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Der längste Tag

..ist eigentlich ein alter Kriegsfilm mit John Wayne, Robert Mitchum, Richard Burton und, erstaunlicherweise Loriot (bei 2:36 min). Er handelt von der Landung der Allierten am 6. Juni 1944 in der Normandie (das ist da, wo Joerg mit einem deutschen Motorrad am Bunker steht). Am Ende des Tages sind viele Menschen auf beiden Seiten tot und der Rest ist ziemlich müde. So ungefähr erging es den meisten von uns gestern, nachdem wir aus dem Harz zurück kamen. Zum Glück waren wir alle nur müde und nicht tot. Obwohl, viel hätte auch nicht gefehlt. Ich denke aber, dass wir mehr Spaß im Harz hatten als die Menschen 1944 in Cherbourg.

Um 7 Uhr versammelten wir uns am Hauptbahnhof, in letzter Minute konnte noch ein alternder Jungprofi des bekannten Bremer Radteams „Biegetritt“ (Namen wurden von der Redaktion geändert) für den Ausflug gewonnen werden: Harri.HB. Daneben kamen die üblichen Verdächtigen: Blitzrad-HB, Joerg-HB, Andreas-HB, Olli-neben-HB und Don Torsten del Menhorst (alter spanischer Adel). Die Mädels hatten alle gekniffen: Karin-HB war die Flucht über die Grenze nach Indonesien gelungen (ihr Standort war uns allerdings jederzeit bekannt und wurde viertelstündig mitgeteilt) und Silke-HB befand sich in Gastritistan.

Die Reise in den Harz ist eine lange und mal braucht viel Geduld. Von Hannover ging es weiter auf der nicht elektrifizierten Strecke bis nach Bad Harzburg. Wir dachten an alles andere, nur nicht an Radfahren. Manche von uns flirteten hemmungslos mit den Zufallsbekanntschaften, die man nun einmal bein einer 14-stündigen Zugfahrt mit der DB in den Harz macht. Schließlich sind Harz und Herz nur einen Buchstaben entfernt….

Endlich kamen wir in Bad Harzburg an, machten uns fertig und rollten in Position für das „vorher“ Bild.

VORHER

Wie man gut sehen kann, sind wir hier noch alle guter Dinge. Das sollte sich aber schnell ändern: Wir fuhren los und verloren bereits an der ersten Ampel Harri-HB. Das machte allerdings nichts, weil wir ohnehin in die falsche Richtung gefahren waren, wendeten und wieder an Harri-HB vorbeikamen, der all dies nicht mitbekam und sich wieder einreihte. Und so ging es den ersten Berg hoch Richtung Oker. Ehrlich gesagt, ich hasse den ersten Berg, vor allem wenn er gleich nach dem Losfahren kommt. Ich bin dann noch nicht warm, fahre verkrampft und langsam und finde mich schnell am Schluss des Feldes. Das gefällt mir gar nicht. Zum Glück sind wir ja nicht immer geteerte Strassen gefahren.

In Oker ging es links rum in Richtung Okeltalsperre. Eine schön langanhaltende, nicht so steile Steigung bei der es die ersten Opfer zu verzeichnen gab. Andreas lernte bei dieser Gelegenheit, dass bei einer Berührung von Hinter- und Vorderrad IMMER der Fahrer des Vorderrades zu Boden geht, auch wenn er noch im Umfallen versucht durch Berührung eines zweiten Hinterrades zumindestens einen Teilumfallerfolg zu erzielen. Prima, damit hatte Andreas das auch gelernt (meiner Ansicht nach ist das etwa so wie, dass man einmal mit Clippedalen umfällt). Blitzrad, der alte Unglücksrabe (eine Metaphor die ich sonst nicht so gerne verwende, auch Schattenmann nicht) wurde zwischenzeitlich von einer Bremse gestochen (Shimano Ultegra Ice-metal grey). Aber ansonsten lagen wir voll im Zeitplan und erreichten schnell die Talsperrenmauer. Von hier aus, so war der eigentliche Plan, hätte es nun weitergehen sollen nach Clausthal-Zellerfeld, denn die direkte Verbindung nach Torfhaus über die Weiswasserbrücke an der Okertalsperre ist wegen Sanierungsabeiten erst einmal gesperrt (man wagt nicht daran zu denken, wie lange das wieder dauern wird – Baufirmen!). Ja,das war der Plan. Jemand aus unserer Gruppe hatte aber die Idee eine Abkürzung direkt durch den Wald zu nehmen. Dort gab es, seines Wissens, eine geheime Reichsautobahn die vom Bund deutscher Mädels in den letzten Kriegstagen angelegt wurde (Mittellinien mit gepunkteten Herzen, Stoppschilder in Form von Hello Kitty Köpfen, Raststätten mit wilden Erdbeerfeldern etc.) und danach in Vergessenheit geriet. „Er“ war diese Strecke schon x-mal gefahren (x ist eine natürliche, positive, einstellige Zahl, die sich nur durch Eins teilen läßt) und sie würde uns sicher zur B4 nach Torfhaus führen. Das überzeugte uns natürlich sofort.

Ich hätte vielleicht doch etwas skeptisch sein sollen, denn die Auskunft war auch, dass es nun die nächsten 10 km mit 10% Steigung hochgehen würde. Da wir bereits auf mehr als 400m ü NN waren und 10km x 10% uns auf 1.400 m ü NN bringen würden, hätte das ja bedeutet, dass wir irgendwann einmal die Bodenhaftung verloren hätten! Leider wurde uns in diesem Moment nicht klar, dass „Er“ bereits jetzt jegwelche Bodenhaftung verloren hatte.

Wir fuhren also die „Harzer Autobahn (durch den) Reichs- Apfel Landstrich Deutschlands“ (abgekürzt HARALD) hoch, die sich zunächst noch in einem bescheidenem Zustand (schlecht geteerte Straße) befand aber irgendwie Spaß machte. Sie führte am „Zentrum für Waldpädagogik“ vorbei (DDR Slang für „Baumschule, vermutlich) bis zu einer ersten Gabelung, bei der wir uns neu gruppierten.

Nun hieß die entscheidende Frage: Geradeaus oder Links? Schnitzel lagen keine rum, die uns den Weg gewiesen hätten. Links sah aber einfach zu einfach aus und so entschieden wir uns für geradeaus. Goldrichtige Entscheidung! Die Strassen wurden immer besser. Na ja, also ehrlich gesagt wurden sie zunächst einmal ziemlich mies. Aber über so über eine Wiese zu fahren macht doch auch richtig Spaß!

Blitzrad auf der Reichsautobahn HARALD

„Äh, noch alle da, oder schon jemand abgehauen?“

Na gut, die Tatsache, dass hier nur verfallene und gesprengte Jägerhochsitze als einzige Zeichen menschlicher Zivilisation rumstanden und sonst nur Wildschweine hier gesuhlt hatten, hätte uns etwas skeptisch machen müssen. Auch die Tatsache dass es am Ende der Wiese keinen offensichtlichen Weg mehr gab, hätte Grund zur Skepsis sein sollen. Nicht aber für „Ihn“.  Hatte nicht Moses die Israeliten ins gelobte Land geführt (Israel)? Kolumbus den zweiten Seeweg nach Indien gefunden (durch die Hintertür)? Reinhold Messner den K2 ohne Sauerstoff und Deodorant bestiegen? Und so konnte auch „Ihn“ nichts aufhalten. Während die anderen unschlüssig herumstanden und nicht wußten wie es weiter gehen sollte, da zeigte „Er“ uns den Weg und vor seinen Augen teilte sich das Gras und eine Spur aus Feuer wurde erkennbar, die direkt bis an die B4 führte. Na ja, wir sahen die Spur ja ehrlich gesagt nicht, aber „Er“ war sich doch ziemlich sicher.

Gottseidank gibt es auf der Autobahn keine Geschwindigkeitsbeschränkungen und so konnten wir vor allem bergab powern was die Beine hergaben. Durch fahren in der Gruppe und den entstehenden Windschatten kann man da auch noch ein bisschen mehr rauskitzeln. Don Torsten war aber am schnellsten, da er unter diesen Bedingungen die volle Aerodynamik seiner Hochprofil Campagnolo Felgen ausspielen konnte.

Zum Glück wurde nun die Straße besser, wenn auch etwas steiler.

Mittlerweile hatten wir alle ziemlich gelitten. Am meisten Olli. Quiz: Welches der folgenden Bilder zeigt die Beine von Johnny Hoogerland nach seinem Unfall auf der TdF 2011 und welches die von Olli?

Endlich sahen wir wieder die ersten Spuren menschlicher Zivilisation – leider von der falschen Seite. Wir befanden uns nämlich innerhalb eines abgezäunten Gebiets mit einem sehr seltsam gefärbten Tümpel auf dessen anderer Zaunseite sich ein gelbes Schild befand, das wir aber leider aus unserer Position nicht lesen konnten.Da hätte wirklich alles stehen können: „Mülldeponie für krass verstrahlte Teile“ oder „Bomberabwurfplatz der Luftwaffe“ oder „Achtung hier wurden Zombies gesichtet!“ aber zum Glück stand dort nur: „Vorsicht Sprengarbeiten“.

Merke: Hörst Du vor dir das Hupen der Motorräder auf der B4, sind es vielleicht keine Rowdies, sondern es wird zur Sprengung geblasen und gleich fliegt dir der Boden unter den Füßen weg.

Von dort aus schafften wir es dann innerhalb weniger Minuten zur B4. Leider wurde uns dann auch klar, dass wir nicht mehr so ganz im Zeitplan waren. Die Abkürzung hatte leider nur eine räumliche, keine zeitliche Dimension.

Morgen geht es weiter mit dem Teil 2 der Harztour: „Selber eingebrockt – wenn der Koch baden geht“

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Hier lang!

Ein zufällig ausgesuchter Mann und eine Frau werden aus einer  deutschen Großstadt entführt und mit Chloroform betäubt. Man packt sie in Säcke, befestigt Fallschirme daran und wirft diese über dem Amazonas aus großer Höhe mit dem Flugzeug ab. Mann und Frau wachen aus ihrer Betäubung auf und befreien sich aus den Säcken. In 97 von 100 Fällen sind dann die ersten Worte des Mannes: „Hier lang!“

Wohin das führen kann zeigt dieses Foto von der Harz Tour heute:

Morgen mehr, heute in ich einfach zu fertig.

Gruppenbild am Start (vlnr): Mob.tokyo, Joerg-HB, Harri-HB, Thorsten-DH, Philipp-HB, Olli-fast-HB und Andreas-HB

 

 

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HARZ III : Die Spur der Schnitzel

Update 8. September 2012

Treffpunkt

Bremen Hbf, City Eingang am Fahrkartenautomaten
9. September 2012, 07:00 Uhr

Zugverbindung

Bremen 07:19 Hannover 08:38
Hannover 08:55 Bad Harzburg 10:09

Niedersachsentickets

Erste Person 21 Euro, alle weiteren 4 € (bis zusammen maximal fünf Personen)
Plus Radfahrkarte, pro Person 5 €.
Also, bei 5 Personen: 21 + 4 x 4 + 5 x 5 = 62 € / 5 Personen: etwa 12,50 €

Bad Harzburg 

Schließfächer am Bahnhof – wir kommen hierhin zurück
Sehr, sehr bescheidene Auswahl an Essen und Trinken

Strecke

Bad Harzburg – Wernigerode: 23 km 

Wernigerode – Brocken: 28 km

Brocken – Elend: 15 km

Elend – Torfhaus: 18 km

Torfhaus – Okertal: 21 km

Okertal – Bad Harzburg: 7 km

132 km insgesamt, inklusive 20 km verfahren. Wir können das im Zug noch einmal besprechen, aber ich würde vielleicht doch lieber in umgekehrter Richtung fahren. Erst einmal alles geben, und dann Schnitzel essen und sich nach Bad Harzburg schleppen ist vielleicht doch besser als mit drei Schnitzeln im Bauch den Brocken hochzukriechen und nachher wie ein Stein runterzufallen.

Außerdem ist die Brücke über den Ockersee gesperrt, d.h. wir können dort nicht direkt nach Torfhaus fahren, sondern müssen einen Umweg übr Clauthal-Zellerfeld einplanen. Das sind auch weniger als 10 km mehr und sollte locker zu schaffen sein.

Ich bringe ausgedruckte Google Kartzen zur Orientierung mit..

Highlights

Sahnige Anstiege. Rasante Abfahrten. Lose Ketten. Ratternde Schaltwerke. Monarchie & Alltag.

„All-you-can-Schnitzel“ by special Blitzrad arrangement in Wernigerode.
Die allgemeine Erwartung ist, dass wir dort riesige Schnitzel und gleichgroße Rabatte bekommen!
Ich denke wir werden da etwa gegen 14:30 Uhr aufschlagen, wenn alles gut läuft.

Rückkehr

Ab Bahnhof Bad Harzburg:

Bad Harzburg 15:52    Bremen 18:40
Bad Harzburg 16:45    Bremen 19:40
Bad Harzburg 17:52   Bremen 20:40  

Wetter

Bremen hier

Braunlage hier

Torfhaus dort einfach gut.

Mitfahrer

Bloeh, Campadre, Blitzrad, Joerg_HB, mob: 5 Schnitzeljäger bis jetzt
Karin musste unbedingt mal kurz nach Indonesien und Silke hat leider jetzt schon die Infektion die Karin mitbringen sollte.

Erkenntnis des letzten Mal
Unbedingt Getränke und Essen im Schließfach deponieren für die Rückfahrt – wir treffen nicht jedes Mal im Zug auf eine Kindergeburtstagsparty die uns mit Möhren und Paprika durchfüttert.

Bitte Kleingeld mitnehmen für Fahrkarten und Schließfächer. Folgende Dinge nehme ich mit, daher bitte nicht unbedingt noch einmal notwendig:

–  Pumpe
– Minitool
– Reifenheber
– Park Tool Flickpatches
– Kettenieter für Blitzrad
– Einen Ersatzschlauch

Wetter auf dem Brocken morgen OK, 15 – 19 Grad. Kurzarmtrikot plus ein Underlayer plus evtl. Ärmlinge und Windjacke im Notfall sollte reichen.

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Bremen Challenge 2012. 2 . Vor dem Rennen ist nach dem Rennen,

Wo waren wir stehen geblieben? Genau hier:

Ich stand am Start in Block A der Bremen Challenge und machte Photos weil ich mich langweilte. Alle anderen interessanten Typen um mich herum hatte ich bereits fotographiert, und so machte ich ein Photo von dem lustigsten Typen im Block der übrig geblieben war. Besonders gut kommt hier die Aero-Nase zur Geltung, die den gleichen Effekt hat wie bei Pros der Aerohelm. Nicht so gut kommt meine neue Fyxo Radmütze heraus.

5-4-3.2-1 und los. Das Rennen war gestartet und da ich ausnahmsweise sauber in meine Pedalen kam und immer noch von der guten Erziehung von Alain Raposo profitierte, der mir als ehemaliger französischer Studentenmeister beigebracht hatte, wie man sich nach vorne pfuscht, machte ich innerhalb der ersten 500 Meter in der neutralisierten Phase mehr Plätze gut als später im ganzen Rennen.

Mein Ziel war in der ersten Runde alles zu geben, zu Schnoop aufzuschliessen die mit ihrem wüsten Heike Team aus der ersten Reihe gestartet war und ihr dann die nächsten 60 km (die sich als 67 herausstellen sollten) Windschatten zu geben.

Wie immer geht es in der ersten Runde um die Wurst. Alle geben alles und es ist erst einmal wahnsinnig schnell. Auf der Nordstraße fuhr ich schon über 50 km/h hatte den Blick aber noch auf die Spitze des Feldes. Karin hatte ich schnell aufgesammelt und wir machten nun die erste 180 Grad Kurve. Da kam ein schneller Zug von Nuttrixxon Fahrern vorbei und ich hing mich an den ran. Karin war hinter mir, aber als ich mich nach einer Weile umsah, war sie nicht mehr da. Was nun? ich liess mich also aus dem Feld fallen, tuckerte mit 30 vor mich hin und wartete bis sie kam. Eine große Gruppe fuhr an mir vorbei….dann kam eine weitere und in der waren eine Menge Fahrerinnen aus dem Wiegetritt Team. Also wen nKarin da nicht drin ist, so meine Logik, dann kommt sie auch nicht auf das Podest, ergo entbindet mich dies von den Helferpflichten. Und so schloß ich mich dieser Gruppe an, so etwa auf Höhe des Winterhafens.

Jetzt ging es wieder zackig in Richtung statt und dann nach einer Rechtskurve steil den Berg hoch, gfolgt von einer Spitzkehre die auf die Schnellstraße führte. Diese Stelle war etwas gemein, da man dort voll beschleunigt um mit Schmackes den Berg hoch zu kommen und dann wieder abbremsen muß. Viele fahren da auch grauenvolle Kurven, so als wenn noch einmal in der Kurve um Hütchen fahren oder ihren gefallenen Haustürschlüssel aufheben wollen. Es geht dann weiter hoch, was bei dem Tempo ordentlich Körner kostet, aber auch wieder runter und so kommt man mit gutem Schwung und fast 50 Sachen wieder auf den höchsten Punkt des Flyovers.

Dort sah ich Matthias vor mir und so fuhr ich eine Attache aus dem Feld heraus um auf ihn aufzuschliessen. Das schaffte ich auch, aber ich hatte das ganze Feld mitgezogen. Hier beginnt dann der coole Teil der Strecke, runter zum Remberti Ring und dann mit viel Schwung, ständigem treten und guter Schräglage durch den Ring. Danach beginnt dann der nicht so schöne Teil der Strecke: Die Straße wird einspurig, das Feld verlangsamt sich und dann geht es auch schon gleich wieder den Flyover hoch. Der Wind bläst ziemlich mies und das Feld bliebt bald stehen.Noch eine Spitzkehre, ein paar Kurven und schon ist man wieder am Ziel. Eigentlich eine schöne Strecke, viel schöner als die klassische Strecke des letzten Jahres und des Triathlons … wenn nur der Wind nicht so stark pusten würde.

Aber die Erfahrung sagt einem schon wie diese Art von Renne laufen: nach der ersten Runde sind alle geschafft und es wird ein seriöseres Tempo angeschlagen. Nun muß man eigentlich nur noch aufpassen keinen Unfall zu bauen, konzentriert zu fahren und richtig zu schalten und zu lenken und dann darf man aus keinem Fall hinten aus der Gruppe fallen, denn sonst wird man durchgereicht bis zur nächsten Gruppe.

In Runde 2 und 3 sah ich dann immer wieder die gleichen Gesichter die sich gegenseitig überholten. Ich blieb hinter Frau Atrango (alias Anke, wurde 10. bei den Frauen) und versuchte auf jeden Fall vor Matthias zu bleiben. Genau wie JEDEN TAG BEI DER TRANSALP, MATTHIAS !!!! Bis auf den einen Tag wo mein Hinterrad in die Brüche ging, der Materialwagen von Ross nicht über die kleinen Straßen des Vinschgaus fuhr und ich deshalb im Besenwagen ins Ziel kam und eine dicke Zeitstrafe bekam. ABER SONST WAR ICH JEDEN TAG SCHNELLER ALS MATTHIAS!!!!!!!

Jetzt ging es auch ganz gut. Ich konzentrierte mich darauf konstanr zu fahren, einmal pro Runde von hinten nach vorne zu kommen und keinen Unsinn zu machen. Auf keinen Fall wollte ich vorne im Wind stehen.

Dann wurde auch schon zur letzten Runde gebimmelt. Ich wartete bis die Schikane auf der Nordstraße passiert war und fuhr dann sehr weit nach vorne. Ein paar Fahrer mit sehr unruhigen Hinterrädern waren schon dabei  und ich wollte einfach keinen Unfall bauen, von daher ist es besser weiter vorne zu fahren und bei den Kurven möglichst innen zu bleiben, denn fallen tut man immer in Richtung außen.

Am Rembertiring überholte ich Miss Antrango. Auf dem Flyover wollte ich nicht so richtig Gas geben, denn da war es zu windig und so war ich doch relativ weit hinten in meinem Feld. Wir hatten mittlerweile eine große Gruppe von Fahrern,d ie aus der ersten Gruppe rausgefallen waren eingeholt und kamen in einer riesigen Gruppe von fast 80 Fahrern gemeinsam ins Ziel. Zwische Platz 77 und Platz 155 liegen gerade mal etwas mehr als 2 Minuten Zeit. Und das sind ja nur die Fahrer die erfaßt worden sind – wer weiß wie viele da wirklich auf der Strecke waren.

Die Zeitnahme in Bremen ist echt mies. War auch letztes Jahr so. Was soll der Unsinn mit Brutto- und Nettozeit, sagt mir lieber meine Rundenzeiten und die aller anderen.

Am Ende hatte ich auch keine Lust mehr zu sprinten und das ständige beschleunigen hatte auch gut Kraft gekostet. Ich war ganz froh, dass das Rennen vorbei war, es nicht geregnet hatte und ich heil durch war. Eine Viertelstunde später kam Karin ins Ziel, aber auch nur deswegen, weil sie bereits während des Rennens angefangen hatte „Mein schwarzer Tag im Radsport“ für ihr Blog auf dem Iphone zu tippen. Das war nicht ihr Tag, denn schnell ist sie eigentlich schon. Bei einem besonders flachen Stück auf der Delmenhorst RTF hat sie mich auch schon einmal überholt.

Wie gesagt, ich war froh das es vorbei war, denn nach dem Renn ist vor dem Rennen bei mir. Da gibt es keine dicken Pokale die ich nach Hause schleppen muß und trainieren will ich auch nicht mehr als sonst denn ich gewinne nie was.

Jetzt konnte ich aber am Wiegetrittzelt abhängen und dort waren dann auch schon Schieber, Skysurfer, Joerg, Bloeh und Blitzrad und als 60 km Fahrer konnte ich nun endlich meine gesammelten Streckenerfahrungen weitergeben, das übliche „Oh, war das hart Mann, das war so hart Mann..“ stammeln, vor dem Wind warnen, auf die drohende Regenfront aufmerksam machen und all die Dinge tun die man so bedenkenlos macht wenn man weiß dass man selber nun nach Hause zu duschen fährt während die Anderen richtig dran müssen. Es gab Kuchen und Cola und wir hatten richtig Spaß.

Vor einem Jahr kannte ich noch fast keine und vor zwei Jahren bei meiner ersten RTF hat noch nicht einmal wer mit mir geredet, von daher muß ich doch sagen, hat ein bißchen gedauert in Bremen warm zu werden ist aber nicht das Schlechteste. Jedenfalls beneidete ich die anderen nicht jetzt auf die 120 km Strecke gehen zu müssen und aus dieser Ansicht machte ich auch keine Hehl. Posaun, Posaun.

Da Team Wiegetritt baute ihre Armada von Rädern auf und machte ein Gruppenfoto. Maarcel Wüst sagte „Hallo, ch bin Erik Zabel“ und alle lachten.

Es fing immer mal wieder ein wenig zu regnen an, hörte aber gleich auf. Ich schaute mir den Start an und dann sah ich mir im Zielbereich den Einlauf nach der ersten Runde an. Bereits dort war das Feld sehr weit auseinander gezogen und in viele Grüppchen geteilt. Die erste Gruppe kam vielleicht nach 24 Minuten, aber dann kamen bestimmt noch relativ große und gar nicht langsame Gruppen n5 Minuten später. Fast in allen Gruppen waren Wiegetrittfahrer vertreten, wie geasgt, das Team war ja auch sehr zahlreich angetreten.

Oliver war so in der vierten Gruppe, Harald dahinter in der fünften. Schieber und ich feuerten die beiden an so gut wir konnten und dann fuhr ich nach Hause um zu duschen und zu pennen.

Blitzrad habe ich gar nicht gesehen, vermutlich weil der wieder viel zu schnell gefahren ist.

Nachher hat es ja dann noch stärker geregnet, aber das habe ich gar nicht mehr mitbekommen, da ich dann schon fest schlief und vermutlich laut schnarchte. Strake Leistung aller Beteligten, heil rausgekommen. Strecke eigentlic gut, vor allem der Teil mit Flyover und Rembertiring ist eine klare Verbesserung zum letzten Jahr. Ergebnisse, so weit gemessen,  hier. Einige Bilder von Schnoopy Cat.

Ganz zum Schluß kam mir noch ein Gedanke: Die Überseestadt ist doch am Wochenende total leer, eigentlich wäre es dort doch Problemlos möglich mit ein paar wenigen Streckenposten Privatrennen auszutragen. Das werde ich mal im Herbst ausprobieren und planen und dann in der nächsten Sommersaison durchführen. Am besten mit illegalen Wetten.

Zuhause war nichts mir mir anzufangen. Ich bastelte noch ein wenig an meinen Rädern rum, schrieb im Blog und dann pennte ich schon wieder. Es ist schon hart, ein Radgott zu sein.

OK, noch ein weng arbeiten, noch ein wenig London und dann in den Harz.

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Bremen Challenge 2012. 1. Udo Lattek.

Vor einigen Tagen sah ich einen Film im Fernsehn über die Flucht der deutschen Bevölkerung aus Ostpreußen über das Haff 1945. Viele Tote, viel Leid, viele Tränen. Nein, so war die Bremen Challenge dieses Jahr nicht. Aber einer der Flüchtlinge war Udo Lattek, der als Zehnjähriger dort auf der Flucht war und das Jahre später in der Sendung kommentierte als „Horrorfilm ohne Halbzeit“. Das trifft den Kern der Bremen Challenge ganz gut.

Ehrlich gesagt, was ist denn bitte ein Horrorfilm MIT Halbzeit? Preußen Münster gegen Werder im Pokal? Und auch wenn die Halbzeit ausfällt, so gibt es doch immerhin ein Ende. Das ist der Gegensatz zu „ein Horrorfilm ohne Ende“ oder „ein Horrorfilm ohne Halbzeit und Schlußpfiff“.

Ich hatte wirklich hart für die Bremen Challenge trainiert. Das Wochenende davor war ich einmal um die Mürritz gefahren, aber, noch viel wichtiger, am Abend vorher hatten wir bei Freunden im Garten gegrillt und jede Menge getrunken. Das ist das beste Training überhaupt vor einem Rennen, weil es einem eine Vielzahl von Entschuldigungen bietet, warum es dann nicht gut gelaufen ist. Mein Wecker klingelte nach fünf Stunden Schlaf und ich hatte so gar keine Lust mein Bett zu verlassen. Erst einmal eine Aspirin und dann gaaaaanz langsam.

Ich habe wirklich Horror (ohne Halbzeit) vor dem Tag wo ist es einmal nicht mehr schaffe mich zu motivieren und aus dem Bett zu steigen. Allein der Horror vor diesem Tag motiviert mich auch die bescheuersten Dinge zu machen, wie zum Beispiel an der Bremen Challenge teilzunehmen. Dort gibt es für jemanden meiner Leistungsstärke nichts zu gewinnen außer einem Aufenthalt im RTW und einem Haufen kaputter Radteile. Also, hatte ich mir diesmal gedacht, dann mache ich doch lieber etwas sinnvolles und unterstütze Schnoop bei ihrem Versuch auf das Podium zu fahren und biete mich als Helfer an.

So fuhr ich also um kurz nach sieben unter dunkelgrauem Himmel in die Überseestadt weil ich mich zunächst einmal ummelden musste. Ich gab voll Gas und wurde doch nicht schneller als 25 km/hr – ein schlechtes Zeichen. Ich hatte mich nämlich für da 120km Rennen angemeldet, keine gute Idee auch wegen dem ständig schlechter werdendem Wetter. Es gab ein großes Zelt von Wiegetritt und Muckel, Matthias, Campadre und Schnoop waren schon da. Das hat Wiegetritt schon gut organisiert und auch wenn ich nicht Teil des Teams bin, durfte ich dort abhängen und bekam später Cola und Kuchen.

Wiegetritt hatte fast die gesamte Wüstfamilie engagiert. Marcel Wüst startete bei den 120 km, seien Frau Heike Wüstin bei den 60ern und eines von den kleinen Wüstchen durfte ich dann im 60 km Rennen überholen.

Dann ging es auch schon an den Start. Eigentlich wollte ich mich ganz vorne einreihen, da wo das Damenteam von Wiegetritt mit Schnoop startet, aber da man mich auch von schlechtesten Lichtverhältnissen noch nicht einmal mit einer bulgarischen Kugelstoßerin verwechseln konnte (meinem nähsten weiblichen Äquivalent) machte ich mich dann doch auf den Weg in den A Block. Am Start schaute ich mir meine Mitwettstreiter an:

Oh Gott, der hatte ja Beine wie Gregory Hincapie:

Und dieser hier hatte es wohl mit den Augen, jedenfalls trug es vor seiner Radbrille noch eine weitere. Oder hatte er vor im Rennen etwas zu lesen? Vielleicht die Biographie von Udo Lattek („Ich war oft schneller als der Ball?“).

Ich war gerade so richtig dabei gute Fotos zu machen, da wurde schon zum Start runtergezählt und los ging es. Ein Feld von aufgeputschten Fahrern die mit Mühe und Not von der Rennleitung, dem THW und dem Führungsfahrzeug gebändigt werden konnten. Was sollte dieses Rennen noch an Überraschungen bringen?

Dies dann im 2. Teil, außerdem dort zu lesen das ich zeitgleich mit Robert Bartko ins Ziel kam (äh, glaube ich), was sonst so alles am Wiegetritt Fstzelt passierte und das Oliver nach der ersten Runde bei den 120ern schon ziemlich geschafft aussah.

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Kasperl Theater

Nein, nicht in Hamburg bei den Cyclassics am Wochenende, sondern in Meck-Vorpom in Diemitz beim Dorffest.

Die Geschichte des „Höllentöpferers“, sehr schön in Szene gesetzt von Heike, Tobias und ihren Freunden.

Heike bekam ihr Kotter-Rad zum Geburtstag. Das ist eins der Räder, was ich vom Gesamteindruck und der Individualität her am schönsten finde – es ist einfach sehr gut gelungen.

Zusammen mit dem Kotter Rad von Tobias ist das nun ein hübsches Paar.

Ich hatte mein Canyon Plastikrad dabei und bin damit am Samstag einmal um die Mürritz gefahren, einer der Seen in der Gegend. Geniale Gegend, kaum Menschen, kaum Autos, sogar am heissesten Tag des Sommers. Nur Waren, ganz im Norden war ätzend voll. 125 km durch die Hügelchen mit 28er Schnitt fast ohne Pause und dann weiter Party.

Seit gestern wieder zurück in Bremen. Heute dienstlich zu einer Firma hinter der Waterfront mit dem Rad gefahren. Unten an der Weser (rechts-weserisch) hinter Cafe Sand war der Fußweg überflutet vom Weserwasser. Das hatte ich bislang noch nicht erlebt. Es scheint aber etwas mit Ebbe und Flut oder dem Weserwehr (?) zu tun zu haben, denn auf der Rückfahrt vier Stunden später war der Wasserspiegel deutlich gesunken. Aber das stand 30 cm tief das Wasser, ich hatte nicht gedacht, dass das so tief wäre, schön schnell mit dem blauen Olmo rein und brääätschtttttt war alles nass.

Sommer in Bremen.

 

 

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Der Schatz im Silbersee / Durchs wilde Bremistan

Starke Männer mit Idealen, kernige Indianer, tolpatschige Touristen – ja all dies gab es noch im 19. Jahrhundert am Silbersee in Stuhr. Heute sind die leider alle weg. Ausnahme: Bloeh.

Nur einmal im Jahr kommen sie alle wieder zum Silbersee Triathlon. Das HIWL Hochschulmolekül wird dieses Jahr zwei Teams am 29. Juli zu dem Wettkampf entsenden, der für uns als Staffel über 500m schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen gehen wird:

Prof Team :

Carola B      Nicht-Prof             Schwimmen
mob              Irgendwie Prof     Radeln
Nils W         Halb Prof                Laufen

(das Prof in Prof Team steht leider nicht für „professionell“ sondern für „professoral“. Und selbst das stimmt nicht).

Stud Team :

Simon H     Studi                          Schwimmen
Marcus 83 im Silbersee, Blitzrad in Bremen                Radeln
N.N.             Irgendwer               Laufen

(das Stud in Stud Team steht leider nicht für „studieren“ sondern für „Studenten“).

Wer Interesse hat das N.N. zu werden der möge sich bitte melden.

Mit Blitzrad und Marcus 83 sind uns ja heute unglaubliche Verpflichtungen für die Teams der HIWL gelungen. Blitzrad ist einer der wenigen Rennradfahrer dieser Welt der bis zu 30 Kilometer ohne Kette fahren kann. Und Marcus 83 ist wie der Name schon sagt, einer der Weltbesten Bremer Fahrer über die 83 km Distanz. Mal sehen, was er auf den 20 km bringt.

Vierzehn Tage später geht es dann in Teil 2 der Karl Marx Triologie durch das wilde Bremistan.

Am 12. August findet in der Überseestadt der erste Bremer City Triathlon statt. Es ist vermutlich deswegen der erste, weil der im letzten Jahr ausgefallen ist. Die Radstrecke scheint mir sehr ähnlich wie bei der Bremen Challenge zu sein.

Auch hier hoffen wir mit zwei gut besetzten Teams antreten zu können und Ruhm und Ehre zu erhaschen.
Wer Ruhm und Ehre nötig hat bitte bei mir melden. Oder besser nicht.

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Und es war Sommer …..

Endlich. So etwas wie das Gefühl eines Sommers.
Nein, richtiger Sommer. Ok, lets call it summer.

Der Schweiß rennt nicht in Bächen aus den Poren des Trikots aber die Vögel zirpen, der Abend ist lange hell und ich bin heute zum ersten Mal im Kurzarmtrikot ohne irgendwas gefahren. Wir waren erstaunlich viele PS heute.  Gutes Tempo, gute Truppe, gute Streckenführung. Zum Abschluß Bier am Dammsiel.

Auf dem Weg nach Hause riesiger roter Mond über Bremen.

 

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8elfinale.4telfinale.Harz Finale.

Update 25. Juni 2012

Treffpunkt

Bremen Hbf, City Eingang am Fahrkartenautomaten
30. Juni 2012, 07:00 Uhr

Zugverbindung

Bremen 07:19 Hannover 08:38
Hannover 08:55 Goslar 09:55

Niedersachsentickets 

Goslar 

Schließfächer am Bahnhof
Bescheide Auswahl an Essen und Trinken

 Strecke

Bitte gute Ideen schicken!
Wir dachten so an 100 – 130km und 1.00 bis 2.00 Höhenmeter 

Highlights

Sahnige Anstiege. Rasante Abfahrten. Kaffee und Kuchen unterwegs. Spaß und Abenteuer. Monarchie & Alltag.

Rückkehr

Ab Bahnhof Goslar:

Goslar 16:06    Bremen 18:40
Goslar 16:59    Bremen 19:40
Goslar 18:06   Bremen 20:40  

Wetter

Bremen hier

Braunlage hier

Torfhaus dort

Mitfahrer

Silke, Enno, Schnoop, Torsten, Blitzrad!, Marco, Mob, Skysurfer?, Tobias

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Bremer Radmarathon: Erster Eindruck

Ich würde an dieser Stelle ja gerne etwas längeres und sinnvolles schreiben, aber leider erlauben weder Zittern in meinen Händen noch Leere im Kopf größere journalistische Meisterleistungen. Bevor dieses Gefühl aber völlig verloren geht und ich nächstes Jahr zur gleichen Zeit wiedermals „Hey, ich fahr‘ den Radmarathon auf meinem Fixie mit“ verkünde, möchte ich aber als Warnung an Gleichdenkende und an mich selber, vier Worte zu Blog bringen:

Nein, tu es nicht.

Bilder sollen ja angeblich mehr als viele Worte aussagen:

Paolo Tiralongo (Team Astana), Gewinner der heutigen und 7. Etappe des Giro d’Italia am Ziel nach 205 km. Fährt zwar schnell, hat aber auch so’nen Cabonrenner und wird durch das Peloton vorm Fahrtwind geschützt.

Mob, Kein Gewinner des heutigen Bremer Radmarathons nach 216 km.

Morgen mehr, gute Nacht.

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