Archiv der Kategorie: Meine Räder

Canyon Positivo Festive 500 Upgrade

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Weihnachten, Silvester: Plätzchen, Kuchen, Alkohol, gutes Essen, alles Dinge die Spaß machen und so leider gar nichts mit Radfahren zu tun haben.

Eher im Gegenteil, denn dieser ganze hemmungslose Konsum führt ja leider dazu, dass man noch schlechter auf den Bock kommt und dann noch weniger Lust zu fahren hat. Und die Leistung dann erst… grottig. Gut, man kann sich damit trösten, dass die Luft kein kalten Temperaturen eine höhere Dichte hat, was wiederum dazu führt, dass der Luftwiderstand höher wird. Was dann auch erklären würde,  warum niemand versucht im Himalaya neue Stundenweltrekorde aufzustellen. Um diesem Teufelskreis zu entkommen habe ich mich dieses Jahr bei der Festive 500 von Rapha angemeldet. Im Prinzip geht es darum, eben die ganzen oben beschriebenen Dinge nicht zu tun. Also alles was Spaß macht. Stattdessen macht man all das was Spaß machen sollte: Radfahren, und zwar mindestens 500km zwischen Weihnachten und Silvester.

Also galt es zunächst einmal das Canyon wieder in Schuss zu bringen, denn wenn es ein Rad in meiner Garage gibt, mit dem ich 500 km fahren möchte, dann ist es das Canyon und zwar nur das Canyon. Alle anderen Möhren taugen doch eh nur was für’s posen und für den Stadtverkehr. Mit den Fixies würde es auch noch gehen, aber dann müsste Sommer sein und die Luft dünner. Das Canyon jedoch wäre perfekt, wenn nicht, ja wenn nicht die ganze Schaltung mal eine gründliche Überholung brauchen würde. Das Ultegra Schaltwerk habe ich gegen ein Dura Ace ausgetauscht, eine neue Kassette und eine neue Kette kamen drauf und ganz zum Schluß wollte ich nur noch kurz die Züge austauschen. Das stellte sich dann als weitaus nervenaufreibender als vorgestellt heraus. Es endete erst einmal mir, dass ich das Lenkerband abreißen musste und dann das Rad frustriert in der Ecke stehen lies, bevor ich mich nach dem Ansehen diverser Shimano Lehrvideos wieder an die Arbeit machte. Ok, es ist nicht sooo schwierig, wenn man weiß wie es geht, aber herauszufinden wie es geht ist auch wiederum nicht einfach. Bei dieser Gelegenheit habe ich dann auch noch die Schalthüllen ausgewechselt und einen Wetterfesten Brooks Cambium Sattel montiert. Mal sehen, wie sich das alles so fahren wird. Anbei ein paar Bilder vom Upgrade.

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Wetterfester Sattel: OK
Wasserfestes Lenkerband mit SM Appeal: OK
Wasserfeste Schaltung: Noch nicht Idiotensicher

 

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Umberto Dei: Ein Italiener

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Warum glauben wir, unbesehen, dass bestimmte Menschen, Unternehmen oder Staaten Dinge einfach besser können als andere? Wenn es um Rennräder geht, bin ich überzeugt, dass Italiener da ganz vorne liegen. 

Klar, das schnellste Rad in der Garage kommt aus Deutschland (Canyon, mehr oder minder), davor hatte ich ein Cervelo (Kanada) und ein Cannondale (USA) und auch so manches Rad aus Benelux gebaut (Gazelle, Union, Reus, Concorde, Minerva). Aber die Mehrzahl kommt doch von kleinen Herstellern aus Italien: Basso, Olmo, Colnago, Bottecchia, Pinarello, Moser, Romani, Faggin, Vetta, Simonato, Chessini, Gimondi.. und jetzt ein Umberto Dei.

Bis vor zwei Jahren hatte ich noch nichts von Umberto Dei gehört, dabei ist das einer der am frühesten gegründeten Hersteller in Italien überhaupt. In den letzten Jahrzehnten ist Umberto Dei aber nicht mehr im Rennrad Markt aktiv und hat sich auf elegante Touren- und Stadträder spezialisiert. (alter Katalog von 1934 : dei1934). Ich hatte eines ihrer Räder in der Embacher Kollektion gesehen und es gefiel mir.

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Dieses Jahr konnte ich günstig ein komplettes Umberto Dei Rad mit Campagnolo Ausstattung kaufen und das gab mir die Möglichkeit ein Umberto Dei nach meinen Vorstellungen aufzubauen. Nicht wieder als Rennrad, sondern als Touring oder Stadtrad mit einer gewissen Eleganz und vielleicht auch Dekadenz. Aber eben nur ein wenig.

Die erste Version wurde im September fertig und ich habe das Rad als Test dann von Bremen nach Bad Zwischenahn bewegt, so etwa 70 km.  Da noch eine Schutzbleche, mit einem Ambrosio Elite Laufradsatz und fetten 700x28er Reifen die ich für den Winter geplant hatte. Fazit: Fährt sich ja einigermaßen schnell, aber der Moustachelenker ist nichts für mich, jedenfalls für längere Strecken.

Dann wollte ich Dia Compe Schutzbleche dranbauen, aber zu meiner Überraschung ist zu wenig Platz zwischen Gabel und Schutzblech (vorne geht es so gerade) bzw. zwischen Brücke und Schutzblech hinten. Heute wurde der neue Laufradsatz fertig: H Plus Son TB 14 Felgen in Gold, 32L mit Campagnolo Chorus Naben aus den Neunzigern für Schraubkränze. Um den goldenen Eindruck abzurunden kam noch ein 6-fach Regina Oro Schraubkranz mit der passenden Regina Oro Kette drauf. Das sieht zwar sehr schick aus, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass im Winter zu fahren; da wird es also eine Ersatzlösung geben. Jetzt müßte mir Mathias mir mal das Schutzblech hinten montieren, dafür reichen Fähigkeiten und Werkzeug nicht aus.

Heute unterwegs, zuerst am Focke (das ist gleich hinter dem Kiosk zur gelben Gefahr, für die nicht Kultur interessierten) und dann die Wümme rauf und runter. Einige Bilder. Herlichster Herbst in Norddeutschland. Ein wenig windig, aber 18 Grad, blauer Himmel mit dezent platzierten Wölkchen und jede Menge Laub in allen Farben.

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Auf dem Deich, richtige Seite.1310 Umberto Dei Blau Gold Weiss 16

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Gold und Italo Krempel wohin das Auge blickt

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Lotus Copenhagen

Ich hatte heute wieder ein wenig Zeit an dem Lotus Copenhagen zu schrauben. Ein endloses Projekt. 

Die Basis dafür ist ein belgischer Minerva Rahmen, vermutlich aus den Neunzigern, komplett unterverchromt und mit Schutzblechösen den Tobias und ich mühsam vom Lack befreit und dann lackiert haben. Daraus habe ich dann ein Rennrad gebaut, angelehnt an Designideen von Lotus Racing, das sehr schick aussah aber keinen Spaß zu fahren machte. Vermutlich weil das zu dick aufgetragen war.

Im nächsten Schritt habe ich dann ein Rennrad daraus bebaut, dass auch gefahren werden kann. Das Problem ist aber, dass der Rahmen einfach zu schwer für ein Rennrad ist. Das fährt sich nicht spritzig, nervös genug, macht keinen Spaß im Antritt und nach ein paar Metern denkt man: Lahme Ente.

Was also damit tun? Der Ramen hat Ösen zur Befestigung von Schutzblechen. Also, dachte ich mir, wunderbar, das ist doch eine gute Basis für ein Winterrad! 28er Reifen drauf, Schutzbleche dran, und dann gleich noch den Copenhagen Bike Parts Lenker/Korb verbauen, den ich schon immer mal irgendwo benutzen wollte. Wenn es kein Rennrad mehr ist, so die konsequente Fortsetzung des Gedankens, dann können auch die Suntour Daumenschalthebel ran und dezente Oury Griffe. Die leider wirklich bequem sind. Das Ergebnis sah dann so aus:

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Leider ist die Befestigung des Lenker/Korbs am Vorbau ein echtes Problem. Man baucht einen Aufklappbaren Vorbau, am besten mit 25,4 mm Klemmung und selbst dann ist der ganze Aufbau sehr wackelig und tendiert zur Rotation wenn im Korb Last ist. Mithilfe von Nitto Shims konnte ich das ganze recht gut stabilisieren, aber beim fahren schwingt der Korb recht stark und die Angst, dass irgendwann einmal der Vorbau abbricht fährt immer mit. Also gehören da noch Abstützungen in Richtung Gabel hin, sonst wird das nichts.

Schutzbleche werden auch nichts, denn selbst mit 700C x 25 Reifen ist kein Platz mehr zwischen Gabel und Reifen da, um die Bleche einzubauen. And mit 700C x 23 Reifen oder noch weniger wollte ich nicht durch den Winter fahren.

Heute habe ich noch einmal geschraubt, eine neue Sugino Kurbel eingebaut und die Räder zentriert. Dann ab die Weser rauf und runter. Lange Strecken werde ich mit dem Rad eh nie fahren; ich wollte einfach rausbekommen wie das Gefühl für die Stadt ist.

So fährt es sich erst einmal recht nett und unauffällig. Klar, das Lotus ist bei weitem nicht so aggressiv und hypernervös wie mein Basso Fixie. Das wird halt nie ein schnelles Rad. Aber wenn jetzt noch der Korb ordentlich fixiert ist, dann könnte das ganze doch noch recht nett für den Weg zur Arbeit und das fahren zu diesem und jenem werden. Gut sieht es allemal aus.

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An der Weser I

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An der Weser II

1310 Lotus Cophg 16An der Weser III. Das Rad ist so gegen die Wand gestellt, dass der linke Oury Griff als Ohrenstösel dient.

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Cooler Brooks Sattel mit Kupfernieten und weniger coole Miche Performance Bremsen.

1310 Lotus Cophg 07Sugino Kurbel mit MKS BMX Pedalen für die Stadt.
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Von links nach rechts. Oury Griffe, Modolo Sport Hebel, Suntour Daumenschalthebel Reibung, Copenhagen Bike Parts Korb.
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Korb von vorne. Viel Platz und Gestänge zur Befestigung von Lampen.

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Umberto Dei vor dem Parkhotel

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No Future Tokyo: Rad des Tages

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von | 12. September 2013 · 19:21

Die ganze Welt ist himmelblau

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So schien es mir, als ich heute am Strandcafe in Bad Zwischenahn sass. Ein paar Stunden später Blitze, Donner, Dauerregen, aber die Fahrt von Bremen nach Bad Zwischenahn bei 30 Grad und fabulösem Wetter war einfach toll

Das Umberto Dei Rad ist nun fahrbereit, auch wenn die geplanten Laufräder noch auf den Zusammenbau warten. Es funktioniert auch so und wie jedes neue Rad macht es Spass es auszufahren. Im Vergleich zu den üblichen Rennrädern, die ich bislang gebaut habe, falle vor allem zwei Sachen auf: Dicke Reifen, in diesem Fall 700C x 28 sind keine schlechte Idee. Man brettern den Bordstein runter und fährt über Wiesen und denkt sich nichts böses.

Ein Trainingsbügel hingegen ist nett für die Stadt, aber auf längeren Touren, wie heute die 70 km von Bremen hierher, ist der nicht wirklich bequem. Oder falsch montiert. Oder ich muss noch zwei Kilo Schaumgummi um den Lenker packen, denn am Ende der Fahrt waren die Hände erst einmal taub.

1309 Umberto Dei Bad Z 07Trotzdem, Umberto Dei ist in meinem persönlichen Image keine Rennradmarke. OK, Umberto mag ja mal Rennräder um die Jahrhundertwende gebaut haben (also 19./20. Jahrhundert), aber danach dann eher Tourenräder mit dicken Kettenkästen. Erstaunlich finde ich auch, dass die Räder aus Reynolds 531 zusammengeschweisst wurden, bei einem Italiener hätte ich jetzt Columbus, Dedachiai oder Oria erwartet. In Zukunft wird das Rad eher in der Stadt bleiben. Und auf Ausflügen auf Waldwegen benutzt.

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Umberto Dei: Blau, Gold und Braun.

Langsam treffen die Teile für den Umbau des Umberto Dei Rahmen ein. Als ich heute abend nach Hause kam, lag das Päckchen aus England mit dem blau-braunen Charge Scoop Sattel auf dem Tisch. Der Scoop ist brandneu im Angebot von Charge und die Kombination blau/braun extrem schwer zu bekommen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass dies einer von wenigen Satteln dieses Types in Deutschland ist.

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Das blau der Unterseite passt perfekt zum blau des Rahmens; ich hoffe, dass ich dann auch ähnliches über die Kombination des brauns mit dem Lenkerband sagen kann. Und natürlich, dass dieser Chrage Sattel ähnlich bequem ist, wie der Charge Spoon, den ich sehr gerne fahre.

Dann kann blau und braun abgehakt werden und es fehlt nur noch Gold.

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Und hier ist das Erste-Hilfe Gold Paket: Regina Oro Kranz, Regina Oro Kette NOS, S PLUS SON TB14 Felgen und  Mafac Racer Bremsgriffe. Wie immer, passen die Goldabstufungen nicht so ganz zusammen.

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Wümme Links. Wümme rechts. Basso Blau.

1306 Wümme 02Warum ist es so schwer nach einem schönen, vorzeitigen Wochenende in der Schweiz am Wochenende darauf wieder in Bremen Rad zu fahren?

Na ja, ich vermisste halte die Berge und hatte nicht so große Lust wieder in der Norddeutschen Tiefebene zu strampeln. Und dann gab es noch so viel im Haus zu tun. Um Fünf Uhr war ich endlich mit allem fertig, auch mit Midoris neuem Bianchi Spillo Rad. Demnächst ein paar Bilder davon. Nun einfach auf das Basso Fixie schwingen und los. Das Union Fixie ist gerade in der Werkstatt und bekommt einen neuen Steuersatz. Montieren könnte ich den ja (theoretisch), aber das Werkzeug für das ausschlagen fehlt mir (noch). 

Hier zeigte sich nun, warum es doch sinnvoll ist, etwas 6 bis 7 Räder zu besitzen, nämlich eines für jede sich bietende Gelegenheit. Zunächst viel mir ein, dass die 52/18 Übersetzung ja viel zu langsam zum fahren ist. Das 16er Ritzel war aber auf dem Union (und damit in der Werkstatt), aber zumindestens musste ein 17er Ritzel drauf. Und schon ging es los. Ging es nicht, denn ich hatte die Stadtpedalen montiert. Also runter damit und die Shimano Ultegra Klickpedalen darauf. Und los. Nein. Ich wollte noch eine Wasserflasche mitnehmen, hatte aber keinen Halter dafür. OK, den Halter drangeschraubt. Und jetzt aber endlich los. Ach so ja, Tacho, Sensor und Speichenmagnet müssen noch dran. Los, endlich sitze ich auf dem Rad. Aber leider habe ich die SIDI Schuhe mit Look Keo Sysstem an und nicht die mit Shimano…. Schuhe gewechselt und endlich los. Mittlerweile ist es sechs Uhr.

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Das macht aber nichts, denn es ist noch schön hell, der Himmel blau und sonnig und ein starker Wind weht von der Küste. Ich will einfach nur ein wenig fahren und die Woche vergessen. So fahre ich an der Wümme lang, nichts besonderes aber wenigstens ist es leer. Dann auf der anderen Seite zurück. Das ist, weil so einfach erreichbar, eine meiner liebsten Kurzdistanzstrecken. Hier fährt fast niemand, was an einem fast drei Kilometer langen Stück Kopfsteinpflasterstrasse liegt auf der man arg durchgerüttelt wird. Die anderen 10 km oder so sind aber sehr schön und  das Kopfsteinpflaster ist trotz schmaler Schlauchreifen mt 10 bar zu ertragen. Muss wohl an den Mavic Paris-Roubaix Felgen liegen.

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Das Basso fährt sich schön, fast mühelos auch wenn ich müde bin. Die Reifen sind sehr leicht, das macht sich beim beschleunigen positiv bemerkbar, es geht direkt schnell nach vorne ab.

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Campagnolo Record Steuersatz

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Nun ja, ein Campagnolo Record Steuersatz kostet etwa 4 bis 5 Mal soviel wie die vernünftige Wahl eines Stronglight oder Ritchey Logic Steuersatz. OK, der Coolnessfaktor ist auch 500 Mal höher. Schön aber auch zu sehen, dass die Verpackung einfach viel schöner und besser ist. Ich muss sagen, ich bin mächtig beeindruckt.

Natürlich handelt es sich um ein Produkt, dass a) von Italienern entworfen und b) in Italien gefertigt wurde. Italiener entwerfen meiner Erfahrung nach in der Regel Produkte die irrsinnig gut aussehen und wahnsinnig schwer zu montieren und zu warten sind. Schon mal die Campa/Fulcrum Nippel gesichtet?

Natürlich kann ein extravaganza Campa Steuersatz nicht zwei identische Kugellager oben und unten haben. Nein: Unten kommen die 4,76mm Kugeln rein mit dem Kugelkäfig nach oben geschlossen und oben die 3,96 mm Kugeln mit dem Käfig nach unten geschlossen. Nur so ist es möglich maximale Verwirrung beim Wiederzusammenbau ohne Anleitung zu stiften. Verzeihung, die bestmöglichste Performance aus den Teilen zu bekommen.

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Wo die Zweifel hingehören.

Eine der großen Vorteile so etwas ähnliches wie ein Prof an einer dualen Hochschule zu sein ist die Möglichkeit alle drei Monate einen Haufen Studenten in ihren Unternehmen in Halb-Europa zu besuchen. Auch nach einer ganzen Weile ist es immer wieder erstaunlich, wie viel man bei den Gängen durch die Läger und Bürotürme dieser Welt lernen kann. Am Mittwoch sah ich zum Beispiel ein „Grill-Lager“ für die Schweiz. Tausende von Grillen, die darauf warteten beim ersten warmen Tag des Jahres an Konsumenten verschickt zu werden. Denn wenn die Sonne auf den Balkon strahlt, dann denken 67 von 100 Männern: „Wow, jetzt könnten wir ja grillen.“ Und kaufen sich bei dieser Gelegenheit einen neuen. Nebenbei, der Trend geht zum Zweitgrill.

Sieht man diese tausende von Grills, so erwartet man in den nächsten Tagen dicke schwarze Rauchwolken über der Schweiz. Oder, man denkt sich, einfach die Tore abschließen und schon ist ein erheblicher Teil der Ursachen für die globale Erwärmung eliminiert.

Fast noch besser war das Lager für Alkohol, Parfüm, Schokolade und Tabak im Keller. Das Zeug wird von dort aus zentral an die Dutyfreeläden an Flughäfen in Europa verschickt. Russen trinken am liebsten Chivas Regal. Und zwar in Massen. Ich sah einen Berg von Jack Daniels, mehr als alle meine Freunde und ich zusammen jemals trinken werden. Ist übrigens Gefahrgut. Die Russen, die das dann trinken werden dann zum Gefahrgut.

Heute konnte ich von Hurden aus endlich auch ein wenig Radfahren. Eigentlich dachte ich: Furka Pass, Stelvio oder mindestens der Sustenpass, aber in Hinsicht auf körperliche Erschöpfung und Trainingsrückstand musste eine Runde um den Zürchersee reichen. Das Wetter war traumhaft, die Schweiz sah aus wie ein riesiges Rubbelbild aus einem Reiseprospekt dass in die Landschaft geklebt worden war. Ich fuhr erst einmal nach Rapperwil, holte mir traumhafte leckere Brezel und pedalierte dann Richtung Zürich. In der Schweiz wird grundsätzlich alles ge-iert. Man grilliert z.B. recht häufig, aber das hatte ich ja bereits erwähnt.

Die Straße war recht voll aber zum Glück gibt es gut markierte Radstreifen. Ich überholte mehrere Rennradfahrer, einer von denen rotzte gerade in dem Moment als ich an seinem Hinterrad lutschte nach hinten, ich schrie „Vorsicht“ und so kamen wir ins Gespräch. Ich denke, dass ist die beste Art und Weise ins Gespräch zu kommen, besser als „Schönes Rad“ oder „Deine Kette braucht Öl.“. Der eine fühlt sich schuldig weil er unbemerkt lutscht, der andere weil er gerade Körperflüssigkeiten austauscht.

Durch Zürich geht es nicht sehr schnell, die Seepromenade war voll von gutaussehenden Menschen, die Männlichen entweder im Jacket oder mit nacktem Oberkörper. Es gab viel zu sehen und mich erstaunt immer wieder der ganze Reichtum der dort zur Schau getragen wird. Wären wir nicht so bescheuert gewesen und hätten zwei Kriege angezettelt und uns in der Konsequenz in Grund und Boden bomben lassen, dann hätten wir vielleicht auch all diese schönen alten Häuser, die großen Banken und die grünen Wiesen. Na gut, wir hätten dann auch noch den Kaiser und  ein Ständeparlament. Ich wäre dann vermutlich Landwirt heute.

Zusammen mit zwei anderen Radfahrern ging es dann am See entlang Richtung Pfäffikon. Hier war es schon ein wenig hügeliger aber nicht zu sehr. Die längste Distanz hatte ich nun hinter mir, aber in „Lachen“ verfranzte“ ich mich total. Auf einmal war ich im Golfpark Nuolen und der hatte ähnlich fiese Steigungen wie die Ueno Golf Hills in Japan auf dem Weg nach Tsuru. Fiese Steigungen von über 10% die ich nicht mehr gewohnt war.

Warum, so frage ich mich, erlebt man im Alter eigentlich so wenig neues? Alles ist irgendwie so wie etwas anderes, dass bereits war. Obwohl, nach näherem Überdenken stimmt das auch nicht, einige meiner Studierenden setzen gerade ganz neue Maßstäbe in der Anfertigung ihrer Bachelorarbeiten.

Mit Hilfe der Minikarten auf dem Blackberry fand ich den Weg nach Tuggen.

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Ja ich weiß, eigentlich sollte ich viel näher an diesen Schneebedeckten Dingern im Hintergrund sein, aber ich hatte eine anstrengende Woche hinter mir – der deutschen Bahn sei wieder einmal gedankt.

In Tuggen konnte ich nun endlich die Wasserflasche auffrischen und dann auf die andere Seite des Sees kommen. Alle Zweifel fielen nun von mir ab. Ein Schild am Wegesrand machte mich darauf aufmerksam, dass meine Zweifel nun zuhause waren – Zweifel kommen und gehen eben schneller als ein Rennrad das nur 30 bis 40 Sachen auf flacher Strecke fährt.

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So, dann noch über ein paar kleinere Hügel und eine fiese Umleitung weg vom See über eine paar größere Hügelund ich war wieder in Rapperswil.

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Eine schöne Tour, zweifelsfrei. Dann weiter nach Basel und morgen dann vielleicht mit dem Rad von Basel nach Aarau und zurück.

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