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Positivo Espresso, Bremen und Sonstwo. Alle die mitmachen.

RTFs im Testvergleich: Große Weserrunde vs. Lauenau

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Vorsicht, Beitrag enthält Weser.

An den letzten beiden Wochenende hatte ich das Vergnügen an zwei RTFs teilzunehmen. Doch welche ist unterm Strich besser gewesen? Große Weserrunde und RTF Lauenau im streng wissenschaftlich-analytischem Vergleich.

Die Auswahl der Vergleichskriterien für Produkte der Serviceindustrie ist ein komplexes Unterfangen über dass sich die Forschung bislang nicht einig ist. Diverse Forschungsergebnisse, beispielsweise Groeninger [2017], Oehm [1897] oder Matze [2020] bestätigen dies, auf eine einheitliche Definition von Mindestkritierien kann sich nicht festgelegt werden. In Anlehnung an Boertz/Döring [2014] die in jeder empirischen Arbeit erwähnt werden müssen, wird der gegebenen Komplexität durch eine angemessene Chaotik in Methodik und Durchführung Rechnung getragen. Zahlenmässige Angaben in Form von arabischen Zahlen wurden nach Dilbert [1999] ermittelt und bewertet.

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Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen, wurde die Einführung an dieser Stelle beendet und mit dem Vergleich begonnen.

1. Anreise

Große Weserrunde

= große Anreise. Treffpunkt morgens um 4 Uhr am Bahnhof. Zumindest gibt mir dies die Gelegenheit meinen 14 jährigen Sohn zu treffen, der sich zum Zeitpunkt des Frühstückens auf einem Ausflug in die Küche begibt, um Nahrung für seine nächtlichen Onlineballerspieleskapaden zu beschaffen. Im Zug dann in einem Abteil mit dem was Bremer Clubs eben so Samstags Morgens um 4 Uhr ausgespuckt haben und nun auf dem Weg zurück in die Provinz ist. Neben uns sitzt ein Typ der den Abfallkorbdeckel öffnet um herreinzubrechen, ein angesichts getrübter Zielgenauigkeit hoffnungsloses Unterfangen. Tobias kann ihn gerade noch überreden die Toilette zu benutzen, wir hören ihn würgen und kotzten noch bevor sich die automatische Tür wieder schließt. Leider die Kamera nicht rechtzeitig zur Hand gehabt.

Da die Bahn von sechs bis neun einen Streik angekündigt hat zittern wir dann in der S-Bahn an jedem Bahnhof zwischen Wunstdorf und Bückeburg ob der Zug wieder anfährt oder eben nicht wieder. Doch Lokführer sind auch nicht doof, wer will denn schon am Samstag morgen in Haste drei Stunden rumsitzen, da haste nix von. S-Bahn fährt zum Glück weiter bis nach Bückeburg wie geplant. Von dort aus über einen ersten Berg nach Rinteln.  Im dunkeln konnten wir den zum Glück nicht sehen, wären sonst vermutlich wieder umgekehrt. Das Ausmaß unserer Leistung wird erst auf dem Rückweg erkennbar.

RTF Lauenau

Der Wecker klingelt um 6:45 Uhr. Dann wird klar dass es nicht der Wecker ist sondern ein Anruf von Hannes, der mich fragt wo zum Teufel ich denn bleibe, denn wir wollten mit seinem Wagen um 6:30 Uhr bei ihm losfahren. Anziehen und frühstücken wird ein wenig hektisch, aber dann fahren wir in Seelenruhe nach Lauenau wo wir 1 1/2 Stunden später bei guten Wetter ankommen. Nervend: Gang vom 80 Meter entfernten Parkplatz zur Anmeldestelle im Schwimmbad – das kostet ein paar Körner.

2. Begleitung

Große Weserrunde

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Mit Philipp, Jonas und Tobias im Zug. Gute Stimmung wie üblich. In Rinteln warten dann auch noch Jan und Sebastian auf uns; wir bekommen eine eigene Startzeit und radeln in unserer Gruppe los. Recht schnell wird klar, das ich der langsamste von allen bin, was dann dazu führt das sich relativ entspannt am Ende der Gruppe vor mich hingurken darf. Ein paar Mal, insbesondere an Anstiegen falle ich hinten raus, aber oben oder bei der Abfahrt warten alle immer nett auf mich, einpaar Mal zieht mich Tobias wieder an die Gruppe ran (Danke). Insgesamt klappt es aber sehr gut und der Leistungsunterschied ist auch nicht so signifikant. Ganz am Ende kneife ich dann vor der Route durch die Berge von Aetzen (Aerzen) und ziehe es vor mit den neu gewonnen Küs Freunden an der Weser und somit am Atomkraftwerk nach Rinteln zu fahren. Keine Nennung des Wortes Atomkraftwerk ohne einen Link zu S.Y.P.H.s Industriemädchen.

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RTF Lauenau

Allein auf weiter Flur mit Hannes, kein Bremer verirrte sich nach Lauenau – doch ganz am Ende sehen wir einen im Trikot vom RCB. Eigentlich sollten noch Eddie und seine Frau mitkommen, die aber in letzter Stunden absagen. Da wir viel zu spät für den Start gekommen sind fahren wir quasi die ganze Strecke alleine. Gestählt durch die große Weserrunde bin ich in Bestform. Hannes darf ab und an vorne im Flachen Führungsarbeit machen, aber auf den Anstiegen und Abfahrten gebe ich zur Abwechslung mal das Tempo vor.  Auch nicht schlecht. Irgendwann überholen wir eine Gruppe gelber Visbeker und ein Mädel hängt sich an uns ran, muss aber dann wieder auf ihre (lahmeren) Jungs warten. Sonst lernen wir leider niemanden neu kennen. Mit Hannes fahre ich aber sehr gerne, da wir das gleiche Maß an Anstrengung und an Nicht-Ernsthaftigkeit in unsere Touren legen.

3. Strecke

Große Weserrunde

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Die große Weserrunde ist nicht ausgeschildert und da ich immer noch nicht im Besitz eines Garmins bin, bin ich auf Gedeih und Verderb meinen Garminausgestatteten Freunden ausgeliefert. Nicht, dass dies ein Problem wäre und auch das Routing mit deren Garmins funktioniert ausgezeichnet. Ich würde mir ja auch gerne einen Garmin kaufen, finde aber, dass diese sich von der Nutzerfreundlichkeit irgendwo zwischen einem Commodore 64 und einem IBM386 mit MS DOS bewegen: XCOPY C:\Test\ A: . Und seitdem Bedienungsanleitungen länger als 20 Seiten sind und nicht mehr auf Papier gedruckt werden, lese ich diese ungern – kein Zeit dafür.

Ansonsten gibt es bei der Weserrunde über die Streckenführung nichts zu meckern. Ab und an werden doch arg kleine Wege und Abkürzungen benutzt, in Hameln fahren wir einmal über die Terasse eines Biergartens und verfahren uns gleich anschliessend. Es geht fast immer recht dicht an der Weser entlang bis auf zwei Abstecher in die Hügel, einmal auf der Hinfahrt nach Hannoverisch Münden und einmal auf der Rückfahrt von Polle nach Aerzen. Da gibt es denn eine alternative Strecke, die sich aber im nachhinein auch als länger herausstellt. Über 300 Kilometer kommen so einige Höhenmeter zusammen, bei so einer Distanz bin ich dann auch froh, dass es nicht zu viele wurden. 300km sind lang und länger als Lauenau. Das hat den Vorteil, dass man anschliessend viel zu erzählen hat. So lange Distanzen bin ich bislang selten gefahren; Tokyo-Itoigawa Rennen 2008, etwa 290 km in etwas mehr als 10 Stunden auf dem Rad und 12 Stunden insgesamt und mit vielen, vielen fiesen Höhenmetern und Ampeln. Yokohama – Hamamatsu 2010 ähnlich lang und hart. Aber seitdem ich zurück in Deutschland bin, bin ich nur selten mehr als 200 km an einem Stück gefahren. Jetzt gibt es wieder viel von Heldentaten zu berichten.

RTF Lauenau

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Quasi direkt nach dem Start geht es mit den Anstiegen los. Die Strecke ist gut ausgeschildert in den Farben des ausrichtenden Radklubs Victoria Lauenau. Bereits nach 50 km haben wir fast 800 Höhenmeter in den Beinen. Die erste Abfahrt ist auf einer sehr schicken und schnellen Landstrasse und endet etwas abrupt und gefährlich an einem T Stück ohne Vorwarnung. dann geht es wieder in kleinen Wegen weiter hoch. Teilweise sind die Steigungen recht giftig und es fällt mir schwer alles im großen Kettenblatt abzuarbeiten – aber zunächst geht es noch. Die Landschaft ist jedenfalls großartig, viele Hügel, Wälder, einzelne Bauernhöfe hier und da und das alles bei sehr gutem, sonnigen Wetter aber auch nicht zu heiß. Eine Gegend zum verlieben – man möchte noch einmal 20 sein und neu anfangen, am besten gleich in Tevenhausen. Obwohl heiraten, Kinder großziehen etc. sind größtenteils vollbracht und wenn ein Drehen zurück an der Uhr dies wieder nach sich ziehen würde dann vielleicht doch eher nicht. Bei Tevenhausen fahren wir einen Teil der Strecke zwei Mal. Dazu kommen ab und Radfahrer entgegen, vermutlich von der Marathontour. Das ist etwas irritierend aber wir lassen das nicht zu. Raus aus de Kalletal zurück an die Weser  setzen wir bei Großenwieden mit der Fähre über. Das ist originell und kann nicht jede RTF bieten. An der nächstgelegenen Verpflegungsstation klärt und ein älterer Herr mit noch älterer Team Telekom Mütze auf, dass wir nun die Auswahl zwischen zwei Strecken zurück nach Lauenau haben: Die flache Alternative, oder noch einmal den Berg hoch zur Schaumburg und weiter zur Paschenburg.

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Das wollen wir natürlich unbedingt, einmal das Palais Schaumburg sehen! Oder einmal Palais Schaumburg sehen? Die Steigung zieht noch einmal ordentlich an und bringt mich letztlich auf das kleine Kettenblatt. Danach eine super Abfahrt bis fast nach Lauenau rein. Streckenplanung also super, fast keine Bundesstrassen, viele Anstiege auf kleinen Strassen, viele Abfahrten auf geräumigen Alleen. Aber eben auch schon nach 150 km zu Ende.

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4. Verpflegung

Große Weserrunde

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Verpflegungsstationen etwa alle 50 km. Manchmal gibt es nur eine Cola und einen Stempel aber fast alle Lokationen sind großartig. Der Campingplatz Himmelspforte direkt hinter dem Regipswerk Bodenwerder wird mir auf ewig in Erinnerung bleiben: “Es ist verboten warmes Wasser von den Toiletten mitzunehmen”. Es ist vermutlich auch verboten kalt in die Becken zu pinkeln. Dicke Holländer in frottierten Bademanteln kommen wir aus den Waschräumen entgegen. Irgendjemand hat doch die Uhr zurückgestellt, oder?  In Holzminden eine Blockhaushütte namens „Hafenbar“. Ich denke an Ford Capri, Batida de Coco, Tritop und wilde Wodka Parties kurz hinter Tschernobyl mit Alwin und Peter. Dier Verpfelegung ist OK, das Mittagessen in Hannoversch Münden auch udn die einzige Gelegenheit mal mit ein paar anderen Leuten zu sprechen. Wir treffen zwei Zigarrenliegeradfahrer und unterhalten uns mit ihnen, der eine fährt ein Cabrio, der andere vollverkleidet. Ich stelle mir vor, wie sein Cabrio bei Regen vollläuft und nur noch der Kopf vom Kinn aufwärts aus dem Wasser in seiner Kiste hervorragt. Die übrigens auch nicht leicht ist: 36 kg wollen bewegt werden, vor allem den Berg hoch. Das Boothaus in Beverungen ist auch so eine Zeitkapsel. Wie hat das alles überlebt aus den Siebzigern?

Der letzte Rast in Polle ist der Hit: Wir sitzen auf einer Terasse auf einem Campingplatz an der Weser und bekommen Getränke, Kaffee und vor allem Erdbeerkuchen umsonst.Eigentlich wollen wir gar nicht mehr weiter und wünschten uns Torsten wäre mit seinem Eifelland Wohnwagen da. Am Ende dann auch noch Essen am Start. Alles wirklich gut organisiert.

RTF Lauenau

„Ein Salamibrötchen bitte“ „Das macht 50 Cent.“ Eigentlich möchte man ja dann sagen: „OK, geben Sie mir alle, ich verkaufe die am Montag vor der Uni für ’nen Euro“ aber wir sind fürs Radfahren und nicht für den Profit gekommen. An der ersten Station in Hemeringen nach ca. 30 km beisse ich in zwei leblose und labrige Waffeln bevor Hannes mir sagt, dass hier besonders das selbstgemacht Rosinenbrot zu empfehlen ist. Das ist wirklich gut. es gibt quasi alle 25 km eine Verpflegungsstation und so brauche ich nur einmal auf einen Riegel zurückzugreifen. Rosinenbrot gibt es überall. Bananen, Obst, Müsliriegel, nichts außergewöhnliches aber eben gut für eine RTF. Am Ende gibt es dann noch gegrillte Bratwurst und Kuchen. Der ist aber leider schon fast weg, da wir zwei Stunden nach der Meute gestartet sind und uns viel Zeit gelassen haben.

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5. Rückfahrt

Große Weserrunde

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Sebastian meinte, dass wir es locker im hellen wieder zurück nach Bremen schaffen. Schummerig wurde es allerdings schon auf der Rückfahrt nach Bückeburg. Die Bahn brachte uns dann einen weiteren, langen Aufenthalt in Wunstdorf ein, dummerweise war da dann auch schon lange das Shoppingcenter im Bahnhof geschlossen (bereits seit 14 Uhr!). So gegen 23 Uhr war ich zuhause, ein 19 Stunden Abenteuer.

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Nicht Herr Sato.

RTF Lauenau

Hannes fährt, wir quatschen und nach ca. 1 1/2 Stunden setzt er mich netterweise zu Hause bei mir ab.

Fazit

Beides lohnenswerte RTFs, dieses Jahr haben wir neben diesen beiden auch wieder die Adlerrunde, der rote Fuchs und die Delmenhorst RTF gefallen. Visbek war auch nicht schlecht und auch Barrien. Bramsche fand ich nicht so doll. Schade, dass nun alles vorbei ist bis zum nächsten Jahr – aber wenn das Wetter gut ist, dann fahre ich noch den Münsterland Giro. Welche war nun besser? Keine Ahnung.

Handlungsempfehlung

Die Untersuchungen machen klar, dass eine Beurteilung der Qualität von RTFs anhand von standardisierten Kriterien nur dann eine signifikante Aussage haben kann, wenn die Anzahl der untersuchten Objekte deutlich erhöht wird. Aufgrund dieses Untersuchungsergebnisses wird empfohlen weitere Analyse in kommende Forschungsvorhaben einzubetten um auf der Basis gesicherter statistischen Erhebungen Aussagen zu treffen, deren mittlere Standardabweichung einen gewissen Grad von Allgemeingültigkeit zulässt.

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Kein Zusammenhang. Schafft aber auch bestimmt 51,151 km in der Stunde.

Der Autor dankt seinen Mit-fahrern und -forschern.

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Gestern Nachmittag am Atomkraftwerk mit den Küs

IMGP0542Gestern war die „Große Weserrunde„, eine RTF über 300 km von Rinteln entlang der Weser nach Hannoversch-Münden und auf der andren Weserseite wieder zurück. Demnächst schreibe ich ein wenig mehr darüber. 

Nach etwa 240 km, am Campingplatz in Polle haben wir uns getrennt, ich bin mit den Küs die alternative Strecke entlang der Weser gefahren (länger aber weniger Höhenmeter) und die anderen haben die Strecke durch die Hügel über Aerzen zurück nach Rinteln genommen. Plötzlich tun sich die Wälder vor uns auf und geben den Blick frei auf das Atomkraftwerk Grohnde. 

As AKW Grohnde sieht aus wie ein AKW in Deutschland eben aussieht, aber eben nicht alle AKWs in der Welt: rund.

AKW Grohnde

Währenddessen zum Beispiel ein japanisches AKW  eher eckig ist:

Ich hatte dieses runde Element völlig vergessen, für mich war es wie eine Zeitreise in die Siebziger, als AKWs und NATO Aufrüstung die beherrschenden Themen der Zeit waren. Insofern war dieses AKW auch der Höhepunkt einer Radzeitreise in die Vergangenheit, denn auch die Campingplätze und Orte entlang der Weser an denen wir vorbei kamen und Rast machten sahen aus wie eine Miniaturwelt der Siebziger Jahre: 

Fast 300 km lang gab es, von dem AKW, einer Regipsfabrik direkt am Campingplatz Himmelspforte, der Porzellanmanufaktur Fürstenberg im Ort gleichen Namens und einem Gebäckhersteller namens „XOX“ (deren widerliche Kekse es bei alten Leuten in meinem Familienkreis zu Kaffee gab) keinerlei nennenswerte Industrie.

Das beste waren allerdings die zahlreichen Campingplätze mit angeschlossenen Ausflugslokalen die wir angefahren haben. Während heute fast jedes Restaurant oder Cafe „Country Club Quelkhorn“ oder „Wellness Terrasse Wilstedt“ etc. heißt, gab es dort kein einziges englisches Wort zu lesen, selbst die Verbotsschilder waren auf Deutsch und wiesen in der strengen Sprache der Fünfziger darauf hin was alles nicht erlaubt ist: „Es ist verboten warmes Wasser von den Toiletten mitzunehmen“. „Besuchen der Gäste des Campingplatzes nur gegen Gebühr“. Das ganze garniert mit aberwitzigen Fliesen, Möbeln aus der Wirtschaftswunderzeit, Gardinen wie aus „Madmen“ und Wimpeln und Pokalen mit dicken Staubschichten.

Ich fühlte mich auf einmal sehr jung. Nach dreihunter Kilometer war dieses Gefühl komplett verfolgen und ich fühlte mich nur noch sehr alt.

 

 

 

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Panasonic P-Speed

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Ferdinand und ich hatten uns zusammengetan und über meinen Freund Hiroshi in Tokyo zwei Panasonic Rahmen besorgt. Es folgte ein langwieriges Zolldrama und seit heute der Aufbau.

Ferdinand bestellte den klassischen Rennrahmen aus Stahl FRC07 mit der Original Panasonic Team Lackierung, ich entschied mich für den schwereren FRC37, ebenfalls in der Team Lackierung, der über Ösen zur Montage von Schutzblechen und Gepackträger verfügt. Noch ein reines Rennrad aus Stahl brauche ich nicht, aber kein einziges meiner Räder hat fest montierte Schutzbleche und das scheint mir nach fast fünf Jahren im Norden Deutschlands keine gute Idee zu sein.

Mir schwebt etwas vor mit dem ich in der Nacht durch den Regen schwebe. Ich bin immer wieder beeindruckt von den Berichten David’s über seine Teilnahme an Audax Veranstaltungen, wie z.B. der SR600 Nihon Alps; nicht dass ich irgendein Verlangen danach fühlen würde 600km an einem Stück zu fahren – und schon gar nicht in den japanischen Alpen, alleine, im Regen, in der Nacht und dann auch noch kurz nach der Ankunft eines Taifuns und in einem Gebiet in dem Straßen wegen Erdrutschgefahr gesperrt werden. Interessant ist aber wie David seine Räder optimiert, damit er lange Strecke relativ komfortabel zurücklegen kann. 

Das Panasonic wird daher nicht nur Schutzbleche haben, sondern auch einen Nabendynamo und eine Frontlampe. Dazu kommt ein hoffentlich komfortabler Randonneur Lenker von Velo Orange der aussieht, als hätte man einen Fuß auf den Rahmen gestellt und dann mit Gewalt den Lenker hochgezogen.

Eine Frage die mich länger beschäftigt hat als sie sollte war: Shimano Dura Ace oder Campagnolo? Und wenn dann was, 8, 9 oder 10 Gänge? Letztendlich habe ich mich für Campagnolo 8 Gang entschieden – ich mag die Ergopower Hebel einfach gerne, hatte noch ein paar Teile im Keller die ich bei dieser Gelegenheit endlich verbauen konnte und 8 Gänge langen ja auch für die Hauptanwendungen in Bremen.

Natürlich hätte das auch alles teurer und besser und schöner und stilechter aufgebaut werden können, aber das soll ein Rad für den Alltag werden, es wird durch Regen und Dreck gefahren und da hemmen teure Anbauteile nur den Benutzer. Für die Vitrine habe ich schon ein Nagasawa Keirin Bahnrad.

Es ist schwer einen Rahmen im Raum stehen zu haben und nichts daran tun zu können, weil noch nicht alle Teile dafür da sind. Also habe ich heute schon einmal angefangen und alles was da ist verbaut, einiges nur provisorisch.

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Nitto 65 Sattelstütze 27,2mm mit Brooks Professional Sattel, Bleibt erst einmal so. Wunderschön integrierte Sattelklemmschraube im Rahmen. DAS Panasonic Merkmal

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Das erste Mal seit sehr langer Zeit wieder einen komplett neuen Rahmen zu besitzen. Ich kann gar nicht erwarten dort die ersten Schrammen reinzufahren …. Der Laufradsatz ist provisorisch verbaut, H plus Son TB14 sollen es aber dennoch werden – dann allerdings in Silber poliert.

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Ösen für den Gepäckträger. Und ganz unten eine Schraube zur Befestigung von Schutzblechen. Die Querstrebe hinter dem Tretlager ist zu dünn um eine Schraube aufzunehmen. Langschenklige Bremsen – ein leidiges Thema, da fehlen mir noch die guten Ideen. gibt es irgendetwas richtig schönes?

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Alles nur provisorisch,Bis auf die Wahnsinnslackierung. Die Bremszüge sind  übrigens wirklich rot. So ein paar mehr rote Flecken machen sich auf dem Rahmen gut. Sonst wird es aber überwiegend schwarz und Chrom sein, das die Akzente setzen wird.

Ergebnis für heute erst einmal:

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Jetzt ist erst einmal Pause, bis die bestellten Teile da sind.

 

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Bremen Challenge 2014

Die Bremen Challenge ist, neben dem Rad Marathon, mein Heimatrennen. Dieses Jahr bestand die Herausforderung aus zwei Teilen: Zunächst etwa eine Stunde kalt im Startblock zu stehen und dann hechelnd in der Gruppe während des Rennens zu bleiben.

Meine erste Bremen Challenge war 2011. Ich war neu in Bremen, kannte so gut wie niemanden und fühlte mich etwas einsam. 2012 war besser, 2013 bin ich wegen dem Wetter nicht gefahren und 2014 war bislang am besten. Doch alles der Reihe nach.

Am Abend vorher baute ich mein Canyon Rennrad von „Triathlon Aerodynamisch“ auf „Rennen scheißegal“ um. Also die teuren Laufräder und alles andere was wertvoll ist runter und das billigere Zeug dran, nur für den Fall dass ich mich hinlege und größere finanzielle Einbußen zu verkraften habe. Die SPD Pedalen ließ ich dran, denn alles was man da an schlechterer Kraftübertragung während des Rennens an Zeit verliert, macht man am Start wieder gut, wenn man als schnellster in die Pedalen einklickt und die ersten 20 Fahrer innerhalb von zehn Metern hinter sich lässt.

Ich bin zwar kein Mitglied der Wiegetritt Truppe, aber mittlerweile geduldeter Gast. So konnte ich meinen Rucksack im Hänger lassen, durfte mir einen Kaffee nehmen und mit dem Rest quatschen. Da ich doch immer noch recht nervös für jedem Rennen bin, auch wenn es nichts zu gewinnen gibt, bin ich dafür unendlich dankbar. Ich fuhr dann ein wenig durch die Überseestadt um mich warm zu machen, wie immer in der letzten Zeit war es wieder richtig windig, und reihte mich ca. eine Viertelstunde vor dem Start ganz vorne in Startblock A ein. Das durfte ich deswegen, weil ich bei meiner Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Anmeldung „Schallgeschwindigkeit“ angegeben hatte und nicht bescheiden „36 km/hr“. Vor mir standen eine Menge anderer Fahrer, die vermutlich „Lichtgschwindigkeit“ eingetragen hatten.

Die Startblöcke waren zu klein dimensioniert, viele Fahrer die noch etwas später kamen mussten sich am Ende des Feldes einreihen. Das ist normalerweise ungünstig, da man dann nie nach vorne fahren kann, sollte aber letztendlich keine Rolle spielen.

Es begann nun das Drama, dass immer noch einzelne Privatfahrzeuge auf der abgesperrten Strecke waren und der Start nicht freigegeben werden konnte. Als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, wurde das Starterfeld von Marcel Wüst und dem Moderator auf launige Art und Weise unterhalten. Diese war im wesentlichen sinnfrei („Wer mit zwei Trinkflaschen fährt hält jetzt bitte einmal die Arme hoch“) und sehr gequält und bemüht. Zeit also ein paar Fotos zu machen, fotographiert zu werden und die Nachbarn im Block zu beobachten.

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Schlechte Laune in Startblock A. Mein gelber Nachbar war auch nicht gerade wahnsinnig gesprächig.

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Vor mir war nicht viel los.

Links von mir war nichts los.

Rechts war es allerdings interessanter, hier stand ein Fahrer mit Specialized Venge (glaube ich) und Mavic Hochprofilfelgen (bei dem Wind) sowie kompletter Mavic Trikotage.

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Mr. and Ms. Specialized

War ich auf sein Rad neidisch? Nein. auf seine Freundin, die 15 Minuten das Rad hielt während er auf die Toilette verschwand, ihm Riegel verschiedener Geschmackssorten reichte und aufmunternde Worte sprach? Definitiv.

Mitterweile waren alle kalt, die Fahrer mit drei Trinkflaschen hatten die Hände hochgehalten und auch die, die nur ein Bein hatten oder 12 Finger, ich weiß es nicht mehr. Die Musik schmirgelte von den Achtzigern auf die Siebziger: Sister Sledge, Chic…. obwohl ich muss gestehen, dass ich „Good Times“ von Chic sehr „groovy“ finde. Aber auch das half nichts gegen die Kälte die sich nun in den Körper schlicht.

Wie so oft, irgendwann gibt man auf. Und so tat es die Rennleitung und startete das Rennen mit einer neutralisierten Runde die im 20 – 25 km/h durch die Strecke führen sollte. Schön, endlich ging es los und ich machte mich auf den Weg nach vorne. Tatsächlich war das Tempo von Anfang an recht ordentlich und ehrlich gesagt gibt es ja auch keinen Grund auf der Hochstrasse 25 km/h zu fahren. Dort traf ich Andreas, der mit seinen Nuttrixion Leuten unter Lichtgeschwindigkeit gestanden hatte und später auch Jessica. Als wir die Hochstraße zurückfuhren wurde auch klar, dass die Geschwindigkeit der neutralisierten Runde nicht neutral genug für viele Fahrer war, denn das Feld hatte sich bereits recht weit auseinander gezogen. Zum Glück war ich noch in Reichweite des Führungsfahrzeuges, auch wenn die Muskeln wegen Kälte schnell dicht machten.

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Andreas auf der Hochstrasse. er wird automatisch bei 130 bpm abgeriegelt.

Die neue Streckenführung fand ich persönlich nicht so glücklich, die im Pulk zu fahren war ganz schlecht, war allem der sehr holprige Teil durch Walle, aber später als sich das Feld auseinandergezogen hatte war das dann auch ganz OK. Als wir nach der ersten Runde durch das Ziel kamen, kam die Ansage, dass die Neutralisierung aufgehoben war und es ging los mit dem Tempo. Ich schaffte es noch genau bis auf die Hochstrasse hoch in der ersten Gruppe, danach war mein Rendezvous mit den richtig guten Fahrern vorbei und ich fiel aus der Gruppe heraus. Aus Erfahrung weiß ich, dass man dann nicht den Fehler machen sollte alleine aufzuholen, das verbrennt nur unnötig Körner, man schafft es eh nicht und wenn dann die zweite  nächste Gruppe kommt, dann kann man mit denen nicht auch mehr mithalten weil die Kraft fehlt. Das sagt die Erfahrung. Das Gefühl oben auf der Hochstrasse sagt scheißegal, man macht es trotzdem und so zieht dann auch die zweite Gruppe vorbei. Die Demütigung in dem Fall bestand darin, dass da auch ein Bromptonfahrer mit seinem Klapprad dabei war.

Es ist aber immer besser am Anfang vorne mitzufahren und sich dann zurückfallen zu lassen, als zu versuchen von hinten das Feld aufzurollen, denn dann hat man das Pech langsam entlangzugurken in einer Gruppe die gerade so schnell ist, dass die Entfernung zur nächstschnelleren beständig wächst und man den Sprung über die Distanz nicht mehr schafft.

In der dritten Gruppe waren dann auch zwei Fahrer  von Wiegetritt die vorne die ganze Zeit Führungsarbeit leisteten und da fühlte ich mich dann recht wohl, insgesamt waren wir etwa zu fünfzehn.

Leider harmonisierte die Gruppe nicht sehr gut. Auch in vierter oder fünfter Position stand ich recht oft im Wind, zudem war das Tempo vorne extrem verschieden: Mal ging es mit 33 km/h vorwärts, dann ein Wechsel vorne und jemand erhöhte temporär auf über 40 Sachen. Und so war es ein kontinuierliches Hecheln und aufpassen nicht von der Gruppe abgehängt zu werden. So lief das im Prinzip die ganze Zeit, am Ende der vierten Runde waren wir vielleicht noch zu zehnt. Mein Vorteil ist, dass ich keine Angst vor Steigungen habe. Bei der Auffahrt zur Hochstrasse nach dem Start und beim Anstieg zurück vom Rembertikreisel konnte ich immer wieder Distanz oder Positionen gut machen. Viele machen sich da einfach in die Hose wenn sie die Steigung sehen und lassen es langsamer angehen. Zum Glück gab es diesmal überhaupt keine gefährlichen Situationen oder Stürze.

Am Ende der vierten Runde hatte ich noch genug Power, um für den Schlusssprint zu üben und beschleunigte voll aus der letzten Kurve und flog als erster auf das Ziel zu. Dabei merkte ich wie lang die Strecke da noch ist, dass die Power nicht voll ausreicht zumal es auch voll gegen den Wind geht und das sollte mir in der letzten Runde dann helfen.

Die letzte Runde war dann deutlich langsamer als die ersten vier. Die ganze Gruppe sparte an Kraft, vermutlich deswegen weil jeder beim Schlußsprint der Gruppe vorne liegen wollte. So ging es dann zum letzten Mal auf die Nordstrasse. Etwa 500 Meter vor der letzten Kurve zog das Tempo noch einmal an, das Feld wurde nervös und jeder wollte eine in einer guten Position aus der Kurve kommen. Ich blieb in der Mitte und als einer der beiden Wiegetritt Fahrer anfing zu sprinten klemmte ich mich an sein Hinterrad und zog an den anderen vorbei. Etwa 50 Meter vor dem Ziel startete ich den Überholvorgang und danach war es dann wirklich nur noch Zentimetersache, ich kann gar nicht sagen wer von uns beiden zuerst im Ziel war. Allerdings hatte sich ein anderer Fahrer an mein Hinterrad geklemmt und der überholte uns dann kurz vor dem Ziel beide. Insgesamt war es aber ein durchaus gelungener Endspurt.

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Meine Wiegetrittgruppe im Rennen

Die Zeitmessung und die Ergebnisse sind bei der Bremen Challenge ja aus Tradition her chaotisch. Platzierung, Zeit und Durchschnittsgeschwindigkeit sich völlig unabhängig davon was tatsächlich passiert ist und in welchem Rennen man war. Sebastian zum Beispiel landete einige Plätze vor mir im 67,5 km Rennen (wenn es denn so lange war), obwohl der nachmittags im 123 km (der wie lang das auch immer war) gestartet war. Und so bin ich erst einmal ganz happy mit der Zeit von 1:45 hr, 150ten Platz von mehr als 300 Fahrern und dem 20 Platz in meiner Altersklasse (Professoren von privaten Hochschulen über 50), aber ob das alles der Realität entspricht ist mehr als fraglich. Ist auch egal, ich war zufrieden.

Nach dem Rennen sprach ich mit dem Fahrer, der mich kurz vor dem Ziel noch abgefangen hatte. Er schaute auf meine SPD Mountainbikeschuhe und sagte: „Dass Du das mit Turnschuhen gefahren bist – Respekt.“ Schönes Kompliment, auch wenn das meine geliebten Shimano MTB Schuhe von 2004 sind, davor bin ich nämlich wirklich noch mit Turnschuhen und Hakenpedalen gefahren.

Im Anschluss an das Rennen traf ich Niels und seine Frau? Freundin? mit der ich bestimmt schon zehn Mal gesprochen habe und von der ich immer noch nicht den Namen weiß. Jetzt gab es erst einmal eine leckere Pommes.

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Von Sportmedizinern empfohlene Nahrungsaufnahme nach einer Stunde kalt im Startblock und eineinhalb Stunden heiß im Rennen.

Und so mit war gegen 12 Uhr alles vorbei und dass ohne das es angefangen hatte zu regnen. Ich schaute mir dann mit Torsten und Thorben den Rest des Rennens an, wobei wir, so gut wir konnten, am Anstieg zur Hochstrasse Philipp, Sebastian und Ulrich Jahn anfeuerten.

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Die richtig schnellen Jungs beim Anstieg

Da war sehr lustig, machte Laune, aber nachdem ich fast den gesamten, lebenden Samstag in Osnabrück beim Radfahren verbracht hatte und nun auch den halben Sonntag, war es zeit sich wieder mehr um die Familie zu kümmern. Zumal es ja einiges an Heldentaten zu berichten gab.

Es folgt jetzt eine längere Blogpause, da ich mich morgen mit eben dieser Familie auf der Estland mache.

Danke an Harald und Niels für die Fotos.

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Ganz durchdrücken, eventuell nachdrücken!

Meine Heimat ist Mönchengladbach, mein zuhause Bremen. Die Welt ist meine Auster. Jörg kommt aus Osnabrück und wohnt auch in Bremen. Heute fuhren wir zusammen um seine Heimat Osnabrück.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich in Bremen heimisch wurde, den Durchbruch habe ich gerade einmal vor zwei Wochen geschafft. da war ich am dem Postamt in der HH-Meier-Allee und wollte ein Päckchen abgeben. einfach, könnte man denken, aber das Postamt dort wird von drei weiblichen Eulen betrieben, deren scharfem Blick nichts entgeht. Da die Eulen vermutlich schon geraume Zeit bei der Post arbeiten und quasi unkündbar sind, ist es nicht ihre Aufgabe nett zu Kunden zu sein und die Leistungen der Post zu verkaufen; wichtig ist einzig und allein die strenge und unnachgiebige Einhaltung des Regelwerks der deutschen Post. Jedes Mal in den letzten vier Jahren, wenn ich dort mit einem Paket aufkreuzte verkniffen sich Augenpaare, größere Mengen Luft wurden scharf eingezogen und Stirne faltig gerunzelt. „Oi, oi,oi, das geht ja gar nicht!“ oder „Das ist doch bestimmt zu groß/schwer/rund/eckig/kubisch für ein Päckchen.“ oder „Na, ob da wohl das Porto reicht!“ kurzum, es gab immer einen scheinbaren Grund zunächst einmal die Leistung zu verweigern. Bei meinen Paketen ist aber alles OK, da ich die aus Angst dass die drei Eulen mal Recht haben könnten immer dreifach mit der Laborwaage wiege und mit einem Theodoliten exakt vermesse. Ingenieur eben. So war dies bisher. Bis vor zwei Wochen. da übergab ich ein frankiertes Päckchen an die zweite Hilfseule und die sagte dann zu mir: „Sie brauchen nicht anzustehen, Sie können ihre Päckchen auch da hinlegen, Sie machen das ja immer ordentlich.“

In diesem Moment hatte ich das Gefühl zuhause zu sein.

Heute ging es los von zuhause zum Bahnhof, ich war etwas früher als Jörg da und sonst konnte sich keiner aus unser Truppe aufraffen, um uns nach Osnabrück zu begleiten. Wir fuhren mit dem Zug bis nach Bohmte. Da das Wetter recht unstetig aussah, hatte ich einen Rucksack mit Kleidung zum wechseln dabei, wohl wissend, dass es in Bohmte am Bahnhof keine Schließfächer gab. In Bohmte am Bahnhof gibt es sowieso nichts, vermutlich werden da nachts auch die Gleise geklaut. In der Nähe gibt es aber einen REWE mit Bäckerei und ich legte meinen ganzen Charme und meine ganze Sülze dar bei dem Versuch die Fachfrau in der Bäckerei davon zu überzeugen, meinen Rucksack bis zum späten Nachmittag aufzubewahren. Das klappte auch, aber nur unter dem Versprechen nach Rückkehr die Theke leer zu kaufen,

Als wir losfuhren, Jörg auf seinem Tommasini und ich auf meinem Canyon, fing es auch prompt an zu tröpfeln, dadurch dass Jörg aber auch gleich sehr schnell loslegte entkamen wir dem Regen auch recht flott und fuhren gegen den sehr starken Wind in Richtung Bramsche. Das kostete insbesondere Jörg viele Körner, da er die ganze Zeit vorne fuhr; da ich morgen an der Bremen Challenge teilnehme hatte ich einen guten Grund weniger bis gar nichts zu tun. Trotzdem war das tweilweise richtig anstrengend. Unser erstes Highlight war ein Aussichtsturm, etwa 10 km vom Sender SChlepptrupp oder Gleiwitz, habe ich jetzt vergessen, entfernt.

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Das wunderschöne Osnabrücker Land

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Bei solchen Fotos steht meistens „der Weg ist das Ziel“ oder so drunter

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Jörg, mit nostagisch verklärtem Blick auf seine Heimat.

Von Bramsche ging es dann weiter, immer auf kleinen Wegen und durch die Hügel nach Westerkappel und Lotte, wo wir Zeit für einen Kaffee und ein Brötchen hatten. Dabei ging mir auf, wie sehr sich die Art des radfahrens in Japan, Bremen und in Osnabrück unterscheidet: In Japan war es das Ziel einen Pass zu bezwingen. Und dann vielleicht noch einen. Und noch einen. Also raus aus der Stadt (50 km) und dann hoch hoch hoch hoch, runter, runter, runter, hoch hoch hoch hoch, runter, runter, runter, und dann mit dem Zug zurück in die Stadt. In Bremen dagegen fährt man gerade gerade gerade flach flach flach gerade gerade gerade und dann ganz wenige Kurven, bis man gerade gerade gerade flach wieder zuhause ist. In Osnabrück mit Jörg habe ich immer das Gefühl auf einem ca. 5 km2 großen Gebiet zu fahren, dass von sehr vielen Wegen durchdrungen ist. Wir fahren ein kleines Stück geradeaus, dann wieder rechts, eine links, rechts Kombination, wieder links, man kommt nie gleichmässig ans Treten und ich habe keine Ahnung wo ich bin. Während des Fahrens denke ich dann immer,d ass wir irgendwie im Kreis fahren oder in einem größeren Vorgarten. Oder das Jörg mich absichtlich einen Weg fahren lässt der, wenn man ihn sich nachher auf Strava etc. anschaut tatsächlich ein Satz oder ein Zechen ist wie hier:

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Heute hat er vermutlich „Mach schneller Michael, Du lahmer Sack!“ in die Landschaft geschrieben. Muss mir das später mal bei Strava anschauen.

Von Lotte ging es über Hasbergen in das südliche Osnabrück rein. Hier kam es beinahe zu Kampfhandlungen, als ich einen Audi rechts überholte (zugegebenermaßen war das keine gute Idee) und der mich in der Folge versuchte von der Straße zu drängen. Das war auch gar keine gute Idee und endete dann erst einmal mit einem Wortgefecht an der nächsten Ampel.

Jetzt machte das fahren bei Sonne und Rückenwind auch deutlich mehr Spaß. Und da wir es überhaupt nicht eilig hatten sind wir noch einmal im Zittertal in ein Cafe gegangen und zwar dort wo Jörg vor x Jahren seine Konfirmationsfeier hatte. 

 

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Und weiter ging es über Bissendorf in Richtung Bad Essen, wo ich dann zum zehnten Mal innerhalb von zwei Wochen den Essener Berg in das Dorf runter gefahren bin. Da wir ohnehin den Zug verpasst hatten (zwar zügig gefahren, aber zu viel Kaffee und Kuchen) schauten wir auf dem Rückweg mal beim Schloß Ippenburg vorbei. wir kamen aber nicht rein, davor stand ein VIP Bus und der Busfahrer klärte uns darüber auf, dass dort eine geschlossene Gesellschaft sei und wir „keine Chance“ hätten. Na dann, auf zum Rewe nach Bohmte. Laden leer kaufen. Vor dem Ondomat die Räder parken und noch mal Kaffee trinken bis der Zug kommt.

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Canyon, Tommasini und der Ondomat

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Der Ondomat im Detail.

Es war eine schöne Tour, etwa 118 km und ganz nach meinem Geschmack mit vielen Hügelchen und Höhenmeter. danke an Jörg dafür.

Es war aber auch eine sehr gruselige Tour. Ich bin ja nicht abergläubig, aber was soll ich von einem Tag halten an dem:

  • Eine schwarze Katze auf dem Mittelstreifen einer Landstrasse liegt und uns beide böse anschaut?
  • Uns in Engter dann der Pfarrer ganz in schwarz auf der Strasse begegnet?
  • Und jede Menge Viehzeuch (Igel, Eichhörnchen, Vögel) platt auf der Straße liegt?

Heute gehe ich jedenfalls nicht mehr vor die Tür.

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Geheime Ausfahrten

Bremen, Mitte August 2014. Es ist, zumindest gefühlt Spätsommer und die letzte Chance abends im hellen noch einmal im Kurzärmeltrikot zu fahren. So wie heute.

Ich kam pünktlich zum Treffpunkt am HaW und Silke und Caroline warteten schon auf mich. Auf japanisch nennt man so etwas „両手の花“, oder Blumen in beiden Händen.

Manchmal trifft man Menschen und spricht mit ihnen und die haben dieselben Gedanken wie einer selbst. Und die wissen einfach alles, was man auch weiß. Das ist besonders überraschend, wenn man diese Menschen zum ersten Mal trifft.
„Kommt Andreas heute?“ „Ah, den habt ihr ja nie auf den Brocken hochgelassen!“
„Oder Philipp?“ „Den musstet ihr doch mal nach Wernigrode schieben!“.
Es ist etwas weniger überraschend, wenn man dann erfährt, dass Caroline in diesem Fall sämtliche 2.993 Posts auf diesem Blog gelesen hat die ich geschrieben habe und somit mehr über mich weiß als meine Eltern, meine Frau und meine Kinder zusammen über mich.

Blumen in beiden Hände hatte ich aber nur zwischen dem HaW und Dammsiel, dazwischen wartete eine Meute von drei anderen Rennradfahrer auf uns, die sich spontan zum lutschen entschloss. Silke und ich  in gutem Tempo vorweg, wenn unser Fahrstil ein Song zum Tag wäre, dann würde ich diesen hier dafür wählen.


Und so fuhren wir gut gelaut den Deich lang. Bis wir uns dann vorne ablösen ließen; die musikalische Untermalung änderte sich dann entlang des Weges zu diesem.


 
Und so ging es ziemlich flott durch Burg und über das Lessumsperrwerk zu den beiden übelsten Anstiege die Bremen zu bieten hat. Das heißt nicht direkt, Der Zugang zu diesem Berg ist nämlich gut versteckt und beim ersten Versuch des Abbiegens wären wir fast voller Schwung gegen eine geschlossene Garage geknallt. Beim zweiten Versuch klappte es dann – ein brutaler Anstieg, unter Rennfahrern auch bekannt als das „Hohe C“. Gefolgt von einer normalen Strasse, und dann runter eine ähnlich steile Rampe die mit roten Ziegeln gepflastet war, bekannt als die „Aalschleife“, da glitschig und kurvig.

Da dachten wir uns, warum eigentlich mehr als vier Stunden hinter einem Wohnwagen runter zum Nürburgring fahren und uns von Heideheizern überholen lassen? Das nächste 24 Stunden Rennen tragen wir an der Lessum aus, Runde für Runde das Hohe C hoch und die Aalschleife wieder runter. Da schaffen wir erstens deutlich mehr Runden als am Nürburgring und zweitens auch mehr Höhenmeter.

Auf der Rückfahrt wollten die drei Jungs unbedingt noch vor dem Radladen halten, der sie seit 85 Jahren sponsort. 

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Ja, Radsport Brodtmann, eine Legende in Bremen Nord. Da braucht man sich nur die Räder unschauen, die dort seit 1982 unverkauft im Schaufenster stehen. Wer würde nicht sofort sein Carbon Felt ohne Lenkerband gegen ein Winora Intergalaxis Cruiser tauschen wollen.

Kurz vor der Autobahn hatte Caroline einen Platten den wir schnell flicken konnten, aber die drei Jungs waren weg. Das war schade, denn die konnten eigentlich ganz gut mit uns mithalten und ich wollte ihnen zum Abschied noch etwas ermunterndes zurufen, etwa. „Hey, ihr könnt das nächste mal wieder bei uns lutschen, kein Problem. Ihr fahrt ja ganz OK, vielleicht solltet ihr mal in einen Verein gehen: Wiegetritt oder therafit oder so.“

Der Rest der Tour zu dritt war dann deutlich entspannter und endete bei Kakao im Haus am Walde. Danke an Silke und Caroline, durch euch nahm der Tag am Abend dann doch eine schöne Wendung.

 

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City Triathlon Bremen: Photonenstrecke

Lost in the Wechselzone

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Didi – yeah


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Ergebnisse Mixed Staffel

2014 2013 2012

Bericht Weserkurier

Photos Weserkurier

Bericht Syker Kreiszeitung

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Contra Vento: Bremen Citytriathlon 2014

Sollte jemand wissen wollen, wie es heute beim Citytriathlon war, dann schaue er sich die folgenden Videos zur Einstimmung an.

Irgend eine Idee, was diesen Songs allen gemeinsam ist, AUSSER das es Songs sind die übewiegend von langweiligen, alten Männern gehört werden? Genau. Das Wetter war heute etwas windig und man konnte nicht ganz so relaxed fahren wie die hier Musik machen:

Aber alles der Reihe nach. Beim diesjährigen Bremer Citytriathlon waren wir erstmals mit drei Teams am Start, den HIWL Stars (Philipp und Anna Lühmann sowie Jan-Cedrik), den HIWL Profs (Uwe, mob und Midori, alle keine Profs) und den HIWL Studis (Brake, Till und Joshua). Da es bis zur letzten Minute Unsicherheit gab, wer nun in welchem Team startet und was macht, entsprechen die offiziellen Startlisten nicht ganz den Tatsachen die von der HIWL geschaffen wurden.

Ich war relativ früh da, da die ganz Arbeit des organisierens wieder an mir kleben geblieben war. Ich war sogar so früh da, dass ich der ersten Frau und dem ersten Mann begegnete:

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Wow, die Bibel hatte also doch recht. Nun wusste ich, dass ich noch ein wenig Zeit hatte, um mich hinzulegen, und durch das griechische und römische Reich zu schlafen, das Mittelalter und die Gründung der Hanse zu verpennen und dann wenig berührt von Renaissance, Barock und deutscher Kleinstaatelei und Vereinigung, Krieg, Krieg und kaltem Krieg pünktlich am 8. August 2014 um 13.00 Uhr wieder afzuwachen. Hatte ich irgendetwas verpasst? Nein, um mich herum Materialschlacht auf der einen Seite, Carbon Felgen und Hochprofile soweit das Auge reicht, Lenkeraufsätze, Aerohelme und Rahmen mit „Schnucki“ gelabelt.

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Daneben dann gruseligste Aluräder von Bocas und einige schöne alte Colnagos und ein ganz kleines Olmo. Ich hatte mein canyon auch ordentlich upgegradet und leicht und aerodynamisch gemacht, aber das war noch gar nichts gegen die Vorbereitung von Philipp und seinem Müsing Blitzrad.

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Wow. überklebte Löcher der Flaschenhalterbefestigung. Und jede Schraube vorne an der Bremse zugeklebt. Und dann noch dieser überaus windschnittige Aerohelm mit der Ansage. „EINS !“

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Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass die fünf Minuten Unterschied zwischen Philipp und mir fast ausschließlich auf diese aerodynamischen Spitzfindigkeiten zurückzuführen sind. das habe ich nun davon, dass ich diesen Aufwand nicht reiben wollte.

Wir standen alle in der Wechselzone rum und wurden langsam nervös. Ich fragte eine der Frauen mit gelben T-shirt wo die Toilette sei und sie antwortete „mubel..mumbel weißes Zelt da hinten, mumbel mumbel.“ Also ab zum weißen Zelt , die Eingangsplane hochgehoben un das folgende gesehen:

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Im Gegensatz zu den Dixie Klos und Piss-Satelliten auf dem Nürnburgring war diese Toilette nun wirklich septisch rein, sah aber wenig benutzerfreundlich aus. Ich entschied mich dann doch für das Dixie Klo hinter dem Zelt.

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Till und Joshua vom HIWL Studi Team

Mittlerweile waren die Schwimmer ins Wasser gegangen und der Wettkampf hatte begonnen. Die Einzelstarter waren etwas früher dran und Björn kam bereits zurück vom Radfahren und zog sich unter den kritischen Augen von Sylvie um.

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Nun wurde es langsam erst.Als erste kam Anna rein und der Wechsel des Transponders an Philipps Fuß lief alles andere als gut. Dann kam Uwe von meinem Prof- Team und ich machte mich auf den Weg auf die Radstrecke.  Ich hatte zwar meine Shimano SPD Schuhe an, damit ich gut laufen konnte, das bringt aber alles nichts wenn vor einem Oma und Opa mit ihren Trekkingrädern gemütlich auf die Strecke watscheln. Die beiden überholte ich noch in der 5 Meter Startzone. Den nächsten etwa 50 Meter weiter und dann war ich auf der Nordstrasse. Natürlich fühlt man sich hier wie der König der Landstrasse; ab konstant mit über 40 Sachen und dazu flötet man leicht gelangweilt etwa so was hier.

Dabei überholt man locker einen Haufen Leute, obwohl den ersten den ich überholt hatte setzte sich wieder vor mich. Schon bald war ich an Didi von BOC dran den ich auch locker stehen liess. Silvie, die vor mir gestartet war kam mir von der Wendemarke recht langsam entgegen. Da Silvie schnell ist, wusste ich schon, was mir jetzt auf der Rückfahrt blühen würde. Und so war es dann auch, in die andere Richtung war es selbst mit einem Puls über 170 nicht möglich schneller als 30 – 33 zu fahren. Didi holte mich nun wieder ein. Dann bogen wir in die Schleife und auf dem schnellen Stück mit dem Wind überholte ich Didi wieder. Und dann wurde es ganz eklig auf dem langen geraden Stück bei Kelloggs und am Speicher vorbei bis zum Aldi. Hier überholte mich Didi wieder. Nach der ersten Runde war ich also ziemlich im Arsch und hatte nur noch wenig Lust. Hier mal im Vergleich unsere Fahrstile nach der ersten Runde.

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Silvie – anmutisch und pefekt


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Philipp – aerodynamisch und schnell

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 mob – das aerodynamistische ist noch die Wampe

Eine Rund eum und noch eine weitere. Zum Glück kam jetzt wieder die Nordstrasse udn das Canyon Kätzchen surrte mit mir und 40 Sachen Richtung Waterfront. Leider war jetzt so gut wie keiner mehr in Sicht vor, so dass man sich nicht an jemandem festbeißen und ihn überholen konnte. Kurz vor dem Wendepunkt kommt mir wieder Silvie entgegen. Sie hat etwa eine Minute Vorsprung auf mich. Am Wendepunkt überhole ich noch jemanden und mache mich auf die Verfolgung. Muss sie wohl auch gedacht haben, denn sie haut jetzt richtig rein und ich sehe sie erst im Ziel wieder. Stattdessen wieder Gegenwind ohne Gnade. In der 2. Runde ist es fast schwierig die 30 km/h zu halten. Didi ist wieder vor mir, mittlerweile etwa 100 Meter. Zum Glück ist das renne gleich zu Ende. Auf der letzten fiesen, langen Geraden überholt mich noch jemand mit Aerohelm und einer von BOC, aber das war es dann auch. Langsam arbeite ich mich an Didi wieder ran. Die Kurven kann ich definitiv schneller nehmen und dann kommt die letzte Steigung zum Eingang in die Wechselzone. Stilstudie:

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Elegant im Wiegetritt

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Power pur.

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Hammer rausgeholt.

10609462_824203830932128_9081525950352385065_nKoalitionswechsel.

Endlich im Ziel, irgendjemand schreit vom Strassenrand, dass ich mich anstrengen soll beim laufen. SChaffe ich auch irgendwie und dann läuft Midori für mich los. Knapp unter 36 Minuten, das ging auch schon mal schneller, aber der Wind war heute wirklich tödlich.

Alle anderen sind bereits zurück und wir gehen in den Zielbereich, um etwas zu trinken und unseren Läufer anzufeuern. Unsere Läufer machen eine gute Show und Jan-Cedrik bringt die Führung ins Ziel. Zum dritten Mal hintereinander der erste Platz in der Mixed Staffel. Cool. Die Läufer der Studenten und die Läuferin der Professoren kommen etwas später rein, aber allen hat es Spaß gemacht, alle sind müde, haben sich verausgabt, wollen ein alkoholfreies Erdinger und am liebsten noch ’ne Currywurst mit Pommes.

Es gibt gar nicht viel Zeit zu reden. Es sind mal wieder ’ne Menge Leute da, die ich kenne, Andreas, Silke, Niels, Matthias, Mathias 2311, Lulle, Lalle, Lolle, Bernd, Jessica, Harald, Sönke, noch ein paar Studis von der HIWL, ads wird auch jedes Jahr mehr und erfreulicher … wenn ich da noch an meine erste Bremen Challenge 2010 denke … da war ich zwar schneller als heute kannte  aber keinen Menschen.

Die Ehrungen beginnen. Ist nervig, denn es wird in Altersklassen geehrt zunächst, also 15 bis 20 Jahre, 20, 22,5 Jahre, 22,5 bis 23,75 Jahre, 23,75 bis 23,875 Jahre – na weiß jemand noch aus dem gehobenen Matheunterricht ob die Reihe N=1 bis unendlich, Summe 1/s hoch n einen Grenzwert hat und wenn ja welchen?

Ist nervig, vor allem dann, wenn man hinter der Siegerpodestbude ein Gewitter aufziehen sieht. Dann endlich die Staffeln. Erst die Frauen und Männer.  Silvie kommt mit den Pedalos bei den Frauen auf den dritten Platz in der Staffel.

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Dann endlich die Mixed Staffel.

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Auf dem Weg.

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Mit Pokal und Urkunde

Cool, also beim Citytriathlon in Bremen hat noch nie ein anderes Team die Mixed Staffel gewonnen als die HIWL. Das wollen wir nächstes Jahr wiederholen. Na ja, heute war da allgemeine Gefühl eher, ne lass mal, aber morgen sieht das ja wieder ganz anders aus. Es freuen sich alle am Pokal und an den Preisen. Bis sie zur Tribüne zurückkommen und ich alles einsacke, denn als Repräsentant der Hochschule, die alles finanziert hat, habe ich das moralische Recht dazu. Her mit dem Pokal – Gladiatoren.

Ich hole ihn aber noch einmal raus für ein Abschlussfoto.

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Danke an alle die mitgemacht haben (vlnr om: Jan-Cedrik, Uwe, Midori, Philipp, Anna Lühmann, Joshua, Brake, Till Oliver

Im Hintergrund fängt es an zu tröpfeln jetzt bloß schnell nach Hause. Schaffe das so gerade noch. Ein schöner Tag – bis zum nächsten Jahr und Danke für den vielen Fisch. Danke an Niels für die Fotos. Ergebnisse sind noch nicht auf der Website, trage ich nach. Bitte melden, wenn noch gute Fotos da sind.

Anhang

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Warum?

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Rad am Ring 2014. Teil Zwei: Aquaplaning beim Rad beginnt erst ab 150 km/h. Sagt man.

Am Vortage begaben wir uns langsam per Auto von Bremen in die Eifel. Heute musste alles schneller werden denn wir hatten ein Rennen: Rad am Ring 2014. 

In der Tat waren wir am Freitag so langsam, dass wir auf der Autobahn, hinter Karin und Torstens Eifellandtraumwohnwagen herfahrend von einer zweiköpfigen Gruppe von Heideheizern überholt wurden. Das sollte uns am Samstag beim Rennen nicht passieren.

Ich wachte auf, es war heiß im Zelt und jemand redete. Es war Torsten. Ich konnte mich noch erinnern, dass ich ihn beim schlafengehen gehört hatte. Ich sollte ihn nun den ganzen weiteren Samstag hören aber, um das gleich zu Anfang loszuwerden, ich empfinde das als sehr angenehm. Erstens bin ich nie Ziel seines Spottes (ich werde also, nicht gemob(b)t), zweitens gehört es irgendwie zu meinem Beruf ständig zu reden und dann bin ich recht froh wenn ich einmal nur zuhören muss und drittens hält Torsten im seinem Gequatsche den ganzen Laden zusammen. Torsten ist nicht jemand mit dem ich Hegel vs. Kant diskutieren würde, aber da ich dies ohnehin nicht tu ist Torsten jemand mit dem ich jederzeit vierundzwanzig Stunden auf dem Ring radfahren würde.

Zeit aufzustehen, sich den Dreck aus den Augen zu reiben und sich frisch zu machen. Totaler Nebel auf dem Gelände, die Zeltplanen voll mit Wasser. In der Gegend um die Dixie Klos war mittlerweile die Ebola Seuche ausgebrochen. Es gibt ja mittlerweile nicht nur Dixiklos, sondern auch Dixiepiss-Satelliten in denen sich maximal vier Männer gegenüber stehen. Ist eigentlich wie Skat spielen, man läßt sich ungern in die Karten blicken.  Silvie meinte beobachtet zu haben, dass einige Männer bereits lange vor Ankunft am Satelliten blank ziehen, was ich aber nicht bestätigen mag.

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Satellite of Love @Rad am Ring

Duschen. Herrlich. Frühstücken. Super. Dann Plannungsbesprechung mit dem Team:

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Es mangelt wieder mal an allen. Meine Plannung für das Rennen war mies: Ich hatte nichts zum schreiben mitgenommen, kein PC, kein Tablet, kein Smartphone. Auch fehlten elementare Dinge wie Messer, Gabel. Becher und Teller. Und so hörte ich um mich herum immer „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ und „Wer hat aus meinem Becherchen getrunken?“ Und immer war ich es und immer fühlte ich mich schuldig. Ich leistete dann aber einen signifikanten Beitrag zu unserer Planung mit der Entwicklung eines neuen Softwaretools, bestehend aus einer Tupperwarendose von Philipp sowie wahllos gepflückten Blumen unserer Parzelle.

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Recht flott stand unsere Strategie fest: Wir wollten alle die Einführungsrunde fahren, da wir ja noch gar keine Erfahrung mit dem Kurs hatten und dann etwa eine Runde pro Stunde schaffen, so dass wir insgesamt auf 24 Runden kommen. Je nach Leistungsvermögen wollten wir uns dann kontinuierlich abwechseln, so dass bis in den Morgen hinein jeder eine oder zwei Runden fährt (damit auch geschlafen werden kann). Am nächsten Morgen, wenn wir alle tot sind, wollten wir uns dann weiter abwechseln, aber eben nach jeder Runde. Björn trug den Transponder in der ersten Runde.

Und ehe wir noch mehr planen konnten ging es dann auch schon zum Start, wir hatten gerade noch Zeit für ein paar Fotos.

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邪魔虫(rechts)

Am Start  trafen wir dann auch die anderen beiden Teams aus Bremen vom RCB in der großen Masse von Startern. Und auch sonst trafen wir jede Menge Gestalten, die mehr oder minder bekannt sind, insbesondere aus dem Rennrad News Forum.


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Gruppenbild mit dem RCB

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So eins, zwei Typen aus dem Forum

 

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Noch so ’nen Typ aus dem Forum

Und dann ging es, etwas unvermittelt los. Also eigentlich hätten wir da noch Stunden stehen und quatschen können.

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1. Runde Björn 0:58:23

Nach der ersten Runde war ich an sich ganz optimistisch, was die Rundenzeiten anging. Ich hatte etwa 56 Minuten gebraucht ohne mich jetzt großartig zu verausgaben und  auch ohne richtig schnell zu fahren, denn die Masse an Teilnehmern konzentriert auf der Straße machte das unmöglich. Das war aber leider eine komplette Fehleinschätzung, denn die erste Runde war deutlich kürzer (24,4 km) als alle anderen Runden (26 km).

Aber alles der Reihe nach. Der Kurs geht etwas zickig los und macht dann ein paar Wellen mit aber nichts wirklich ernsthaftes. Irgendwann einmal werden die Wellen größer und dann kommt so ein fieses Stück, wo man wirklich viel Schwung braucht um auf der anderen steilen Seite wieder hochzukommen. Mein Schwung endete dann just auf dieser finnischen Flagge, die auf der rechten Fahrbahnseite gemalt ist. Soweit so gut. Dann geht es relativ schnell in den Teil mit der Fuchsröhre und anderen Abfahrten, bis man etwa nach 12,5 km am Tiefpunkt ist im Bergwerk. Bis dahin fühlt man sich in der Form seines Lebens und beginnt dementsprechend optimistisch den Anstieg, der sich zunächst einmal über die nächsten drei Kilometer und 210 Höhenmeter erstreckt. Ist alles machbar, wenn man das ruhig und im Rhythmus angeht. Zur Erholung gibt es dann ein flacheres Stück am Caracciola Karussell bevor dann wieder eine fiese Steigung hoch zur hohen Acht folgt.

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Es wird dann wieder etwas wellig und nach einer großen Welle folgt eine sehr lange Gerade die erst abschüssig ist und dann langsam wieder nach oben zieht. Hier muss man unbedingt im Windschatten anderer fahren. Am Ende dieser langen Gearden wartet noch einmal ein fieser Aufstieg, danach fährt man in den Grand Prix Bereich ein und kann noch mal richtig Gas geben weil man weiß, dass man nun bald zuhause ist. Soweit zur Strecke (details).

Ich fuhr die erste Runde hauptsächlich mit Silvie und Silke zusammen, an der hohen Acht wurde ich dann ein wenig schneller und war vielleicht ’ne Minute schneller zurück an unserer Parzelle. Björn war vom Start weg etwas hinten, machte das aber richtig, da er ja jetzt erst einmal zwei Runden fahren musste. Das war alles trotzdem scheiß anstrengend und ich fragte mich, ob das wirklich so eine gute Idee war die Einführungsrunde mitzunehmen.

Als wir ankamen fahren wir jedenfalls ziemlich geschlaucht.

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2. Runde Björn 1:04:13

Ich fand es jedenfalls gut, dass Björn erst einmal weiterfahren musste und ich mich ausruhen konnte und ich glaube Silvie und Jessica ging es genauso. Man steht dann so an der Strecke rum und guckt den Radfahrern nach. Auf die Dauer wird das auch langweilig und man geht mal wieder Skat spielen mit den Dixiebrüdern. Oder isst was. Auch egal, es ist halt so ein typisches Leben auf dem Campingplatz.

3. Runde Silvie 058:32

Björn kommt zurück und flucht etwas wie „ich bin nicht gemacht für die Berge“, dabei sind wir hier gerade einmal in der Eifel. Trotzdem ist er zur heißesten Tageszeit zwei Runden gefahren – Respekt. Silvie fährt, wie erwartet eine schnelle Runde und wechselt zu Jessica.

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4. Runde Jessica 1:01:27

Bevor Jessica fährt gibt es eine tränenreiche Verabschiedung von Harald. Wie ich überhaupt Harald im wesentlichen, also wenn er nicht gefahren ist, als jemand in Erinnerung behalten habe, der mit abgelassenen Trägern seiner Radhose und nacktem Oberkörper sich an Jessica anlehnt. Alle anderen von uns, die schon länger in diversen Beziehungen sind, blicken neidisch auf das junge Glück. Jessica ist auch flott unterwegs, aber es wird uns auch langsam klar, dass eine Stunde pro Runde auf Dauer sehr ambitioniert ist.

5. Runde Mob 0:56:30
6. Runde Mob 0:59:21

Endlich darf ich wieder ran. Ich powere wie ein blöder, denn ich möchte schneller als in der Einführungsrunde sein (weiß aber noch nicht, dass diese erheblich kürzer war). Die Fuchsröhre runter bekomme ich meinen Tacho aber nur auf etwa 83 km/h, was ich als enttäuschend empfinde. Das klettern läuft gut, ich überhole eine Menge Leute und auch viele, die die Strecke an der Seite zu Fuß hochgehen. Mittlerweile habe ich auch raus, wie ich schnell durch die Karussells komme (innen) und wie ich in einer Gruppe bleibe um auf der langen Geraden Kraft zu sparen. Die zweite Runde gehje ich dann etwas gelassener an, denn dummerweise habe ich nun auch Hunger bekommen. Ich bin dann etwas enttäuscht, was die Zeiten angeht, aber da Andreas und Karin jetzt anfangen zu grillen hält sich das alles sehr in Grenzen. Natürlich muss ich wieder von fremden Tellerchen und Becherchen essen und trinken.

7. Runde Björn 1:04:26

Björn fährt und wir grillen. Es bleibt aber genug für ihn übrig.

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8. Runde Silvie 0:57:00

Silvie dreht wieder eine schnelle Runde, wie macht sie das nur? Entweder kommt das vom grillen, oder sie möchte schnell wieder beim grillen sein. Kann ich auch gut verstehen, es gab wirklich gut Fleisch und lecker Salate, also so wie man sich gemeinhin eine Grillpartie vorstellt. Nur das Fernsehprogramm war ein wenig langweilig und bestand aus Radfahrern die mehr oder minder schnel am Grill vorbeizogen.

9. Runde Jessica 1:01:41

Die letzte Runde vor der Dunkelheit. so dass die

10. Runde Harald 1:04:06

übernimmt.

SAMSUNG

 

In unserem anderem Team setzt Philipp neue Geschwindigkeitsmaßstäbe in der Fuchsröhre.

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11. Runde Mob 1:06:37
12. Runde Mob 1:08:39

Wieder zwei Runden für mich. Dank meiner guten Vorbereitung ist mein Rücklicht kaputt (Leyzne Femo – sieht gut aus funktioniert aber nicht gut). Zum Glück leiht mir Jessica eins. Ich habe nur eine Lampe zur Beleuchtung nach vorne und das ist etwas wenig. Die schnellen Abfahrten, insbesondere bei den Stellen ohne Lichtmast sind verrückt. Ich orientiere mich an den Rücklichter meiner Vorderleute und hoffe nur, dass diese nicht über die Böschung gegangen sind , denn dann würde ich ohne zu zögern hinterher fahren. Am Aufstieg vom Bergwerk schleift meine Bremse hinten udn ich bin ganz lahm, denke ich. Aber als ich kurz absteige um das zu prüfen stelle ich fest, dass die Bremse OK, aber meine Leistung im Arsch ist. Ein anderer Fahrer kommt vorbei und tröstet mich, dass ich absteigen musste. Ich erzähle etwas von technischen Problemen, was mir aber naturgemäß nicht geglaubt wird. Würde ich ja auch nicht glauben, diese verzweifelten Versuche zu rationalisieren. Ein anderer Fahrer sagt mir, dass ich mein Rücklicht verloren habe – Mist. Bin froh als ich wieder nach zwei Runden auf der Parzelle bin, duschen gehen kann und dann ein paar Stunden schlafen kann. Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass ich gerade einmal vier von meinen sechs Runden abgedreht habe und das Rennen erst zur Hälfte zu ende ist. Den anderen geht es nicht besser. Nicht nur die Fahrer sind müde, auch das Support Team hat es mittlerweile dahingerafft.

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Nun zerbröselt das andere Team. Silke ist „not amused“ weil Torsten sich mittlerweile schlafen gelegt hat und Michael (Köln) ebenfalls nach Genuß von Alkoholika verschwunden ist. Silke übernimmt von Philipp, hat aber keine Ahnung wie es danach weiter geht. Stimmung ist auf dem Tiefpunkt. Karins Nichte und ihr Freund machen Stimung am Streckenrand. Dort zu sitzen ist wie vor einem Fernseher mit einem schlechten Programm bei dem es nicht erlaubt ist den Kanal zu wechseln. Ich verschwinde in meinem Zelt und schliesse die Augen.

13. Runde Björn 1:09:29
14. Runde Björn 1:12:25

Björn bringt unser Team erst einmal weiter durch die Nacht. Soll sehr anstrengend gewesen sein meint er nachher. Ich bin froh, dass wir nicht zerbröselt sind, aber davon bekomme ich ohnehin nichts mit.

15. Runde Harald 1:06:32

Mit Harald kommt das Morgengrauen.

16. Runde Silvie 1:05:46
17. Runde Silvie 1:10:05

Nach Anbruch des Tages führt Silvie wieder. An den Zeiten kann man schon gut sehen wie viele Körner das Rennen bislang gekostet hat. Ich liege im Zelt und höre Silvie von der ersten Runde zurückkommen, sie ist müde und wil eigentlich nicht mehr. Zum Glück muss Torsten gerade rausfahren und bequatscht sie gemeinsam zu fahren. Eine Stunde mehr Schlaf.

18. Runde Mob 1:02:44

Mein erste Runde am Morgen. Es ist schön wieder in der Helligkeit zu fahren, aber die Spannung ist ein wenig raus. Ich bin auch nicht mehr ganz so ernsthaft dabei und fange an ein paar Foptos vom Aufstieg aus dem Bergwerk zu machen.

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Im Hellen fahre ich doch deutlich schneller als im Dunkeln. Ich fühle mich lasch, einerseits, auf der anderen Seite habe ich aber auch ein wenig Kraftreserven wenn ich gut im Rhythmus die Antstiege hoch fahre, und kann dann durch Erhöhung der Trittfrequenz ganz am Ende noch ein paar Leute stehen lassen, wenn die sich völlig ausgepumpt haben. Oder vielleicht bilde ich mir dies eine Woche später auch alles nur ein. Mittlerweile ist alles so wie im Wahn, die  Erinnerung ist etwas nebelig.

19. Runde Björn 1:03:39

Kann mich an nichts mehr erinnern.

20. Runde Jessica 1:05:01

Ditto. Jetzt wäre an sich Silvie wieder dran, aber die ist total geschafft von ihren ersten beiden morgentlichen Runden, so dass ich wieder übernehme.

21. Runde Mob 1:00:52

Da ich denke, dass dies meine letzte Runde ist gebe ich noch mal alles. Na ja, fast alles. Auf dem Anstieg vom Bergwerk sehe ich neben mir einen interessanten Rahmen und spreche die Frau darauf an. Just zu diesem Zeitpunkt kommt Philipp von hinten, schaut und hört sich dies an, zieht an mir vorbei und erzählt dann von meinem Flirt auf der Parzelle bevor ich wieder da bin. Deshlab in aller Deutlichkeit: Das war ein sehr schöner, gut erhaltener Krautschneider Cross Rahmen aus den Siebzigern – mehr war zwischen uns nicht! Sehe auch einen Fahrer mit Jakst Hose aus Bremen, aber der will nicht reden.

22. Runde Alle (außer mir) und Harald mit Transponder  1:07:07

Ich habe keine Lust mehr eine Abschlussrunde zu drehen, die anderen schon. Dann lieber noch einmal duschen. Bei Ansicht der Ergebnisse stelle ich fest, dass wir auch noch eine 23. Runde hätten draufpacken können, aber dazu hat auch keiner mehr Lust. Die Luft ist nun ganz raus und alle sind froh, dass es vorbei ist. Mann, war das hart, das machen wir so schnell aber nicht wieder, bitte. Einige holen für uns alle die Medaillen am Ziel ab.

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Und vor uns steht noch der Abbau der gesamten Infrastruktur auf unserer Parzelle und die lange Fahrt nach Hause. Silvie leistet großartiges beim einräumen in den Wohnwagen.

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Leider ist hier nur noch die Hand von Silvie zu erkennen und nicht mehr die schlangenartige Position in der sie sich vorher befand.

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Torsten, nicht ganz so schlangenartig.

Endlich fertig, jetzt nur noch ein paar Gruppenfotos, die netterweise einer von den Kielern neben uns macht. Die Flagge wird auch eingeholt.

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Im Wagen zurück bin ich mit Björn, der die ganze Zeit fährt, Silke und Jessica. Ich habe Mühe wach zu bleiben und schlafe immer wieder ein. Am Ende gibt es noch eine Zwischenmahlzeit beim Burger King kurz vor Bremen. Lustigerweise gibt es im Auto schon die ersten Anzeichen einer sich ändernden Einstellung dem ganzen Mühsal gegenüber. „Ah,. war doch geil!“ „Ja, und die Fuchsröhre…wow.. verrückt… aber schon geil..“ Also nächstes Jahr wieder, oder?

Ergebnisse:

Fixed Beards Bremen

Fixed Beards Delmenhorst aka Nordwest Gefälle

RCB Eins

RCB Zwei

Bin trotzdem froh wieder in Bremen zus ein und am nächsten Tag wieder ganz normal im Büro arbeiten zu dürfen.

Danke an alle Beteiligten, insbesondere an Karin und Andreas für den extrem guten Support.

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Rad am Ring 2014. Teil Eins: Like! Like! Like! lol

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Rad am Ring ist neben den Cyclassics in Hamburg und dem Velothon in Berlin eines der größeren Rennradsportereignisse in Deutschland. Zeit daran teilzunehmen. 

Wie sieht die typische Erwartungskurve eines Radrennens aus an dem man plant teilzunehmen? Nun, zuerst, also Monate vorher freut man sich sehr und erzählt es allen weiter. Wochen vorher, wenn es an die Details geht, stellt man fest, dass ausgerechnet an diesem Wochenende der Geburtstag der Ehefrau liegt und man nur hoffen und beten kann, dass man nicht auf Fotos auf facebook markiert wird, bzw. später einen riesigen Aufwand hat all‘ diese Markierungen wieder zu löschen. Zu diesem Zeitpunkt hat man auch schon die Startgebühr bezahlt, je höher diese ist, umso schlechter ist die Wettervorhersage für den Renntag. Und irgendwie ist es ja auch ziemlich bescheuert, 24 Stunden lang mit drei anderen auf einer 25 km im Kreis zu fahren und dabei jedesmal 580 Höhenmeter zurückzulegen. Weil man ja leider nicht genug trainiert hat. Bei mir kommt dann ein paar Tage vorher der Punkt, wo ich mir wünsche entweder beide Beine zu brechen, oder spontan von islamischen Milizen nach Aleppo verschleppt zu werden.

Dann fährt man das Renn, es macht auch Spaß und ganz am Ende ist man doch auch froh, dass es vorbei ist. Das ist nun mal wirklich anstrengend und auf keinen Fall macht man so einen Scheiß im nächsten Jahr noch einmal mit.  Heute, vier Tage nach dem Rennen war das natürlich ein Superereignis und klar, nächstes Jahr wieder, immer, gerne. Wie schaffen wir es eigentlich dies alles tatsächlich und ernsthaft zu glauben? Doch alles der Reihe nach.

Die Vorbereitung

Wir hatten mit Sylvie, Björn, Andreas und mir recht schnell ein Team (Fixed Beards Bremen) zusammen; dazu kam ein weiteres mit Silke, Torsten, Philipp und Michael aus Köln (Fixed Beards Delmenhorst , glaube ich). Dann machten wir erst einmal eine Vorbesprechung an der Schlachte, um alles gut zu planen, mit dabei auch Karin und Harald. Andreas hatte so etwas ähnliches wie einen Beinbruch, fiel sportlich aus, war aber netterweise trotzdem bereit mit uns zu fahren und wurde durch Jessica körperlich ersetzt. Das Treffen wurde vorbildlich mit Agenda und Actionliste von Karin organisiert und es wurden viele Fragen besprochen. Neben den besonders wichtigen (wer fährt mit dem Auto runter, wer nimmt wen mit, usw.) auch die ganz besonders wichtigen Fragen (Kräutersteak oder Pute für den Grill, Anzahl der Rostbratwürstchen im Verhältnis zu den Nürnberger Würstchen, Farbe der Isomatte in der Teamabstimmung etc.), also Dinge die ernsthafte Erwachsene eigentlich den ganzen Tag lang beschäftigen sollten. Die weitere Abstimmung fand über facebook chat statt. Hier wurden im präzisen Dialog der Teilnehmer weitere Entscheidungen getroffen und schriftlich fixiert. Anbei ein paar besonders wichtige im Faksimile, die uns letztendlich dabei geholfen haben fast zu gewinnen:

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Ich glaube, insbesondere die unten dokumentierte Entscheidung über die richtige Komposition des Nudelsalats, insbesondere unter Ernährungspsyschologischen Gründen war eine sehr gute. Für mich war die Konsequenz, dass ich möglichst wenig in facebook geschaut habe, sämtliche akkustischen Signale an meinem PC auf stumm stellte und mir wenige Tage später ein Zelt kaufte. Ja, ich weiß, ich gehöre noch zu einer Generation, die die erste Versuche im Schreiben mit Gänsekiel und Tintenfäßchen auf Büttenpapier von Gohrmühle begonne hat. Eine Generation die noch weiß, dass die Anzahl der weißen Lilien im Blumenstrauss von Fleurop an die Dame des Herzens übermittelt, die Stunde des nächsten heimlichen Treffens  anzeigt, die roten Rosen jedoch der Code für den Ort sind. Die gelben dann stellen die Frage nach der Treue. Douglas Adams, wieder so ein Typ der zu meiner Jugend sehr cool war und den nun Englischlehrer, die in meiner Jugend so jung waren wie ich, Ihren verzweifelt gelangweilten Schülern zum lesen aufzwingen, sagte einmal:

I’ve come up with a set of rules that describe our reactions to technologies:
1. Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works.
2. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it.
3. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.”

Fazit: Ein komplexes Ereignis wie Rad am Ring mit ca. zehn Personen auf facebook abzustimmen ist hoffnungslos. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es auch sonst hoffnungslos ist. Am Ende gaben wir alle auf, liessen Karin machen und das war auch gut so.

Björn und Jessica holten mich am Freitag nicht ganz um eins ab und wir fuhren dann zu Silke. Björn relativ großer Benz war mit unserem Zeuch schon komplett voll, aber zum Glück würde Silke ja nicht so viel Gepäck haben und den Rest sollten wir doch locker bei Torsten in den Wohnwagen bekommen. Im Wagen von Björn lagen merkwürdige Dinge: Gleich zwei Kühlboxen, dicke und schwere orange Kanteisen deren Verwendungszweck sich mir entzog, Kistenweise Vilsa Mineralwasser und Cola (jeder von uns hätte sich locker eine Kiste an das Rad schrauben können) und viele andere Dinge von denen ich nicht unbedingt der Meinung bin, dass man sie auf eine Reise mitnahmen muss. Silke überraschte uns dann mit einer Monstertasche, und zwar der von der Transalp. Udn als wir dann bei Torsten ankamen, überraschten uns alle damit, dass auch der Wohnwagen mehr oder minder komplett beladen war. Wir hatten unheimliche Menge von „Zeug“ dabei. Wäre meine Frau dabei gewesen, hätte sie noch einen 10 kg Sack japanischen Reis zugepackt, aber vielmehr hätte ihr auch nicht mehr einfallen können. Es war, als wenn wir damit rechneten, dass nun am Samstag Deutschland atomar ausgelöscht wird und wir nun auf uns alleine gestellt für ein Wochenende überleben müssen, bevor wir von Suchmannschaften des ADACs gerettet werden (sofern wir dort noch Mitglieder sind).

Dann ging es los: Karin mit Torsten und Philipp im Delmenhorst-Hummer und Wohnwagen; Silke, Jessica, Björn und ich im dicken Benz, Andreas, Sylvie und Harald im schicken Benz. Und kaum waren wir richtig im Schwung auf der Autobahn gab es bereits die erste Pause bei McD. Denn OBWOHL wir so saugut geplant hatten und OBWOHL wir mehr Nahrungsmittel an Bord hatten als im Jahr in Burundi geerntet werden, hatten wir alle vor lauter Aufregung nichts gegessen, nicht ans Essen gedacht und sind blauäugig einfach ins blaue gefahren. Ich finde McD auch doof. In Deutschland gibt es wesentlich bessere Restaurants in denen man gut essen kann, z.B. Wolfgangs Bierstube auf dem Weg nach Adolfsdorf (das ist kurz vor Schlußdorf).

1407 Adolph und Schluss 01

Na ja, vielleicht ist das rote M doch ganz OK.

Und ehe wir uns versahen waren wir in der Eifel. Die Eifel erkennt man daran, dass man zunächst, aus bremischer Sicht, den Rhein überqueren muss, was bei mir als geborenen Rheinländer immer heftige heimatliche Emotionen auslöst, um sich dann nach einer Weile in den Bergen wieder zu finden. Als Bremer ist man geneigt zu denken, dass Berge etwas sind was wir in den Alpen finden, wie etwa den Tourmalet oder den Ventoux und was verdammt weit weg ist. Es gibt eine Ausnahme, und das ist der Harz aber das ist eine in ihrer Art unnatürliche, sehr kleine und sehr merkwürdige Ansammlung von größeren Erhebungen in gerade noch bahnläufiger Entfernung. Aber sonst beginnt, nach bremischer Ansicht, hinter dem Harz wieder das flache Land und ziegt sich runter bis nach Sonthofen, wo dann in etwa die Alpen beginnen (das muss so sein, weil dort die Transalp startet).

Jedenfalls sind die Hügelchen in der Eifel schon sehr erhaben und auch sehr furchteinflössend. Mir war nicht ganz neu, dass Formel Eins Strecken nicht unbedingt alle im flachen Land gebaut sind. Ich bin zweimal Rennen auf dem Fuji Speedway Formula One Track in Japan gefahren. Einmal ein professionelles Rennen, von dem es ein prima Video gibt, dass man sich unbedingt einmal ansehen sollte, wenn man nicht weiß wie Pro Rennen in Japan wirklich sind. Man beachte die Highspeed Position eines Fahrers bei etwa 4:38 min, nur wer von unten an den Korb fasst schafft die Schallmauer.

Da andere Mal bin ich bin dort mit Alain ein Jedermann Rennen gefahren bei dem wir sogar den dritten Platz gemacht haben. Alain ist so ziemlich der technisch beste Radfahrer den ich je kennengelernt habe; nach eigenen Angaben war er einmal Meister der französischen Studenten. Er hat mir aber immer verschwiegen, ob das auch in Frankreich war oder in der Mongolei.

An das Rennen kann ich mich gut erinnern, es war einer dieser scheiß-heißen Tage in Juli im Japan und ich dachte dass wir uns als Zweimanteam bei einem 3 1/2 Stunden Rennen fahren würden, immer schön abwechselnd, Alain ein bisschen mehr da sowieso besser als ich. Ich hatte einen bequemen Sessel mit und eine kleine Wasserflasche mit und freute mich auf ein paar vergnügliche Stunden. Dann fanden wir heraus,. dass wir immer alle beiden fahren müssen und dass unsere Runden und Zeiten addiert werden. Vorbei schöne Zeit. Irgendwie habe ich das überlebt und jetzt, etwa 6 Jahre Später, würde ich das natürlich immer wieder genauso machen. Man kann aber schön sehen, wie meine Leistung über die Zeitdauer des Rennens in den Keller geht.

Je näher man dem Nürburgring kam, umso seltsamer wurde auch die Auswahl von Geschäften am Wegesrand. Gab es in einem Dorf noch ’nen Lidl, ’nen Aldi und ’nen Netto, waren im nächsten an sich nur noch Ferrari, Aston Martin und Moto Guzzi Händler. Und dann waren wir auch schon am Ring, der eben erstaunlicherweise mitten im Wald und irgendwie in den Bergen lag. Torsten führte und zu unserer Parzelle. Die war anders, als die Parzellen von Campingplätzen außerhalb des Rings.

Außerhalb gab es schöne Campingplätze mit großen Wiesen und Blick auf den See oder Fluss, hier war alles winzig und klein und zugebaut von anderen Radteams. Also mussten wir richtig gut überlegen, wo wir unseren Wohnwagen, unser Sumo-zelt für Frauen, die beiden Einzelzelte, die beiden Pavillons bauten und dann auch noch drei Autos dazu parkten. Aber irgendwann hatten wir es dann geschafft und sassen mit einem Bier in der Hand, einem Lächeln im Gesicht und einer riesigen Schüssel Nudelsalat vor uns am Tisch und chillten gemeinsam. Nun wurde auch klar, wofür diese orangen schweren Eisenteile waren, das war ein Teil des riesigen Fahnenmastes den mir mit hatten und an dem zunächst die Bremer Speckflagge und später auch der flandrische Löwe im Wind flatterten.

1407 Rar Fahne

Wir hatten die größte Fahne überhaupt. In diesem Moment, als es langsam dunkel wurde, und die Kieler Nachbarn neidisch auf unsere Fahne schauten, da umwehte als alle ein Hauch von Stolz und Ehrfurcht vor den Aufgaben die am nächsten Tag auf uns zukommen würden. Würden wir als Bremer (Delmenhorster) Team zusammenhalten oder einbrechen? Würden wir gute Rundenzeiten hinlegen? Würden wir es schaffen uns auf Dixieklos mit einer Hand die Nase zuzuhalten und mit der anderen den Hintern abzuwischen ohne dass der Haustürschlüssel in die Scheisse fällt? Das waren so ungefähr die Gedanken die jeden von uns bewegten bevor wir uns in die Schlafsäcke rollten und die Augen schlossen.

Demnächst mehr.

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