besonders konzentriert fahren und darf nicht hinter der Gruppe bleiben. Das klappte sehr gut, aber die Gruppe zerriss es fast komplett, aus der ehemaligen Grünewaldgruppe von 70 Fahrern waren jetzt vielleicht noch zehn übrig, ein paar andere hatte sich dann noch beim überholen angeschlossen.

Noch ein wenig durch die Stadt und dann ging es schon auf die Zielgerade. Das man jetzt beim Velothon weder durch das Brandenburger startet, noch am Ende dort durchfährt ist schade. die Zielgrade ist trotzdem schön. Fast kein Publikum da, wie überhaupt diesmal am Straßenrand. Noch nicht einmal Peter Fox vor Bio Lüske.

Ich habe noch ein paar Energiereserven, hänge ich an die ran die nach vorne am Feld vorbei ziehen und 200 Meter vor dem Ziel ziehe ich den Endspurt an. Das klappt richtig gut und ich komme ganz vorne in unserem Feld an. Lohn der Mühe. Disqualifikation.

Aber: Dankeswerterweise gibt der Veranstalter trotzdem die Durchschnittsgeschwindigkeit an:36,33km/h. Damit kann man sich ja selber klassifizieren: Das hätte gereicht für Platz 164 der Gesamtwertung Männer oder  sogar zweiter Platz bei den Frauen. Cool, nächstes Jahr lass ich mir einen Bart wachsen und starte als Michi Wurst. Und in meiner Altersklasse wäre es sogar der 20. Platz geworden. Das ist schon cool so alt zu sein, wäre ich zwei Jahre jünger, wäre ich nur 53. in meiner Altersklasse geworden. Aber all dies ist ja nur theoretisch, denn ich wurde ja disqualifiziert.

Fabian kam ebenfalls gut durch und wir waren beide froh wieder im Auto zu sitzen und auf dem Weg zu einer Dusche und einem Bett zu sein. Danach haben wir dann, sehr zu unserem Erstauen erst einmal Monopoly gespielt, bevor wir beim Japaner essen gegangen sind und uns DANN hingelegt haben.

Einen Höhepunkt des Berlin Aufenthalts gab es dann nach dem Aufstehen, als wir bei der unvergleichlichen Christine (zweite von links, ganz rechts Kongo Bob) zum Kaffee eingeladen waren.

Abends kam dann auch wieder die Sonne raus. Berlin war wieder einmal Klasse, was insbesondere an Kathrin, Fabian und den Kindern lag. Danke für dieses Superwochenende und bis bald in Bremen, Mallorca, Hamburg oder Diemitz.

(to be continued)

PS Es gibt keine Bilder in diesem Post.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2014, Mob, Rennen

Bremen. (Magdeburg). Berlin. Bremen. Teil I: Bremen (Magdeburg)

Dies ist kein Bericht über ein ca. 750 km langes Randonneurrennen.

Bremen an einem  Samstagmorgen. Das Wetter ist so la la gut und das alljährliche Heimatrennen des RSC Rot-Alt-Gold steht da: Die Bremer RTF bzw. der Bremer Radmarathon. Heute ist meine dritte Teilnahme nach 2010 (Marathon mit dem Cervelo und Streckenrekord von 261 km), 2011 (Marathon, Bemerkungslos) und 2012 (Marathon mit dem Fixie). Was war 2013? Irgendwie konnte ich da nicht. Aber dieses Jahr wollte ich unbedingt wieder fahren.

Da ich am Nachmittag mit dem Zug weiter nach Berlin wollte hatte ich mich entschieden nur die 120km Strecke in Angriff zu nehmen und zusätzlich mit den Marathonfahrern bereits um 9 Uhr zu starten, während der Rest des Feldes erst ab 10:00 Uhr auf die Piste ging. Deutsche RTFs sind prima, hinfahren, anmelden, Startnummer, Sicherheitsnadeln die mit Sicherheit aus dem 20. Jahrhundert stammen in Empfang nehmen und raus an den Start. Kein Risiko von hohen Startgebühren gepaart mit schlechtem Wetter.

Es waren einige Teilnehmer da, aber nach meinem Gefühl auch nicht mehr als 2012. Einige hatten sich für die ganz lange Distanz angemeldet: Bremen – Quaanaaq – Bremen. Jedenfalls waren deren Räder so ausgerüstet.

1405 RTF Bremen Rad

Da war’s noch nebelig. Da dieses Rad allerdings mit Bodenradar und Funkleitsystem ausgerüstet ist, kann man damit auch bei völliger Dunkelheit und ohne Brille mit 145 m/h durch Gröpelingen fahren.
Eigentlich nur dann und so.

Am Start traf ich Don Seba der auch recht gut trainiert aussah. Dies so erklärte er mir hatte vor allem mit dem Umstand des Wechsel des Arbeitsplatzes (im Einzelhandel), aber nicht des Arbeitsortes (Gröpelingen)zu tun hat. Und dann stieß, zu meiner großen Freunde auch noch Kaipi zu uns. Wir waren jetzt ein echt starkes Quartett! Eine Sache gab mir allerdings doch zu denken: Kaipi hatte die Startnummer 444! Vier wird im japanischen „shi“ ausgesprochen (四) und somit die selbe Aussprache wie „shi“ (ist ja klar), was aber leider nun einmal sterben (死) bedeutet. Dreimal vier wäre dann nich 12 sondern entsprechend „tausend Tode sterben“. Von solchen Teilnehmern sollte man sich eigentlich fernhalten. Ich hoffe Kaipi hat es auch überlebt, denn seit Samstag hatte ich keine Kontakt mehr zu ihm.

Bei der Anmeldung war das Minarett der großen bremischen Akademikermoschee Bremia Sophia am Start noch in Nebel getauscht; beim Start hob sich nun schon die Spitze gegen den grauen Himmel an und außen krabbelte wie ein kleines Insekt der studentische Mitarbeiter an einem alten Tau hoch, um die Gläubigen des Technologieparkes zum Morgensabbatical zu rufen.

1405 RTF Bremen Start

Wie gesagt, das Minarett (links oben) war noch nicht ganz sichtbar. Don Seba (ebenfalls links, aber bunter) schon.

Und schon ging es los. Kaipi war übrigens mit einem Freund da, den ich bislang auch jedes Mal beim Radmarathon getroffen hatte. Wir fangen dann immer in der Mitte der RTF an zu reden und dann stellen wir (bislang dreimal) fest, dass wir beiden lange in Japan gearbeitet haben. Ich als Manager, er im Zoo glaube ich. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, wo man mit so einem Schnauzer sonst arbeiten könnte.

Kaipi’s Freund aus Peterswerder (durch Statisten nachgestellt).

Egal auch, wir treffen uns ja bestimmt 2014 wieder (und vermutlich bekomme ich dann eins auf die Schnauze).

Kaipi erzählte mir noch am Start, dass er bald zum Urlaub nach Barcelona fliegt, dann drei Wochen in und um die Pyrenäen fährt und dann vielleicht auch noch, wo er eh dabei ist, dann gleich zurück nach Bremen. Während wir uns so unterhielten, wurde der Start freigegeben und es ging in recht gemütlichem Tempo Richtung Platzhirsch, dem ersten Etappenziel. Hier konnte aussteigen und sich ausruhen, wer nun überfordert war. Nach dem Platzhirsch beginnt sofort eine extrem fiese Steigung die kein Mensch in normalem Tempo hochfahren kann. Und als wir oben auf dem Scheitel waren sahen wir, dass sich das Feld bereits recht lang auseinandergezogen hatte. Kaipi und ich beschlossen von unserer Gruppe auf die nächste aufzuschliessen. Ein weiterer Fahrer hatte die gleiche Idee und preschte voran, wir hinterher. Die Distanz war allerdings recht lang und unser unvermittelter Helfer war auch schneller ausgepowert als eine Silvesterrakte vom Baumarkt. Zum Glück sprang dann gleich Kaipi als zweiter ein, der etwa eine Ausdauer hat wie Voyager One. Mit seiner Hilfe schafften wir es fast bis auf die Gruppe (wir heisst nun nur noch Kaipi und ich) und das letzte Stück musste ich noch ziehen. Es half aber, das wir da schon am Kuhsiel waren und in die Kurve mussten – ich hatte aber auch richtig Körner gelassen.

Nun ging es weiter auf dem Deich und irgendwann kommt man dann zur Kreuzung mit der Borgfelder Heerstrasse. die Ampel ist dort immer auf Rot. Man wartet dann an der Strasse und bekommt relativ mißlaunig mit, dass nun von hinten die stehengelassene Gruppe wieder aufschliesst und der ganze vorherige Aufwand umsonst war. Diesmal aber nicht, wir kamen recht schnell rüber und so ging es nun weiter Richtung Wilstedt ud Zeven. Wir waren eine gute Truppe, vielleicht ca. 30 Fahrer, wechselten uns an der Spitze ab und machten so 35 – 40 km/h Tempo. Beim ersten Verpflegungspunkt in Neubühlstedt nach ca 35 km fuhren einige durch, aber wir pausierten kurz und waren immer noch genug für ein schnelles Tempo. In meiner Strategie für den Tag hatte ich allerdings nicht bedacht, dass meine 120 km Runde bereits nach 45 km von der Marathonstrecke abzweigt. Ich rief noch mal „Kaipi“, der hörte nichts und dann bog ich ab. Die nächsten Kilometer waren von Einsamkeit geprägt. Kein anderer Fahrer war auf meiner Strecke und ich machte mich so im 30er Tempo auf den langen Weg nach Hause. So ein Mist, daran hatte ich bei meiner Vorbereitung einfach nicht gedacht.

Dazu kam, dass die nächste Kontrollstelle in Hetzwege nach ca 90 km noch gar nicht besetzt war, da ich ja mit gutem Tempo eine Stunde vor dem eigentlichen 120er Rundenstart losgefahren war. Ich ging so langsam auf dem Zahnfleisch und die letzte Verpflegung war nun auch weg.

Kurz danach kamen die Strecken der 81er und der 120er Runde zusammen. So schnell, dass ich die 39 zusätzlichen Kilometer innerhalb einer Stunde zurückgelegt hätte, war ich nun auch nicht und so fan dich mich auf einmal vor einer größeren Gruppe mit TCB Trikots wieder. da ich mich noch gut fühlte, fuhr ich vor der Truppe bis zum nächsten Kontrollpunkt in Otterstedt vor. Eine Taktik die ich ein paar Tage später wiederholen sollte und die a) wahnsinnig motivierend und b) wahnsinnig anstrengend ist.

1405 RTF Bremen Stop 1

In Ottersberg traf ich dann Niels, Harald, Gerhard und diese beiden Mädels die ich auch immer sehe … wow, das fand ich nun richtig gut. das ist eben das schöne an dem Heimatrennen, man sieht so viele bekannte Gesichter. aber auch nur dann wenn man sozusagen Urbremer ist. dafür reichen übrigens vier Jahre. In Hamburg braucht man sogar fünf!

Nun wollten wir ja eigentlich gemeinsam zum Ziel radeln; ich fuhr an der Spitze mit Gerhard und Jan? und auf einmal waren wir nur noch zu dritt. Die beiden wollten auf die anderen warten, ich wollte zum Zug nach Berlin und so setze ich mich ab bis ich nach Borgfeld reinkam. Dann überholte mich Harald von hinten mit 40 Sachen und forderte mich auf mich an ihn zu hängen. Das habe ich dann auch gemacht, bis ich ihn an der besagten Ampel an de Borgfelder Heerstrasse in eine Konversation verwickeln konnte und wir nun dem Ziel entgegentuckelten. Harald erzählte mir von seinem Krankenhausaufenthalt auf Malle – nicht so schön. Um ihn aufzuheitern erzählte ich von einem Bewerber an unserer Hochschule, der auf meine Frage, in welchen Ländern der Welt er schon war u.a. antwortete:

„Auf Spanien!“

„Auf welchem Spanien waren Sie denn?“ 

„Ich war schon auf beiden Spanien: Mallorca und Ibizza!“

Und dann waren wir auch schon im Ziel, 122 km in etwa 3:45 h ist ja auch ganz OK, vor allem wenn mehr als die Hälfte davon solo war. Und so hatte ich ein wenig Zeit mich hinzusetzen und zu quatschen und Harald ein Stück Kuchen zu kaufen, damit er wieder bessere Laune bekam und sich des Lebens freute. Zum dank machte er dieses Photo von mir, das aussieht, als wenn ich schlechte Laune hätte und nicht er!

1405 RTF Bremen mob

Am Ziel waren wieder ein ganzer Haufen Leute die ich kannte, u.a. Hannes mit Freund Eddi (der könnte übrigens der Zwillingsbruder sein von meinem Studienfreund Ekki). Na ja, vielleicht wie ich Ekki in Erinnerung habe, bevor er geo-thermisch wurde. Bernd, mit dem ich bis 2011 bei RCB gefahren bin war auch da. Die Marathonfahrer waren da noch auf der Strecke, das sollte noch mindestens eineinhalb Stunden dauern bevor die eintrafen.

Hannes ist der Schwarm aller Frauen, da er seine Startnummer nicht mit Sicherheitsnadeln an seinem Trikot befestigt, sondern mit kleinen, runden Magneten von denen einer unter dem Trikot und einer außen über Startnummer und Trikot platziert wird. Das erregt garantiert die Aufmerksamkeit des weiblichen Geschlechts und führt mit an Langweiligkeit grenzender Sicherheit dazu, dass man von Blondinen mittleren Alters angesprochen wird.

Wir konnten aber nun nicht länger warten. Ab nach Hause, duschen Zeuch packen und auf dem Rad zum Bahnhof. Ich wollte um 20:00 Uhr bei meinen Freunden in Berlin sein, früh ins Bett geben und dann morgen ausgeruht beim Velothon starten. Mieses Wetter hatte sich ohnehin in der Zwischenzeit angekündigt, aber anders als bei einer RTF hatte ich bereits eine Menge Geld in Form von Startgebühren und Zugkosten vorab bezahlt.

Zunächst stand ist auf dem falschen Bahnssteig, denn mein IC nach Hannover wurde kurzfristig auf einen anderen verlegt. Der IC kam sogar pünktlich, fuhr aber dann mit 20 Minuten Verspätung los. Das bedeutet sofort, das ich meinen Anschluss in Hannover nicht bekommen würde; nach meinem IC fuhren nur noch ICEs von Hannover nach Berlin an diesem Tag. Was tun? „Bleiben Sie einfach sitzen und fahren Sie nach Magdeburg.“ sagte die Schaffnerin, und nehmen Sie dann einen Regionalzug nach Berlin.

Und so kam ich um 19:12 in Magdeburg an. Der Regionalzug nach Berlin, d.h. eigentlich nach Frankfurt an der Oder, war gerade weg (19:08) da der IC immer noch zu spät war und ich musste eine Stunde in Magdeburg auf den nächsten Zug warten. In Magdeburg, Zunächst einmal wurde ich auf Zigaretten angeschnorrt. Dann kam der Regionalzug noch einmal zehn Minuten später.

Das ist aber auch immer noch alles besser als mein letzter Besuch in Magdeburg. Das war am 18. Januar 2007, als ich eine Vorlesung an der Uni Magdeburg mit dem Orkan Kyrill teilte. Ich kam gerade noch mit dem letzten IC aus Magdeburg raus bevor der Zugverkehr eingestellt wurde. Mitten in de Dunkelheit, irgendwo bei Helmstedt blieb der Zug dann stehen. Da war es schon klar, dass er ohnehin nur bis Braunschweig fahren würde und nicht weiter bis nach Hannover.

Es passierte das, was immer passiert wenn Züge der DB unvermittelt anhalten:

Nichts.

Nach einer halben Stunde gab es dann endlich eine Durchsage:

„Durch den Orkan sind Bäume auf die Strecke gefallen. Wir warten nun auf die Feuerwehr, damit diese enternt werden.“

Danach wieder:

Nichts.

Allerdings begann sich nach relativ kurzer Zeit der Zug wieder zu bewegen. Um dann abrupt wieder anzuhalten.

Erneute Durchsage:

„Wir bitten den Reisenden mit der Motorsäge noch einmal zur Spitze des Zuges zu kommen.“

Und so schaffte ich es an diesem Tag, dank dem Reisenden mit der Motorsäge noch nach Braunschweig. Aber jetzt sass ich erst einmal in Magddeburg (to be continued).

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2014, Bremen, Kaipi, Mob, Rennen, Uncategorized