Contra Vento: Bremen Citytriathlon 2014

Sollte jemand wissen wollen, wie es heute beim Citytriathlon war, dann schaue er sich die folgenden Videos zur Einstimmung an.

Irgend eine Idee, was diesen Songs allen gemeinsam ist, AUSSER das es Songs sind die übewiegend von langweiligen, alten Männern gehört werden? Genau. Das Wetter war heute etwas windig und man konnte nicht ganz so relaxed fahren wie die hier Musik machen:

Aber alles der Reihe nach. Beim diesjährigen Bremer Citytriathlon waren wir erstmals mit drei Teams am Start, den HIWL Stars (Philipp und Anna Lühmann sowie Jan-Cedrik), den HIWL Profs (Uwe, mob und Midori, alle keine Profs) und den HIWL Studis (Brake, Till und Joshua). Da es bis zur letzten Minute Unsicherheit gab, wer nun in welchem Team startet und was macht, entsprechen die offiziellen Startlisten nicht ganz den Tatsachen die von der HIWL geschaffen wurden.

Ich war relativ früh da, da die ganz Arbeit des organisierens wieder an mir kleben geblieben war. Ich war sogar so früh da, dass ich der ersten Frau und dem ersten Mann begegnete:

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Wow, die Bibel hatte also doch recht. Nun wusste ich, dass ich noch ein wenig Zeit hatte, um mich hinzulegen, und durch das griechische und römische Reich zu schlafen, das Mittelalter und die Gründung der Hanse zu verpennen und dann wenig berührt von Renaissance, Barock und deutscher Kleinstaatelei und Vereinigung, Krieg, Krieg und kaltem Krieg pünktlich am 8. August 2014 um 13.00 Uhr wieder afzuwachen. Hatte ich irgendetwas verpasst? Nein, um mich herum Materialschlacht auf der einen Seite, Carbon Felgen und Hochprofile soweit das Auge reicht, Lenkeraufsätze, Aerohelme und Rahmen mit „Schnucki“ gelabelt.

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Daneben dann gruseligste Aluräder von Bocas und einige schöne alte Colnagos und ein ganz kleines Olmo. Ich hatte mein canyon auch ordentlich upgegradet und leicht und aerodynamisch gemacht, aber das war noch gar nichts gegen die Vorbereitung von Philipp und seinem Müsing Blitzrad.

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Wow. überklebte Löcher der Flaschenhalterbefestigung. Und jede Schraube vorne an der Bremse zugeklebt. Und dann noch dieser überaus windschnittige Aerohelm mit der Ansage. „EINS !“

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Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass die fünf Minuten Unterschied zwischen Philipp und mir fast ausschließlich auf diese aerodynamischen Spitzfindigkeiten zurückzuführen sind. das habe ich nun davon, dass ich diesen Aufwand nicht reiben wollte.

Wir standen alle in der Wechselzone rum und wurden langsam nervös. Ich fragte eine der Frauen mit gelben T-shirt wo die Toilette sei und sie antwortete „mubel..mumbel weißes Zelt da hinten, mumbel mumbel.“ Also ab zum weißen Zelt , die Eingangsplane hochgehoben un das folgende gesehen:

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Im Gegensatz zu den Dixie Klos und Piss-Satelliten auf dem Nürnburgring war diese Toilette nun wirklich septisch rein, sah aber wenig benutzerfreundlich aus. Ich entschied mich dann doch für das Dixie Klo hinter dem Zelt.

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Till und Joshua vom HIWL Studi Team

Mittlerweile waren die Schwimmer ins Wasser gegangen und der Wettkampf hatte begonnen. Die Einzelstarter waren etwas früher dran und Björn kam bereits zurück vom Radfahren und zog sich unter den kritischen Augen von Sylvie um.

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Nun wurde es langsam erst.Als erste kam Anna rein und der Wechsel des Transponders an Philipps Fuß lief alles andere als gut. Dann kam Uwe von meinem Prof- Team und ich machte mich auf den Weg auf die Radstrecke.  Ich hatte zwar meine Shimano SPD Schuhe an, damit ich gut laufen konnte, das bringt aber alles nichts wenn vor einem Oma und Opa mit ihren Trekkingrädern gemütlich auf die Strecke watscheln. Die beiden überholte ich noch in der 5 Meter Startzone. Den nächsten etwa 50 Meter weiter und dann war ich auf der Nordstrasse. Natürlich fühlt man sich hier wie der König der Landstrasse; ab konstant mit über 40 Sachen und dazu flötet man leicht gelangweilt etwa so was hier.

Dabei überholt man locker einen Haufen Leute, obwohl den ersten den ich überholt hatte setzte sich wieder vor mich. Schon bald war ich an Didi von BOC dran den ich auch locker stehen liess. Silvie, die vor mir gestartet war kam mir von der Wendemarke recht langsam entgegen. Da Silvie schnell ist, wusste ich schon, was mir jetzt auf der Rückfahrt blühen würde. Und so war es dann auch, in die andere Richtung war es selbst mit einem Puls über 170 nicht möglich schneller als 30 – 33 zu fahren. Didi holte mich nun wieder ein. Dann bogen wir in die Schleife und auf dem schnellen Stück mit dem Wind überholte ich Didi wieder. Und dann wurde es ganz eklig auf dem langen geraden Stück bei Kelloggs und am Speicher vorbei bis zum Aldi. Hier überholte mich Didi wieder. Nach der ersten Runde war ich also ziemlich im Arsch und hatte nur noch wenig Lust. Hier mal im Vergleich unsere Fahrstile nach der ersten Runde.

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Silvie – anmutisch und pefekt


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Philipp – aerodynamisch und schnell

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 mob – das aerodynamistische ist noch die Wampe

Eine Rund eum und noch eine weitere. Zum Glück kam jetzt wieder die Nordstrasse udn das Canyon Kätzchen surrte mit mir und 40 Sachen Richtung Waterfront. Leider war jetzt so gut wie keiner mehr in Sicht vor, so dass man sich nicht an jemandem festbeißen und ihn überholen konnte. Kurz vor dem Wendepunkt kommt mir wieder Silvie entgegen. Sie hat etwa eine Minute Vorsprung auf mich. Am Wendepunkt überhole ich noch jemanden und mache mich auf die Verfolgung. Muss sie wohl auch gedacht haben, denn sie haut jetzt richtig rein und ich sehe sie erst im Ziel wieder. Stattdessen wieder Gegenwind ohne Gnade. In der 2. Runde ist es fast schwierig die 30 km/h zu halten. Didi ist wieder vor mir, mittlerweile etwa 100 Meter. Zum Glück ist das renne gleich zu Ende. Auf der letzten fiesen, langen Geraden überholt mich noch jemand mit Aerohelm und einer von BOC, aber das war es dann auch. Langsam arbeite ich mich an Didi wieder ran. Die Kurven kann ich definitiv schneller nehmen und dann kommt die letzte Steigung zum Eingang in die Wechselzone. Stilstudie:

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Elegant im Wiegetritt

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Power pur.

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Hammer rausgeholt.

10609462_824203830932128_9081525950352385065_nKoalitionswechsel.

Endlich im Ziel, irgendjemand schreit vom Strassenrand, dass ich mich anstrengen soll beim laufen. SChaffe ich auch irgendwie und dann läuft Midori für mich los. Knapp unter 36 Minuten, das ging auch schon mal schneller, aber der Wind war heute wirklich tödlich.

Alle anderen sind bereits zurück und wir gehen in den Zielbereich, um etwas zu trinken und unseren Läufer anzufeuern. Unsere Läufer machen eine gute Show und Jan-Cedrik bringt die Führung ins Ziel. Zum dritten Mal hintereinander der erste Platz in der Mixed Staffel. Cool. Die Läufer der Studenten und die Läuferin der Professoren kommen etwas später rein, aber allen hat es Spaß gemacht, alle sind müde, haben sich verausgabt, wollen ein alkoholfreies Erdinger und am liebsten noch ’ne Currywurst mit Pommes.

Es gibt gar nicht viel Zeit zu reden. Es sind mal wieder ’ne Menge Leute da, die ich kenne, Andreas, Silke, Niels, Matthias, Mathias 2311, Lulle, Lalle, Lolle, Bernd, Jessica, Harald, Sönke, noch ein paar Studis von der HIWL, ads wird auch jedes Jahr mehr und erfreulicher … wenn ich da noch an meine erste Bremen Challenge 2010 denke … da war ich zwar schneller als heute kannte  aber keinen Menschen.

Die Ehrungen beginnen. Ist nervig, denn es wird in Altersklassen geehrt zunächst, also 15 bis 20 Jahre, 20, 22,5 Jahre, 22,5 bis 23,75 Jahre, 23,75 bis 23,875 Jahre – na weiß jemand noch aus dem gehobenen Matheunterricht ob die Reihe N=1 bis unendlich, Summe 1/s hoch n einen Grenzwert hat und wenn ja welchen?

Ist nervig, vor allem dann, wenn man hinter der Siegerpodestbude ein Gewitter aufziehen sieht. Dann endlich die Staffeln. Erst die Frauen und Männer.  Silvie kommt mit den Pedalos bei den Frauen auf den dritten Platz in der Staffel.

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Dann endlich die Mixed Staffel.

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Auf dem Weg.

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Mit Pokal und Urkunde

Cool, also beim Citytriathlon in Bremen hat noch nie ein anderes Team die Mixed Staffel gewonnen als die HIWL. Das wollen wir nächstes Jahr wiederholen. Na ja, heute war da allgemeine Gefühl eher, ne lass mal, aber morgen sieht das ja wieder ganz anders aus. Es freuen sich alle am Pokal und an den Preisen. Bis sie zur Tribüne zurückkommen und ich alles einsacke, denn als Repräsentant der Hochschule, die alles finanziert hat, habe ich das moralische Recht dazu. Her mit dem Pokal – Gladiatoren.

Ich hole ihn aber noch einmal raus für ein Abschlussfoto.

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Danke an alle die mitgemacht haben (vlnr om: Jan-Cedrik, Uwe, Midori, Philipp, Anna Lühmann, Joshua, Brake, Till Oliver

Im Hintergrund fängt es an zu tröpfeln jetzt bloß schnell nach Hause. Schaffe das so gerade noch. Ein schöner Tag – bis zum nächsten Jahr und Danke für den vielen Fisch. Danke an Niels für die Fotos. Ergebnisse sind noch nicht auf der Website, trage ich nach. Bitte melden, wenn noch gute Fotos da sind.

Anhang

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Warum?

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Canyon Sub Seven

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Zuerst den Artikel „Bike weight and the myth of ‘fast’ bikes“ lesen, dann in völliger Ignoranz des geschriebenen weiter an seinem Rennrad bauen, bis es leicht und aerodynamisch genug für die Teilnahme am City Triathlon Bremen am Sonntag ist. Zweiter Flaschenhalter?`Weg damit. Bequemer Sattel? Für 20 km? Weg damit und Carbon Schale drauf. Stabiler Laufradsatz H plus Son Archetype mit 25 mm Conto Schluffen? Wofür, die Topollino Räder mit Schlauchreifen mit 12 Bar müssen reichen. Keo II Carbon Pedalen? Eh Schrott. Um in der Transition Zone schnell vorwärts zu kommen ist es besser Schuhe mit SPD Cleats zu haben, also kamen die Deore XT Pedale dran. Sind etwas schwerer, aber die Schuhe bedeutend schneller und das einklicken beidseitig möglich.

Ergebnis: Könnte schneller sein. Aber eigentlich ist erst einmal eine gehörige Portion Misstrauen da, ob ich mich mit dem Rad nicht auf die Fresse legen werde und wie teuer mich das zu stehen kommt. Die Bremsleistung auf den Carbonflanken ist bereits im Trockenen unterirdisch und am Sonntag soll es nass werden.

Demnächst mehr.

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In the making: Panasonic

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Panasonic Rahmen, gerade aus Japan in Richtung Deutschland unterwegs.

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Rad am Ring 2014. Teil Zwei: Aquaplaning beim Rad beginnt erst ab 150 km/h. Sagt man.

Am Vortage begaben wir uns langsam per Auto von Bremen in die Eifel. Heute musste alles schneller werden denn wir hatten ein Rennen: Rad am Ring 2014. 

In der Tat waren wir am Freitag so langsam, dass wir auf der Autobahn, hinter Karin und Torstens Eifellandtraumwohnwagen herfahrend von einer zweiköpfigen Gruppe von Heideheizern überholt wurden. Das sollte uns am Samstag beim Rennen nicht passieren.

Ich wachte auf, es war heiß im Zelt und jemand redete. Es war Torsten. Ich konnte mich noch erinnern, dass ich ihn beim schlafengehen gehört hatte. Ich sollte ihn nun den ganzen weiteren Samstag hören aber, um das gleich zu Anfang loszuwerden, ich empfinde das als sehr angenehm. Erstens bin ich nie Ziel seines Spottes (ich werde also, nicht gemob(b)t), zweitens gehört es irgendwie zu meinem Beruf ständig zu reden und dann bin ich recht froh wenn ich einmal nur zuhören muss und drittens hält Torsten im seinem Gequatsche den ganzen Laden zusammen. Torsten ist nicht jemand mit dem ich Hegel vs. Kant diskutieren würde, aber da ich dies ohnehin nicht tu ist Torsten jemand mit dem ich jederzeit vierundzwanzig Stunden auf dem Ring radfahren würde.

Zeit aufzustehen, sich den Dreck aus den Augen zu reiben und sich frisch zu machen. Totaler Nebel auf dem Gelände, die Zeltplanen voll mit Wasser. In der Gegend um die Dixie Klos war mittlerweile die Ebola Seuche ausgebrochen. Es gibt ja mittlerweile nicht nur Dixiklos, sondern auch Dixiepiss-Satelliten in denen sich maximal vier Männer gegenüber stehen. Ist eigentlich wie Skat spielen, man läßt sich ungern in die Karten blicken.  Silvie meinte beobachtet zu haben, dass einige Männer bereits lange vor Ankunft am Satelliten blank ziehen, was ich aber nicht bestätigen mag.

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Satellite of Love @Rad am Ring

Duschen. Herrlich. Frühstücken. Super. Dann Plannungsbesprechung mit dem Team:

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Es mangelt wieder mal an allen. Meine Plannung für das Rennen war mies: Ich hatte nichts zum schreiben mitgenommen, kein PC, kein Tablet, kein Smartphone. Auch fehlten elementare Dinge wie Messer, Gabel. Becher und Teller. Und so hörte ich um mich herum immer „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ und „Wer hat aus meinem Becherchen getrunken?“ Und immer war ich es und immer fühlte ich mich schuldig. Ich leistete dann aber einen signifikanten Beitrag zu unserer Planung mit der Entwicklung eines neuen Softwaretools, bestehend aus einer Tupperwarendose von Philipp sowie wahllos gepflückten Blumen unserer Parzelle.

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Recht flott stand unsere Strategie fest: Wir wollten alle die Einführungsrunde fahren, da wir ja noch gar keine Erfahrung mit dem Kurs hatten und dann etwa eine Runde pro Stunde schaffen, so dass wir insgesamt auf 24 Runden kommen. Je nach Leistungsvermögen wollten wir uns dann kontinuierlich abwechseln, so dass bis in den Morgen hinein jeder eine oder zwei Runden fährt (damit auch geschlafen werden kann). Am nächsten Morgen, wenn wir alle tot sind, wollten wir uns dann weiter abwechseln, aber eben nach jeder Runde. Björn trug den Transponder in der ersten Runde.

Und ehe wir noch mehr planen konnten ging es dann auch schon zum Start, wir hatten gerade noch Zeit für ein paar Fotos.

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邪魔虫(rechts)

Am Start  trafen wir dann auch die anderen beiden Teams aus Bremen vom RCB in der großen Masse von Startern. Und auch sonst trafen wir jede Menge Gestalten, die mehr oder minder bekannt sind, insbesondere aus dem Rennrad News Forum.


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Gruppenbild mit dem RCB

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So eins, zwei Typen aus dem Forum

 

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Noch so ’nen Typ aus dem Forum

Und dann ging es, etwas unvermittelt los. Also eigentlich hätten wir da noch Stunden stehen und quatschen können.

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1. Runde Björn 0:58:23

Nach der ersten Runde war ich an sich ganz optimistisch, was die Rundenzeiten anging. Ich hatte etwa 56 Minuten gebraucht ohne mich jetzt großartig zu verausgaben und  auch ohne richtig schnell zu fahren, denn die Masse an Teilnehmern konzentriert auf der Straße machte das unmöglich. Das war aber leider eine komplette Fehleinschätzung, denn die erste Runde war deutlich kürzer (24,4 km) als alle anderen Runden (26 km).

Aber alles der Reihe nach. Der Kurs geht etwas zickig los und macht dann ein paar Wellen mit aber nichts wirklich ernsthaftes. Irgendwann einmal werden die Wellen größer und dann kommt so ein fieses Stück, wo man wirklich viel Schwung braucht um auf der anderen steilen Seite wieder hochzukommen. Mein Schwung endete dann just auf dieser finnischen Flagge, die auf der rechten Fahrbahnseite gemalt ist. Soweit so gut. Dann geht es relativ schnell in den Teil mit der Fuchsröhre und anderen Abfahrten, bis man etwa nach 12,5 km am Tiefpunkt ist im Bergwerk. Bis dahin fühlt man sich in der Form seines Lebens und beginnt dementsprechend optimistisch den Anstieg, der sich zunächst einmal über die nächsten drei Kilometer und 210 Höhenmeter erstreckt. Ist alles machbar, wenn man das ruhig und im Rhythmus angeht. Zur Erholung gibt es dann ein flacheres Stück am Caracciola Karussell bevor dann wieder eine fiese Steigung hoch zur hohen Acht folgt.

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Es wird dann wieder etwas wellig und nach einer großen Welle folgt eine sehr lange Gerade die erst abschüssig ist und dann langsam wieder nach oben zieht. Hier muss man unbedingt im Windschatten anderer fahren. Am Ende dieser langen Gearden wartet noch einmal ein fieser Aufstieg, danach fährt man in den Grand Prix Bereich ein und kann noch mal richtig Gas geben weil man weiß, dass man nun bald zuhause ist. Soweit zur Strecke (details).

Ich fuhr die erste Runde hauptsächlich mit Silvie und Silke zusammen, an der hohen Acht wurde ich dann ein wenig schneller und war vielleicht ’ne Minute schneller zurück an unserer Parzelle. Björn war vom Start weg etwas hinten, machte das aber richtig, da er ja jetzt erst einmal zwei Runden fahren musste. Das war alles trotzdem scheiß anstrengend und ich fragte mich, ob das wirklich so eine gute Idee war die Einführungsrunde mitzunehmen.

Als wir ankamen fahren wir jedenfalls ziemlich geschlaucht.

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2. Runde Björn 1:04:13

Ich fand es jedenfalls gut, dass Björn erst einmal weiterfahren musste und ich mich ausruhen konnte und ich glaube Silvie und Jessica ging es genauso. Man steht dann so an der Strecke rum und guckt den Radfahrern nach. Auf die Dauer wird das auch langweilig und man geht mal wieder Skat spielen mit den Dixiebrüdern. Oder isst was. Auch egal, es ist halt so ein typisches Leben auf dem Campingplatz.

3. Runde Silvie 058:32

Björn kommt zurück und flucht etwas wie „ich bin nicht gemacht für die Berge“, dabei sind wir hier gerade einmal in der Eifel. Trotzdem ist er zur heißesten Tageszeit zwei Runden gefahren – Respekt. Silvie fährt, wie erwartet eine schnelle Runde und wechselt zu Jessica.

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4. Runde Jessica 1:01:27

Bevor Jessica fährt gibt es eine tränenreiche Verabschiedung von Harald. Wie ich überhaupt Harald im wesentlichen, also wenn er nicht gefahren ist, als jemand in Erinnerung behalten habe, der mit abgelassenen Trägern seiner Radhose und nacktem Oberkörper sich an Jessica anlehnt. Alle anderen von uns, die schon länger in diversen Beziehungen sind, blicken neidisch auf das junge Glück. Jessica ist auch flott unterwegs, aber es wird uns auch langsam klar, dass eine Stunde pro Runde auf Dauer sehr ambitioniert ist.

5. Runde Mob 0:56:30
6. Runde Mob 0:59:21

Endlich darf ich wieder ran. Ich powere wie ein blöder, denn ich möchte schneller als in der Einführungsrunde sein (weiß aber noch nicht, dass diese erheblich kürzer war). Die Fuchsröhre runter bekomme ich meinen Tacho aber nur auf etwa 83 km/h, was ich als enttäuschend empfinde. Das klettern läuft gut, ich überhole eine Menge Leute und auch viele, die die Strecke an der Seite zu Fuß hochgehen. Mittlerweile habe ich auch raus, wie ich schnell durch die Karussells komme (innen) und wie ich in einer Gruppe bleibe um auf der langen Geraden Kraft zu sparen. Die zweite Runde gehje ich dann etwas gelassener an, denn dummerweise habe ich nun auch Hunger bekommen. Ich bin dann etwas enttäuscht, was die Zeiten angeht, aber da Andreas und Karin jetzt anfangen zu grillen hält sich das alles sehr in Grenzen. Natürlich muss ich wieder von fremden Tellerchen und Becherchen essen und trinken.

7. Runde Björn 1:04:26

Björn fährt und wir grillen. Es bleibt aber genug für ihn übrig.

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8. Runde Silvie 0:57:00

Silvie dreht wieder eine schnelle Runde, wie macht sie das nur? Entweder kommt das vom grillen, oder sie möchte schnell wieder beim grillen sein. Kann ich auch gut verstehen, es gab wirklich gut Fleisch und lecker Salate, also so wie man sich gemeinhin eine Grillpartie vorstellt. Nur das Fernsehprogramm war ein wenig langweilig und bestand aus Radfahrern die mehr oder minder schnel am Grill vorbeizogen.

9. Runde Jessica 1:01:41

Die letzte Runde vor der Dunkelheit. so dass die

10. Runde Harald 1:04:06

übernimmt.

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In unserem anderem Team setzt Philipp neue Geschwindigkeitsmaßstäbe in der Fuchsröhre.

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11. Runde Mob 1:06:37
12. Runde Mob 1:08:39

Wieder zwei Runden für mich. Dank meiner guten Vorbereitung ist mein Rücklicht kaputt (Leyzne Femo – sieht gut aus funktioniert aber nicht gut). Zum Glück leiht mir Jessica eins. Ich habe nur eine Lampe zur Beleuchtung nach vorne und das ist etwas wenig. Die schnellen Abfahrten, insbesondere bei den Stellen ohne Lichtmast sind verrückt. Ich orientiere mich an den Rücklichter meiner Vorderleute und hoffe nur, dass diese nicht über die Böschung gegangen sind , denn dann würde ich ohne zu zögern hinterher fahren. Am Aufstieg vom Bergwerk schleift meine Bremse hinten udn ich bin ganz lahm, denke ich. Aber als ich kurz absteige um das zu prüfen stelle ich fest, dass die Bremse OK, aber meine Leistung im Arsch ist. Ein anderer Fahrer kommt vorbei und tröstet mich, dass ich absteigen musste. Ich erzähle etwas von technischen Problemen, was mir aber naturgemäß nicht geglaubt wird. Würde ich ja auch nicht glauben, diese verzweifelten Versuche zu rationalisieren. Ein anderer Fahrer sagt mir, dass ich mein Rücklicht verloren habe – Mist. Bin froh als ich wieder nach zwei Runden auf der Parzelle bin, duschen gehen kann und dann ein paar Stunden schlafen kann. Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass ich gerade einmal vier von meinen sechs Runden abgedreht habe und das Rennen erst zur Hälfte zu ende ist. Den anderen geht es nicht besser. Nicht nur die Fahrer sind müde, auch das Support Team hat es mittlerweile dahingerafft.

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Nun zerbröselt das andere Team. Silke ist „not amused“ weil Torsten sich mittlerweile schlafen gelegt hat und Michael (Köln) ebenfalls nach Genuß von Alkoholika verschwunden ist. Silke übernimmt von Philipp, hat aber keine Ahnung wie es danach weiter geht. Stimmung ist auf dem Tiefpunkt. Karins Nichte und ihr Freund machen Stimung am Streckenrand. Dort zu sitzen ist wie vor einem Fernseher mit einem schlechten Programm bei dem es nicht erlaubt ist den Kanal zu wechseln. Ich verschwinde in meinem Zelt und schliesse die Augen.

13. Runde Björn 1:09:29
14. Runde Björn 1:12:25

Björn bringt unser Team erst einmal weiter durch die Nacht. Soll sehr anstrengend gewesen sein meint er nachher. Ich bin froh, dass wir nicht zerbröselt sind, aber davon bekomme ich ohnehin nichts mit.

15. Runde Harald 1:06:32

Mit Harald kommt das Morgengrauen.

16. Runde Silvie 1:05:46
17. Runde Silvie 1:10:05

Nach Anbruch des Tages führt Silvie wieder. An den Zeiten kann man schon gut sehen wie viele Körner das Rennen bislang gekostet hat. Ich liege im Zelt und höre Silvie von der ersten Runde zurückkommen, sie ist müde und wil eigentlich nicht mehr. Zum Glück muss Torsten gerade rausfahren und bequatscht sie gemeinsam zu fahren. Eine Stunde mehr Schlaf.

18. Runde Mob 1:02:44

Mein erste Runde am Morgen. Es ist schön wieder in der Helligkeit zu fahren, aber die Spannung ist ein wenig raus. Ich bin auch nicht mehr ganz so ernsthaft dabei und fange an ein paar Foptos vom Aufstieg aus dem Bergwerk zu machen.

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Im Hellen fahre ich doch deutlich schneller als im Dunkeln. Ich fühle mich lasch, einerseits, auf der anderen Seite habe ich aber auch ein wenig Kraftreserven wenn ich gut im Rhythmus die Antstiege hoch fahre, und kann dann durch Erhöhung der Trittfrequenz ganz am Ende noch ein paar Leute stehen lassen, wenn die sich völlig ausgepumpt haben. Oder vielleicht bilde ich mir dies eine Woche später auch alles nur ein. Mittlerweile ist alles so wie im Wahn, die  Erinnerung ist etwas nebelig.

19. Runde Björn 1:03:39

Kann mich an nichts mehr erinnern.

20. Runde Jessica 1:05:01

Ditto. Jetzt wäre an sich Silvie wieder dran, aber die ist total geschafft von ihren ersten beiden morgentlichen Runden, so dass ich wieder übernehme.

21. Runde Mob 1:00:52

Da ich denke, dass dies meine letzte Runde ist gebe ich noch mal alles. Na ja, fast alles. Auf dem Anstieg vom Bergwerk sehe ich neben mir einen interessanten Rahmen und spreche die Frau darauf an. Just zu diesem Zeitpunkt kommt Philipp von hinten, schaut und hört sich dies an, zieht an mir vorbei und erzählt dann von meinem Flirt auf der Parzelle bevor ich wieder da bin. Deshlab in aller Deutlichkeit: Das war ein sehr schöner, gut erhaltener Krautschneider Cross Rahmen aus den Siebzigern – mehr war zwischen uns nicht! Sehe auch einen Fahrer mit Jakst Hose aus Bremen, aber der will nicht reden.

22. Runde Alle (außer mir) und Harald mit Transponder  1:07:07

Ich habe keine Lust mehr eine Abschlussrunde zu drehen, die anderen schon. Dann lieber noch einmal duschen. Bei Ansicht der Ergebnisse stelle ich fest, dass wir auch noch eine 23. Runde hätten draufpacken können, aber dazu hat auch keiner mehr Lust. Die Luft ist nun ganz raus und alle sind froh, dass es vorbei ist. Mann, war das hart, das machen wir so schnell aber nicht wieder, bitte. Einige holen für uns alle die Medaillen am Ziel ab.

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Und vor uns steht noch der Abbau der gesamten Infrastruktur auf unserer Parzelle und die lange Fahrt nach Hause. Silvie leistet großartiges beim einräumen in den Wohnwagen.

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Leider ist hier nur noch die Hand von Silvie zu erkennen und nicht mehr die schlangenartige Position in der sie sich vorher befand.

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Torsten, nicht ganz so schlangenartig.

Endlich fertig, jetzt nur noch ein paar Gruppenfotos, die netterweise einer von den Kielern neben uns macht. Die Flagge wird auch eingeholt.

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Im Wagen zurück bin ich mit Björn, der die ganze Zeit fährt, Silke und Jessica. Ich habe Mühe wach zu bleiben und schlafe immer wieder ein. Am Ende gibt es noch eine Zwischenmahlzeit beim Burger King kurz vor Bremen. Lustigerweise gibt es im Auto schon die ersten Anzeichen einer sich ändernden Einstellung dem ganzen Mühsal gegenüber. „Ah,. war doch geil!“ „Ja, und die Fuchsröhre…wow.. verrückt… aber schon geil..“ Also nächstes Jahr wieder, oder?

Ergebnisse:

Fixed Beards Bremen

Fixed Beards Delmenhorst aka Nordwest Gefälle

RCB Eins

RCB Zwei

Bin trotzdem froh wieder in Bremen zus ein und am nächsten Tag wieder ganz normal im Büro arbeiten zu dürfen.

Danke an alle Beteiligten, insbesondere an Karin und Andreas für den extrem guten Support.

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Bad Essen. Und zurück.

Am letzten Wochenende fand der Klettergarten-Workshop in Bad Essen unserer Erstsemester statt. Mittlerweile zum fünften Mal. Das Wetter erlaubte Hin- und Rückfahrt mit dem Rad.

Freitag 13:00 Uhr, Gepäck den Studis in die Hand gedrückt und ab auf dem Rad Richtung Bad Essen. Dummerweise ist das ein ziemlich starker Gegenwind. Die Hitze und die Langeweile auf der B51 machen mir etwas zu schaffen, aber vor Vier bin ich in Diepholz. Kurze Pause im Cafe in der Innenstadt und dann weiter. Von dem Besitzer des Cafes werde ich in eine völlig andere Richtung navigiert. Sicher, ich hätte auch über Steinfeld fahren können – wenn ich noch einen Tag mehr Zeit gehabt hätte. So geht es weiter am Dümmer See auf der B51 fast bis nach Bohmte und dann über eine Nebenstrecke nach Bad Essen.

Im Supermarkt am Ortseingang treffe ich die ersten Studis, die reflexartig die Hände  von der Rumflasche nehmen, als sie mich sehen. Jetzt noch den Essener Berg hoch, der jedes Mal etwas einfacher und kürzer wird. Um kurz vor 18:00 Uhr bin ich da, etwa fünf Stunden, davon 4:15 hr Fahrzeit für 119 km.

Die Nacht verbringe ich im Bett. Draußen läuft bis drei Uhr morgens Helene Fischer „Atemlos durch die Nacht“, teilweise mit gesanglicher Unterstützung. Ich komme mir vor wie bei Rad am Ring.

Am Samstag ist klettern angesagt. Man macht eigentlich nicht viel: ein wenig quatschen, ein wenig rumstehen und ab und an einmal einen Baum hochklettern und sich in die Tiefe stürzen. Ist trotzdem irrsinnig anstrengend. In der Nacht dann wieder Helene Fischer, diesmal bis vier Uhr morgens.

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Sonntag Morgen. Aus Rache spiele ich morgens GANZ Laut King Rocko Schamoni and the Explosions „Action“. Ha, denen habe ich es aber gegeben. Mittagessen. Endlich auf das Rad und wieder zurück Richtung Bremen. Mit Rückenwind geht das wirklich gut. Keine Pause, immer durch, immer auf Spannung, immer an den Hügelchen in den Wiegetritt. Nach 3:07:26 hr habe ich die ersten hundert Kilometer hinter mir mit einem 32er Schnitt. So schnell war ich lange nicht mehr auf einer solchen Streckenlänge. Ist also alles im grünen Bereich für den City Triathlon am nächsten Sonntag.

In Brinkum esse ich Eis mit Kollegen, dann geht es mit Gepäck deutlich langsamer die letzten Kilometer nach Bremen. Hunderte von Radfahrern auf der Strecke überholt. Den letzten, kurz vor dem zuhause schaffe ich auch so gerade noch mit Gepäck.

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Ein Wochenende. Dreihundert Kilometer Rad. Diverse Sprünge in die Tiefe.

 

 

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Rad am Ring 2014. Teil Eins: Like! Like! Like! lol

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Rad am Ring ist neben den Cyclassics in Hamburg und dem Velothon in Berlin eines der größeren Rennradsportereignisse in Deutschland. Zeit daran teilzunehmen. 

Wie sieht die typische Erwartungskurve eines Radrennens aus an dem man plant teilzunehmen? Nun, zuerst, also Monate vorher freut man sich sehr und erzählt es allen weiter. Wochen vorher, wenn es an die Details geht, stellt man fest, dass ausgerechnet an diesem Wochenende der Geburtstag der Ehefrau liegt und man nur hoffen und beten kann, dass man nicht auf Fotos auf facebook markiert wird, bzw. später einen riesigen Aufwand hat all‘ diese Markierungen wieder zu löschen. Zu diesem Zeitpunkt hat man auch schon die Startgebühr bezahlt, je höher diese ist, umso schlechter ist die Wettervorhersage für den Renntag. Und irgendwie ist es ja auch ziemlich bescheuert, 24 Stunden lang mit drei anderen auf einer 25 km im Kreis zu fahren und dabei jedesmal 580 Höhenmeter zurückzulegen. Weil man ja leider nicht genug trainiert hat. Bei mir kommt dann ein paar Tage vorher der Punkt, wo ich mir wünsche entweder beide Beine zu brechen, oder spontan von islamischen Milizen nach Aleppo verschleppt zu werden.

Dann fährt man das Renn, es macht auch Spaß und ganz am Ende ist man doch auch froh, dass es vorbei ist. Das ist nun mal wirklich anstrengend und auf keinen Fall macht man so einen Scheiß im nächsten Jahr noch einmal mit.  Heute, vier Tage nach dem Rennen war das natürlich ein Superereignis und klar, nächstes Jahr wieder, immer, gerne. Wie schaffen wir es eigentlich dies alles tatsächlich und ernsthaft zu glauben? Doch alles der Reihe nach.

Die Vorbereitung

Wir hatten mit Sylvie, Björn, Andreas und mir recht schnell ein Team (Fixed Beards Bremen) zusammen; dazu kam ein weiteres mit Silke, Torsten, Philipp und Michael aus Köln (Fixed Beards Delmenhorst , glaube ich). Dann machten wir erst einmal eine Vorbesprechung an der Schlachte, um alles gut zu planen, mit dabei auch Karin und Harald. Andreas hatte so etwas ähnliches wie einen Beinbruch, fiel sportlich aus, war aber netterweise trotzdem bereit mit uns zu fahren und wurde durch Jessica körperlich ersetzt. Das Treffen wurde vorbildlich mit Agenda und Actionliste von Karin organisiert und es wurden viele Fragen besprochen. Neben den besonders wichtigen (wer fährt mit dem Auto runter, wer nimmt wen mit, usw.) auch die ganz besonders wichtigen Fragen (Kräutersteak oder Pute für den Grill, Anzahl der Rostbratwürstchen im Verhältnis zu den Nürnberger Würstchen, Farbe der Isomatte in der Teamabstimmung etc.), also Dinge die ernsthafte Erwachsene eigentlich den ganzen Tag lang beschäftigen sollten. Die weitere Abstimmung fand über facebook chat statt. Hier wurden im präzisen Dialog der Teilnehmer weitere Entscheidungen getroffen und schriftlich fixiert. Anbei ein paar besonders wichtige im Faksimile, die uns letztendlich dabei geholfen haben fast zu gewinnen:

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Ich glaube, insbesondere die unten dokumentierte Entscheidung über die richtige Komposition des Nudelsalats, insbesondere unter Ernährungspsyschologischen Gründen war eine sehr gute. Für mich war die Konsequenz, dass ich möglichst wenig in facebook geschaut habe, sämtliche akkustischen Signale an meinem PC auf stumm stellte und mir wenige Tage später ein Zelt kaufte. Ja, ich weiß, ich gehöre noch zu einer Generation, die die erste Versuche im Schreiben mit Gänsekiel und Tintenfäßchen auf Büttenpapier von Gohrmühle begonne hat. Eine Generation die noch weiß, dass die Anzahl der weißen Lilien im Blumenstrauss von Fleurop an die Dame des Herzens übermittelt, die Stunde des nächsten heimlichen Treffens  anzeigt, die roten Rosen jedoch der Code für den Ort sind. Die gelben dann stellen die Frage nach der Treue. Douglas Adams, wieder so ein Typ der zu meiner Jugend sehr cool war und den nun Englischlehrer, die in meiner Jugend so jung waren wie ich, Ihren verzweifelt gelangweilten Schülern zum lesen aufzwingen, sagte einmal:

I’ve come up with a set of rules that describe our reactions to technologies:
1. Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works.
2. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it.
3. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.”

Fazit: Ein komplexes Ereignis wie Rad am Ring mit ca. zehn Personen auf facebook abzustimmen ist hoffnungslos. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es auch sonst hoffnungslos ist. Am Ende gaben wir alle auf, liessen Karin machen und das war auch gut so.

Björn und Jessica holten mich am Freitag nicht ganz um eins ab und wir fuhren dann zu Silke. Björn relativ großer Benz war mit unserem Zeuch schon komplett voll, aber zum Glück würde Silke ja nicht so viel Gepäck haben und den Rest sollten wir doch locker bei Torsten in den Wohnwagen bekommen. Im Wagen von Björn lagen merkwürdige Dinge: Gleich zwei Kühlboxen, dicke und schwere orange Kanteisen deren Verwendungszweck sich mir entzog, Kistenweise Vilsa Mineralwasser und Cola (jeder von uns hätte sich locker eine Kiste an das Rad schrauben können) und viele andere Dinge von denen ich nicht unbedingt der Meinung bin, dass man sie auf eine Reise mitnahmen muss. Silke überraschte uns dann mit einer Monstertasche, und zwar der von der Transalp. Udn als wir dann bei Torsten ankamen, überraschten uns alle damit, dass auch der Wohnwagen mehr oder minder komplett beladen war. Wir hatten unheimliche Menge von „Zeug“ dabei. Wäre meine Frau dabei gewesen, hätte sie noch einen 10 kg Sack japanischen Reis zugepackt, aber vielmehr hätte ihr auch nicht mehr einfallen können. Es war, als wenn wir damit rechneten, dass nun am Samstag Deutschland atomar ausgelöscht wird und wir nun auf uns alleine gestellt für ein Wochenende überleben müssen, bevor wir von Suchmannschaften des ADACs gerettet werden (sofern wir dort noch Mitglieder sind).

Dann ging es los: Karin mit Torsten und Philipp im Delmenhorst-Hummer und Wohnwagen; Silke, Jessica, Björn und ich im dicken Benz, Andreas, Sylvie und Harald im schicken Benz. Und kaum waren wir richtig im Schwung auf der Autobahn gab es bereits die erste Pause bei McD. Denn OBWOHL wir so saugut geplant hatten und OBWOHL wir mehr Nahrungsmittel an Bord hatten als im Jahr in Burundi geerntet werden, hatten wir alle vor lauter Aufregung nichts gegessen, nicht ans Essen gedacht und sind blauäugig einfach ins blaue gefahren. Ich finde McD auch doof. In Deutschland gibt es wesentlich bessere Restaurants in denen man gut essen kann, z.B. Wolfgangs Bierstube auf dem Weg nach Adolfsdorf (das ist kurz vor Schlußdorf).

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Na ja, vielleicht ist das rote M doch ganz OK.

Und ehe wir uns versahen waren wir in der Eifel. Die Eifel erkennt man daran, dass man zunächst, aus bremischer Sicht, den Rhein überqueren muss, was bei mir als geborenen Rheinländer immer heftige heimatliche Emotionen auslöst, um sich dann nach einer Weile in den Bergen wieder zu finden. Als Bremer ist man geneigt zu denken, dass Berge etwas sind was wir in den Alpen finden, wie etwa den Tourmalet oder den Ventoux und was verdammt weit weg ist. Es gibt eine Ausnahme, und das ist der Harz aber das ist eine in ihrer Art unnatürliche, sehr kleine und sehr merkwürdige Ansammlung von größeren Erhebungen in gerade noch bahnläufiger Entfernung. Aber sonst beginnt, nach bremischer Ansicht, hinter dem Harz wieder das flache Land und ziegt sich runter bis nach Sonthofen, wo dann in etwa die Alpen beginnen (das muss so sein, weil dort die Transalp startet).

Jedenfalls sind die Hügelchen in der Eifel schon sehr erhaben und auch sehr furchteinflössend. Mir war nicht ganz neu, dass Formel Eins Strecken nicht unbedingt alle im flachen Land gebaut sind. Ich bin zweimal Rennen auf dem Fuji Speedway Formula One Track in Japan gefahren. Einmal ein professionelles Rennen, von dem es ein prima Video gibt, dass man sich unbedingt einmal ansehen sollte, wenn man nicht weiß wie Pro Rennen in Japan wirklich sind. Man beachte die Highspeed Position eines Fahrers bei etwa 4:38 min, nur wer von unten an den Korb fasst schafft die Schallmauer.

Da andere Mal bin ich bin dort mit Alain ein Jedermann Rennen gefahren bei dem wir sogar den dritten Platz gemacht haben. Alain ist so ziemlich der technisch beste Radfahrer den ich je kennengelernt habe; nach eigenen Angaben war er einmal Meister der französischen Studenten. Er hat mir aber immer verschwiegen, ob das auch in Frankreich war oder in der Mongolei.

An das Rennen kann ich mich gut erinnern, es war einer dieser scheiß-heißen Tage in Juli im Japan und ich dachte dass wir uns als Zweimanteam bei einem 3 1/2 Stunden Rennen fahren würden, immer schön abwechselnd, Alain ein bisschen mehr da sowieso besser als ich. Ich hatte einen bequemen Sessel mit und eine kleine Wasserflasche mit und freute mich auf ein paar vergnügliche Stunden. Dann fanden wir heraus,. dass wir immer alle beiden fahren müssen und dass unsere Runden und Zeiten addiert werden. Vorbei schöne Zeit. Irgendwie habe ich das überlebt und jetzt, etwa 6 Jahre Später, würde ich das natürlich immer wieder genauso machen. Man kann aber schön sehen, wie meine Leistung über die Zeitdauer des Rennens in den Keller geht.

Je näher man dem Nürburgring kam, umso seltsamer wurde auch die Auswahl von Geschäften am Wegesrand. Gab es in einem Dorf noch ’nen Lidl, ’nen Aldi und ’nen Netto, waren im nächsten an sich nur noch Ferrari, Aston Martin und Moto Guzzi Händler. Und dann waren wir auch schon am Ring, der eben erstaunlicherweise mitten im Wald und irgendwie in den Bergen lag. Torsten führte und zu unserer Parzelle. Die war anders, als die Parzellen von Campingplätzen außerhalb des Rings.

Außerhalb gab es schöne Campingplätze mit großen Wiesen und Blick auf den See oder Fluss, hier war alles winzig und klein und zugebaut von anderen Radteams. Also mussten wir richtig gut überlegen, wo wir unseren Wohnwagen, unser Sumo-zelt für Frauen, die beiden Einzelzelte, die beiden Pavillons bauten und dann auch noch drei Autos dazu parkten. Aber irgendwann hatten wir es dann geschafft und sassen mit einem Bier in der Hand, einem Lächeln im Gesicht und einer riesigen Schüssel Nudelsalat vor uns am Tisch und chillten gemeinsam. Nun wurde auch klar, wofür diese orangen schweren Eisenteile waren, das war ein Teil des riesigen Fahnenmastes den mir mit hatten und an dem zunächst die Bremer Speckflagge und später auch der flandrische Löwe im Wind flatterten.

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Wir hatten die größte Fahne überhaupt. In diesem Moment, als es langsam dunkel wurde, und die Kieler Nachbarn neidisch auf unsere Fahne schauten, da umwehte als alle ein Hauch von Stolz und Ehrfurcht vor den Aufgaben die am nächsten Tag auf uns zukommen würden. Würden wir als Bremer (Delmenhorster) Team zusammenhalten oder einbrechen? Würden wir gute Rundenzeiten hinlegen? Würden wir es schaffen uns auf Dixieklos mit einer Hand die Nase zuzuhalten und mit der anderen den Hintern abzuwischen ohne dass der Haustürschlüssel in die Scheisse fällt? Das waren so ungefähr die Gedanken die jeden von uns bewegten bevor wir uns in die Schlafsäcke rollten und die Augen schlossen.

Demnächst mehr.

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Morgendämmerung am Bergwerk

1407 RaR 01und nachts in der Fuchsröhre

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von | 27. Juli 2014 · 20:56

Vische und Adler.

Visbek im Jahr 2014 - immer noch im Fieber

Visbek im Jahr 2014 – immer noch im Fieber

Draußen war es schon hell und das trotz Sommerzeit. Ich war noch ganz benommen im Kopf und lag im Bett, die Beine taten mir weh von der Adlerrunde am Vortag und heute war doch irgendetwas .. richtig RTF in Visbek.

Auf der Autobahn nach Wildeshausen dann um halb acht hoffte ich den Kanzlei-Golf der roten Sora zu überholen, Gerüchten zu folge mit Außenspiegeln in Form riesiger Paragraphen und einem flatternden Talar anstelle eines Heckspoilers. Hinten noch ein Aufkleber: „Überhol‘ mich und wir sehen uns vorm OLG!“. Aber die rote Sora kam gar nicht nach Visbek wie sich später herausstellte. Dafür aber viele andere Bremer: Axel (siehe oben),  Jörg und Olli mit dem Rad aus Stuhr, Andreas, Torsten, Silvie, viele Pedalos die ich bis dahin noch nicht kannte und die gelbe Einhundertfünf, die grüne Ultegra und die blaue Duraace.

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Am Start hatten wir relativ schnell eine prima Truppe zusammen und Torsten und ich machten zusammen an der Spitze das Tempo UND konnten dabei quatschen. D.h. Torsten redet, ich höre zu und ab und an streue ich dann ein „ach?“ oder „so isses“ ein, also genau die richtige Menge und Qualität an Wörtern die Aufmerksamkeit signalisiert, Konflikte vermeidet und deren Länge mir gerade noch erlaubt das Atmen kurz zu stoppen, da ich mit Torsten Schritt halten muss. Jetzt weiß ich jedenfalls alles über Campagnolo Schaltwerkkäfige aus Carbon und Alu.

Torsten weiß auch alles darüber, sein Rad aber dummerweise nicht und so gab es das eine oder andere technische Problem.

Und so ging es im 30+ Schnitt durch die Geest, von Visbek Richtung Osten, bis wir nach etwa 23 km in Winkelsett (?) zur ersten Verpflegungsstation kamen. Damit hatte ich nun nicht gerechnet – am Tag vorher im Harz musste man noch zwei Berge überqueren und mehr als 50 km zurücklegen, um an die ersten Bananen zu kommen, hier wartete Bert bereits an der ersten Kontrollstelle und schmierte Butterbrote. Weiter, in etwa mit der gleichen Truppe, etwas kleiner vielleicht noch 15 Teilnehmer.

 

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Torsten durfte etwa ab hier alleine vorne Tempo machen.

Nach weiteren 30(?) km die nächste Kontrollstelle. Natürlich war ich wieder mit Torsten am quatschen und die anderen Mitglieder unserer Truppe stahlen sich heimlich davon. Wir hatten das gerade noch so im Augenwinkel gesehen und mussten dann mithilfe eines Zweier belgischen Kreisels und über 40 km/h Geschwindigkeit langsam Anschluss an die Gruppe finden. Das ist ein interessantes Phänomen: Wir hauten beide rein wie die Hechte und gaben alles, kamen aber irgendwie gefühlt nicht näher. Es dauerte sehr lang, bis wir wieder an der Gruppe hingen.  Aber, als wir dann dran hingen dachten wir: „Boh, fahren die lahmarschig hier vorne!“ Und wieso hat es so lange gedauert, bis wir die eingeholt hatten? Ich bin mir eigentlich sicher, dass dieses Phänomen irgendetwas mit der (speziellen, nicht allgemeinen) Relativitätstheorie zu tun hat. Ebenso wahrscheinlich ist aber auch, dass die da vorne einfach wahnsinnig schnell gefahren sind, bis wir fast dran waren und dann Kommando gaben einen Zahn rauszunehmen.

Also, wir die Gruppe gerad eingeholt, als sich ein paar Fahrer, unter anderem Heino von den Pedalos daraus absetzen. das konnte Torsten nicht auf sich sitzen lassen und ging hinterher. Dies wiederum gefiel Andreas nicht, der sich auch auf den Weg machte. Mir war’s egal, ich schaute mir das folgende dann alles gemütlich aus dem Feld heraus an.

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Schon bald hatte Torsten Heino eingeholt und machte ihm klar, wie sinnlos jedwelches Unterfangen ist vor ihm davonzufahren. Andreas hatte sich in der Zwischenzeit entschlossen wieder im Feld zu fahren. Und schwupss war die nächste Kontrolle da, diesmal mit Streckenteilung 115km und 150km. Alle wollten 115km fahren, da wollte ich nicht der Spaßverderber sein, also bin ich mit.

Allerdings habe ich mich diesmal vor allen anderen heimlich weggestohlen als gerade eine Gruppe losfuhr mit etwa sechs Fahrern. Diese war zwar schnell, aber deutlich unlustiger als unsere Bremer Truppe. Ich mag es ja gar nicht, wenn mir jemand von hinten zuruft: „Zweier Reihe halten“ oder „Enger zusammen“ oder gar „Schneller“. Wenn ich das gut finden würde, dann wäre ich im Verein. Bin ich aber nicht, und da ich das nicht gut finden darf ich darüber bloggen. Und da wir ja auch nur zu sechst waren musste ich auch relativ viel vorne arbeiten für die Unsympathen. Nach ca. 100 km Gesamtstrecke hatte ich genug davon, sah aber dann Heino direkt vor mir. Er hatte sich noch heimlicher als ich vom Kontrollpunkt entfernt und wir hatten ihn nun eingeholt; Torsten mit der Gruppe drohte nun auch das gleich zu tun.

Ich stieg aus meiner Gruppe aus und ernannte mich selbstlos zum Helfer aller bedrohten Heinos dieser Welt. Diesen hier, so lautete meine harte Aufgabe, galt es jetzt zu motivieren und in meinem Windschatten schnell über die letzten 15 km ins Ziel zu führen bevor Torsten ihn überholen konnte. Das klappte auch recht gut und wir kamen gerade nach 115 km wieder in Visbek an, als Torsten von hinten reinrauschte und Heino die Gelegenheit hatte zu sagen“Torsten, wo kommt Du denn her, Mensch!“. Was für ein Moment und was für eine Belohung für die Helferdienste.

Nach dem duschen sassen wir da noch ein wenig rum. In Visbek gibt es guten Kuchen für ein Euro.. Eigentlich sollte man die RTFs etc. abfahren, Kuchen kaufen ohne Ende und in einer Bude in der Bremer Innenstadt für viel Geld verkaufen – da könnte man echt reich werden. Ich glaube, Silvie macht das schon – gemessen an dem abgeräumten Kuchen.

Ich sah auch zum ersten Mal den langen Spruch der hinten auf einem Pedalo Shirt steht.

Hein fragt mich „Kommst Du aus Delmenhorst?“ Nun, ist der Papst evangelisch? Nein. Eine Stadtführung durch Delmenhorst letztens hat mir erst einmal die Augen geöffnet. Obwohl, ganz so schlimm wie in Emden ist es ja nicht.

Eine schöne RTF, Danke an alle die da waren und dazu beigetragen haben.

Strava Link.

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Adler und Vische.

Am Freitag raus nach Goslar mit Kai, am Samstag 150 km (Kai 225 km) Adlerrunde des RSV Adler-Goslar. Am Sonntag morgen raus nach Visbek, 115 km RTF.

Kai und ich sassen am Bahnhof in Goslar an der Döner Bude, tranken zwei Bier und quatschten über Gott und die Welt. Um uns herum kamen Menschen mit Rädern aus Zügen, tätowierte Mädels aus dem McDonalds und Typen mit Baseballmützen und antrainierten Muskeln aus der Dönerbude. Nebenan im Celtic Pub spielte dazu eine irische Band deren Mitglieder so aussahen wie aus dem Stamm von Mad Max II. Kein Mensch weiß, was die Beziehung zwischen Goslar und Irland ist, aber immer wenn Kai und ich dort auftauschen werden wir gezwungen irischen Weisen zu lauschen.

Es wurde dunkel, wir hatten zwei Bier getrunken und ein wenig geraucht und gingen nun durch die Stadt Goslar. Goslar war für mich bislang immer nur der Startpunkt wichtiger und vor allem anstrengender Radtouren. Zu Beginn ist man nervös und möchte richtig schnell raus in die Berge, am Ende, wenn man wieder reinkommt ist man fertig und will eigentlich nur noch schnell nach Hause. Oder eben noch ein Döner. So richtig hatte ich die Stadt daher noch gar nicht gesehen. Das war ein Fehler, denn was ich sah gefiel mir gut. Eine schmucke Einkaufsstrasse mit Eiscafe, viele alte Fachwerkhäuser, ein wenig Jugendstil und ein Marktplatz voller dichtstehender Leute die in den zahlreichen Restaurants bessere und teurere Dinge aßen als die Looser am Bahnhof.

Minuten später kamen wir an unserem Hotel an, der exklusiven Harz Lodge. Die Lodge ist deswegen exklusiv, weil sie exklusiv von Bikern benutzt wird. Beim Frühstück sah ich noch ein paar andere verirrte Radfahrer; dennoch, 99% aller Kleidungsteile sind hier aus schwarzem Leder, Lycra kommt nur in Spurenelementen vor. Auch die Mannschaft der Lodge ist ähnlich gekleidet; der Rezeptionist machte eher den Eindruck eines Türstehers und auf seinen Ober- und Unterarmen rankten sich die Namen seiner Freundinnen: Schantal, Djaklin, Peggi, Dennis …. na ja, vielleicht waren es doch die Namen seiner Gang. Kai wollte früh raus und los, da der Marathon bereits um 7 Uhr startete, so dass wir fragten, ob wir gleich am Abend bezahlen konnten? Das konnte der Freund von Schantal, Djaklin, Peggi und Dennis nicht beantworten und holte daher seine Chefin; ein ganz harter Keks in ganz hartem schwarzem Leder, oben an der Brust eine „Jenny“ Tätowierung. „Nein“. Die Antwort und der Keks liessen keine weitere Diskussion zu. Wir gingen zu Bett.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg in den Frühstücksraum. Sechs einsame Biker, nicht besonders gesprächig. Dann auf das Rad zum Start. Obwohl ich mir das vorher alles gut angesehen hatte, verfahre ich mich total und komme fünf Minuten vor dem Start am Schulzentrum B-Geige an. Schnell anmelden, Hannes und Eddie treffen. Zum Glück bin ich schon gut angefahren und muss nicht aus dem Stand starten. Hannes kündigt schon an, dass er am Start nicht voll auf die Tube drücken möchte. Ich schon, denn erstens habe ich meiner Familie versprochen um 18:00 Uhr zurück in Bremen zu sein, und zweitens ist sinnlos schnelles losfahren zu Beginn einer RTF ein integraler Bestandteil des Spaßes: Das Adrenalin kocht im Blut, wahllos und gefährlich fährt man an den anderen Teilnehmern vorbei bei dem Versuch nach vorne zu kommen und gibt Körner ohne Ende, die einem am Ende fehlen werden. Das macht aber nichts, denn das macht alles sinnlos viel Spaß.

Und so bin ich dann auch schnell weg, ziehe an anderen vorbei aber ganz nach vorne komme ich nicht mehr, daran hindern mich auch diverse Ampeln im Goslaer Stadtgebiet. Dan führt die Strecke vorbei an den Osterfelder Tongruben sehr schnell in das Gelände; ein schöner Wald, ein schöner asphaltierter, schmaler Weg und ein erster, harter Anstieg. Da muss man den Veranstaltern wirklich ein Kompliment machen, die Streckenführung dieser RTF ist exzellent. Fast alle Anstiege sind auf kleinen Wegen im Wald oder wenig befahrenen Straßen, bei den schnellen Abfahrten wiederum sind die Straßen breit genug um richtig gut Geschwindigkeit zu bekommen. Mittlerweile haben sich Gruppen gebildet und ich bleibe in einer die nun auf der Bundestraße zur Okertalsperre hoch fährt. Es geht über die Staumauer am See entlangt und dann den kleinen Weg hoch Richtung Torfhaus. Hier bin ich schon ein paar Mal gefahren und ich setze mich erst einmal an die Spitze, gehe dann aber den Anstieg ruhig an. Die ersten 100 Höhenmeter läuft es recht gut, dann wird es steiler und jede Menge Teilnehmer ziehen an mir vorbei, es ist fast so, als wenn ich stehen würde. Ich lasse mich davon aber nicht irritieren und halte mein Tempo bei. Auf den letzten 100 Höhenmetern hole ich wieder einige von den Eifrigen ein, nicht zuletzt auch deswegen, weil die am Straßenrad stehen und eigentlich kotzen möchten, aber Pannen am Rad oder Warten auf Teamkollegen vortäuschen. Richtig schnell war ich wohl nicht, aber ich habe noch Kraft für den weiteren Anstieg auf der etwas langweiligen Bundesstraße auf der es nun erst einmal weiter geht. Am Oderteich geht es nach rechts und ich denke die Abfahrt beginnt, haue voll rein und werde prompt mit einem Anstieg überrascht. Mist, bei der Hitze viel Kraft zu vergeuden ist wirklich nicht gut. Zumal nach recht wenigen Kilometers bereits fast die Hälfe aller Höhenmeter erledigt sind. Und endlich kommt auch der erste Kontrollpunkt in Sieber.  Das ist die Kontrolle wo der Chefmechaniker vom RSV Adler mir letztes Jahr meine gebrochene Sattelstützenschelle repariert hatte. Die hielt dann genau 800 Meter, bevor ich wieder mit gefühlter Rahmenhöhe 50cm weiter- und zuende fahren durfte.  Ich habe nur eine Wasserflasche dabei, das war keine gute Idee. Es ist wahnsinnig heiss und ich trinke wie ein Verrückter. Zum Glück bin ich wieder in einer Gruppe und wir machen gutes Tempo bis nach Herzberg und Osterrode. Hier beginnt ein schöner Anstieg nach Clausthal-Zellerfeld den ich mehr oder minder alleine fahre. Einige aus der Gruppe sind vor mir, andere hinter mir, es hat sich gelohnt nicht allzu viel Energie bei den Anstiegen zuvor zu verschwenden. Gab es dort eine Kontrollstation? Habe ich nicht mitbekommen, fahre einfach allein weiter und irgendwo in der Wildnis halte ich an einer alten Tankstelle und fülle meine Wasserflasche nach. Bei Lauthenthal gibt es dann noch einmal einen fiesen Anstieg.  Zum ersten Mal unterhalte ich mich länger mit einem anderen Teilnehmer, irgendwie ist das auch eine sehr einsame RTF.

Dann bin ich wieder zurück in Clausthal. Ich fahre durch die ganze Stadt, stelle dann fest, dass ich unten im Tal falsch bin, muss wieder die ganze Strasse hoch und zurück, bevor ich die richtige Abzweigung Richtung Okertalsperre gefunden habe. Da gibt es noch einmal einen völlig sinnfreien Anstieg nach Schulenberg, der letztendlich auf die selbe Strasse an der Talsperre zurückführt, von der man aus gestartet ist. Tja, hätte ich die Strecke vorher richtig studiert, hätte ich mir das gespart.Außerdem brauche ich so eine weitere Pause am Kiosk an der Staumauer, um meine Wasserflasche noch einmal zu füllen. Der Rest ist dann recht einfach, es geht auf dem gleichen Weg wieder rein nach Goslar auf dem wir rausgefahren sind.

Insgesamt habe ich wohl etwa 6:15 für die 147 km gebruacht, damit bin ich ganz zufrieden. Kai ist da noch unterwegs auf seiner 225 km Runde und Hannes und Eddi sind ebenfalls noch nicht zurück am Start. Ich mache mich auf zum Bahnhof, kaufe fast das ganze Kiosk an Getränken leer und bin dann mit dem Zug zurück auf dem Weg nach Bremen. Penne ein. Zum Glück so gerade vor 18 Uhr in Bremen zurück. Familie happy.

Leider keine Bilder, zu viel Stress, zu schlechte Organisation.

Strava Adlerrunde

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Mosern im Blockland.

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Nette, schnelle Runde mit dem Moser Leader AX Evolution im Blockland: In der Abenddämmerung die Wümme links hoch Richtung Norden, dann rechts runter über das Rouibaix Pflaster Richtung Süden.

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