Tagesarchiv: 8. Mai 2012

Giro d’Italia 3. Etappe.

Roberto Ferrari schoß gestern Taylor Phinney (Träger des Rosa Trikots) und Mark-Yoko Cavendish (amtierender Weltmeister auf den letzten Metern des Zielsprints ab. Cavendish veröffentlicht heute erste Nacktphotos, Taylor Phinney hält sich zum Glück zurück.


Das Moviestar Team trainiert indessen unverdrossen weiter.



Das meiste via Cyclyng Tips.

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Die unerträgliche Gemütlichkeit eines Dienstagsabends

Zu den unerklärlichen Phänomenen des Alltags, die sich mit der klassischen Physik nicht erklären lassen, gehören alte Omas die mit einer Geschwindigkeit auf Hollandrädern fahren, bei denen sie eigentlich umkippen müßten. Zentrifugalkräfte, Massenträgkeit und Corioliskraft haben schon mal Tschüss gesagt und sind einen trinken gegangen. Trotzdem kippen die Omas mit ihren Kisten nicht um und bewegen sich im Babykrabbeltempo durch die Straßen. Ungefähr diese Art der Fortbewegung schwebte mir vor, als zu einer gemütlichen Ausfahrt am Dienstag Abend eingeladen wurde.

An der Bank (also, daß ich nicht die gute Bank an der Wehrstrasse, sondern die andere Bank am Haus am Walde warteten schon eine Menge Mitfahrer als ich endlich ankam. Ich hatte mich extra schicke gemacht mit „Negativ-Weltmeistertrikot“, da es ja gemütlich werden sollte und da zählt ja wohl Stil. Zum Circletraining zieht man ja auch keinen Frack an. Außerdem kam ich auf meinem Union Fixie (es sollte ja gemütlich werden) und hatte zusätzliche Ballast am Oberrohr befestigt (15er Schlüssel für das Hinterrad, Bleiakku für die Vordersonne, Stahlpumpe). Es waren jede Menge Bianchis, Olmos, Colnagnos und Cervelos da und seit langem auch wieder das rote Olmo von Gerhard, das meine immer noch akute Olmoitis initierte. Es gab viele hallos und hey, lange nicht gesehen, kurz es war schon sehr gemütlich aber irgendjemand kam auf die uncoole Idee jetzt doch mal loszufahren. Schon auf dem Weg zum Platzhirsch fuhren wir mit über 30 durch die Gegend (Grundlagen-Ausdauer Bereich 1; GA1). Jochen versuchte uns dann alle loszuwerden in dem er die Straße vor dem Platzhirsch querte und „frei“ rief, wohl sehend, dass die größte Autokarawanne seit dem legendären Sommerferienstau auf der A2 im Juli 2008 in beiden Richtungen auf uns zuraste. Wir überlebten.

Die erste Bergprüfung über die Autobahn wurde dann schon mit vollem Tempo gefahren. Ich hing nur noch irgendwie an meinem Fixie und hoffte, daß ich irgendwie durchhalten möge. Zwar fing ich jede Menge Unterhaltungen mit meinen Mitfahrern an, aber nur in dem verzweifelten Bemühen sie durch mein Gequatsche davon abzubringen schnell zu fahren. Aber einen Trumpf hatte ich noch in der Tasche: Ich drückte meinen geheimen Schleckomatic Knopf der einen beliebigen Defekt an meinem Rad auslöst und zupp ging die Luft aus dem Vorderreifen und wir mußten alle eine Pause einlegen damit ich das reparieren konnte. Blöh lieh mir freundlicherweise eine Druckluftkartusche, mit der ich aber nicht den Reifen aufpumpte, sondern die ich mir direkt in die Lunge pustete, um wieder zu Atem zu kommen.

Dann reparierte ich das Rad.

Es ging weiter durch Wiesen und Wälder.

Jetzt wo ich auf der Couch liege, ein Becks in der einen, ein Blutdruckmesser in der anderen Hand, kommt langsam die Erinnerung wieder. In meiner Jugend schaute ich auf eine Fernsehserie namens „Time Tunnel“. Eine Gruppe von Wissenschaftler reist durch die Zeit und stellt allerlei Unfug mit bekannten Persönlichkeiten an (Heute würde man so etwas vermutlich ein Bildungsprogramm nennen). Wenn Sie so durch die Zeit reisten, dann fielen sie so eine endlose drehende Spirale lang und genauso kommt mir in der Erinnerung der Teil der gemütlichen Runde bei Sagehorn vor. „Hey, Du hast denselben Tacho wie ich!“ – ein blondes Mädchen taucht neben mir auf und verschwindet wieder im schwarz-weiß der Spirale. „Trobbing Gristle – Die tödliche Doris – Einstürzende Neubauten“, sind das Worte die ich gehört habe und war es der Soundtrack der Geschwindigkeit? Sven rast an mir vorbei und murmelt monoton vor sich hin:

Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren. Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren. Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren. Aber 1.000 km geschwommen. Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren. Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren. Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren. Aber 1.000 km geschwommen. Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren. Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren. Ich bin dieses Jahr noch keine 100km radgefahren.“

Endlich erkenne ich wieder vertrautes Terrain, Borgfeld, Perle Bremer Vororte.

„Du bist keine Kleinstadt / auf deiner Hauptstrasse finden keine / Kohlfahrten statt / Hier wo das Land noch zählt / nicht das große Geld / wer wohnt schon in Schwachhausen“

(„Borgfeld“, von Herbert Böhrnsemeyer aus dem Album „2800 Bremen“)

Als wir wieder auf dem Deich sind setze ich mich heimlich ab. Eine kleine Seitenstrasse zum Horner Freibad bietet mir die günstige Gelegenheit noch ein halblautes „Tschüss dann“ zu rufen und weg bin ich. Nun freue ich mich auf Samstag, wo ich eine gemütliche 216km Runden beim Bremer Radmarathon fahren möchte. Wer kommt mit?

Ach so, auf dem Rückweg hatte ich dann noch einen zweiten Platten, ohne den Schleckomatic Knopf gedrückt zu haben. Ich glaube das ist der Fluch des Weltmeistertrikots. Da ich aber ein Negativ-Weltweistertrikot trage hatte ich eigentlich geglaubt, den Fluch in Glück umwandeln zu können.

Ich konnte übrigens heute keine Fotos machen. Wäre sowieso nicht gegangen, da ein Photon aus der Kamera ja bei unserer Geschwindigkeit nie ein anfokusiertes Ziel erreicht hätte. Es gibt aber ein Video von der Ausfahrt:

http://www.dailymotion.com/embed/video/xd7ttg
Course de porteurs de journaux au Palais de… von <a

Sorry, geht nur mit Werbung.

Trotzdem Dank an alle die heute beim Ausflug des Tripple-A (Altenheim auf Amphetaminen) mitgefahren sind.
Hat Spaß gemacht. Trotzdem oder deswegen.

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Mavic Felgen Paris Roubaix Special Service des Courses

Ein Paar Schlauchreifenfelgen, 32 Loch, vor ein paar Wochen erstanden in einer Art Kaufrausch.

Angeblich das beste, was Mavic jemals gemacht hat, sieht man aber den Felgen so erst einmal nicht an. „Special Service des Course“ oder kurz SSC  ist das Profimaterial von Mavic, dass nicht an Freizeitfahrer verkauft wurde, sondern ausschließlich Profis vorbehalten war. Die Felgen haben dann auch immer dieses große MAVIC Zeichen und sind grau, in manchen Fällen auch anderes anodisiert, irgendwo hatte ich das mal gelesen.

Schlauchreifen sind auch nicht so mein Ding, aber hier hatte ich das starke Bedürfnis zuschlagen zu müssen, denn erstens hatte ich mir durch sinnlose Lehrtätigkeit ein paar Euro extra verdient und zweitens hatte ich eine ähnliche Ebay Auktion vor ein paar Monaten verloren. Der Stachel sass lief. In ähnlicher Anspannung warte ich auf einen schönen und großen Moser Leader AX Evolution Rahmen.

Also, ich muß jetzt noch die richtigen Naben, Speichen und Refen finden um daraus einen perfekten Laufradsatz zu bauen.

Es ist natürlich auch durchaus möglich, daß diese ganze SSC Geschichte Quatsch ist.

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