Zurück aus London.

Bald mehr darüber. Aber… hat sich schon jemand einmal darüber gewundert, was genau bei Rennrädern  „UCI-compliant“, also in Übereinstimmung mit den Bestimmung der UCI genau heißt? Auf Rennrad-News gab es diese sehr anschauliche, wenn auch etwas längere Präsentation der UCI über die Bestimmungen für 2012. Wenn es nicht um Räder gehen würde, hätte das etwa den Charme von Lohsteuerjahreausgleichserklärungen. In Englisch.
Mein persönliches Highlight (übersetzt) von Seite 38:

 „Socken und Überzieher die im Wettbewerb verwendet werden,  dürften nicht länger sein als die Mitte der Distanz zwischen Fußknöchel und Knie.“

Schön, daß die UCI auch um modische Fragen der Fahrer besorgt ist. 

Die ganze Präsentation als pdf file:

84922430-Equipment-and-Position-Controls-2012

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RAL Farbpalette

Für Bianchi Liebhaber und vielleicht für Larissa.

via Milano Fixed.

 

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M……f……g bike

Irgendwann einmal werde ich hier eine Sammlung der schrecklichsten Radmusikvideos der Welt hereinstellen.

Ich freue mich schon. Insbesondere Italiern und Franzosen haben tolle Räder, tolle Renne, tolle Radkulturen und sind doch in Sachen Popmusik seit gefühlten zehntausen Jahren nicht lernfähig.

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Auf nach London

Reisepass, Geld gewechselt (wie archaisch), Blumen für das Grab von Lady Di. Auf nach London.

Also, kein Bloggen und kein Radfahren, noch basteln über das Wochenende. Stattdessen Plumpudding, Chicken Massala und „Spotted Dick“.  Wie London sonst so ist kann man ja bei Geoff Nicholson bestens nachlesen.

Neben dem üblichen kulturellen Rahmenprogramm (Hugh Masekela, LME, Imperial War Museum) steht am Sonntag eine Besichtigung des Olympic Parks 2012 an, inklusive Velodrome. Außerdem ein Anstandsbesuch im Positivo Espresso Non-Euro Eurozone Headquarter in der Nähe der Waterloo Station.

 

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Heller als tausend Sonnen, nasser als gedacht

Hatte ich geschrieben, daß das Wetter gut werden sollte?

Tobi wartete schon etwas abseits vom Kiosk „Gelbe Gefahr“, als ich um 14:37 Uhr auf meinem Union Fixie anrollte. Es sollte niemand von mir erwarten, daß ich pünktlich bin, meine Mutter ist Italienerin, ich bin im Rheinland aufgewachsen, unsere genetischen und kulturellen Grundlagen werden durch Uhren vergewaltigt.

Also Tobi stand etwas abseits. Vermutlich um sich von der Kundschaft der gelben Gefahr zu distanzieren. Dabei war es gar nicht so klar, ob die Typen mit der Becksflasche in der Hand dort nur rumstanden um Bier zu trinken, oder Mitglieder des legendären Weserexpress sind und nur darauf warteten um endlich loszufahren. Platz genug hinter dem Kiosk um einen Haufen Carbonräder zu verstecken gibt es ja. Aber nein, es waren nur Alks.

Passanten und Radfahrer bleiben stehen, als Tobi seine beiden Scheinwerfer anmachte. Heller als tausend Sonnen. So etwas hatte die Welt nicht mehr gesehen, seitdem die Supermächte oberirdische Atomwaffentests eingestellt hatten. Wir wollten ja eigentlich nur für zwei, drei Stunden fahren, von daher war alleine schon die Tatsache, dass Scheinwerfer montiert waren ein dezenter Hinweis darauf, dass es auch etwas länger sein dürfte.

Und schon ging es los im Sauseschritt durch die Wiesen und Moorlandschaften des Bremer Nordostens. Aber zunächst einmal mußten wir uns über die Autobahnbrücke am Horner Freibad quälen. Zum Glück wurde es dann wieder flacher und wir quälten uns gegen den Gegenwind Richtung Oberneuland. Und als wir so richtig gut in Schwung waren nach gefühlten 162 km (entsprechend tatsächlichen 16 km) fing es an zu regnen. Uns blieb nichts anderes übrig als durch Osterholz und Sebaldsbrück, vorgemerkt auf der UNESCO Weltkulturortsliste für 2378, wieder Richtung Heimat zu fahren. Wo wir dann recht nass ankamen.

Am Abend haben wir uns dann wieder getroffen um das neongelbe Bottecchia auseinander zu nehmen. Hier einige wichtige Erkenntnisse, die uns die Arbeit am lebenden Objekt gebracht hat:

  • Suntour Blaze Plastikschrauben der Rahmenschalthebel lassen sich nicht mit Gewalt demontieren. Dieses Rad kann kein Singlespeed werden, da die Schaltung weigert sich zu entfernen.
     
  • Suntour Blaze Schaltwerke haben häßliche Plastikteile auf der Rückseite.

Allgemein läßt sich feststellen, daß die 1989er Blaze Gruppe in der Lighweight-Hierarchie nicht ganz oben stand:

catalog page reproduction scanned on an HP Scanjet

Die ganze Suntour Geschichte findet man bei Bedarf hier (in Englisch).
Aber zurück zum Bottecchia Sprinter: As ist ja ein gnaz schöner Komponentengemischtwarenladen. Shimano (Naben, Bremsen, Tretlager), Modolo (Bremsgriffe), Miche (Steuerkopflager), Cosmos Italia (Lenker), Suntour (Schaltung) und Selcof (Sattelstütze) Wolber Felgen, Maillard Pedalen konnte ich finden. Interessanterweise sind die Shimano Komponenten Produktionscode PD (April 1991), während EH ist, also 1988. Das läßt vermuten, daß sich Bottecchia eine Ladung Suntour aus unverkäuflichem Lagerbestand besorgt hat, um diese dann an  Ihrem Budget-bike Sprinter zu verbauen. 
Das Geröhr ist nämlich auch ein wenig schwer: 26,2mm Sattelrohrinnendurchmesser.
Aber ansonsten ist, bis auf die Verschleißteile gut in Schuß. Tobi und ich haben noch einmal einen Blick auf die Farbe des Rahmens geworfen, uns angesehen, festgestellt, daß die Farbe echt scheiße aussieht und entschlossen das Rad nur technisch gut und sauber aufzubauen und dann zu verkaufen.  Eine schöne Übung ist es alle Mal.

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Campa, irgendjemand?

Noch fünf Tage Zeit, um diesen Riesenhaufen Campagnolo NOS plusplusplus aus den USA zu ersteigern.

Hm. Verlockend. Abendbeschäftigungen bis ca. Winter 2014. Leider zeigt die Erfahrung, daß ich für jedes Teil, das ich nicht gezielt kaufe, mindestens vier weitere Teile kaufen muß um dieses eine sinnvoll zu verwenden. Das hier würde mich in den Ruin, meine Frau in die Prostitution und meine Kinder in die Sklaverei treiben. Teuflisches Zeug.

via Ebay US

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FVFGGT: Fotos von Fixed Gear Girl Taiwan

…  ist meiner Meinung nach derzeitig die ästhetischste Website, die etwas mit radfahren zu tun hat.

 

Räder in Tarnfarben für die Luftwaffe.

Räder in Tarnfarben für die Stadt

via Taiwan Fixed Gear Girl

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Japan Business

Letztes Jahr hatte ich Hiroshi von C Speed in Yokohama geholfen Importeur von Duell Rädern in Japan zu werden.

Das brachte mir einen sehr schönen Besuch in Rotterdam bei Heerwerden Cycles, dem Besitzer der Marke Duell ein. Die Räder selber werden von Jan Van Dalen geschweißt, einem der wenigen noch aktiven Radbauer in Holland. Sein Bruder hat den Paintshop der die ganzen Dinger lackiert.

C Speed verkauft nicht viele, aber doch ab und an Duell Bikes an Kunden in Japan. Einer der letzten Jobs war ein Rahmen mit einem sehr speziellen Paint Finish, angepaßt an die Farbe des Autos des Besitzers und Dura Ace Di2 Ausstattung. Sweet.

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben. Hiroshi und ich wollten zusammen alte Stahlrahmen in Japan verkaufen. Ich habe zu diesem ZWeck in Deutschland eingekauft und Rahmen zu ihm nach Japan geschickt. Er hat diese dann aufgebaut und verkauft – oder auch nicht. Hier die Liste unserer grandiosen Projekte und das bisherige Ergebnis:

Gimondi

Eigentlich waren es zwei Gimondi Rahmen, ein roter und ein blauer. Leider waren die auch nicht besonders toll. Na ja, ich war halt jung und hatte keine Ahnung. Hiroshi hat versucht die Rahmen über Yahoo Auction in Japan zu verkaufen, das hat aber nicht geklappt. Die Dinger hängen jetzt als Deko ins einem Geschäft. Oder im Keller.

Mondia

Sehr schöner rahmen, fast makellos. Hiroshi hat diesen aufgebaut als Single Speed mit dem Thema „Alpen und Schnee“ und schnell an einen Kunden verkauft. Zunächst waren auch noch sehr schöne, gehämmerte Schutzbleche dran, die wollte der Kunde aber unverständlicherweise nicht.

Chesini

Sehe schöner alter blauer Chesini  Criterium Rahmen aus den Neunzigern, quasi ungebraucht. Muß mal fragen was daraus geworden ist. Auf jeden Fall hat der das Interesse an Chesini geweckt und Hiroshi kauft jetzt direkt bei denen in Italien neue Stahlrahmen ein.

Fazit

Verkaufen in Japan lassen sich nur Rahmengrößen 50 – 55 cm (c-c) in perfektem Zustand. Patina ist gar nicht gerne gesehen. Marken sind wichtig. Italien passt.

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Colnago: Die Zukunft der Entschleunigung

Colnago hat nun ein erstes, hochwertiges Rennrad mit Scheibenbremsen vorgestellt.

Die Idee ist ja nun schon etwas länger im Raum. Die UCI hat die Anwendung von Scheibenbremsen bei Cross- rennen erlaubt, also kommt das auf die Verbraucher zunächst einmal in Form von Cross-Renner zu. Cinelli hat ja auch ein ähnliches Konzept vor kurzem entwickelt. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges, Ridley und andere haben ja auch bereits nachgezogen.

Und jetzt also auch für Rennräder. Shimano hat dieses Jahr eine „Ultegra Level“ mechanische Scheibenbremse für Rennräder vorgestellt. Diese kann man dann mit STI Hebeln bedienen. Ich vermute einmal daß diese dann auch in einen 130mm Hinterbau passen wird?

Ich bin persönlich ein wenig skeptisch, ob sich Scheibenbremsen an Rennrädern durchsetzen werden weil:

  • Das Gewicht ist einfach höher als Scheibenbremsen, und das entspricht nicht diesem ganzen Carbon Gewicht runter Trend der so propagandiert wird.
  • 11-Speed Kassette, da bleibt hinten einfach wenig Platz zum Einbau für eine Scheibenbremse. Vermutlich müsste dann ein allgemeiner 135mm Standard kommen.
  • Die Räder werden schwerer. Weil die Bremsleistung vorne muss ja über die Speichen und die Felge auf die Straße gebracht werden. Radiale Speichung ist dann vermutlich nicht mehr möglich. Und natürlich muß auch die Gabel verstärkt werden um die Hebelkräfte der Scheibenbremse aufzunehmen. All dies wird zusätzliches Gewicht bringen.

Ich habe Scheibenbremsen an meinem Bad Boy und da finde ich den größten Nachteil, das diese so wartungsintensiv sind. Bei einer Felgenbremse kann ich eigentlich alles selber machen, aber bei einer Scheibenbremse muß ich vor der Technik kapitulieren. Die Scheiben verbiegen sich auch leicht, die Beläge rosten fest, die Dinger schleifen, all das ist vielleicht auch nur spezifisch für mein Rad, aber es nervt. Vermutlich wird das technisch irgendwann in den Griff bekommen zu sein.

Photos via Italian Cycling Journalvvvvvvvvvvvvvvvvvvvv

 

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Faggin Toppolino

Ich war gerade in meiner orangen Phase.

Und als ich da so war und in meiner ganzen sophisticated Langeweile bei Ebay blättere, sah ich diesen wunderschönen, orangen Rahmen von FAGGIN. Wow, Faggin ein echter italienischer Traditionshersteller (heute weiß ich, dass dieses Aluteilen nie im Leben in Italien war) und dann diese schönen Rundungen (na ja, Alu halt) ich war total verliebt und als das Teil dann für weniger als 80 Euro über den Tisch ging war ich glücklich.

Dann hatte ich die noch bescheuertere Idee das Teil so leicht wie möglich aufzubauen, obwohl der Rahmen schon extrem schwer war. Und das ganze wollte ich mit ein paar Komponenten aufbauen, die ich noch von meinem Cervelo Solist übrig hatte: (also ich das  Upgrade auf die 6700 gemacht hatte) Ultegra 6600 Wäscheleinen STIs und Bremsen, alte SRAM Force Kurbel (Standrad). Ich hatte auch vergessen, dass ich kein Schaltwerk mehr hatte, das hatte ich in Japan einmal mitsamt Adaptor um die Speichen gewickelt.

Also mußte an den anderen Komponenten kräftig Gewicht gespart werden. Also erst einmal eine leichte Carbongabel gekauft. Dann einen superleichten Karbonlenker, der quasi keinen Drop hat und auch fast keinen Unterlenker  – total unbequem. Syntace Vorbau für 25.4 mm Klemmung (kriegt man quasi nie mehr verkauft). Dura Ace Schaltwerk. Dura Ace Kassette. Gelochte Schaltröllchen. Look Carbon Pedalen. Total unpraktischer Tune Wasserträger Flaschenhalter. Superleichter und superunbequemer Carbonsattel. So langsam wurde es teuer.

Aber ich brauchte ja unbedingt noch leichte Laufräder. Also habe ich mir die Toppolinos zugelegt, die etwas unter 1.100 Gramm wiegen. Im Gegensatz zu Lightweight sind die auch noch relativ billig, aber man braucht diese total unpraktischen Schlauchreifen und dann auch noch spezielle Bremsbeläge für Carbonfelgen.

Na ja, und damit das ganze noch leichter wird hatte ich mich entschlossen vorne gar keinen Umwerfer zu montieren. Braucht man in Bremen sowieso nicht, eigentlich würde hier auch eine Fünf-Gang Schaltung reichen. Oder eben ein 52:16 Fixie. Das Ergebnis war dann aber immer noch enttäuschend schwer, weit vom UCI Limit von 6,7 kg entfernt.

Dann die ersten Ausfahrten. Bei der ersten ist man ja noch begeistert. Aber auch da war mir schon klar, dass Bremsen auf Carbonflanken echt mies ist. Und irgendwie hatte ich kein Vertrauen in diese Räder auch wenn die supergut aussehen. Ich bin dann mit dem Rad und Kaipie in den Harz gefahren, was mir sehr viel Respekt eingberacht hat, da ich ja nur das große Kettenblatt hatte um die Berge hochzukommen. Aber irgendwie war das nicht mein Rad, vielleicht trauerte ich auch dem Cervelo noch zu sehr hinterher. Und bei den anderen Ausfahrten sprang dann immer die Kette runter vorne, weil halt die Führung durch den Umwerfer fehlte. Kann ich also als Lösung nicht empfehlen.

Mit dem Rad bin ich auch beim Velothon 2011 in Berlin gefahren. Allerdings hatte ich da schon DT Swiss 240 Räder gekauft, die ich für das Canyon haben wollte. Aber mit diesen Brems-miesen Carbonrädern wollte ich nicht zum Velothon.

Ich bin dort auch eine Stunde gut gefahren, war mit in der Spitzengruppe meiens Feldes, bis mir jemand in das Hinterrad gefahren bin, alles verbogen war und ich erst einmal jemand finden mußte der mir das repariert. Bis ich dann wieder los war war alles vorbei und ich bin quasi ins Ziel getorkelt. Trotzdem war es ein schöner Aufenthalt in Berlin, aber meine Beziehung zu diesem Fagginrad war irgendwie gestört.

Und da nun ohnehin die Transalp 2011 bald anstand und ich um das zu überleben wirklich ein gutes Rad brauchte, habe ich einen Canyon Ultimate CF  Rahmen bestellt. Viele von dem Zeug habe ich wieder verkauft, vieles habe ich nun an das blaue Chesini angebaut und einiges wartet noch in den Wunderkisten auf den nächsten Einsatz.

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Alles über das Fagin Topolino hier.

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