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Warten auf Bumsfidel. Quatsch, Schnippo! Nein, Silke!

„Ich wusste nicht mehr, ob ich wachte oder schlief,
die Augen verquollen von tausend Tränen,
auch wenn sie doch endlich einen Sinn bekämen.“
(HH Milch, „Fräulein Meier“, 1984)

Ich quälte mich morgens ganz früh aus dem Bett, fühlte mich lyrisch und machte mich auf den Weg in die Küche.Das war gar nicht so einfach, denn seitdem mein Sohn Abitur hat, hängt er mit seinen Kumpels im Esszimmer rum und zockt Nächtelang online „League of Legends“. Und so kämpfte ich mich durch leere Pizzapackungen, vorbei an Bierkästen und leeren Energiedrinkdosen zum Toaster durch. Man, hatte ich so überhaupt keine Lust!

Aber ich hatte ja dooferweise auf fb gepostet, dass ich alle heute nach Barrien zur RTF leiten würde. Meine Laune wurde auch nicht besser als ich, vorbei an Gummibärchentüten, Chipspackungen und Kartoffelsalatdosen die Strasse erreichte. Graue Wolken überall, vor allem am Himmel über einem, was schlecht ist, denn von da aus fällt vertikal der Regen auf einen runter, zunächst noch in tröpfelnder Form. Dabei hatte ich mich extra schick gemacht für dieses Event und mein TSV Barrien Vereinstrikot von 1991 angezogen.

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Die klassische Mondrian-Version, heute in diesen Farben (stehen auf der Verbotsliste der Genfer Konvention) und Mustern (Gegenstand der START Abrüstungsverhandlungen zwischen Russland und den USA) fast nicht mehr zu bekommen.

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Warten auf Bumsfidel- denkt man.

Zum Glück warteten schon die ersten Mitfahrer auf mich am Treffpunkt Bank Wehrstrasse.: Klaus, nein Friedel, nein doch Klaus, Benjamin, Caro, Silvia, Jörg, Christian und er kamen auch immer mehr, jetzt fehlte an sich nur noch Bumsfidel, auf den wir ja bereits letztes Jahr vergeblich gewartet hatten.  Allmählich wurde die Stimmung aggressiv: „Wo ist denn dieser Bumsfidel schon wieder?“ „Alle sind da – und wer fehlt – der Bumsfidel natürlich!“ Ich ließ die Stimmung erst einmal köcheln, denn ich war der einzige der wusste, dass Bumsfidel gar nicht kommen würde. Das hatten wir nicht so abgemacht, um alte Traditionen zu wahren, sondern Bumsfidel wollte mit der BBC (Big Black Cog) Gruppe erst um 8:30 in Barrien sein und später losfahren. Da ich den ganzen Tag heute keinen einzigen BBCler gesehen habe, gehe ich davon aus, dass Bumsfidel heute Abend um 20:30 Uhr meinte, wenn die Strassen leer sind und Deutschland gegen die Ukraine bei der EM spielt.

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Na dann warten wir doch auf Schnippo!

Schnippo, bürgerlicher Name Stephan-Cevin Graf zu Schnippowitsch, sollte uns nach Barrien führen, da er der einzige mit Ortskenntnis des Bremer Süden ist. Auf den mussten wir nun warten. Unglücklicherweise fährt Schnippo, im Gegensatz zu vielen Anderen von uns, nicht nur Rad sondern geht einer weitgehend ungeregelten Arbeit, und einem überhaupt nicht geregelten Lebensstil nach. Nachdem wir also ausreichend gewartet hatten sagte jemand, das Schnippo nicht kommt, was schlecht ist, denn Barrien liegt ja nicht gerade um die Ecke und ist im Prinzip nur auf Feldwegen zu erreichen.

Also, auf wen sollen wir nun warten? Silke! Denn jemand berichtete, dass Silke munter und fröhlich „Legat. Illegal. Scheißegal“ von Slime vor sich hinflötend am Straßenrand saß und versucht mit Andi zusammen einen Platten zu reparieren. Als die beiden dann endlich kamen ging es endlich auf Richtung RTF. Und zwar für ca. 4 km, bevor der zweite Platten Silke stoppte. Tobi führte die Gruppe weiter nach Barrien, während ich umkehrte um Silke und Andi nach Barrien zu fahren. Andi war nirgendwo zu sehen und Silke fuhr in die falsche Richtung – nämlich nach Hause. Ich konnte sie nicht überzeugen ihr schlechtes Kharma herauszufordern und mit nach Barrien zu kommen und musste mich so alleine auf den Weg machen. Fazit: Alles organisiert und dann doch alleine gefahren.

In Barrien waren schon jede Menge Leute, allerdings wegen dem schlechten Wetter auch deutlich weniger als in den letzten Jahren. Obwohl in Barrien ist an sich immer schlechtes Wetter. Fremde Frauen lächelten mich an – war es wegen meinem TSV Barrien Trikot? Nein, es war Corinna, die mich anstarrte, die ich 5 Minuten nicht erkannte, bevor endlich der Groschen fiel. Es gab Kuchen und Kaffee, belegte Brote und wie immer hatte der Verein, d.h. seine Mitglieder und davon vermutlich überwiegend die weiblichen, großartiges an der Kuchen- und Brötchenfront geleistet. Es ist wirklich irre, was so die Dorfvereine zustande kriege. Würde ich, zum Beispiel einer Gruppe von Studenten die Aufgabe geben so etwas zu organisieren, so kämen sie mit einer Flasche Cola an und hätten sich heillos zerstritten.

Gespräche rechts und links. Das hat sich schon sehr geändert im Vergleich zu vor sechs Jahren als ich aus dem Ausland nach Bremen kam und keinen Menschen kannte. Norddeutsche sind ja nicht für ihre Offenheit bekannt; sprach ich damals einen ein, dann sagte er mir. „Hau ab, ich kenn‘ schon einen anderen Menschen!“ und machte ein Gesicht wie Thorsten. Heute ist das komplett anders. Auch und gerade wegen dem cyclyng Blog werde ich mit Respekt behandelt was mir fürchterlich peinlich ist. Manchmal werde ich sogar nach meiner Meinung zu radtechnischen Dingen befragt was noch peinlicher ist, da ich dann so tun muss, als wenn ich davon Ahnung hätte, wobei mein eigentliches Fachgebiet ja die Optimierung von Festigkeits- und Wärmedämmungseigenschaften von Hochlochziegeln ist – aber dazu stellt natürlich nie jemand eine Frage! Zudem wird angenommen, dass ich bestimmte Dinge mache, weil sie einen Sinn haben, wo ich doch einfach nur zu doof bin. Beispiel von heute:

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Lasierte Beine.

Diese braunen Flecken sind nicht etwa Desinfektions- oder andere Wundermittel, um meine Leistung zu verbessern, sondern Lasur. Warum Lasur? Hatte ich meine japanische Frau um eine Rasur meiner Beine gebeten und sie hatte das nicht mißverstanden wegen akuter R/L Schwäche? Nein. Das mit dem R/L ist übrigens wirklich schwierig. Kazuko sagt auch immer „Früchtling“ und „Früchtlingsunterkunft und ich denke an eine Scheune in der sich Orangen und Mangos vor dem Regen schützen. Fairerweise muss man natürlich auch sagen,dass es uns auch schwer fällt in der japanischen Aussprache zwischen „つ“, “す“ und „ず“ zu unterscheiden. Oder zwischen „紅葉“ und “工場“, fast identische Aussprache, das eine heißt aber „gelbe und rote Blätter im Herbst, die die Herzen der Menschen berühren in ihrer Pracht“ und das andere „Fabrik“.

Also, warum Lasur? Weil ich zusammen mit meinem Sohn den Gartenzaun gestrichen habe und wir uns beide total versaut haben. Ich quatschte sehr viel und verpasste prompt den Start.

Zum Glück kam gleich hinter mir eine Gruppe mit Steen, Thorsten und anderen Wiegetrittlern und wir machten uns daran das Feld von hinten aufzurollen. Thorsten machte sehr viel Führungsarbeit vorne und ich beteiligte mich auch aus Dankbarkeit sporadisch. Wir überholten eine Reihe von Gruppen, aber irgendwann ist auch einmal Schluss damit. Das Tempo war aber immer noch gut hoch im 35-40 Bereich und so kamen wir dann bereits nach 30 km oder so an die erste Verpflegungsstation. Wo dann alle bis auf einen und mich rausfuhren, um den legendären Butterkuchen zu tanken, nachdem diese RTF benannt ist. Ich fuhr einfach durch, zusammen mit dem Lotto Typen, der mir aber etwas zu schnell war. Stattdessen fand ich zwei weitere Mitfahrer, von denen der eine ein wunderschönes Basso Fiore di Loto hatte. Ich musste relativ viel vorne fahren, um das Tempo hoch zu halten. Da änderte sich, als Andi mit einer Gruppe von 5-6 Fahrer kam und wir uns teilweise daran hängten. Teilweise, denn die fiesen kleinen Anstiege sorgten dafür, dass hinten noch einige rausfielen. So ging es dann in gutem Tempo weiter zur zweiten Verpflegungsstation die ich ebenfalls ausließ. Diesmal musste ich ganz alleine weiterfahren und verirrte mich prompt. Zum Glück fand ich eine Strasse, auf der ein Paar Gruppen fuhren und hängte mich dran. Und zum Glück waren das auch Gruppen auf der 113er Runde.

Diese Gruppe war nun richtig flott und wir fuhren quasi ständig im 40er Bereich. Besonders fies waren die Abzweigungen – an jeder wurde arg schnell beschleunigt und ich musste mich mit 45 Sachen richtig reinhängen, um nicht den Anschluss zu verlieren. So langsam merkte ich, dass mir der Saft ausging und irgendwann würde ich wohl aus de Truppe rausfallen. aber da kam auch schon die dritte und letzte Station und die ganze Gruppe blieb stehen um zu essen. Ich war auch total überrascht wie viele Fahrer da standen, nach dem Tempo bislang hatte ich geglaubt ganz vorne zu sein. Auch hier fuhr ich durch und wurde dann relativ schnell von einer weiteren Gruppe eingeholt die etwas langsamer unterwegs war. Unter anderem waren da auch Fahrer aus Bruchhausen-Vilsen und Nienburg dabei.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr auf der Autobahn fahrt und vor euch wird eine LKW-Zugmaschine abgeschleppt? Also so, dass die Fahrerkabine nach hinten zeigt und man das Gefühl hat, da kommt einem ein LKW auf der falschen Spur entgegen und gleich kracht man zusammen? Dieses Gefühl hab heute das Mädel vor mir, durch die Kombination aus geflochtenen Zöpfen und Brille.

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Zugmaschine

Hey, und wie man einen Helm richtig rum aufsetzt, darüber kann man durchaus in Bremen auch geteilter Meinung sein. Ich fühlte mich die ganze Zeit peinlich angestarrt und versuchte nicht auf die Banane zu gucken. Insgesamt war das aber eine gute Truppe, die mich schnell ins Ziel brachte.

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Norddeutschland

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Schau mir in die Augen…

Insgesamt bin ich heute auf 114 km fast einen 36er Schnitt gefahren, und habe in mehr als drei Stunden gerade mal 2 Minuten Pause gemacht. Also eine gute Vorbereitung für den Velothon in Berlin am nächsten Wochenende. Und ich war echt froh, als es vorbei war und ich wieder chillen und quatschen konnte.

DSCF2573 Das ist ja nach den RTFen immer viel zu kurz, weil alle gleich wieder zurück nach Bremen wollen. Und  da alleine zurückzufahren ja so gar keinen Spaß macht, schloss ich mich einer Gruppe mit Andi, Andres, Caro, Tanja, Tobi und einigen anderen an. Kurz vor 13:000 Uhr war ich wieder zuhause, mein Bett und seine Freunde lagen jetzt gerade mal im Bett.

Zu einem perfekten Wettkampf gehört unbedingt im Anschluss noch einmal richtig Stabi Training zu machen, um den Körper perfekt auszubalancieren. Hier empfiehlt es sich mit Gewichten und Partnern zu arbeiten, notfalls tut es auch ein etwas älteres und schwereres Handy.

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Vor dem Stabi Training

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Nach dem Stabi Training

Danke an Caro für die Assistenz beim Stabi Training. Nach dem Stabi Training fühlte ich mich auch wieder so richtig frisch. Den Tag anschließend verbrachte ich aber dann doch erst einmal im Bett und dann auf der Couch – und jetzt denke ich so ganz langsam an Fußball.

Danke an alle die heute mitgefahren sind und auf die wir warten oder nicht warten mussten. Und an den TSV Barrien für die gute RTF und den vielen Kuchen etc., auch wenn ich kein einziges Jersey heute von dem Verein gesehen habe.

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RCB Montags Training.

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Selfie beim Stabi Training

Das Leben ist voll erstaunlich vieler Rheinländer. Wir ziehen aus unserer Heimat weg in die Ferne, es sei denn wir machen irgendetwas mit Medien in Köln oder irgendetwas mit Werbung in Düsseldorf. Alle anderen verteilen sich über die Welt bis nach Norddeutschland und verbreiten unseren albernen Humor.

Heute hoffte ich beim RCB Training, dass erstens christliche Gnade und Nächstenliebe wegen des entsprechenden Feiertages walten gelassen wird in der schnellen Gruppe und dass zweitens sowieso alle superschnellen sich total in Bimbach oder Portugal verausgaben und gar nicht erst erscheinen. So waren wir diesmal auch nur zu fünft in der Heißdüsengruppe. Die erst einmal heiße Luft raus nach Fischerhude bliess, ich hatte kein Problem mitzukommen und auch vorne ein wenig zu arbeiten. Von Quelkhorn nach Ottersberg wird traditionell sehr schnell gefahren, mit Rückenwind machten wir über 50 km/hr bis die Truppe etwas zerfiel, danach ging es im 30/35er Bereich weiter nach Otterssted und Bühlstedt. Jedes Ortsshild wurde gesprintet und ich hielt mich da schön raus und sparte meine Kräfte. nach Wilstedt rein und wieder raus ging es gegen den starken Wind und auf dem letzten Stück machte ich dann doch schlapp. Netterweise warteten alle, was in der Heißdüsengruppe eigentlich sehr selten ist. Aber bei fünf Radler fällt halt auf, wenn einer fehlt. Und von dort aus ging es sehr geschillt im 30/35er Bereich wieder zurück nach Lilienthal, insgesamt etwa 70 km. Strava folgt.

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Heißdüsentraining des RCBs am Montag

Man, bin ich froh, dass ich heute nicht in der gechillten Gruppe (Club 28) mitgefahren bin. Ich hatte etwas muffen, nachdem es mich nun zweimal bei den Heißdüsen hinten rausgepustet hatte, aber im Endeffekt hat es sich gelohnt. Heute hatte ich auch zum ersten mal in dieser Saison das Gefühl Kraft zu haben und ohne mich sehr anstrengen zu müssen konnte ich schnell fahren.

Leider war ich zu schnell um irgendwelche Fotos zu machen und so konnte ich am Ende nur noch den Bremer Himmel ablichten bevor es dunkel wurde.

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Anschliessend gleich noch mal Stabi Training zur Sicherheit.

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LVZTRCB 2016: Kreuz und quer durch Tenever und Wilstedt

Die erste RTF der Saison wurde von meinem Verein ausgerichtet: die Landesverbandszielfahrt des Radsportclub Bremen, kurz LVZTRCB – das musste in der Überschrift so abgekürzt werden, denn eine Blogsoft die in den USA entwickelt wurde kann mit der Länge deutscher Worte, wie z.B. „Benzinwolkenvaterbeschämung“ nicht umgehen.

Als Startpunkt wurde ein berüchtigtes Jugendhaus auf dem Gelände der Gesamtschule Ost in Tenever ausgewählt; als ich dort mit Mark und Dr. Rad aus Weimar um 9 Uhr morgens ankam hing bereits das übliche Gesocks vor dem Eingang rum: Rose Räder, Shimano Schaltungen, Rapha Kleidung und gefakte Carbonräder aus China, schlimm, schlimm was die Jugend heute so treibt. Dealer befüllten Benzinkanister in denen nun Drogen transportiert wurden, vermutlich Methylalkohol oder sonstiges Teufelszeug und mit denen die umliegenden Dörfer wie Wilstedt und Seslingen versorgt wurden. Obwohl es noch so früh war, rauchten bereits die ersten Fahrer in der glühenden Sonne; mindestens 32  Grad im Schatten waren es da schon. Also, das hätte man zumindest denken können, wenn man sah, wie viele Mitfahrer in kurz-kurz angetreten waren. OK, also an sich nur einige. Hm, wenn ich noch einmal darüber nachdenke, lief dort eigentlich nur Matt Schmitt in kurz-kurz rum, alle anderen in Jacke und Schals.

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Boys and Girls in the Tenever Hood

Von drinnen dröhte aggressive Musik von Haftbefehl die uns auf die bevorstehende Landesverbandszielfahrt des Radsportclub Bremen scharf machen sollte:

Denn ich rolle mit mei’m Besten
Denn ich rolle mit mei’m Besten
Denn ich rolle mit mei’m Besten
Ich und er sind jede Zeit bereit für Action

Ich bin high und ich rolle tief
Ich bin high und ich rolle tief
Ich bin high und ich rolle tief
Ich bin high und ich rolle tief

Der Sozialarbeiter drinnen machte Zicken und wollte  nicht die Landesverbandszielfahrtskarten des  Radsportclub Bremen rausrücken, so dass wir ihm zunächst eines auf die Fresse drohten und dann acht Euro abdrückten. Überhaupt: drinnen! – doch dazu später.

Draußen war mittlerweile die gesamte RCB Szene Bremens versammelt, viele bekannte Gesichter, Jörg zum Beispiel hatte ich lange nicht mehr gesehen, mit Andreas länger nicht gesprochen, Thomas, Philipp, Stefan, Silvia, Didi – das ist mittlerweile ganz anders, als auf meiner allerersten RTF in Bremen 2010. Ehrlich gesagt war es auch nicht viel anders als eine RCB Montagsausfahrt, deren Startpunkt ja mittlerweile auf den Dorfkrug in Borgfeld verlegt wurde, da die Kundschaft von Jacques Weindepot, wo wir uns bislang trafen, auch keine Lust mehr hat sich durch schwitzige hundert Körper zu winden, um ’ne gute Flasche Rose zu kaufen. So ein Gemenge ist eine gute Gelegenheit ein paar Fachgespräche zu führen. Andreas vermutete, dass die Lager in den Naben seines Rades kaputt sind, da er beim fahren öfters das Gefühl hat, „als würde mich jemand von hinten festhalten“, dieses Gefühl ist mir, vor allem nach der Winterpause ebenfalls gut bekannt und hat dummerweise leider gar nichts mit den Lagern zu tun.

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Sebasatian hat seine Igelhaare mit einem Stirnbandunterm  Helm gesichert, da ist quasi wie eine Sprungfeder, die jeden Moment damit droht den Helm zu durchstossen.  Dann, wir waren gerade so nett am quatschen und irgenwie hatte ich mich schon mit dem Gedanken angefreundet jetzt gleich nach Hause zu fahren und auf der Couch zu pennen,trat Schröder nach vorne und begann zu organisieren. Neben Schröder stand ein blonder Junge und Silke vorne und alle hielten Schilder mit 120+ (Schröder) 75+ (Junge) und Silke (50+) hoch – da analog zu den Schildern auch eine signifikante Änderung der Körpergröße von Schröder in Richtung Silke erkennbar war, glaubte ich zunächst, dass wir nun nach Körpergröße sortiert würden; also mit Schröder kommt alles was zwischen 2,20m und 1,75m ist, mit dem Jungen zwischen 1,75m und 1,50m und bei Silke alles war unter einem Meter fünfzig durchkommt.

Es handelte sich aber doch um die Streckenlängen. Die 120er Gruppe war zunächst relativ groß, aber nun wurde jede Gruppe noch einmal in „ambitioniert“ und „gechillt“ aufgeteilt. In der ambitionierten 120er Gruppe bleiben dann noch so ca. 25 Fahrer. Ich stellte mich auch mit dazu, denn erstens ist dazustellen relativ einfach und cool (im Gegensatz zu mitfahren) und zweitens war es ohnehin mein Plan mit der schnellen Truppe rauszufahren, irgendwo eine längere Pause zu machen und zu warten bis die gechillten kommen und mit denen dann gemeinsam den Rückweg zu vergeigen.

Ich hätte gerne mal die ambitionierte 50er Truppe gesehen. Schnitt 35 km/h, nach 1 1/2 Stunden wieder zurück  – da kann man mit dem Tag noch etwas anfangen.

Los ging’s dann auch schon.Mit Rückenwind und hohem Tempo. Meistens war es allerdings auszuhalten, schwierig wurde es erst einmal  nur dann, wenn der Wind von der Seite kam. Es ist an sich ja kein Problem 40 km/h in der Gruppe zu fahren, wenn der Wind von hinten kommt, man in der Mitte fährt, die Leute kennt und sich auf die verlassen kann und die Hosen vor einem nicht komplett durchgescheuert sind. dann kann mana uch ein wenig quatschen, so wie Thomas und ich das gemacht haben. Das Problem fängt an, wenn die Gruppe immer noch 40 km/h einen leichten Hügel mit heftigem Seitenwind hochfährt. Das kostet Körner und kann man halt nicht so häufig mitmachen. So war ich ganz froh, dass wir relativ zackig in Wilstedt waren. Was keine Überraschung ist, denn in den Regelungen des Deutschen Radsportbundes heisst es eindeutig über das Ziel einer Landesverbandszielfahrt: „Wird eine Landesverbandszielfahrt in Norddeutschland durchgeführt, so muss eines ihrer Ziele Wilstedt sein.„. Überhaupt, ich kann mich auch gar nicht erinnern, dass ich jemals von Bremen aus irgendwo hingefahren wäre und dabei nicht durch Wilstedt gekommen wäre. Wilstedt ist wie das Schloß von Franz Kafka,nur umgekehrt.

Auf der langen Straße an den Windkrafträdern vorbei Richtung Wilstedt musste ich dann auch in die Führungsarbeit gehen. Neben mir eine graue Heißdüse. Wir fahren den letzten Hügel zum Ortsschild hoch. Hier wird bei der Montagsausfahrt immer gesprintet. Der ist  neben wird immer schneller, will nicht sprinten, aber definitiv als erster am Ortsschild sein. das geht natürlich gar nicht, ich halte mit und ziehe dann ganz fies an – schwierig ist es dabei das Ganze so aussehen zu lassen, als wenn das ganz locker und unbeabsichtigt wäre – dieser Ortsschildsprint geht an mich. Danach ist dann auch schon die erste Pause am MTV Wilstedt (letztens 3:4 rausgeflogen nach 1:1 Hinspiel gegen Liverstedt im Kreisligapokal).

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Links mit Helm der Ortschildsprinter in Wilstedt. Unter dem Tisch verdächtiger Kanister.

In Wilstedt hätte ich nun in den Zirkus Eldorado (Motto: erfolg ist kein Zufall!“) der Familie Thiel (Deswegen sind wir auch in Wilstedt!) gehen können, aber die Pause ist nur kurz und am Kreisel kreisen bereits die Ungeduldigen. Weiter geht es mit 35 bis 40 und mir wird langsam klar, dass das mit mir nicht ewig so weitergehen wird. Zwischen Kirchtimke und Rhadereistedt (Immer noch Partyalarm in der Zeltdisco am 8.April) falle ich raus. Philipp und ein weiterer wollen mich noch schieben, aber da geht nicht mehr viel und bis zur nächsten Pause in Selsingen ist es noch weit und so mache ich mich alleine auf den Weg. Die Gruppe ist auch ganz schön klein geworden, in Wilstedt sind da schon eine menge ausgestiegen.

Das klappt ganz gut, nur habe ich von der Strecke dummerweise so gar keine Ahnung und muss mich anhand der Landesverbandszielfahrtswertungskarte orientieren. Das bedingt eine menge Pausen, denn nun kommen die ganzen „Stedts“ und ich kann einfach nicht behalten, in welcher Reihenfolge die abgefahren werden sollen: Rockstedt, Granstedt, Glinstedt, Hanstedt, Hepstedt, Tarmstedt, bis der Weg wieder zurück nach Wilsedt führt.

Wofür steht eigentlich dieses „Stedt„? Stadt kann das ja wohl nicht heißen, den diese gottverlassenen Flecken im Norden weisen ja keine signifikanten Einwohnerzahlen auf. Am besten gefällt mir da noch Rockstedt (ursprünglich „Rockstedty“), denn erstens hat es ein cooles Wappen,

Wappen von Rockstedt: von lauter Musik aufgescheuchter Vogel irgendwo im Grünen

 und zweitens wurde der Ort auch von No Doubt besungen.

Prompt verpasse ich den Verpflegungspunkt in Selsingen und dann geht es auch schon voll gegen den Wind zurück. Hm, das ist nun echt hart. Ich fahre so mit 20 bis 25 km/h und trotzdem habe ich einen Puls von 140 bis 150. Das ist nicht so anders als bei Mat Haymann, als er dieses Jahr Paris-Roubaix gewann, nur dass er mit diesem Puls und der etwa gleichen Trittfrequenz im Durchschnitt 44 km/h über Kopfsteinpflaster fährt.

Ja, jetzt wird es wirklich langsam und mühsam. Und verdammt, die chillige 120er Gruppe will einfach nicht kommen. In Glinstedt finde ich endlich einen weiteren Radfahrer, der sich mit mir duelliert. Fies schleicht er von rechts auf dem Radweg heran und überholt mich. Ich ziehe an, aber er bleibt dran, setzt noch einmal zum überholen an, bis ich ihn kurz vor Tarmstedt aus den Augen verliere. Ich sollte noch erwähnen, dass der nicht bei der Landesverbandszielfahrt mitfuhr und auf einem Trekingrad mit zwei Packtaschen sass.

In Wilstedt mache ich mir gar nicht die Mühe auf dem Rückweg beim Verpflegungspunkt zu halten. Immer weiter gegen den Wind, bloss nicht nachdenken was ich hier mache und den Tag kann ich vermutlich auch tutto completto abhaken wenn ich erst einmal wieder zuhause bin. Wenn.

Es folgt das altbekannte Stück durch Buchholz nach Quelkhorn und Sagehorn, immer noch sehr langsam aber man kennt die Straßen und Abzweigungen und weiß wie weit es bis nach Hause ist. Es sind relativ viele Autos auf der Straße und es wird aggressiv gefahren und gehupt. Plötzlich quietschen Bremsen und  Reifen auf , ich drehe mich um und sehe, dass knapp zwei Meter hinter mir ein alter Benz zum stehen kommt. Das war sehr knapp. Ein Busfahrer hupt, zeigt mir den Vogel und schneidet mich, ich bin froh, als ich ab Sagehorn wieder über Nebenwege fahre.

Ankunft in Tennever am Jugendheim.Thomas ist natürlich schon da, er hat bis zum Schluß in der schnellen Gruppe mithalten können. Ich dachte ich bin der letzte der eintrudelt, aber dann kommt plötzlich Schnippo und ein Teil der schnellen Truppe rein.Er hatte Pech mit seinem Rad heute, es gab viele und lange Pausen. Und als mein Würstchen schon lange fertig ist, kommen auch die gechillten 120er rein.

Ich denke ich werde diese Saison ein Problem haben. Für die gechillten bin ich einfach zu schnell. Das merke ich ja auch bei den regelmässigen RCB und BBC Runden, das ist ganz nett aber nicht wirklich fordernd. Es macht Spaß zu quatschen, aber so richtig weiter bringt mich das nicht. Einerseits. Für die schnellen bin ich allerdings zu langsam, da kann ich so 40 km mithalten, aber dann geht mir die Puste aus. Klar, über den Verlauf der Saison werde ich besser, schneller und ausdauernder werden, die aber auch.

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Baum in voller Blütenpracht

Ich sollte unbedingt noch etwas anderes machen, nachdem ich ja jetzt erst einmal „Body Attack“ Verbot habe. Auf  der Rückfahrt kommt mir die Idee: erst in die erste Etage und dann auf in das Erdgeschoss.

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Zum Ende hin hänge ich noch ein wenig im Jugendheim rum. Es gibt ein paar schicke Photowände aus der Geschichte, so erfahren wir, dass hier irgendwelche Jugendliche den dritten Platz beim Fußballtunier „Rote Socke“ 2003 gemach haben, organisiert vermutlich von der KPD/ML. Es gibt eine Zusammenstellung mit Schnappschüssen der „Mädchenrunde“ und ich hoffe und bete, dass das Jugendheim in dem ich mich früher aufgehalten habe, Haus Zoar in Mönchengladbach nicht etwas ähnliches besitzt. Und dann heisst es  Tschüss sagen.

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Das fällt nicht so schwer, denn erstens schreit die Couch zuhause nach mir und zweitens wird am Montag Abend ja ohnehin wieder gerast wie blöde. Oder eben gechillt.

Strava

Landesverbandszielfahrten, wie viele andere angenehme Dinge im Leben sind nicht einfach da sondern entstehen, weil sich ein paar nette Menschen aufraffen und das ganze organisieren, wobei sie vermutlich dabei dann den wenigsten Spaß haben. Das ist im Prinzip wie Parties zuhause machen, wenn die Eltern weg sind: Da werden auch Jugendliche schnell zu Spiessern im Angesicht der drohenden Zerstörung. Mein Dank an die Leute vom RCB die heute ihren Beitrag geleistet haben. Insbesondere für die Erfindung des Wortes Landesverbandszielfahrt.

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Donnerstag. Freitag. Samstag. Sonntag.

Samstag.

Ich wollte ja eigentlich nicht mehr Radfahren und hatte mir bereits einen schicken Motorroller zugelegt. Leider war der nun erst einmal in der Werkstatt und wurde zu einem Fixieroller umgebaut: Bremsen weg, Getriebe weg und Spielkarten auf die Felgen geklebt.

Und zudem hatte ich noch keine neuen Rollerfreunde, also entschloss ich mich schwerzen Herzens am Samstag mal wieder Rad zu fahren mit der BBC Runde. Das war doch eigentlich ganz nett, die Strecke war sehr gut ausgewählt und führte mehrheitlich über Straßen die ich bislang wenig oder noch gar nicht gefahren war, das Tempo war sehr moderat, so dass ich ziemlich viel gequatscht habe, mit Freunden, aber auch mit neuen Mitfahrern. Ich schätze so Gelegenheiten ja sehr. Benjamin zog ab und zu Sprints an und so konnte ich mich an der einen oder anderen Stelle gut verausgaben. Leider fehlt heute die Zeit viel darüber zu schreiben, deshalb nur ein paar Bilder und ein paar kurze Beschreibungen.

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Irgendwo, irgendwann mit irgendwem (aber nicht Erdogan).

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Erzwungene Pause, da wir zu fünft vorne weggesprintet waren.

Die Pausen bei dieser Tour waren etwas sporadisch unerklärbar. Nach ca. 45 km machten wir mitten im nirgendwo die erste Pause, es gab kein Eis, keinen Kuchen – nichts. Die zweite war dann erzwungen. Es gab aber auch nichts.

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Hier starten Benjamin, Bo und ich gleich zu unserem Ortsausgangssprint: Härtester Gang rein und stehender Start. Definitiv unter 30 km/h.

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BBC Granden.

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Die zweite Pause: Vor dem Nagelstudio von Tim in Adolfsdorf.

Sprintvideo von Bo. Strava der Strecke von Benjamin

Sonntag

Musste heute dummerweise arbeiten, denn ich war offensichtlich in der Woche vorher zu faul: Na gut da fehlte ja auch der Montag. Um 13:30 Uhr traf ich mich im Hannes, es war bitterkalt. Sibirische Winde fegten durch die Fischerhuder Steppe und wir hatten Mühe alle unsere Glieder warm zu halten. Ab und zu überholten wir ein Räumfahrzeug der Sagehorner Verkehrsbetriebe und überall waren bereits Warnschilder aufgestellt.

Ich sag‘ noch zu Hannes: „Mensch pass auf, hier ist ’ne Glatteiswarnung!„, aber da war es schon zu spät, unkontrolliert rutschten wir beide weg und kamen auf der Strasse zu liegen. Zum Glück war nichts passiert. Bis wir ein paar Passanten fragen konnten ein Photo zu machen hatte es bereits wieder angefangen zu tauen.

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Scheisswetter heute!

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Free Tibet of Glatteis now!

Hannes zupfte sich sein Free Tibet zurecht, ich setzte meine Coco Chanel Mütze wieder fesch auf und weiter ging es. Ohne schöne Unterbrechung der etwas monotonen Arbeit- mein Dank an Hannes.

Insgesamt an vier Tagen ca. 270 km – der Dynamo läuft wieder.

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Das war’s.

Die Weser, bei Sagehorn

Heute um 16:00 Uhr war die gemütliche ex-BOC jetzt BBC Runde angesagt, draußen frühlingte es und in meinem Kopf schwirrte dazu das passende japanische Lied dazu. Und dann noch eins. Ich freute mich auf eine nette, gemütliche Runde mit vielen bekannten Gesichtern. 

Es ging auch schön gemütlich los und beim fahren quatschte ich mit Andreas, Bo und Schnippo. Wir fuhren die Wilstedt Runde, nicht dass ich die gerade erst gestern gefahren war, aber bitte. Im Wilstedt gab es einen Ortsschildsprint und ich konnte trotz Materialnachteil mit dem alten Basso recht gut mithalten. Dann wurde es etwas schneller auf dem Rückweg nach Fischerhude, da wir ja mit dem Wind fuhren.

Mit uns fuhr ein schweigsamerer, älterer Herr (will sagen in meinem Alter)  ebenfalls auf einem Stahlrad und das hatte – und ich schwöre, ich habe das noch nie gesehen – tatsächlich Campagnolo Delta Bremsen montiert.

Also will sagen, Campagnolo Delta Bremsen habe ich schon oft gesehen, aber dass diese tatsächlich benutzt werden, das mit ihnen gefahren wird, noch nie. Das ist sehr ungewöhnlich, denn der Legende zufolge bremsen diese Bremsen nicht besonders gut. Wer sie hat, stellt sie zuhause in die Vitrine und zeigt sie seinen Freunden, anstatt sich damit das Leben zu nehmen.

Ich würde sagen Campagnolo Delta Bremsen sind wie Kondome, man besitzt sie, aber in Benutzung sieht man sie nie.

Der ältere Herr war jedenfalls sehr schnell, was vermutlich daran lag, dass er nicht bremsen konnte. Weil der Campagnolo Delta Bremsen montiert hatte. Mit Kondomen wäre es vermutlich noch schnelle gewesen, aber das steht ja hier nicht zur Debatte.

Ich hatte vermutet, dass wir klassisch über Fischerhude zurück fahren würden, aber wir blieben auf der Strasse Richtung Oyten und Achim und machten uns dann auf den Weg Richtung Hodenberger Deich. Das Tempo wurde jetzt echt schnell und nach einiger Zeit waren wir auch nur noch zu zehnt. Andreas und ich mussten auch einmal nach vorne. Ich hatte mit Andreas abgesprochen, dass wir, wenn wir vorne sind, direkt abbremsen auf 30, dann kurz beschleunigen und anzeigen, dass wir wechseln wollen. Andreas zog das Tempo aber erst einmal an. Dann wurde er das Opfer seiner eigenen Tatktik und konnte am einzigen „Berg“ nicht mehr mithalten.

Der Rest war dann auch ziemlich brutal schnell. Das war alles Adrenalin und Strava KOM getrieben und machte überhaupt keinen Spaß mehr. Zumal ich meinen GPS Tracker zuhause vergessen hatte und von dem ganzen Gebolze ohnehin nicht durch Ruhm und Ehre profitieren konnte.

In Borgfeld hatte ich dann keine Lust mehr und seilte mich schnell ab Richtung Heimat. Ehrlich gesagt macht mir Radfahren auch nicht mehr so viel Spaß. Ich habe nicht gewusst oder geahnt wie anstrengend das sein kann. Und dieses ständige anstrengen und dieses ständige Leistung bringen das habe ich ja schon im Beruf und brauche das nicht in meiner Freizeit. Und dann muss man auch konsequent sein und deshalb habe ich heute beschlossen mit diesen ganzen Radfahrunsinn aufzuhören. Jawohl, Strich drunter und Schluß. Ich mache jetzt etwas weniger anstrengendes, und das ist Motorrad- bzw. Rollerfahren. Ist auch auf zwei Rädern und in der Natur und man kommt weiter raus und frischer zurück. Was passendes habe ich auch schon gefunden.

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Was ich aber auf jeden Fall weiter machen möchte ist schreiben und bloggen. Ich werde weiterhin über meine Abenteuer auf zwei Rädern berichten, aber nicht mehr auf diesem Blog sondern auf einem neuen Blog namens:

There is no „I“ in Bykerydyng

Viel Spaß dabei, die neue URL veröffentliche ich morgen.

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Welle der Erregung.

Heute Nacht entlieh sich der deutsche Staat eine Stunde meines Lebens als er zwischen 2 und 3 Uhr die Sommerzeit einführte. Ich habe nichts dagegen, im Oktober bekomme ich meine Stunde ja wieder zurück. Aber wieso bekomme ich keine Zinsen dafür? 

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Christian Marclay – The Clock

Vorschlag zur Güte: Im Oktober werden die Uhren nicht um eine Stunde, sondern nur um 59 Minuten zurückgestellt; eine Minute wird an alle Bürger ausgezahlt. Man mache das 60 Mal, und dann ist es auch gar nicht mehr nötig überhaupt auf die Sommerzeit umzustellen, da wir die dann ohnehin schon haben. Nicht das ich das erleben würde, und wenn dann wäre es im altersgemäßen Zustand vermutlich sowieso egal.

Als zum ersten Mal, als Reaktion auf die große Ölkrise von 1973, 1980 die Sommerzeit in Deutschland wieder eingeführt wurde, weigerte sich mein Vater einige Tage lang da mitzumachen. Die Uhren zuhause wurden nicht umgestellt und in Telefonaten mit Kunden betonte er immer wieder, dass er pünktlich um 8 Uhr „richtiger Zeit“ kommen würde. Ich empfand das als verrückt, hatte aber einen gewissen Respekt, dass mein Vater den Kampf gegen die Zeit aufnahm.

Das wollte ich heute auch tun, ein kurzer, knackige Auftritt auf einer schon hundert mal gefahrenen Route, dem Worpsweder Dynamo. Ich verließ das Haus, als die Profis bei Gent-Wevelgem-Gent noch 75 km vor sich hatten und wollte vor ihnen das Ziel erreichen. Gleich im Sprint hoch zum Bürgerpark, dann weiter am Unisee zum Tierheim an der Müllverbrennungsanlage (Honi soit  qui mal y pense). Gleich wieder volle Power im Strava Zwang zum Dammsiel. Ausruhen bis nach Worpswede. Dann wieder volle Power den Timeworp hoch. Dann erst einmal Pause.

Als ich in Worpswede ankam spürte ich eine gewisse Welle der Erregung. Genauer gesagt, ich sah Sie gleich neben der Bank auf der ich sass.

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Da war sie, direkt unter meinem Rad, die Welle der Erregung.

Wow, man war ich erregt. Und die Welle erst – das war ja ein kleiner Tsunami, der sich hier unkontrolliert in Worpswede breit machte und langsam seinen Weg in Richtung der Dolomiten nahm.

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Drüben auf der anderen Straßenseite in den Dolomiten ahnten die Menschen noch nichts von dem unabänderlichen Schicksal, dass sie gleich in Form eines Tsunamis erfassen wollte. Die Welle der Erregung war hier noch nicht angekommen, man aß Eis und wunderte sich, wofür „or. ital.“ auf de Markisse stand.

Der Rest: Antiklimatisch. Gegen den Wind nach Hause, langsam, kräftezehrend. Trotzdem, ein schöner Tag, nur eine Stunde zu kurz.

Worpsweder Dynamo auf Strava

 

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Dokodemo Tour.

„Es wäre doch nett“, dachte ich mir, „mal wieder zusammen am Wochenende zu fahren und nicht alleine mit schlechter Laune und Form gegen den Wind zu fahren.“ 

Zum Glück ist die Rennradbegeisterung ja gerade so, dass man in Bremen über die fb Gruppe jeden Tag mindestens drei Touren zur Auswahl hat, denen man sich anschliessen kann. Vor die Wahl gestellt morgens um Neun 150 km mit den Cracks, um Zehn 123 km mit Radler die ich nicht kenne (aber vermutlich auch teuflisch schnell sind) zu fahren, oder um Zwölfe zu Dritt mit Schnippo und Helge eine gemütliche 60 km Runde zu drehen entschied ich mich für das letztere. Obwohl mir klar war, dass das niemals gemütlich werden würde. Und später wurde mir auch klar, dass wir alles andere als zu dritt fahren würden, weil ca. 15 andere ebenfalls zu dritt unterwegs sein wollten.

Schnippo traf ich bereits an der Ampel der Erdbeerbrücke. Zuerst erkannte ich ihn nicht, da er vermummt war. Ich hatte lange keinen so vermummten mehr gesehen, der letzte vor Schnippo war Thomas, der im Sommer 1980 in Berlin aus Kreuzberger Seitenstrassen heraus Bullenwannen mit Farbbeuteln bewarf. Der Unterschied zwischen politisch motivierter Vermummung und radfahrtechnischer ist im wesentlich einen Frage der Mode: In den Achtzigern waren schwarze Baumwollvollmützen und Arafat-Feudel angesagt, heute sind es Textilien aus sogenannten Funktionsmaterialien (als wenn ein Material nicht immer irgendeine Funktion hätte, sogar Bibis Tasty Donut Duschschaum hat vermutlich eine) und neonfarbene Sonnenbrillen, die auch auf dem Spring Break in Mexiko ganz nett ankommen würden.

Radfahrerinnen mit Funktionsbrillen

Am Weserwehr wartet dann eine ziemlich große und bunte Truppe. Viele kannte ich wie Enno, Silvia, Thomas, Benjamin, Tim, Tanja oder Linda, viele waren mir neu. Das ist aber heute egal, denn hinterher kann man ja dann auf Strava nachschauen mit wem man gefahren ist und sich gegenseitig Kudos geben. Von Anfang an war klar, dass es innerhalb der Gruppe ein ganz erhebliches lila-schwarzes Leistungsgefälle geben würde. Da das ganze aber als gemütlich angekündigt war, sieht man darüber hinweg und brettert los.

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Auf zur Sonne, zur Freiheit nach Okelweyhe.

Der Himmel über Bremen zeigte sich heute von seiner besten Seite: Strahlend blau, dazu aufgrünende Wiesen und Felder, wenig Verkehr und hier und dort die ersten Osterblumen und Krokusse. Nach dem Salalom auf dem Deich, ging es ab dat Autohaus auf normalen Straßen und Rückenwind schnell Richtung Süden über Kirchweyhe, Südweye und Sudweyhe nach Okelweyhe oder so. Hinter Okel erhebt sich majestätisch der Okeler Berg. Man fährt in den Ort herrein, dreht ein paar Kurven und dann plötzlich hinter den in der Sonne glitzernden Bürotürmen Okels taucht der Okeler Berg in seiner vollen, angsteinflössenden Größe an. Man hat vielleicht schon einmal den Nanga Parbat oder das Stilfser Joch im Fernsehen gesehen, hat von den Verrückten gehört die dort hochgekraxelt sind und von den Vernünftigen die dort starben, und all das kommt einem gleich in den Sinn gleich hinter Okel. Nebenbei gibt es dort auch einen Strava KOM zu knacken, so dass das Tempo dann gleich mächtig anzieht. Das Feld reißt es dann gleich auseinander, rot-schwarz ganz weit vorne, lila-schwarz ganz weit hinten und dazwischen recht bunt. Ich quäle mich hoch und denke an Yabitsu-Toge oder Matsuhime Toge in Japan, ähnlich anspruchsvolle Gipfel. Oben warten wir in der eisigen Umklammerung der Gipfelkälte, bis alle aufgeschlossen haben.

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Gipfelkreuz auf dem Okeler Berg

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Warten in der Eiseskälte

Von dort aus geht es zackig weiter richtig Gödestorf und Wachendorf bevor wir uns dort wieder auf in Richtung Bremen machen. Eine größere Gruppe verlässt uns, um mehr als 60 km zu fahren. Wir machen uns weiter auf den Weg Richtung Schnepke. Trotz Pause und Verletzung bin ich ganz gut drauf, versuche jede Steigung schnell zu fahren und auch vorne Tempo zu machen.

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Unten: Richtung Schnepke. Oben: Richtung Malle vermutlich.

Es fällt auf das Schröder fehlt. Gerüchte kursieren, dass er krank ist, oder Feuer löschen muss. Vorne singen wir gemeinsam die Ode auf Schröders Tasche. Also was für den richtigenSchröder seine Kuscheldecke ist, ist für den wahren Schröder seine Mammut Hüfttasche.

Das Ding ist winzig, zuerst denkt man, das ist eine SD-Karten Aufbewahrungstasche, und ich rede hier von Micro SDs. Aber dann holt Schröder beim fahren was dabei heraus. Und noch was. Und noch was und noch was und noch was. Unglaublich, Mitfahrer berichteten. dass er angeblich erst eine Standpumpe, anschliessend einen Doppel Whopper und dann noch ein Elektroschweißgerät aus dieser Tasche zauberte. All dies ist übrigens nicht neu, natürlich gibt es da alles bereits in Japan. Dort gibt es einen Comicfilm Doraemon, in dem eine blaue Roboterkatze und ihr jugendlicher Freund Nobita die Hauptrollen spielen:

Doraemon, Mammut Hüfttasche nach vorne gedreht.

Der blaue Roboter Doraemon hat ein katzenähnliches Aussehen.  Er wiegt 129,3 Kilogramm, ist 129,3 cm groß, kann 129,3 cm hoch in die Luft springen und rennt bis zu 129,3 km/h schnell. Am Bauch trägt er eine Tasche, die Yojigen-Poketto, auf Deutsch vierdimensionale Tasche, die in ein anderes Raumkontinuum mündet und deshalb unendlich viel Platz bietet. Aus der Tasche holt er bei Bedarf allerlei Gegenstände aus der Zukunft, etwa eine Überall-Tür und diverses anderes technisches Spielzeug. 

Es gibt einige Toyota Commercials in denen, man glaubt es kaum, Jean Reno den Doaremon spielt und die Dokodemo Door hervorzaubert.

Am besten daran gefällt mir ja wirklich die Überall-Tür, auf japanisch die „Dokodema Door“. Doaremon halt diese Tür aus seiner Tasche raus, man sagt wo man hin möchte, macht  die Tür auf und schon ist man da: „Syke!“. Na bitte, klappt doch.

Schröder zieht daher seine Mammut Hüfttasche auch niemals aus. Er trägt Sie unter dem Jacket bei der Arbeit, beim schwimmen im Horner Freibad und auch nachts unterm Schlafanzug. Also, das hört man so.

Wir fuhren derweil von Syke den Berg zum Golfkurs hoch und wieder zurück nach Okel. An jedem Ortschild wurde gesprintet, meist waren Schnippo, Benjamin und Carlos Estobar vorne. Und ehe wir uns versahen waren wir dann auch schon wieder am Weserwehr nach ziemlich genau 60 km (Strava).

Eine schöne Tour an einem schönen fast-Frühlingstag – Danke an alle die mitgefahren sind. Die Gruppe zusammenzuhalten hat auch gut geklappt, allerdings muss man dann auch irgendwann so ehrlich sein und den Stecker ziehen, wenn es wirklich nicht geht. Aber das klappte ja auch gut.

Schröder, wir haben Dich vermisst.DSCF2238

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Frauen und Anfängerrunde. Ohne Frauen oder Anfänger.

Heute eine erste Ausfahrt mit dem neuen 3Rensho Rad, später mehr Eindrücke. Um 16:00 Uhr war aber niemand am klassischen Freitagstreffpunkt für Frauen und Anfänger.

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Neuer Haarschnitt, neue Hose, neues Rad und niemand da, um das alles zu bewundern.

Einmal die verschiedenen Wümmen rauf und runter bei teilweise heftigem Wind. Zum Glück hatte ich Werkzeug mit, denn mitten beim Wümmen-Roubaix stellte ich fest, dass die Hinterradbremse sich nicht mehr löste. Des Rätsels Lösung: Der STI Hebel am Lenker hatte sich verdreht, da ich die Schelle nicht richtig fest geschraubt hatte, dadurch wurde der Bremszug länger und die Bremse zog an.

Beim ersten Mal raus ist es immer besser nicht allzu weit weg zu fahren. Die ersten 40 km in diesem Jahr, vorher hatte ich keine Lust, es lag Eis und Schnee und dann kam auch noch eine Erkältung. Gut war es, wieder draußen zu sein.

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Das 3Rensho mit verdrehten Bremshebeln.

 

 

 

 

 

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Festive 760 Report.

Ist es nicht schlimm? Man hat im Vorjahr sein Ziel erreicht und gleich wird es im nächsten Jahr ein Stück höher geschraubt. Warum eigentlich?

Bei der Festive 500 mache ich nun zum dritten Mal seit 2013 mit. Ich finde das eine sehr gute Motivation über den Winter fit zu bleiben, vor allem in der Fressgasse zwischen Weihnachten und Neujahr. 2013 hatte ich noch kein GPS und musste feststellen, dass manuelle Eintragungen nicht anerkannt werden. 2014 bin ich 659 km in acht Tagen gefahren, was mir immerhin Platz 735 weltweit von etwa 50.000 Teilnehmern und in Deutschland Platz 23 von ca 1.200 einbrachte. Prima. Dieses Jahr bin ich 100 km mehr gefahren. Das Ergebnis (bislang) Platz 553 von 72.000 Teilnehmern weltweit (schön). Und in Deutschland Platz 59 von 2.500 Teilnehmern. Doppelt so viele Teilnehmer in Deutschland und dann auch noch so starke, es wird nicht einfacher, was aber einmal nicht dem altern zugeschrieben werden kann.

Der Start in die Festive500 war einfach, eine schmucklose Ausfahrt mit vielen Bekannten zur Humoorlosen Kirche plus einige weitere Kilometer solo, damit waren die ersten 100 km im Sack.

Am zweiten Tag bin ich alleine Richtung Okel und Syke los, schließlich bei Uesen über die Weser und habe in Fischerhude Jan und Caro getroffen, mit denen ich die letzten Kilometer fast im Dunkeln nach Hause gefahren bin. Wieder fast 100km. Und wir haben uns gleich für den nächsten tag verabredet wieder gemeinsam loszufahren.

Am dritten Tag trafen wir uns, um die Höhenrücken der Wildeshausener Geest zu bezwingen. Wir machten einen riesigen Umweg um überhaupt dort hinzukommen und fuhren die Serpentinen der Gegend immer wieder hoch und runter. Es war schon bitter dunkel, als wir auf dem Heimweg kurz vor Sudweyhe zusammen fuhren und Jan einen Sturz hatte – bitte genug, im Nachhinein stellte sich heraus, dass er sich dabei drei Rippen brach. Das hat ihn aber nicht daran gehindert nach Hause zu fahren. Ich hoffe, dass wird alles wieder schnell verheilen und den sportlichen Ehrgeiz nicht bremsen.

Am 27.12. ging nachmittags der Flug nach Mallorca, so dass am Vormittag nur Zeit für eine kurze Runde war und zwar für den Wilstedt Klassiker im Uhrzeigersinn. Aber immerhin reichte es für mehr als 50 km. Abends dann in Lloseta.

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Der nächste Tag brachte Sonnenschein, blauen Himmel und sehr angenehme Temperaturen. Malle eben. Ich war etwas zerrissen, ob ich lieber in die Berge fahren sollte, um mich wieder an das klettern und vor allem an das abfahren zu gewöhnen, oder mich auf die Ebene konzentrieren und Kilometer machen sollte. Kompromiss. Am ersten Tag ging es über Alaro und Bunyola hoch den bekannten Anstieg nach Orient. Das war nicht wirklich neu, aber vielleicht das dritte Mal, dass ich hier hochstieg. Es waren relativ viele Radler unterwegs, viel mehr als vor vier Jahren, als ich mit meiner Familie zwischen Weihnachten und Neujahr auf Mallorca war. Die Abfahrt nach Alaro war super, es tat so gut mal wieder Geschwindigkeiten jeseits der 50 km/h rauszuhauen, das fehlt in Bremen ja fast völlig. Den Rest der Etappe erkundigte ich die Gegend jenseits der Autostrada.

Einen Tag später hatte ich viel Zeit, kam morgens früh aus dem Bett und machte mich auf den Weg nach Inca und weiter nach Sineau und Petra. Ich wollte weiter nach Arta und dann den Anstieg hoch zu dem verlassenen Kloster fahren. Die kleine Strasse von Petra nach Manacor war großartig, dann wurde es ein wenig schlechter von der Straßenqualität auf dem Weg von Manacor nach Arta. Auf halbem Weg, etwa bei San Lorrenc kamen mir zwei Österreicher auf neuen, hellblauen Specialized Rädern entgegen und meinten, dass die Strasse gaaaanz mies wäre und ich besser umkehren sollte. Ich musste aber weiter nach Arta und ich hatte keine Lust die Schnellstrasse zu nahmen, also liess ich mcih nicht überzeugen und fuhr weiter. Die Strasse war zwar nicht toll, aber für ein altes (2011) und verkratztes Canyon ist das auch nicht wirklich ein Problem. Das Problem war eher, dass ich in Arta bereits 70 km auf dem Tacho hatte und Null Zeit füt den Anstieg. Also machte ich mich auf der Küstenstrasse zurück Richtung Alcudia. Das ist keine wirklich schöne Strasse, aber sie ist verdammt schnell und hat gute Wellen.

In Alcudia war ich bereits des öfteren und ich furh einmal quer durch die Stadt, dann weiter nach Pollenca. Das Club Resort war geschlossen und es wurde kräftig an einer weiteren Etage gebaut. Für mich ging es weiter auf der Radautobahn nach Campanet und Selva, ich weiß nicht wie oft ich die bereits gefahren bin. Und dann ging mir das Wásser aus. Mit Not schaffte ich es bis zu einem Colaautomaten nach Inca und dann den Rest nach Hause. Abends dann nach Palma.

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Wie jeden Abend leuchtete unser Pool einladend bläulich durch das Dunkel der Nacht.

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Am letzte Tag fuhre Fabian und ich zusammen in Richtung Petra. Wir wollten hoch zur Kirche Ermita de Bohany in der Nähe von Petra. Im Prinzip folgten wir bis kurz vor Petra meiner Route vom Vortag und machten guten Fortschritt. Fabian klagte über seine schlechte Kondition, aber als wir dann losfuhren hatte ich erst einmal Mühe hinter ihm zu bleiben. Ich habe auch eine irrsinnig lange Aufwärmphase, gegen den Elektromotor von Fabian bin ich ein Diesel.

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Nach einer Weile war es dann sehr angenehm. Wir sind bereits öfters zusammen gefahren und gut aufeinander eingespielt. Kurz vor Petra machten wir uns auf die Anfahrt in Richtung der Kirche zu suchen. Wir konnten rechts abbiegen, was grob etwa der richtigen Richtung entsprach, oder weiter geradeaus fahren und einen kurzen, steilen Berg hoch. Natürlich entschieden wir uns für rechts. Die Strasse der wir folgten war eng und quasi an jedem Haus wurden wir von Hunden angebellt. Rechts lag ein größeres Grundstück entlang der Strasse, das mit einem Maschendrahtzaun abgegrenzt war und zwei fette, große Hunde bellten uns an und liefen parallel zu uns hintern Zaun und hinter uns her. Ich musste schmunzeln, die blöden Viecher, irgendwann einmal würde das Grundstück aufhören und dann würden die doofen Hunde gegen den Zaun laufen.

Aber was wäre, wenn da gar kein Zaun wäre, sondern die Hunde nun nicht mehr getrennt durch den Maschendraht hinter uns herlaufen würden. In diesem Fall müsste ich wohl darauf vertrauen, schneller als Fabian zu sein.

Da war aber ein Zaun. Allerdings bald keine Strasse mehr. Wir mussten zurück, wieder an den Hunden vorbei und dann den teilen Berg hoch und eine andere Strasse hoch zu der Kirche nehmen. Das war dann aber die richtige. Ich fuhr da recht schnell hoch und Fabian nahm sich seine Zeit, so das sich von oben einige Photos von ihm machen konnte.

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Und er dann oben von mir.

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Bevor wir die Aussicht bewunderten. Rechts ist der Ort Petra sichtbar, berühmt für seine Felsenhöhlen in denen auch Indiana Jones Teil II gedreht wurde. Glaube ich.

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Ups.

Aber für Kultur, vor allem Popkultur hatten wir so gar keine Zeit und wir machten uns auf den Rückweg über Sant Joan

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Sant Joan. Ohne Harrison Ford.

und Pina nach Senchelles und dann nach Hause. ach ja, der Weg nach Ruberts war auch gar nicht schlecht, eine schöne fiese, technisch anspruchsvolle Strasse.

Und dann ging es quasi bereits zum Flughafen und wieder zurück nach Bremen.

Am nächsten Morgen brauchte ich vor Nässe, Kälte und Frust erst einmal eine Aspirin. Etwas stärkeres wäre noch besser gewesen. Ich fühlte mich total erschlagen und zurück im Gelee der norddeutschen Mattigkeit. Da hilft nur der Body Attack Kurs normalerweise. Und ich musste noch raus Raketen kaufen und zu REWE einkaufen. Normalerweise gebe ich solche Trips ja nicht bei Strava ein, aber für die Festive 500 schon.

Im Anschluss daran, der wirklich letzte Trip des Jahres, der Klassiker schlechthin, HaW, die kleine Wümme, zurück rechts der großen Wümme, und wieder links hoch die große Wümme, und dann die kleine Wümme auf der anderen Seite zurück – und das alles auf dem Union Fixie. Das Rad ist OK, aber der San Marco Super Corsa Sattel ist eine echte Qual auf längeren Strecken (wenn auch schön).

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Silvester am Dammsiel

Da war’s was getan werden musste für 760 km.

In der Zwischenzeit machte David in Japan auch seine 500 km voll und kam dabei an dem allseits beliebten deutschen Restaurant Seacastle in Kamakura vorbei, was es nach all den Jahren und der wirklich nicht freundlichen Bedienung erstaunlicherweise immer noch gibt.

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Auch in Manchester war irgendwann das Jahr einmal zu Ende und ein bemerkenswertes Photo gelang.

CXo0_ZsWAAAeCUm.jpgDie Story dazu z.B. auf Spiegel Online.

Damit ist das Jahr 2015 auch zu Ende.

In anderen Jahren, insbesondere in den Achtzigern, war Musik das ganz große Thema – auch für einen Jahresrückblick. Ich blicke ungern zurück, jedenfalls in der Öffentlichkeit. Aber Spotify macht einem das einfach. Da es auch sonst nirgendwo passt, fünf Songs die mir 2015 gut gefallen haben. Nicht alle sind komplett neu, aber zum Glück muss man ja nicht ewig Clash, Damned und Sex Pistols hören.

Everything but the girl – I didn’t know I was looking for love

The Sounds – Living in America

Kiesza – Hideaway [allerdings nur in dieser Version]

The Weeknd – Can’t feel my face [auch in der Walk off the earth version]

Itchy Poopzkids – Why still bother?

 

 

 

 

 

 

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Total Humorloser X-Mas Kirchen Ride.

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„Das verstehst Du nicht als Japanerin: Ich bin katholisch! Ich muss am Heiligen Abend in die Kirche, oder ich komme in die Hölle!“ sagte ich zu meiner Frau. Was ich ihr nicht sagte, war, dass ich 35 km weit weg zur Humorlosen Kirche wollte. Und auch nicht, dass das eigentliche Ereignis keinesfalls ein Besuch im Gotteshaus, sondern in der Fahrt dorthin und zurück mit den übriggebliebenen Rennradradlern Bremens war.

Die Strassen Bremens waren wie leergefegt, einzig und allein die Verzweifelten, denen immer noch Weihnachtsgeschenke unter dem Baum fehlten machten sich per Auto in die Stadt. Also etwa die Hälfte der gesamten Stadtbewohner. Aber sonst war alles wie immer, nur ein bißchen zu warm. Als ich an der Eichhörnchenwache abbog, sah ich hinter mir einen Weihnachtsmann auf dem Rennrad. Das war schon etwas ungewöhnlich, aber Weihnachtsmann hin oder her, ich machte das, was getan werden musste und zog das Tempo an, so dass mich der Weihnachtsmann auf keinen Fall überholte. Mir ist das egal, ob der Weihnachtsmann, Wolfgang Schäuble oder Jens Voigt hinter mir her fahren, auf der Parkallee will ich nicht überholt werden, Pasta.

Am Treffpunkt am Haus am Walde warteten schon drei, vier Mitfahrer und langsam trudelten immer mehr ein. Ich kannte lediglich Melanie, Thorben und Jörg aber das mochte ja nichts Josef Point (aka Joey Punkt) teilte Startnummern aus, die wir uns irgendwo hinstecken sollten.

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Melanie mit Startnummer 77.

Überhaupt, es bestand mal wieder gar kein Zusammenhang zwischen denen, die eingeladen und zugesagt hatten oder interessiert waren, oder denen die letztendlich erschienen. Das ganze erinnerte sehr stark an Douglas Adams „Bistr-O-Matik Drive:
[Wer, wie ich „Per Anhalter durch die Galaxis“ im wesentlichen auswendig kennt möge kurz gähnen und diesen Absatz überlesen]

So hat man nun erkannt, daß Zahlen nicht absolut sind, sondern von der Bewegung des Betrachters in Restaurants abhängen.

Die erste nichtabsolute Zahl ist die Anzahl der Leute für die ein Tisch reserviert wird. Sie wird sich im Laufe der ersten 3 Telefonate ständig verändern und dann keine erkennbare Beziehung zur Anzahl der Leute haben, die wirklich dort aufkreuzen, die später noch dazukommen, oder die wieder weggehen,wenn sie sehen wer noch alles gekommen ist.

Die zweite nichtabsolute Zahl ist die angegebene Ankunftszeit, die inzwischen als einer der bizarrsten mathematischen Begriffe bekannt ist, nämlich als Reziproversexklusion, eine Zahl, deren Existenz nur so definiert werden kann, daß sie alles andere als sie selbst ist. Mit anderen Worten: die angegebene Ankunftszeit ist der eizige Moment, in dem es völlig ausgeschlossen ist, daß da irgendein Mitglied der Runde erscheint.

Die dritte und allerrätselhafteste Zahl im Bereich der Nichtabsolutheit ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen der Anzahl der Posten auf der Rechnung, dem Preis jedes Postens, der Anzahl der Leute am Tisch und dem Betrag, den jeder zu zahlen bereit ist.
(Die Anzahl der Leute, die überhaupt Geld mitgebracht haben, ist nur ein Unterphänomen in diesem Bereich.)“

 

Bei Radtreffs in Bremen ist das total ähnlich. Die erste nichtsabsolute Zahl ist die Zahl der Radfahrer, die mitfahren und keinerlei Bezug zu irgendwelchen Ansagen, Anmeldungen oder sonstigem hat. Es ist zudem eine dynamische Zahl, denn ihre Größe ändert sich inkremental über die Dauer einer Radfahrt, im wesentlichen daraus, dass hinten jemand rausfällt.

Die zweite nicht-absolute Zahl ist die Durchschnittsgeschwindigkeit, die für eine Radfahrt angegeben wird, etwa „Wir fahren heute einen ruhigen 28er Schnitt.“. Als ich zum ersten Mal an der Humorlosen Kirche auf meinen Tacho schaute (worher konnte ich nicht, ich musste mich zu sehr aus mitkommen konzentrieren), zeigte dieser einen Schnitt von 29,7 km/h. Und zwar nur deswegen, weil ich mein Rad die ersten 2 km rauchend geschoben hatte, sonst wäre ich gnadenlos über die 30 gekommen. Tja, Bremen steht halt nicht für Bremsen, auch wenn fast alle Buchstaben gleich sind.

Die dritte und letzte nicht-absolute Zahl ist die Rückkehrzeit. Sie steht in keinem Verhältnis zu vorher gemachten Aussagen, der angekündigten Strecke und seiner Länge oder irgendwie sonstetwas. Man kann aber mit Sicherheit sagen, dass sie später ist als jede Zahl die in einem Satz gegeben wird der beginnt mit „Schatz, ich bin spätestens um …“.

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Thorben

Wir fuhren also mit 35 Sachen an der kleinen Wümme und dem Deich entlang; Thorben und ich hielten das Ingenieursniveau der ganzen Sache hoch und unterhielten uns über punktuell verstärkten Materialabtrag im Säurebad unter Hitzeeinwirkung duch Laser und erfreuten uns des Lebens bevor wir viel zu schnell an der Kirche waren. Oder doch zu spät, denn auf uns warteten ja die Familien zuhause und so mussten wir den Besuch da leider ausfallen lassen. Was vielleicht auch ganz gut war, denn eigentlich war ich auch 1993 aus der Kirche ausgetreten. Was jahrelange linke Indoktrination an der Schule und im Studium nicht geschafft hatten, erreichte die erste Lohnabrechnung meines Arbeitgebers quasi sofort. Wir machten ein  paar schicke Photos.

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Mann, chillend vor Sandhaufen (groß).

Da ich das Gruppenphoto ja schon weiter oben platziert habe, bleibt mir hier nichts anderes übrig, als ein Photo aus der Gruppe zu zeigen, dass einen Mann vor einem Sandhaufen zeigt.

In leicht gemässigtem Tempo und vor allem mit Rückenwind ging es dann wieder zurück nach Bremen, was Melanie und mir die Gelegenheit gab uns zu unterhalten. Und ich konnte auch noch ein paar schicke Photos machen:

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Männer in Radklamotten auf dem Deich von hinten.

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Männer in Radklamotten auf dem Deich von hinten. Einer nicht.

Ich weiß nicht, wie viele Photos ich in den fast sechs Jahren Bremen zum Themenkomplex „Männer in Radklamotten auf dem Deich von hinten“ gemacht habe. egal, hier sind noch einmal zwei.

Wie zu erwarten, wurde dann in Richtung Platzhirsch noch mal gut geballert und die Bergetappe über die Autobahn (Bremens Äquivalent zu Alpe d’Huez) mit vollem Tempo gefahren. danach war die Luft aber raus. Was übrig geblieben war von der Meute fuhr Richtung HaW, ich bog ab und machte mich auf nach Fischerhude.

60 km waren einfach nicht genug für heute, denn heute beginnt die Festive500, also etwas was stärker ist als der katholische Glaube, nämlich die Verpflichtung zwischen Weihnachten und Neujahr insgesamt mehr als 500 km zu radeln. 60 km wären da erstens unterdurchschnittlich gewesen und zweitens wäre ich vor der angesagten Zeit zuhause gewesen – unmöglich. Also raus auf den Hodenberger Deich, dann abbiegen nach Saghorn und weiter nach Fisherhude. Mist, die Bäckerei hat natürlich schon geschlossen, als ich da ankomme. Zum Glück habe ich einen Energieriegel dabei. Nein, habe ich zuhause liegen lassen. Mist. Und so geht es halb auf dem Hungerast zurück am Waldesrand nach Bremen.

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Startnummer 47.

Insgesamt werden es 104 km, das nimmt erst einmal etwas Druck vom Kessel. Da darf jetzt auch mal ein Tag mit Regen kommen, ohne das es gleich kritisch wird. Obwohl dieses Jahr pfusche ich sowieso. Nachdem ich zwei Mal  hintereinander mehr als 500 km in diesem norddeutschen Mistwetter abgerissen habe, über das sich Australier und Südafrikaner totlachen während die im Sommer in der Sonne schwitzen, fahre ich nun drei Tage nach Malle, um die notwendigen Kilometer abzuspulen. Freue mich schon.

Aber jetzt erst mal Geschenke auspacken, ich hoffe der Weihnachtsmann war schon da.

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Na, warste schon da?

Danke für die Idee, die Organisation und die Photos von der Gruppe, Melanie und Weihnachtsmann an Joey Punkt.

Wir sehen uns dann spätestens am 1.1. um 11:11 Uhr an der Weserbank.

 

 

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