Die Transparenz ist auf dem Web ist schon erstaunend und manchmal erschütternd. Zum Glück hat er bei diesem Sturz keine Abschürfungen im Genitalbereich erlitten, wer weiß was wir sonst hier sehen würden.
Wenn man einer der besten Zeitfahrer der Welt ist, bislang eine gute Saison fährt (Mailand – San Remo) und bald die olympischen Spiele statfinden ist eine solche Verletzung schon bitte. Ich hoffe, er kommt bald wieder auf die Beine bzw. auf das Rad.
Als ich ein Kind war gab es Pelikan und Geha Füller.
Und nicht viel mehr. Entweder man war fanatischer Pelikanfüllerschreiber oder ebenso fanatisch mit seinem Geha am kritzeln. Pelikans waren blau, Gehas grün. 1990 sass ich mit einem fast vierzigjährigen Mann („The Brain“) im Japanisch-Unterricht in Tokyo und dieser benutze immer noch seinen blauen Pelikanfüller aus Grundschulzeiten.
Es gab Mars, Bounty und Nuts Schokoriegel. Die Milka gab es in Vollmilch, Haselnuss und Noisette. In der ersten Klasse der katholischen Grundschule Marktfeldstraße ein Mönchengladbach gab es Katholiken und auf der anderen Seite des Schulhofes, in der Mitte mit einer dicken weißen Linie markiert, wurden die Ungläubigen („evangelischen“) unterrichtet. Bürordner waren von Leitz oder von Elba. Ich telefonierte mit der deutschen Post und eine Einheit kostete 23 Pfennig. Am Telefon meiner Eltern war ein Zähler dran.
Kurzum es gab wenig Variation, man musste nicht viel nachdenken und war glücklich. Heute laufe ich im Supermarkt an Regalen vorbei die mit Schokoriegeln aller Varianten gefüllt sind. 10 Regalmeter sind kein Problem. Bald wird es Schokoriegel von Odol und Religionen von Audi und BMW geben. Ich bin nicht unbedingt glücklicher als damals, aber auch nicht unbedingt unglücklicher.
Rennräder, so dachte ich damals, werden von Peugeot, Motobecane und Raleigh hergestellt. Nicht-Rennräder kommen von Vaterland und anderen deutschen Schrottklitschen wie Elite vom Kaufhof. Ich war glücklich und hatte keine Ahnung von der Existenz von Olmo, Ciocc, Pinarello, Colnagno, Bottecchia, Daccordi, Casati, Vicini, Cinelli, Sambi, Atala, Tomassini, Guerciotti, Moser, Chesini, Basso, Bianchi, Derosa, Gios, Masi, Torpado, Viner und Willier. Und das, obwohl ich halber Italiener war!
Ich wollte 1975 ein Motobecane und mein Onkel Horst war so nett mir eins zu kaufen. Ein anderer Mann war nicht so nett es mir innerhalb einer Woche zu klauen und die Versicherung meiner Eltern war dann wiederum so nett den Schaden zu begleichen, so daß ich mir fast exakt das gleiche grüne Motobecane kaufen konnte, bis es 1989 wieder von einem andren nicht netten Mann geklaut wurde. Damals hatte ich keine nette Versicherung.
Zeitsprung. 2010 kam ich aus Japan zurück nach Bremen. Ich fuhr einen wunderschönen Sommr lang Rad und wohnte im Viertel. Meine Familie kam nach, es wurde Herbst und das Wetter miserabel. Ich fing an an Rädern zu basteln. Ich schaute mich um und irgendwie wurde ich auf Studio Brisant in Münster aufmerksam und lernte Uwe Scheufen kennen.
Uwe Scheufen ist in „Fachkreisen“ nicht ganz unumstritten. Ihmw ird vorgeworfen, daß er seine Räder zu teuer verkauft. Man muß allerdings auch sehen,d aß dieser Vorwurf von Leuten kommt, die selber gerne an Rädern bastelt und für die es kein Problem ist ein Rad komplett auseinander und wieder zusammen zu bauen und nebenbei einem Rahmen zu löten. Für diese Menschen ist es natürlich auch völlig uninteressant ein gut hergerichtetes Rennrad zu kaufen, denn daran gibt es ja nichts mehr zu tun. Die Menschen die Räder von Uwe Scheufen kaufen sind vermutlich am radfahren und nicht am radbasteln interessiert. Das kann ich auch gut nachvollziehen, ich konnte jahrelang noch nicht mal eine Schaltung richtig einstellen, daß hat mich einfach nicht interessiert. Diese Menschen wollen ein schönes, altes Rad das funktioniert. Uns so etwas herzurichten kostet Zeit, daß weiß ich nun leider auch und von daher finde ich seien Räder eigentlich auch nicht teuer. Ich würde mir heute keine mehr von ihm kaufen, weil ich das alles selber kann, aber ich finde nicht daß er zu teuer verkauft.
Außerdem ist er sehr nett und sympathisch und hat mir alle meine Fragen beantwortet, meine Olmo Rahmen lackieren lassen und mir jede Menge Kleinzeug verkauft und bei Material ist er nun wirklich sehr billig und hat genau die Dinge die ich brauche. Selle San Marco Concor Sattel. Tektro FL 750 Bremshebel – all dies sind wunderschöne Komponenten die man auch leider sonst nichte infach und billig bekommt. Also ich empfinde seine Bekanntschaft als eine Bereicherung.
Von ihm kaufte ich dann für relativ viel Geld ein Peugeot Competion. Das war eigentlich als Speedbike konzipiert und er baute mir das wieder um mit Rennlenker und normalen Bremsgriffen. Ich wollte einfach ein Peugeot haben weil Jerome in Japan auch eins hatte und ich die cool fand. Ein Motobecane hatte ich schon mal und Raleigh fand ich nicht wirklich cool.
Ich war noch inmer in der orangen Phase und deshalb mußten an das Rad orange Schwalbe Ultremo Reifen und oranges Lenkerband dran. Ich weiß heute nicht mehr was damals mit mir los war. Auch ansonsten sind an dem Rad eigentlich eine Menge Dinge die ich zum heulen finde: Peugeot gelabelte Mafac Bremsen. Simplex Umwerfer. Simplex Schalthebel. Peugeot gelabeltes Simplex Schaltwerk. Maillard Naben. Aber ein superschicker Sattel und eine noch schickere Stronglight Dreifach Kurbel. Also ich mochte es.
Ich wurde zum Besitzer, drehte einmal eine Runde um den Block damit und stellte fest, daß dieses Rad viel zu schön zum fahren ist. Dann habe ich es zu meinen Eltern nach Mönchengladbach in die Garage gestellt und gut versteckt. Wenn ich bei meinen Eltern bin werfe ich immer ein Blick darauf und erreue mich daran. Aber ich Rad zum fahren ist das wirklich nicht.
Im Jahr 2000 hatte ich zwei Radkataloge zuhause: Einen von Trek und einen von Cannondale.
Trek gefiel mir besser. Y-Foil, ui sah das cool aus. Ich kaufte dann aber trotzdem ein Cannondale R1000, einfach asu Dem Grund weil es nichts anderes für meine Größe in ganz Japan gab. Ich bin 1,86 m groß. 2005 bekam ich dann einen neuen Cannnondale Katalog und sah Bad Boy. Bay Boy sah schwarz und cool aus, war ein Mountainbike mit dünnen Rädern und hatte Scheibenbremsen und Federung vorne. So etwas musste ich haben. Vielleicht gefiel mir auch einfach nur der Name, denn vor langer, langer Zeit war ich einmal ein Fan der Schweizer Punk Band: Der böse Bub Eugen.
Ich habe mir dann mein Bad Boy Ultra in Berlin bei einem Händler bestellt, zu meinen Eltern in Deutschland schicken lassen und dann bei meiner nächsten Geschäftsreise über Toulouse mit nach Japan genommen. Dort hat es dann der Radladen an der Meguro Dori zusammengebaut.
Im Prinzip war das Bad Boy für die Straße gemacht und auf keinen Fall für das Gelände. Es hatte normale 700er Felgen, genauer gesagt Mavic CPX33, dazu hydraulische Scheibenbremsen von Hayes hinten und vorne, eine 3 x9 SRAM Schaltung mit riesigen Ritzeln hinten, eine Federung vorne, die man ein und ausstellen konnte, den „Oktopus Pedalen“ von Cannondale und einen riesig breiten Lenker mit Rapidfire Schalthebeln. Ich fand das fahren mit diesem gerade Lenker ermüdend und habe mir erst einmal Carbonhörnchen drangebaut, damit ich einen ähnlich Griff am Berg wie an einem Rennradlenker haben konnte.
2003 bis 2005 hatte ich im Norden von Tokyo gearbeitet und ich war froh ein Rad dort haben zu können, so daß ich das Bad Boy mitnahm. Mein Cannondale blieb zuhause für die Touren am Wochenende. Mit dem Bad Boy versuchte ich dann den Weg von meinem „Tanshinfunin“ Domizil (= Junggesellenwohnung) bis zur Arbeit in der kürzmöglichsten Zeit zurückzulegen. Das Ziel war fünf Minuten, dafür hätte ich aber konstant 3ß0 km plus fahren müssen, was im Verkehr und mit dem Rad und in normalen Klamotten etwas schwierig war.
2006 war ich dann wieder zuhause in Tokyo und arbeitete in Yokohama. Ich habe noch einmal meine ganze Forosammlung durchgesehen aus den Jahren, aber es gibt einfach keine Aufnahmen von Bad Boy und mir. Ich benutzte das Rad einfach fast gar. Entweder ich fuhr mit dem Cannondale oder dann noch lieber mit meinem brandneuen Cervelo Solist, aber mit dem Bergamont Beluga und Slipstream und Sohn oder Tochter hinten drauf. Für die Stadt was das Bd Boy auch nicht sonderlich praktisch; mit den Scheibenbremsen hatte es zwar ordentlich Bremspower, aber der Lenker war viel zu breit.
Ic h verkaufte aber dann mein Bergamont und fuhr dann öfters mit Ludwig in die Berge. Ludwig hatte den sehr positiven Drang immer neue Strecken und Ege auszuprobieren und schon bald fanden wir uns auf wenig geteerten Straßen wieder.
Dazu kam, daß ich mir Mitte 2009 zwei Finger brach, einige Woche nicht fahren konnte und erst wieder auf dem Bad Boy beginnen konnte, eben wegen Lenkerform und Scheibenbremse. So kam es, dap ich Juni 2009 zum ersten mal eine längere Tour mit dem Rad machte und zum Shomaru Toge in Saitama fuhr.
Extrem viel Slaß machte es auch in Yokoahama, wo ich zwischenzeitlich hingezogen war, im Sommer entlang des Tsurimigawa durch die mit hohem Gras zugewachsenen Wege zu fahren.
Ich entschloß micha ber trotzdem noch ein wenig Geld in die Hand zu nahmen, um das Rad für unwegsame wege aufzurüsten. Oder mir ein Cyclocrossrad zu kaufen. Zunächst aber suchte ich Ersatzräder fpr das Rad, was sich als unglaublich schwierig heraustellte. Ich war schon fast dabei aufzugeben udn mir ein SURLY Cross zu kaufen, als ich Nagai-San von Positivo fragte, der mir das ganze innerhalb von zwei Wochen besorgte und zwar von Shimano! So nageliegend, aber kein anderer Shop kam auf diese einfache Idee. Auf die neuen Felgen passten auch Schwalbe CX pro 700×28 Reifen und vorne auch noch so gerade unter die Gabel. Damit sollte ich dann gerüstet für das Gelände sein.
Anfang 2010 fuhr ich mit Bad boy hoch zu Yabitsu Toge von der Miyagase Seite aus. Obwohl diese Straße ja jeder kennt, ist das einfach immer noch eine meiner Lieblingsstrecken in Japan und (by the way) auch der letzte Pass den ich im Jun 2010 in Japan hochgefahren bin, bevor es dann endgültig zurück nach Deutschland ging. 2010 war es im Februar noch kalrt und teilweise lag auch noch Schnee, so dass ich mich mit Bad Boy und Schwalbe Pro CX Reifen einfach sicherer fühlte. Oben auf dem Pass war es kalt und schön, alles ging problemlos und ich machte mich daran auf der anderen Seite runter zufahren. Ich kam bis zum Pavilon, dort macht die Straße eines ehr steile 180 Grad Kurve. Und dort muß es wohl sehr eisig gewesen sein, denn ich legte mich richtig schön hin als Bad boy unter mir durchglitt.
Das tat richtig gut weh. Ich hatte einen dicken roten Fleck am Oberschenkel, der sich innerhalb von Stunden in einen richtig schönen lila Fleck verwandelte (die Muster meiner Boxeshorts sind in diesem Zusammenhang nicht weiter von Interesse).
Bad Boy war nichts passiert, aber wenn ich an Bad Boy heute denke, dann fällt mir sofort dieser Sturz ein.
Wenig späterfuhr ich dann mit Ludwig die 76 über Doshi Michi zum Tanzawa Ko. Die 76er Straße ist legendär. Die große Absperrung zu Beginn ist nicht zufällig und die Qualität der Straße ist wirklich mies. Da sollte man sich mit enem Rennrad nicht antun. Mit dem Bad Boy klappte das aber prima allerdings wurde ich auf dem Aufstieg leider von einer Steinlawine getötet.
Dnn ging es nach Deutschland und Bad Boy kam im 40 Fuß Container nach. Der traf am Tag vor meinem Geburtstag im September 2011 in Bremen ein, gerade rechtzeitig für den Winter. Fortan benutze ich hauptsächlich die Gazelle und Bad Boy für den Winter in Bremen. Die gazelle wenn es naß war, denn sie hatte Schutzbleche, und bad Boy wenn Schnee gafallen war oder Eis auf der Strasse. Eine zeitlang dachte ich sogar noch an eine Aufrüstung mit Spikes. Oder die billige Version mit Kabelbinder rund um die Reifen, was ja bei Scheibenbremsen möglich ist.
Im Winter 2011/12 gab es n bremen nämlich eine Mege Schnee, vor allem im Dezember. Da machte da „durchstampfen2 mit Bad Boy auch sehr viel Spaß.
Bad Boy kam dann geputzt, gefette und geölt in die Garage und wurde erst im Winter 2011/12 wieder rausgeholt. Da hatte ich aber schon das Union Fixie mit Schutzblechen und es fiel kein Schnee, so daß ich Bad Boy wiederum nur sehr spärlich benutzte. Außerdem ging mir auch die Scheibenbremsen auf die Nerven. Die rostete nämlich in de Garage immer fest und mußte dann wieder gelöst werden, quietschte und war einfach schrecklich. Daher kommen auch meine Vorurteile gegen Scheibenbremsen.
Der Winter ist nun vorbei udn Bad By steht wieder ganz hinten in der Garage. Bad Boy ist kein schlechtes rad, langsam zwar und immer mit dem Pech da zu sein,w enn ich andere, passendere Räder hatte. Ich denke ich werde es noche inmal gut herichten und zu meinen Eltern stellen und dann irgendwann, vielelicht wenn es zehn Jaher alt ist verkaufen.
Es sei denn, einer der Bremer Crosser nimmt mich endlich einmal mit in den Wald.
Geduld. Und Geschick, daß sind die Eigenschaften die man beim aufbauen alter Räder braucht. Sonst wird es teuer oder häßlich.
Ich hatte gestern und heute ein ganz klein wenig Zeit weiter an meinem Olmo Evolution 3 zu bauen. Die Laufräder hatte ich in der Zwischenzeit fertig bekommen. Ich muß dasgen, daß das arbeiten mit hexagonalen Nippeln doch wesentlich entspanender ist als mit normalen. Dadurch kann man viel mehr Spannung auf die Speichen bekommen, ohne daß die Dinger durchbrechen oder die Eloxierung verschandelt wird. Ich bin mit Ergebnis sehr zufrieden, das ist das erste paar Räder, daß ich soweit zentrieren konnte, daß ich nichta ufgab sondern daß es wirklich nicht mehr besser ging. Profis können das sicherlich noch besser; aber mit meinem Gerät und ohne weitere Anleitung ist für mich hier erst einmal die Grenze erreicht.
Ich holte mein blaues Olmo aus der Garage, wo es seit Oktober oder so stand und machte erst einmal die neuen Laufräder dran. DAs blau der Reifen passt nicht zum anderen blau des Rades,, die eloxierten Felgen etc. sind aber stimmig. Es ist so wie immer, wenn man alles in einer Frabe machen möchte. Es gibt so viele Tönungen, die man nicht sieht und wenn man alles zusammengebaut hat und das Ergebnis sieht, dann denkt, man. Oh, 10 Farben blau. Besser wären vermutlich schwarze Reifen oder ein zweiter Farbton gewesen, ähnlich wie beim Union Fixie wo der Rahmen blau ist, aber Sattel, Lenkerband, Außenhüllen und Reifen rot. Na ja, das wird dann Olmo Evolution Vier.
Dann monierte ich die Dura Ace Bremsen anstelle der alten Shimano 600er und das Dura Ace Schaltwerk anstelle des Golden Arrow Schaltwerkes. Bei der Gelegenheit habe ich dann auch den Zug und die Außenhülle ausgetauscht. Der goldenen Jagwiere Zug sah nicht gut aus und ich hatte beim letzten Aufbau noch keine Reduizierhüllen, so daß ich den Zug mit Kabelbindern am Rahmen fixiert hatte. Diese Notlösung konnmte nun weg. Bei den Dura Ace Bremsen waren übrigens die Bremsbeläge falschrum montiert. Ich habe die nun richtig reingesetzt aber mittelfristig möchte ich diese ohnehin durch Xtreme Racepads ersetzen, die ich einfach die schönsten und günstigsten Bremschuhe/beläge finde.
Die Bremsen sind total scahrf und packen zackig zu – wie man das von modernen Rennradbremsen gewohnt ist. Nur dies sind die ERSTEN modernen Rennradbremsen, nämlich die Dura Ace 7403, die allerersten Dual Pivot Bremsen die auf den Markt kamen.
Erste Probefahrt, funktinoiert alles perfekt. Die Kett eist ein weng lasch wenn man auf dem kleinsten Ritzel vorne und hinten ist, aber es geht noch. Ist halt jetzt hinten ein 14/24er 6 -fach Regina Extra America und nicht so ein typisches Bremen Ritzel 14-15-16-17-18-19. Das obere SChaltwerkröllchen ist extrem nahe an den Ritzeln dran – und zwar an allen, keine Ahnung warum und ob das so sein muß. Aber es funktionert gut. Jetzt noch der neue Sattel dran, dann kann das Olmo wieder fliegen.
Ich mag dieses Rad wirklich sehr und freue mich darauf es bald wieder fahren zu können.