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Bremen Challenge 2014

Die Bremen Challenge ist, neben dem Rad Marathon, mein Heimatrennen. Dieses Jahr bestand die Herausforderung aus zwei Teilen: Zunächst etwa eine Stunde kalt im Startblock zu stehen und dann hechelnd in der Gruppe während des Rennens zu bleiben.

Meine erste Bremen Challenge war 2011. Ich war neu in Bremen, kannte so gut wie niemanden und fühlte mich etwas einsam. 2012 war besser, 2013 bin ich wegen dem Wetter nicht gefahren und 2014 war bislang am besten. Doch alles der Reihe nach.

Am Abend vorher baute ich mein Canyon Rennrad von „Triathlon Aerodynamisch“ auf „Rennen scheißegal“ um. Also die teuren Laufräder und alles andere was wertvoll ist runter und das billigere Zeug dran, nur für den Fall dass ich mich hinlege und größere finanzielle Einbußen zu verkraften habe. Die SPD Pedalen ließ ich dran, denn alles was man da an schlechterer Kraftübertragung während des Rennens an Zeit verliert, macht man am Start wieder gut, wenn man als schnellster in die Pedalen einklickt und die ersten 20 Fahrer innerhalb von zehn Metern hinter sich lässt.

Ich bin zwar kein Mitglied der Wiegetritt Truppe, aber mittlerweile geduldeter Gast. So konnte ich meinen Rucksack im Hänger lassen, durfte mir einen Kaffee nehmen und mit dem Rest quatschen. Da ich doch immer noch recht nervös für jedem Rennen bin, auch wenn es nichts zu gewinnen gibt, bin ich dafür unendlich dankbar. Ich fuhr dann ein wenig durch die Überseestadt um mich warm zu machen, wie immer in der letzten Zeit war es wieder richtig windig, und reihte mich ca. eine Viertelstunde vor dem Start ganz vorne in Startblock A ein. Das durfte ich deswegen, weil ich bei meiner Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Anmeldung „Schallgeschwindigkeit“ angegeben hatte und nicht bescheiden „36 km/hr“. Vor mir standen eine Menge anderer Fahrer, die vermutlich „Lichtgschwindigkeit“ eingetragen hatten.

Die Startblöcke waren zu klein dimensioniert, viele Fahrer die noch etwas später kamen mussten sich am Ende des Feldes einreihen. Das ist normalerweise ungünstig, da man dann nie nach vorne fahren kann, sollte aber letztendlich keine Rolle spielen.

Es begann nun das Drama, dass immer noch einzelne Privatfahrzeuge auf der abgesperrten Strecke waren und der Start nicht freigegeben werden konnte. Als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, wurde das Starterfeld von Marcel Wüst und dem Moderator auf launige Art und Weise unterhalten. Diese war im wesentlichen sinnfrei („Wer mit zwei Trinkflaschen fährt hält jetzt bitte einmal die Arme hoch“) und sehr gequält und bemüht. Zeit also ein paar Fotos zu machen, fotographiert zu werden und die Nachbarn im Block zu beobachten.

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Schlechte Laune in Startblock A. Mein gelber Nachbar war auch nicht gerade wahnsinnig gesprächig.

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Vor mir war nicht viel los.

Links von mir war nichts los.

Rechts war es allerdings interessanter, hier stand ein Fahrer mit Specialized Venge (glaube ich) und Mavic Hochprofilfelgen (bei dem Wind) sowie kompletter Mavic Trikotage.

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Mr. and Ms. Specialized

War ich auf sein Rad neidisch? Nein. auf seine Freundin, die 15 Minuten das Rad hielt während er auf die Toilette verschwand, ihm Riegel verschiedener Geschmackssorten reichte und aufmunternde Worte sprach? Definitiv.

Mitterweile waren alle kalt, die Fahrer mit drei Trinkflaschen hatten die Hände hochgehalten und auch die, die nur ein Bein hatten oder 12 Finger, ich weiß es nicht mehr. Die Musik schmirgelte von den Achtzigern auf die Siebziger: Sister Sledge, Chic…. obwohl ich muss gestehen, dass ich „Good Times“ von Chic sehr „groovy“ finde. Aber auch das half nichts gegen die Kälte die sich nun in den Körper schlicht.

Wie so oft, irgendwann gibt man auf. Und so tat es die Rennleitung und startete das Rennen mit einer neutralisierten Runde die im 20 – 25 km/h durch die Strecke führen sollte. Schön, endlich ging es los und ich machte mich auf den Weg nach vorne. Tatsächlich war das Tempo von Anfang an recht ordentlich und ehrlich gesagt gibt es ja auch keinen Grund auf der Hochstrasse 25 km/h zu fahren. Dort traf ich Andreas, der mit seinen Nuttrixion Leuten unter Lichtgeschwindigkeit gestanden hatte und später auch Jessica. Als wir die Hochstraße zurückfuhren wurde auch klar, dass die Geschwindigkeit der neutralisierten Runde nicht neutral genug für viele Fahrer war, denn das Feld hatte sich bereits recht weit auseinander gezogen. Zum Glück war ich noch in Reichweite des Führungsfahrzeuges, auch wenn die Muskeln wegen Kälte schnell dicht machten.

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Andreas auf der Hochstrasse. er wird automatisch bei 130 bpm abgeriegelt.

Die neue Streckenführung fand ich persönlich nicht so glücklich, die im Pulk zu fahren war ganz schlecht, war allem der sehr holprige Teil durch Walle, aber später als sich das Feld auseinandergezogen hatte war das dann auch ganz OK. Als wir nach der ersten Runde durch das Ziel kamen, kam die Ansage, dass die Neutralisierung aufgehoben war und es ging los mit dem Tempo. Ich schaffte es noch genau bis auf die Hochstrasse hoch in der ersten Gruppe, danach war mein Rendezvous mit den richtig guten Fahrern vorbei und ich fiel aus der Gruppe heraus. Aus Erfahrung weiß ich, dass man dann nicht den Fehler machen sollte alleine aufzuholen, das verbrennt nur unnötig Körner, man schafft es eh nicht und wenn dann die zweite  nächste Gruppe kommt, dann kann man mit denen nicht auch mehr mithalten weil die Kraft fehlt. Das sagt die Erfahrung. Das Gefühl oben auf der Hochstrasse sagt scheißegal, man macht es trotzdem und so zieht dann auch die zweite Gruppe vorbei. Die Demütigung in dem Fall bestand darin, dass da auch ein Bromptonfahrer mit seinem Klapprad dabei war.

Es ist aber immer besser am Anfang vorne mitzufahren und sich dann zurückfallen zu lassen, als zu versuchen von hinten das Feld aufzurollen, denn dann hat man das Pech langsam entlangzugurken in einer Gruppe die gerade so schnell ist, dass die Entfernung zur nächstschnelleren beständig wächst und man den Sprung über die Distanz nicht mehr schafft.

In der dritten Gruppe waren dann auch zwei Fahrer  von Wiegetritt die vorne die ganze Zeit Führungsarbeit leisteten und da fühlte ich mich dann recht wohl, insgesamt waren wir etwa zu fünfzehn.

Leider harmonisierte die Gruppe nicht sehr gut. Auch in vierter oder fünfter Position stand ich recht oft im Wind, zudem war das Tempo vorne extrem verschieden: Mal ging es mit 33 km/h vorwärts, dann ein Wechsel vorne und jemand erhöhte temporär auf über 40 Sachen. Und so war es ein kontinuierliches Hecheln und aufpassen nicht von der Gruppe abgehängt zu werden. So lief das im Prinzip die ganze Zeit, am Ende der vierten Runde waren wir vielleicht noch zu zehnt. Mein Vorteil ist, dass ich keine Angst vor Steigungen habe. Bei der Auffahrt zur Hochstrasse nach dem Start und beim Anstieg zurück vom Rembertikreisel konnte ich immer wieder Distanz oder Positionen gut machen. Viele machen sich da einfach in die Hose wenn sie die Steigung sehen und lassen es langsamer angehen. Zum Glück gab es diesmal überhaupt keine gefährlichen Situationen oder Stürze.

Am Ende der vierten Runde hatte ich noch genug Power, um für den Schlusssprint zu üben und beschleunigte voll aus der letzten Kurve und flog als erster auf das Ziel zu. Dabei merkte ich wie lang die Strecke da noch ist, dass die Power nicht voll ausreicht zumal es auch voll gegen den Wind geht und das sollte mir in der letzten Runde dann helfen.

Die letzte Runde war dann deutlich langsamer als die ersten vier. Die ganze Gruppe sparte an Kraft, vermutlich deswegen weil jeder beim Schlußsprint der Gruppe vorne liegen wollte. So ging es dann zum letzten Mal auf die Nordstrasse. Etwa 500 Meter vor der letzten Kurve zog das Tempo noch einmal an, das Feld wurde nervös und jeder wollte eine in einer guten Position aus der Kurve kommen. Ich blieb in der Mitte und als einer der beiden Wiegetritt Fahrer anfing zu sprinten klemmte ich mich an sein Hinterrad und zog an den anderen vorbei. Etwa 50 Meter vor dem Ziel startete ich den Überholvorgang und danach war es dann wirklich nur noch Zentimetersache, ich kann gar nicht sagen wer von uns beiden zuerst im Ziel war. Allerdings hatte sich ein anderer Fahrer an mein Hinterrad geklemmt und der überholte uns dann kurz vor dem Ziel beide. Insgesamt war es aber ein durchaus gelungener Endspurt.

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Meine Wiegetrittgruppe im Rennen

Die Zeitmessung und die Ergebnisse sind bei der Bremen Challenge ja aus Tradition her chaotisch. Platzierung, Zeit und Durchschnittsgeschwindigkeit sich völlig unabhängig davon was tatsächlich passiert ist und in welchem Rennen man war. Sebastian zum Beispiel landete einige Plätze vor mir im 67,5 km Rennen (wenn es denn so lange war), obwohl der nachmittags im 123 km (der wie lang das auch immer war) gestartet war. Und so bin ich erst einmal ganz happy mit der Zeit von 1:45 hr, 150ten Platz von mehr als 300 Fahrern und dem 20 Platz in meiner Altersklasse (Professoren von privaten Hochschulen über 50), aber ob das alles der Realität entspricht ist mehr als fraglich. Ist auch egal, ich war zufrieden.

Nach dem Rennen sprach ich mit dem Fahrer, der mich kurz vor dem Ziel noch abgefangen hatte. Er schaute auf meine SPD Mountainbikeschuhe und sagte: „Dass Du das mit Turnschuhen gefahren bist – Respekt.“ Schönes Kompliment, auch wenn das meine geliebten Shimano MTB Schuhe von 2004 sind, davor bin ich nämlich wirklich noch mit Turnschuhen und Hakenpedalen gefahren.

Im Anschluss an das Rennen traf ich Niels und seine Frau? Freundin? mit der ich bestimmt schon zehn Mal gesprochen habe und von der ich immer noch nicht den Namen weiß. Jetzt gab es erst einmal eine leckere Pommes.

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Von Sportmedizinern empfohlene Nahrungsaufnahme nach einer Stunde kalt im Startblock und eineinhalb Stunden heiß im Rennen.

Und so mit war gegen 12 Uhr alles vorbei und dass ohne das es angefangen hatte zu regnen. Ich schaute mir dann mit Torsten und Thorben den Rest des Rennens an, wobei wir, so gut wir konnten, am Anstieg zur Hochstrasse Philipp, Sebastian und Ulrich Jahn anfeuerten.

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Die richtig schnellen Jungs beim Anstieg

Da war sehr lustig, machte Laune, aber nachdem ich fast den gesamten, lebenden Samstag in Osnabrück beim Radfahren verbracht hatte und nun auch den halben Sonntag, war es zeit sich wieder mehr um die Familie zu kümmern. Zumal es ja einiges an Heldentaten zu berichten gab.

Es folgt jetzt eine längere Blogpause, da ich mich morgen mit eben dieser Familie auf der Estland mache.

Danke an Harald und Niels für die Fotos.

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City Triathlon Bremen: Photonenstrecke

Lost in the Wechselzone

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Didi – yeah


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Ergebnisse Mixed Staffel

2014 2013 2012

Bericht Weserkurier

Photos Weserkurier

Bericht Syker Kreiszeitung

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Contra Vento: Bremen Citytriathlon 2014

Sollte jemand wissen wollen, wie es heute beim Citytriathlon war, dann schaue er sich die folgenden Videos zur Einstimmung an.

Irgend eine Idee, was diesen Songs allen gemeinsam ist, AUSSER das es Songs sind die übewiegend von langweiligen, alten Männern gehört werden? Genau. Das Wetter war heute etwas windig und man konnte nicht ganz so relaxed fahren wie die hier Musik machen:

Aber alles der Reihe nach. Beim diesjährigen Bremer Citytriathlon waren wir erstmals mit drei Teams am Start, den HIWL Stars (Philipp und Anna Lühmann sowie Jan-Cedrik), den HIWL Profs (Uwe, mob und Midori, alle keine Profs) und den HIWL Studis (Brake, Till und Joshua). Da es bis zur letzten Minute Unsicherheit gab, wer nun in welchem Team startet und was macht, entsprechen die offiziellen Startlisten nicht ganz den Tatsachen die von der HIWL geschaffen wurden.

Ich war relativ früh da, da die ganz Arbeit des organisierens wieder an mir kleben geblieben war. Ich war sogar so früh da, dass ich der ersten Frau und dem ersten Mann begegnete:

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Wow, die Bibel hatte also doch recht. Nun wusste ich, dass ich noch ein wenig Zeit hatte, um mich hinzulegen, und durch das griechische und römische Reich zu schlafen, das Mittelalter und die Gründung der Hanse zu verpennen und dann wenig berührt von Renaissance, Barock und deutscher Kleinstaatelei und Vereinigung, Krieg, Krieg und kaltem Krieg pünktlich am 8. August 2014 um 13.00 Uhr wieder afzuwachen. Hatte ich irgendetwas verpasst? Nein, um mich herum Materialschlacht auf der einen Seite, Carbon Felgen und Hochprofile soweit das Auge reicht, Lenkeraufsätze, Aerohelme und Rahmen mit „Schnucki“ gelabelt.

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Daneben dann gruseligste Aluräder von Bocas und einige schöne alte Colnagos und ein ganz kleines Olmo. Ich hatte mein canyon auch ordentlich upgegradet und leicht und aerodynamisch gemacht, aber das war noch gar nichts gegen die Vorbereitung von Philipp und seinem Müsing Blitzrad.

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Wow. überklebte Löcher der Flaschenhalterbefestigung. Und jede Schraube vorne an der Bremse zugeklebt. Und dann noch dieser überaus windschnittige Aerohelm mit der Ansage. „EINS !“

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Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass die fünf Minuten Unterschied zwischen Philipp und mir fast ausschließlich auf diese aerodynamischen Spitzfindigkeiten zurückzuführen sind. das habe ich nun davon, dass ich diesen Aufwand nicht reiben wollte.

Wir standen alle in der Wechselzone rum und wurden langsam nervös. Ich fragte eine der Frauen mit gelben T-shirt wo die Toilette sei und sie antwortete „mubel..mumbel weißes Zelt da hinten, mumbel mumbel.“ Also ab zum weißen Zelt , die Eingangsplane hochgehoben un das folgende gesehen:

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Im Gegensatz zu den Dixie Klos und Piss-Satelliten auf dem Nürnburgring war diese Toilette nun wirklich septisch rein, sah aber wenig benutzerfreundlich aus. Ich entschied mich dann doch für das Dixie Klo hinter dem Zelt.

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Till und Joshua vom HIWL Studi Team

Mittlerweile waren die Schwimmer ins Wasser gegangen und der Wettkampf hatte begonnen. Die Einzelstarter waren etwas früher dran und Björn kam bereits zurück vom Radfahren und zog sich unter den kritischen Augen von Sylvie um.

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Nun wurde es langsam erst.Als erste kam Anna rein und der Wechsel des Transponders an Philipps Fuß lief alles andere als gut. Dann kam Uwe von meinem Prof- Team und ich machte mich auf den Weg auf die Radstrecke.  Ich hatte zwar meine Shimano SPD Schuhe an, damit ich gut laufen konnte, das bringt aber alles nichts wenn vor einem Oma und Opa mit ihren Trekkingrädern gemütlich auf die Strecke watscheln. Die beiden überholte ich noch in der 5 Meter Startzone. Den nächsten etwa 50 Meter weiter und dann war ich auf der Nordstrasse. Natürlich fühlt man sich hier wie der König der Landstrasse; ab konstant mit über 40 Sachen und dazu flötet man leicht gelangweilt etwa so was hier.

Dabei überholt man locker einen Haufen Leute, obwohl den ersten den ich überholt hatte setzte sich wieder vor mich. Schon bald war ich an Didi von BOC dran den ich auch locker stehen liess. Silvie, die vor mir gestartet war kam mir von der Wendemarke recht langsam entgegen. Da Silvie schnell ist, wusste ich schon, was mir jetzt auf der Rückfahrt blühen würde. Und so war es dann auch, in die andere Richtung war es selbst mit einem Puls über 170 nicht möglich schneller als 30 – 33 zu fahren. Didi holte mich nun wieder ein. Dann bogen wir in die Schleife und auf dem schnellen Stück mit dem Wind überholte ich Didi wieder. Und dann wurde es ganz eklig auf dem langen geraden Stück bei Kelloggs und am Speicher vorbei bis zum Aldi. Hier überholte mich Didi wieder. Nach der ersten Runde war ich also ziemlich im Arsch und hatte nur noch wenig Lust. Hier mal im Vergleich unsere Fahrstile nach der ersten Runde.

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Silvie – anmutisch und pefekt


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Philipp – aerodynamisch und schnell

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 mob – das aerodynamistische ist noch die Wampe

Eine Rund eum und noch eine weitere. Zum Glück kam jetzt wieder die Nordstrasse udn das Canyon Kätzchen surrte mit mir und 40 Sachen Richtung Waterfront. Leider war jetzt so gut wie keiner mehr in Sicht vor, so dass man sich nicht an jemandem festbeißen und ihn überholen konnte. Kurz vor dem Wendepunkt kommt mir wieder Silvie entgegen. Sie hat etwa eine Minute Vorsprung auf mich. Am Wendepunkt überhole ich noch jemanden und mache mich auf die Verfolgung. Muss sie wohl auch gedacht haben, denn sie haut jetzt richtig rein und ich sehe sie erst im Ziel wieder. Stattdessen wieder Gegenwind ohne Gnade. In der 2. Runde ist es fast schwierig die 30 km/h zu halten. Didi ist wieder vor mir, mittlerweile etwa 100 Meter. Zum Glück ist das renne gleich zu Ende. Auf der letzten fiesen, langen Geraden überholt mich noch jemand mit Aerohelm und einer von BOC, aber das war es dann auch. Langsam arbeite ich mich an Didi wieder ran. Die Kurven kann ich definitiv schneller nehmen und dann kommt die letzte Steigung zum Eingang in die Wechselzone. Stilstudie:

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Elegant im Wiegetritt

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Power pur.

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Hammer rausgeholt.

10609462_824203830932128_9081525950352385065_nKoalitionswechsel.

Endlich im Ziel, irgendjemand schreit vom Strassenrand, dass ich mich anstrengen soll beim laufen. SChaffe ich auch irgendwie und dann läuft Midori für mich los. Knapp unter 36 Minuten, das ging auch schon mal schneller, aber der Wind war heute wirklich tödlich.

Alle anderen sind bereits zurück und wir gehen in den Zielbereich, um etwas zu trinken und unseren Läufer anzufeuern. Unsere Läufer machen eine gute Show und Jan-Cedrik bringt die Führung ins Ziel. Zum dritten Mal hintereinander der erste Platz in der Mixed Staffel. Cool. Die Läufer der Studenten und die Läuferin der Professoren kommen etwas später rein, aber allen hat es Spaß gemacht, alle sind müde, haben sich verausgabt, wollen ein alkoholfreies Erdinger und am liebsten noch ’ne Currywurst mit Pommes.

Es gibt gar nicht viel Zeit zu reden. Es sind mal wieder ’ne Menge Leute da, die ich kenne, Andreas, Silke, Niels, Matthias, Mathias 2311, Lulle, Lalle, Lolle, Bernd, Jessica, Harald, Sönke, noch ein paar Studis von der HIWL, ads wird auch jedes Jahr mehr und erfreulicher … wenn ich da noch an meine erste Bremen Challenge 2010 denke … da war ich zwar schneller als heute kannte  aber keinen Menschen.

Die Ehrungen beginnen. Ist nervig, denn es wird in Altersklassen geehrt zunächst, also 15 bis 20 Jahre, 20, 22,5 Jahre, 22,5 bis 23,75 Jahre, 23,75 bis 23,875 Jahre – na weiß jemand noch aus dem gehobenen Matheunterricht ob die Reihe N=1 bis unendlich, Summe 1/s hoch n einen Grenzwert hat und wenn ja welchen?

Ist nervig, vor allem dann, wenn man hinter der Siegerpodestbude ein Gewitter aufziehen sieht. Dann endlich die Staffeln. Erst die Frauen und Männer.  Silvie kommt mit den Pedalos bei den Frauen auf den dritten Platz in der Staffel.

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Dann endlich die Mixed Staffel.

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Auf dem Weg.

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Mit Pokal und Urkunde

Cool, also beim Citytriathlon in Bremen hat noch nie ein anderes Team die Mixed Staffel gewonnen als die HIWL. Das wollen wir nächstes Jahr wiederholen. Na ja, heute war da allgemeine Gefühl eher, ne lass mal, aber morgen sieht das ja wieder ganz anders aus. Es freuen sich alle am Pokal und an den Preisen. Bis sie zur Tribüne zurückkommen und ich alles einsacke, denn als Repräsentant der Hochschule, die alles finanziert hat, habe ich das moralische Recht dazu. Her mit dem Pokal – Gladiatoren.

Ich hole ihn aber noch einmal raus für ein Abschlussfoto.

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Danke an alle die mitgemacht haben (vlnr om: Jan-Cedrik, Uwe, Midori, Philipp, Anna Lühmann, Joshua, Brake, Till Oliver

Im Hintergrund fängt es an zu tröpfeln jetzt bloß schnell nach Hause. Schaffe das so gerade noch. Ein schöner Tag – bis zum nächsten Jahr und Danke für den vielen Fisch. Danke an Niels für die Fotos. Ergebnisse sind noch nicht auf der Website, trage ich nach. Bitte melden, wenn noch gute Fotos da sind.

Anhang

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Warum?

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Rad am Ring 2014. Teil Zwei: Aquaplaning beim Rad beginnt erst ab 150 km/h. Sagt man.

Am Vortage begaben wir uns langsam per Auto von Bremen in die Eifel. Heute musste alles schneller werden denn wir hatten ein Rennen: Rad am Ring 2014. 

In der Tat waren wir am Freitag so langsam, dass wir auf der Autobahn, hinter Karin und Torstens Eifellandtraumwohnwagen herfahrend von einer zweiköpfigen Gruppe von Heideheizern überholt wurden. Das sollte uns am Samstag beim Rennen nicht passieren.

Ich wachte auf, es war heiß im Zelt und jemand redete. Es war Torsten. Ich konnte mich noch erinnern, dass ich ihn beim schlafengehen gehört hatte. Ich sollte ihn nun den ganzen weiteren Samstag hören aber, um das gleich zu Anfang loszuwerden, ich empfinde das als sehr angenehm. Erstens bin ich nie Ziel seines Spottes (ich werde also, nicht gemob(b)t), zweitens gehört es irgendwie zu meinem Beruf ständig zu reden und dann bin ich recht froh wenn ich einmal nur zuhören muss und drittens hält Torsten im seinem Gequatsche den ganzen Laden zusammen. Torsten ist nicht jemand mit dem ich Hegel vs. Kant diskutieren würde, aber da ich dies ohnehin nicht tu ist Torsten jemand mit dem ich jederzeit vierundzwanzig Stunden auf dem Ring radfahren würde.

Zeit aufzustehen, sich den Dreck aus den Augen zu reiben und sich frisch zu machen. Totaler Nebel auf dem Gelände, die Zeltplanen voll mit Wasser. In der Gegend um die Dixie Klos war mittlerweile die Ebola Seuche ausgebrochen. Es gibt ja mittlerweile nicht nur Dixiklos, sondern auch Dixiepiss-Satelliten in denen sich maximal vier Männer gegenüber stehen. Ist eigentlich wie Skat spielen, man läßt sich ungern in die Karten blicken.  Silvie meinte beobachtet zu haben, dass einige Männer bereits lange vor Ankunft am Satelliten blank ziehen, was ich aber nicht bestätigen mag.

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Duschen. Herrlich. Frühstücken. Super. Dann Plannungsbesprechung mit dem Team:

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Es mangelt wieder mal an allen. Meine Plannung für das Rennen war mies: Ich hatte nichts zum schreiben mitgenommen, kein PC, kein Tablet, kein Smartphone. Auch fehlten elementare Dinge wie Messer, Gabel. Becher und Teller. Und so hörte ich um mich herum immer „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?“ und „Wer hat aus meinem Becherchen getrunken?“ Und immer war ich es und immer fühlte ich mich schuldig. Ich leistete dann aber einen signifikanten Beitrag zu unserer Planung mit der Entwicklung eines neuen Softwaretools, bestehend aus einer Tupperwarendose von Philipp sowie wahllos gepflückten Blumen unserer Parzelle.

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Recht flott stand unsere Strategie fest: Wir wollten alle die Einführungsrunde fahren, da wir ja noch gar keine Erfahrung mit dem Kurs hatten und dann etwa eine Runde pro Stunde schaffen, so dass wir insgesamt auf 24 Runden kommen. Je nach Leistungsvermögen wollten wir uns dann kontinuierlich abwechseln, so dass bis in den Morgen hinein jeder eine oder zwei Runden fährt (damit auch geschlafen werden kann). Am nächsten Morgen, wenn wir alle tot sind, wollten wir uns dann weiter abwechseln, aber eben nach jeder Runde. Björn trug den Transponder in der ersten Runde.

Und ehe wir noch mehr planen konnten ging es dann auch schon zum Start, wir hatten gerade noch Zeit für ein paar Fotos.

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邪魔虫(rechts)

Am Start  trafen wir dann auch die anderen beiden Teams aus Bremen vom RCB in der großen Masse von Startern. Und auch sonst trafen wir jede Menge Gestalten, die mehr oder minder bekannt sind, insbesondere aus dem Rennrad News Forum.


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Gruppenbild mit dem RCB

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So eins, zwei Typen aus dem Forum

 

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Noch so ’nen Typ aus dem Forum

Und dann ging es, etwas unvermittelt los. Also eigentlich hätten wir da noch Stunden stehen und quatschen können.

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1. Runde Björn 0:58:23

Nach der ersten Runde war ich an sich ganz optimistisch, was die Rundenzeiten anging. Ich hatte etwa 56 Minuten gebraucht ohne mich jetzt großartig zu verausgaben und  auch ohne richtig schnell zu fahren, denn die Masse an Teilnehmern konzentriert auf der Straße machte das unmöglich. Das war aber leider eine komplette Fehleinschätzung, denn die erste Runde war deutlich kürzer (24,4 km) als alle anderen Runden (26 km).

Aber alles der Reihe nach. Der Kurs geht etwas zickig los und macht dann ein paar Wellen mit aber nichts wirklich ernsthaftes. Irgendwann einmal werden die Wellen größer und dann kommt so ein fieses Stück, wo man wirklich viel Schwung braucht um auf der anderen steilen Seite wieder hochzukommen. Mein Schwung endete dann just auf dieser finnischen Flagge, die auf der rechten Fahrbahnseite gemalt ist. Soweit so gut. Dann geht es relativ schnell in den Teil mit der Fuchsröhre und anderen Abfahrten, bis man etwa nach 12,5 km am Tiefpunkt ist im Bergwerk. Bis dahin fühlt man sich in der Form seines Lebens und beginnt dementsprechend optimistisch den Anstieg, der sich zunächst einmal über die nächsten drei Kilometer und 210 Höhenmeter erstreckt. Ist alles machbar, wenn man das ruhig und im Rhythmus angeht. Zur Erholung gibt es dann ein flacheres Stück am Caracciola Karussell bevor dann wieder eine fiese Steigung hoch zur hohen Acht folgt.

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Es wird dann wieder etwas wellig und nach einer großen Welle folgt eine sehr lange Gerade die erst abschüssig ist und dann langsam wieder nach oben zieht. Hier muss man unbedingt im Windschatten anderer fahren. Am Ende dieser langen Gearden wartet noch einmal ein fieser Aufstieg, danach fährt man in den Grand Prix Bereich ein und kann noch mal richtig Gas geben weil man weiß, dass man nun bald zuhause ist. Soweit zur Strecke (details).

Ich fuhr die erste Runde hauptsächlich mit Silvie und Silke zusammen, an der hohen Acht wurde ich dann ein wenig schneller und war vielleicht ’ne Minute schneller zurück an unserer Parzelle. Björn war vom Start weg etwas hinten, machte das aber richtig, da er ja jetzt erst einmal zwei Runden fahren musste. Das war alles trotzdem scheiß anstrengend und ich fragte mich, ob das wirklich so eine gute Idee war die Einführungsrunde mitzunehmen.

Als wir ankamen fahren wir jedenfalls ziemlich geschlaucht.

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2. Runde Björn 1:04:13

Ich fand es jedenfalls gut, dass Björn erst einmal weiterfahren musste und ich mich ausruhen konnte und ich glaube Silvie und Jessica ging es genauso. Man steht dann so an der Strecke rum und guckt den Radfahrern nach. Auf die Dauer wird das auch langweilig und man geht mal wieder Skat spielen mit den Dixiebrüdern. Oder isst was. Auch egal, es ist halt so ein typisches Leben auf dem Campingplatz.

3. Runde Silvie 058:32

Björn kommt zurück und flucht etwas wie „ich bin nicht gemacht für die Berge“, dabei sind wir hier gerade einmal in der Eifel. Trotzdem ist er zur heißesten Tageszeit zwei Runden gefahren – Respekt. Silvie fährt, wie erwartet eine schnelle Runde und wechselt zu Jessica.

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4. Runde Jessica 1:01:27

Bevor Jessica fährt gibt es eine tränenreiche Verabschiedung von Harald. Wie ich überhaupt Harald im wesentlichen, also wenn er nicht gefahren ist, als jemand in Erinnerung behalten habe, der mit abgelassenen Trägern seiner Radhose und nacktem Oberkörper sich an Jessica anlehnt. Alle anderen von uns, die schon länger in diversen Beziehungen sind, blicken neidisch auf das junge Glück. Jessica ist auch flott unterwegs, aber es wird uns auch langsam klar, dass eine Stunde pro Runde auf Dauer sehr ambitioniert ist.

5. Runde Mob 0:56:30
6. Runde Mob 0:59:21

Endlich darf ich wieder ran. Ich powere wie ein blöder, denn ich möchte schneller als in der Einführungsrunde sein (weiß aber noch nicht, dass diese erheblich kürzer war). Die Fuchsröhre runter bekomme ich meinen Tacho aber nur auf etwa 83 km/h, was ich als enttäuschend empfinde. Das klettern läuft gut, ich überhole eine Menge Leute und auch viele, die die Strecke an der Seite zu Fuß hochgehen. Mittlerweile habe ich auch raus, wie ich schnell durch die Karussells komme (innen) und wie ich in einer Gruppe bleibe um auf der langen Geraden Kraft zu sparen. Die zweite Runde gehje ich dann etwas gelassener an, denn dummerweise habe ich nun auch Hunger bekommen. Ich bin dann etwas enttäuscht, was die Zeiten angeht, aber da Andreas und Karin jetzt anfangen zu grillen hält sich das alles sehr in Grenzen. Natürlich muss ich wieder von fremden Tellerchen und Becherchen essen und trinken.

7. Runde Björn 1:04:26

Björn fährt und wir grillen. Es bleibt aber genug für ihn übrig.

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8. Runde Silvie 0:57:00

Silvie dreht wieder eine schnelle Runde, wie macht sie das nur? Entweder kommt das vom grillen, oder sie möchte schnell wieder beim grillen sein. Kann ich auch gut verstehen, es gab wirklich gut Fleisch und lecker Salate, also so wie man sich gemeinhin eine Grillpartie vorstellt. Nur das Fernsehprogramm war ein wenig langweilig und bestand aus Radfahrern die mehr oder minder schnel am Grill vorbeizogen.

9. Runde Jessica 1:01:41

Die letzte Runde vor der Dunkelheit. so dass die

10. Runde Harald 1:04:06

übernimmt.

SAMSUNG

 

In unserem anderem Team setzt Philipp neue Geschwindigkeitsmaßstäbe in der Fuchsröhre.

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11. Runde Mob 1:06:37
12. Runde Mob 1:08:39

Wieder zwei Runden für mich. Dank meiner guten Vorbereitung ist mein Rücklicht kaputt (Leyzne Femo – sieht gut aus funktioniert aber nicht gut). Zum Glück leiht mir Jessica eins. Ich habe nur eine Lampe zur Beleuchtung nach vorne und das ist etwas wenig. Die schnellen Abfahrten, insbesondere bei den Stellen ohne Lichtmast sind verrückt. Ich orientiere mich an den Rücklichter meiner Vorderleute und hoffe nur, dass diese nicht über die Böschung gegangen sind , denn dann würde ich ohne zu zögern hinterher fahren. Am Aufstieg vom Bergwerk schleift meine Bremse hinten udn ich bin ganz lahm, denke ich. Aber als ich kurz absteige um das zu prüfen stelle ich fest, dass die Bremse OK, aber meine Leistung im Arsch ist. Ein anderer Fahrer kommt vorbei und tröstet mich, dass ich absteigen musste. Ich erzähle etwas von technischen Problemen, was mir aber naturgemäß nicht geglaubt wird. Würde ich ja auch nicht glauben, diese verzweifelten Versuche zu rationalisieren. Ein anderer Fahrer sagt mir, dass ich mein Rücklicht verloren habe – Mist. Bin froh als ich wieder nach zwei Runden auf der Parzelle bin, duschen gehen kann und dann ein paar Stunden schlafen kann. Mir wird schlecht bei dem Gedanken, dass ich gerade einmal vier von meinen sechs Runden abgedreht habe und das Rennen erst zur Hälfte zu ende ist. Den anderen geht es nicht besser. Nicht nur die Fahrer sind müde, auch das Support Team hat es mittlerweile dahingerafft.

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Nun zerbröselt das andere Team. Silke ist „not amused“ weil Torsten sich mittlerweile schlafen gelegt hat und Michael (Köln) ebenfalls nach Genuß von Alkoholika verschwunden ist. Silke übernimmt von Philipp, hat aber keine Ahnung wie es danach weiter geht. Stimmung ist auf dem Tiefpunkt. Karins Nichte und ihr Freund machen Stimung am Streckenrand. Dort zu sitzen ist wie vor einem Fernseher mit einem schlechten Programm bei dem es nicht erlaubt ist den Kanal zu wechseln. Ich verschwinde in meinem Zelt und schliesse die Augen.

13. Runde Björn 1:09:29
14. Runde Björn 1:12:25

Björn bringt unser Team erst einmal weiter durch die Nacht. Soll sehr anstrengend gewesen sein meint er nachher. Ich bin froh, dass wir nicht zerbröselt sind, aber davon bekomme ich ohnehin nichts mit.

15. Runde Harald 1:06:32

Mit Harald kommt das Morgengrauen.

16. Runde Silvie 1:05:46
17. Runde Silvie 1:10:05

Nach Anbruch des Tages führt Silvie wieder. An den Zeiten kann man schon gut sehen wie viele Körner das Rennen bislang gekostet hat. Ich liege im Zelt und höre Silvie von der ersten Runde zurückkommen, sie ist müde und wil eigentlich nicht mehr. Zum Glück muss Torsten gerade rausfahren und bequatscht sie gemeinsam zu fahren. Eine Stunde mehr Schlaf.

18. Runde Mob 1:02:44

Mein erste Runde am Morgen. Es ist schön wieder in der Helligkeit zu fahren, aber die Spannung ist ein wenig raus. Ich bin auch nicht mehr ganz so ernsthaft dabei und fange an ein paar Foptos vom Aufstieg aus dem Bergwerk zu machen.

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Im Hellen fahre ich doch deutlich schneller als im Dunkeln. Ich fühle mich lasch, einerseits, auf der anderen Seite habe ich aber auch ein wenig Kraftreserven wenn ich gut im Rhythmus die Antstiege hoch fahre, und kann dann durch Erhöhung der Trittfrequenz ganz am Ende noch ein paar Leute stehen lassen, wenn die sich völlig ausgepumpt haben. Oder vielleicht bilde ich mir dies eine Woche später auch alles nur ein. Mittlerweile ist alles so wie im Wahn, die  Erinnerung ist etwas nebelig.

19. Runde Björn 1:03:39

Kann mich an nichts mehr erinnern.

20. Runde Jessica 1:05:01

Ditto. Jetzt wäre an sich Silvie wieder dran, aber die ist total geschafft von ihren ersten beiden morgentlichen Runden, so dass ich wieder übernehme.

21. Runde Mob 1:00:52

Da ich denke, dass dies meine letzte Runde ist gebe ich noch mal alles. Na ja, fast alles. Auf dem Anstieg vom Bergwerk sehe ich neben mir einen interessanten Rahmen und spreche die Frau darauf an. Just zu diesem Zeitpunkt kommt Philipp von hinten, schaut und hört sich dies an, zieht an mir vorbei und erzählt dann von meinem Flirt auf der Parzelle bevor ich wieder da bin. Deshlab in aller Deutlichkeit: Das war ein sehr schöner, gut erhaltener Krautschneider Cross Rahmen aus den Siebzigern – mehr war zwischen uns nicht! Sehe auch einen Fahrer mit Jakst Hose aus Bremen, aber der will nicht reden.

22. Runde Alle (außer mir) und Harald mit Transponder  1:07:07

Ich habe keine Lust mehr eine Abschlussrunde zu drehen, die anderen schon. Dann lieber noch einmal duschen. Bei Ansicht der Ergebnisse stelle ich fest, dass wir auch noch eine 23. Runde hätten draufpacken können, aber dazu hat auch keiner mehr Lust. Die Luft ist nun ganz raus und alle sind froh, dass es vorbei ist. Mann, war das hart, das machen wir so schnell aber nicht wieder, bitte. Einige holen für uns alle die Medaillen am Ziel ab.

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Und vor uns steht noch der Abbau der gesamten Infrastruktur auf unserer Parzelle und die lange Fahrt nach Hause. Silvie leistet großartiges beim einräumen in den Wohnwagen.

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Leider ist hier nur noch die Hand von Silvie zu erkennen und nicht mehr die schlangenartige Position in der sie sich vorher befand.

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Torsten, nicht ganz so schlangenartig.

Endlich fertig, jetzt nur noch ein paar Gruppenfotos, die netterweise einer von den Kielern neben uns macht. Die Flagge wird auch eingeholt.

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Im Wagen zurück bin ich mit Björn, der die ganze Zeit fährt, Silke und Jessica. Ich habe Mühe wach zu bleiben und schlafe immer wieder ein. Am Ende gibt es noch eine Zwischenmahlzeit beim Burger King kurz vor Bremen. Lustigerweise gibt es im Auto schon die ersten Anzeichen einer sich ändernden Einstellung dem ganzen Mühsal gegenüber. „Ah,. war doch geil!“ „Ja, und die Fuchsröhre…wow.. verrückt… aber schon geil..“ Also nächstes Jahr wieder, oder?

Ergebnisse:

Fixed Beards Bremen

Fixed Beards Delmenhorst aka Nordwest Gefälle

RCB Eins

RCB Zwei

Bin trotzdem froh wieder in Bremen zus ein und am nächsten Tag wieder ganz normal im Büro arbeiten zu dürfen.

Danke an alle Beteiligten, insbesondere an Karin und Andreas für den extrem guten Support.

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Rad am Ring 2014. Teil Eins: Like! Like! Like! lol

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Rad am Ring ist neben den Cyclassics in Hamburg und dem Velothon in Berlin eines der größeren Rennradsportereignisse in Deutschland. Zeit daran teilzunehmen. 

Wie sieht die typische Erwartungskurve eines Radrennens aus an dem man plant teilzunehmen? Nun, zuerst, also Monate vorher freut man sich sehr und erzählt es allen weiter. Wochen vorher, wenn es an die Details geht, stellt man fest, dass ausgerechnet an diesem Wochenende der Geburtstag der Ehefrau liegt und man nur hoffen und beten kann, dass man nicht auf Fotos auf facebook markiert wird, bzw. später einen riesigen Aufwand hat all‘ diese Markierungen wieder zu löschen. Zu diesem Zeitpunkt hat man auch schon die Startgebühr bezahlt, je höher diese ist, umso schlechter ist die Wettervorhersage für den Renntag. Und irgendwie ist es ja auch ziemlich bescheuert, 24 Stunden lang mit drei anderen auf einer 25 km im Kreis zu fahren und dabei jedesmal 580 Höhenmeter zurückzulegen. Weil man ja leider nicht genug trainiert hat. Bei mir kommt dann ein paar Tage vorher der Punkt, wo ich mir wünsche entweder beide Beine zu brechen, oder spontan von islamischen Milizen nach Aleppo verschleppt zu werden.

Dann fährt man das Renn, es macht auch Spaß und ganz am Ende ist man doch auch froh, dass es vorbei ist. Das ist nun mal wirklich anstrengend und auf keinen Fall macht man so einen Scheiß im nächsten Jahr noch einmal mit.  Heute, vier Tage nach dem Rennen war das natürlich ein Superereignis und klar, nächstes Jahr wieder, immer, gerne. Wie schaffen wir es eigentlich dies alles tatsächlich und ernsthaft zu glauben? Doch alles der Reihe nach.

Die Vorbereitung

Wir hatten mit Sylvie, Björn, Andreas und mir recht schnell ein Team (Fixed Beards Bremen) zusammen; dazu kam ein weiteres mit Silke, Torsten, Philipp und Michael aus Köln (Fixed Beards Delmenhorst , glaube ich). Dann machten wir erst einmal eine Vorbesprechung an der Schlachte, um alles gut zu planen, mit dabei auch Karin und Harald. Andreas hatte so etwas ähnliches wie einen Beinbruch, fiel sportlich aus, war aber netterweise trotzdem bereit mit uns zu fahren und wurde durch Jessica körperlich ersetzt. Das Treffen wurde vorbildlich mit Agenda und Actionliste von Karin organisiert und es wurden viele Fragen besprochen. Neben den besonders wichtigen (wer fährt mit dem Auto runter, wer nimmt wen mit, usw.) auch die ganz besonders wichtigen Fragen (Kräutersteak oder Pute für den Grill, Anzahl der Rostbratwürstchen im Verhältnis zu den Nürnberger Würstchen, Farbe der Isomatte in der Teamabstimmung etc.), also Dinge die ernsthafte Erwachsene eigentlich den ganzen Tag lang beschäftigen sollten. Die weitere Abstimmung fand über facebook chat statt. Hier wurden im präzisen Dialog der Teilnehmer weitere Entscheidungen getroffen und schriftlich fixiert. Anbei ein paar besonders wichtige im Faksimile, die uns letztendlich dabei geholfen haben fast zu gewinnen:

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Ich glaube, insbesondere die unten dokumentierte Entscheidung über die richtige Komposition des Nudelsalats, insbesondere unter Ernährungspsyschologischen Gründen war eine sehr gute. Für mich war die Konsequenz, dass ich möglichst wenig in facebook geschaut habe, sämtliche akkustischen Signale an meinem PC auf stumm stellte und mir wenige Tage später ein Zelt kaufte. Ja, ich weiß, ich gehöre noch zu einer Generation, die die erste Versuche im Schreiben mit Gänsekiel und Tintenfäßchen auf Büttenpapier von Gohrmühle begonne hat. Eine Generation die noch weiß, dass die Anzahl der weißen Lilien im Blumenstrauss von Fleurop an die Dame des Herzens übermittelt, die Stunde des nächsten heimlichen Treffens  anzeigt, die roten Rosen jedoch der Code für den Ort sind. Die gelben dann stellen die Frage nach der Treue. Douglas Adams, wieder so ein Typ der zu meiner Jugend sehr cool war und den nun Englischlehrer, die in meiner Jugend so jung waren wie ich, Ihren verzweifelt gelangweilten Schülern zum lesen aufzwingen, sagte einmal:

I’ve come up with a set of rules that describe our reactions to technologies:
1. Anything that is in the world when you’re born is normal and ordinary and is just a natural part of the way the world works.
2. Anything that’s invented between when you’re fifteen and thirty-five is new and exciting and revolutionary and you can probably get a career in it.
3. Anything invented after you’re thirty-five is against the natural order of things.”

Fazit: Ein komplexes Ereignis wie Rad am Ring mit ca. zehn Personen auf facebook abzustimmen ist hoffnungslos. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es auch sonst hoffnungslos ist. Am Ende gaben wir alle auf, liessen Karin machen und das war auch gut so.

Björn und Jessica holten mich am Freitag nicht ganz um eins ab und wir fuhren dann zu Silke. Björn relativ großer Benz war mit unserem Zeuch schon komplett voll, aber zum Glück würde Silke ja nicht so viel Gepäck haben und den Rest sollten wir doch locker bei Torsten in den Wohnwagen bekommen. Im Wagen von Björn lagen merkwürdige Dinge: Gleich zwei Kühlboxen, dicke und schwere orange Kanteisen deren Verwendungszweck sich mir entzog, Kistenweise Vilsa Mineralwasser und Cola (jeder von uns hätte sich locker eine Kiste an das Rad schrauben können) und viele andere Dinge von denen ich nicht unbedingt der Meinung bin, dass man sie auf eine Reise mitnahmen muss. Silke überraschte uns dann mit einer Monstertasche, und zwar der von der Transalp. Udn als wir dann bei Torsten ankamen, überraschten uns alle damit, dass auch der Wohnwagen mehr oder minder komplett beladen war. Wir hatten unheimliche Menge von „Zeug“ dabei. Wäre meine Frau dabei gewesen, hätte sie noch einen 10 kg Sack japanischen Reis zugepackt, aber vielmehr hätte ihr auch nicht mehr einfallen können. Es war, als wenn wir damit rechneten, dass nun am Samstag Deutschland atomar ausgelöscht wird und wir nun auf uns alleine gestellt für ein Wochenende überleben müssen, bevor wir von Suchmannschaften des ADACs gerettet werden (sofern wir dort noch Mitglieder sind).

Dann ging es los: Karin mit Torsten und Philipp im Delmenhorst-Hummer und Wohnwagen; Silke, Jessica, Björn und ich im dicken Benz, Andreas, Sylvie und Harald im schicken Benz. Und kaum waren wir richtig im Schwung auf der Autobahn gab es bereits die erste Pause bei McD. Denn OBWOHL wir so saugut geplant hatten und OBWOHL wir mehr Nahrungsmittel an Bord hatten als im Jahr in Burundi geerntet werden, hatten wir alle vor lauter Aufregung nichts gegessen, nicht ans Essen gedacht und sind blauäugig einfach ins blaue gefahren. Ich finde McD auch doof. In Deutschland gibt es wesentlich bessere Restaurants in denen man gut essen kann, z.B. Wolfgangs Bierstube auf dem Weg nach Adolfsdorf (das ist kurz vor Schlußdorf).

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Na ja, vielleicht ist das rote M doch ganz OK.

Und ehe wir uns versahen waren wir in der Eifel. Die Eifel erkennt man daran, dass man zunächst, aus bremischer Sicht, den Rhein überqueren muss, was bei mir als geborenen Rheinländer immer heftige heimatliche Emotionen auslöst, um sich dann nach einer Weile in den Bergen wieder zu finden. Als Bremer ist man geneigt zu denken, dass Berge etwas sind was wir in den Alpen finden, wie etwa den Tourmalet oder den Ventoux und was verdammt weit weg ist. Es gibt eine Ausnahme, und das ist der Harz aber das ist eine in ihrer Art unnatürliche, sehr kleine und sehr merkwürdige Ansammlung von größeren Erhebungen in gerade noch bahnläufiger Entfernung. Aber sonst beginnt, nach bremischer Ansicht, hinter dem Harz wieder das flache Land und ziegt sich runter bis nach Sonthofen, wo dann in etwa die Alpen beginnen (das muss so sein, weil dort die Transalp startet).

Jedenfalls sind die Hügelchen in der Eifel schon sehr erhaben und auch sehr furchteinflössend. Mir war nicht ganz neu, dass Formel Eins Strecken nicht unbedingt alle im flachen Land gebaut sind. Ich bin zweimal Rennen auf dem Fuji Speedway Formula One Track in Japan gefahren. Einmal ein professionelles Rennen, von dem es ein prima Video gibt, dass man sich unbedingt einmal ansehen sollte, wenn man nicht weiß wie Pro Rennen in Japan wirklich sind. Man beachte die Highspeed Position eines Fahrers bei etwa 4:38 min, nur wer von unten an den Korb fasst schafft die Schallmauer.

Da andere Mal bin ich bin dort mit Alain ein Jedermann Rennen gefahren bei dem wir sogar den dritten Platz gemacht haben. Alain ist so ziemlich der technisch beste Radfahrer den ich je kennengelernt habe; nach eigenen Angaben war er einmal Meister der französischen Studenten. Er hat mir aber immer verschwiegen, ob das auch in Frankreich war oder in der Mongolei.

An das Rennen kann ich mich gut erinnern, es war einer dieser scheiß-heißen Tage in Juli im Japan und ich dachte dass wir uns als Zweimanteam bei einem 3 1/2 Stunden Rennen fahren würden, immer schön abwechselnd, Alain ein bisschen mehr da sowieso besser als ich. Ich hatte einen bequemen Sessel mit und eine kleine Wasserflasche mit und freute mich auf ein paar vergnügliche Stunden. Dann fanden wir heraus,. dass wir immer alle beiden fahren müssen und dass unsere Runden und Zeiten addiert werden. Vorbei schöne Zeit. Irgendwie habe ich das überlebt und jetzt, etwa 6 Jahre Später, würde ich das natürlich immer wieder genauso machen. Man kann aber schön sehen, wie meine Leistung über die Zeitdauer des Rennens in den Keller geht.

Je näher man dem Nürburgring kam, umso seltsamer wurde auch die Auswahl von Geschäften am Wegesrand. Gab es in einem Dorf noch ’nen Lidl, ’nen Aldi und ’nen Netto, waren im nächsten an sich nur noch Ferrari, Aston Martin und Moto Guzzi Händler. Und dann waren wir auch schon am Ring, der eben erstaunlicherweise mitten im Wald und irgendwie in den Bergen lag. Torsten führte und zu unserer Parzelle. Die war anders, als die Parzellen von Campingplätzen außerhalb des Rings.

Außerhalb gab es schöne Campingplätze mit großen Wiesen und Blick auf den See oder Fluss, hier war alles winzig und klein und zugebaut von anderen Radteams. Also mussten wir richtig gut überlegen, wo wir unseren Wohnwagen, unser Sumo-zelt für Frauen, die beiden Einzelzelte, die beiden Pavillons bauten und dann auch noch drei Autos dazu parkten. Aber irgendwann hatten wir es dann geschafft und sassen mit einem Bier in der Hand, einem Lächeln im Gesicht und einer riesigen Schüssel Nudelsalat vor uns am Tisch und chillten gemeinsam. Nun wurde auch klar, wofür diese orangen schweren Eisenteile waren, das war ein Teil des riesigen Fahnenmastes den mir mit hatten und an dem zunächst die Bremer Speckflagge und später auch der flandrische Löwe im Wind flatterten.

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Wir hatten die größte Fahne überhaupt. In diesem Moment, als es langsam dunkel wurde, und die Kieler Nachbarn neidisch auf unsere Fahne schauten, da umwehte als alle ein Hauch von Stolz und Ehrfurcht vor den Aufgaben die am nächsten Tag auf uns zukommen würden. Würden wir als Bremer (Delmenhorster) Team zusammenhalten oder einbrechen? Würden wir gute Rundenzeiten hinlegen? Würden wir es schaffen uns auf Dixieklos mit einer Hand die Nase zuzuhalten und mit der anderen den Hintern abzuwischen ohne dass der Haustürschlüssel in die Scheisse fällt? Das waren so ungefähr die Gedanken die jeden von uns bewegten bevor wir uns in die Schlafsäcke rollten und die Augen schlossen.

Demnächst mehr.

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Morgendämmerung am Bergwerk

1407 RaR 01und nachts in der Fuchsröhre

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von | 27. Juli 2014 · 20:56

Alles in Butter. Kuchen: RTF Barrien

 

An einem Dienstag in Duisburg: Hatte ich mich in einem der letzten Posts irgendwie abfällig über Magdeburg geäußert? Das tut mir nun leid.

Der IC kommt um 9:10 Uhr im Hauptbahnhof in Duisburg pünktlich an. Das ist schlecht, denn ich hatte mich darauf verlassen, dass mich die Deutsche Bundesbahn mit mindestens einer Stunde Verspätung ans Ziel bringen würde. Aber selbst auf die Unzuverlässigkeit der Bahn kann man sich nicht verlassen. Dem Taxifahrer sage ich, dass ich es nicht eilig habe. „Prima, dann kann ich Ihnen ja noch etwa von Duisburg zeigen“! OK, was zum Beispiel? Es folgt eine gefühlte Viertelstunde des Schweigens. „Den Puff?“ Nein Danke, es ist Dienstag morgen, ich habe gerade einmal eine Stunde Zeit bis zu meinem Termin und möchte nicht völlig dearrangiert aussehen. Und das sind nur einige Gründe die mir spontan einfallen.

Zu Mittag gibt es zumindest Schnitzelparade im Casino Bliersheim.

An einem Sonntag in Barrien. Vor einer halben Stunde haben wir uns in Bremen am Weserwehr getroffen und sind zusammen nach Barrien geradelt. Erstaunlicherweise konnte ich das Tempo der Gruppe nicht mithalten, zunächst dachte ich, dass es einfach meine Kondition nach der RTF gestern in Bramsche war. Dann stellte ich fest, dass meine Hinterradbremse zu fest eingestellt war und sich das Hinterrad nicht richtig drehen konnte. Nachdem die Bremse gelöst war, ging es wieder gut weiter. Nur die Gruppe war weg und ich musste allein meinen Weg nach Barrien finden. Kein Mensch auf den Strassen in dieser gottverlassenen Gegend. Könnte natürlich auch was damit zu tun haben, dass es kurz nach sieben Uhr morgens an einem Sonntag Morgen ist. Irgendwie komme ich dann doch nach Barrien rein, bin aber der in einem total verlassenen Einfamilienhausgebiet. Kurz danach finde ich den Sport- und Startplatz. Silke fragt mich: „Warum hast Du nichts gesagt?“ Na ja, da ich ja dachte, dass es an meiner Kondition liegen würde, hätte ich da schreien sollen: „Hey, nicht so schnell, ich kann nicht mehr!“ oder „Wartet ihr Ssssschweine?“ Nein, all dies verstößt leider eklatant gegen die ungeschriebenen Gesetze des Radsports.

Trotz Rhönmarathon und Elfstädtetour sind jede Menge Freunde und Bekannte aus Bremen da. Olli und Corinna seit langer Zeit mal wieder, Jörg, Johannes, Sebastian, Silke, Philipp, Andreas, Axel, Nils, Alfred, Ralf … eine RTF ist da Äquivalent von als Sechsjähriger die Strasse hochgehen, bei seinen Freunden klingeln und schauen wer da ist. Ich denke, dass ist der größte Verlust überhaupt wenn man „erwachsen“ wird, die Möglichkeit zu verlieren seine Freunde einfach sofort zu sehen. Heute muss ich mich zwei Wochen vorher zum Essen verabreden oder zehn Messages auf facebook oder Whatsapp schicken.

Am Start stehen Axel und Nils und seine Fotografin ganz vorne. Es wird die beste Platzierung sein, die sie im Verlaufe der RTF erreichen werden.

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Eine kurze, motivierende Ansage des Veranstalters folgt. Ich gebe dies hier nicht wortgetreu wieder, aber in etwa die gefühlte Lage:

„Ihr fahrt nach Straßenverkehrsordnung und auf eigene Gefahr und Rechnung. Die ganze Strecke ist abgeschottert (ich hatte irrtümlich verstanden „abgeschottet“ und mich schon wie blöde gefreut), also irrsinnig gefährlich. Außerdem gibt es mindestens zwei Schützenfeste und sowieso überall Pfingsten. Die Schützen schießen schon mal ganz gerne ein paar Radler ab. Ein paar ganz schlechte Stücke haben wir auch drin gelassen, die werden jedes Jahr noch schlechter, aber uns ist nichts besseres eingefallen. Hinter Bokel laufen blutgierige Zombiebären auf der Strasse rum, vor Gessel haben sich einige afghanische Freischärler verschanzt. In Bruchhausen-Vilsen wird der Ausbruch mehrerer extrem ansteckender Seuchen vermeldet und für 11: 11 Uhr ist der Weltuntergang vorhergesagt. Ach so ja, und wenn ihr, wieder allen Erwartungen überleben solltet, dann macht euch darauf gefasst, dass euer Rad dann geklaut wird. „

Es ist diese klassische Situation, die danach schreit die Frage zu stellen: „Ist das auch alles, oder verschweigen Sie uns etwas?“ Stattdessen bleiernes Schweigen interpunktiert von nervösem Lachen. Eigentlich wollen alle wieder nach Hause, aber die ungeschriebenen Gesetze des Radsports verlangen ……

Ready to go? Fire it up!, so etwa hatte ich mir Motivation beim Radrennen vorgestellt.

Ich hänge mich an die erste Gruppe ran. Wir kämpfen so ungefähr fünf Minuten, aber mir ist eher nach Kaffee- und Butterkuchenfahrt als nach Rennen zu Mute. Rausfallen lassen. Vor mir ist ein Mädel vom TCB. Ich hole sie ein und wir fahren gemeinsam bis wir noch einen anderen Fahrer eingeholt haben. Dann kommt auch schon eine größere Gruppe mit Philipp, Silvia und Andreas in der wir bis zur ersten Kontrollstation bleiben. Die ist etwas chaotisch, zudem gibt es da einen Organisator, der uns zu vernünftiger und disziplinierter Fahrweise anleiten will. Das will zumindest ich nicht. Möchte ich diszipliniert fahren, fahre ich im Verein. Mache ich aber nicht.

Kurze Pause, noch zu früh für Butterkuchen. Irgendwie schaffen wir es einen neue Gruppe zu organisieren. Allerdings ohne Andreas der eine klassischen „Wardrobe Malfunction“ Janet Jackson’schen Ausmasses erlebt und den wir erst am nächsten Kontrollpunkt wiedertreffen.  Bei der Ausfahrt ist rechts ein Stück Wiese abgezäunt, ein Schild weist auf die Verwendung hin „Pissoir“.

Wir fahren los, gleich eine Steigung hoch und oben überhole ich noch so gerade einen gelben Kugelblitz. Nette Gruppe, nette Strassen, Tempo ist nicht zu hoch und an der Steigungen wird trotzdem gut gebolzt. So macht das Spaß. Man kann sich unterhalten, aber auch schnell fahren. Eins von den TCB Mädels fährt extrem kraftvoll und bolzt jede sich auf tuende Lücke zu.

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Nächster Kontrollpunkt. Mehr Butterkuchen. 1406 RTF Barrien 05Mehr Arme die gierig nach Butterkuchen greifen.
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Unsere Gruppe bleibt in der Kernmannschaft zusammen. Es folgt „das schlechte Stück“. Andreas und ich sind gerade vorne und verschleppen das Tempo. Andreas ruft noch: „Vor….“ und das „…sicht“ folgt als er bereits mit dem halben Oberkörper über dem Lenker ist. So ein Cervelo Rad ist halt brutal hart und nicht für solche Strecken geeignet. Nächster Kontrollpunkt. Drei Stück auf 115 km Strecke ist sehr großzügig. Noch mehr Butterkuchen.

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Der erfahrene Butterkuchen-RTF Fahrer nimmt zwei Stücke und klappt diese mit den zuckrigen Seiten aufeinander um sich die Hände nicht schmuddelig zu machen. Man kann dann auch noch eine halbe Banane dazwischenlegen. Die andere Hälfte hatte ich mit einem Mädel geteilt.

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Sehnsucht (links) nach Perfektion (rechts)

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2008 Japan Cycling Racing Club Champion Jersey. Plus weiße Bibshorts in Erwartung heißestem Wetter. Nachdem mein Sohn mich gestern nervte „Boh – Du bist voll rot!“ War heute das Design Thema polnisches Nationalteam.

Noch 20 Kilometer bis zum Ziel. Entspannt plaudern Silke und ich. Ortsschildsprint nach Barrien rein. Ich fahre ein wenig bescheuert und haue fast jemanden raus. Einlauf auf dem Sportplatz. Es gibt eine Hüpfburg und unglaubliche Massen von Menschen. Wohnen die wirklich alle in Barrien? Und wo sind die, wenn man sonst so durch den Ort fährt?

Lockeres Ausklingen, ja, nächste Woche ist RTF in Goldenstedt. Wenn das Wetter gut ist sollten 208 km OK sein. Plus 2 x 12 km hin und zurück vom Bahnhof in Barnstorf. Ganz so locker ist es nicht, die Gewitterwolken stehen bereits fast über uns.

Wir fahren in einer größeren Gruppe zurück Richtung Bremen. Zunächst ist alles fein, aber denn beginnt es zu regnen. Und dann auch noch zu blitzen und zu donnern. Silke ist zu Glück einigermaßen betrunken und merkt nicht, was um sie herum so passiert. Einige von uns kugeln raus oder werden vom Blitz getroffen, wer weiß das schon. Ich habe jetzt irgendwie Lust auf das Freibad Horn, aber Silke meint, dass die Leitung bei Gewitter alle aus dem Becken holt, denn wenn der Blitz da einschlägt ist das wie eine Riesengroße Fritteuse. Mehr Blitze, mehr Donner. Weltuntergang doch nicht um 11:11 Uhr, sondern etwas später, vermutlich weil organisiert von der Deutschen Bahn. In Bremen hört es dann wieder auf. Nass zuhause aber glücklich.

Fazit: sehr gut organisierte RTF auf sehr schönen Strecken. Hat richtig viel Spaß gemacht. Bis nächste Woche.

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Alles was man über Delmenhorst wissen muss. Und Angst hat zu fragen.

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„Und hier“, so klären mich meine beiden Begleiter aus Delmenhorst auf, „hat man vor ein paar Wochen eine Leiche im Bach gefunden.“ Einige hundert Meter weiter gibt es eins von drei Hochhäusern in der Stadt; und von diesem ist  vor kurzem jemand gesprungen ist. Vorher gab es noch einen Häuserblock mit abgebranntem Dachstuhl, alle dort lebenden Familien mussten evakuiert werden. Willkommen in Delmenhorst.

Ganz so schlimm ist es dann doch nicht, wie man im Stadtführer über Delmenhorst nachlesen kann. Kein Vergleich zu Emden … oder gar Wilhelmshaven.

So wundert es nicht, dass die RTF Delmenhorst direkt und schnell aus der Stadt führt. Diesem Umstand ist es dann auch zu verdanken, dass diese RTF eine der schönsten Strecken überhaupt hat und eine recht clevere Streckenführung; also schnell raus aus dem Stadtgebiet bevor die Gangs die Räder unterm Sattel wegklauen bis nach Colnrade zum einzigen Verpflegungspunkt und von dort aus entweder gleich zurück in die Favelas der norddeutschen Tiefebene  (80 km) oder aber eine weitere Schleife drehen (120 km), oder noch eine weitere und andere Schleife um den Verpflegungspunkt fahren (155 km). So kann man ganz entspannt losfahren und sich beim fahren überlegen, welche Strecke man zurücklegen möchte. Das ist gut, insbesondere dann wenn für den nachmittag Regen angesagt ist.

Zusammen mit Tobi(Live) bin ich bislang nur einmal die RTF Delmenhorst gefahren, das war 2012. Damals fuhren wie die sehr seltene 138 km Strecke, die es offiziell an sich nicht gibt. Im wesentlichen handelt es sich dabei um die 120 km Strecke die man dann durch verfahren geschickt um 18 km verlängern kann.

Für eine RTF muss natürlich gut trainiert werden, damit der Körper die Belastung von 80 oder 155 km Fahrt gut durchsteht. Am besten fängt man damit nicht zu früh an, denn dann ist die Motivation zum trainieren bereits lange vor der RTF aufgebraucht und man kommt letztendlich ohne Power zum Start. Ich denke ein guter Trainingsbeginn ist etwa drei Tage vorher, da kann so ein Mißgeschick nicht passieren. Und so machte ich mich drei Tage vorher nach der Arbeit mehr oder minder in Arbeitsklamotten auf die Fahrt durch das Blockland. Ich kam an der Straße nach Ritterhude an, machte ein paar Photos von meinem Basso Fixie und mir und wollte gerade rechtswümmig zurückfahren, als eine ganze Truppe von Rennradfahrern von Ritterhude kommend auf den Deich einbog. „Prima“, dachte ich, „trainiert hast Du ohnehin schon mehr als genug, da hängst du dich jetzt dran und lässt dich nach Hause ziehen.“ Ich machte also mächtig Dampf und als ich dann dran war fragte mich gleich einer aus der Gruppe: „Kommst Du mit?“ „Klar“, antwortete ich, das waren ja nette Leute. Dieser Eindruck korrigierte sich aber schnell und auf der nach unten offenen Norddeutschen Nettigkeitsskala wurde in den folgenden Minuten eine „minus drei“ abgelesen.

Ach so, ich dachte Du gehörst zu uns und kommst bei dem Tempo nicht mit.“
Nö, das Tempo ist schon OK
„Kannst gerne mit uns mitfahren.“
„Prima, Danke“

Einige Sekunden später.

„Du hast keinen Helm. Du kannst nicht bei uns mitfahren. Das sind die Regeln im Verein. Fahr raus.“
„Von welchem Verein seit ihr?“
„Von therafit. Fahr jetzt raus.“
„OK, Tschüss.“

Na ja, ich hatte halt keinen Helm, weil ich direkt von der Arbeit kam. Und Helm mit weißem Hemd und Krawatte sieht soooooooo 1990 aus. Also ich finde das schon OK mich dann aus der Gruppe rauszuschmeißen. Nun war aber die allgemeine Erwartung an mich, dass ich mich zurückfallen lasse und brav hinter denen herfahre, bevor die Therafitgruppe dann irgendwann am Horizont vor mir verschwindet. Das wiederum fand ich eine sehr doofe Idee. Ich ließ mich zurückfallen um aus der Lücke in der Gruppe rauszukommen, dann stieg ich in die Fixieeisen und trat so gut wie ich konnte mit meinen spitzen Lederschuhen in die Pedale bis ich an dem gesamten Feld vorbeigezogen war. Mit Hemd und Krawatte wäre das noch cooler gewesen, aber mit Poloshirt war das sicherlich auch sehr eindrucksvoll.

Nun fuhr ich mit 35 km/h und gefühlter 120er Trittfrequenz etwa 20 Meter vor dem Feld her. Das war nun wirklich lustig. Also für etwa 35 Sekunden. Dann merkte ich, dass die Therafittruppe auch fast einen 35er Schnitt fuhr und drauf und dran war mich wieder einzuholen. Mit anderen Worten: Die hatten Blut gerochen, denn eigentlich war das ja, wie sich später herausstellte, nicht die 30+, sondern die langsamere 25+ Gruppe von Therafit. Das ging ja nun gar nicht. Ich musste also nun richtig reinhauen, alles geben und mich aus Coolnessgründen auf keinen Fall umschauen. Und dann hoffen, dass irgendjemand in der Gruppe „Langsamer!“ schreit, weil er nicht mehr mitkommt. Mann, war das anstrengend, so hatte ich mir trainieren an sich nicht vorgestellt. Mit konstant hohem Tempo ging es dann an der Wümme lang bis zum Kuhsiel. Dort ging mir nun endgültig die Puste aus uns so fuhr ich geradeaus weiter, in der Hoffnung dass die Truppe rechts Richtung Platzhirsch abbiegen würde. Was sie denn auch tat. Lässig lehnte ich an dem Geländer, nahm eine Schluck Wasser aus der Flasche und blickte ihnen nach.

Damit war das Delmenhorst Training beendet.

Am RTF Tag selber hatte ich Sportverbot von meinem Zahnarzt. Am Tag vorher hatte er mir zwei Backenzähne gezogen und dafür eine Packung Paracetamol in die Hand gedrückt.

„Und die nächsten drei Tage kein Sport.“
„Was ist mit Radfahren?“ 
„Na ja, schon OK, aber nicht Rennrad auf Zeit nach Wilhelmshaven!“

Wilhelmshaven? Emden? Bin ich lebensmüde, in diese Brutstätten des Verbrechens (siehe oben) wollte ich auf keinen Fall. Ich interpretierte die Aussage des Arztes so, dass nach Norden auf Zeit nicht OK ist, nach Süden aber schon. Und so kam ich am Morgen doch noch rechtzeitig nach einem Platten zum Treffpunkt an der Pappelstraße/Langemarckstrasse. Insgesamt, so hörte ich nachher, hatten sich 38 Teilnehmer aus Bremen dort getroffen, darunter auch einige die ich kannte. Philipp war da, sowie Jonas, Tobias, Torben, Silke und und und. Auf der Fahrt nach Delmenhorst hatte ich Zeit mich mit Silke zu unterhalten und gemeinsam bestaunten wir die Hazienda des kolumbianischen Drogenbarons, die er sich vor einiger Zeit an den Grenzen der Stadt Delmenhorst errichten ließ. Schlimm, wie sich das Verbrechen in der Stadt auch architektonisch manifestiert! Ich vermute übrigens, dass es sich um denselben Drogenbaron handelt, der auch in Japan am Rande des Tsukui Sees eine Villa mit Landrover besitzt.

Als wir an der Schule in Delmenhorst ankamen, waren bereits eine Menge Leute da, insgesamt sollen es über 300 Teilnehmer gewesen sein – Rekord für diese RTF. Jörg war da, wollte aber nicht fahren, Andreas, Karin, Torsten und und und.

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Andreas, wie man ihn kennt und mag.

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Jörg und ich und ein halber Kaffee. Die andere Hälfte hatte ich bereits einem Mädel…äh..geschenkt. 

Schnell war die Zeit um und ich hatte gerade noch Zeit einem Mädel meinen Kaffee auf die weißen Bibshorts zu schütten. Zum Glück sehe ich zu alt aus, als wenn das als Anmache gedeutet werden könnte. Diesmal wollten wir kein Erinnerungsphoto machen und so mogelte ich mich recht weit nach vorne am Start, um mit der ganz schnellen Truppe fahren zu können. Sicher wollten die mich mitnehmen, denn ich hatte ja nun einen Helm (Hallo Willi!).

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Genau, so weit vorne war ich! Beste Platzierung dieses Jahr. Aber nur beim Start.

Und dan ging es auch schon los, nachdem der Mann mit der roten Fahne durch das Feld ging und die Gruppe neutralisierte, was immer das heißt.

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Die ersten drei Kilometer fuhr ein Rennleitungswagen vorweg. Prima, da kann man ja locker warm werden, dachte ich mir. Allerdings fuhr dieser Wagen dann wohl mit 50 Sachen vorweg, so das sich Schwierigkeiten hatte in der Truppe zu bleiben. Nach etwa 5 km gab ich dann auf, ließ mich zurückfallen und war nun erst einmal allein zwischen Feldern. Aber zum Glück raus aus der Stadt! Ich holte einige andere Rausgefallene ein, aber die waren nun noch langsamer als ich und so war ich wieder alleine. Zum Glück kam dann die nächste große Gruppe, angeführt von Philipp, Jonas, Torben und Tobias von hinten und ich konnte mich dort einreihen. So fuhren wir einige Kilometer, bis Tobias dann seinen ersten Platten hatte. Es war nicht sein letzter heute: Drei Stück! Etwas asozial, aber vielleicht auch geprägt von den Eindrücken Delmenhorsts fuhr ich mit der Gruppe weiter, da waren jetzt vielleicht 20 Fahrer drinnen, unter anderem auch ein paar Triatathleten mit Lenkerausfsätzen und  hohen Zipp Felgen. Dabei waren auch die Armstrong Brüder, Lance, Neil und Louis, die nun eine Fabrik für Bodenbeläge aufgemacht haben. Die Trikots sahen aus wie aus Bodenbelägen gemacht und eigentlich sollte es Unternehmen heute doch klar sein, welche Bedeutung es hat, wenn Sie einen Kreis um das A in ihrem Firmennamen machen, auch wenn das sooooooo 1980 ist. Aber fahren konnten die.

Die Disziplin insgesamt in der Truppe war etwas locker und so klappte es nicht so gut mit den Wechseln vorne. Eigentlich war ich ganz froh, als wir dann am Verpflegungspunkt in Colnrade ankamen und sich die Truppe auflöste. Einige fuhren sowieso gleich durch, andere machten lange Pause und ich hängte mich an das Hinterrad des Erstbesten der wieder das Weite suchte. Der fuhr auch gut schnell. Es war trotzdem ein Fehler, denn er fuhr nur schnell die 80er Runde. An der Abzweigung zur 120er Schleife fuhr er geradeaus und ich alleine weiter. Aber zum Glück schlossen gleich zwei Triathleten zu mir auf, einer vom RCB. Mit den beiden ging es dann weiter. Machen die Triathleten die Führungsarbeit auf ebener Strecke geht es echt schnell, am Berg und auf Pflaster musste ich dann übernehmen. Gesprächig waren die auch nicht, aber es ging doch gut und schnell durch die Felder.

Bis es plötzlich zisch machte und mein Hinterreifen platt war. Ich hatte insofern Glück, als dass ich gerade Führungsarbeit machte. Einer der beiden Anderen fragte mich dann „Alles OK?“ und ich fragte „Hast Du einen Schlauch?“, weil ich meinen bereits auf der Anfahrt verbraucht hatte. Ich konnte ihm aus dem Gesicht ablesen, dass er erstens, einen Schlauch hatte und zweitens so gar keine Lust ihn mir zu geben, aber der Ehrenkodex der Radfahrer lässt einem da recht wenig Wahl. Zumal ich ihm auch 10 Euro für seinen Schlauch gab und ihm wünschte, dass er keinen Platten haben möge als er wieder losfuhr.

Ich traf dann zwei lustige Typen die auf Tourenrädern unterwegs waren und mir ihre Pumpe borgten. Noch besser, als ich wieder anfuhr gaben Sie mir Windschatten UND stoppten durch ihre bescheuerte Fahrtweise eine andere Truppe, so dass ich mich an die dranhängen konnte. Auf diese Art und Weise kam ich dann zum zweiten Mal zum Verpflegungspunkt.

Die beiden Triathleten waren schon weg, aber auch sonst war noch viel Männlichkeit vorhanden.

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 Ich vermute mal, dass das irgendwas mit dem Hells Angels Logo Verbot zu tun hat.

Also fuhr ich wieder alleine los auf die letzte 155er Schleife. Das Wetter war ja immer noch gut zum Glück, kein Regen in Sicht. Alleine war ich nun recht langsam, aber bald holten mich ein Südschwede (siehe Startphoto) , ein Vegesacker und ein weiterer Teilnehmer ein und so fuhren wir zu viert weiter. Und so kamen wir zum letzten Mal an den Kontrollpunkt. Ich machte mich wieder auf den Weg, aber schon bald holten mich ein Südschwede (siehe Startphoto) , ein Vegesacker und ein weiterer Teilnehmer ein und so fuhren wir zu viert weiter. Kennen wir schon. Und täglich grüsst das Murmeltier.

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Wie man sieht, alleine auf der 155er Schleife.

Aber nicht nur das, etwa 20 km vor dem Ende der RTF fing es nun richtig an zu schütten. Endlich, ich konnte mich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, dass ich mal eine RTF trocken fahren sollte nach den Erfahrungen beim Roten Fuchs und beim Velothon dieses Jahr. Ich wurde also richtig nass. Und während der Südschwede, der Vegesacker und noch einer erst einmal Unterschlupf an einer Lebkuchenhütte im Wald nahe der Stadtgrenze von Delmenhorst suchten, fuhr ich einfach weiter, über die Panzerstrasse bis in Delmenhorst wieder die Sonne schien und ich am Zielpunkt angekommen war. Eine sehr schöne RTF und mit An- und Abfahrt fast 195 km lang.

Am Ziel waren noch Torsten, Karin und Andreas; ich holte mir ein Brot und etwas zu trinken und wir hingen dort locker ab.

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Später kam auch noch die Truppe um Philipp, die wohl dieses Mal die Seiche am Hinterrad kleben hatten.

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Tolle RTF wirklich. Ich kam sogar noch getrocknet und trocken nach Hause und am Abend fing es dann wie verrückt an zu regnen. Zum Glück sass ich zu diesem Zeitpunkt wieder in Bremen, der sichersten Stadt im Universum jenseits von Betageuze.

Danke an alle die da waren. Photos werden noch nachgeliefert. Hier ist ein repräsentative Auswahl von offiziellen Photos. Wenn die Benutzung nicht OK ist bitte ich um Nachricht.

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 Die Jäger hetzen die Beute.

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Hat so einen Feldmarschallmäßigen Schritt, ist mir gleich aufgefallen.

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Bananen teilen – habe ich als Teenie auch gemacht. Banana Split. Obwohl Ahoi Brause ist besser. Aber soooo 1970.

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Super: Aero in der Boxengasse – da wird keine Sekunde verschenkt!

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Äh, nicht zu verwechseln mit den Armstrongs, die haben auch ein umkreistes „A“.

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RTF Roter Fuchs: No dogs allowed

Wir waren also nun in der Ortschaft Flecken Greene im voll erschlossenen Neubaugebiet.

spielstrasse-blau1„No dogs allowed.“ (Tom Hanks ab etwa 08:58)

Und machten uns weiter auf den Weg, denn wir hatten noch gut 100km vor uns. Zusammen mit Racer X bildeten Hannes und ich eine richtig gute Truppe. Racer X mit Cervelo und Zeitfahraufbau zog uns überwiegend durch die flachen Stücke, von denen es leider viel zu wenige gab. An der nächsten Steigung zum Wenzer Berg zog es uns davon und wir dachten, dass dies das Ende unserer Freundschaft mit Racer X wäre. Aber er wartete bei der Abfahrt auf uns. Dann ging es, unvergesslich durch Grünenplan, eine Ortschaft die ich mir aus verschiedenen Gründen gemerkt habe. Die Streckenführung führte uns zunächst über wenig sinnvolle und im Kreis führende Steigungen und Abfahrten die sich im wesentlichen auf und um das Gelände der Firma Schott konzentrierten. DAS erfuhr sich in etwa wie eine Werksbesichtigung. Trotz aller Umwege, wir verbrachten viel zu wenig Zeit in Grünental. Wer hätte z.B. gewußt, dass hier einst Ludwig Ruhe eine Tierhandlung unterhielt, die sich zur größten Kanarienvogelhandelsfirma der Welt entwickelte (1993 dann pleite durch den Markteintrii von Tamagotchis)? Ich denke, wir in Deutschland können stolz auf unsere leistungs- und konkurrenzfähige Industrie sein, auf die Pioniere der früher Wirtschaftsjahre und dass was wir erschaffen haben, auch wenn es dann Grünental heisst.

Dem Labyrinth Grünenplans entkommen hatte ich die Gelegenheit hatte mich beim Anstieg auf den roten Fuchs abzusetzen. Oben am Kontrollpunkt machten wir eine längere Pause und füllten unsere leeren Batterien mit Bananen, Rosinenbutterstullen und Multivitaminsaft auf, den Lachsbrötchen waren hier weit und breit nicht zu sehen. Der rote Fuchs ist tatsächlich eine Waldgaststätte von der jede Menge Wanderer ihre Wanderung beginnen oder enden oder gleich sein lassen, um dort Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen.

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Lachs und Fuchs

Ganz am Anfang hatte ich einen anderen Fahrer in einem wahnsinnig häßlichem Outfit überholt. Nach dem ersten Kontrollpunkt passierten wir den wieder. Dachte ich, denn ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es zwei Menschen auf der Welt gibt, sie sich so etwas antun. Mein Glaube an die Menschheit ist aber nun wirklich naiv. Hier stand nun eine ganze Truppe von diesen Blut/Eiter oder Ketchup/Senf Fahrern aus Obernkirchen: Weltbekannt durch seinen Sandsteinabbau; das weiße Haus in Washington ist zum größten Teil mit Oberkirchener Sandstein erbaut wurden. Hätte es en Oberkirchener Modedesigner entworfen hätte es vermutlich eine rot-gelbe Fassade.

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I have nothing to offer but blood, sweat and tears (Winston Churchill, 1940)

Wir waren aber wegen dem Wetter doch recht nervös und machten uns auf den Weg zusammen mit einer anderen Gruppe von Triathleten. Einige hatten normale Rennräder, andere fuhren Zeitfahrräder mit hohen Carbonfelgen und Lenkeraufsätzen und dritte hatten wiederum orange Kompressionssocken an, die bis nach Giesen und Grünenplan strahlten. Mit dieser Gruppe zusammen fuhren wir etwa bis Bisperode, wo siich alle bis auf Racer X von Hannes und mir an einem Anstieg absetzten, um dann kurz danach und vor dem nächsten Kontrollpunkt eine Abzweigung zu verpassen, so dass wir dann doch vor ihnen an der Verpflegung waren. Wieder keine Lachsbrötchen.

Es waren jetzt nur noch 22 km bis zum nächsten Kontrollpunkt und wir fuhren jetzt wieder zu dritt auf eine ziemlich fiese Regenwand zu. Zwar achte die Strecke zweimal den Versuch vor der Regenfront nach rechts abzubiegen, aber es begann nun immer stärker zu tröpfeln und als wir schliesslich, Schieber überholend, am letzten Kontrollpunkt angekommen waren, begann es aus allen Eimern zu giessen bis nach Giesen. Es war nun klar, dass wir völlig durchnässt am Ziel ankommen würden.

Es ist nicht gerade hilfreich, wenn man dann an der Verpflegungsstation, aus einem Vorbaudach an einem Einfamilienhaus bestehend, das Essen unter, die Getränke weit vor dem Dach, steht und neben einem erzählt jemand davon, dass er nun aufhört und sein Rad in den großen weissen VW Transporter packt und zurück nach Giesen fährt. Unwillkürlich denkt man, wow, in diesem riesigen Transporter ist doch bestimmt ne Menge Platz, da passen doch locker das Rad von Hannes, Racer X und mir rein und .. tschüss Wetter, Sayonara Regen. Einerseits, anderseits mag es ja jeder denken, wenn man aber durch die Freundschaft in einer knallharten Männertruppe  (Racer X, Hannes und ich) gebunden ist, dann mag es auch keiner aussprechen. Und so setzten wir uns wortlos und ohne Murren wieder auf die Räder und fuhren die recht unerfreulichen letzten 22 km zurück nach Giesen. Ich hatte zwar Schutzbleche am Rad montiert, da der Regen aber von überall kam brachte das Recht weg. Richtig gut war das nur für die, die in meinem Windschatten fuhren. Am letzten Anstieg packte Hannes noch das ganz große Kettenblatt aus und Racer X ging die Batterie aus. Er hing nun in den Seilen wie die Zink Kohle Konkurrenz des Duracell Hasen. Ich hing irgendwo dazwischen. Dan kamen wir gemeinsam in Giesen an, den Moment hat Karin großartig im Foto festgehalten.

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Ankunft nass in Giesen

Und natürlich ist das wie jedes Mal: Die letzten Kilometer waren wirklich nicht spassig, aber wenn alles vorbei ist, ist alles toll und aufregend gewesen und man denkt nicht mehr an die Schmerzen. Ich habe aber am Samstag insofern weiter gedacht, als ich den Brooks Cambium C17 Sattel von meinem Rennrad abmontierte – das Teil ist über längere Distanzen einfach zu schmerzhaft, ich brauche etwas mit Loch in der Mitte.

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War was?

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Während Hannes und ich tief durchnässt und völlig aus der Facon ankommen, sieht Jonas mal wieder aus wie frisch von der Maniküre.

Die Zugfahrt zurück war wie immer lustig und ein wenig zu lang. Aber gearde noch lang genug um zwischen Sarstedt und Hannover komplett die Kleidung zu wechseln.

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Willi, immer noch ohne Helm

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Partyvolk

Neben allgemeinen renn- und radtechnischen Fragen, bietet die entspannte und unverkrampfte Atmospähre einer Zugfahrt die Möglichkeit auch einmal richtig interessante Fragen zu diskutieren, wie z.B. ob sich die anthroposophische Lehre Rudolf Steiners grundlegend verändert hätte, wenn es zur Zeit ihrer Entstehung bereits Masernimpfungen gegeben hätte. Die Bahn tut auch das ihrige dazu um die Zeit für solche Diskussionen bereitzustellen. Beide Züge waren verspätet, der letzte wegen eines Türdefekts, den die 54 jährige Schaffnerin und ihre 52 jährige Azubine vergeblich unter Kontrolle zu bekommen versuchten.

Epilog

Zwei Tage später wollten wir eigentlich in den Harz fahren, wenn ich mich richtig entsinne. Tobias, der sich listenreich durch eine Verletzung der Teilnahme entzog hatte eine Strecke vorgeschlagen (die er ja nun nicht mehr fahren musste) über 33 km und 45.400 Höhenmeter. Das gab dann den Ausschlag, dass ich nach und nach alle von der Idee verabschiedeten unter der Angabe verschiedener fadenscheiniger Gründe (Noch weiche Knie vom roten Fuchs, Minus Ein Grad auf dem Brocken zu kalt etc.). Nur ich musste dass nicht tun, denn es waren ja bereits alle draußen, was mir die Peinlichkeit eines Grundsuchens ersparte. Ich war dann aber doch ganz froh an dem bewussten Tag alternativ die Garage aufräumen zu dürfen.

Schön war’s und ich freu‘ mich auf das nächste Mal. Danke an alle Bremer und an Racer X, dessen Namen wir immer noch nicht kennen.

 

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Rote Füchse, rosa Lachse. Teil I.

Ich hatte schon viel vom roten Fuchs gehört. Hört man „Fuchs“, so denkt man „Lachsbrötchen“. 

Der typische Beginn einer RTF an einem Wochenende oder Feiertag: Abends wieder mal zu spät ins Bett, weil auf YouTube wieder bis in die Puppen wahnsinnig süße Robbenbabys beim abkalben und Tips wie man eine Shimano Di2 einstellt, angesehen. Nicht, dass ich so etwas hätte, weder eine Di2 noch ein Robbenbaby. Das abkalbt. Dann irrsinnig früh aus dem Bett, hastig gefrühstückt mehr recht als schlecht und ab zum Treffpunkt am Bremer Hauptbahnhof. Philipp, Thorben, Jonas und Willi (mit superschickem Rudy Helm!) waren schon da, später kam auch noch Hannes dazu. Ohne, dass jemand auf mich wartet käme ich nie aus dem Bett. Unglaublich, wie viel Volk sich morgens um 6 Uhr am Bremer Hauptbahnhof herumtreibt. Man sagt ja immer, vor allem wenn man älter wird, dass die jungen Leute von heute nur faul sind und im Bett lägen und Mortal Combat IV spielen, aber ich war erstaunt festzustellen wie viele junge Menschen beiderlei Geschlechts sich gut gelaunt am Morgen auf dem Weg zur Arbeit befanden – und das auch noch am 1. Mai – Respekt! Zunächst fand ich es etwas komisch, dass einige von denen ein Gyros Rollo zum Frühstück aßen, bzw. es wieder auskotzen während ihre Freunde relativ teilnahmslos weiter an ihrem Gyros aßen. Dann wurde ich aufgeklärt, dass die allgemeine Freude keineswegs von der Aussicht auf baldige Arbeit bestimmt war, sondern sich aus einer Mischung von Resteuphorie, Restalkohol und Restdrogen der verbrachten Nacht in den Bremer Clubs speiste. Diese junge Leute von heute: Faul, träge, zu nichts nütze und so weiter und so fort. Und Mortal Combat IV spielen’se auch nicht wirklich gut.

Nachdem Andreas dann auch zugestiegen war, reisten vier von uns mit dem Niedersachsenticket und die Herren Studenten umsonst.

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Umbertoooooo !

Neben uns lagen zwei weibliche Eurphorieleichen auf ihren Plätzen und stiegen irgendwo in der Provinz zwischen Bremen und Hannover aus. Sie erreichten bei weitem nicht das Niveau der beiden russischen Mädels, die uns im altmodischen Abteil des Diesellokzuges in den Harz vor einiger Zeit beglückten. Auch flirteten die Mitreisenden nicht mit uns, was wohl daran liegt, dass keiner von uns auch nur annähernd die Charmestrahlkraft besitzt, die Torsten auf die Damenwelt abfeuert.

Noch vor der Ankunft in Hannover beginnt es draußen feucht und unangenehm zu werden. Weiterfahrt mit der verharzten Lok Richtung Goslar, raus in Sarstedt, Willi jetzt ohne Helm der sich, nach Auskunft der DB nun auf einem Abstellgleis in Hannover befindet. Sarstedt? Ein unbedeutenter Ort, der bislang nichts weiter als die Trashing Grooves hervorgebracht hat, die es immerhin einmal zur Vorgruppe von Jingo de Lunch gebracht haben. Ob das alles so stimmt? Egal, eine gute Möglichkeit ein wenig Musik zu hören und nicht an weiche Knie zu denken.

8 km bis nach Giesen auf dem Rad, zum Glück im trockenen aber schon stramm durchgezogen. Hannes und ich schauen uns an un denken: Das Tempo fahren wir heute aber nicht den ganzen Tag. Andreas würde uns auch gerne anschauen und das gleiche denken, ist aber am letzten Hügel kleben geblieben. Giesen sieht an sich aus wie Giessen, nur ein wenig kleiner, wie der Name an sich im Vergleich ja bereits andeutet. Wir schaffen es nicht einmal ins Zentrum, denn auf der Marginale links erscheint etwas was aussieht wie ein Haufen gestapelter Debeukelaer Kekse und eine Turnhalle ist. Der Startpunkt. Das übliche RTF Volk ist da, die Adler aus Goslar, viele gelb-schwarze Hildesheimer und ein Haufen Bremer, teils bekannt, teils weniger. St. Paulianer sind bestmmt auch da, aber wie immer gut getarnt. So ’ne typische St. Pauli Jacke habe ich jetzt auch, Dank Uniqlo in Tokyo. Triathleten tauchen auch immer öfters auf.

Ich mache erst einmal ein Foto von der Damenumkleide (in der sich die Herrentoilette befindet nach Auskunft Philipps) und deren wunderschöne Armaturen und Farbgestaltung mich so sehr an die Schule ca. 1979 erinnern. All das ist in Giesen noch alive and kicking! Im Foyer befindet sich ein Glaskasten voll mit Pokalen die von den stolzen Erfolgen vergangener Zeiten künden. Ein Aushang informiert stolz über den letzten Erfolg des Vereins: „1. Patz des Damenvolleyballteams beim Dorffest 2009“. All dies ist so…. 1979.

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Das ist übrigens mein einziges Foto, was ich an dem Tag gemacht habe. Da mein rechter Daumen nass war, als ich versuchte mein iphone5 einzuschalten und nicht als mein rechter Daumen erkannt wurde, verlegte sich das iphone darauf den Code zu verlangen, den ich nie benutze und mir irgendwo aufgeschrieben, aber keinesfalls im Kopf hatte. An diesem Zeitpunkt hatte ich kein Smartphone sondern nur noch einen nutzlosen Elektronikkeks in der Rückentasche meines Jerseys. Genug des Müßigganges, es geht nun daran an den Start zu gehen und ein letztes Foto von den Bremern zu machen. Dies hat im Regelfall zwei Konsequenzen: Wir haben noch nie ein Foto hinbekommen, auf dem alle in die Kamera schauen. Und zweitens, wir machen immer Fotos gefühlte 30 Nanosekunden vor dem Start. Während einige von uns sich also in Positur bringen, schauen andere bereits wehmütig dem Feld nach, dass nun gerade zwischen blühenden Rapsfeldern auf noch trockenen Strassen Richtung Lachsbrötchen entschwindet. Unsere Chance sich in eine richtig schnelle Truppe zu mogeln sind dahin, und wir hoffen nur noch, dass die vor uns nicht die ganzen Lachsbrötchen (mit Kaviar obendrauf!) wegfuttern. Ist Schieber noch da? Gut, dann gesteht noch Hoffnung auf den Lachs.

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Einklicken, Helm auf (bis auf Willi) und einige bereits in Positur, andere noch nicht…

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…und da zieht das Feld schon wech – schade.

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Einem ist das egal, der denkt ohnehin nur an den Lachs und andere Fischbrötchen.

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Ein anderer hat wohl in den Wetterbericht geschaut.

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Weg sind sie, weg!

Zum Glück ist es weiter trocken. Jetzt heisst es also dem Feld hinterher zu hecheln,; aber das aufrollen von hinten, macht ja im Gegensatz zu dem abrollen von vorne Spaß. Und so ist das Tempo auf den ersten zehn Kilometern bis zu den Anstiegen am Hildesheimer Wald viel zu schnell und unvernünftig. Wir arbeiten uns nach vorne durch, aber irgendwann sind die Gruppen zu weit auseinandergezogen und wir schaffen einer nach dem anderen nicht mehr den Sprung in die nächste Gruppe. An der alten Blaupunktfabrik (die bauten das erste Autoradio der Welt, das wegen seiner Größe gera denicht mehr in einem Anhänger gezogen werden musste) schaffe ich im Alleingang fast noch den Sprung, nur noch 30 Meter vielleicht fehlen, aber dann falle ich wieder zurück und bin alleine. So kämpfe ich mich dann den Berg hoch und dort warten nicht nu die schnellen Bremer (Philipp, Jonas und Thorben) sondern auch die versprochenen Lachsbrötchen, Negerküsse (Schokoküsse ist sooo 2013), Marmeladenbrote, Sekt und Riegel, alles Dank der netten Unterstützung des einzigen Fünfsternehotels in Hannover : Kastens Hotel Luisienhof. Ohne die, käme wohl nur die Hälfte der Teilnahmer zu dieser RTF, auf keinen Fall Schieber.

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Ja, es gibt sie wirklich: Lachsbrötchen mit separatistischem Kaviar von der Krim und Gurken aus München (0:4).

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Äußerst zufriedenes Verlassen des Kontrollpunktes

Man versteht nun warum. Philipp haute sich gleich drei Lachsbrötchen rein. Ich nur eins, denn da ads mein erster „Roter Fuchs“ war, dachte ich, dass dies an den anderen Kontrollpunkten so weiter geht. Die anderen Kontrollpunkte waren dann allerdings mehr vom Charme bröselnder Prinzenrollen geprägt, doch dazu später mehr. Bald waren alle da. Willi hatte immer noch keinen Helm, wurde angemacht deswegen und entschied sich mit Andreas für die 113er Runde.

Ich wartete auf Hannes, und dann fuhren wir zusammen weiter. Nachdem es bislang trocken geblieben war, entschieden wir uns die 152 km Runde zu fahren und nicht die luschigen 113. Und wir bekamen auch gleich Begleitung von drei weiteren Fahrern, unter ihnen einem, den ich der einfachheithalber von nun an als Racer X bezeichnen werde. Zwei der Fahrer zogen wir mit zu ihrer langsamen Gruppe, die früher vom Kontrollpunkt gestartet waren. Racer X blieb mit uns, wir zogen uns gegenseitig in gutem Tempo zum nächsten Kontrollpunkt, der in einem voll erschlossenen Neubaugebiet lag.

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Ich habe zwar von bauen keine Ahnung, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Dinge wie Strom, Gas, Wasser, Strassen und deren Beleuchtung sowie etwas, was man unter dem Wort „Zufahrt“ kennt, zu einem voll erschlossenen Neubaugebiet gehört. Und nicht nur ein Kontrollpunkt mit Wasser, Bananen und Keksen. In der Ortschaft Flecken Greene.

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Racer X und ich im voll erschlossenen Neubaugebiet. Seltenes Foto, Racer X ist publicityscheu, ich nicht.

Wir fuhren dann weiter, aber das ist eine andere Geschichte und die wird morgen weiter erzählt.

Danke an Karen, Hannes und Niels für die Fotos.

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