Monatsarchiv: August 2016

Bremen City Triathlon: Lärmschutzzone Jericho. Teil II.

Der erste Teil des Berichtes über den City Triathlon endete an einem entscheidenden Wendepunkt des Rennens: Ich stand in der Wechselzone und quatschte mit Didi.

 

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Plötzlich sah ich etwas, das aussah wie der weiße Hai nur komplett in schwarz auf mich zukommen? „Wieso“, fragte ich mich, können Haie eigentlich auf dem Land laufen?“ Eine blöde Frage, denn Hollywood hat diese ja bereits ausreichend beantwortet. Kurzform: Es geht, die können ja auch fliegen. ES war aber gar kein schwarzer Hai mit blonden Haaren, es war Isabel, die Schwimmerin des Professorenteams, die mit als eine der ersten wieder aus dem Wasser war. Ich habe das gerade noch einmal bei den offiziellen Ergebnissen nachgeschaut, es war tatsächlich die drittschnellste Zeit aller Staffelschwimmer. Das brachte mich arg in die Bredouille, denn erstens war meine Läuferin nicht da, um den Transponder zu wechseln und zweitens durften wir ja auch aus moralischen Gründen nicht vor dem studentischem Team liegen.

Egal. Da die Wechselzone dieses Jahr wieder deutlich näher an der Radstrecke lag als beim Quatrathlon letztes Jahr (Schwimmen-Laufen-Radfahren-Laufen), war ich ohne Muskelkrämpfe auf dem Rad. Ich übersah die gelbe Linie für das Aufsteigen und stieg auf das Rad. Hinter mir gab es riesig Lärm und einen Moment dachte ich, dass ich disqualifziert worden wäre. Kurzes schlechtes Gefühl. Das wurde aber dann gleich besser, als ich das Team der zweitschnellsten Schwimmerin noch vor der ersten Kurve überholte. Da lagen wir dann auf dem ersten Platz der Mixed-Staffeln, aber das wusste ich nicht.

Es ging nun die Nordstraße hoch gegen den Wind. Das machte sehr wenig Spaß und noch weniger Tempo. Ich fuhr mit 40 km/h an, merkte aber, dass ich das Tempo nicht halten konnte, auch deswegen, weil ich noch überhaupt nicht warm war. Das tut sehr weh und kurz danach wurde ich dann von den Zeitmaschinen und Philipp überholt. Zu allem Überfluss fiel auch noch der Tacho aus, so dass ich gar keine Ahnung mehr hatte wie gut oder schlecht ich war – dementsprechend demotiviert kam ich am Wendepunkt an der Waterfront an.

Nun ging es mit dem Wind zurück auf der Nordstrasse. Das macht natürlich Spaß und sofort steigt die Motivation wieder das Ding anständig zu Ende zu fahren. Ein großer Haufen RCBler hatte sich an der Ecke Überseetor/Nordstrasse versammelt und feuerte uns an – da motivierte noch mehr. Und so ging ich recht guter Dinge in die zweite Runde. Ich wurde nun auf der Nordstrasse auch von dem TCB Radfahrer überholt und ganz am Ende noch von einem weiteren. Leider gab es auf der ganzen Strecke keinen „Hasen“ vor mir den ich jagen konnte. Ich war also sehr unsicher, was meine Zeit anging, als ich vom Rennen zurück in die Wechselzone kam und erst einmal vorsichtig kollabierte. Etwas, was die Jungs vom SG Stern gar nicht lustig fanden, denn während ich da noch auf dem Boden lag und nach Luft rang wurde ich angesprochen, ob ich nicht irgendwo anders kollabieren könnte, denn „andere wollen hier auch noch fahren.“ Im Endeffekt stellte sich heraus, dass ich mit 34:01 min die beste Zeit jemals hier gefahren war. Zusammenzubrechen war also voll gerechtfertigt.

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(c) Tim: Philipp

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(c) Tim: Philipp

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(c) Tim: Silvia

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(c) Tim: Silvia

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(c) Tim: Didi Aerowunder

Wir gingen nun zum Ziel, um zu schauen, wie sich das Rennen weiter entwickeln würde. Philipp hatte für das Studententeam einen kleinen Vorsprung gegenüber dem starken TCB Team herausgefahren, der musste aber nun von Janek bis ins Ziel gehalten werden.  Die Professoren lagen OK im Rennen und die Frauen ebenfalls. Bei letzteren war es ja ehrlich gesagt das heimliche Ziel vor den Mädels von Islamic State International Tri’s (ISI Tri’S) zu liegen die letztes Jahr den 3. Platz gemacht hatten – das sollte also reichen für das Podium.

Janek lief gut, schneller als im Vorjahr, aber es reichte nicht: Der TCB Läufer holte bis zum Ziel  etwas mehr als 20 Sekunden Vorsprung heraus machte wie im vergangenen Jahr den ersten Platz, wir den zweiten.

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Weit und breit niemand hinter Janek, doch einer vor ihm.

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Dann kam auch schon relativ kurz hinterher Sina vom Professorenteam ins Ziel. Sie bog um die letzte Ecke, ihr Gesicht von Leiden und Schmerzen schwer durchpflügt. Die Studis und ich begannen zu schreien. „Lauf Sina, lauf!“ was vielleicht etwas irreführend war, denn auf den letzten 20 Meter kann man nicht mehr 4 Minuten Rückstand auf das Podium einholen. Sina begann die Rufe zu wahrzunehmen und langsam, wirklich extrem langsam, kam von ganz unten aus den Tiefen des Schmerzzentrums ein Lächeln hervor, dass sich bis zum Ziel zu einem sehr breites Grinsen entwickelte.

Melanie und ich kletterten über die Absperrung in den alkoholfreien Paulaner VIP Bereich und gratulierten allen und tranken unser Weizen. Wenig später kam auch Anika (also nicht Annika) hinzu.

Fazit: 2. Platz wie im letzten Jahr für das Studententeam. Wäre Isabel (schwarzer Hai) für das Team gestartet hätten sie problemlos gewonnen, aber wir wussten ja dummerweise nicht, wie gut der schwarze Hai ist.

14011971_1069687523117725_1199549411_n 5. Platz für das Professorenteam, so gut waren wir auch lange nicht mehr. Ohne Isabel wären wir vermutlich auf dem 8. Platz gelandet, was auch keine Schande gewesen wäre.

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Studenten der HIWL, Annika (also nicht Anika) leider schon auf dem Weg nach Hause.

7. Platz für das Frauenteam. Da hätte ich mehr erwartet, aber ein Vergleich der Ergebnisse von 2015 und 2016 zeigt, dass die Konkurrenz einfach viel stärker geworden ist. Mit der Zeit von diesem Jahr wären wir im letzten Jahr locker 3. geworden. ISI, dritte im letzten Jahr waren dieses Jahr auch nur 6. Also an sich auch ein gutes Ergebnis.

Dann fing es dummerweise an zu regnen und das Event bröselte auseinander, viele fuhren nach Hause; Philipp, Janek und ich warteten noch auf die Siegerehrung. Das heisst, sie warteten auf das Podium zu kommen und ich darauf ihnen gleich danach den Pokal abnehmen zu dürfen, denn der verbleibt im Besitz der Hochschule.

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Auch wenn es nun das fünfte Mal war, es hat immer noch Spaß gemacht und ich denke allen Andren ging es genauso. Sicher, man kann immer noch einmal grübeln, was alles hätte besser laufen können – vorher wie im Rennen. Aber es gibt ja auch immer noch ein nächstes Jahr. Bis dahin.

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(c): Tim

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Bremen City Triathlon: Golgata Waterfront. Teil I.

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Bremen City Triathlon – obwohl mit schwimmen und laufen gekoppelt ist es doch eines der vier wichtigsten Radsportereignisse in Bremen. Die anderen drei sind das Velotörn Rennen im September (der Nachfolger der Bremen Challenge), die RTFs vom RSC Gold und RCB und jedes Montagstraining vom RCB. Dieses Mal waren wir mit zwei Mixed- und einer Frauenstaffelam Start.

Ich hatte das ganze Jahr für dieses Ereignis trainiert, mehr als 8.500 km in den Beinen. Im Juli war ich sogar extra 2 Wochen in die Dolomiten gefahren, um mich bei einem Höhentraining optimal für den Triathlon vorzubereiten. Und das alles nur, um ganz sicher hinter einem unseren anderen Teams zu landen. Denn das wichtigste am City Triathlon ist, dass das professorale Gurkenteam meiner Hochschule aus verschiedenen Fachbereichen (Mixed Pickels) immer hinter dem Studierendenteam liegt. Nur wenn das der Fall ist, ist der Hochschulfrieden gesichert. Die Studierenden freuen sich und wenn man ihnen dann mal wieder eine schlechte Klausurnote verpassen muss, dann können sich die Studis immer noch auf die Schulter klopfen und sagen: „Tja, aber sportlich sind wir nicht solche Gurken wie unsre Profs.“ Damit dies auch garantiert gelingt verpflichten wir Jahr für Jahr Söldner für das Studierendenteam (völlig Fremde wie Philipp oder Absolventen wie Janek), denn leider ist es so, dass wir nicht drei sportlich gute Menschen aus den Reihen der Studierenden zusammenbekommen.

Bei den Profs ist es übrigens noch schlimmer. Da bin ich seit Jahren der Einzige und wir müssen uns ebenfalls mit studentischen Söldnern verstärken.

Die Studierenden schneiden dann Jahr für Jahr gut ab. 2012, 13 und 14 machten Sie den ersten Platz, 2015 den zweiten, die Erwartungen sind also recht hoch. Und dieses Jahr hatten wir ein ebenfalls punktuell verstärktes Frauenteam am Start; und auch dort sahen wir gute Chancen auf dem Podium zu landen. Die Professoren verlieren immer – 2012 machten wir noch einen guten 4. Platz und verpassten das Podium knapp, seitdem nur noch zweistellige Ergebnisse. Egal, die Hoffnung stirbt zuletzt an der Golgata Waterfront.

Ich melde unsere Teams im Juni an, allerdings gab es dann doch noch einige Veränderungen. Miki Berenyi konnte nicht schwimmen, doch Isabel, eine Freundin von Annika sprang ein. Linda konnte nicht Radfahren, doch Melanie sprang ein und so hatten wir das Professoren- und Frauenteam zusammen. Beim Studententeam vertrauten wir auf die erfahrenen Philipp und Janek, die das ja nun jahrelang machen und Annika, die letztes Jahr im Prof Team so schnell schwamm. Anika (nicht zu verwechseln im Annika) und Sina liefen dann für die Frauen bzw. die Professoren.

Wichtig ist es mit gutem Material Rad zu fahren. Als ich früher unvorbereitet mit dem Rennrad teilgenommen habe, wurde ich ab und an von Zeitfahrrädern überholt, etwa so wie ich auf dem Weg zur Arbeit an einer alten Frau mit Rollator vorbeifahre. So etwas passiert mir heute nicht mehr, da ich a) die beiden Flaschenhalter von meinem Rennrad abmontiere, b) die Satteltasche abmache und c) ein schickes Hochprofil Vorderrad aus Carbon benutze. Eigentlich müsste ich jetzt auch noch die Bremsbeläge austauschen, aber dazu habe ich keine Lust und ich bremse ja eh nicht.Wenn ich mit diesem Rad nun fahre werde ich ab und an von Zeitfahrrädern überholt, etwa so wie ich auf dem Weg zur Arbeit an einer mittelalten Frau mit Rollator vorbeifahre.

Zweirad Stadler Bremen - Hansator

Eine gigantische Säge aus den Tiefen des Weltalls bedroht die Menschheit in der Überseestadt.

Ich kam in der Überseestadt an, diesem innerstädtischen Juwel Bremens in dem nun ein Stadler UFO aus Independence Day Resurgence gelandet ist und fing an ein paar Runden auf dem Rad zu drehen. Der Wind kam Richtung Nordwest und war nicht zu schwach: Das hieß am Anfang die Nordstrasse gegen den Wind rausfahren und am Ende der Runde mit Rückenwind die Konsul-Smidt -Strasse ins Ziel- das konnte also interessant werden und genau umgekehrt wie in den Jahren zuvor.

Am Treffpunkt wartete bereits Philipp. Außer ihm war quasi die gesamte Elite des Bremer Radsports versammelt: Andreas OHZ, Cobra Cabana, es war fast so wie im VIP Zelt von Käfer auf dem Oktoberfest – nur ohne Gina Lisa Lohfink und Lothar Matthäus.

Melanie kam und ich stellte sie ihrem neuen Rad vor, dass ich von einer unbekannt bleiben wollender gute Fee ausgeliehen bekommen hatte. Ich dachte ich tu der guten Fee dann auch einen Gefallen und säubere Kette, Schaltwerk und Kettenblatt ihres Rades am Vorabend. Danach lief gar nichts mehr. Mal sehen….die Kette war extrem gelängt, hätte quasi schon zu den olympischen Spielen, aber in London ausgetauscht werden sollen. Da die Ritzeln vorne und hinten aber mit Dreck zugeklebt waren, lief das alles irgendwie. War der Dreck erst einmal weg lief gar nichts mehr. Mist. Neue Kette drauf. Hatte aber nur eine 9-fach – die rutschte durch bei starker Belastung. Musste also irgendwie gehen, war aber nicht optimal. Mit der gewohnten studentischen Verspätung kamen die Studenten. Wir hatten nur noch wenig Zeit und gingen gleich in die Wechselzone und machten uns bereit. Die Schwimmerin machten sich auf zum Becken und ich quatschte ein wenig mit Didi der gleich neben uns wechseln sollte.

Dann ging es gleich Schlag auf Schlag. Doch das ist eine weitere Geschichte und die folgt morgen.

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Sales: Centurion Super Elite RH49

Ein Rennrad schlummert fast dreißig Jahre lang in einem gut durchlüfteten Keller in Barrien in der Nähe von Bremen. Dann bittet mich die Tochter der Besitzerin das Rad zu verkaufen. Erstaunlicherweise hat es eine Campagnolo Super Record Gruppe – die wurde erst einmal zu Geld gemacht, um den Umbau zu finanzieren.

Da es sich um einen recht kleinen Rahmen mit einer Größe von 49 cm handelt, wollte ich ein Rad für eine Frau damit aufbauen. Meinentwegen auch für Kinder, aber meine Erfahrung mit den eigenen ist, dass dünne Rennradreifen fast monatlich von Papa repariert werden müssen. Kinder brauchen mentale Fatbikes.

Und dann bitte nicht noch ein Rennrad, sondern etwas für eine relativ aufrechte Sitzhaltung, das sich flink und wendig durch die Bremer Innenstadt fahren lässt.

Der Rahmen selber ist gut erhalten und die Lackierung glitzert in einem Titan-ähnlichem silbergrau. Darauf heben sich die blauen Centurion Logos gut ab. Dazu passen nur silberne Komponenten, aber sonst gibt es viel Freiheit den Rahmen nach eigener Vorstellung farblich abzustimmen. Ich habe mich dabei für zwei und nicht nur eine Farbe entschieden: Rot als Hauptfarbe kommt durch die Griffe, den Sattel, die Schaltzüge und die Reifen gut zum tragen. Blau als Nebenfarbe wird durch die Logos, die Bremszüge und einige Tupfer hier und dort unterstützt.

Es ist ein buntes, irgendwie fröhliches Rad geworden, was aber nicht wie das Stadtrad eines Clowns aussieht.

Das ist nun dabei herausgekommen.

VHB €500
Standort Bremen

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Rahmen

Die Marke Centurion wurde 1969/70 in Kalifornien gegründet, ein Ami sich um Marketing und Verkauf, ein Japaner („Cozy Yamakoshi“) um Design und Material – deshalb sind die Rahmen aus dieser Zeit auch überwiegend aus japanischen Rohren vom Typ Tange Champion gebaut worden. Später gründeten die Besitzer die Diamondback Mountain Bike und BMX Marke, die sich als so erfolgreich erwies, dass alle Räder ab 1990 unter Daiamondback verkauft und Centurion eingestellt wurde. Dieser Super Elite Rahmen datiert mit einiger Sicherheit von 1983, also aus dieser Periode (Sheldon Brown, Wiki). Das Super Elite war nicht das Top Modell von Centurion (Turbo und Comp TA), sondern im Mittelfeld. Also etwa das 105er und Centaur Modell von Centurion (Weitere Kataloge).

Die Marke Centurion wurde 1991 von Wolfgang Renner, einem ehemaligen deutschen Crosser gekauft und existiert bis heute (14. August 2016; 19:55 man weiß ja nie). Es gibt ein breites Programm an MTBs und Rennräder. Vor einigen Jahren bin ich auf Mallorca ein Centurion Gigadrive von einem großen schweizer Verleiher gefahren – ich fand das nicht so doll, aber das soll jetzt nichts über die gesamte Marke aussagen.

Der Rahmen ist ein typischer Achtziger Stahlrahmen: Schöne Muffen, die Schaltzugführung unter dem Tretlager, der Bremszug läuft durch Ösen auf dem Oberrohr zu Bremsen, die mit Inbusschrauben am Steg bzw. an der Gabelkrone festgeschraubt werden.

Das Rad wiegt mit allem ziemlich genau 10 kg. Klar, das ist immer noch schwer im Vergleich zu einem modernen Rennrad, aber gut für einen Stahlrahmen der nicht mit extrem teueren und leichten Komponenten aufgebaut wurde.

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Cockpit und Bremsen

Für kurze Touren, Fahren im Verkehr in der Stadt und eine bequeme Sitzposition ist meiner Ansicht nach ein gerader Lenker für Anfänger besser geeignet, als ein Rennradlenker. Und so wurde ein Charge Straw mit nur 460 mm Breite mit einem hoch bauendem No-Name Vorbau kombiniert, um schnelles und bequemes durch das Strassenchaos rasen zu können.

Das Problem bei geraden Lenkern ist leider oft der Lenkerdurchmesser von 22,2 mm (Rennradlenker meist 23,8 mm) der es nicht erlaubt z.B. Rennradbremsen zu montieren (es gibt allerdings einige Moustachelenker mit 23,8 mm Durchmesser). An diesem Lenker kamen zunächst einmal Oury Griffe, die es in vielen knalligen Farben gibt dran; alternativ gab es auch sehr griffschöne ESI Chunky zur Auswahl. Die Oury Griffe überdecken komplett die konischen Endkappen des Charge Lenkers. Zusammen mit den Zugfarben, ließ sich damit das rot/blaue Grunddesign des Rades gut abstimmen.

Für die Stadt braucht man natürlich auch gute Bremsen und deshalb habe ich dem Centurion zwei Campagnolo Athena Dual-Pivot spendiert. Das sind mit die besten Bremsen die ich kenne, haben aber den Campa-typischen Nachteil, dass man sie nicht an der Bremse öffnen kann, um das Laufrad herauszunehmen. Werden Campa STI Hebel benutzt ist das alles kein Problem, dann kann man die Bremse am Bremshebel öffnen. Mit den verwendeten Tektro Quartz Hebeln ist das auch kein Problem, denn diese haben eine Zugentspannung die technisch ähnlich wie die von Campagnolo funktioniert.

Bei dünnen Reifen (hier 700 x 23C) ist es aber sowieso kein so großes Problem die Laufräder auch bei geschlossenen Bremsen zu entfernen, da der Reifen nicht viel breiter ist als die Felge. Bei 700 x 30C zum Beispiel wäre das unmöglich. Also dachte ich mir, warum nicht andersrum einsetzen, also im entspannten (oder geöffneten Zustand) der Bremshebel wird gefahren und im gespannten (oder geschlossenen Zustand) sind die Bremsbeläge knirsch an die Felgen gedrückt? Versucht jetzt jemand in einem unbeobachtetem Moment mit dem Rad abzuhauen, so wird er nicht weit kommen, denn fahren kann er damit auf keinen Fall – er muss das Rad schon tragen. Das ist vielleicht in einer Stadt wie Bremen (Nummer 2 in Deutschland in Raddiebstählen nach Leipzig) schon einmal eine Überlegung wert.

Auf der rechten Seite befindet sich ein einzelner nostalgischer Suntour „Daumy“ Schalthebel, um das hintere Schaltwerk mit 6 Gängen zu bedienen. Es wäre nun einfach gewesen, mit einem weiteren Daumy einen Umwerfer anzusteuern, aber ich habe aus Prinzip und aus Bremen auf einen Umwerfer verzichtet: Das versaut nur das Gesamtbild, kostet Geld und macht das Rad schwerer. Und mehr als 6 Gänge braucht man in Bremen ohnehin nicht. So sieht es vorne übersichtlich aus.

Gesessen wir auf einem roten Fabric Scoop Sattel – das ist im Prinzip der alte Charge Spoon Sattel mit einem neuen Label. Ich fahre eine blaue Version bereits seit einigen Jahren an meinem Umberto Dei Crosser und finde den Sattel sehr bequem. Gehalten wird der Sattel von einer schönen, altmodischen SR Laprade Sattelstütze mit Flutungen.

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Charge Straw Bar, blau eloxiert. Campagnolo Athena Dual Pivot vorne.

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Hier kann man die Entspannung an den Tektro Quartz Hebeln sehen.

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Ein alter Suntour Daumy.

Sattel

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Fabric Scoop Sattel  mit SR Laprade Stütze. Die könnte man auch noch rot/blau ausmalen.

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Bremsen
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Antrieb und Schaltung

Warum ein Rad unnötig schwer und schwergängig machen mit Funktionen die sein Fahrer nicht braucht? Diese Frage stelle ich mir immer, wenn ich das typisch deutsche Stadtrad sehe: eine schwere Federgabel vorne, alle möglichen Anbauten (aber keine Klingel) die das ganze dann schnell auf über 15 kg bringen. Das Centurion Super Elite hat dagegen nur das nötigste – und dazu gehört auf keinen Fall ein Umwerfer vorne. Sechs Gänge hinten reichen für 80% Norddeutschlands und für Bremen allemal. Eine filigare Ofmega Strada Kurbel mit einem 51er Blatt (und der obligatorischen andersfarbigen Kettenblattschraube); dazu ein wartungsarmes und orginales Vierkanttretlager. Nicht das es viele Alternativen gegeben, aber den Ärger und Aufwand den man mit außenliegenden Lagerschalen (SRAM GPX – ein Alptraum!) oder Pressfit (dem Hörensagen nach) hat, kann man sich sparen.

Trotzdem – alles ist da um ein zweites Kettenblatt vorne, einen Umwerfer und einen Schalthebel dafür am Oberrohr zu montieren falls es nötig sein sollte.

Beidseitig fahrbare silberne Pedale.

Am Hinterrad ein fein abgestufter 6-fach Schraubkranz, der von einem formschönen Suntour Cyclone 7000Schaltwerk bedient wird. Dieses wird über den Daumy am Lenker angesteuert. Damit die Zugführung gut aussieht und keine engen Radien hat, wurde der Zugegenhalter auf der linken Seite des Oberrohrs montiert. Der Schaltzug kreuzt dann auf die rechte Seite durch die Führung unter dem Tretlager.

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Laufräder

Shimano 105er Naben (Typ 1050) eingespeicht mit einer Ambrosio 19 Extra Elite Felge.Es ist gar nicht so einfach flach bauende, silberne Felgen zu finden, oftmals sind die Felgen aus dieser Zeit schwarz, grau oder braun eloxiert. Das bringt dann zusätzliche Unruhe in die Farbkomposition – so bleibt alles schön filligran und silber glänzend. Auf den Laufrädern sind schwarz/rote neue Schwalbe Lugano Reifen 700x25C aufgezogen. Durch den nicht übertriebenen roten Seitenstreifen tragen auch sie zum rot/blauen Gesamtbild bei.

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Teilekatalog

Cockpit und Business Class

Steuersatz Tange Original
No Name Gewindevorbau
Charge Straw Lenker, 460 mm breit
Oury Grips neu
Fabric Scoop Sattel neu
SR Laprade Sattelstütze

Bremsen

Tektro Quartz Hebel
Campagnolo Athena Dual Pivot Bremsen
Neue Zughüllen und Züge.

Schaltung und Antrieb

Suntour Accushift Daumy (Reibung)
Shimano Dura Ace Zuggegenhalter links
Original Shimano Tretlager
Ofmega Strada Kurbel 51Z, 170 mm Kurbelarm
Neue No-name Pedale
Suntour Cyclone 7000 Schaltwerk
6-fach Schraubkranz Abstufung 13-23
Neue KMC Kette
Neue Zughüllen und Züge.

Laufräder

Shimano 105er Naben
Ambrosio 19 Extra Elite Felgen
Neues Schwalbe Felegenband, neue Schläuche
Neue Schwalbe Lugano Reifen 700x25C

Etwas gefällt nicht? Kann gerne im Gespräch diskutiert und verändert werden.

 

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Downtown Fischerhude.

Heute stand das etwas andere Radprogramm auf dem Plan: 3 Singlespeed bzw. Fixie Räder durch Downtown Fischerhude.

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Ich glaube, das war das erste Mal, das ich mit einer Gruppe unterwegs war, die nur auf von mir gebauten Rädern fuhr: Cobra auf ihrem Faggin Cabana, Christian auf dem 8bar Black Blox und ich auf dem blauen Basso.

Wir fuhren gemütlich in Richtung Fischerhude, ich wollte es auch nicht übertun, denn morgen ist der City Traithlon in Bremen und ich fahre für die Professorenstaffel Rad. OK, das muss nicht übermässig anstengend sein, denn schließlich ist es unsere Hauptaufgabe von den Studententeams geschlagen zu werden, um den Hochschulfrieden zu sicher, aber trotzdem möchte ich auch schneller sein als in den Jahren zuvor – als unter 34 Minuten zu fahren sollte doch möglich sein! Also heute bloß nicht überanstrengen.

In Fischerhude zeigte uns Christian, der hier aufgewachsen ist, die Gassen und Geheimwege durch das Dorf. Ich kannte bislang nur einen Weg durch Fischerhude, also rein von Ebbensiek, Quelkhorn oder Sagehorn und raus durch, genau Sagehorn, Quelkhorn oder Ebbensiek. Deshalb dachte ich auch, dass es in Fischerhude auch nur Häuser an der Straße gibt, dahinter freies Feld bis Wilstedt oder so. Das ist aber keineswegs so. Fischerhude ist extremst viel und dicht bebaut und in seinen Gassen kann man sich gut verlieren. Da muss man sich schon verdammt gut auskennen, um wieder aus dem Labyrinth von Villen, Maisfeldern und Pferdewiesen auf die Hauptstrasse zurück zu finden. Es gibt einen Hügel, den Losberg, auf dem eine Mühle steht und zwischen Fischerhude und Quelkhorn gibt es eine weiteres Dorf, Wilhelmshausen, dass sich zu Fischerhude verhält wie Rheydt zu Mönchengladbach.

Unwillkürlich wird einem dort die eigene Ignoranz gezeigt; ich fahre seit mehr als sechs Jahren dort und all dies ging bislang völlig an mir vorbei.

Auf der Rückfahrt explodierte vermutlich irgendwo in der Nähe ein Atomkraftwerk und verstrahlte die Tierwelt, die daraufhin spontan genetisch mutierte.

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Das was kurz, bevor wir von den mutierten Riesenenten attackiert wurden.

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Unmerklich kamen sie näher.

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V.l.n.r.: Bling Bling; Bling; Black

Insgesamt sehr schöne 50 km, auf Strava zu verfolgen.

Plädoyer für Fischerhude: Die Strassen von Fischerhude Downtown sind mindestens so toll wie die Strassen von San Fransisco.

Sie sollten ein fester Bestandteil jedes RCB Montagstrainings werden.

 

 

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Rio 2016: All Hail Spartacus.

Die Strassenrennen bei den olympischen Spielen in Rio 2016 gehören zu den besten Rennen, die ich dieses Jahr live verfolgt habe – insbesondere das Rennen der Männer.

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Wesentlich besser als die Tour de France dieses Jahr die von der Taktik und Stärke des Team SKY einerseits, und der Schwäche aller anderen dominiert wurde. Der eigentliche Höhepunkt der TdF 2016 war  ja dann doch die Pokémon GO Falle auf der 7. Etappe für Adam Yates.

Rio war relativ frei von Taktik und zeigt, was der Verzicht auf Kommunikation zwischen Fahrern und Team aus einem Rennen machen könnte. Im Nachhinein gab es eine längere Diskussion, ob der Kurs nicht zu gefährlich gewesen wäre. Wenn sich in einem Rennen gleich zwei Spitzenfahrer (Porte, Nibali) die Knochen brechen kann man schon einmal dieser Meinung sein. Das zeigte dann auch das Damenrennen.

Das Damenrennen endete genauso wie das der Männer: Eine Gruppe vorne, eine dahinter. Stürze in der der ersten Gruppe, aber einer bzw. eine kommt durch. Dann holt die andere Gruppe langsam auf und letztendlich die Medaillen. Für Majka bliebt nur Bronze; Abbott ging ganz leer aus – herzergreifend.

Für die beteiligten Sportler war’s Mist, für die Zuschauer war’s spannend. Das Rennen wohl gemerkt, nicht die Stürze.

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Beim Zeitfahren war ich überrascht, wie kurz die Starterliste war: 25 Starter bei den Frauen, 37 bei den Männern. Man vergleiche das mit 144 (Männer) bzw. 67 beim Strassenrennen – warum ist das so?

Zeitfahren sind ja nicht so spannend anzusehen, das der Frauen habe ich sogar prompt verpasst. Bei den Männern war es ähnlich langweilig, aber dieses hatte dann einen wohlverdienten Sieger.

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All hail Spartacus.

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Cyclung in cyclyng.

via 2bp

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via Milano Fixed

 

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Seo Young-Deok.

via Bike Rumor

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Drei Tage im August. Drei Farben grau.

Nach zwei Wochen intensivem Radfahren in den Dolomiten fällt es schwer sich wieder in Bremen einzugewöhnen. Selbst nach drei Ausfahrten ist noch nicht das Gefühl von Kraft, und vor allem: Freunde wieder da.

Dunkelgrau

Der Giro war am Samstag zu Ende, am Sonntag Abend war ich wieder zurück in Bremen. Bis Donnerstag habe ich gar keinen Sport gemacht, so kaputt war ich. An dem Abend konnte ich mich aufraffen zum Body Attack zu gehen – eine gute Entscheidung. Am Freitag dann spät Abends auf das Rad und eine Standardrunde gefahren – bloß nichts neues. Machte dann auch entsprechend wenig Spaß, aber immerhin, so langsam ging es weiter.

Bremen ist nicht Bozen auf Strava

Hellgrau

Am Samstag auch keine Lust zu fahren. Am Sonntag Morgen hätte ich mit zwei Gruppen rausfahren können, aber ich verschlief prompt beide. Endlich um 12:00 Uhr machte ich mich auf den Weg. Es war zumindest warm, was für diesen Sommer schon gut ist, aber auch extrem windig und böig. Teilweise fuhr ich mit 20 km/h gegen den Wind. Ich fuhr Richtung Bruchhausen-Vilsen und probierte ein paar neue Straßen aus. So langsam kam wieder Schwung in die Sache, aber richtig schnell war ich nicht. Ich fühlte mich ein wenig wie diese alte Dampflok, die in Bruchhausen-Vilsen zur abfahrt bereit stand.

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Irgendetwas fehlte – schaut man sich die folgenden Bilder an, dann wird auch klar was:

Bremen

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Bozen

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Hm, was  war es nur? Ich kam nicht drauf. Dann fiel es mir wie Schuppen hinterm Haus: In Bremen gibt es keine guten Stellen für ein „Bike leaning against something“ Foto. Ich versuchte es in Fischerhude, aber es ist irgendwie nicht das gleiche:

Bike leaning against something in Fischerhude

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Bike leaning against something in Calfosch

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Komisch, dasselbe Rad, aber der Effekt ist ganz anders.

Bei Daverden, an meiner Lieblingsstelle fuhr ich über die Weser. Die Norddeutschen sind hart im Nehmen, nur die Andeutung von Sonne, ein paar Strahlen, die kurz hinter eine Wolke auftauchen und gleich wieder dahinter verschwinden, und schon wird der Grill auf den Balkon geschafft, das Boot zu Wasser gelassen und das Handtuch im Freibad ausgebreitet.

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Kurz danach sass ich im Cafe Melissa in Etelsen auf der Terrasse. Die wunderbare Melissa selber war da, trug etwas schwarz-negligee haftes und wusselte sich durch die Mengen an Besucher.

Danach war ich wieder im Frieden mit mir selbst und fuhr das Ding in 130 km anständig zu Ende.

Mentales Friedland auf Strava

Carboneloxal Grau

Dann heute RCB Montagstraining, wie immer dieses Jahr sehr gut besucht.Ich stell emich zu der schnellen Truppe, fahre aber dann doch mit den mittel-schnellen – oder mittel-langsamen, ganz wie man will. Richtig langsam sind die auch nicht, unterscheiden sich aber dadurch, dass absolut kein Ortsschild gesprintet wird. Teilweise fahren wir mit 35 km/h durch die Gegend und mein Puls ist bei 99. Mit ist kalt, es sind gerade einmal 17 Grad, der Himmel ist grau und immer noch keine Berge in Sicht.

RCB Montagstraining auf Strava

So langsam darf die Form aber wieder kommen, denn am Mittwoch sind Kriteriumsrennen, am Sonntag dann der City Triathlon in Bremen, eine Woche darauf die Cyclassics in Hamburg, dann die Weserrundfahrt, Velotörn Bremen, RTF Lauenau – ich dachte bis heute, der Saisonhöhepunkt wären die Dolomiten gewesen, aber da kommt ja noch etwas.

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The Dudes of Hazzard in the Alpes.

Just love the dudes. A milk bottle as mascot? Wow, what a great idea.

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