Archiv der Kategorie: Radprojekte

Räder an denen ich gerade bastele, die aber nicht für mich bestimmt sind. Erst einmal.

Neri Romolo. Automatisch Manuell – manuell automatisch.

Ein Freund von mir, nennen wir ihn mal Umberto,  wünschte sich ein zweites Rad für die Stadt. Ein verständlicher Wunsch, wenn man bedenkt was er normalerweise fährt. So ein Rad würde ich auch ungerne mit einem Schloss an einer Laterne in der Innenstadt festschliessen. Man kommt nach fünf Minuten zurück, die Laterne ist noch da, das Schloss ist noch da, aber irgendjemand hat den Carbonrahmen durchgebrochen, um das Rad mitgehen zu lassen. Es erwischt halt immer das schwächste Glied in der Kette.

Das Rad sollte also klassisch sein, nicht zu teuer (mit einem Cervelo S5 als Maßstab ist dies auch nicht sehr schwierig zu schaffen) und funktional. Umberto hatte sich bereits vorher in das Raleigh von Sora mit der 2-Gang Schaltnabe von Sram verguckt, daher kamen also einige Anregungen.

Für den Aufbau hatten wir bereits einen sehr schönen, blauen Neri Rahmen organisiert, der hier im Detail beschrieben wird.

So ist es dann also geworden, zur Einstimmung einmal ein paar Ansichten:

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Irgendwann kamen wir dann auf die Idee vorne eine manuelle Schaltung mit einem klassischen Umwerfer und zwei Kettenblätter an der Kurbel mit einer automatischen Sram 2 Gang Nabe  ohne Rücktrittsbremse zu kombinieren.  Das ergibt dann 2 Gänge, die man manuell und zwei die automatisch geschaltet werden, insgesamt 4. Hat man dann vorne eine Kombination von 52/39 und hinten eine Übersetzung von 1:1 bzw. 1:1,36 und ein 16 er Ritzel entspricht dies etwa 52/39 kombiniert mit 12/16 oder einer Schaltweite von 1 Umdrehung vorne = 4,42 hinten bis 1 : 2,44 oder 181%. Bei einem Fixie für die Stadt macht 1:2,5 Sinn, also sollte das Neri sowohl für die Stadt als auch für schnellere Ausflüge tauglich sein.

Die Kette muss bei dieser Kombination natürlich gespannt werden und wir hatten keine Ahnung, was dies für die Funktionsweise der Getriebenabe bedeuten würde. Also besorgten wir uns erst einmal einen simplen Kettenspanner und legten los.

Dazu mussten zunächst die Laufräder gebaut werden. Vorne eine ungelabelte Novatec Hochflanschnabe mit DT Swiss Competition Speichen und einer Rigida Chrina Felge 32L. Umberto wünschte sich viel blickendes Chrom an seinem Rad, das schränkte die Auswahl etwas ein. Da das Rad für das raue Leben der Stadt konzipiert ist, wollte ich auf jeden Fall etwas stabiles und das ist meiner Meinung nach eine niedrige Felge mit Ösen (in silber). Da gibt es dann eigentlich nur noch im klassischen Look für einen bezahlbaren Preis die Rigida; hat man mehr Geld in der Tasche dann die H plus Son TB14. Die muss man aber mögen denn das Felgenbett ist relativ breit.

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Für das Hinterrad kamen die gleichen Felgen und Speichen in der 36L Version mit der Automatix Nabe zum Einbau. Da die Flansche symmetrisch sind ist das Einspeichen nicht besonders schwer. Ich war allerdings doch sehr über die Größe der Speicherlöcher in den Flanschen überrascht – gehören da an sich 2,34mm und nicht 2mm dicke Speichen rein? Hm.

Da der Moustache Lenker mit einer Dicke von 23,4 mm für die Montage von Rennradbremshebeln keine Schalthebelschellen ertragen kann, haben wir einen älteren Schalthebel am Vorbau angebaut. Das erinnert ein wenig an den Maschinentelegraphen  eines Schiffes.

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Maschinentelegraph am Rad und …

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… Maschinentelegraph im Schiff

Der Schaltzug verschwindet im Oberrohr und wird unter dem Tretlager durch das Sitzrohr geführt, wo er aus einem Loch auf der Rückseite heraustritt. Das Loch ist allerdings so hoch angebracht, dass eigentlich nur Kettenblätter 52 und größer verwendet werden können, sonst liegt der Umwerfer quasi auf dem Austrittsloch. Als Umwerfer selber hatten wir uns einen sehr schicken und chronisch unterschätzten RX100 von Shimano ausgesucht.

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Chronisch unterschätzter Shimano RX100 Umwerfer

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Schaltzugführung am Umwerfer. Reibungsfrei ist anders, funktioniert aber.

So, dann nur noch die Kette montieren und und hinten den Kettenspanner dran und testen. Die Kombination 52/39 funktionierte leider gar nicht, denn so ein Kettenspanner mit einem Rädchen hat eine begrenztere Kapazität als Daniela Katzenberger oder, von mir aus Thorsten Legat. Zum Glück hatte ich noch ein 46er Kettenblatt für eine Campa Kurbel mit 135 mm Lochkreis da, und siehe da, 7 Zähne Kapazität konnten irgendwie gehandelt werden. Also, testfahren nun.

Kurz vor dem Testfahren fiel mir dann ein, dass eine Bremse zu montieren hilfreiche Dienste leisten könnte. Beim fahren fiel dann schnell auf, dass die Nabe auf dem großen Kettenblatt, wenn die Kett gut gespannt ist, top funktioniert und automatisch schaltet, auf dem kleinen Kettenblatt rutschte die aber bei Belastung durch. Also kam uns die Idee ein normales Schaltwerk einzubauen, in diesem Fall ein Suntour Cyclone Mark II. Das ist meiner Ansicht nach eines der coolsten, leichtesten und chronisch unterschätztesten Schaltwerke auf dem Globus und passt daher perfekt zu dem Shimano RX100 Umwerfer.

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Schaltwerk, das nicht schalten darf, weil …

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… die Nabe daneben die Arbeit tut.

Das Ritzel der Nabe liegt allerdings so weit innen, dass man die Schalträdchen mittels der Begrenzungsschrauben nicht mittig unter das Ritzel bekommt, hier musste also noch einmal ein wenig getrickst werden. Wie, das verrate ich aber nicht, damit auch ja keiner diesen Aufbau 1:1 kopieren kann.

Getestet. Funktionierte dann im Strassenbetrieb – juhu. Wobei man sagen muss, dass die automatische Schaltung sehr gewöhnungsbedürftig ist. Da ist einfach kein Gefühl der Abschätzung, wann die denn nun einen Gang schwerer schaltet. Und wenn sie das getan hat und man hört auf zu treten, um eben wieder in den kleineren Gang zu kommen, hat man nicht das Gefühl, dass dies passiert, es tritt sich immer noch schwer. Bis man wieder anfängt zu treten und das Ding wieder einen Gang schwerer schaltet (nämlich in den 2.). Und so hat man irgendwie das Gefühl, dass das Treten immer schwerer und schwerer wird und das in Wirklichkeit keine Zweigang, sondern eine Unendlichgang Nabe ist, bei der man aber nur in eine Richtung schalten kann: härter.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass dies alles mit Korrekturen zum laufen gebracht wurde und ich bin gespannt, wie sich das Rad und vor allem die Schaltung im Alltag bewährt. Das ist doch einmal etwas anderes als das x-te Rennrad aufzubauen. Einerseits. Andererseits hätte gerade dieser rahmen mit der kompletten Innenverlegung von Schalt-und bremszügen eigentlich eine schöne Schaltung verdient gehabt. Aber wer weiß, vielleicht bauen wir die mal nach.

Was gibt es sonst noch an dem Rad? Mal vorne und oben angefangen: Moustache Lenker mit 25,4 mm Klemmung, 23,4 mm Durchmesser und einem Drop von 4 cm. Ich hätte gerne einen flachen Lenker gesehen ohne Drop, aber den gibt es eben nur für 22,2 mm Durchmesser, also hätten wir auf Rennradbremsen verzichten müssen. Das wollten wir aber nicht.

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Bremshebel Shimano 600 gelocht mit Dia Compe Gummis.

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Lenkerband Fizik Microtex, einigermassen passend zu Sattel und Gummis.

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Bremsen Shimano 600, alles im Original.

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Kurbel Campa Centaur mit MKS Sylvain Stream Pedalen. Gibt es dazu eigentlich irgendeine Alternative? Die sind schmal, beidseitig fahrbar, stabil und sehen gut aus- trotzdem würde ich gerne mal etwas anderes verbauen.

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Sattel Gyes G6 auf Wunsch von Umberto mit ungelabelter BLB Aero Stütze auf Wunsch von mir.

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Hatte ich die schwarzen Michelin Dynamic Sport Reifen bereits veschwiegen? Gut. Noch ein paar schöne Details?

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Zwei Bitten noch zum Schluss:  Zollt dem chronischen unterschätztem Umberto auf diesem Rad bitte den gehörigen Respekt. Zweitens: Klaut dieses Rad nicht. Danke.

 

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Klassisch unterwegs: Basso Fior di Loto Campagnolo Record

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Nach einer etwas längeren Reparaturzeit (den kompletten Sommer in Bremen) wegen eines eingeklebten Innenlagers bei dem Radhändler meines Vertrauens stand heute die erste Probefahrt mit dem Basso an.

Wenn ich Zeit habe setze ich morgen einmal ein paar mehr Fotos von dem Aufbau rein. Ich hatte mir den Rahmen vor ein paar Monaten über das Rennradforum organisert und wollte ihn gerne als mein Standard Rennrad für Bremen aufbauen. Ich mag die Basso Rahmen, mein blaues Basso Fixie ist irrsinnig agil und ich mag das Design der Rahmen mit diesen ulkigen Abdeckkappen für die innenverlegten Bremszüge im Oberrohr und der halb-integrierten Sattelstützenklemme. Meine Idee war CCC, also erstens Campagnolo, zweitens Carbon und drittens cehnfach. Das war teuer und brauchte etwas Zeit bis alles zusammengekauft war; vieles ist aus der Record Gruppe, aber auch von Chorus und die Bremsen sind sogar „nur“ moderne Veloce. Ich schätze aber gerade die sehr, die SKeleton Bremsen von Campagolo hingegen gefallen mir vom Design überhaupt nicht. Sehrschön fidne ich die Campagnolo Omega V Hochprofilfelgen, die passen auch farblich mit dem dunklen Eloxat gut zu dem Rahmen, der neben schwarz keine andere Farbe duldet.

Nachdem also sicher war, dass Werder in Augsburg heute verlieren würde, schwang ich mich auf das Rad und fuhr auf der westlichen Seite der Weser runter Richtung Riede. Wie neue Räder , nun einmal sind, sie fahren gut, meint man. Das hier ist vielleicht nicht ganz so schnell wie mein Canyon aber immer noch schnell genug. Oder vielleicht war ich heute auch zu lahm. Die Sitzposition empfand ich mit zunehmender Fahrt als immer unbequemer bis ich merkte, dass sich der Lenker langsam nach vorne drehte, weil ich ihn nicht fest im Vorbau fixiert hatte. Das Phänomen kenne ich schon, ähnliches ist mir bereits einmal auf dem Velothon passiert.

In Theddinghausen war Dorffest und ich musste durch die Menschenmassen wie ein Lachs gegen die Strömung  schwimmen. Schlimmer war allerdings der Geruch nach Pizza, Pommes und gegrillten Champignons, der mir zum Verweilen riet. Danach kam ich nach Werder und überquerte die Weser kurz vor Achim.

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Ich hatte wenig verlangen durch Achim und über die viel befahrene Straße zurück nach Bremen in den Süden zu fahren, zumal ich auch nur bessere Positionslichter montiert hatte. Also machte ich mich auf nach Oyten und Sagehorn, um dann am Wümmedeich nach Borgfeld zu fahren. Mittlerweile war es auch schon ziemlich dunkel und ich kam nun auf dieses blöde Stück rote Schotterpiste entlang der Bahnstrecke auf dass ich jedesmal komme, wenn ich alleine fahre und nie wenn ich mit einer Gruppe unterwegs bin. Nach 200 Metern hatte der Mavic Reifen einen Platten. Soweit zu der Haltbarkeit von diesen wirklich gut aussehenden Reifen. Ich hatte dann die Gelegenheit den letzten von meinen 25 Conti Schläuchen zu montieren, die ich im „Big Pack“ ziemlich genau vor einem Jahr gekauft hatte.

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Jetzt war es richtig dunkel und ich war froh als ich runter vom Deich und wieder in der Stadt war. Was mir dann zuhause die Möglichkeit gab das Stoppelkamp 83 Meter Tor zu sehen.

Das Basso fuhr sich gut, fast kein Unterschied zum Canyon. Hier und da muss noch ein wenig geschraubt werden. Vor allem am Vorbau.

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For Sale: Romani Pappagallo Non Mercie RH60

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Das Romani ist einer meiner liebsten Aufbauten (neben dem Reus, dem Umberto Dei, dem blauen Basso, dem Union und noch ein paar anderen…) und ich hatte es bereits Anfang des Jahres an einen guten Freund verkauft. Der mittlerweile eine Karriere in der Automobilindustrie anstrebt und deswegen das Romani zurückgab. Also noch einmal: Romani for sale:

“Non Mercie” ist nicht französisch für “Nein Danke”, sondern französirisiertes Englisch für “No Mercy” oder endlich auf Deutsch: “Keine Gnade”. Dieses Rad ist in gewisser Weise eben gnadenlos.Nicht so sen Preis: €400 VB.

Der Rahmen hat ein Größe von 60 cm, ist also etwas für sportliche Menschen zwischen 1,80 und 1,90. 

Den Romani Rahmen hatte bei Ebay günstig gekauft. Das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass Romani als Marke nicht den Bekanntheitsgrad wie andere italienische Traditionshersteller hat. Über den Rahmen habe ich mich schon an anderer Stelle auf diesem Blog ausführlichst ausgelassen. Da er ganz ohne Aufkleber ist, sollte auch der Aufbau schlicht und simpel sein, in zweierlei Hinsicht: Erstens wollte ich nicht schon wieder ein halbes Vermögen ausgeben, dass eins.erstens nur in der Garage steht bis ich es eins.zweitens dann mißmutig verkaufe und zweitens kommt für so etwas sowieso nur ein Singlespeed Aufbau in Frage, alles andere verschandelt leider die simple Optik, auch wenn es denn noch so funktionell sein soll. Und drittens gab mir das auch die Gelegenheit, frei von jeglichem Gruppenzwang und Epochendenken einfach alles aus den Kisten im Keller dranzubauen, das mich schon lange anschreit: “Benutze mich, Baby!” 

Dann machte ich mich daran, die Muffen und Pantos neu auszumalen, das meiste in rot ein wenig in blau. Andere Farben als solche die ohnehin schon am Rahmen sind dürfen hier auf keinen Fall hinzugefügt werden. Das ist ja ein Rad und kein Regenbogen! 

Aus den Kellerkisten kam dann ein sehe schöner und schlanker 3ttt Umbau mit dem passenden 3tt Lenker darn. Dieses ist mit 38cm recht schmal, damit man sich gut in der Stadt an stehenden Autos vorbeimogeln kann. Ich wollte auf keinen Fall normale Rennradbremshebel mit Bremsen vorne und hinten montieren. Andererseits wollte ich auch nicht wie eine Rakete ohne Bremsfallschirm durch die Strassen fahren. Die Lösung bestand darin, einen Crosser Bremshebel (Tektro RL720) oben am Lenker zu positionieren der die Hinterradbremse bedient. Damit bleibt vorne alles frei und aufgeräumt, da die Bremshülle fast komplett durch das Oberrohr läuft. Der Lenker ist damit voll präsent und die Bremsaufnahmelöcher an der Gabel habe ich versiegelt und ebenfalls rot lackiert. So kommt die Optik relativ nahe an die eines Bahnrades. Eine Shimano 6203 Bremse ist schön klein und fällt nicht weiter auf. Die Bremskraft ist gearde mal ausreichend, aber eine moderne Dual Pivot, wie z.B. eine Campagnolo Veloce wirkt da einfach zu klobig. Warum hat das eigentlich noch nie jemand vorher gemacht – die meisten Fixies haben ja die Bremse, wenn sie eine haben, vorne.

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Andere Teile, wie der Ritchey Logic Streem Sattel in weiß, die sehr ungewöhnliche SR Sattelstütze, das Lenkerband in schwarz im blauen Punkten, die Gipiemme Dual Sprint Pedalen sind aus der Kiste. Die Campagnolo Centaur 10speed Kurbel hatte ich sehr lange an meinem Union Fixie gefahren, dies aber nun mit einer älteren Chorus Kurbel verschönert. Ich mag die Campa Kurbeln an Fixies da sie in der Regel sehr filigran aussehen. 

Als Laufräder habe ich nun Shimano 600 EX Naben mit Mavic GP 4 Felgen für Schlauchreifen, schwarz eloxiert
und Vittoria Schlauchreifen vorne und hinten: Continental Sprinter verbaut. Die 6-fach Kassette habe ich so gelassen, man kann nun die Kette auf eines der Ritzel legen, je nachdem wie man das braucht – für die Stadt, für die Hügel oder für die Landstrasse. Die Kette spring nicht ab, klappt alles prima. Und selbst wenn, da hinten ein Schnellspanner verbaut ist kann man das schnell wieder ausrichten. 

Nun gut, aber wie fährt sich das Ding denn nun? Ziemlich brutal. Also erst einmal ist es relativ leicht, nämlich nur 8,6 kg. Ja ich weiß, wir haben alle zuhause ein leichteres Canyon ode Rose oder Müsing stehen, aber man muss dies natürlich auch im Zusammenhang mit der Zeit sehen in denen die meisten Komponenten gefertigt wurden. Allein der Rahmen wiegt 3,3kg. Also die Kiste hat jedenfalls ordentlich Schwung und Vorwärtsdrang. Man kann das Teil gut beschleunigen, in den Kurven liegt es auch gut und macht keine Zicken. Trotzdem ist es möglich auch mal die Hände vom Lenker zu lassen und freihändig zu fahren.

Ich mag das Romani wirklich sehr. Es ist nur nicht ganz so schön wie das Union und bei weitem nicht so schön wie das Basso, deshalb werde ich mich beizeiten wieder von ihm trennen müssen. Kann mir jemand dabei helfen? 

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ROMANI PAPPAGALLO Stahlrahmen RH60 c-c, ca. 1990

  • + Komplettgewicht etwa 3.300 Gramm mit Gabel
  • + Chromgabel 1 Zoll Columbus Forcella Originale mit Romani R Panto und Campagnolo Ausfallenden
  • + Schaltsockel am Unterrohr
  • + Flaschenhalteraufnahme am Unterrohr
  • + Im Oberrohr verlegte Bremszugführung (vermutlich für die komplette Hülle, nicht nur den Zug)
  • + Sitzrohr für 27,2mm Sattelstützen, also vermutlich Columbus SL
  • + Romani Schriftzüge an der Aufhängung der Sitzstreben
  • + Anlötumwerfer
  • + Schaltzugführung unter dem Tretlager in Rohrführungen
  • + Columbus Tretlager
  • + Aufnahme für Innenimbus Bremsen
  • + Verchromte Ketten- und Sitzstreben
  • + Campagnolo Ausfallenden mit integriertem Schaltauge
  • + Alle Decals entfernt.

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Neri Romolo

Aufbau für einen Bremer Freund, nennen wir ihn einmal Umberto wegen seiner Vorliebe für alles italienische, der sich kein weiteres Rennrad, sondern etwas schickes klassisches auf Rennradbasis für den Alltag in der Stadt wünscht.

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Guido „Romolo“ Neri war ein italienischer Rennradfahrer, der zwischen 1959 und 1970 in verschiedenen Pro-teams fuhr und immerhin am Giro d’Italia, an der Tour de France und anderen großen Rennen der Zeit teilnahm. Nach dem Ende seiner Karriere eröffnete er 1979 einen Radladen in seiner Heimatstadt Cesena (Emilia Romagna), Cicli Neri existiert noch heute. Eigene Rahmen wurden hier nicht hergestellt, aber da die Region reich ist an vielen bekannten und weniger berühmten Rahmenbauern, wurden dort Rahmen ein- und unter dem Namen Neri verkauft. Im Netz findet man ab und an noch ein paar Bilder:

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Neri Cessena auf Ebay

 

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Neri Cesena Special Corsa 1982 von via bikeporn

Die Basis für den Aufbau wird ein blauer Neri Rahmen mit einer Rahmengröße von 54 cm (c-c).

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Moustache Lenker mit wenig Absenkung (Drop). Shimano 600 Bremsen und Campagnolo Veloce Kurbel – schön bunter Mix.

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Was aussieht wie ein Fleck unterhalb der Umwerferbefestigung ist das Loch aus dem der Umwerferzug austritt.

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Vermutlich stammt der Rahmen aus den Neunziger Jahren, denn er ist für die Aufnahme von STI/Ergohebeln konzipiert. Es gibt keine Schaltsockel am Unterrohr, statt dessen ist die gesamte Schaltzugführung durch den Rahmen gelegt. Am oberen Ende des Oberrohrs gehen rechts und links die Züge rein….

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Zugführung. Und „Neri Romolo“ bzw. Neri Romagna“ Pantographie auf der Gabelkrone. Wird gerade blau ausgelegt.

und werden dann unter dem Tretlager in das Sitzrohr bzw. in die verchromte rechte Kettenstrebe geführt wo der Zug dann am Ende wieder austritt.

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Neri Pantographien gibt es an drei Stellen: Der Gabelkrone, am oberen Ende der Sattelstreben und auf der linken Seite des Tretlagers (Hatte ich schon mal sehr ähnlich an einem Reus Rad).

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Und ein dickes N auf dem Oberrohr in der Nähe der Steuerkopfmuffe.

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Der ganze Rahmen wiegt mit gabel etwa 2,7 kg, kann also nichts richtig schlechtes sein, denn die Sattelstütze ist ebenfalls für 27,2 mm ausgelegt. Das Konzept für dieses Rad ist etwas ungewöhnlich, ich bin einmal gespannt, ob wir das so umgesetzt bekommen.

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SOLD: Dancelli O-Nabe RH58

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O-nabe (お鍋) ist ein japanisches Gericht, das zumeist von Männern an langen Winterabenden mit Stäbchen in der einen, und einem Bier in der anderen Hand gemeinsam gegessen wird. Man weiß nicht so genau was drin ist, isst es aber bis man merkt, dass einer der rauchenden Anwesenden darin abgeascht hat. Nach ein paar Bierchen passiert so etwas mal.

In den weißen Dancelli Rahmen hatte ich mich verliebt, als ich ihn zum ersten Mal im Forum sah. Olmo, Moser, Colnago, Pinarello, Basso, Vetta, Vicini, Umberto Dei, Romani, Bianchi, Chesini, Faggin, Simonato, Milanetti, Bottecchia, ja sogar ein Gimondi hatte ich schon zwischen den Fingern und so langsam alle italienischen Hersteller durch. Da kam ein Dancelli gerade richtig. Ich wollte mal wieder ein Rennrad bauen aber nicht unbedingt selber fahren und der Keller war voll mit Teilen, die ich niemals sinnvoll und gruppenrein an ein oder mehrere Räder hätte schrauben können, ohne noch viel, viel mehr Teile zu kaufen. Also, dachte ich mir, aus dem Dancelli wird ein O-nabe Rad, etwas für lange, kalte Winterabende die Spaß machen und das Gehirn nicht übermäßig strapazieren.

Die Basis ist ein weißer Dancelli Rahmen mit 58 cm Rahmenhöhe (c-c) und einem gleich langem Oberrohr. Die Dekore sind größtenteils ab (italienische Dekor-Qualität eben) aber es gibt eine schönen verchromte Gabel und einen genauso chromigen Hinterbau. Schwer zu sagen, ob der ganze Rahmen unterverchromt ist, denn es gibt zwar Lackschäden hier und da, aber nichts so großes und tiefes als dass man den unterliegenden Chrom sehen könnte. Zeitlich würde ich den Rahmen mit Bremszugführung durch das Oberrohr, untenliegender Schaltwerkkabelführung  und 27,2mm Sattelstütze in die späten Achtziger/frühen Neunziger einordnen. Es gibt ein paar hübsche Pantographien an der Gabel und an den Sattelstreben die den nationalen Stolz verraten.

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Bremszugführung durch das Oberrohr und Dancelli D an den Sattelstreben

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Dancelli D und Italo-Flagge
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Ein weiteres schönes Detail des Rahmens ist der „Wishbone“ ähnliche Bremssteg der von unten teilweise offen ist.

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Die Muffen waren ursprünglich in goldener Farbe ausgemalt, aber ich habe diese alle wieder rot eingefärbt, wie auch die Pantographien.

Bei den Komponenten lag der Schwerpunkt auf Funktionalität, Komfort und ehrlich gesagt, Erschwinglichkeit für den Einsatz in der Großstadt mit gelegentlichen Ausfahrten auf das Land. Auf keinen Fall sollte das Rad zu gut aussehen und Begehrlichkeiten böser Menschen am Straßenrand erwecken.

An einem schwarzen 110mm Standardvorbau ist ein schwarzer ITM Super Italia Pro 260 Alu Kompaktlenker montiert. Die Tektro RL340 Bremshebel (uncoole Logos entfernt) sind zwar modern, bieten aber ähnlich den STI oder Ergo Hebeln eine große Auflagefläche für die Hand, so dass man dort bequem seine Hände parken und trotzdem bremsen kann. Das ganze wird abgerundet durch braunes Lenkerband, farblich passend zum Sattel. Außerdem haben Sie einen Quick-Release, so dass man die Bremskörper an den Hebeln und an der Bremse öffnen kann.

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Vorne und hinten bremsen modern Miche Performance Bremsen das Teil ab, wenn es denn unbedingt nötig wird. Moderne Dual Pivot Bremsen bieten halt deutlich mehr Leistung als eigentlich passende Eingelenksbremsen und passen somit gut in das Konzept.

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Auf einer 27,2 mm Sattelstütze sitzt ein Charge Spoon Sattel Modell 2011, den ich für einen der bequemsten Sättel überhaupt halte.

Richtig klassisch wird es beim Antrieb. Probeweise ist eine Sugino 75 Kurbel montiert, diese wird aber noch durch eine andere ersetzt werden. Die Schaltung ist komplett Suntour Cyclone/Edge; die Schalthebel sind richtige Trümmer mit integrierten Federn und einer leichten Rasterung, die das festziehen der Schaltung unterstützen (ähnlich wie die Simplex Retro Friction). Vermutlich für 7 Gang Accushift ausgelegt, aber man kann die Hebel auf Reibung umstellen und so handeln Sie nun vorne einen Suntour Cyclone 7000 Umwerfer und hinten eine unbekanntere Cyclone Variation. Für eine 6 Gang Kassette mit sehr enger Abstufung für das falsche flache Land reicht das mehr als als.

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Schalttrümmer – auch mit Handschuhen einfach zu greifen

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Der Umwerfer verdeckt nun recht gut den größten Makel an dem Rad, eine nicht sehr schön ausgebesserte großflächige Roststelle im Bereich der Umwerferschelle.

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IMGP0374Flachlandrennübersetzung. Feine Abstufung, immer nur ein Zahn.

Gang ungewöhnlich sind auch die schwarzen Laufräder von Weco für Drahtreifen. Das Vorderrad hat 36 Speichen und ist radial eingespeicht. Dabei sind die Speichen über die ganze Länge gerade und haben keinen Speichenbogen der in den Nabenlöchern liegt.

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Soweit so ungewöhnlich. Richtig ungewöhnlich ist aber, dass da Hinterrad auch komplett auf die gleiche Art und Weise radial eingespeicht ist. Und zwar nicht nur die Nicht-Antriebseite links, sondern auch die Antriebsseite rechts. Da sagt der Laufradpabst Schraner, dass dies keine gute Idee ist. Ich bin mit dem Rad allerdings auch schon selber gefahren und kann da nichts feststellen was anders als bei dreifach gekreuzten Laufrädern reagiert.

Als Pedalen sind übergangsweise MKS Platformpedale montiert – da hat halt jeder seine eigenen Vorlieben und diese passen nach meinen gut zu Straßenschuhen.

Alles in allem ein sehr funktionales Rennrad für die Stadt. Nichts, was sich ein Klassikliebhaber kaufen würde, aber der hätte vielleicht schon Probleme mit dem Dancelli Rahmen und dem Achtziger Look. Einige Perspektiven auf das Rad:

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Interessiert? Das Rad steht in Bremen zum probefahren bereit. Ich dachte an €420 VHB. Ja, das ist eine Menge Geld, aber das Rad ist fahrbereit, und alles was verschleissen kann wie Lenkerband, Reifen, Schläuche, Kette, Bremsbeläge und Züge sind neu. Das kann man also lange Zeit bedenkenlos fahren  ohne weiter Geld ausgeben zu müssen.

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Eingeordnet unter 2014, Dancelli O-nabe, Mob, Sales

Sales: Vetta Rahmen 58cc

Alles, alles geht vorbei, und Dir bleib‘ ich auch nicht treu. Verkaufe, weil mir zu klein und auch keinen sinnvollen Aufbau gefunden meinen Vetta Rahmen.

Rahmen = Rahmen, Gabel mit Steuersatz und Innenlager. VHB €136 plus Versand mit DHL

Der Rahmen ist gut erhalten, ansprechend leicht und recht bunt … tja aber so waren eben die Achtziger und Neunziger aus denen dieser Rahmen stammt. Vetta ist eine dieser kleinen italienischen Schmieden die neben den Rahmen unter der eigenen Marke, auch viele für andere und bekanntere Marken zusammengelötet haben. Die VettaRahmen werden von der Familie Taverna zusammengebaut. Auf meinem Rahmen sind überall Aufkleber mit T. Taverna, heute machen das wohl Antonio und Ferruccio Taverna die auch nicht mehr ganz taufrisch aussehen. Ich meine, ich hätte z.B. auch einmal einen Müsing Rahmen in der gleichen Farbkombination irgendwo gesehen.

Bei diesem Vetta Rahmen gibt es Cinelli Pantos am Bremsteg und an der Gabel, es gibt keine Markierungen an den Ausfallenden. Die Gabel ist vollverchromt, auch die rechte Kettenstrebe, der ganze Rahmen aber nicht unterverchromt (Dank an die Kratzer die das offengelegt haben). Ein Columbus Aufkleber klebt am Sattelrohr in das eine 26,8mm Stütze kommt.

Ein schöner, bunter Rahmen, den man mögen muss. Ich hatte ihn mit Campa bestückt, aber letztendlich war er mir etwas zu klein und ich hatte auch noch besserer in der Garage stehen. Deshalb habe ich das Rad komplett wieder auseinander gebaut und verkaufe nur den Rahmen.

Wie geschrieben: B U N T

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Eingeordnet unter 2014, Bremen, Mob, Sales, Vetta Armoury Show

Auf zur Eisdiele: Tochter. Vicini Pollock #8

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Eingeordnet unter 2014, Bremen, Mob, Vicini Pollack No. 8

Ready to ride: MTB Vicini Pollock No. 8

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Das nächstbeste Vater einer Tochter zu sein ist,  der Tochter ein Rad zu bauen.

Räder für Söhne zu bauen ist auch nicht schlecht, Vater eines Sohnes zu sein an sich auch nicht. Mein Sohn hat fast aufgehört zu wachsen, besitzt bereits ein sehr schönes Chesini und wenn er, wie vor zwei Jahren nicht wieder einen Unfall baut, bei dem ein ganzes Rad zu Schrott wird, so dürfte er erst einmal versorgt sein. Hält das Chesini, so sind seine radtechnischen Ansprüche bis in das hohe Alter hinein abgedeckt.

Meine Tochter hingegen fährt ein ebenfalls sehr, sehr schönes Giant Alurad mit 24er Laufrädern, das sie von ihrem großen Bruder geerbt hat und nun langsam zu klein wird. Außerdem ist es nicht „Prinzessinhaft“ genug Ich hatte mal versucht das ganze mit rosa Oury Griffen aufzupeppen, was immerhin ein „süss“ als Reaktion hervorrief, aber eben nicht von nachhaltigem Erfolg war. Ein neues Rad musste also her.

Die Basis dazu wurde ein auf Ebay sehr billig erstandener alter Vicini MTB Rahmen. Ja, Vicini, eine alte Liebe, seitdem ich die Marke zum ersten Mal in Ravenna gesehen hatte. An dem Rahmen sind zwei Dinge besonders auf den ersten Blick: Die sehr gewöhnungsbedürftige Lackierung im Stile eines Jackson Pollock Gemäldes. Und die hochgelegten Kettenstreben, die beim Betrachter den Eindruck unglaublicher Offroadfähigkeiten implizieren.

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Daneben gibt es eine Menge Kleinigkeiten, die dem Betrachter nicht gleich auffallen und ein heftiges Nachdenken beim Zusammenbauen erfordern. Hier ist vorne ein 1 1/4 Steuersatz verbaut, den man am besten schön und vorsichtig reinigt und wieder ans laufen bekommt, denn neue Steuersätze sind rar und tauer, genauso verhält es sich mit annehmbaren, passenden Vorbauten. Man braucht zum Einbau auch größere Maulschlüssel als für einen 1 Zoll Steuersatz.

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Schon mal etwas von U-brakes gehört? Das sind Bremsen für Rahmen mit Aufnahmepunkten, die oberhalb der Felge liegen. Im Gegensatz zu V-brakes oder Cantilever Brakes, wo die Aufnahmepunkte höher als die Felge sind. Ich hatte ein Vicini aus dieser kurzen Epoche der U-Brake Renaissance erwischt – zum Glück war die Original Shimano Bremse beim Kauf dabei und zum weiteren Glück funktionierte auch alles. Die Zugführung um das Sattelrohr ist sehr … italienisch.

Das Tretlager war ITA Standard, zu noch größerem Glück bekam ich das aus dem Rahmen heraus, denn das alte war eingelaufen und nicht mehr zu benutzen. Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, das Rad mit Alfine Getriebnabe und Gates Carbon Drive  auszustatten. DAs geht bei diesem Rahmen, weil die „Kette“ nicht durch das Dreieck aus Kettenstrebe, Sattelstrebe und Sattelrohr geführt werden muss. Aber wie kann man den Gates Drive spannen, wenn die Ausfallenden extrem kurz sind? Dafür gibt es den Trickstuff Excenter, also ein Exzenter im Tretlager, mit dem man die Position der Tretlagerachse verändern, und somit Spannung aufbringen kann. Die guten Leute von Trickstuff führen das allerdings nur für BSA Lager, und somit war dieser Traum schnell ausgeträumt. Und viel Geld hätte er natürlich auch gekostet.

Und was für Breiten haben eigentlich die Ausfallenden? Und was für einen Innenrohrdurchmesser das Sattelrohr – ui, deutlich über 27,2mm, ist also vermutlich aus Columbus SSSSSLXXXX Geröhr.

Am Vorbau gibt es eine sehr schöne und aufwändige Konstruktion für die Bremszugführung von Cantileverbremsen. Da an das Rad aber später vorne ein Licht dran soll und der Bremszug hier stören würde, habe ich mich für simple V-Brakes entschieden.

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Fragen über Fragen, es gab also viel neues zu lernen. Und da bei anderen Projekten viele ähnliche Fragen zunächst falsch oder nur teilweise richtig beantwortet wurden, ist der Keller voll von Zeuch, das nicht verbaut werden konnte. Vieles von dem konnte ich nun hier benutzen: Die schicken lila Bremsgriffe, die ich für einen Euro mal auf Ebay erstanden hatte. Die Union Fröndenberg Colani 635 Pedale die, aus Gründen die mir nicht völlig klar sind, und keines meiner anderen Räder passen und, die ich mir, aus Gründen die mir völlig unklar sind, aber trotzdem gekauft habe. Oder diese alte Klingel..oder der schicke San Marco Sattel der nur leider und überraschenderweise in rosa war als er nach dem Kauf bei mir ankam.

Trotzdem, es bleibt dann immer noch eine Menge zu kaufen; auch wenn es kein zu anspruchsvolles Projekt sein sollte, Teile kosten Geld, und ein neuer Laufradsatz mit Reifen, Kassette, Felgenbänder, Schläuchen und Reifen der einigermaßen etwas taugt kostet auch schon mehr als 100 Euro.

Hier das Ergebnis:

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Damit kann man auch über ehemals beste Freundinnen fahren….

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...und nervige Jungs aus dem Weg räumen.

 

 

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Sieben Gänge reichen für Bremen. Vorne moderne Indexschalthebel von Shimano – klappt prima. Hiten war eigentlich ein SRAM X3 Schaltwerk vorgesehen. Das hat diesen klobigen, brutalen Delrin (=Plastik) Look, der die Geländegängigkeit visuell eindrucksvoll unterstreicht. Läuft aber leider nicht mit Siebenfachindexierung. Also weg damit und in der Kiste gekramt, was ist noch an Schaltwerken da? Campa Super Record? Ich liebe meine Tochter, aber das wäre too much. Dura Ace 7401? Suntour VX? Shimano Golden Arrow? OK, mein heimliches Lieblingsschaltwerk: Suntour Cyclone Mark II. Leicht, schön und schaltet prima. Und liegt mir am Herzen wie meine Tochter.

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Kein Rad ohne Anhänger. Hier Shizuka-Chan von Doraemon.

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Vorne nur ein Zahnkranz, davor ein Kettenschutz.

Notfalls gibt es auch noch Ösen zur Aufnahme von Schutzblechen an der Gabel und am Hinterbau. Dort sind nun Spezialschrauben zur Aufnahme eines Gepäckträgers vorhanden. Dieser ist abnehmbar und wird an den Schrauben und mit einer Klemme an der Sattelstütze fixiert (Pletscher Quick Rack 4B). Dort kommt dann ein Korb mit Blümchen drauf oder so. Aber man kann die Prinzessinnenattitüde auch mal zuhause im Stall lassen und mit dem MTB die Sau rauslassen.

Noch zu verbessern: Kette muss gekürzt werden. Ach ja, und Sattelstütze muss auch gekürzt werden, damit meine Tochter überhaupt auf das Rad passt. So Nebensächlichkeiten halt. Vorne kommt dann irgendwann noch ein Nabendynamo in das Laufrad und dann hat sie ein Rad für’s Leben.

Obwohl, so wie ich meine Tochter einschätze, bekommt sie dies auch innerhalb von Jahresfrist klein.

Übrigens: verkaufe Giant 24 Zoll Kinderrrennrad. Interesse?

1405 Finished Vicini 09Q

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Vicini Pollack No. 8 in the making

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Seit einiger Zeit steht ein alter Vicini MTB Rahmen bei mir herum, aus dem ich ein neues Rad für meine Tochter bauen möchte. Zurück aus Japan hatte ich mir einige Gedanken zum Aufbau gemacht und bin dann shoppen gegangen. Soweit ist der Aufbau erst einmal fertig, bis auf die Laufräder, die Rose nur mit Verspätung liefern kann. Das ist extrem ärgerlich, weil ich nach Hause kam, nachdem ich die DHL Benachrichtigung bekam und dachte ich könnte mich nun in aller Ruhe dem Zusammenbau widmen. Das Rose Paket war auch so klein … „Laufräder werden portofrei nachgeliefert.“. Kein Vorwurf an Rose, das kann halt schon mal dauern und ich bin sehr zufrieden mit den Produkten und dem Service aus Bocholt. Aber eine Mitteilung vorab wäre schon besser gewesen.

1405 Vicini MTB No 6 Making of 02

Es kommen eine Menge Komponenten aus den Teilekisten im Keller zum Einsatz. Die lila eloxierten Bremshebel zum Beispiel liegen bereits seit einer Ewigkeit bei mir rum. Die Oury Griffe ebenfalls, nur die Schaltung ist neu. 7-Gang indexiert Shimano, das reicht für Bremen.

1405 Vicini MTB No 6 Making of 03

San Marco Sattel mit erstaunlich passender Farbe. FSA Sattelstütze aus dem Unfall-Giant meines Sohnes. Shizuka-Chan von Doraemon.

1405 Vicini MTB No 6 Making of 04

Kurbel mit Kettenschutz, aber nur außen. Union Pedale von Colani mit Reflektoren. Dazu dann breite Cruiser Reifen für durch dick und dünn.  

1405 Vicini MTB No 6 Making of 05

 

Unten bleibt alles simpel, um der besonderen Charakteristik des Rahmens, den hochgelegten Kettenstreben, besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn Rose, wie angekündigt, nächste Woche liefert dann mehr.

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Eingeordnet unter 2014, Gierige Räder, Mob, Vicini Pollack No. 8

Vicini Pollack No. 8

Man kann nicht immer nur Rennräder bauen. Vor allem wenn eine Tochter hat.

Meine Tochter fährt schon immer ein sehr schönes Giant Alurad. Flachlenker, 2 x 8 Gänge, schmale Reifen auf 24er Felgen. Das Rad ist schnell, sieht gut aus und es gibt immer etwas zu reparieren. Mal müssen rosa Griffe dran, aber meistens gibt es doch einen platten Schlauch oder einen kaputten Reifen. Denn auf dem Weg zur Schule walzt meine Tochter alles platt, was ihr in den Weg kommt. Feingefühl gegenüber einem sensiblen Rad existiert in diesem Alter noch nicht in ausreichendem Maße. Zudem passen an das Rad weder Schutzbleche noch das verlangte Körbchen und 24er Felgen Zeug ist leider verdammt teuer. Das Giant kommt also demnächst weg, auch wenn es schon der Bruder gefahren hat und wir es wirklich lieben.

Da kommt ein alter Vicini MTB Rahmen gerade richtig. Bemalt von Jackson Pollack in seiner No. 8 Phase. An dem Rad ist alles stabil und … ungewöhnlich? Können die Italiener denn nichts normales bauen, wenn es nicht gerade ein Rennrad ist? Der Steuersatz ist definitiv nicht 22.2 mm sondern dicker, zudem passen da auch keine 32er Schlüssel drauf. Vorne sind Befestigungen für Canti Bremsen, die Befestigung ist unterhalb der Felgenhöhe. Aber hinten ist es genau umgekehrt, da ist die Felge tiefer als die Befestigung – was kommt denn da ran? Die Bremszugführung ist abenteuerlich. Die Sattelstütze hat einen Durchmesser größer als 27.2 aber kleiner als 31.8 mm. Vielleicht fehlt mir hier auch einfach die MTB Erfahrung. Die hochgezogene Kettenstrebe mit vertikaler Verstärkung finde ich Klasse! Ich wünschte das ganze sähe etwas frischer aus, aber schliesslich ist es für den Alltag.

Das wird eine sehr schicke Mädchen-Dampfwalze werden. Man schaue sich die vorhergehenden Walmart Beiträge an als Inspiration dazu.

1403 Vicini Pollack No. 8 02

1403 Vicini Pollack No. 8 03

1403 Vicini Pollack No. 8 04

1403 Vicini Pollack No. 8 05

1403 Vicini Pollack No. 8 06

1403 Vicini Pollack No. 8 07

1403 Vicini Pollack No. 8 08

1403 Vicini Pollack No. 8 09

1403 Vicini Pollack No. 8 10

 

 

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