Gestern dann der unstoppbare Boonen-Express. Schön, dass Tom Boonen wieder gut dabei ist, das gibt spannende Frühjahrsklassiker in Belgien und gute Sprintrennen. Sein 100. UCI Sieg.
NAHBS : Fahrrad für Bremer Viertel vorgestellt
Was macht ein Bremer aus dem Viertel bevor er seine Wohnung verlässt?
Er prüft, ob er den Hausschlüssel in der Tasche hat und die Flasche Becks in der Hand hält. das war jedenfalls mein Eindruck, als ich für einige Monate 2010 im Viertel wohnte. Was übrigens eine sehr schöne Zeit war. Nur etwas… ungewöhnlich … vielleicht. Also wie soll ich sagen … ich war es einfach nicht gewöhnt, dass 80% der Menschen die mir auf dem Gehweg am Sonntag morgen um 11 entgegenkommen eine Flache Becks in der Hand halten. Oder mit nacktem Oberkörper durch die Straßen laufen. Na ja, aber ich lebte halt lange in einem Land mit einer sehr konservativen Grundausrichtung.
Egal, damit der Bremer aus dem Viertel nun auch nicht nur im gehen, sondern auch beim Radfahren sein Becks dabei haben kann wurde auf der NAHBS in Sacramento dieses Jahr eine Reihe von Rädern vorgestellt, die Büchsen- und Flaschenhalter an allen möglichen nd unmöglichen Stellen montiert haben. Bei manchen Rädern an Stellen, an denen mein Rad noch nicht einmal Stellen hat. Unten die bislang eleganteste Lösung für längere Touren. Vermutlich auch eine gute Kohlfahrtalternative.
Ein weisses Rennrad
Klar, sieht man.
Dieses hier hat Tobias aus Bremen aka „Audi Freak“ gebaut. Die Basis ist ein alter, neuer unbekannter Rahmen aus Lagerbeständen der Achtziger Jahre der Stadt Bielefeld. Daran wurde eine komplette alte Shimano 105 Gruppe (1050) verbaut, die von einem anderen Projekt, einem Benotto stammt. Das Ergebnis sieht sehr schlicht und klar, vor allem vor dem Hintergrund dieser rot-braunen Klinkerwand aus. Von der Idee hin finde ich das eigentlich sehr ähnlich zu meinem Canyon minus dem Orangeanteil.
Tobias hat noch vor den Rahmen mit selbstentworfenen Logos zu bekleben. Zunächst einmal aber wäre er dankbar für eine Kommentierung seiner Arbeit.

Man könnte das Rad natürlich auch in das Rennrad-News Forum stellen, etwa unter die Rubrik „Zeigt her eure Klassiker“ und die Forumsmitglieder um ihre Meinung bitten. Leider sind die Kommentare oft nicht wie erwartet („Dolle Sache!“) sondern zeigen von einer pessimistischen Herangehensweise an die Probleme dieser Welt im Detail („Die Ventilkappen gehen ja gar nicht“). Aus diesem Grunde habe ich einige einfach formulierte Regeln aufgestellt, wie man Beiträge dieser Art im Forum formulieren sollte:
DER CYCLYNG RATGEBER FÜR GUT FORMULIERTE BEITRÄGE UND KOMMENTARE IM RENNRAD-NEWS KLASSIKER FORUM
Regel #1:
Jeder Kommentar zu einem präsentierten Rad muss anfangen mit:
„Schönes Rad, aber leider…“
Auf diese Art und Weise wird unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass man egentlich en ganz netter Mensch ist, aber das Rad eben nicht so doll findet. Oder man schrecklich neidisch ist. Oder man wahnsinnig viel Ahnung hat.
Beispiel 1:
„Schönes Rad. Aber leider wurden die Innengewinde nicht Nippel nicht mit Öl gereinigt, das vor 1990 produziert wurde. Gehört also nicht in diesen Thread hier.“
Wirkliche Aussage: „Dein Rad kannst Du in die Tonne kloppen ber schick mir die Nippel vorher.“
Beispiel 2:
„Schönes Rad. Leider scheint mir das Lenkerband anderes rum gewickelt sein als das Profil des Hinterrads verläuft. Das entspricht keinesfalls der StVO, noch der KlVZO (Klassiker Vorzeigordnung).“
Wirkliche Aussage: „Ich habe mehr Ahnung als du. Schick Dein Rad her, ich bin neidisch und du verdienst es ohnehin nicht.“
Regel #2:
Räder sind nie fertig
Jedes Rad das hier eingestellt wird muss in der Beschreibung mit dem Zusatz versehen werden, das es eigentlich noch nicht fertig ist. Dies entschärft eventuelle Kommentare die nach Regel #1 aufgestellt werden.
Regel #3
Die Komponente x wird aber noch ausgetauscht:
Jede Beschreibung eines Rades muss einen Kommentar enthalten, dass bestimmte Komponenten nicht der KlVZO (siehe oben) entsprechen und dass daher bitte Kommentatoren Gnade vor Recht walten lassen sollen.
Beispiel:
„Das Rad ist noch nicht fertig, ich denke, ich werde demnächst noch Rahmen, Laufräder und sämtliche Komponenten austauschen.“
Kommentar:
Der Versuch sich auf diese Art und Weise abzusichern ist leider völlig sinnlos, da es nur den Ehrgeiz der Kommentaren anstachelt ein anderes Detail zu monieren. Zum obigen Beispiel wäre dann eine vermutliche Antwort nach Regel #1:
„Schönes Rad. Leider ist der Hintergrund nicht Epochengerecht.“
Regel #4
Ein Rahmen ist nie gerade.
Wenn wirklich nichts zu monieren ist, dann darf mit dem Kommentar zumindestens in Aussicht gestellt werden, dass sich der Besitzer in Kürze damit wegen eines technischen Defekts ordentlich auf die Fresse legen wird.
Beispiel:
„Schönes Rad, da gibt es nichts zu kriteln. Aber sag mal, ist die vordere Flaschenhalterschraube nicht schief, oder sieht das nur auf dem Foto so aus? Gab es da vielleicht mal einen Unfall? Sieht mir so aus wie ein typischer Unfallschaden wenn das Rad von einer Zehnjährigen Japanerin aus 8.000 Meter Höhe von einem Gleitdrachen geworfen wird und dann genau mit der Flaschenhalterschraube auf einem Stoppschild aufgekommen ist“
Fixed Gear Girl Taiwan
Eingeordnet unter 2012, Mob, Sex. Lies & Vids
102 weserige Kilometer
Vollmundig hatte ich in der Woche den ersten 100km Ausritt des Jahres angekündigt.
Ich wachte am Samstag morgen auf, der Himmel war blau und es gab keine Entschuldigung mehr. Hm, 52:16 Übersetzung auf dem Fixie über 100km – ob das wohl gut geht? Also los, auf zum Treffpunkt am Kiosk „Zur gelben Gefahr“. Was das kennt keiner? Das ist der Radsporttreff an der Ecke Schwachhauser Heerstraße/Scharnhorststrasse. Seit 1928 treffen sich hier bremische Radsportfreunde um vor der Ausfahrt noch schnell einen zu heben oder gleich da zu bleiben.
http://maps.google.de/maps?f=q&source=embed&hl=de&q=Scharnhorststra%C3%9Fe,+28211+Bremen&aq=&sll=53.159072,8.676453&sspn=0.038907,0.077162&ie=UTF8&geocode=FRoJKgMdeiuHAA&split=0&hq=&hnear=Scharnhorststra%C3%9Fe,+28211+Bremen&ll=53.090004,8.862815&spn=0.004871,0.009645&t=m&z=14&layer=c&cbll=53.090004,8.862815&panoid=85SYT9FVw-YQ1Nzf2r55BQ&cbp=12,240.03,,1,12.31&output=svembed
Größere Kartenansicht
Ich hatte überhaupt keine Plan wohin ich eigentlich fahren wollte, was Erfahrungsgemäß die besten Voraussetzungen für spannende Touren sind. Keine guten Voraussetzungen für eine lange Tour ist es aber den Helm zuhause zu lassen. Das machte mich etwas nervös und weniger risikobereit. Also zunächst einmal am Focke Museum vorbrei (Gähn) Richtung Horner Freibad, wo bereits die erste Bremer Bergprüfung auf dem Programm stand. Ein mörderischer Sprint vorbei an Fußgängern und Aluradfahrer hoch zum Col d’autobahnbrücke und dann mit viel Schwung und 37 Sachen auf der anderen Seite runter.
Weiter ging es auf den Deich und entlang der Wümme Richtung Kuhsiel und Dammsiel. Der Wind bließ schön von hinten und so dachte ich, aaß ich vielleicht die ganze Zeit nur nach Norden fahren sollte, vielleicht sogar bis zum legendären Fickmühlen? Aber dann mitd em Zug zurück macht keinen Spaß, kostet Geld und dauert, also erst einmal weiter Richtung Ritterhude und dann diesen Megaberg auf der L151 hoch zur B74. Eine der schlimmsten und brutalsten Steigungen in Bremen überhaupt, so sich die Spreu vom Weizen und Appelkorn trennt. Man war ich fertig, als ich nach ca 27 Sekunden endlich oben war.
Vor einiger Zeit, auf einer Tour vom Weserexpress, bin ich dann ein paar Hundert Meter weiter die Straße nach links abgebogen, Richtung Lesumstotel. Hm, das wollte ich noch mal machen, kam dann aber auf die sinnige Idee das Abenteuer noch weiter auszubauen und in die Stoteler Waldstraße einzubiegen. Ist da schon mal jemand gefahren? vermutlich nicht. Noch nicht einmal das Google Streetview Fahrzeug hat es dahin geschafft. Übelstes Kopfsteinpflaster, vermutlich aus der Zeit des Rückzuges deutscher Truppen aus Ostpreußen. Quasi die Wilhelm Gustloff auf Land. Könnte auch eine römische Herrstraße gewesen sein. Nach zwei Kilometer war so ziemlich alles losvibriert am Rad, was es zu vibrieren gab und unwiderstehlicher harndrang setze ein. Zum Glück kam dann wieder eine fahrbare Straße Richtung Heilshorn. Auf dem Radweg fuhr ein Skater mit Kopfhörern. Mann sind die lhm, die schleichen ja so mit 20 – 25 km/hr durch die Gegend. Und braucen die gesamte Breite des Weges. Und hören dabei vermutlich Adele und träumen vor sich hin, so dass die mein Dauergebimmel nicht hören. Bis ich den überholt hatte – so was versaut einem ja den ganzen Schnitt!
Dann weiter an Faun und Hansafrost (Achtung: Fabrik Eisverkauf hier) nach Schwanewede und Neuenkirchen. Vorebei an my blöoody valentine in Frage bis zum Kraftwerk und dort auf die Fähre über die Weser gewartet. Ich mag das wirklich sehr einmal auf einer Tour über die Weser zu setzen, bislang habe ich das aber immer in Vegesack gemacht.
Dann ging es weiter entlang der Weser auf der Deichstraße der linken Seite (also falschen Seite) durch illustre Dörfer wie „Ritzenbüttel“, Lemwerder und, mein Favorit „Motzen“ (Dortmotto: „1000 Jahre Motzen“). Von der Weser sieht man da übrigens nichts, da die Straße hinter dem Deich verläuft und relativ trostlos ist. Irgendwann kommt man dann, nach einer dicken Prise Gegenwind, wieder nach Bremen rein, da wie die dicken BLG Lager für Daimler sind. Und dann weiter durch beautiful Wolmershausen bis zur Becksbrücke (Stephanbrücke). Warum da eigentlich keine Fixiefahrer rumhängen ist mir unbegreiflich. Nahe der Innenstadt! Überdacht! Jede Menge bunte Graffities! Was wil man mehr?
Damit die 100km voll wurden weiter in den Bürgerpark, durch den Bürgerpark zur Munte (uncooler Radfahertreff für Jedermann) und dann wieter zum Platzhirschen und noch einmal eine schwere Bergprüfung über die Autobahn. Ui, da zogen aber jetzt die Beine wie Hechtsuppe.
Dann allerdings gab es ein interessantes Phänomen, das weiterer Erläuterung bedarf: Das Zeigen von Frohsinn ist nicht Sache des Norddeutschen. Rumquietschen, albern und große Sprüche kloppen, also das tägliche Brot des Rheinländers findet er albern. Trotzdem, ab und an muss es raus, da fordert die menschliche Natur ihr Recht. Andere Leuten gehen dann zum lachen in den Keller, nicht so der Bremer. Er schnappt sich einen Bollerwagen, lädt den mit harten Alkoholika, vielen grünen Becksflaschen und minderwertigen Nahrungsmitteln voll und zieht mit seinen Freunden in die Wümmewiesen. Denn da wird er beim froh sein nicht von anderen beobachtet. Um jegwelches Risiko auszuschliessen werden diese Ausflüge unternommen, wenn es draußen besonder garstig ist, also im Januar im Eisregen oder bei Orkanen und Hagelschauern. Dann wird gelacht und der gemeine Bremer fühlt sich dann wie Kaiser Nero nachdem er Rom angezündet hat und sich das Feuerchen vom Balkon seines Palastes ansieht und an seiem Glas Prosecco nippelt.
Leider ist es heutzutage so, dass die Jugend auch nicht mehr ist, was sie einmal war. Nämlich als wir noch Teil von ihr waren. Die Jugend heute geht mit dem Bollerwagen bei 6 Grad Plus raus – darunter stand früher lebenslanges Frohsinnsverbot. Geschämt hätte man sich mit dem Bollerwagen loszuziehen und peinlich hätte es werden können angesichts der zahlreichen Passanten.
Lange Rede, kurzer Sinn, die Wümmewiesen waren verstopft mit Bollerwagen, Lachleuten und Nettmenschen um mich herum. rgendwann war ich aber dann doch zuhause und hatte den ersten 100km Ritt des Jahres in der Tasche.
Meine Familie interessierte da wenig. Ich konnte ihnen aber dennoch von Nutzen sein, indem ich meinen Kindern erklärte, wie man in den Tropen überleben kann. Das ist eigentlich ganz einfach: Man sucht sich eine Kokusnuß und dann braucht man nur noch eine Schlagbohrmaschine, bohrt zwei Löcher rein und trinkt die Kokosnussmilch. Fertig. Robinson Crusoe hat das 20 Jahre lang so gemacht.
Nächste Woche ib in ich in London und hoffe, aß ich Zeit haben werde mir den Olympic Park anzusehen, insbesondere das Velodrame. Das Rad muß leider zuhause bleiben, aber vielleicht leiht mir einer meiner Londoner Freunde ja eins zum rumfahren.
Ansonsten bis bald.
Strade Bianche 2012
OK, Spartakus aka Fabian Cancellara hat das Rennen gewonnen. Schönes Foto und die letzten 12km auf Youtube.
Eingeordnet unter 2012, Mob, Sex. Lies & Vids
Zahnkränze für Lieven
Zum Rumspielen und finden der richtigen Übersetzung. Novatec, billigste Sorte, erlaubt aber den Kauf von vielen Verschiedenen.
Für Gent-Wevelgem.
Eingeordnet unter 2012, Bits&Pieces, Mob
Kappen
Das Allerwichtigste. Im Regen.
Eigentlich sehen Radkappen, wenn nicht beim Radfahren getragen, ziemlich bescheuert aus. Also eigentlich noch schlimmer als Baseballcaps. Aber beim Radfahren sind sie eigentlich unentbehrlich. Vor allem wenn man in einen Regenschauer kommt. Wem schon einmal die Plörre von der Stirn in die Auge gelaufen ist und nichts mehr sehen konnte, der weiß einige von diesen billigen Radkappen doch zu schätzen. Natürlich müssen Sie auch stilistisch zur Kleidung, zum Rad und zum Helm passen. Für alle Fälle habe ich ein paar kleine schwarze Fummel, darunter eine Teamkappe des nicht mehr existenten Cervelo-Teams. Eine gelbe Campagnolo Kappe mit Regenbogen Weltmeistertreifen ist sicher im Straßenverkehr und passt zu allem und nichts. Eine rote Kappe für rote, und eine blaue Kappe für blaue Räder. Eine Liquigaskappe für meine Kawasaki Z900 aus den Siebzigern.
Man setze das Spiel fort mit den unten angehängten Krawatten.
Eingeordnet unter 2012, Mob, Sex. Lies & Vids
Ent-NOSsen oder nicht entnossen?
... das ist hier die Frage. Ob edler im Gemüt usw.
Ich bin relativ günstig an diesen Satz Gipiemme Sprint Naben aus den Achtzigern gekommen, niemals benutzt noch in Originalverpackung. Also das, was man gemein als NOS OVP bezeichnet. Und nachdem ich diese nun habe, stehe ich vor der Frage, ob ich die wirklich benutzen soll, um für mein blaues Olmo einen neuen und schöneren Laufradsatz aufzubauen, oder ob diese erst einmal in der Wunderkiste verschwinden und jahrzehnte später meine Kinder oder Enkel reich und berühmt machen werden.
Eingeordnet unter 2012, Bits&Pieces, Mob























































































