Monatsarchiv: Dezember 2014

Puig Major Immaculado.

Letztens hatte ich einen interessanten Dialog mit meiner Frau: Ich erzählte ihr, dass ich beim Arzt zum Check-up war und dass mit Herz und Kreislauf alles bestens ist. „Tja“, meinte sie, „da wirst du wohl am Gehirn sterben.“

Ich tu‘ ja alles mögliche, um auch anderen Todesursachen eine Chance zu geben, unter anderem in dem ich ab und an rauche, unglaubliche Mengen Kaffee trinke, dem Süßen nicht abgeneigt bin und wie ein bescheuerter Serpentinen mit dem Rennrad runterfahre. So auch heute.

Nachdem es gestern wegen dem Wetter nicht geklappt hatte, machte ich mich heute auf den weg nach Caimari um die Königsetappe dieses Urlaubs zu fahren: Hoch nach Lluc, weiter und höher zum Puig Major und dann von Soller hoch auf den Col de Soller, runter nach Bunyola und gleich weiter nach Orient. Ich hatte ganz schönes Muffensaussen; dazu wurde im Radio berichtet, dass der erste Schnee des Jahres auf dem Puig Major gefallen war und daher hatte ich schon die dickste Kleidung an, die ich mitgenommen hatte. Mir wäre es an dem Morgen auch nicht unrecht gewesen mir ein Bein zu brechen, oder mit dem Auto den Abhang runterzufahren – egal was, Hauptsache es verhindert, dass ich diese blöde Idee einer Etappe in die  Tat umsetze.

Und natürlich kommt es ganz anders. In Caimari angekommen stellte ich fest, dass der Himmel tiefblau war, die Sonne schien und die Temperaturen 18 Grad erreichten. Und das heute da ja spanischer, ungefleckter Feiertag war und somit eine Menge Autos und Radler unterwegs.

Ich ging es, angesichts des Tagesprogramms etwas langsamer an und es lief auch nicht schlecht – aber ich war für die Temperaturen hier unten viel zu warm angezogen und fühlte mich wie ein Eskimo in Algerien. Trotzdem lief es gut und ich fuhr gleich an der Tankstelle bei Sa Batalla vorbei und weiter Richtung Puig Major. Hier oben war es nicht so voll, wie ich gedacht hatte und wenn überhaupt waren nur ein paar Touren- und MTB Fahrer unterwegs. An der Kreuzung nach Sa Calobra kam mir kurz der Gedanke, die Abfahrt und den anschließenden Anstieg mitzunehmen, also so ganz andere Gefühle als heute morgen beim losfahren. Aber am Ende siegt die Vernunft und ich schraubte mich weiter nach oben. Relativ schnell kommt dann der erste See und etwas weiter dann der zweite.

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Danach zog sich das Wetter über den Bergen auch langsam zu. Für morgen ist Sturmwarnung ausgegeben, könnte gut sein, dass das die letzte längere Fahrt auf der Insel war.

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Ich hatte gedacht, dass ich auf übe 1.000 Meter steigen würde, aber der Pass, genauer gesagt, der Tunnel au dem Pass ist so etwa bei 850 Meter. Hier war es jetzt richtig kalt und die Abfahrt nach Soller was dann etwas unangenehm – aber auch Eis- und Schneefrei. Ich war jetzt in einer Forrest Gump ähnlichen Stimmung, also warum nicht noch ein wenig weiterfahren? Soller hat zwar so einen leichten Jugendstil Charme, aber auch eine Menge hässlicher, voller Straßen, also besser schnell durch und dann hoch auf den Col de Soller. Wenn man est einmal die Hauptstrasse zum Tunnel nach Palma verlassen hat und die alte Strasse den Col hochfährt, ist das eine phantastische Strecke. Die Serpentinen schrauben sich endlos lang den Berghang hoch und es erinnert ein weinig an den Stelvio, aber ohne den Ausblick. Ich hatte ganz vergessen, wie toll dieser Pass ist. Als ich endlich oben war, hatte ich an einem Stück 50 km und über 1.500 Höhenmeter zurückgelegt. OK, jetzt können die Dolomiten nächstes Jahr kommen, dachte ich mir.

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Raus aus den Bergen war das Wetter wieder OK,

 

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Serpentinen ohne Ende

 

Das hatte ja jetzt einmal ein eigenes Segment auf Strava verdient und zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass diese Idee noch keiner vor mir hatte.  Obwohl, das Segment von Caimari nach Soller ist schon recht populär da kann man sich dann mit Marco Pinotti und Ben King messen.

Nachdem nun das härteste geschafft war, war der Rest eher antiklimatisch. Der Anstieg von Bunyola nach Orient ist zwar schön, aber gibt nicht mehr den letzten Kick.

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Regenbogen in der Ebene der grünen Insel.

Vor und in Orient standen jede Menge Autos rum. Ich dachte, es gäbe vielleicht ein Volksfest, oder eine Prozession bei der die Devotionalien durch den Ort getragen werden – aber nichts. Jede Menge Menschen auf dem Weg nach Orient, aber im Ort selber – Leere. Nur ein paar alte Männer vor einer Bar.

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Flotte, weiße Autos aus dem Orient.

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Hinter Orient. Das schlechte Wetter auch hinter mir gelassen.

Zurück nach Caimari dann über Alaro, Lloseta, Biniamar und Mancor de la Vall.

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Fertig. Hier der Strava Track. Das war bisher der anstrengenste Tag, danach war nicht mehr viel übrig von mir.

Mal sehen, was morgen dann noch so geht.

 

 

 

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Der Drang zur Perfektion.

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Warum haben Japaner eigentlich diesen Drang, dass alles einer Form zu folgen hat  und dann perfekt wird?
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Schatten meinerselbst.

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Das sieht hier gar nicht so aus, aber es blitzte und donnerte die halbe Nacht und heute Morgen regnete es. Zeit die aufgekommene Routine zu durchbrechen. Also. Erst in die Bar, Cafe trinken und Bücher lesen, warten bis das Wetter besser wird und dann raus. Ich lese gerade Emile Zola „Das Glück der Familie Rougon“, das ist der Band aus dem Rougon-Maquart Zyklus (20 Bände), den man zuerst lesen muss, um den Rest zu verstehen. Darin kann man sich wunderbar vertiefen, wenn man im Cafe sitzt und es draußen regnet. Man muss diesen alten französischen Kram aber auch mögen. Das sollte man auch besser, wenn man 20 Stück davon zuhause hat.

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Alcudia -aber nicht von meinem Studio sondern von der Stadtmauer aus.

 

Ich machte mich  mit dem Wagen auf den nach Arta, ganz im Nordosten der Insel denn ich hatte dort eine schicken Anstieg auf der Karte gefunden, der aber so weit weg von allem anderen interessanten Straßen der Insel ist: Hoch zur Ermitta de Betlem. Wie kommt es eigentlich, dass Mönche, Priester und andere Geistliche dieser Welt den Drang haben ihre Kirchen, Temple, Schreine etc. in irgendwelchen gottverlassenen Winkeln zu errichten (siehe Randa oder Mitsumine Jinja)? Heute ist das eine einfache Geschichte, erst kommt der Bulldozer und baut eine Straße hoch, dann kommen die Laster mit dem Baumaterial und wenn alles fertig ist kommen die Touristen und der Pfarrer fährt mit seinem Seat runter in den Ort und kauft ein. Aber vor 200 oder 500 Jahren gab es noch keine Straßen und keine Laster und nach dem einkaufen musste man die ganzen Plastiktüten durch den Wald wieder nach oben schleppen. Und wer wartete da oben dann? Richtig der Obermönch und der ist sauer, dass man statt Grapefruchtsaft Orangensaft mitgebracht hat und nun kann man gleich wieder runter durch den Wald latschen. Von daher macht es doch Sinn gleich hinter dem LIDL am Ortseingang zu bauen.

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weit und breit kein LIDL

 

Leider begann der Regen dort  etwa als ich ankam und so blieb mir nichts anderes als mit dem Auto hochzufahren. Mit dem Rad ist das vermutlich recht anstregend, mit dem Auto ist das einfach nur gruselig: Eine schmale Straße, Abgründe überall und zum Glück kamen mir nur drei Autos entgegen denen ich quasi mit einem Rad über dem Abgrund ausweichen musste. Trotzdem – ich hoffe, dass ich noch Zeit habe mit dem Rad da hochzufahren.

Ich fuhr aber erst einmal zurück nach Alcudia, da strahlte mittlerweile die Sonne und so konnte ich zumindest noch 47 km an der Küste fahren und den Anstieg nach Formentor anzufahren. Ich hatte aber in den ersten drei Tagen ordentlich Körner gelassen und war nur noch ein Schatten meinerselbst.

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Um halb fünf sah dann alles wieder prima aus.

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Ich schaffte nur ein Drittel hoch, denn die Dunkelheit nahte und bescherte mir schon dort einen prima Sonnenuntergang.

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Also morgen dann hoffentlich die Königsetappe dieses Urlaubs.

 

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Malle Tag 3: Auf Spanien

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Meinen Kindern musste ich vor einiger Zeit beichten, dass es keinen Nikolaus gibt. Mein Sohn, 18 Jahre alt,  hatte ohnehin in der letzten Zeit schon einen leichten Verdacht geäußert.

Gibt es aber trotzdem Geschenke am 6. Dezember, so werden diese vom Nililaus gebracht. Dabei handelt es sich um das große, grüne Kuscheltier von IKEA, das von meinen Kindern regelmässig getreten und missachtet wird. Man weiß ja, wie das bei IKEA läuft, man geht hin und will ein paar neue Stühle oder einen Tisch kaufen, und kommt dann mysteriöserweise mit einem Sack Teelichter, einem Bilderrahmenset und einem grünen Kuscheltier nach Hause. Egal, was ich eigentlich bei IKEA kaufen will, es ist immer das gleiche: Ich stopfe mit enr Hand einen Haufen Zeug, den das wir nicht wirklich brauchen in den Kofferraum unseres Autos und versuche dabei mit der anderen einen Hot Dog zu balancieren.

Spanien glaubt am 6. Dezember weder an der Niko- noch an den Nililaus und feiert den Tag der Verfassung, denn so lange ist es nicht her, dass Spanien die Franco Herrschaft beendete – gerade mal elf Jahre vor dem Ende der DDR. Die Geschäfte haben auf wie immer, aber nicht am 8. Dezember, dann ist wirklich alles dicht hier; an diesem Tag wird die unbefleckte Empfängnis Marias gefeiert. Daraus gebärt sich ein langes Wochenende und das sah man heute auch auf den Straßen, jede Menge Radfahrer unterwegs, oft auch in größeren Gruppen.

Nach 1.800 Höhenmetern am ersten und 1.500 am zweiten Tag stand mir heute der Sinn nach der Ebene. In der Mitte Mallorcas war ich bislang nur einmal mit David und Juliane 2011 gefahren. Wir fanden es nicht doll, die Straßen zu breit, die Autos zu viele und außerdem hatten wir gerade Sa Calobra entdeckt. Aber im Dezember ist der Verkehr auf der Insel sehr dünn und die Bremer, die ich im Flugzeug getroffen hatte, hatten mir von der Gegend vorgeschwärmt (obwohl, ich bin mir nicht sicher, von welcher Gegend sie überhaupt sprachen, denn irgendwie ging es um Weinberge und die habe ich den ganzen Tag nicht gesehen). Also machte ich mich auf nach Petra, dem Startpunkt heute. In Petra war ich schon mal, es hatte sich aber stark verändert. Genau wie Petra Ohren, mit der ich in der Sexta zusammen in die Schule ging und deren Eltern ein Tapetengeschäft hatten.

Da fällt mir noch ein guter ein: Letztens hatte ich einen Bewerber da und fragte ihn, in welche Länder er bis jetzt gereist ist. Er sagte, neben anderen, war er auch „auf Spanien“. Das machte mich etwas stutzig und ich fragte ihn, wo er denn auf Spanien war. Die Antwort kam: „Ich war schon auf beiden Spanien: Auf Mallorca und auf Ibiza!“

Also, in Petra, auf Spanien ging es los. Heute wehte ein ganz fieser Wind und der kam genau aus der anderen Richtung. So machte das gar keinen Spaß, erst nach Villaranca und dann weitere nach Porreres. Heute habe ich mich auch in jeder Stadt auf dem Weg verfahren. Die Städte sind klein und verwinkelt. Man fährt aus der Ebene darauf zu und sieht die Kirche in der Mitte von weitem, aber wenn man einmal drin ist, dann gibt es nur noch Wände aus gelb-bräunlichem Gestein und Rolladen die zu bleiben. Wo ist die Kirche geblieben? Wo sind die Menschen? Die Straßen sind leer, nur hier und dort am Marktplatz ist eine Bar offen und zwei, drei ältere Männer sitzen davor und rauchen sich einen. Egal ob die Badeorte an der Küste, in denen die Hotels geschlossen sind und die Supermärkte zugemacht haben, auch den normalen Städten im Innern Mallorcas scheinen im Winter die Menschen auszugehen.

Am Ortsausgang von Porreres sah ich eine größere Gruppe von Radfahrern – „wartet“ rief ich, bis ich feststellte, dass die auf dem Weg zurück nach Palma waren und ich weiter nach LLucmajor wollte. Auf der Strecke war der Wind dann wieder einmal ganz fies und ich fuhr mit 23 km/h und 150er Puls dagegen an. Recht unvermittelt wurde ich von einem einheimischen Rennradfahrer überholt. Ok, der sah sportlich aus, hatte ich windschnittiges Triathlonrad mit Lenkeraufsatz und ich konnte mich dann erst einmal an ihn heranklemmen und lutschen. Baer bereits einige Minuten später überholte uns ein anderer, nicht ganz so sportlicher Spanier auf einem normalen ORBEA Rennrad. Und am nächsten Berg setzten sich die beiden von mir ab. Mist, dachte ich, so gut wie Du denkst bist du auch nicht. Eine Lücke war entstanden aber so richtig vergrößerte die sich erstaunlicherweise nicht. Und auf der nächsten Abfahrt in diesem landschaftlichen Wellental, war drückte ich dann kräftig auf’sgas und fand wieder Anschluss. Ja, das machte schon wieder mehr Spaß nicht mehr alleine, sondern mit anderen zusammen schnell zu fahren.

Irgendwie war mir der Kopf leicht und als es nach einer Abfahrt wieder einen Hügel hoch ging, ging ich aus dem Sattel beschleunigte wie blöde und fuhr mir einen Vorsprung heraus, den ich bis zum Ortseingangsschild von Llucmajor verteidigte, aber das war verdammt hart und kostete eine Menge Kraft. Am Ende fand ich mich auch ziemlich deutsch, ich hätte ja auch einfach mit denen zusammen fahren können, aber nein ich wollte ja unbedingt Kampf und Wettbewerb.

„Kleine Sünden straft der liebe Gott sofort“, sagt mein Opa öfters und so durfte ich mich dann gleich in Llucmajor wieder verfahren und rumirren, bis ich die Strasse nach Randa fand. Direkt am Ortseingang beginnt der Aufstieg zum Kloster Santuari de Cura. Der Berg an sich ist schon ein kleines Wunder, mitten in der Ebene ragt er unmittelbar empor und man kann ihn bereits von weitem, von Petra aus, erkennen.

Fast ganz oben befindet sich eine Radarstation des Militärs oder der Flugsicherung und an dem weißen Ball der Installation kann man das ganze gut identifizieren. Ich mag den Aufstieg dort rauf sehr. Er ist von der Landstraße aus ungefähr 5,7 km lang und  man klettert etwa 300 m hoch über Serpentinen und Rampen die mal mehr und mal weniger steil sind – auf jeden Fall aber das kleine Kettenblatt verlangen. Richtig gute Männer kommen da in  13 Minuten hoch, richtig gute Frauen (Emma Pooley in diesem Fall), brauchen etwa 16 Minuten  und ich fast 23, und dabei hatte ich mir richtig Mühe gegeben. Oben amKloster machte ich est einmal eine Pause und aß meine Brötchen, die beste Idee die ich bislang auf Mallorca hatte.

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Bike leaning against something

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Oh, Stacheldraht

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Noch mal, in Hinblick auf den 8. Dezember.

 

Es folgte das obligatorische Foto mit Bart und Passschild.

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Japan- French Racing Team Outfit

 

So, was sollte danach noch kommen? Alles was Spaß machte war gemacht, aber nur 40 von fast 108 km zurückgelegt. Ich machte mich auf die Abfahrt, bog nach nach Algaida (islamischer Terrorort für Lispler), und dann mit gutem Rückenwind weiter nach Pina, wo ich ein Foto für Fabian machte.

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Wäre doch ganz nett als Postkarte, wenn Pina mal Vierzig wird.

Dort entdeckte ich ein Haus, das ganz von Madarinen umgeben war.

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Dann schnell weiter nach Lloret, Sineu, Maria de la Salut und Santa Margalida. Hier hätte ich nach Süden und Petra abbiegen und abkürzen können, aber verleitet durch den Rückenwind und die Aussicht das Meer an der Nordküste zu sehen fuhr ich weiter und machte dann auf einer anderen Strasse kehrt zurück nach Petra. Wie erwartet wurde es dann am Ende noch einmal richtig fies und die Steigungen waren auch nicht ohne.

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Ja, das sieht alles so harmlos aus, aber insgesamt sind heute auch wieder 1.200 Höhenmeter zusammengekommen. Das kommt durch eine Kombination von vielen Anstiegen und schnellen Abfahrten.

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Auf der Rückfahrt bei Lidl shoppen. Ist eigentlich genauso wie in Deutschland auf dem Dorf, am Ortseingang steht dann ein Lidl oder ein Aldi. Kurz nach 5 wr ich wieder zurück und da hatte sich das Wetter bereits dramatisch verändert: In Alcudia blitzte und donnerte es und es war überhaupt nicht daran zu denken rauszugehen und im Cafe etwas zu essen und zu trinken. Zum Glück hatte ich ja jetzt jede Menge Lidl Brötchen.

Morgen, wenn das Wetter gut ist folgt die Königsetappe: Von Selvia hoch nach Lluc, dann auf den Puig Major und zurück nach Selvia über Orient.

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Merckx. Ickx. Mix.

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Mallorca, die Zweite.

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Heute morgen, vom Fenster des Studios aus zu sehen, war der Himmel tiefblau und einige weiße Wölkchen brachten sich davor in Positur. Das Wetter wurde noch besser als gestern und ich fragte mich, warum ich gestern so gefahren bin, als wenn es kein morgen mehr geben würde.

Die Beine sagten, trotz des schönen Wetters: „Heute quälst Du uns nicht in dem Du den Puig Major hochfährst -egal von welcher Seite Du da hochfahren willst.“ Auf seine Beine sollten man hören, definitiv mehr als auf Leber, Lunge oder Herz. Also machte ich mich mit dem wagen auf nach Calvia, ein guter Startpunkt, um die Pässe im Südwesten der Insel zu erkunden. Fabian hatte mich vor einigen Jahren in die Gegend eingeführt und dafür muss ich ihm wirklich dankbar sein. Von Calvia aus fuhr ich nach Es Capdella, mit müden Beinen und gegen den Wind auf einer langweiligen, langen Langstraße. Ich war so lahm, ich hätte heulen können. Von dort aus ging es dann aber immer schön runter nach Peguera und dann Richtung Westen nach Port d’Andratx. Am Ende von Peguera gibt es eine Straße die in den Himmel führt und just als ich darauf zufuhr bog ein MTBler etwa 50 Meter vor mir darauf ein. Das war der erste Radfahrer mit dem ich mich messen konnte. Zuerst holte ich gut auf, aber der Typ auf dem MTB sah auch fit aus, war gekleidet wie ein Pro und als er mich sah sog er das Tempo an. Oben auf dem Berg war er weg und  bei der Abfahrt konnte ich ihn nicht mehr einholen.

Von Port d’Antratx ging es weiter nach Antratx, wo ich auf Anhieb, obwohl ich zu letzt vor 1 1/2 Jahren da war, den geheimnisvollen und verwinkelten Weg zurück nach Es Capdella fand. Ich weiß auch nicht woran es liegt, aber in der Ebene und bei viel Wind bin ich wirklich komplett außer Form, aber bei den Anstiegen läuft es besser als erwartet. Ganz oben bricht der Pass durch den Berg und man kann sich kurz umschauen und das erreichte reflektieren.

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„There are things known and things unknown and in between are the Doors.“

 

Auf dem Weg hoch begegnete ich der ersten Gruppe von Radfahrern heute und auf dem Weg runter nach Es Capdella. Von dort aus ging es weiter nach Galilea. Dieser Anstieg ist fast noch besser als der zuvor, es gibt reichlich Serpentinen und zwei Stellen an denen man denkt, dass man bereist oben angekommen ist, aber beides Mal ist es keineswegs so und man muss sich hochquälen bis zum Ortsschild Galilea. Bis jetzt und einschließlich gestern habe ich ALLES mit dem großen Kettenblatt gefahren, sozusagen als Tribut an Kaipi und unsere Harztour 2011. Aber an der Steigung hoch zur Kirche von Galilea [Immaculada Concepcio] gab ich auf und wechselte auf das kleine Blatt – aber auch wirklich zum einzigen Mal heute. Oben angekommen hatten sogar beide Cafes auf und da ich meine Riegel vergessen hatte nahm ich einen Kaffee mit viel Zucker und genoss die Aussicht.

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Die Aussicht

 

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Die exakte Uhrzeit der unbefleckten Empfängnis

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…und ein Kaffee mit viel Zucker dazu.

 

Mittlerweile war ich ziemlich unterzuckert, oder wie Ludwig immer sagt „I was seriously bonking.“ Ich hatte aber nur ein Brötchen dabei – aber was für eins, aus Roggen, mit gesalzener Butter und darauf dick Pate mit Oliven und Tomaten. Ich war zwar schon 1.000 Meter hoch gefahren, aber ich wollte mein einziges Brötchen besser noch nicht essen und so machte ich mich auf den Weg nach Puigpunyent und weiter hoch nach Es Grau und Esporles. Oben an der Kirche in Galilea waren zwei dicke ebike Fahrer und es ist wirklich mein Horror, das sich von deresgleichen bei einem Anstieg überholt werde den ich mich mit 13 km/h hochquäle, während die sich mit 25 km/h hochkapitulieren bis der Akku leer ist. Aber zum Glück kamen die nicht und ich wurde mit einem schönen, einsamen Anstieg mit vielen Serpentinen nach es Grau belohnt.

Die Abfahrt ging gut und ich war ganz überrascht, dass es nur runter ging, ich dachte, dass am Ende noch ein leichter Anstieg sei. War aber nicht. Und so ging es ganz fix weiter nach Establishment und irgendwie fühlte ich mich viel kraftvoller als gestern und war auch mal in der Lage einen Hügel zu übersprinten. Der Kopf ist frei von Arbeit und so einem Zeuch und kann sich wieder auf die Beine konzentrieren. Von Establishment ging es weiter Richtung Westen, und irgendwann biegt links eine kleine Straße ab zum letzten Anstieg vor Calvia. Ich mag diesen Anstieg sehr, Fabian hatte mir den einmal gezeigt. Er ist relativ lang aber sehr flach und mit ein wenig Ausdauer kann man den mit 20 km/h plus fahren. OK, das habe ich heute nicht aber ich fühlte mich trotzdem gut, zu mal ich auch den Punkt verpasste an dem man die letzten Meter noch einmal richtig drücken kann.

Eine schnelle Abfahrt und ich war zurück in Calvia, wo sich Mallorca noch einmal von seiner schönen, grün – blauen Seite zeigte.

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Zurück im Auto nach Alcudia – ein guter Tag. Morgen mal deutlich weniger Steigung und auf Erkundungsfahrt in den Osten, wo ich bisher noch nicht richtig war. Aber nach Randa will ich schon mal hoch.

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Können und wollen synchron.

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„Wollen und können gehen manchmal nicht synchron“, konnte ich letztens lesen, geschrieben von jemandem dem diesbezüglich zu vertrauen ist. Und manchmal ist es eben andersrum, man will, man kann und das Ergebnis ist ein gutes. So wie heute.

Tag Zwei eines Mallorca Urlaubes im Dezember. Gestern machte ich mich in Bremen auf den Weg und traf gleich am Flughafen drei weitere Bremer die ihre Räder gemeinsam mit mir am Übergepäckschalter abgaben. Ich dachte eigentlich, dass ich schon einen billigen Urlaub gebucht hätte, aber die drei waren noch besser: Vier Sterne Hotel in Arenal, „direkt am Ende der Schinkenstrasse“, eine Woche für 100 Euro – Halbpension. Alcudia gefiel mir als Basis besser, da es nahe an den Bergen liegt und ich die Stadt mag, ich in mir auch nicht sicher, ob ich zur Schinkenstrasse passe. Hier habe ich jetzt ein großes Studio für mich ein mein Rad alleine.

Ich denke, es ist ein Fehler sich am ersten Tag zurückzuhalten. Am nächsten Tag ist man ohnehin müder und die Beine wollen nicht mehr so. Und wenn das Wetter schlechter wird, ärgert man sich, dass man den ersten Tag nicht genutzt hat. Also raus auf’s Rad und durch die welligen Hügeln ab nach Selva und hoch nach Lluc, ein echter Mallorca Klassiker, der  Coll de Sa Bataia. In der Ebene läuft es langsam. Die Wiesen sind grün und Wasser läuft entlang der Strassen ab – ein feuchtes und grünes Mallorca, wie schön.  Den Berg hoch geht es gut. Die ersten 150 Höhenmeter in 10 Minuten, danach wird es weniger aber die Repsol Tankstelle taucht früher auf, als ich gedacht hätte. Oben ist es kalt aber trocken und ein paar Bauarbeiter bauen eine schicke neue Böschung aus Feldsteinen. Mit der Regenjacke geht es, im wesentlichen runter Richtung Pollenca. Diese Straße bin ich bislang nur einmal gefahren und hatte sie von Straßenbelag und Schönheit in deutlich schlechterer Erinnerung. Da überall Laub und Nadelzeug auf der Straße liegt halte ich mich bei der Abfahrt zurück. Nach 75 km bin ich in Port de Pollenca und kann darüber nachdenken entweder zurück nach Alcudia zu fahren oder noch eine Runde zum Cap Formentor einzufügen. Hm, es ist Tag eins, also hoch zum Cap Formentor.

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Die Beine sind schon ein wenig müde und der Wind bläst auch von vorne und von hinten und irgenwie geht es vorwärts. Ich fahre durch Sylvias Tunnel und, dann geht es noch ein wenig hoch und es folgt das langwellige Stück was letztendlich am Leuchtturm endet. Es ist kalt, das Cafe am Leuchtturm ist zu und außer mir sind nur noch ein Pärchen im Leihwagen und drei Katzen dort: Eine schwarze und zwei grau gestreifte. Die schwarze Katze mag Proteinriegelstücke von Rewe.

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Zurück ist es deutlich langsamer, aber irgendwie geht es und nach 120 km und etwa 1.800 Höhenmeter bin ich zurück in meinem Studio. Das dürfte so ziemlich das Maximum an Höhenmetern dieses Jahr gewesen sein, von Rad am Ring einmal abgesehen. In Japan wäre das ein kurzer bis mittlerer Trip gewesen, aber seitdem ich in Bremen lebe bin ich froh um jeden Höhenmeter, der mich über eine Autobahnbrücke führt.

Es gibt noch einen weiteren interessanten Unterschied zu Bremen: Strava Segemente. Heute bin ich durch 88 (plus 17 ausgeblendete) gefahren und z.B. beim Anstieg nach Lluc bin ich 3585ter von 8381 geworden – da sind die Chancen auf einen Platz vorne etwas anders als in Bremen, wo mal gerade 30 bis 50 Fahrer unterwegs sind.

Tag 2 darf dann ein wenig weniger sportlich angegangen werden.

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Mallorca – jetzt neu mit Bart

 

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