In Osnabrück Teil 3

Achtung, dies ist nicht Teil 2 der Osnabrücktour vom 22. September mit den Bremer Boys and Girls (beards or not, it didn’t matter). Diejenigen die darüber lesen wollen bitte ich noch um etwas Geduld. Wer aber  über den Osnabrücker an sich etwas lernen will möge doch bitte hier weiterlesen.

Tag der deutschen Einheit. Ein Bundespräsident spricht, wenn auch nicht ganz so lustig wie es ein anderer konnte  (ab 2:20min – hunderte Male gehört, hunderte Male gelacht) und auch an einem anderemTag im Jahr. Ich bin auf dem Weg nach Osnabrück, Heinrich Lübke kommt nicht hierher, er ist aus dem Sauerland. In Sachen Pragmatismus wird er von jedem Westfalen locker an die Wand geschwiegen. Am Bahnhof gehe ich an dem Laden vorbei, an dem ich mir an sich beim letzten Mal eine Currywurst kaufen wollte. Verdammt – schon wieder keine Zeit. Eine Nacht im Advena Hotel am Hauptbahnhof erwartet mich und danach ein Wochenende mit unseren Studis in Bad Essen.

Am nächsten Morgen wache ich auf. Ich mag Osnabrück, das hängt mit den guten Touren zusammen, die wir von dort aus gefahern sind, mit den überschwenglichen Erzählungen über dieses Stück Erde von Joerg und Martin, und der Tatsache, dass der ganze Bahnhofsvorplatz voll von Rädern ist. Da ich noch etwas Zeit habe, geht ich erst einmal zum Friseur direkt am Bahnhofsvorplatz. 8€ sind nicht zuviel für den Haarschnitt, der mir vorschwebt. Maschine an, alles ratz fatz ab bis auf 8 mm und dann bitte noch alle Haare weg die nun komischerweise nicht mehr auf dem Kopf, sondern an Stellen wachsen, wo ich sie erstens nicht haben möchte und wo ich vor 20 Jahren auch noch überhaupt keine Stellen hatte. Beim Friseur bin ich der Einzige in vielerlei Hinsicht: Ich bin nicht tätowiert wie alle anderen, habe nicht Oberarme wie andere Menschen Oberschenkel und trage auch keine goldenen Kettchen. Der Friseur schaut, während er mir die Haare schneidet aus dem Schaufenster den hübscheren Osnabrückerinnen hinterher. Ich mache mir etwas Sorgen um meine Frisur, da ich aber ohenhin keine haben will kann auch nicht viel schief gehen. Dann gehe ich zurück in das Hotel, um Gepäck und Rad zu holen. Mit der neuen Friseur und Radklamotten an erkennt mich die Frau an der Rezeption erst einmal nicht mehr. Dann gibt sie mir mein Canyon raus und ich mache mich auf den Weg nach Bad Essen.

Irgendwann bin ich in Osnabrück Schinkel. Es gibt einen schicken Radladen mit einem orangen Bonanzafahrrad. Ein verlassenes Hotel und einen Nachtklub auf der Hauptstrasse mit der passenden Nummer 69. Ein Leser merkte an, dass dieser Stadtteil das Gegenstück zu Walle in Bremen ist. Belm, weiter die Strasse runter wäre dann dementsprechend Delmenhorst.

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Der Westfale ist eben pragmatisch: „Nackte Frauen? Habe ich schon gesehen.“ Wie kommt es eigentlich, dass immer noch viele Wörter aus dem französischen, wie „Madame“, „Amour“ oder „Moulin Rouge“ mit erotischen Dingen verbunden werden? Man schaue sich die Entwicklung französischer Sexsymbole an:

In den Fünfzigern

In den Sechzigern (Hammerfilm)

In den Siebzigern (aus dem Film meines Lebens), meine Traumfrau.

In den Achtzigern (Oh Gott, was für ein Film)

In den Neunzigern

In den Nullern

Heutzutage.

Ist etwa so erotisch wie die Lektüre des kleinen Prinzens in der zehnten Klasse im Gymnasium. Machte aber auch nix, denn mit zehn Kilo Gepäck auf dem Buckel stand mir ohenhin nicht der Sinn nach Erotik. Irgendwo hintern Ostercappeln machte ich erst einmal eine Pause an einer westfälischen Baumkirche und rief meinen Kumpel Joris an.

1310 OS Kreuz Canyon 01Das könnte auch eine schicke Radgarage werden, dachte ich mir so. Jetzt waren es nur noch ein paar Kilometer bis Bad Essen, das Gelände wurde schön hügelig und es machte richtig Spaß  die Strassen runter zu flitzen. Mit vielen Kilos auf dem rad ging das auch teuflich schnell. Zum Glück habe ich ja keine Deltas oder Monoplaner an meinem Rad, sondern richtige Bremsen.

Und dann war ich da. Und nachdem ich noch non-chalant an einem weiteren Canyon Besitzer vorbeifuhr, sah ich gleich rechts auf der Strasse eine Grillstube und bestellte mir erst einmal eine lecker Currywurst mit Pommes und Mayo plus Cola. Das tat so gut! Wie lange hatte ich auf diesen Augenblick in meinem Leben warten müssen. Ich wurde von einer Frau bedient die in Bad Essen durchaus die Hauptrolle in einer Barbie Verfilmung hätt besetzen können. Aber ich hatte keine Zeit zum flirten denn ich musste weiter, den Essener Berg hoch zum Haus Sonnenwinkel wo jeden Moment ein Haufen Studis eintreffen konnte.

Die kamen dann auch und es gab erst  einmal schicke Kennenlernspiele.

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Dann gab es Party, aber das waren nur die unter Dreissigjährigen und ich war im Bett. Am nächsten Tag ging es in den Wald, wo uns Sozialpädagogen fiese Fallen stellten, in denen wir alle sterben sollten, um über den Sinn des Lebens und überhaupt zu reflektieren.

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So sieht das von nahem aus ….

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Und so etwas weiter weg.

Am Abend gab es dann Party bzw. frühe Bettzeit für mich. Ich war total platt, denn ich kann zwar 150km an einem Stück mit einem Rennrad fahren, aber eben nicht 13 Meter einen Baum hochklettern ohne Muskelkater zu bekommen. Am nächsten Morgen dann noch mehr Brot und Spiele:

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Wie bereits gemerkt wurde, besteht ein wesentlicher teil des pädagogisch-didaktischen Konzepts der Hochschule darin, die Studierenden mit verbundenen Augane durch das Studium zu bringen. Wir finden das einfach besser, wenn Sie am Ende ihres Studiums nicht mit dem Finger auf uns zeigen können und schreien: „Der war’s! Der hat mir das angetan!“

Aber über all das will ich gar nicht schreiben. Da der Workshop nämlich bereits um 13:00 Uhr zuende war, hatte ich dann noch die Möglichkeit ohne Gepäck mit dem Rad nach Hause zu fahren. Das hatte ich schon einmal 2010 gemacht, diesmal hatte ich mir zumindestens in etwa mal angesehen wir ich fahren könnte. Das war ja nun auch definitiv die letzte Chance noch einmal richtig Strecke zu machen, bevor diese Naßfeuchte Jhareszeit anfängt, die in Bremen Herbstwinterfrühling heisst und von Oktober bis Juni geht. Mit Rückenwind machte das auch wirklioch Spass. In Nullkommanix war ich in Bohmte und dan in Diepholz. Nein nicht ganz, ich hatte meinen ersten Platten und wurde gnadenlos von der Konkurrenz auf der Strasse überholt.

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In Diepholz verfuhr ich mich dann erst einmal elendig. Eine echte Scheissstadt für die ich zu doof bin. Als ich dann in Conrade aber wieder auf der B51 war, ging es dann nur noch geardeaus, geardeaus, geradeaus und nichts konnte mich stoppen. Bis auf den zweiten Platten. Ich glaube ich schmeisse die Vittoria Corsa Evo CX Reifen jetzt mal weg. Andere Leute mögen mir ja gerne erzählen, dass das ein Superreifen ist, total pannensicher mit 320 TPI, aber ich hatte jede Menge Ärger mit denen und die sind bei weitem nicht so pannensicher wie die Continental GP4000 Reifen (sagt der Typ ja selber am Ende; die aber leider nicht so gut aussehen). Einen Conti Reifen kann ich ohne Problem 3.000 bis 5.000 km fahren, aber die Vittoria sind breits nach 2.000 km am Ende und sehen dazu mit Rissen in der Oberfläche auch gruselig aus. Also, das kostete einen längeren Aufenthalt in Twistringen, wo ich vor den Augen der ganz harten, die draußen an Tishen vor einer Eisdiele sassen, den nächsten Schlauch flicken durfte. Un ddan ging es wirklich nur noch geradeaus bis nach Brinkum.

Brinkum ist ebenfalls ein Alptraum. Ich bin einfach nicht in der Lage die kürzesten Weg von Brinkum nach Bremen zu nehmen. Ich fragte zwei Kinden (Niedersachsen), wie ich nach Bremen komme, als ich mitten inder Landwirtschaft stand. „Dort ist Bremen!“ Sagte der Junge und zeigte in die andere Richtung und ich setzte mein Rad um. „Aber dort geht es nicht weiter“ Ich setzte mein Rad wieder um. „Diese Richtung ist aber falsch!“. Egal, so kam ich über Leeste nach Kirchweyhe und ich fragte eine Frau die mit ihrem Hund spazieren ging. Sie gab sich viel Mühe mir das richtig detailliert zu erklären. Das gab mir Zeit, richtig ihre Details zu betrachten. Sie hatte ein blaues Superman T-Shirt an (vielleicht war es auch ein Superwoman T-Shirt) und dazu eine Gürtelschnalle mit einem Superman/Superwoman Symbol. „Haben Sie verstanden wie Sie fahren müssen?“ „Ja, alles super, Danke!“ Ich eilte los, hinter mir hörte ich nur noch ein Seufzen a la „Ach, With great power comes great responsibility.“

Dann war ich aber wirklich zuhause. Nach über 136 km und das ganze in 4:32h Fahrtzeit mit 30er Schnitt. Nicht schlecht, vermutlich eine der längeren Ausfahrten dieses Jahr.Eines meiner intensivsten Radjahre war 2009, gerade mal geprüft. Insgesamt 161 Touren, davon 105 kürzer als 100km, 43 zwischen 100 und 150km und 13 länger. Die meisten längeren Touren am Wochenende, ich denke, so zwischen 100 und 150km ist schon das, was ich am liebstem am Wochenende fahre. Zu kurz ist zu aufwändig und länger macht auch keine Spass mehr.

Jedenfalls war das super, zum Ende der Saison noch einmal so eine lange Tour hinzubekommen. Jetzt kann der Winterpokal mit Harald kommen.

4 Kommentare

Eingeordnet unter 2013, Bremen, Joerg, Mob, Touren

4 Antworten zu “In Osnabrück Teil 3

  1. Bloeh

    Brinkum ein Albtraum? Dabei ist Brinkum das bessere Stuhr!
    Diepholz?=http://youtu.be/_aQzSsELW-g

  2. skysurfer5

    Ist bereits ein WP-Team gegründet 8)

  3. Marcus

    Das Haus mit der Nr. 69 ist noch in Osnabrück Schinklel, nicht Belm.
    Na ja, Schinkel ist das Osnabrücker Walle und Belm = Delmenhorst 🙂

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