alles weitere morgen.
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Delmenhorst: Oder wo ist hier eine Grundschule, bitte?
Geburt. Leben. Tod. Diese drei Worte beschreiben das Menschsein. Für die Beschreibung einer RTF braucht man drei Sätze, manchmal sogar mehr.
Am Vortag bastelte ich mal wieder ein wenig an meinem Fixie rum, um es fit für die RTF zu machen. Tobi rief an und wir verabredeten uns für 8:30 Uhr bei mir, um dann mit dem Zug nach Delmenhorst zu fahren. Das gab mir Gelegenheit ihm noch mein neustes Schmuckstück zu zeigen, dass er dann auch in gebührender Bewunderung betrachtete. Obwohl, ich muß sagen, auf sein neues Giant bin ich ja doch auch ein wenig neidisch. Ich war wie immer gut vorbereitet, Trinkflasche mit 50% O-Saft, jede Menge Riegel, Fixie geschmiert und aufgepumpt, jede Menge Zeug im Rucksack dabei und und und. Tobi hingegen hatte sich (1) ein neues Astana Trikot besorgt und (2) sich auf sein Rad gesetzt und war zu mir gefahren. Das ist halt der Unterschied zwischen Jugend und Alter. Natürlich hatte er dann auch mal wieder keine Panne und ich hatte deren drei. Das ist halt der Unterschied zwischen Glück und Pech, oder wie Jürgen Wegmann einmal so treffend nach dem Spiel sagte. „Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.“
Wir hatten zumindestens Zeit zum Bahnhof zu fahren, mußten uns aber noch Tickets kaufen. Ich wage einmal zu behaupten, dass das in Tokyo schneller geht als in Bremen. Denn erstens sind diese Automaten einfacher zu vestehen und man hat davon 10 in einer Reihe und nicht fünf im ganzen Bahnhof und die Japaner wissen was sie tun und der Deutsche vor einem meistens nicht. Zumal auch eine Reihe völlig unnötiger Fragen gestellt werden, die ohnehin keinen Einfluß auf den Ticketpreis haben „Besitzen Sie ein Niedersachsenticket, oder haben Sie Ihren Wehrdienst vor 1990 abgeleistet, oder ihren ordentlichen Wohnsitz vor 1989 im Betrittsgebiet gehabt?“
Jedenfalls wartete ich geduldig hinter jemandem,der alle diese Fragen beantwortete („Bitte wählen Sie eine Farbe für Ihr Ticket aus!“), während Tobi hinter mir ungeduldig wurde. „Soll ihr Wechselgeld in geraden oder ungraden Stücken ausgezahlt werden?“ Tobi hielt es nicht mehr aus und marschierte auf die zwei freien Automaten in unserer Nähe zu. Natürlich lösten sich just in diesem Moment aus der Menge zwei Personen die genau vor ihm an diesen beiden Automaten zum stehen kamen. „Soll die Quersumme aller Karten die Sie hier kaufen auf 17 enden?“. Endlich kam ich dran und schwupps hatte ich diese zwei Karten für uns (vermutlich ohnehin die falschen) und wir machten uns auf zum Bahnsteig. „Moment, möchten Sie noch eine Rückfahrkarte an einem ungeraden Tag in einem Schaltjahr lösen?“ Neun Minuten später waren wir in Delmenhorst, Central Station.
Also, aus Prinzip schreibe ich nie etwas böses oder gemeines auf diesem Blog was anderen Menschen weh tun könnte. OK, über die deutsche Bahn schreibe ich schon einmal etwas Gemeines, aber die haben mich auch schon mal 200 Meter über die Strecke zum nächsten Bahnübergang gehen lassen als der Zug liegenblieb.
Vielleicht sollte ich bei Delmenhorst einmal eine Ausnahme machen. Nein,vielleicht doch nicht. Es sei nur soviel angemerkt, daß Delmenhorst die letzte kreisfreie Stadt in Niedesachsen ist, die eine akademische Einrichtung bekam und Teilen der Bevölkerung hat dies nicht gut getan.
Also wir hatten uns verfahren, Tobis Navi funktionierte nicht (selbst Telefonnetzwellen scheuen Delmenhorst) und ich fragte einen Teeny: „Wo ist denn bitte die Annenheider Straße?“ „Äh, keine Ahnung.“ „Ich suche da eine Grundschule.“ „Ja, Grundschule gibt es eine da (Hand zeigt in die Richtung) und da (Hand zeigt in die entgegengesetzte Richtung), aber ich weiß nicht wie die heißen. Ich war da nicht und kann mir auch keine Straßennamen merken.“
Zurück zur nächsten Tankstelle. „Wo ist denn bitte die Annenheider Straße?“ „Nein.“
Ok, weiter zurück, da kommen uns zwei Männer entgegen. „Wo ist denn bitte die Annenheider Straße?“ „Keine Ahnung, wir sind nicht von hier, aber wo ist hier eine Bäckerei?“ „Keine Ahnng, aber fragt da vorne mal an der Tankstelle, die können euch bestimmt weiter helfen.“
Da rauscht ein netter RTF Teilnehmer aus Ganderkese vorbei und zeigt uns den Weg. Und siehe da, endlich sind wir da, ein paar andere bekannte Gesichter auch und wir können uns anmelden. Das Foto was ich gestern von unserer Gruppe gepostet habe ist nicht ganz so treffend für die allgemeine Stimmung wie dieses hier:
Wir sehen von links nach rechts: Harald, Sven, (Type im Hintergrund), Blizzrad, Karin, Torsten, mob und Tobi.
Außerdem habe ich irgendwo auch noch Schieber, Jörg, Jochen und Sohn und einen Tarnkappenbomber gesehen. Aber egal, es war schon fast 10 und wir mussten zum Start. Wir reihten uns brav hinten ein, natürlich nicht als Team, denn als Team bekommen wir bei einer RTF bestenfalls ein Gruppenphoto zustande. Hinter uns fuhr auf einmal ein Müllwagen auf die Straße und für einen Augenblick glaubte ich, dass dies der offizielle Besenwagen sei.
Ich nahm noch einen Schluck aus der Flasche und dachte an meine Freunde in Japan die ein paar Stunden früher zum alljährlichen Tokyo – Itoigawa Fast Run gestartet waren, einem brutalen Rennen über mehr als 300 km, an dem ich 2008 teilnahm. Nach dem Rennen sagt man „nie wieder“ und einen Tag später schreibt man schon wieder verklärende Berichte. Ups, da ging es schon los.
Ich versuchte dann quasi in der „neutralisierten Zone“ nach vorne zu kommen. Denn die Erfahrung zeigt, daß hinten irgendwann einmal die Gruppen abreissen und man dann in so einer lahmen Truppe gefangen ist. Und alleine geht es halt gar nicht. Das klappte auch ganz gut und ich konnte von einer in die nächste Gruppe sprinten. Probleme gab es halt nur an den flachen Stücken (Hallo Karin!). Ich meine diese besonders flachen Stücke, die man einfach super mit einer 52/16 Übersetzung fahren kann, vor allem, wenn die sich schöööön laaaange hinziehen. Der Puls geht rauf auf 177 und trotzdem fahren diese Karbonräder mit Schaltung locker vor einem weg. Das muß doch wohl eine optische Täuschung sein, die Erde ist flach. Punkt. Eine Scheibe. Nachdem ich also gerade hinten an eine schnelle Gruppe gespurtet war und nun ein schön flaches Stück kam, bei dem die Gruppe anzog, hatte ich einfach keine Luft mehr um dort hängen zu können und ließ mich rausfallen. Und wer überholt mich da von hinten? Richtig, die Karin. Gefolgt von Torsten. Die vermutlch zur Vorbereitung auf die RTF Kompaktkurbeln, lange Schaltwerkskäfige und das 13/28 Ritzelpaket montiert hatten.
Vor lauter Ärger springt dann bei meinem Fixie auch noch die Kette raus. An den Rand, Kette wieder drauf frimmeln und weiter geht es erst einmal alleine. Zum Glück kommt von hinten wieder eine schnelle Truppe von etwa 17 Fahrern und der schliesse ich mich an. Das läuft nun gut, der Puls ist zwar immer im 160/170 Bereich aber wir kommen gut und schnell vorwärts. Ich bin ab und an vorne und leiste Führunsgarbeit, auf jeden Fall bin ich immer soweit vorne dass ich nicht Gefahr laufe an einer Kurve oder an einem Stop mangels Beschleunigung hinten rauszufallen.
Bis zum zweiten Mal die Kette rausfällt. Nun bin ich doch alleine, aber zum Glück sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Kontrollpunkt. Vorher treffe ich noch einen Opa auf einem Battaglin, dem ich meine Pumpe leihe, soll er sie am Kontrollpunkt deponieren (Hat er dann auch).
Am Kontrollpunkt fahren die Anderen gerade wieder los als ich ankomme, aber ich muß jetzt erst einmal das Hinterrad nach hinten versetzen, um mehr Kettenspannung zu bekommen. Zum Glück habe ich den 15er Schlüssel dabei, das Äquivalent zum Schalthebel bei modernen Rädern. Tobi trudelt auch ein und so machen wir uns gemeinsam auf die nächste Schleife, 120 km.
Wir fahren also mit einer Gruppe los und da sind so zwei orange Typen dabei die ein wenig schneller sind. Als die sich von der Gruppe absetzen lasse ich Tobi und das schöne rote Pinarello zurück und fahre mit den beiden. Aber nur kurz, denn in einer engen Kurve beschleunigen sie und sind schwups weg, während ich mich mit meiner Flachlandübersetzung auf Geschwindigkeit quäle. Also bin ich jetzt hinter denen aber vor der Gruppe, ich fahre also langsamer und warte, daß die Gruppe zu mir aufschliesst. Tut sie aber nicht, ich bin alleine schneller. Leider fährt in der Zwischenzeit ein einsamer Roter an mir vorbei, mit dem ich auch hätte prima mithalten können. Egal, also ich fahre jetzt erst einmal alleine und fühle mich nach wie vor gut. Da macht es LAUTTTTT ZISCCHHHHH und mein Hinterrad ist platt. Laufrad rausnehmen, Schlauch ansehen, riesiges Loch, Reifen ansehen, Karkasse an der Flanke durchgeschnitten als wenn jemand mit einen Rad auf mich geschossen hätte. Der Reifen ist quasi hin, mein zweiter teurer Conti innerhalb kürzester Zeit und der ich-weiß-nicht-wievielte-Schlauch innerhalb der letzten Woche. Tobi hält netterweise und als alles repariert ist fahren wir gemeinsam weiter.
Dort in der Gegend ist echt viel Geld. Mir fahren an einem riesigen schwarz-weißen Fachwerks Anwesen vorbei und überlegen uns dort einen noblen Radladen aufzumachen. Also nur Columbus SLX Räder mit Delta Bremsen und obskuren Sätteln italienischer Kleinstmanufakturen aus dem Trentino. Halt das übliche was man so zu zweit auf dem Rad träumt und spinnt. Ich mache auch wahnsinnig gerne Fotos vor den kostbaren Besitztümern anderer Leute. Also eigentlich wollten wir da ein Foto machen, passt ganz hervorragend. Wir haben aber keine Zeit.
Noch 8 km bis zum Kontrollpunkt. Da sagt Tobi.“Sieht hier genauso aus, wie wo du deine Panne hattest??“ Ich frage mich so insgeheim, warum der so einen Mist erzählt und wir fahren um die nächste Ecke – und sind wieder vor dem gleichen Anwesen vor dem wir vor einer halben Stunde vorbeigefahren sind. Hm, das ist ja nun wie Kafkas Schloss nur umgekehrt. Ich versuche kurz das Konzept von Kafkas Schloß Tobi zu erklären, der ist aber erst einmal genervt und nicht so ganz interessiert. Mist, wir haben uns also irgendwo verfahren, also weiter. Ich fahre vor Tobi her
(Beweisstück eins)
Und dann fährt Tobi vor mir her (Beweisstück Zwei)
Eigentlich fahre ich ja mehr vorne, aber von hinten kann man besser Fotos machen (Beweisstück Drei)
Tobi ist übrigens kein Fan von Hannover 96. Da wir ja nun einmal zu zweit sind, versuche ich ihm das Konzept von Windschattenfahren beizubringen. Also vorne gleichmässig fahren, etwa eine Minute oder zwei, dann ausscheren, dann der andere nach vorne, aber dabei nicht beschleunigen und so weiter. Bei diesem Training erfinden wir das Konzept der Ziehharmonika, also ich fahre vorne, schaue mich um, sehe Tobi zwanzig Meter hinter mir, fahre langsamer bis er wieder dran ist, dann wieder langsam schneller, schaue mich um, er ist wieder zwanzig Meter hinter mir. Tobi: „Ich bin nur motiviert wieder zu Dir aufzuschliessen, dann habe ich keine Lust mehr.“
Zum Glück sehen wir so, wo wir hätten abbiegen müssen. Wir kommen auch mal wieder durch nette Dörfer, besonders Düngstrüp (erste urkundliche Ewähnung 1518 als Misthaufen) und Colnrade (Einwohner emigrierten 1814 nach Amerika, heirateten Mexikannerinnen und gründeten den Bundesstaat Colorado) haben es mir angetan.
Früher, in einem anderen Leben fuhr ich auf exotische Inseln wie Miyakejima, wo ich bei Radrennen Gasmasken tragen mußte und irgendwelches lebendes Fischzeugs abends auf den Teller bekam. Heute fahre ich morgens mit Tobi durch Düngstrüp. Aber ehrlich gesagt, das ist gar nicht mal schlecht.

Das Trek ist nicht von mir. So etwas würde ich nie fahren.
Wir erholen uns also kurz am Kontrollpunkt. Insgesamt sind wir etwa 18 km zuviel gefahren. Also machen wir uns auf, um noch die 35 km Schleife zu fahren, das wird zwar eng und es ist nicht sicher, ob wir wieder zum noch aktiven Kontrollpunkt in der Zeit zurückkommen, aber wir wollen es versuchen. Denn nur so können wir die Rekorddistanz von 173 km auf einer 155 km RTF zurücklegen.
Also reihen wir uns in eine der abfahrbereiten Gruppen ein, vermutlich eine die gerade die 35 km Schleife absolviert hat und nun nach Delmenhorst zurückfährt. Die sind ordentlich schnell, alle aus einem Verein und gut organisiert. Ich hänge hinter der Spitze, wir fahren in Zweierreihen neben mir ein Mädel. Von hinten ertönen die Kommandos „Weiter links“, „Wind von rechts“, und ich verstehe nur Bahnhof. Dann müssen wir nach vorne um Tempo zu machen, das hatte ich mir anders vorgestellt. Ich wollte doch nur ein wenig lutschen. Also machen wir Tempo bis sie endlich sagt „rausfahren“. Das müssen immer die Frauen neben mir sagen; wenn ein Mädel neben mir fährt würde ich nichts sagen, selbst wenn ich nur noch mit 10 km/hr dahinschleiche und das ganze Feld hinter mir hupt. Das nennt man männliches Selbstverständnis.
In der Zwischenzeit spielte Tobi mal wieder Ziehharmonika, nur das die Gruppe nicht mitgespielt hat. Also sage ich Tschüss, dieser Vereinskram und diese Disziplin ist ohnehin nichts für mich und warte auf ihn. Gemeinsam fahren wir in der nun gut eingeübten Ziehharmonikaformation weiter. An den Anstiegen wird der Zieh-ton dann auch sehr lang, MÖÖÖÖÖÖBBBBBBB auf den Abfahrten zieht es sich wieder kurz zusammen PLOOP. Irgendwie schwant uns, das wir gerade nicht die 35 km Schleife fahren, sondern die 40 km zurück nach Delmenhorst. Auf einmal kommt uns Karin und ihr Freund (neuerdings Bruder) aus Keksheim entgegen. Warum eigentlich????? Es gibt einige ermunternde Worten die uns helfen das Ziel zu erreichen.
Wir verfahren uns noch einmal, kommen aber letztendlich an der Tankstelle von morgens wieder aus und finden von da aus unseren Weg zurück ins Ziel. Triumphale Ankunft.
Leider im Foto des ersten Beitrags gestellt, diese Ankunft zeigt uns, nachdem wir bereits geduscht hatten.
Hier fahren wir ca. zwanzig Mal im Kreis rum, bis wir endlich gleich schnell nebeneinander durch das Ziel fahren können. Das war ganz schön nervenaufreibend für den Fotografen. Und der Typ der die ganze Zeit das Banner abbauen wollte mußte oben auf der Leiter ungesichert warten.
Fazit: Ein sehr schöner Tag, und eine sehr gut organisierte RTF von Urania Delmenhorst. Ich bin kein Vereinsmensch aber ich bin immer dankbar wenn Gruppen von Menschen sich zusammentun, etwas gutes organisieren und ich sage dann auch gerne „Danke“. Die Strecke war wirklich sehr schön, auch wenn sie etwas flacher gebügelt werden könnte. Ich sage mal vorsichtig, das ich nächstes Jahr auch wieder dabei bin.
So, aber jetzt zurück in die Hochschule und weiter bauen am akademischen Blaumilchkanal.
PS: Man kann so eine RTF auch in gefühlte drei Sätze packen.
Delmenhorst: Mit einem Wort: Flach
„Start spreading the news
I am leaving today
I want to be a part of it
Delmenhorst, Delmenhorst“
Leider erlauben es andere Verpflichtungen heute abend nicht, einen vollständigen Bericht über die RTF Delemenhorst heute zu schreiben. Dieser wird morgen folgen. Hier nur einige, erste Eindrücke.
So sahen wir am Start aus. Das Team Weserexpress in den Vereinsfarben Rot-Schwarz-Lila-Weiß-Orange-Türkis-Grau. Bis auf Tobi habe ich die anderen nicht mehr wieder gesehen. Nein doch: Karin überholte mich auf einem besonders flachen Teilstück der RTF, ebenso Torsten ein wenig vorher. Dafür trafen wir unerwartet Schieber (The Pusher) am Kontrollpunkt.
Am Start spielten wir wieder das beliebte Spiel „Wo ist St.Pauli- Wally? Na, könnt ihr ihn auch finden?
Dann ging es auch schon los durch das wilde Delmistan und ab in die Wildeshausener Geest. Das Wetter was genau richtig und nachdem mir zweimal an flachen Teilstücken die Kette abgesprungen war und ich dabei aus guten und schnellen Gruppen herausfiel, waren wir auch schon am Kontrollpunkt. Hier traf ich wieder auf Tobi und wir machten uns auf den Weg in die 120 km Schleife.
120 km war uns aber zu kurz. Und 155 km vielleicht zu lang. Deshalb fuhren wir die letztendlich die legendäre, inoffizielle 138 km Runde. Bitte fragt mich nicht wie und vor allem nicht warum. Ich hatte auch wirklich die Seiche am Rad kleben und noch einen dicken Hinterradplatten. Zum Glück hatte ich meinen 15er Schlüssel, den ich für Reifen- und Gangwechseln am Hinterrad brauche, dabei. Und das Gelände war flach, so dass men rad nicht wegrollte.
Und so waren wir schon bald wieder zurück am Ziel wo es Teile der Zuschauerschaft nicht mehr auf dem Boden hielt.
Am Ziel stand dann tatsächlich auch noch das Rad, dass mir bereits am Start aufgefallen war. Ich dachte immer wieder, woher kommt mir dieses Design bekannt vor, bis ich es schliesslich aus einer abgelegenen Ecke aus der Zivildienstschulung der Siebziger Jahre wieder hervorkrammen konnte: Die Brücke, von Bernhard Wicki.

Niemals würde ich mich bei diesem Rad in den Windschatten hängen.
Schön war es und gut organisiert von Urania Delmenhorst. Delmenhorst selber? Na ja.
If I can make it there
You know, I’m gonna make it just about anywhere
Come on, come through
Delmenhorst, Delmenhorst, Delmenhorst
(„Ode an Delmenhorst“ von Lutz von Stührenburg, Südoldenburgischer Heimatdichter 1618 – 1648)
Bremer Radmarathon: Ein Rückblick nach 12 Stunden Schlaf
Gestern war ich leider zu tot, um noch etwa sinnvolles zu schreiben. Heute geht es mir schon besser und ich kann nur sagen: Super Ereignis – jederzeit wieder!
Tja, das ist halt der Unterschied in den Gedanken zwischen gleich danach und nachdem uns das Gehirn suggeriert, das alles in Ordnung ist.
Es folgt eine lange, uninteressante Einleitung. Diejenigen die an der RTF interessiert sind mögen bitte weiter unten weiterlesen wo steht „Hier weiterlesen“.
Gestern Nacht hatte ich, noch ziemlich KO vom Radmarathon einige schlimme Träume von Vollmetalliegestützen:

Das war aber schon besser als die Nacht davor, denn ich war sehr nervös nach meiner vollmundigen Ankündigung 216 km mit dem Fixie fahren zu wollen. Also tat ich das, was ich immer mache, wenn ich mich eigentlich auf wichtige Aufgaben, zum Beispiel durch Schlaf, vorbereiten sollte: Ich lenkte mich ab. Mehrere Freunde und Kollegen hatten mir erzählt, daß Fight Club ein Superfilm ist, den ich mir unbedingt ansehen sollte. Ich hatte den dann bei Amazon bestellt und bei der Bestellung irgendwie mitbekommen, dass dieser Film erst ab 18 ist. Jedenfalls kam der Postbote dann und verlangte vor den Augen von Frau und Kindern, dass ich mein Alter nachwies, so daß er mir das Paket aushändigen konnte. Er hatte so einen Blick, als hätte ich „Blutjunge Gürkchen, in Scheiben geschnitten“ oder ähnlich perverses Zeug bestellt. Mit mitleidigem Blick sah er meine Frau und meine zehnjährige Tochter an: „Ahnt ihr denn nicht was dieser Man heimlich macht, wenn ihr nicht hinschaut?“ Er durfte aber nichts sagen; ich hatte aber nachher einen echten Komplex. Also musste ich mir das gleich ansehen in der Nacht vor dem Radmarathon, bis so gegen halb zwei Na ja. Schlecht ist der Film ja nicht, aber für jemanden der Zivildienst gemacht hat, auch nicht richtig prickelnd.

Ich mag auch eher lustige Filme, oder romantische. Ersteres wäre dies und letzteres wäre das. Das ist übrigens kein Film über Frauen oder die Liebe zu Frauen, sondern über die Liebe am Schreiben.
Egal, ich schlief also sehr schlecht, träumte gar nicht und wachte um acht Uhr auf. Ich mußte mich nun beeilen, zum Glück hatte ich mich am Vortag schon gut organisiert und alles vorbereitet. Dachte ich. Später bei der RTF stellte ich dann fest, dass ich vor drei Wochen vergessen hatte den Vorbau richtig festzuschrauben, so daß ich echt eine richtig gute Chance hatte mich richtig auf die Fresse zu legen. Ich küsste Frau und Tochter zum Abschied (mein 15-jähriger Sohn steht nicht so darauf) und fuhr zum Start. Erste Regentropfen fielen auf mich runter und ich dachte nur. Oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott, worauf habe ich mich hier eingelassen.
Das ist ohnehin ein Manko in meinem Leben, ich habe einfach kein Gespür für Gefahr, wenn Sie weiter als einen Tag weit weg ist. Bungee Jumping? Oh Gott, niemals! Jemanden Schläge androhen? Kommt gar nicht in Frage! Sich in einer Woche für zwei Jahre an den Arsch der Welt ins chinesische Hinterland versetzen lassen? Klar, kein Problem. Muß halt nur mehr als drei Tage weg sein. An dem Tag vorher kriege ich natürlich die Riesenmuffen, denn jetzt wird das Ereignis von meinen persönlichen Gefahrenüberwachungsgradar (PGÜR) wahrgenommen.
Aber zum Glück hatte ich ja eine Menge guter Mitfahrer, die um Punkt 9:20 Uhr am Eingang zum Unibad auf mich warteten. Ich ging mich also erst einmal anmelden, wo ich dann auf die Hälfte der Truppe stiess. An dieser Stelle möchte ich auch noch mal schreiben wie gut ich das finde, dass der RSC Gold so etwas ausrichtet. Das kostet viel Blut, Mühe und Tränen und am Ende sagt keiner Danke. Aber wenn es keiner machen würde, dann wäre die Radwelt auch wieder um ein Ereignis ärmer, deswegen hier Danke an die älteren Herrn und Damen des RSC und an Sven.
Das war nun das dritte Mal, daß ich an dem Radmarathon teilnahm. Das erste Mal war ein wenig chaotisch (Bericht auf englisch hier) und ich wurde zum ersten Mal mit dem besonderen Charakter von Norddeutschen vertraut gemacht.
Das zweite Mal lief es schon besser, vor allem legte ich tatsächlich nur 216 km zurück wie geplant. Und ich lernte ein paar neue Leute kennen, wie Kai(pi) (Bericht auf englisch hier).
Deswegen fand ich das schon mächtig gut dort nun anzukommen und eine Menge Leute zu treffen, die ich kannte. Ich wechselte einige Worte mit Matthias von Wiegetritt (Zweiundzwanzig Worte), sprach mit Muckel, Sven, Compadre und Gerhard und dann endlich ging es zum Start. Natürlich waren auch wieder die Tarnkappenbomber aus St. Pauli da (Bild vom letzten Jahr) die man ja kaum sieht.
Man kann die so gerade noch auf dem Bild hinter Silke erkennen. Auf der Strasse sieht man eigentlich nur herrenlose Fahrräder, die wie eine wildgewordene Herde Pferde ohne Reiter durch die Wiesen galoppieren.
Am Start war es mal wieder hektisch. Eigentlich hatten wir ja ausgemacht, dass wir als Gruppe zusammen gemütlich fahren. Nein, eigentlich war es nicht „gemütlich“ in dem Sinne in dem wir das Wort „gemütlich“ verwenden, sondern „angemessen schnell“. Wir haben es noch nicht mal geschafft am Start irgendwie alle zusammen zu sein. Ich denke, das ist auch OK und der Preis den man dafür zahlen muß, daß wir keine Vereinsdisziplin haben, uns abends nicht zu Vorstandssitzungen treffen, draußen vor dem Vereinsheim heimlich rauchen und an Wochenenden dort Unkraut zuppen müssen.
Hier weiterlesen
Und schon ging es los. Wie immer war das Feld ordentlich nervös und die erste Steigung über die Autobahn am Platzhirsch wurde schon mit 30 km/hr plus genommen. Ich hielt mich irgendwie an Schnoop und Campadre, ich glaube BLITZRAD (!) habe ich auch irgendwo noch wahrgenommen. Ich finde es ja nicht so wahnsinnig wichtig dort schnell zu fahren, denn die Erfahrung zeigt halt, dass dann alle ohnehin wieder an der Ampel bei der Strasse nach Liliental warten und so war es dann auch. Schnoop wähnte ich hinter mir und als Campadre sich nervös umblickte wo sie denn blieb, sagte ich, dass sie die Ampel nicht geschafft hätte (ich selber fuhr bei gelb rüber). Ein paar Minuten später überholte ich sie (sie war doch vor mir) und hatte ein ziemlich schlechtes Gewissen. Ich fühlte mich, als wenn mir der Postbote den nächsten Pornofilm vor meiner Familie zustellen würde. Aber so ist das halt, wenn man die ersten vier Schuljahre auf eine streng katholische Grundschule gegangen ist und so etwas wie ein Gewissen entwickelt hat.
Das Feld machte ordentlich Tempo, aber das war mir egal, ich blieb einfach in der Nähe von Gerhard und bald hatten wir eine Gruppe von 6, 7 Fahrern zusammen. Das war dann schon ganz angenehm und im richtigen Tempo. Alte Schule überholte uns und verschwand. Dann kam eine größere Gruppe von hinten, wieder mit Schnoop und Campadre und nahm einige von uns mit, andere blieben bei uns und so kamen wir zur ersten Kontrollstation, wo wir auf Sven und BLITZRAD (!) stießen.
Dan begann der beste Teil der Tour. Wir waren eine sehr harmonische Gruppe, zusammen mit Gerhard und zwei anderen unbekannten Fahrer. Der eine war Holländer aus Mettman und wohnte nun in Oldenburg. Der andere war Delmenhorster und wohnte in Bremen und arbeitete für Milram. Das ist prima, wenn man so vor sich hin fährt, doch schnell vorwärts kommt aber sich im Windschatten ein wenig unterhalten kann – was einem die Leute da so erzählen …. das erfährt man doch sonst nie!
Campadre nahm die Sache in die Hand und gab das Tempo vor. Er fuhr sehr viel vorne und wenn ein anderer von uns vorne zuviel Tempo machte pfiff er den zurück. Das klappte sehr gut und so waren wir fast alle motiviert die 160er Runde zu fahren als wir zur Abzweigung kamen. Nur Gerhard fuhr die 120er und ich hoffe, daß er gut nach Hause gekommen ist.
Und so fuhren wir in der Sonne mit Schäfchenswölkchen durch die schönen Dörfer Niedersachsens. Sauensieck ist ja ein heimlicher Favourit von mir, aber auch Wohnste gefolgt von Lebste (Nein, es ist nicht „Wohnste noch oder Lebste schon“ sondern nach „Wohnste“ kommt „Klein-Wohnste“) sind ganz nett. Später kam noch „Drögenholz“, paßte, selbst die Bäume sahen dort unheimlich dröge aus.
Am Kontrollpunkt in Heidenau fragte ich mal rund, wer noch mit auf die 216er Runde in die Heide wollte. Und da war dann so einer mit Blau-orangem Trikot vom RSC Warburg den ich meinte irgendwie ja sagen gehört zu haben und so sagten wir Tschüss zu den anderen und fuhren los. Dieser Mitfahrer war leider wahnsinnig mundfaul. Und auch ein wenig langsam. Bis zum nächsten Kontrollpunkt ging es ja noch, aber als wir dann gegen den Wind in der Heide einen Hügel hoch mußten ging die Leistung in den Keller wie bei meinen Kindern wenn ich sie bitte den Tisch nach dem Essen abzuräumen. Gerade noch mit Elan am mampfen macht sich am Tisch auf einmal eine bleierne Müdigkeit breit.
Also, das war kein Warburger, sondern ein Wartburger.

Na ja, das ist sicher auch ein lieber Mensch gewesen, aber da er ja nix sagte hatte ich auch keine Chance das herauszufinden. Also bin ich alleine weiter. Das mit dem Wind ging jetzt gar nicht mehr. Meine starre 52/16 Übersetzung konnte ich nur noch mit 30 RPM treten und mit 15 km/h vorwärts kriechen. Am liebsten hätte ich vorderes und hinteres Ritzel getauscht und wäre mit 16/52 weitergefahren. So aber wechselte ich den Gang.
Das geht bei meinem Single Speed leider nicht, in dem man vorne am rechten Hebel einmal tippt, sondern in dem man vom Rad steigt, den 15er Schlüssel aus der Trikottasche holt, das Hinterrad losschraubt, umdreht und mit dem 18er Freilauf auf der rechten Seite wieder montiert. Diese Prozedur hat einen Nachteil:
Man muß sich gut überlegen, wann man schalten will
und einen Vorteil
Man verschaltet sich aber sehr selten
Jedenfalls macht man kein willenloses, unbewußtes hin und herschalten, was heutige Jugendliche als Unsitte mit STI und Ergopwerhebeln so machen.
Ich war jedenfalls alleine und kam wieder nach Heidenau an den Kontrollpunkt. 133 km waren geschafft. Jetzt ging es also nur noch ganz alleine weiter, der Wartburg war jetzt dort Suppe tanken. Mir tat schon alles weh und das Tempo war jetzt so bei 20 – 25 km/h gegen den Wind. War nicht schön und machte keinen Spaß. Einmal fing es auch kurz an zu regnen, aber eben nur kurz. Ich überholte zwei andere Fahrer aber die hatten auch keine Lust sich mit mir zu unterhalten. Für einen Rheinländer ist das eine echte Strafe.
So fuhr ich allein durch Tiste / was war ganz herbe und triste
Die Kontrollpunkt in Hetzwege habe ich irgendwie nicht wahrgenommen. Danach, bei km 177 hatte ich ein mechanisches Problem. Die Mutter an der Hinterradachse war durchgebrochen und ich konnte noch irgendwie den oberern Teil wieder festziehen. Ich hatte halt nur Sorge, daß ich bei einem sehr festen Antritt die Achse aus dem Ausfallende ziehe und dann schön auf die Fresse falle. Ist mir schon einmal bei einem Rennen passiert, als ich den Schnellspanner nicht ordentlich festgezogen hatte und dann bei einem schnellen Antritt aus der Kurve über den Lenker flog. Tut weh. Also fuhr ich von nun an noch vorsichtiger. Ich wußte aber nun daß ich es schaffen würde.
Beim Kontrollpunkt in Otterstedt, 28 km vor dem Ziel war dann auch schon fast keiner mehr außer Manfred und Andreas vom RSC die gerade packten. E s gab auch nicht mehr viel zu essen, so daß ich mich wieder auf dem Weg machte. Ich führ dann nach Quelkhorn, aber dann nicht die offizielle Strecke die ich nicht mag, sondern nach Fischerhude und von da am Wald lang bis nach Borgfeld. Das ist nicht kürzer, aber wenn ich fast im Delirium bin fahre ich halt lieber bekanntes Terrain. Und dann die Abkürzung am Horner Freibad.
Um 18:30h kam ich endlich an. Natürlich war nix mehr da und es wurde gerade aufgeräumt. Manfred und Andreas aus Otterstedt waren auch schon da. Klar.
Ich nahm das alles nicht mehr so wahr. Die letzten Kilometer hatte ich nur noch geflucht. Alles was nicht perfekt ist rächt sich dann. Ich hatte zum Glück meinen bequemsten Sattel montiert aber mein Hintern fühlte sich an, als wenn ich ohne Bibs gefahren wäre. Und meine Assos Handschuhe haben Löcher, das stört normalerweise nicht, aberj etzt hatte ich Blasen an den Händen. Es war furchtbar. warum mache ich nur so einen Mist. Ich meine, ich bin fast 50, das bedeutet, daß ich die Hälfte meines Lebens mit Sicherheit hinter mir habe, also kann es ja wohl keine Midlife Crisis sein.
Ja, so dachte ich vielleicht gestern, aber heute sieht das schon wieder alles ganz anders aus. Supertag, der echt zur Charakterbildung diente. Mehr davon.
Meinen Dank noch Mal an Schnoop, Campadre, Gerhard und die unbekannten Zwei für die schönsten Stücke auf der Tour, allen anderen meinen Respekt.
Bremer Radmarathon: Erster Eindruck
Ich würde an dieser Stelle ja gerne etwas längeres und sinnvolles schreiben, aber leider erlauben weder Zittern in meinen Händen noch Leere im Kopf größere journalistische Meisterleistungen. Bevor dieses Gefühl aber völlig verloren geht und ich nächstes Jahr zur gleichen Zeit wiedermals „Hey, ich fahr‘ den Radmarathon auf meinem Fixie mit“ verkünde, möchte ich aber als Warnung an Gleichdenkende und an mich selber, vier Worte zu Blog bringen:
Nein, tu es nicht.
Bilder sollen ja angeblich mehr als viele Worte aussagen:
Paolo Tiralongo (Team Astana), Gewinner der heutigen und 7. Etappe des Giro d’Italia am Ziel nach 205 km. Fährt zwar schnell, hat aber auch so’nen Cabonrenner und wird durch das Peloton vorm Fahrtwind geschützt.
Mob, Kein Gewinner des heutigen Bremer Radmarathons nach 216 km.
Morgen mehr, gute Nacht.
Es gibt nur ein Berlin …..
… und bald ist wieder Velothon (10. Juni 2012)
Eingeordnet unter 2012, Mob, Rennen, Sex. Lies & Vids
Canyon Positivo
Ein Defekt am wichtigsten Rad ist immer ein guter Grund ein neues zu kaufen.
Hier ging es allerdings um mein Cervelo Soloist Modell 2007, das Rad mit dem ich die größten Erfolge meines Radlebens gefahren bin (JCRC Meister 2008, D-Klasse) und mit dem ich wohl mit Abstand die meisten Kilometer meines Lebens zurückgelegt hatte (Definitiv mehr als 25.000km, vielleicht 30.000km). Tatsache war allerdings, daß das Sitzrohr oben am Einschnitt für die Sattelstützenklemme in zwei Richtungen eingerissen war. Natürlich hätte man das noch schweißen können, aber ich wollte ohnehin einen Carbonrahmen. Entschuldigung gefunden. Rad auf Ebay an Holländer als defekt verkauft. Nie wieder was gehört, ich hoffe der lebt noch.
Nur welchen Carbonrahmen? Also, ganz viel Geld wollte ich nicht ausgeben, sonst hätte ich mir vielleicht einen Moser in italienischen Farben gekauft (ich bin nämlich halber Italinener). Die Testberichte deutscher Fahrradzeitschriften sagten alle: Rose oder Canyon. Canyon hatte diese sehr komfortable Sattelstütze mit Basaltfasern (vermutlich eher Marketing als irgendetwas anderes) und nach den langen harten Ritten mit dem Cervelo stand mir der Sinn nach mehr Komfort. Also Canyon. Nur finde ich diese Marke so doof und das Design so unansehlich. Also dachte ich mir, ich kaufe mir einfach einen billigen Rahmen aus dem letzten Jahr im Canyon Shop und gebe dann ein wenig Geld für die Neulackierung aus. Euro-Style – also fast alles weiß.
Gedacht getan, Canyon Ultimate CF SLX, aber Modell 2010 in Größe 60, Schwarz. Das ganze dann direkt von Canyon zum Lackierbetrieb VEB Rosa Luxemburg geschickt mit meinen Ideen, wie es zu lackieren sei. Das ganze kam dann gerade noch rechtzeitig vor der Transalp zu mir nach Hause. Das Ergebnis war gut, aber es gab ein paar Probleme:
- Das dauerte alles bei der Lackiererei waaaaaaaahnsinnig lange. Klar, die lackieren Fernostrahmen en masse für deutsche Hersteller und so ein Privatauftrag ist nicht lukrativ, aber wenn man so etwas schon annimmt, dann sollte man das auch einigermaßen servicefreundlich abwickeln können. Das war Service wie in der DDR. Motto: „Was wir nicht können, brauchen Sie nicht!“
- Der Rahmen war schon weiß/Orange lackiert und die Decals saßen auch alle an den richtigen Stellen mit der richtigen Größe. Allerdings gab es über dem ganzen keine Klarlackschicht. Die Struktur ist so ziemlich grobporig und wird sich schnell mit Schmutz und Öl zusetzen, da eben nicht geschützt. Das ist also ein Rahmen der nicht lange im jungfräulichem Weiß bleiben wird. Ich hatte gegt, dass der Ragmen nicht glänzen soll, aber damit hatte ich nicht gemeint, dass auf eine Klarlackschicht komplett verzichtet wird.
- Und zu guter letzt kam ist auch noch meine Sattelstütze in dem Laden verschluddert worden. Nehme ich mal an. Canyon sagt, sie haben mit Sattelstütze verschickt, die Lackierei weiß von nichts. Will auch keinen Ersatz besorgen. Nach langen Verhandlungen erklärt sich Canyon schließlich bereit mir eine Stütze umsonst zu schicken.
- Ich hatte dem Laden auch geschrieben, daß ich den Orginal Canyon Karton haben möchte, was missachtet wurde. Ich bekam irgendetwas, was sich aber für den weiteren Transport nicht mehr eignet. VEB Rosa bot mir an was zu schicken, ich sagte ja, habe aber nie etwas bekommen. Insgesamt war die Stimmung am Ende einfach nur noch: „Bloß nichts mehr mit denen zu tun haben!“ Also, richtig schlecht waren die nicht aber sehr aufwändig und ohne ständige Anrufe und E-Mails tat sich da nichts.
Die meisten Teile zum verbauen hatte ich auch noch da von meinem Cervelo, inbesondere die komplette Shimano Ultegra 6700 SChalt/Bremsgruppe (ich finde ja immer noch, daß die 6600er besser schaltet), und die Swiss DT R1.1 Laufräder, die ich mir ja schon passend in weiß dazu gekauft hatte, die aber erst einmal an dem Fagin zum Einsatz kamen und dann auf dem Velothon in Berlin prompt demoliert wurden. Ein paar Sachen brauchte ich aber dennoch und so kaufte ich mir:
- Einen weißen Ritchey WCS Logic II Lenker
- Ein weißen Easton Vorbau (der aber nicht passte, da Canyon diese 1 1/4 Lenkerklemmung hat
- Eine Rotor Kurbel aber mit normalen Stronglight Kettenblättern (und nicht Q rings)
- Einen superleichten Selle Italia Carbon Sattel
- Look Carbon Pedalen
- und das andere ganze Gedöns was man braucht um so ein Rad fertigzustellen und was leider noch einmal mehrere hundert Euro kostet und man weiß gar nicht warum.
Da ich keine Ahnung von modernen Rädern habe, habe ich das ganze dann Matthias von Wiegetritt in die Hand gedrückt, der das ganze dann für mich zusammengebaut hat. Er sollte auch mein Swiss DT Laufrad hinten reparieren, was er aber nicht rechtzeitig zur Transalp schaffte, so daß ich mit meinem Ersatz Shimano Ultegra Hinterrad gefahren bin – keine gute Idee, wie sich später herausstellte. Das Rad sah aber nun sehr stimmig aus, schwarz/weiß mit einigen wenigen orangen Punkten.
Ich hatte exakt noch eine Möglichkeit einmal abends damit ein paar Kilometer auf dem Deich zu fahren, bevor ich es einpackte und mit zum Startpunkt der Transalp in Sonthofen nahm.
Vermutlich wäre es mir auf dem Cervelo wesentlich schwerer gefallen die Transalp zu überleben. Das Canyon ist deutlich komfortabler, fährt man mit dem Canyon in ein Schlagloch rein kommt man auch wieder raus mit beiden Händen am Lenker. Beim Cervelo ist das reine Glückssache. Der montierte Tune Wasserträger Flaschenhalter hat mich allerdings 20 Stunden Zeit gekostet.
Es gab allerdings zwei schwarze Stunden. Auf der 3. Etappe nach Naturns, David und ich fuhren zackig und waren gut dabei, riß mir eine Speiche des Ultegra Hinterrades 30 km abwärts vor dem Ziel. Mal wieder. Das ist einfach kein Laufrad für mein Gewicht. Der Werkstattwagen fuhr nicht über die gleiche Strecke, ich mußte also in den Besenwagen und mich zum Ziel fahren lassen. Total ärgerlich und überflüssig, wenn das DT Swiss Laufrad rechtzeitig fertig geworden wäre. Ich kriegte dann für den Rest des Rennens ein Rose-Leihlaufrad.
Die zweite schwarze Stunde passierte auf der letzten Etappe nach Arco. Wieder waren David und ich recht gut dabei und jagten gemeinsam ein recht flaches Stück mit vielen Seen lang. Dan machte es RRRRACCCCKKK beim schalten und die Kette war trotz Abweiser vorne abgesprungen und hatte ich zwischen Rahmen und kleinem Kettenblatt eingeklemmt. Lackierung total hinüber, festegestellt das der Rahmen wirklich unten drunter schwarz ist und mit viel Mühe die Kette rausgezerrt und dsa Rennen zuende gefahren.
Ich bin dann weiter mit dem Rad in Bremen im Sommer gefahren, aber der Sommer war nicht schön und die Anzahl der Touren hielt sich in Grenzen. ie Bremen Challenge bin ich auf dem Canyon ebenfalls gefahren. Einer der schönsten Trips war im August von München um ein paar Seen und dann am nächsten Tag nach Neuschwanstein und zurück. Das Canyon ist sehr gut, total agil. Immer wenn ich von meinen alten Stahlrädern auf das Canyon springe, dann merke ich besonders wie nervös und schnell das Teil ist. Wirklich sehr beeindruckend.
Im Oktober war ich dann mit Canyon auf Malle zum fahren und traf dort Fabian mit seiner Familie und Stephen und….Sean Kelly, ein later Kumpel von Stephen. Das hat sehr viel Spaß gemacht und mit dem Canyon ließ es sich erfreulich schnell und schön fahren. Auf einer Tour mit Stephen, wir waren schon auf dem Rückweg, merkte ich ein komisches Geräusch beim treten, checkte alles einmal und konnte nichts finden. Wir fuhren dann in de rNähe von Valdemossa einen Berg hoch und ich trat gut rein, als es mal wieder RRRRACCCCKKK machte. Bei dieser Gelegenheit hatte sich die Kette zwischen Speichen und größtem Ritzel verklemmt und dabei das Schaltwerk mit Adaptor vom Rahmen gerissen. Ein Weiterfahren war nicht mehr möglich. Zum Glück kam eine amerikanische Familie vorbei, die mich in ihrem riesigen Campingbus mitnahm nach Esporles und dort wartete ich geduldig bis Fabian mich abholte.
Den Rest des Urlaubs habe ich dann auf einem Leihrad verbracht. War auch nicht schlecht. Und als ich über Weihnachten mit meiner Familie nach Malle gefahen bin, habe ich mir gleich ein Leihrad geholt, das macht auch viel mehr Sinn als Geld für den risikoreichen Transport des eigenen Rades auszugeben. Und man bekommt auch ganz schicke interessante Möhren, so daß ich zum ersten Mal eine Campa Ergopower ausprobieren konnte.
Seitdem steht das Canyon in der Garage, das Wetter war bislang einfach zu schlecht und das Fahren mit dem Union Fixie macht einfach zuviel Spaß. Ach nein, einmal bin ich noch durch das Grauen gefahren damit in diesem Jahr.
Das Canyon ist ein Rad das richtig Spaß macht und in Japan wäre das jetzt im Dauereinsatz. In Bremen sind meine Prioritäten und das Wetter etwas anders, so daß ich das Canyon nicht sehr oft fahre. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß dies ein sehr, sehr gutes Rad ist.
Auch wenn es kein italienisches Rad ist.Alles über das Canyon hier.
Eingeordnet unter 2012, Canyon Ultimate CF, Meine Räder, Mob, Transalp
Sonntag: Paris – Roubaix

Übermorgen ist das wichtigste Eintagesradrennnen des Jahres.
Also jedenfalls wenn man die Blogs und Radwebseiten der letzten Tage so liest und den ganzen Trubel um Paris-Roubaix mitbekommt. Im Vergleich dazu wird über die Bahnrad WM in Melburn recht wenig berichtet. Ich möchte zu beidem nicht beitragen, schon gar nicht zu der viel diskutierten Frage, wer das Rennen gewinnen wird.
Manchmal gibt es aber doch sehr interssante „Nerd Artikel“ die ich faszinierend finde. Das besondere an Paris Roubaix ist, das Teile der Strecke über sehr schlecht Kopfsteingepflasterte Wege führen. Genauer gesagt sind es 51,5 km der Gesamtstrecke von 257,5 km. Kopfsteinpflaster ist nicht gleich Kopfsteinpflaster, es gibt Stücke die sind richtig mies und es gibt welche die sind gemein und mies. Das Stück kurz vor Roubaix hat nett gekämmte, glatte Pflasterseine auf denen die Namen der Gewinner vergangener Tage eingemeiselt sind. Wie fies die Stücke sind kann man auf Inner Ring nachlesen. Ich persönlich hasse Kopfsteinpflaster und käme im Leben nicht auf die Idee an einem Amateur Paris-Roubaix teilzunehmen. Erstens bin ich einmal ein supersteifes Vervelo Soloist S1 gefahren, daß mir jegwelche Freunde an Bodenunebenheiten genommen hat. Das war so hart, daß es sich anfühlte als wenn man von einer Nadel in den Hintern gestochen wurde, wenn man sich auf den Sattel schwingt und der Reifen auf einem Steinchen steht. Und zweitens haben wir von diesem Kopfsteinpflasterzeug genug in Bremen, vor allem im Viertel.

Außerdem verändert sich da Kopfsteinpflaster auf der Rennstrecke ständig. Bauern, die genug davon haben auf ihren Traktoren elendig durchgeschüttelt zu werden kippen Erde auf die Strecke um weiteren bandscheibenvorfällen zu entkommen. Die „Freunde von Paris-Roubaix“ und andere Soziopathen hingegen graben jahr für Jahr Stücke des Pflasters wieder aus und machen die Rillen zwischen den Steinen in Fahrtrichtung mit spitzen Gegenständen tiefer.
Eine sehr genaue Analyse des aktuellen Kopfsteinpflasterzusatndes findet sich auf Podium Cafe. Mit Bildern des Pflasters jedes einzelnen Abschnittes. Ein Traum für Freunde des Kopfsteinpflasters.

Amtschimmel RTF Sulingen 31. März 2012
Update 27. März 2012
Wie ist das Wetter in Sulingen am 31. März?
Also, wenn ich mir alle Informationen ansehe, wird es wenn wir fahren so zwischen 4 und 10 Grad warm sein und wir haben ein Risiko von 60% das es regnen wird. Tendenziell zum Nachmittag hin weniger.
Ich würde daher vorschlagen, daß wir einen Zug später nehmen als geplant um so spät wie möglich zu fahren und so wenig naß zu werden wir nötig:
09:33 Bremen Hbf
09:38 Hemelingen
10:11 Twistringen.
Dann würden wir so mit den letzten um 11:30 (Schluß) starten. Das hat dann aber den Vorteil, daß wir hoffentlich viele andere überholen werden. Das ist immer prima für die Motivation und man fährt schneller, vor allem wenn man sich in der Midlife Crisis befindet.
Also Start 11:30 Uhr, vier Stunden fahren, dann eine Stunde packen und zurück nach Twistringen, dann schaffen wir immer noch den Zug (NWB) um 17:03 zurück nach Bremen.
Update der Teilnehmer
Pseudonym / Strecke / Typ / Kommentar
- Schieber / 114 km / ?
- Snake1980 / 42 km / ?
- Skysurfer5 / 114 km / ?
- Don Sebastiano / 114 km / ?
- Schattenmann / 114 km / Jens Voigt / Steigt in Hemelingen zu
- Tobilive / 114 km / Jens Voigt
- I3lizzaI2D / 114 km / ? / Kein Niedersachsenticket
- mob / 114 km / Jens Voigt
Verfügbare Typen:
Jens Voigt: Ist mir doch egal wie das Wetter ist, ich fahre auf jeden Fall. Wenn Zeit ist sogar zwei Mal. Shut up, legs!
Mario Cipollini: Ich fahre nur, wenn das Wetter gut ist und mein Leopardenjersey nicht nass wird. Ich melde mich dann am Freitag. Oder gar nicht.
Jan Ullrich: Ich kann nicht kommen und mein Anwalt hat mir verboten zu sagen warum. Ich bin aber unschuldig, ehrlich.
Infos :
http://www.helmuts-fahrrad-seiten.de/Termine-RTF-Radtour.html
http://breitensport.rad-net.de/breitensportkalender/termine/2012/38.-amtsschimmel-rtf;36575.html
Startzeit und Ort :
31.03.2012 (SA) 10:00 bis 11:30 Uhr
27232 Sulingen, Edenstrasse Edensporthalle ist richtig, nicht Schmelingstrasse (heute mit dem Veranstalter gesprochen)
Startgebühr 5 oder 6€
Distanzen :
42, 82,114 Kilometer
Ausrichter :
Tus Sulingen, Gerhard Niemeyer, 04271 6762, uschi-gerd (at) freenet.de, Kosten ?
Team :
Schieber 114 km
Snake1980 42 km
Skysurfer5 114 km
Don Sebastiano 114 km
Schattenmann ?km
Tobilive 114 km
I3lizzaI2D aka lolle aka lalle ? km
mob 114 km
Transport :
Treffpunkt am Bremen Hbf um 08:15 hr am Fahrkartenautomat am Eingang vorne (Drogen und Alkoholeinfahrt).
Wir kaufen dann ein Niedersachsenticket plus Radmitnahmekarten gemeinsam für alle die da sind, wer um 8:18 hr nicht da ist hat Pech gehabt.
Plus eins für Schattenmann, der um 08:38 in Hemelingen zusteigt.
Bremen Hbf – Twistringen
08:06 – 08:32
08:33 – 09:11 wäre jetzt erst einmal die geplante Verbindung
09:06 – 09:32
Niedersachsenticket
1 Person €²1, 2 Personen €25, 3P: €29, 4P €33, 5P €37
plus Radmitnahmekarte, 5€ pro Rad
Von Twsistringen fahren wir dann etwa 20 km bis nach Sulingen. Im Prinzip simpel:
Vom Bahnhof über die Sulinger Strasse auf die Nienburgerstrasse (L341) und dann immer die Landstraße nach bis nach Arnstedt. Dann rechts auf die 61 bis nach Sulingen.
Bürgerpark links, dann links in die Bessumer Strasse und links in die Lange Straße, über die Gleise, nach 400m Edenstraße rechts.
Für die Freunde der Navigation
Rückfahrt
Also, wenn wir um 9:11 in Twistringen ankommen, sollten wir so gegen 10:15hr in Sulingen starten können. 114km im 30er Schnitt wären dann etwa 4 Stunden, also ich denke daher, daß wir gegen 14:30hr auf jeden Fall Abfahrbereit Richtung Twistringen sein sollten. 20km zurück gemütlich. Zugverbindungen dann:
15:03 – 15:38 NWB für Schattenmann
15:21 – 15:50 RE
16:03 – 16:38 NWB für Schattenmann
Also ich würde mal sagen entweder wir fahren schnell und schauen, dass wir bis 15:03 wieder in Twistringen sind, oder wir lassen es gemütlich angehen, trinken was in Sulingen und fahren um 16:03 zurück.
Berichte aus den letzten Jahren, Routen
http://www.bikemap.net/route/901387
http://www.bikemap.net/route/894151
http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/viewtopic.php?t=2724
http://forum.helmuts-fahrrad-seiten.de/viewtopic.php?t=3917
Faggin Toppolino
Ich war gerade in meiner orangen Phase.
Und als ich da so war und in meiner ganzen sophisticated Langeweile bei Ebay blättere, sah ich diesen wunderschönen, orangen Rahmen von FAGGIN. Wow, Faggin ein echter italienischer Traditionshersteller (heute weiß ich, dass dieses Aluteilen nie im Leben in Italien war) und dann diese schönen Rundungen (na ja, Alu halt) ich war total verliebt und als das Teil dann für weniger als 80 Euro über den Tisch ging war ich glücklich.

Dann hatte ich die noch bescheuertere Idee das Teil so leicht wie möglich aufzubauen, obwohl der Rahmen schon extrem schwer war. Und das ganze wollte ich mit ein paar Komponenten aufbauen, die ich noch von meinem Cervelo Solist übrig hatte: (also ich das Upgrade auf die 6700 gemacht hatte) Ultegra 6600 Wäscheleinen STIs und Bremsen, alte SRAM Force Kurbel (Standrad). Ich hatte auch vergessen, dass ich kein Schaltwerk mehr hatte, das hatte ich in Japan einmal mitsamt Adaptor um die Speichen gewickelt.
Also mußte an den anderen Komponenten kräftig Gewicht gespart werden. Also erst einmal eine leichte Carbongabel gekauft. Dann einen superleichten Karbonlenker, der quasi keinen Drop hat und auch fast keinen Unterlenker – total unbequem. Syntace Vorbau für 25.4 mm Klemmung (kriegt man quasi nie mehr verkauft). Dura Ace Schaltwerk. Dura Ace Kassette. Gelochte Schaltröllchen. Look Carbon Pedalen. Total unpraktischer Tune Wasserträger Flaschenhalter. Superleichter und superunbequemer Carbonsattel. So langsam wurde es teuer.

Aber ich brauchte ja unbedingt noch leichte Laufräder. Also habe ich mir die Toppolinos zugelegt, die etwas unter 1.100 Gramm wiegen. Im Gegensatz zu Lightweight sind die auch noch relativ billig, aber man braucht diese total unpraktischen Schlauchreifen und dann auch noch spezielle Bremsbeläge für Carbonfelgen.
Na ja, und damit das ganze noch leichter wird hatte ich mich entschlossen vorne gar keinen Umwerfer zu montieren. Braucht man in Bremen sowieso nicht, eigentlich würde hier auch eine Fünf-Gang Schaltung reichen. Oder eben ein 52:16 Fixie. Das Ergebnis war dann aber immer noch enttäuschend schwer, weit vom UCI Limit von 6,7 kg entfernt.
Dann die ersten Ausfahrten. Bei der ersten ist man ja noch begeistert. Aber auch da war mir schon klar, dass Bremsen auf Carbonflanken echt mies ist. Und irgendwie hatte ich kein Vertrauen in diese Räder auch wenn die supergut aussehen. Ich bin dann mit dem Rad und Kaipie in den Harz gefahren, was mir sehr viel Respekt eingberacht hat, da ich ja nur das große Kettenblatt hatte um die Berge hochzukommen. Aber irgendwie war das nicht mein Rad, vielleicht trauerte ich auch dem Cervelo noch zu sehr hinterher. Und bei den anderen Ausfahrten sprang dann immer die Kette runter vorne, weil halt die Führung durch den Umwerfer fehlte. Kann ich also als Lösung nicht empfehlen.
Mit dem Rad bin ich auch beim Velothon 2011 in Berlin gefahren. Allerdings hatte ich da schon DT Swiss 240 Räder gekauft, die ich für das Canyon haben wollte. Aber mit diesen Brems-miesen Carbonrädern wollte ich nicht zum Velothon.
Ich bin dort auch eine Stunde gut gefahren, war mit in der Spitzengruppe meiens Feldes, bis mir jemand in das Hinterrad gefahren bin, alles verbogen war und ich erst einmal jemand finden mußte der mir das repariert. Bis ich dann wieder los war war alles vorbei und ich bin quasi ins Ziel getorkelt. Trotzdem war es ein schöner Aufenthalt in Berlin, aber meine Beziehung zu diesem Fagginrad war irgendwie gestört.
Und da nun ohnehin die Transalp 2011 bald anstand und ich um das zu überleben wirklich ein gutes Rad brauchte, habe ich einen Canyon Ultimate CF Rahmen bestellt. Viele von dem Zeug habe ich wieder verkauft, vieles habe ich nun an das blaue Chesini angebaut und einiges wartet noch in den Wunderkisten auf den nächsten Einsatz.

Eingeordnet unter 2011, 2012, Faggin Toppolino, Meine Räder, Mob, Transalp






























































































