
via Blacknosugar
Das Fahrad im Fritten Speciaal Design (unten gelbe Pommes, oben orang/rotes Kectchup) wurde erfolgreich von Tobi dem Verkaufsgenie verkauft.
Motobecane Aufbau von Tobi, heute fertig geworden und zu verkaufen – wenn nicht schon weg.
Motobecane Stahlrahmen in typischer Achtziger/Neunziger Farbgebung mit durchluafendem Schlitz im Oberohr zur Verlegung des hinteren Bremszuges. Komplett Shimano Exage RX100 ausgestattet. Sehr schöner Brooks Sattel. ITM Lenker, alles sehr klassisch und ein gutes Rad für den Frühling. Orange Phase.
In der großen Olmokaufverzweiflungswoche 2011 kaufte ich zwei Olmo Rahmen: Einen blauen und einen weißen.
Der blaue war etwas jüngeren Datums in gutem Zustand und etwas zu groß. Das weiße war älteren Datums, leicht rostig und etwas zu klein. Durch den Kauf von beiden erhoffte ich mir das ideale Rad im Mittel, aber darüber habe ich auch schon geschrieben.
Das weiße Olmo schickte ich zu Uwe Scheufen von Studio Brisant, der nach einigem hin un dher und zögern eine sehr sehr schöne elfenbeinweiße Lackierung organisierte. Ich organisierte mir zusätzlich einigermaßen passende Olmo Decals bei Cyclomondo in Australien für viel Geld. Die Richtung war klar, daß würde alles nicht billig werden. Ich wollte das perfekte Olmo Traumrad mit den perfekten Komponenten. Ich hatte keine Gruppitis und keine Epochitis, also Shimano 600AX Bremsen mit Campagnolo Ergopower wären für mich vollkommen OK gewesen. Oh, die naive Jugendzeut, irgendwann wird man erwachsen, die Vorstellungen und Ideen verhärten sich und die Unbeschwertheit der Jugend ist dahin.
Ich fing also an die schönsten Komponenten auf ebay zu kaufen. Zunächst einmal kaufte ich eine komplette 600AX Gruppe. Das war ein riesiger Fehlkauf, denn von der sind nur die Bremsen richtig schön, alles andere ist, na ja. Für das Schaltwerk muß der Zug frei über der Kettenstrebe laufen, damit das richtig angesteuert wird und diese Kurbel mit den 1 Zoll Pedalgewinden ist ja nun wirklich nicht besonders schön.
Das war aber schon einmal eine gute Basis. Ich habe mir dann neue Rigida DP18 Felgen in silber besorgt und diese mit den Shimano 600AX Naben eingespeicht. Die Bremsen konnten bleiben, ebenso die schöne aerodynamische Sattelstütze.
Die Rahmenschalthebel der 600AX finde ich sehr häßlich, da mußten dann sehr schöne Shimano 600 Arabesque her. Die find eich vom Design her mit die schönsten überhaupt, die haben so etwas barockes, überladenes, ansonsten würde ich ja auch immer die Golden Arrow vorziehen die etwas schlichter sind.
Bei dem Rest dachte ich dann nur noch „Campagnolo“. Ich hatte die Möglichkeit Olmo pantographierte Gran Sport Record (Dank an Sebastian) Bremshebel zu kaufen, die auch wunderbar zu dem ebenfalls Olmo pantografierten 3ttt Vorbau passten. Konsequenterweise gehörte hinten dann auch eine Nuovo Gran Sport Schaltung dran und eine Nuovo Gran Sport Kurbel ebenso wie ein passender Umwerfer. Per Zufall fand ich auch noch eine billigere Campagnolo Aero-Flache mit Halter. Schön, aber insgesamt auch sehr, sehr teuer.
Zur gleichen Zeit baute ich auch an dem Kotter Arabia, für das ich eine größere Bestellung bei Sella Berolinum aufgeben wollte, da kamen dann auch gleich ein paar Dinge für das Olmo dazu. erst einmal versuchsweise klassische Mikashima Pedale, mit passenden Haken und Riemen, dazu der sehr schöne Dia Compe Sattel (ist quasi der Gyes G1). Jörg von Sella Berolinum war auch sehr kooperativ und hilfreich.
Der Lenke ist modern von Charge, Typ Bowl und sieht auf dem Rad sehr schön aggressiv aus.
So wurde dann langsam, also so wie die Teile kamen, das Rad zusammengebaut. Das war sehr unproblematisch, ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich irgendwo Hilfe gebraucht hätte, bis auf die Montage des Steuersatzes, dazu habe ich noch nicht das richtige Werkzeug da. Ich denke aber, daß dies eine Arbeit ist, die ich auch in Zukunft dem Radhändler meines Vertrauens überlassen werde.
Ach ja, eine schwierige Sache gab es dann dennoch, ich wollte nämlich Ledergriffe selber um den Lenker nähne. Das hatte ich noch nie gemacht. Ich hatte das Leder in den USA bestellt, nachdem ich im Internet recherchiert hatte und dann machte ich mich eines Tages im stillen Kämmerlein daran das ganze anzufangen. Das Leder war eingeweicht und ich dachte, dass es eine gute Idee wäre, die Naht auf der Innenseite (also da woe die engere Krümmung des Lenkers ist) laufen zu lassen, damit man sie weniger sieht. Schlechte Idee, die Naht muss da laufen, wo der längste Weg ist, so dass man das Leder dorthin ziehen kann. So sah das einfach nur mies aus und ich musste alles wieder abmachen, ausfädeln und wieder von vorne anfangen. Warum steht so etwas nicht in der Anweisung drin? Am Ende ist es nicht optimal geworden, aber auch nicht schlecht.
Die erste Probefahrt, der Moment der Wahrheit. Also, man kann noch so viele Pläne gemacht haben und noch so gut die Koponenten ausgesucht haben, aber ob das alles passt und stimmig ist zeigt sich erst auf der Probefahrt. Mein Peugeot Galibier zum Beispiel mit Bullhorn Lenker entpuppte sich als quasi nicht steuerbar. Mein blaues Olmo schleifte den Lack an der Kettenstrebe ab. Und das Kotter hatte ein Ritzel hinten da aus nicht klaren Gründen durchdrehte.
Das Olmo fuhr sich nett und schnell, aber leider war der Rahmen zu klein für mich. Den Charge Lenker kann man auch nur unten in den Griffen anfassen, so daß die Sitzposition sehr tief und für michs ehr ungemütlich ist. Ich wollte das Teil aber nicht noch einmal umbauen, oder die Komponenten an einen anderen Rahmen basteln. Ich mag den Rahmen sehr. Nur einfach nicht zum fahren.
Uns so entschloß ich mich dann schweren Herzens eines Tages das weiße Olmo zu meinen Eltern zu bringen, wo es nun neben einer anderen sehr schönen, aber leider nicht fahrbaren Möhre von früher steht. Verkaufen kann man es nicht, da es halt nicht „epochengerecht“ und „gruppenrein“ ist, aber ich laß es jetzt erst einmal weiter altern und dann schauen wir mal.
Alles über Olmo aus dem Eis hier.
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Ist es normal über den Kauf eines Bahnradrahmens nachzudenken am Nachmittag, wenn man am Vormittag einen Verkehrsunfall hatte?
Genau. Ich fuhr auf der falschen Seite des Radweges zur Arbeit und überquerte eine Seitenstraße, als ein weißer Golf mir entgegen kam und rechts in eben diese Straße vor mir abbiegen wollte. Zum Glück konnte ich mit dem Union Fixie nicht gut bremsen, denn bremsen heisst: geradeaus fahren. So konnte ich wenigstens noch gut lenken und fuhr vor dem Golf über die Strasse. Ich stellte mich auf den Impakt ein. Der Golf konnte zum Glück lenken und bremsen – nichts geschah. Ich dafür sauste ungebremst weiter geradeaus in einen Zaun hinein.
Schäden, zunächst einmal die wichtigen: Tachohalter abgebrochen, Bremsgriff lose, Lenkerband zerrissen. Kostet Geld. Körper: Finger verstaucht (den ohnehin gebrochenen), diverse blaue Flecken, blutiges Knie. Kostet alles nichts und wird von selbst heilen. Schon so oft mitgemacht. Zwanzig Minuten später stand ich im Saal vor meinen Studenten.
Am Nachmittag dachte ich über Bahnrahmen nach. Affinity Kissena, sieht sehr schicke und simpel aus, fast schon roh. Und trifft meine Vorliebe für dicke, aerodynamische Unterrohre und Sattelstützen. Und $750 ist auch nicht völlig unerschwinglich. Nachher sah ich, daß der Laden Mavic Open Pro Felgen für $120 das Stück verkauft – da stimmt die Preis/Leistungsperformacne aber gar nicht.
Trotzdem, schönes Rad.
Ein Defekt am wichtigsten Rad ist immer ein guter Grund ein neues zu kaufen.
Hier ging es allerdings um mein Cervelo Soloist Modell 2007, das Rad mit dem ich die größten Erfolge meines Radlebens gefahren bin (JCRC Meister 2008, D-Klasse) und mit dem ich wohl mit Abstand die meisten Kilometer meines Lebens zurückgelegt hatte (Definitiv mehr als 25.000km, vielleicht 30.000km). Tatsache war allerdings, daß das Sitzrohr oben am Einschnitt für die Sattelstützenklemme in zwei Richtungen eingerissen war. Natürlich hätte man das noch schweißen können, aber ich wollte ohnehin einen Carbonrahmen. Entschuldigung gefunden. Rad auf Ebay an Holländer als defekt verkauft. Nie wieder was gehört, ich hoffe der lebt noch.
Nur welchen Carbonrahmen? Also, ganz viel Geld wollte ich nicht ausgeben, sonst hätte ich mir vielleicht einen Moser in italienischen Farben gekauft (ich bin nämlich halber Italinener). Die Testberichte deutscher Fahrradzeitschriften sagten alle: Rose oder Canyon. Canyon hatte diese sehr komfortable Sattelstütze mit Basaltfasern (vermutlich eher Marketing als irgendetwas anderes) und nach den langen harten Ritten mit dem Cervelo stand mir der Sinn nach mehr Komfort. Also Canyon. Nur finde ich diese Marke so doof und das Design so unansehlich. Also dachte ich mir, ich kaufe mir einfach einen billigen Rahmen aus dem letzten Jahr im Canyon Shop und gebe dann ein wenig Geld für die Neulackierung aus. Euro-Style – also fast alles weiß.
Gedacht getan, Canyon Ultimate CF SLX, aber Modell 2010 in Größe 60, Schwarz. Das ganze dann direkt von Canyon zum Lackierbetrieb VEB Rosa Luxemburg geschickt mit meinen Ideen, wie es zu lackieren sei. Das ganze kam dann gerade noch rechtzeitig vor der Transalp zu mir nach Hause. Das Ergebnis war gut, aber es gab ein paar Probleme:
Die meisten Teile zum verbauen hatte ich auch noch da von meinem Cervelo, inbesondere die komplette Shimano Ultegra 6700 SChalt/Bremsgruppe (ich finde ja immer noch, daß die 6600er besser schaltet), und die Swiss DT R1.1 Laufräder, die ich mir ja schon passend in weiß dazu gekauft hatte, die aber erst einmal an dem Fagin zum Einsatz kamen und dann auf dem Velothon in Berlin prompt demoliert wurden. Ein paar Sachen brauchte ich aber dennoch und so kaufte ich mir:
Da ich keine Ahnung von modernen Rädern habe, habe ich das ganze dann Matthias von Wiegetritt in die Hand gedrückt, der das ganze dann für mich zusammengebaut hat. Er sollte auch mein Swiss DT Laufrad hinten reparieren, was er aber nicht rechtzeitig zur Transalp schaffte, so daß ich mit meinem Ersatz Shimano Ultegra Hinterrad gefahren bin – keine gute Idee, wie sich später herausstellte. Das Rad sah aber nun sehr stimmig aus, schwarz/weiß mit einigen wenigen orangen Punkten.
Ich hatte exakt noch eine Möglichkeit einmal abends damit ein paar Kilometer auf dem Deich zu fahren, bevor ich es einpackte und mit zum Startpunkt der Transalp in Sonthofen nahm.
Vermutlich wäre es mir auf dem Cervelo wesentlich schwerer gefallen die Transalp zu überleben. Das Canyon ist deutlich komfortabler, fährt man mit dem Canyon in ein Schlagloch rein kommt man auch wieder raus mit beiden Händen am Lenker. Beim Cervelo ist das reine Glückssache. Der montierte Tune Wasserträger Flaschenhalter hat mich allerdings 20 Stunden Zeit gekostet.
Es gab allerdings zwei schwarze Stunden. Auf der 3. Etappe nach Naturns, David und ich fuhren zackig und waren gut dabei, riß mir eine Speiche des Ultegra Hinterrades 30 km abwärts vor dem Ziel. Mal wieder. Das ist einfach kein Laufrad für mein Gewicht. Der Werkstattwagen fuhr nicht über die gleiche Strecke, ich mußte also in den Besenwagen und mich zum Ziel fahren lassen. Total ärgerlich und überflüssig, wenn das DT Swiss Laufrad rechtzeitig fertig geworden wäre. Ich kriegte dann für den Rest des Rennens ein Rose-Leihlaufrad.
Die zweite schwarze Stunde passierte auf der letzten Etappe nach Arco. Wieder waren David und ich recht gut dabei und jagten gemeinsam ein recht flaches Stück mit vielen Seen lang. Dan machte es RRRRACCCCKKK beim schalten und die Kette war trotz Abweiser vorne abgesprungen und hatte ich zwischen Rahmen und kleinem Kettenblatt eingeklemmt. Lackierung total hinüber, festegestellt das der Rahmen wirklich unten drunter schwarz ist und mit viel Mühe die Kette rausgezerrt und dsa Rennen zuende gefahren.
Ich bin dann weiter mit dem Rad in Bremen im Sommer gefahren, aber der Sommer war nicht schön und die Anzahl der Touren hielt sich in Grenzen. ie Bremen Challenge bin ich auf dem Canyon ebenfalls gefahren. Einer der schönsten Trips war im August von München um ein paar Seen und dann am nächsten Tag nach Neuschwanstein und zurück. Das Canyon ist sehr gut, total agil. Immer wenn ich von meinen alten Stahlrädern auf das Canyon springe, dann merke ich besonders wie nervös und schnell das Teil ist. Wirklich sehr beeindruckend.
Im Oktober war ich dann mit Canyon auf Malle zum fahren und traf dort Fabian mit seiner Familie und Stephen und….Sean Kelly, ein later Kumpel von Stephen. Das hat sehr viel Spaß gemacht und mit dem Canyon ließ es sich erfreulich schnell und schön fahren. Auf einer Tour mit Stephen, wir waren schon auf dem Rückweg, merkte ich ein komisches Geräusch beim treten, checkte alles einmal und konnte nichts finden. Wir fuhren dann in de rNähe von Valdemossa einen Berg hoch und ich trat gut rein, als es mal wieder RRRRACCCCKKK machte. Bei dieser Gelegenheit hatte sich die Kette zwischen Speichen und größtem Ritzel verklemmt und dabei das Schaltwerk mit Adaptor vom Rahmen gerissen. Ein Weiterfahren war nicht mehr möglich. Zum Glück kam eine amerikanische Familie vorbei, die mich in ihrem riesigen Campingbus mitnahm nach Esporles und dort wartete ich geduldig bis Fabian mich abholte.
Den Rest des Urlaubs habe ich dann auf einem Leihrad verbracht. War auch nicht schlecht. Und als ich über Weihnachten mit meiner Familie nach Malle gefahen bin, habe ich mir gleich ein Leihrad geholt, das macht auch viel mehr Sinn als Geld für den risikoreichen Transport des eigenen Rades auszugeben. Und man bekommt auch ganz schicke interessante Möhren, so daß ich zum ersten Mal eine Campa Ergopower ausprobieren konnte.
Seitdem steht das Canyon in der Garage, das Wetter war bislang einfach zu schlecht und das Fahren mit dem Union Fixie macht einfach zuviel Spaß. Ach nein, einmal bin ich noch durch das Grauen gefahren damit in diesem Jahr.
Das Canyon ist ein Rad das richtig Spaß macht und in Japan wäre das jetzt im Dauereinsatz. In Bremen sind meine Prioritäten und das Wetter etwas anders, so daß ich das Canyon nicht sehr oft fahre. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß dies ein sehr, sehr gutes Rad ist.
Auch wenn es kein italienisches Rad ist.Alles über das Canyon hier.
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10 Uhr an der Bank Weserstrasse heute. Auf nach Niedersachsen, links-weserisch.
Seit langer Zeit wieder eine Ausfahrt mit Leuten aus dem Rennrad-Forum. Als Vorbereitung darauf bin ich am Abend um Acht Uhr ins Bett gegangen, küsste meine Tochter zum Abschied und hing mir eine Kopie des heiligen Christopheruses um, die Tom Boonen letztens von Tjörven Cleenewerck erhalten hatte. In völliger Überschätzung meines körperlichen Kampfkraft setzte ich mich auf mein Union Fixie und fuhr los. Einen Reifen habe ich mir allerdings nicht drangebunden, das macht man nur in Japan zum Training wenn man erstens früher Keirin gefahren ist und zweitens über 70 Jahre alt ist. Sonnig, kalt und windstill, besser kann es fast nicht sein. Doch ein bißchen wärmer, wegen der Füße.
An der Bank warteten bereits die andren. Um ihre Identität geheim zu halten will ich ihnen einmal andere Namen geben: Brummifahrer, Will Work, Hobby und Don Carlos. Als sie mich mit dem Union und meiner flachen Landstraßenübersetzung 52/16 sahen, gab es großes he,he; und ene völlige Fehleinschätzung meiner Leistungsfähigkeiten. Ich war allerdings beeindruckt angesichts der Tatsache, daß Will Work keine Handschuhe anhatte und Hobby kurze Hosen – mir wäre das zu kalt. Später fand ich allerdings raus, dass Will Work sehr enge Lederhandschuhe mit Hautaufdruck von Chanel und Will Work hautfarbene Leichtpelzbeinlinge von Jack Wolfskin trug.
Wir einigten uns schnell auf eine ca. 100 km lange Runde nach Bruchhausen-Vilsen, der Stadt aus der das legendäre Vilsa kommt.

Das Bild zeigt nicht, wie zunächst angenommen werden könnte, 12 Fahrer des Liquigas Teams die ich Dreierreihen durch einen Tunnel fahren, sondern eines der wunderschönen Produkte der Stadt Vilsa, die seit eh und je die Welt beglücken.
Zunächst fuhren wir also auf dem Deich, bis wir recht fix abbogen und dann irgendwie auf die Straße Richtung Süden kommt, auf der man dann rechts nach Syke abbiegen kann, genau L331. Hobby und Will Work zogen den Rest der Truppe quasi die ganze Zeit. Meine Ortskenntnis war genau hier zu Ende. Zum Glück war es flach, windstil und die beiden machten vorne gut Tempo im 30/33er Bereich so daß wir gut durch die Dörfer kamen. Die Straßen waren auch genial leer, Niedersachsen war vermutlich im Garten und suchte Eier. Wir kamen dann durch weitere Dörfer mt Namen wie Tierfuttermittel bis wir recht fix in Bruchhausen-Vilsen waren. Brummifahrer verließ uns dann und wir fuhren zu viert weiter.
Wie bereits geschrieben, ich hatte nicht mehr die geringste Ahnung wo ich war. Es folgte ein Berg, ganz erstaunlich, bei dem ich völlig einsackte und mit Abstand als letzter den Pass erreichte. Will Work fragte schelmisch, ob wir Lust auf eienn Abstecher ind ie Heiligenfelder Geest hätten. Klar, hatten wir, das liegt übrigens auf der Niedersächsischen Mühlestraße. Also wenn man die Halmastraße immer gerade aus fährt, den Mikadoweg und die Schachallee hinter sich läßt und dann links abbiegt. Also, kam mir jedenfalls so vor. Vereinzelnte Sprachfetzen die ich hörte und die Kennzeichen gelegentlich vorbeifahrender Autos deuteten darauf hin, daß wir uns noch in Deutschland befanden.
Dann kam ein fieser Berg und zwar an der Klostermühle Heiligenberg. Mit meiner Übersetzung fuhr ich da mit 8 km/h im Zickzack hoch. Will Work erzählte mir, daß man dort lecker Kuchen essen kann, der Laden wird von zwei Östereicherinnen betrieben. Rechts sah ich ein blondes Madel im Dirndl. Ich hätte stehen bleiben soll. Habe ich aber nicht.
Es ging zurück nach Bruchhuasen-Vilsen und dann etwas gemütlicher zurück an die Weser. Als wir an der Bank ankamen hattenw ir 94 km hinter uns (ich etwas mehr wegen dem Zickzack am Berg). Don Carlos konnte zu den 26 km zur Bank noch einmal die gleiche Distanz nach Hause draufpacken, ich hatte es etwas weniger weit.
Ich kam nach Hause, aß zu mittag und sah dann dies:

Dieser Mann hatte einen etwas härteren Tag hinter sich.
Nach Paris, Roubaix und Dusche machte ich mich mit meinem Sohn an die Gartenarbeit, um endlich einmal andere Muskelgruppen als die Beine zu belasten. Die Idee kam mir im Gespräch mit Hobby, der so etwas ähnliches macht, aber in Ermanglung eines Gartens Hanteln benutzt.
Ich hasse Gartenarbeit. Als ich vor zwei Jahren aus Tokyo zurückkam und die Wohnung in Bremen gekauft hatte, sagte der Makler noch zu mir „Hier haben sie auch einen wundeschönen, großen Garten, da können sie auch draußen sitzen.“ Wenn man 12 Jahre in Tokyo gelebt hat, 12 Sommer dort mitgemacht hat (36-40 Grad, 99% Luftfeuchte), dann kann man in Bremen nur mit Chanel Handschuhen und Jack Wolfskin Beinlingen draußen sitzen. Habe ich noch nie gemacht. Nur zum rauchen oder Rad putzen. Wenn ein Makler heute so etwas zu mir sagt, dann klingt das wie: „Nebenan ist eine chemische Farbrik einer iranischen Firma, die geht irgendwann in die Luft oder sie bekommen vorher Lungenkrebs.“ Ja, das ist ungefähr gleich mit dem Charme der Gartenarbeit auf mich ausübt.Nie mehr will ich ein Haus, das irgendetwas organisches draußen hat.
Es war und ist aber ein schöner Tag gewesen und die Ausfahrt hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das schöne daran mit Anderen zu fahren ist, daß man neue Straßen und Berge kennenlernt, sich unterhält und viele neue Dinge erfährt.
Und der Windschatten.
Fotos von Hobby.
Strecke von Don Sebastiano
Ich mag Olmos. Eine Psyschologin würde vielleicht eine Steuerkopfschildfixierung diagnostizieren.
Egal, ich liebe sie trotzdem. Ist es,weil Olmo, wie Urmel klingt, der Heldin einer späten Kindheit. Obwohl, ich war ja eigentlich mehr Fan des Seeelefants, der auch altes deutsches Liedgut stilecht zum besten geben konnte. In seiner ruhigen und gelassenen Art erinnert er mich an unseren IT Chef. Vielleicht liegt es auch an dem Rad von „Olmoista“, mit dem ich letztes Jahr einmal gefahren bin und der ein wunderschönes, rotes Olmo besitzt.
Ich saß also zuhause und machte mich auf dem Web verzweifelt auf die Suche nach einem passenden und günstigen Olmo. Ich fand gleich zwei, ein weißes, daß etwas zu klein war und ein blaues, etwas zu groß. Wenn man verzweifelt ist, dann werden die Finger gekreuzt und man denkt: „Na ja, wird schon irgendwie passen, vielleicht baue ich ein blau-weiß gestreiftes daraus das mir passt.“ Die Geschichte von dem weißen Olmo wird ein anderes Mal erzählt.
Das blaue Olmo San Remo (aus den Neunzigern) kam direkt aus Italien, wo 63 cm Rahmen doch eher selten sind. Das is sowieso das Problem mt alten Stahlrennern, die meisten sind mir zu klein, bei 56cm hört doch vieles auf – wie in Japan. In den Achtzigern sind halt eher Sportler Rennrad gefahren (kleine Äpfel) und nicht so „lange Stangen“ wie heute (Das Zitat bitte einmal bei Francois Truffaut nachsehen). Das weiße Olmo habe ich neu lackieren lassen, das blaue hatte ein paar kleinere Fehlstellen, die ich ausbessern ließ. In der ersten Version (Blue Evolution One) sollte es zu einem Winterrad für die Stadt umgebaut werden.
Ich wollte wenig Geld ausgeben und möglichst viel mit Komponenen arbeiten, die ich noch in meiner „Magic Box“ hatte. Das Peugeot Galibier war mir ohnehin zu klein und ich wolltes es verkaufen, also habe ich das meiste dort abgebaut und an das Olmo dran.
Die Schaltung war komplett Shimano Golden Arrow, die Rahmenschalthebel finde ich ja heute noch mi die schönsten überhaupt, wesentlich schicker als die klassischen Campagnolos. Und das „Golden Arrow“ Logo, das auf den Komponenten eingraviert und gülden ausgemalt ist, sieht auch sehr indviduell aus.
Bei den Bremsen entschied ich mich für die Tektro FL-750 Bremsgiffe, die ich in ihrer Schlichtheit sehr mag. Darüber muß ich beizeiten wohl auch einmal einen Extrabeitrag schreiben. Ich mag ja keine alten Bremsen, weil die schlecht bremsen, schleifen und schwer einstellbar sind. Bei mir fäng das Wort Bremsen erst bei Shimano Dura Ace 7403 ein, davor gab es eigentlich nur „Verzögerer“, „Ornamente“ und „Schleifsteine“. Aber für den Winter reichen auch Shimano 600 neueren Datums.
Die Laufräder habe ich eins zu eins vom Peugeot Galibier übernommen. Es isd as Modell JA0001 und JA0002 meiner selbstgebastelteten Laufräder mit Maillard Naben und neuen Mavic Open Pro Felgen.
Dazu kam der Rest vom Peueot, also der orange Flachlenker (ein letzter Aufschrei der orangen Phase), ein brauner Charge Spoon Sattel und eine neue Sattelstütze („Strong“) und der orginal pantographiere Olmo Vorbau.
Da ich mit dem Rad im Winter fahren wollte, habe ich mir noch Flaschnehalter, Pumpenhalter, Satteltasche und SKS Raceblad Schutzbleche montiert. Diese „swoppe“ ich mit meinem Union Fixie heute.
Probleme beim Zusammenbau machte vor allem der Shimano Arabesque Steuersatz. Da war ich mit minem Latein am Ende, aber zum Glück konnte das wieder einmald er Rennradgott von Velosport richten. Ich fuhr also los auf die erste Probefahrt. Man, war die Kiste lahm. Ich hatte Mühe, ein flottes Mäadel auf einem Hollandrad zu überholen. Was für eine Enttäuschung: Mein Olmo, ein Seeelefant!. Vielleicht scheuerten die Bremsen mal wieder? Ich schaute hinten und vorne nach. Oh, ich hatte das Hinterrad schief eingebaut und dieses hatte die ganze Zeit an der Kettenstrebe gescheuert, das war der Grund! Natürlich hatte es dabei den gesamten Lack an der linken Kettenstrebe abgeschleift, was erstens sehr unprofessionell und bescheuert aussah, vor allem NACHDEM ich Geld ausgegeben hatte am den Rahmen zu reparieren, mir aber andereserseits die Gelegenheit gab zu prüfen, ob der Rahmen wirklich hinten komplett unterverchromt ist. Stimmt übrigens, wie ich leider feststellen konnte.
Danach war es dann ein gutes Rad mit dem ich viel gefahren bin, vor allem im Winter bis das Union Fixie kam, daß ich danach fast ausschliesslich fuhr.So ist das halt mit neuen Lieben. Irgendwann zwischendurch kam aber doch noch Evolutionstufe Zwei, bei der ich den orangen Lenker gegen einen blauen Charge Straw ausgetauscht habe. Dieser Lenker hat irgendwie den Charme eines SM Spielzeuges (heißt auf japanisch übrigens „Otona no omocha – Erwachsenenspielzeuge). Damit war dann meine orange Phase endgültig zuende. Der Lenker ist wirklich schön, aber auch total hart, da ohen Griffe und im Winter wird er sehr kalt, so daß er ohne dock wattierte Handschuhe überhaupt nicht fahrbar ist. Vermutlich würde man mit der Hand am Lenker kleben bleiben und müsste die Feuerwehr rufen lassen. Selber anrufen kann man ja nicht, da beide Hände am Lenker fest sind.
Im Winter wurde da Olmo noch einmal gut gewaschen und dann in die Garage (Area 51) gestellt. Ich hatte nun genug Zeit zu überlegen, was ich nun als Evolutionstufe Drei machen wollte.
Der Zufall in Form von Henning brachte mir zwei blau eloxierte Rigida Nova 36L Felgen ins Haus. Dies wiederrum brachte mch auf die Idee das ganze Rad irgendwie blau zu machen. Das ist eine sehr DOOFE Idee, denn man findet nie die ganzen aufeinander passenden Blautöne. Ich hatte noch eine von Tobias hochglanzpolierte Mavic 500 HR Nabe udn dazu suchte ich mir das passende VR Stück. Die gravierten Maviclogos habe ich blau ausgemalt. Mit dieser Kombination habe ich dann meinen Laufradsatz KD0001 und KD0002 gebaut. Mit den hexagonalen Speichennippeln und den Unterlegscheiben an den Speichenköpfen ist das der beste Laufradsatz, den ich bislang gebaut habe. Gerd Schraner wäre stolz auf mich.
In der Zwischenzeit hatte ich mir außerdem auch ein paar Traumkomponenten von Shimano Dura Ae gekauft, die nutzlos in der Vitrine aka „Magic Box“ lagen. Eben die erwähnten Dura Acce 7403 Bremsen und ein passendes 7400er Schaltwerk. Also habe ich die Sachen am Rad ausgetauscht., die Montage der Dura Ace Bremsen ist wirklich eine Freunde das geht so fix und bereitet keine Probleme.
Das Dura Ace Schaltwerk machte allerdings ein paar Probleme. Vorne blieb die Golden Arrow Standardkurbel montiert (52/40) und hinten hatet ich einen wunderschönen Regina America 6-fach 13-24 Zahnkranz montiert. Also 12+11=23 Zähne Kapazität – schafft das Schaltwerk nicht. Zudem sind die Schaltröllchen auch verdammt nahe an den Ritzeln – hat sich das etwas am Standard im Laufe der Zeit verändert?. Also es funktioniert schon, aber wenn man vorne/hinten klein/klein fährt, dannist keine Spannung mehr auf der Kette.
Krönender Abschluß ist ein Selle San Marco Concor Supercorsa Sattel in hellblau, der natürlich auch vond en Blautönen her nicht passt, aber trotzdem ein sehr schöner Sattel ist.
Mit dem neuen Olmo Blue Evolution Three ging es dann gestern auf Probefahrt. Also, Paris-Roubaix würde ich mit der Kiste nicht fahren, dafür ist sie einfach zu hart, vor allem der Lenker. Sonst fährt das Olmo aber schön und beschleunigt gut. Die Bremsleistung ist jetzt umwerfend. Ich war vom Probefahren so begeistert,d asß ich war nicht merkte, daß das Vorderad schief eingebaut war und nun an der Gabel scheuerte. Ergebnis: An der Gabel gibt es keine Unterverchromung. Außerdem muß ich den Steuersatz noch einmal neu einstellen, der ist empfindlich. Liegt das an dem Ultralangen Steuerkopfrohr?
Da ja nun das blaue Olmo wahnsinnig Sexy aussieht, aheb ich gleich noche in paar passende Bilder vor der Rotlichtstraße im Bremer Viertel geschossen. Ich vermute einmal, daß Zuhälter und Freier es nicht so toll finden, wenn dort photographiert wird aber zum Glück gab es keinen Ärger. Das Olmo kann man ja auch schnell besteigen und damit abhauen.
Alles über das Olmo San Remo hier.
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Übermorgen ist das wichtigste Eintagesradrennnen des Jahres.
Also jedenfalls wenn man die Blogs und Radwebseiten der letzten Tage so liest und den ganzen Trubel um Paris-Roubaix mitbekommt. Im Vergleich dazu wird über die Bahnrad WM in Melburn recht wenig berichtet. Ich möchte zu beidem nicht beitragen, schon gar nicht zu der viel diskutierten Frage, wer das Rennen gewinnen wird.
Manchmal gibt es aber doch sehr interssante „Nerd Artikel“ die ich faszinierend finde. Das besondere an Paris Roubaix ist, das Teile der Strecke über sehr schlecht Kopfsteingepflasterte Wege führen. Genauer gesagt sind es 51,5 km der Gesamtstrecke von 257,5 km. Kopfsteinpflaster ist nicht gleich Kopfsteinpflaster, es gibt Stücke die sind richtig mies und es gibt welche die sind gemein und mies. Das Stück kurz vor Roubaix hat nett gekämmte, glatte Pflasterseine auf denen die Namen der Gewinner vergangener Tage eingemeiselt sind. Wie fies die Stücke sind kann man auf Inner Ring nachlesen. Ich persönlich hasse Kopfsteinpflaster und käme im Leben nicht auf die Idee an einem Amateur Paris-Roubaix teilzunehmen. Erstens bin ich einmal ein supersteifes Vervelo Soloist S1 gefahren, daß mir jegwelche Freunde an Bodenunebenheiten genommen hat. Das war so hart, daß es sich anfühlte als wenn man von einer Nadel in den Hintern gestochen wurde, wenn man sich auf den Sattel schwingt und der Reifen auf einem Steinchen steht. Und zweitens haben wir von diesem Kopfsteinpflasterzeug genug in Bremen, vor allem im Viertel.

Außerdem verändert sich da Kopfsteinpflaster auf der Rennstrecke ständig. Bauern, die genug davon haben auf ihren Traktoren elendig durchgeschüttelt zu werden kippen Erde auf die Strecke um weiteren bandscheibenvorfällen zu entkommen. Die „Freunde von Paris-Roubaix“ und andere Soziopathen hingegen graben jahr für Jahr Stücke des Pflasters wieder aus und machen die Rillen zwischen den Steinen in Fahrtrichtung mit spitzen Gegenständen tiefer.
Eine sehr genaue Analyse des aktuellen Kopfsteinpflasterzusatndes findet sich auf Podium Cafe. Mit Bildern des Pflasters jedes einzelnen Abschnittes. Ein Traum für Freunde des Kopfsteinpflasters.
