Panasonic Rahmen, gerade aus Japan in Richtung Deutschland unterwegs.
Archiv der Kategorie: Meine Räder
In the making: Panasonic
Eingeordnet unter 2014, Mob, Panasonic FRC037
Schöner: Nagasawa Special
Above Bike ist einkleiner, sehr spezialisierter Radladen in Kawasaki in unmittelbarer Nähe der Brücke nach Futagotamagawa. David hat dort seinen Yamabushi Eigenbau lackieren lassen und ich fand dort einen wunderschönen Nagasawa Keirin Rahmen, als ich im April zu Besuch in Tokyo war.
Above Bike hat eine Menge Rahmen und Komponenten nach denen sich europäische Enthusiasten die Finger lecken würden, vor allem wenn es um Fixies, Keirin und NJS geht. Ganz hinten durch gibt es einen Aufbau, auf dem ca. 20 Rahmen, von Cyclo Cross bis Keirin gelagert sind und dort stach mir der metallisch-blaue Nagasawa Rahmen ins Auge: „Wow, der könnte meine Größe haben!“
Rahmen die bei japanischen Keirin Rennen benutzt werden dürfen, werden nur von einer Handvoll japanischer Rahmenbauer gefertigt die eine NJS Zulassung haben. Zu den bekanntesten Marken gehören Panasonic, Bridgestone, Samson, Nagasawa, Kalavinka, 3Rensho und Makino. Nicht alle Rahmenbauer sind noch aktiv, ab und an verliert einer auch seine Zulassung wie im Falle von Vivalo. Das Angebot wird daher eher geringer, einen guten Überblick kann man sich auf der NJS Export Website verschaffen. Da die Rahmen in der Regel für japanische Keirin Pros gefertigt werden und diese eben Japaner sind, sind die Rahmengrößen etwa zwischen 50 und 56 cm; es ist relativ schwierig einen größeren Rahmen zu finden. Der Nagasawa Rahmen bei Above Bike war 60cm – sah gut aus und ich hatte das Gefühl dass ich ihn haben sollte.
Nagasawa ist ein Ein-Mann-Betrieb in Osaka. Mr. Nagasawa, mittlerweile 66 Jahre alt, baute zum Beispiel die Rahmen für Nakano Koichi der darauf 10 aufeinander folgende Weltmeisterschaften im Sprint gewann.
Koichi Nakano mit Nagasawa Keirin Rahmen
So etwas kann also nicht wirklich schlecht sein. Leider gehörte der Nagasawa Rahmen nicht dem Laden. Er war von einem Kunden dort platziert worden der sich nicht entscheiden konnte, ob er ihn umrüsten oder verkaufen wollte. Above Bike wollte sich erkundigen, ob der Rahmen zum Verkauf steht, wenn ein unwiderstehliches Angebot kommen sollte.
Ich machte mich mit David auf dem Weg zu einem anderen Laden, C Speed, der von unserem gemeinsamen Freund Hiroshi geführt wird. Zum Glück hatte ich meinen Helm bei Above Bike vergessen und als ich zurück kam und ihn abholen wollte sagte mir die Frau des Besitzers, dass der Eigentümer einem Verkauf zugestimmt hatte, zu einem gerade noch nicht unverschämtem Preis. Ich machte eine Anzahlung, später eine weitere und den Rest übernahm die japanische Post und der deutsche Zoll. Ein paar Wochen später war der Rahmen in Bremen.
Dadurch war genug Zeit vorhanden zu überlegen wie das Teil aufgebaut werden sollte. Der allererste und naheliegendste Gedanke ist: Alles komplett NJS, am besten auch noch Gruppenrein Shimano Dura Ace oder Suntour, oder irgendetwas exotisches wie Suzue. Da die Chance den Rahmen aber intensiv zu fahren ohnehin wegen mangelnder Funktionalität und hohem „da darf nix passieren mit dem Rad“ Angstfaktor nicht gerade hoch ist, kam die zweite Alternative zum tragen: Schauen was im Keller ist, was könnte vom Design her gut passen und den Rest passend dazu kaufen.
Der Rahmen ist in einem sehr schön glänzenden blau lackiert mit sehr wenigen Beschädigungen. Neben den orangen Schriftzügen am Unterrohr sind die Muffen gelb ausgelegt. Noch viel mehr orange machte da wenig Sinn. Da ohnehin die viel zu guten Laufräder meines Bassos zum Einsatz kommen würden war das Thema in der Kombination „Schwarz/Silber“ quasi vorgegeben und so schaute ich mich nach entsprechenden Komponenten um.
Im Keller hatte ich seit einiger Zeit eine Rino Aero Kurbel mit den charakteristischem schwarz-silbernen gelöcherten Kettenblättern. Und dazu auch ein Rino Leader Sattelstütze in der passenden Größe (27,0 mm). Die gravierten Rino Logos lassen sich prima mit der Rahmenfarbe ausmalen. Das alles passt überhaupt nicht zum Thema „Keirin“ und gut zum Rad.
Am Freitag Abend war endlich alles aufgebaut, das vorläufige Endergebnis heute photographiert:
von der Seite
von seitlich vorne
von hinten
und, wer hätte das gedacht, von halbschräg-hinten unten
Ein paar Details.
San Marco Supercorsa Sattel aka „Geierschnabel“ auf rot und blau ausgelegter Rino leader Stütze über Nagasawa Muffe. Nicht NJS und trotzdem schön.
San Shunen Logo des alten Besitzers. Basiert auf einem sehr kompliziertem japanischen Witz, den ich selber nicht verstanden habe noch erklären könnte und kopiert charmant das 3Rensho Logo. Dahinter links ein Kashimax Five Star Gold Top Tube Protector. Ja, so etwas braucht man an einem Bahnrad, vor allem dann, wenn sich der Steuerkopf (Hatta Swan) fast ohne jeden Widerstand drehen lässt – das habe ich noch nirgendwo so gesehen. Wie alles von Kashimax einfach sündhaft teuer und NJS. Rechts davon ein kurzer Nitto NJS Vorbau aus dem Positivo Laden von Nagai-San. Der Vorbau ist Keirin-spezifisch kurz, denn obwohl der Rahmen eine Größe von 60 cm hat, ist das Oberrohr nur 56 cm lang – das ist klassische Keiringeometrie, klein und gedrungen.
Nitto B125 Lenker von dem blauen Basso mit orangen Track Grips.
Gelb ausgemalte Muffen, bahnradtypischer Minifreiraum zwischen Reifen und Gabelkrone. Die Reifen sind Tufo S3 Schlauchreifen, für die Bahn ginge das natürlich noch filligraner und dünner.
Ausfallenden von Nagasawa mit MKS NJS Kettenspannern. Funktioniert gut, könnte aber sein, dass ich übertrieben und zuviel Spannung auf die Kette gebracht habe.
Absolut unmöglich Bremsen anzubringen – bis auf Dia Compe Trackbremsen, dafür ist die Gabel auch vorbereitet. Aber richtig bremsen tut das auch nicht. Japanische Flagge mit Weltmeisterstreifen, in Referenz an Nakano Koichi.
Der Laufradsatz: Ticino Sheriff Stern Kopie Naben mit DT Swiss Revolution Speichen und Mavic SSC Roubaix Schlauchreifenfelgen. Wie gesagt, passt nicht zu einem Bahnrad und sieht trotzdem gut aus.
Rino Aero Kurbel, Campagnolo Kurbelschrauben und Izumi (non-NJS) Kette, alles irgendwie silber-schwarz abgestimmt. Auch die Pedalen: MKS RX-1 mit MKS Alu Haken und schwarzen Christophe Pedalriemen.
Hier noch eine Detailaufnahme von den Pedalen. Hochglanzpoliert, extrem leichtgängig und mit sehr sehr kurzer Pedalplatte vorher. Die Muttern zur Befestigung der Haken sind eigentlich annötigt, denn die Bohrungen in der Pedalplatte sind mit Gewinden versehen. Muttern mit integrierter Unterlegscheibe passen wegen der Platzverhältnisse ohnehin nicht rein.
Wie fährt sich das ganze denn nun?
Unaufgeregt schön, wäre vielleicht eine gute Umschreibung. Heute mit Bremse in die Stadt (aufregend) und ohne Bremse zurück (noch aufregender). Die Bahngeometrie fährt sich ganz normal, das Rad ist nicht nervöser, wendiger, Spurtreuer oder sonstwie anders als andere gute Stahlrahmen. Es ist nur schöner.
Und hat einen stolzen Besitzer der nun auf Sonnenschein auf Dauer in Bremen hofft.
Danke an Harald für die Photos heute. Harald hatte mich nicht nur trotz Urbancamoflage erkannt, sondern blieb auch noch stehen und machte Photos.
Upgrade durch Downgrade
In der Evolution des Aufbaus von Rädern kommt es zu einem Punkt, an dem das Rad nicht mehr fahrbar ist.
Ok, jetzt noch einmal langsam an einem Beispiel: Dieses blaue Basso habe ich letzten Winter aufgebaut. An dem Rad sind eine Menge Komponenten, die mir lieb und teuer sind. Und am teuersten dabei sind die Ticino Sheriff Stern Naben (Nach Campa Vorbild) mit eingespeichten Mavic SSC Roubaix Schlauchreifenfelgen. Das weiße Bartape und das allgemein schlechte Wetter in Bremen tun ihr übriges dazu, dass das Basso nicht bewegt wird.
Schade, denn das Rad fährt sich sehr gut. Ich weiß auch nicht warum, aber neben meinem Carbon Canyon ist es das agilste Rad, das ich besitze (und das sind einige). Man geht aus dem Sattel und beschleunigt und das Ding geht ab nach vorne wie kein zweites Rad.
Aber ich fuhr es halt nicht. Nun kommen die Laufräder an einen anderen, noch hochwertigeren Rahmen, so dass ich an das Basso einen anderen Laufradsatz montieren kann, den ich vorher an meinem Union Fixie benutzt habe. Und siehe da, ich traue mich wieder mit dem Basso raus und die Agilität hat das Teil auch nicht eingebüßt.
Downgrades können so entspannend sein.
Serviervorschläge: Minerva Chrom Rahmen
Dies ist die Geschichte einer unvollendeten Liebe.
Zwischen einem Rahmen und mir. Der Rahmen kam aus Belgien, hatte eine nach meinem Empfinden häßliche Lackierung, war aber komplett unterverchromt. Also machten Tobias (Aka Poliermeister) und ich uns daran den Chrom freizulegen und zu polieren. Es steckte eine Menge Arbeit darin und das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Nun galt es ein funktionierendes Rad daraus zu bauen. Das wurde nichts. Der erste Versuch war ein Rennrad in dem Design alter Lotus Formel Eins Rennwagen aus den Siebzigern, diese markante Kombination von British Racing Green, strahlendem Gelb und viel Chrom.
Die Lotus Version sah dann so aus:
Es gibt noch eine andere Version mit „normalen Rädern“, aber von der habe ich leider keine Bilder. Daraufhin habe ich dann das ganze umgebaut zum schicken Einkaufs- und Stadtrad, Thema „Lotus Copenhagen“.
Das war schon wesentlich besser. Vor allem die alten MTB Suntour Reibungsschalthebel am Lenker machten richtig Spaß. Aber optimal war das alles noch nicht. Da dann einpaar weitere schöne Räder in der Garage hinzukamen habe ich mich dann entschlossen den Rahmen zu verkaufen. Soll ein anderer mit ihm und der Rahmen mit dem glücklich werden.
Aber was kann man aus diesem Rahmen zaubern? Um ein paar Ideen zu geben habe ich letzte Woche und heute, wie auf einer Packung von Küchenzutaten einge Serviervorschläge gebastelt. Zunächst der Serviervorschlag
STREET
Schon ganz nett. Aber vielleicht zu harmlos? Hier einmal der Serviervorschlag
SUICIDE TRACK
Oder alternativ dazu der Serviervorschlag:
AERO GIRL
Und zu letzt noch ein Vorschlag, wie ich den Rahmen komplett gerne als Rad verkaufen würde:
STREET REASON
Dabei ist ein sehr schöner Laufradsatz mit selbst gebauten Rädern, Mavic MA-2 Felgen, eine Mavic 500er Nabe vorne und eine Miche Primato Pista Nabe fixed/free hinten.
Und die Sachs Kurbel passt chromlich ebenfalls gut dazu:
Interesse geweckt? Ich serviere gerne.
Eingeordnet unter 2014, Lotus British Racing M Type, Mob, Sales
Wind sägen am Wümmedeich
Gestern, Samstag, unterwegs mit dem Union Fixie in einer Arbeitspause zu einer schnellen 30 km Runde.
Vom Platzhirsch über Kuhsiel und Dammsiel runter die Wümme und dann auf der anderen Seite wieder runter. An der einzigen Steigung auf der ganzen Strecke, direkt hinter dem Platzhirsch, dieser mörderische Anstieg über die Autobahn, der in endlosen Serpentinen ganz nach oben läuft, werden ich prompt überholt von einem Faggin. Ich bin noch nicht warm, fahre mit dem Union Fixie und der Wind ist möderisch aber ich klemme mich dran. Das läuft auch gut die Wümme runter aber dann biegt das Faggin nach links richtig Müllhalde ab und ich später nach rechts. Die Luft ist nun raus, irgendwie krieche ich nach Hause.
Bin froh, dass ich die Möglichkeit habe während der Arbeit so etwas zu machen. Wäre noch froher wenn Berge in der Nähe wären.
Basso Fior di Loto. Blau. Carbon.
Man schaue bei einem Basso auf die Stattelstreben und die Sattelstützenklemmschraube und stöhne entzückt: „Ah ein Loto“.
Das geht jedenfalls mir so. Diese hoch gelegene Klemmschraube treibt mich ins Entzücken, ähnlich wie es auch bei einem Panasonic PR-4000 der Fall ist.
Das blaue Basso ist die Blaupause für das Fuchsienrote Basso. Alter Stahl kombiniert mit neuem Carbon, nach Möglichkeit 11 oder 10-fach. Das Basso ist kein Rad für die Berge, eine 11/23 Übersetzung hinten mit einer Standardkurbel vorne wäre praktisch für die Ausflüge um Bremen herum. Eine Campagnolo Chorus 11-speed wäre das Optimum, aber die Tatsache, dass ich dann ohen Spezialwerkzeug weder die Kurbel abschrauben, noch die Kette öffnen kann schreckt mich ab.
Eingeordnet unter 2014, Basso Loto, Mob
Ungeduld. Basso Fiore di Loto.
Ich bin ein ungeduldiger Typ. Und warten tu ich schon gar nicht gern.
„Ich warte nicht gerne / ich will alles gleich
Ich wäre gerne mächtig / und auch stinkereich
Dann könnte ich alles haben /wonach der Sinn mir steht
Ich brauch es nur zu wollen /und siehe da: es geht!“
Der Moderne Man „Nicht warten“ (1982)
Am Samstag morgen als ich mich aus dem Bett hervorkrammte und die Mädels des Hauses bereits zwei Stunden beim Eiskunstlauftraining waren, stand der Karton mit meinem neuen Basso Fiore die Loto (Lotusblüte) breits in der Küche. Es ist unheimlich spannend so einen Karton zu öffnen und die eigenen Erwartungen mittels der Realität zu überprüfen. So lange schon stnad mir der Sinn nach diesem Rahmen, aber alles was ich bislang gesehen hatte waren Kindergrößen aus Italien – nun also endlich einer in 60er Rahmenhöhe. Und deshalb habe ich nicht lange verhandelt und gefeiltscht, gleich zugegriffen als ich die Gelegenheit hatte und etwas zu viel Geld bezahlt. Der Rahmen ist aber wirklich schön, gerade die Details wie zum Beispiel die Sattelklemmschraube in den Sattelstreben (ähnlich wie bei Panasonic) oder die Tretlagermuffe auf der Seite der Kettenstreben. Bilder folgen später einmal.
Heute nach dem Eiskunstlaufbrunchen dachte ich, ich stecke einmal eine Sattelstütze rein. Und dann noch einen Sattel oben drauf. Und noch einen Vorbau, das geht ja schnell. Und einen Lenker. Das ist ja das schöne, wenn man schon eine ganze Weile sich mit dem Zusammenbasteln von Rädern beschäftigt, der Keller ist voll von Zeuch und irgendwie bekommt man damit schon ein oder mehrere Räder zusammen, auch wenn das alles nicht optimal ist und dazu führt, dass man sich trotz des ganzen Zeuchs noch mehr davon kauft von dem wiederum die Hälfte doch nicht passt wie gedacht und dann zusätzlich im Keller endet. Es wird also immer mehr. Das ist aber immer noch besser als festzustellen, dass einem die Bremszüge oder die Kettenblattschrauben ausgegangen sind, oder man hat keinen Schlauch mehr mit langem Ventil und dann muß man warten bis der Radhändler um die Ecke am Montag wieder aufmacht und dann darf man sich dort eine Kettenblattschraube für 6€ oder einen Schlauch für 7 kaufen. Weil man nicht warten kann.
Oh prima, die Rino Aero Kurbel passt ja auf das Shimano Tretlager. Demontiert, gewaschen, inneres Kettenblatt runter. Montiert. Pedale dran. Singlespeed Laufradsatz aus der Garage geholt. Dran. Kette dran. Bremse hinten dran. Notbremshebel vorne, Züge, passt irgendwie. OK, fertig zum testen.Rauf, weg fahren aber nicht zu weit, falls irgendwas nicht funktioniert.
Bremer erkennen an der lila Farbe des Hintergrundes sofort, dass es sich um das Autohaus Weller an der Erdbeerbrücke handelt.
Der Plan ist, das Basso modern mit 11 Gang Campagnolo aufzubauen und als vollwertigen Ersatz für das Canyon zu nutzen. Für diesen Zweck habe ich auch das Moser, aber eben nur mit 8 Gang Campagnolo und vielleicht etwas zu klein. Ach egal. ich will hier nicht überlegen und mich rechtfertigen. Aber woher weiß ich, ob der Rahmen auch was taugt? Mein anderes Basso fährt ganz wunderbar, aber wenn der Rahmen lahm ist, so etwa wie bei dem Minerva, dann ärgert man sich hiterher tot, aber das viele Geld das rausgeschmissen wurde. Von daher macht eine Testfahrt Sinn. Lief auch gut. Fährt sich leicht, beschleunigt gut trotz relativ schwerer Laufräder (Miche Primato hinten bzw. Mavic 501 vorne mit Mavic MA40 Felgen). Ist spurtreu und die Hände können vom Lenker gelassen werden. Passt. Ist also OK das Geld rauszuhauen.
Eingeordnet unter 2014, Basso Loto, Bremen, Mob
Oops! ….. I did it again: Moser Leader AX Evolution
Natürlich glauben wir alle, dass wir mehr oder weniger frei in unserem Denken und Handeln sind. Beim spontanen Kauf von Rahmen und Rädern werden einige von uns aber durchaus von ihrem Rückgrat kontrolliert.
Es gab, so kann man in wissenschaftlichen Quellen nachlesen, einmal ein interessantes Experiment mit dem russischen Radprofi Ivan Pavlov (Teilnahme an der TdF 34-37; Giro 36). Diesem wurden, in einem wissenschaftlichem Apparat fixiert, verschiedene Typen von Rennrädern gezeigt (Bianchi, Umberto Dei , Torpado, Raleigh und was sonst so alles damals in Mode war). Es wurde dann mittels eines Mikrofons das typischen Keuchen des Entzückens mittels eines Grammophons aufgenommen und dessen Intensität bestimmt. Nach einer Weile wurden keine Rennräder mehr gezeigt, sondern nur noch von den wissenschaftlichen Assistenten über Rennräder gesprochen. Erstaunlicherweise zeigte Ivan Pavlov die gleichen Reaktionen, also Keuchen des Entzückens von vergleichbarer Intensität.
Heute geht mir das so am PC, und wenn ich irgendetwas sehe was mir gefällt (Größenordnung: Vicini, Moser Leader AX, Basso Loto oder ein paar noch nie gesehene Campagnolo Monoplaner Bremsen, dann kann es durchaus sein, das ich ein Pavlov’ches Keuchen von mir gebe. Sehe ich das Zeuch irgendwo auf Ebay, kann es schon einmal sein, dass die Maus quasi automatisch auf den „Jetzt sofort Kaufen und nie bereuen“ Knopf fährt und dann wird instiktiv abgedrückt. Auf diese Art und Weise bin ich schon in den Besitz einer Menge hübscher Rahmen gekommen, von denen die meisten dann aber leider doch zu klein, zu groß, zu rostig oder irgendwie sonst nicht ganz richtig waren.
Mit diesem Moser Leader AX Evolution ist es anders. Ich hatte den Rahmen schon einmal, auch in einer sehr schönen Lackierung, aber mit RH56 war er einfach zu klein für mich. An dem Rahmen liebe ich die offenen Rohrenden an den Ausfallenden vorne und hinten. Habe ich dann wieder verkauft. Es gibt zwar immer mal wieder Angebote auf dem WEb für diesen Rahmen, aber meistens hört das bei RH56 auf. Aber vor einigen Wochen wurde ich doch fündig. Jetzt ist das Ding erst einmal aufgebaut, wurde heute Probe gefahren und als gut befunden.
Da meiste Campa: Athena Ergos, Umwerfer und Bremsen, Chorus Kurbel, Record Schaltwerk und Mexico68 Felgen.
Bei den Brems- und Schalthüllen dachte ich mir: „Weiß kann jeder“. So passt dieser gelbe Akzent gut zum Logo auf dem Unterrohr und zur Sattelspitze. Ein gelb/blauer Selle Italis Sattel passt leider gar nicht, deshalb durch Turbomatic 2 ersetzt.
Ambrosio Vorbau 100mm mit kleinem Nitto Mod.55 Lenker, nur 38cm c-c.
Sieht aus wie Alu, ich aber Stahl.
Ist im Prinzip so erst einmal fertig und wartet auf bessere Zeiten draußen. Einzig und allein bei den Laufrädern muß noch einmal heftigst nachgedacht werden:
Campa irgendwas mit Campa Mexiko68 oder
Campa Record mit Mavic CXP30 oder
Campa Record mit Campa Omega V oder
Campa irgendwas anderes mit Omega 20?
Empfehlungen immer gerne.
Eingeordnet unter 2014, Mob, Moser Leader AX


























































































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