Archiv der Kategorie: Meine Räder

Das Grauen, 82 km von Bremen entfernt

Der Freitagmorgen begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein und der Aussicht auf eine längere Tour.

Morgens arbeiten und dann von Freitagabend bis Sonntagmittag ein Workshop-Wochenende mit Studis in Bispingen. Nicht bekannt? Ist ein Dorf in der Lüneburger Heide. Auf dem Weg dorthin habe ich Menschen nach dem Weg nach Bispingen gefragt, die 20 km davon entfernt wohnen und die kannten das Kaff auch nicht.

Und idealerweise die Möglichkeit mit dem Rad am Freitagnachmittag dorthin zu fahren. Am Donnerstag hatte ich mein Canyon Ultimate CF (aka „wet white dream“) aus der Garage geholt und fertig gemacht für die erste Fahrt des Jahres. Bislang bin ich nur mit dem Union Fixie unterwegs gewesen.

90 km, also ein wenig mehr als drei Stunden Fahrtzeit. Um Eins los, bis Fünf da, das war der Plan. Aber dann ging natürlich wieder einiges daneben. Ich bin eigentlich ein sehr genauer und planender Typ, aber fast jedesmal passieren mir wirklich die absoluten Totalfehler. Diesmal:

  • Wasserflaschen zuhause liegen gelassen. Vor der Abfahrt gemerkt, führte dann mit allen anderen Dingen zu einer Stunde Verspätung in de Abfahrt.
  • Karte irgendwo vergessen. Nicht gemerkt, los gefahren.

Der Wind kam leider aus dem Osten, so dass ich die ganze Zeit Gegenwind hatte. Ich fuhr los und fühlte mich recht gut, auch wenn ich mich wieder an das Canyon gewöhnen mußte. Das Canyon ist einfach schneller and besser zu beschleunigen. Aus dem Sattel herausgehen und im Wiegetritt zu fahren macht viel Spaß. Aber wenn dieser Widerstand in der Pedale oder Kurbel wie beim Fixie fehlt, das ist schon eine Umstellung.

Über den Lehsterdeich bin ich Borgfeld und von dort den Wald entlang bis nach Fischerhude. Hier hätte ich eigentlich nach Ottersberg fahren sollen, konnte mich aber nur an Oyten erinnern und bin vermutlich völlig unnötige 15 km in die falsche Richtung gefahren. Ich hatte ja keine Karte dabei, wie ich leider in Fischerhude feststellen mußte. Von Oyten weiter nach Bassen und nun war der Weg nach Rotenburg/Wümme ausgeschildert und ich war mir auch sicher, daß ich daran vorbei mußte.

Die erste Stunde fuhr ich mit 27 km/hr (Gesamtschnitt, also nicht die reine Fahrzeit) und s ging gut voran. Ich fühlte mich frisch und spritzig, die Sonne schien und wenn auch die Berge fehlten, Radfahren machte richtig Spaß. Und so kurz nach 4 nach 2 Stunden Fahrt und etwa 54 km kam ich in Rotenburg an. Als ich einlief, fiel mir auf, dass ich auf genau derselben Straße schon einmal vor zwei Jahren gefahren war.

Von Rotenburg habe ich mich dann weiter aufgemacht nach Schneverdingen. Das hatte ich als Namen auch noch im Kopf. Die Landschaft wird hier ein klein wenig hügeliger und schöner als dieses pure, platte Land vorher. Nach 73 km bin ich dann zum ersten Mal vom Rad gestiegen und aß mein mitgebrachtes Croissant auf der Fahrt durch einen Wald. Von nun an fragte ich mal öfters Leute nach dem richtigen Weg, denn es war schon halb fünf und ich wußte nicht wie lange ich noch fahren müßte. Eigentlich sollten es ja nur noch 10 km sein, aber kein Ortsschild in Sicht.

Dann kam das Grauen. Das absolute Grauen (Joseph Conrad, „Heart of Darkness“: „Ah the horror…!“). Von nichtsahnenden Passanten ließ ich ein Photo von dem Grauen um mich herum machen. Schnell weg hier, tief rein in das Grauen und dann wieder raus, bis ich das Grauen endlich hinter mich lassen konnte. Mein Gott, wenn ich darüber nachdachte, das Grauen war nur noch 82 km von Bremen entfernt!

Zur Sicherheit fragte ich eine Familie in ihrem Garten (Ostereier ausgelegt, Werder Bremen Plakette, ein Kind) nach dem Weg nach Bispingen: Noch 7 km bis nach Schneverdingen, dann noch 6 km bis nach Heber und dann nocj 12 km durch die Heide. Oh, jetzt mußte ich mich aber beeilen, sonst würde ich das nicht mehr bis sechs Uhr schaffen – das werden ja doch 111 km, wo ich doch nur mit 90 gerechnet. Und nachdem das nun bekannt war, machte es auch keinen Spaß mehr. Ich kam nach Heber (Ortsteil Häbe) und dann auf einer dicken Straße durch die Lüneburger Heide. Das machte wieder ein wenig mehr Spaß. Zum Glück war es doch nicht ganz so weit bis nach Bispingen zur Jugendherberge und nach etwas mehr als 4 Stunden und 109 km war ich da.

Und so bin ich auch noch hier, so eben ist der Samstag mitd en Studis hier zuende gegangen. Morgen geht es nach Hause, mit dem Rad, mit Rückenwind und in Kenntnis der Straßen, das sollte also deutlich schneller werden. 60 km am Dienstag, 108 am Freitag und noch mal 95 km am Sonntag . das ist dich eine ganz gute Ausbeute für die Woche.

 

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Der schönste Stück Stahl der Welt

Ist ein Moser Leder AX Evolution. Fand ich mal.

 Und auch heute wäre ich nicht abgeneigt, diesem, meinem Urteil (Hallo Helmut) zuzustimmen. Irgendwann einmal entdeckte ich so einen Rahmen auf Ebay. Alt, aber noch nicht benutzt, coole, metallisch glänzende Farben und zwei Dinge, die mich total für diesen Rahmen einnahmen. Die Enden der Kettenstreben, Sitzstreben und sogar auch die der Gabel waren offen, man hatte sich nicht die Mühe gemacht diese zu verschweißen – wow – wie cool ist das denn, dachte ich. Und außerdem waren die Rohre WIG geschweißt (aus irgendwelchen Gründen heisst das TIG im Englischen, kommt das daher, daß Wolfram auf Englisch Tungsten heißt? Genau, dem Internet sei Dank für schnelle Erkenntnis). Also man sah einfach keine Schweißstellen und keine Muffen. Als, das war Stahl, sah aber aus wie mein Cannondale Alu Rahmen. Heute weiß ich nicht emhr genau, was ich daran gut fand, aber wenn sich solche Bilder sehe, dann dämmert es.

Ach ja, genau, dass heisst auch „filet silver brazed“ und nicht TIG und sieht wahnsinnig gut aus. Also wie Aluminium. Obwohl Alu nicht doll aussieht.

Und außerdem hat das eine Sattelstütze die von oben wie ein klassicher Vorbau im Sattelrohr mittels enes Klemmkeils fixiert wird.

Kann man bei diesem Bild auch sehen, das da keine Schelle dran ist. Wow. wie aerodynamisch. Fand ich damals gut. Heute weiß ich, daß das bescheuert ist, weil da Wasser reinläuft (das tut es eben nicht, wenn die Sattelstütze oben mit einer Schelle geklemmt ist)  und dann lustig weiterplätschert bis unten in das Tretlager. Erstens. Und zweitens bekommt man dieses Sattelstützen quasi nicht mehr zu kaufen. Also, ohne so eine Sattelstütze ist ein Rahmen wertlos.

As Modell wird übrigens noch heute verkauft, sieht aber bei weitem ncht mehr so cool aus.

Also, wie aus der Beschreibung hervor geht wollte ich unbedingt eins haben. Aber die waren so schwer zu finden. Es passierte was passieren mußte. Ich sah eins auf Ebay Italia, mir war egal, dass das Größe 56 cm war und kaufte es. Klar, bei Ebay Italia gibt es eigentlich kaum Räder die größer als RH 56cm sind. Also dann kam es an und ich mußte es auch noch bei der Post am Hbf abholen, mühsam nach Hause schleppen und natürlich sah man schon auf den ersten Blick, daß es viel zu klein für mich war. 

Das Ende eines Traumes. Na ja und die Gabel ist eigentlich auch mies. Und so gab es dann plötzlich tausend Gründe warum der rahmen doch nicht so gut ist und schließlich habe ich ihn über Ebay nach England verkauft. Finanziell lief das gerade etwas besser als e/- Null. Eine Menge Fotos sind als Erinnerung geblieben.

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Gazelle Champion Mondial

April 2010. Ich war neu in Bremen und brauchte unbedingt ein Winterrad.

Also es war einfach ganz schlechtes Wetter hier und ich hatte nur Schönwetterräder. Das heisst, eigentlich hatte ich nur ein rad und zwar mein Cervelo Solist von 2008. Ich hatte noch keine Ahnung von Stahlrädern, aber mir war aufgefallen, dass in Bremen andre Räder gefahren werden, als in Japan. Hollandräder, alte verlotterte Stahlschlampen, riesig schwere Trekkingräder mit Anbauten aus Panzerstahl…….also deutlich weniger Carbon. In Japan fährt man ja Colnago, Pinarello oder wenigstens Anchor, oder Damenräder für 150 Euro. Dazwischen gibt es relativ wenig an Angebot und Nachfrage.

Also bin ich, etwas naiv zu Fahrrad Feinkost gegangen, dem exklusiven Radladen in Schwachhausen an der Wachmannstrasse. Das wo die Eisdiele ist. Ich hatte ja keine Ahnung, ehrlich. Und ließ mir eine Gazelle mit Ösen für Schutzbleche andrehen, Modell Champion Mondial AA Frame von 1979 (konnte ich später anhand der Seriennummer herausfinden). Mit einem Sticker eines holländishen Radhändlers aus Den Helder, Jan Verdoes – einen ähnlichen Sticker sollte ich ein paar Monate später auf meinem neu erstandenen Union Fixie finden.

Der Rad war ein großartiger Mix von verschiedensten Komponenten: Shimano 600 Bremsgriffe, Weinmann Bremsen, Campagnolo Naben (bei der hinteren war die Achse gebrochen), Sugino Kurbel, Suntour Schaltung, Reynolds 531 Aufkleber….man das Rad hatte schon einiges mitgemacht. Das Hinterrad hatte auch einen schönen Schlag, so dass eine neue Mavic Open Pro Felge fällig wurde. Fahrrad Feinkost hat sich dann auch wahnsinnig viel Zeit gelassen, bis alles fertig war, so einen miesen Service war ich aus Japan nicht gewohnt. Na ja, aber ich war auch gerade zurück in Deutschland und mittlerweile habe ich mich wieder an die Sitten hier gewöhnt. Beispiel? vor ein paar Tagen beim Bäcker:

Ich :“Guten Morgen, ich hätte gerne ein Croissant.“

Die: „Aha!“

Na ja, also jetzt macht mir das nichts mehr aus. Jedenfalls wurde der Sommer 2010 dann wunderschön, warm, blauer Himmel immer, Familie noch in Japan, viel Zeit zum fahren am Wochenende und alles mit dem Cervelo, denn das ist ja ein Schönwetterrad. Dsa Gazelle habe ich aber dann im Herbst rausgeholt, bin damit zur Arbeit gefahren und ab und an auch längere Touren wenn es aussah, als wenn das Wetter schnell umschlagen könnte. Im Vergleich zum Cervelo ist das natürlich eine lahme Kiste. Ich fing dann an meine eigenen Räder aufzubauen und schnell merkte ich, dass es doch bessere Räder als Gazellen gibt. Ich meine Gazellen sind keine schlechten Räder, aber die sehen halt nicht so gut wie italienische Teile aus.

Im August 2011 habe ich die Gazelle noch einmal mit zu Freunden nach Diemitz genommen und bin dort mit ihr gefahren. Das war sehr schön, aber im Herzen hatte ich schon Abschied von ihr genommen. Ich habe die Gazelle dann noch ordentlich aufgemöbelt, alles neu eingestellt und geölt und  gefettet udn dann bei Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf eingestellt. Nichts passierte.

Nichts passierte. Dann hatte Larissa Interesse das Rad zu kaufen, aber es war ihr einfach zu groß und nachher hat Tobi ohnehin ein viel schöneres schwarzes Olmo gekauft, dass ich dann für sie herrichten durfte. Schliesslich habe ich die Gazelle über Ebay verkauft.

Genau, es hatte sehr schön alte Klemmen von Shimano Dura Ace, jetzt fällt es mir wieder ein. Die klemmen heute an meinem Union Fixie.

Sugino Kurbel, bereits gepimpt mit einer goldenen Kettenblattschraube. Alle meine Räder haben eine Kettenblattschraube in einer andren Farbe als die andren vier. Das ist mein Markenzeichen.

Mit der Gazelle unterwegs, hier einmal vor meinem Lieblingskriegerdenkmal in Worpshausen. Hier ist die Gazelle noch im Feinkost-Urzustand.

Mit der Gazelle in Diemitz.

Alles über meine Gazelle Champion Mondial hier.

 

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Bottecchia Sprinter 1991 Update

Heute nach dem Aufstehen ein wenig weitergearbeitet an der Neon-gelben Gefahr.

Jedesmal wenn ich mir das Bottecchia anschaue denke ich, dass ich mir eine Schweißerbrille kaufen sollte, um von der Helligkeit des Neongelben Lacks nicht geblendet zu werden. Zum Glück hat die Zeit auch Ihre Spuren hinterlassen und der Rahmen strahlt nicht mehr ganz so, wie er das 1991 getan haben muß. Ich meine, mit dem Rad hätte man doch nur 1991 nach Berlin fahren müssen, das hoch über die Mauer halten sollen und rufen: „Seht, das erwartet euch nach der Wiedervereinigung.“ Und schon wäre das ganze Thema vergessen gewesen. Da hätte auch David Hasselhoff nichts mehr dran ändern können.

Heute war das Rad gereinigt und fertig bemalt. Eigentlich wollte ich ein paar Stellen auf dem Lack mit Acrylfarbe ausbessern und die Einfräsungen der Sattelstütze passend zur Farbe des Oberrohrs neu ausmalen. Letzteres ist einigermaßen gut gelungen und wird diesem Rad sicherlich noch mehr Individualität verleihen. Das ausbessern auf dem Rahmen ist allerdings voll schief gegangen. Es ist einfach unmöglich den richtigen Farbton zu treffen. Farben, wie es das Bottecchia hat werden seit dem Inkrafttreten der Genfer Konvention nicht mehr hergestellt. Das Gelb, das ich gekauft habe sieht auf dem Rahmen aus, als wenn Eigelb drüber gelaufen wäre. Das Gelb passt übrigens ganz hervorragend zu der gelben Tonne im Hintergrund.

Der zweite Punkt, ob gut oder schlecht ist, dass ich den linken Rahmenschalthebel der Suntour Blaze Schaltung nicht abbekommen habe. Auch Unmengen von WD40 und Ballistol haben nichts gebracht. Und mit Ballistol kann man normalerweise wirklich alles schaffen: Sogar den Hund oder das Pferd neu einschmieren, Akne loswerden und Lakritz geschmacklich nachverbessern. Also, sogt Tobi jedenfalls. Dieselbe Firma macht übrigens auch das hier. Ich zitiere: „Schnell zur Hand und niederschmetternd in der Wirkung“ – genau wie das Bottecchia.

Das gute daran ist, daß ich mich wieder erholt habe von der „Gruppities“ Das ist eine ansteckende Radbastlerkrankheit, die darin besteht, daß man meint ein Rad wäre nur schön und technisch OK, wenn alle Komponenten daran aus der gleichen Gruppe kommen. Das Bottecchia hatte Modolo Bremshebel, eine komplette Suntour Blaze Schaltung und der Rest war Shimano 105. Also hatte ich mich mit Gruppitis angesteckt und meinte, daß nun alles Shimano 105 werden müsste. Der angeharzte Schalthebel hat ber zum Glück größere Geldausgaben verhindert.

Irgendwie sind die Wolber GTX Laufräder ja schön und es fällt mir schwer mich von denen zu trennen, obwohl ich gar keine Verwendung für die hätte. Mal sehen, vielleicht tausche ich die noch aus gegen etwas anderes.

Soweit ist jetzt erst einmal alles locker angesteckt und nun muß der Rest an Komponenten besorgt werden. Dann werden ein paar Photos am Kiosk „Zur Gelben Gefahr“ gemacht, dass passt farblich und ist „epochengerecht“ und dann wird es verkauft.

 

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Fertig zum Einspeichen

Mal wieder blaue Phase.

Dieses Frühjahr wird mein blaues Olmo Evolution One ordentlich „gepimpt“, um dann im Sommer als Olmo Evolution Two gute Dienste zu leisten. Das blaue Olmo war wirklich ein guter Kauf, es ist schnell, elegant und riesengroß. An dem Olmo ist derzeit mein erster, selbstgebauter Laufradsatz montiert: Mavic Open Pro Felgen mit Maillard Hochflanschnaben und irgendeinem Schraubbkranz, der aber leider eiert. Speichen wie üblich DT Swiss Competition (2,0 / 1,8) und DT Swiss Messingnippel. Schön, aber nicht extravagant.

Wirklich schöne Naben sind die Mavic 500. Ich hatte mal einen Laufradsatz damit gekauft und Tobias hat mir den dann hochglänzend aufpoliert. Die Vorderradnabe ist an meinem Union Fixie und mit der Hinterradnabe wusste ich lange Zeit nichts anzufangen. Zum Glück gab es dann aber die Gelegenheit noch eine VR zu kaufen. Zusammen mit einen Paar blau eloxierter Rigida Nova Felgen möchte ich das nun zu einem Laufradsatz für das Olmo aufbauen.

Im Prinzip recht konventionell, 3-fach gekreuzt, DT Swiss Revolution vorne, DT Swiss Competition Speichen hinten. Dazu blau eloxierte Hexagonalnippel aus Messing. Mit denen kann man wesentlich mehr Spannung auf das Rad bekommen und da die von innen angezogen werden, verkratzt die sichtbare Oberfläche auch nicht.

Ich habe immer Probleme mit dem Spannen von Speichen. Ich möchte ganz wie der große Schweizer Laufradpabst Gerd Schraner das gesagt hat, soviel Spannung wie möglich drauf geben, am liebsten so um die 1.000N, aber dann brechen mir oft die Nippel während des Aufbaus weg. Mal sehen, ob das mit den Hexagonalnippeln besser wird.

Dazu noch Schwlbe Felgenband 16mm (ebenfalls blau), Continental Schläuche (gelb, komplementär) und blaue Continental Gradn Prix 4000 Reifen ebenfalls in blau.

Das Mavic Logo auf den Naben habe ich selber mit Acrylfarbe eingefärbt. Sieht nicht so toll aus, von weitem merkt man aber ohnehin nichts.

Zum Einspeichen fehlt jetzt nur noch eine gute Flasche Rotwein.

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Heller als tausend Sonnen, nasser als gedacht

Hatte ich geschrieben, daß das Wetter gut werden sollte?

Tobi wartete schon etwas abseits vom Kiosk „Gelbe Gefahr“, als ich um 14:37 Uhr auf meinem Union Fixie anrollte. Es sollte niemand von mir erwarten, daß ich pünktlich bin, meine Mutter ist Italienerin, ich bin im Rheinland aufgewachsen, unsere genetischen und kulturellen Grundlagen werden durch Uhren vergewaltigt.

Also Tobi stand etwas abseits. Vermutlich um sich von der Kundschaft der gelben Gefahr zu distanzieren. Dabei war es gar nicht so klar, ob die Typen mit der Becksflasche in der Hand dort nur rumstanden um Bier zu trinken, oder Mitglieder des legendären Weserexpress sind und nur darauf warteten um endlich loszufahren. Platz genug hinter dem Kiosk um einen Haufen Carbonräder zu verstecken gibt es ja. Aber nein, es waren nur Alks.

Passanten und Radfahrer bleiben stehen, als Tobi seine beiden Scheinwerfer anmachte. Heller als tausend Sonnen. So etwas hatte die Welt nicht mehr gesehen, seitdem die Supermächte oberirdische Atomwaffentests eingestellt hatten. Wir wollten ja eigentlich nur für zwei, drei Stunden fahren, von daher war alleine schon die Tatsache, dass Scheinwerfer montiert waren ein dezenter Hinweis darauf, dass es auch etwas länger sein dürfte.

Und schon ging es los im Sauseschritt durch die Wiesen und Moorlandschaften des Bremer Nordostens. Aber zunächst einmal mußten wir uns über die Autobahnbrücke am Horner Freibad quälen. Zum Glück wurde es dann wieder flacher und wir quälten uns gegen den Gegenwind Richtung Oberneuland. Und als wir so richtig gut in Schwung waren nach gefühlten 162 km (entsprechend tatsächlichen 16 km) fing es an zu regnen. Uns blieb nichts anderes übrig als durch Osterholz und Sebaldsbrück, vorgemerkt auf der UNESCO Weltkulturortsliste für 2378, wieder Richtung Heimat zu fahren. Wo wir dann recht nass ankamen.

Am Abend haben wir uns dann wieder getroffen um das neongelbe Bottecchia auseinander zu nehmen. Hier einige wichtige Erkenntnisse, die uns die Arbeit am lebenden Objekt gebracht hat:

  • Suntour Blaze Plastikschrauben der Rahmenschalthebel lassen sich nicht mit Gewalt demontieren. Dieses Rad kann kein Singlespeed werden, da die Schaltung weigert sich zu entfernen.
     
  • Suntour Blaze Schaltwerke haben häßliche Plastikteile auf der Rückseite.

Allgemein läßt sich feststellen, daß die 1989er Blaze Gruppe in der Lighweight-Hierarchie nicht ganz oben stand:

catalog page reproduction scanned on an HP Scanjet

Die ganze Suntour Geschichte findet man bei Bedarf hier (in Englisch).
Aber zurück zum Bottecchia Sprinter: As ist ja ein gnaz schöner Komponentengemischtwarenladen. Shimano (Naben, Bremsen, Tretlager), Modolo (Bremsgriffe), Miche (Steuerkopflager), Cosmos Italia (Lenker), Suntour (Schaltung) und Selcof (Sattelstütze) Wolber Felgen, Maillard Pedalen konnte ich finden. Interessanterweise sind die Shimano Komponenten Produktionscode PD (April 1991), während EH ist, also 1988. Das läßt vermuten, daß sich Bottecchia eine Ladung Suntour aus unverkäuflichem Lagerbestand besorgt hat, um diese dann an  Ihrem Budget-bike Sprinter zu verbauen. 
Das Geröhr ist nämlich auch ein wenig schwer: 26,2mm Sattelrohrinnendurchmesser.
Aber ansonsten ist, bis auf die Verschleißteile gut in Schuß. Tobi und ich haben noch einmal einen Blick auf die Farbe des Rahmens geworfen, uns angesehen, festgestellt, daß die Farbe echt scheiße aussieht und entschlossen das Rad nur technisch gut und sauber aufzubauen und dann zu verkaufen.  Eine schöne Übung ist es alle Mal.

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Japan Business

Letztes Jahr hatte ich Hiroshi von C Speed in Yokohama geholfen Importeur von Duell Rädern in Japan zu werden.

Das brachte mir einen sehr schönen Besuch in Rotterdam bei Heerwerden Cycles, dem Besitzer der Marke Duell ein. Die Räder selber werden von Jan Van Dalen geschweißt, einem der wenigen noch aktiven Radbauer in Holland. Sein Bruder hat den Paintshop der die ganzen Dinger lackiert.

C Speed verkauft nicht viele, aber doch ab und an Duell Bikes an Kunden in Japan. Einer der letzten Jobs war ein Rahmen mit einem sehr speziellen Paint Finish, angepaßt an die Farbe des Autos des Besitzers und Dura Ace Di2 Ausstattung. Sweet.

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben. Hiroshi und ich wollten zusammen alte Stahlrahmen in Japan verkaufen. Ich habe zu diesem ZWeck in Deutschland eingekauft und Rahmen zu ihm nach Japan geschickt. Er hat diese dann aufgebaut und verkauft – oder auch nicht. Hier die Liste unserer grandiosen Projekte und das bisherige Ergebnis:

Gimondi

Eigentlich waren es zwei Gimondi Rahmen, ein roter und ein blauer. Leider waren die auch nicht besonders toll. Na ja, ich war halt jung und hatte keine Ahnung. Hiroshi hat versucht die Rahmen über Yahoo Auction in Japan zu verkaufen, das hat aber nicht geklappt. Die Dinger hängen jetzt als Deko ins einem Geschäft. Oder im Keller.

Mondia

Sehr schöner rahmen, fast makellos. Hiroshi hat diesen aufgebaut als Single Speed mit dem Thema „Alpen und Schnee“ und schnell an einen Kunden verkauft. Zunächst waren auch noch sehr schöne, gehämmerte Schutzbleche dran, die wollte der Kunde aber unverständlicherweise nicht.

Chesini

Sehe schöner alter blauer Chesini  Criterium Rahmen aus den Neunzigern, quasi ungebraucht. Muß mal fragen was daraus geworden ist. Auf jeden Fall hat der das Interesse an Chesini geweckt und Hiroshi kauft jetzt direkt bei denen in Italien neue Stahlrahmen ein.

Fazit

Verkaufen in Japan lassen sich nur Rahmengrößen 50 – 55 cm (c-c) in perfektem Zustand. Patina ist gar nicht gerne gesehen. Marken sind wichtig. Italien passt.

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Colnago: Die Zukunft der Entschleunigung

Colnago hat nun ein erstes, hochwertiges Rennrad mit Scheibenbremsen vorgestellt.

Die Idee ist ja nun schon etwas länger im Raum. Die UCI hat die Anwendung von Scheibenbremsen bei Cross- rennen erlaubt, also kommt das auf die Verbraucher zunächst einmal in Form von Cross-Renner zu. Cinelli hat ja auch ein ähnliches Konzept vor kurzem entwickelt. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges, Ridley und andere haben ja auch bereits nachgezogen.

Und jetzt also auch für Rennräder. Shimano hat dieses Jahr eine „Ultegra Level“ mechanische Scheibenbremse für Rennräder vorgestellt. Diese kann man dann mit STI Hebeln bedienen. Ich vermute einmal daß diese dann auch in einen 130mm Hinterbau passen wird?

Ich bin persönlich ein wenig skeptisch, ob sich Scheibenbremsen an Rennrädern durchsetzen werden weil:

  • Das Gewicht ist einfach höher als Scheibenbremsen, und das entspricht nicht diesem ganzen Carbon Gewicht runter Trend der so propagandiert wird.
  • 11-Speed Kassette, da bleibt hinten einfach wenig Platz zum Einbau für eine Scheibenbremse. Vermutlich müsste dann ein allgemeiner 135mm Standard kommen.
  • Die Räder werden schwerer. Weil die Bremsleistung vorne muss ja über die Speichen und die Felge auf die Straße gebracht werden. Radiale Speichung ist dann vermutlich nicht mehr möglich. Und natürlich muß auch die Gabel verstärkt werden um die Hebelkräfte der Scheibenbremse aufzunehmen. All dies wird zusätzliches Gewicht bringen.

Ich habe Scheibenbremsen an meinem Bad Boy und da finde ich den größten Nachteil, das diese so wartungsintensiv sind. Bei einer Felgenbremse kann ich eigentlich alles selber machen, aber bei einer Scheibenbremse muß ich vor der Technik kapitulieren. Die Scheiben verbiegen sich auch leicht, die Beläge rosten fest, die Dinger schleifen, all das ist vielleicht auch nur spezifisch für mein Rad, aber es nervt. Vermutlich wird das technisch irgendwann in den Griff bekommen zu sein.

Photos via Italian Cycling Journalvvvvvvvvvvvvvvvvvvvv

 

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Faggin Toppolino

Ich war gerade in meiner orangen Phase.

Und als ich da so war und in meiner ganzen sophisticated Langeweile bei Ebay blättere, sah ich diesen wunderschönen, orangen Rahmen von FAGGIN. Wow, Faggin ein echter italienischer Traditionshersteller (heute weiß ich, dass dieses Aluteilen nie im Leben in Italien war) und dann diese schönen Rundungen (na ja, Alu halt) ich war total verliebt und als das Teil dann für weniger als 80 Euro über den Tisch ging war ich glücklich.

Dann hatte ich die noch bescheuertere Idee das Teil so leicht wie möglich aufzubauen, obwohl der Rahmen schon extrem schwer war. Und das ganze wollte ich mit ein paar Komponenten aufbauen, die ich noch von meinem Cervelo Solist übrig hatte: (also ich das  Upgrade auf die 6700 gemacht hatte) Ultegra 6600 Wäscheleinen STIs und Bremsen, alte SRAM Force Kurbel (Standrad). Ich hatte auch vergessen, dass ich kein Schaltwerk mehr hatte, das hatte ich in Japan einmal mitsamt Adaptor um die Speichen gewickelt.

Also mußte an den anderen Komponenten kräftig Gewicht gespart werden. Also erst einmal eine leichte Carbongabel gekauft. Dann einen superleichten Karbonlenker, der quasi keinen Drop hat und auch fast keinen Unterlenker  – total unbequem. Syntace Vorbau für 25.4 mm Klemmung (kriegt man quasi nie mehr verkauft). Dura Ace Schaltwerk. Dura Ace Kassette. Gelochte Schaltröllchen. Look Carbon Pedalen. Total unpraktischer Tune Wasserträger Flaschenhalter. Superleichter und superunbequemer Carbonsattel. So langsam wurde es teuer.

Aber ich brauchte ja unbedingt noch leichte Laufräder. Also habe ich mir die Toppolinos zugelegt, die etwas unter 1.100 Gramm wiegen. Im Gegensatz zu Lightweight sind die auch noch relativ billig, aber man braucht diese total unpraktischen Schlauchreifen und dann auch noch spezielle Bremsbeläge für Carbonfelgen.

Na ja, und damit das ganze noch leichter wird hatte ich mich entschlossen vorne gar keinen Umwerfer zu montieren. Braucht man in Bremen sowieso nicht, eigentlich würde hier auch eine Fünf-Gang Schaltung reichen. Oder eben ein 52:16 Fixie. Das Ergebnis war dann aber immer noch enttäuschend schwer, weit vom UCI Limit von 6,7 kg entfernt.

Dann die ersten Ausfahrten. Bei der ersten ist man ja noch begeistert. Aber auch da war mir schon klar, dass Bremsen auf Carbonflanken echt mies ist. Und irgendwie hatte ich kein Vertrauen in diese Räder auch wenn die supergut aussehen. Ich bin dann mit dem Rad und Kaipie in den Harz gefahren, was mir sehr viel Respekt eingberacht hat, da ich ja nur das große Kettenblatt hatte um die Berge hochzukommen. Aber irgendwie war das nicht mein Rad, vielleicht trauerte ich auch dem Cervelo noch zu sehr hinterher. Und bei den anderen Ausfahrten sprang dann immer die Kette runter vorne, weil halt die Führung durch den Umwerfer fehlte. Kann ich also als Lösung nicht empfehlen.

Mit dem Rad bin ich auch beim Velothon 2011 in Berlin gefahren. Allerdings hatte ich da schon DT Swiss 240 Räder gekauft, die ich für das Canyon haben wollte. Aber mit diesen Brems-miesen Carbonrädern wollte ich nicht zum Velothon.

Ich bin dort auch eine Stunde gut gefahren, war mit in der Spitzengruppe meiens Feldes, bis mir jemand in das Hinterrad gefahren bin, alles verbogen war und ich erst einmal jemand finden mußte der mir das repariert. Bis ich dann wieder los war war alles vorbei und ich bin quasi ins Ziel getorkelt. Trotzdem war es ein schöner Aufenthalt in Berlin, aber meine Beziehung zu diesem Fagginrad war irgendwie gestört.

Und da nun ohnehin die Transalp 2011 bald anstand und ich um das zu überleben wirklich ein gutes Rad brauchte, habe ich einen Canyon Ultimate CF  Rahmen bestellt. Viele von dem Zeug habe ich wieder verkauft, vieles habe ich nun an das blaue Chesini angebaut und einiges wartet noch in den Wunderkisten auf den nächsten Einsatz.

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Alles über das Fagin Topolino hier.

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102 weserige Kilometer

Vollmundig hatte ich in der Woche den ersten 100km Ausritt des Jahres angekündigt.

Ich wachte am Samstag morgen auf, der Himmel war blau und es gab keine Entschuldigung mehr. Hm, 52:16 Übersetzung auf dem Fixie über 100km – ob das wohl gut geht? Also los, auf zum Treffpunkt am Kiosk „Zur gelben Gefahr“. Was das kennt keiner? Das ist der Radsporttreff an der Ecke Schwachhauser Heerstraße/Scharnhorststrasse. Seit 1928 treffen sich hier bremische  Radsportfreunde um vor der Ausfahrt noch schnell einen zu heben oder gleich da zu bleiben.

http://maps.google.de/maps?f=q&source=embed&hl=de&q=Scharnhorststra%C3%9Fe,+28211+Bremen&aq=&sll=53.159072,8.676453&sspn=0.038907,0.077162&ie=UTF8&geocode=FRoJKgMdeiuHAA&split=0&hq=&hnear=Scharnhorststra%C3%9Fe,+28211+Bremen&ll=53.090004,8.862815&spn=0.004871,0.009645&t=m&z=14&layer=c&cbll=53.090004,8.862815&panoid=85SYT9FVw-YQ1Nzf2r55BQ&cbp=12,240.03,,1,12.31&output=svembed
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Ich hatte überhaupt keine Plan wohin ich eigentlich fahren wollte, was Erfahrungsgemäß die besten Voraussetzungen für spannende Touren sind. Keine guten Voraussetzungen für eine lange Tour ist es aber den Helm zuhause zu lassen. Das machte mich etwas nervös und weniger risikobereit. Also zunächst einmal am Focke Museum vorbrei (Gähn) Richtung Horner Freibad, wo bereits die erste Bremer Bergprüfung auf dem Programm stand. Ein mörderischer Sprint vorbei an Fußgängern und Aluradfahrer hoch zum Col d’autobahnbrücke und dann mit viel Schwung und 37 Sachen auf der anderen Seite runter.

Weiter ging es auf den Deich und entlang der Wümme Richtung Kuhsiel und Dammsiel. Der Wind bließ schön von hinten und so dachte ich, aaß ich vielleicht die ganze Zeit nur nach Norden fahren sollte, vielleicht sogar bis zum legendären Fickmühlen? Aber dann mitd em Zug zurück macht keinen Spaß, kostet Geld und dauert, also erst einmal weiter Richtung Ritterhude und dann diesen Megaberg auf der L151 hoch zur B74. Eine der schlimmsten und brutalsten Steigungen in Bremen überhaupt, so sich die Spreu vom Weizen und Appelkorn trennt. Man war ich fertig, als ich nach ca 27 Sekunden endlich oben war.

Vor einiger Zeit, auf einer Tour vom Weserexpress,  bin ich dann ein paar Hundert Meter weiter die Straße nach links abgebogen, Richtung Lesumstotel. Hm, das wollte ich noch mal machen, kam dann aber auf die sinnige Idee das Abenteuer noch weiter auszubauen und in die Stoteler Waldstraße einzubiegen. Ist da schon mal jemand gefahren? vermutlich nicht. Noch nicht einmal das Google Streetview Fahrzeug hat es dahin geschafft. Übelstes Kopfsteinpflaster, vermutlich aus der Zeit des Rückzuges deutscher Truppen aus Ostpreußen. Quasi die Wilhelm Gustloff auf Land. Könnte auch eine römische Herrstraße gewesen sein. Nach zwei Kilometer war so ziemlich alles losvibriert am Rad, was es zu vibrieren gab und unwiderstehlicher harndrang setze ein. Zum Glück kam dann wieder eine fahrbare Straße Richtung Heilshorn. Auf dem Radweg fuhr ein Skater mit Kopfhörern. Mann sind die lhm, die schleichen ja so mit 20 – 25 km/hr durch die Gegend. Und braucen die gesamte Breite des Weges. Und hören dabei vermutlich Adele und träumen vor sich hin, so dass die mein Dauergebimmel nicht hören. Bis ich den überholt hatte – so was versaut einem ja den ganzen Schnitt!

Dann weiter an Faun und Hansafrost (Achtung: Fabrik Eisverkauf hier) nach Schwanewede und Neuenkirchen. Vorebei an my blöoody valentine in Frage bis zum Kraftwerk und dort auf die Fähre über die Weser gewartet. Ich mag das wirklich sehr einmal auf einer Tour über die Weser zu setzen, bislang habe ich das aber immer in Vegesack gemacht.

Dann ging es weiter entlang der Weser auf der Deichstraße der linken Seite (also falschen Seite) durch illustre Dörfer wie „Ritzenbüttel“, Lemwerder und, mein Favorit „Motzen“ (Dortmotto: „1000 Jahre Motzen“). Von der Weser sieht man da übrigens nichts, da die Straße hinter dem Deich verläuft und relativ trostlos ist. Irgendwann kommt man dann, nach einer dicken Prise Gegenwind, wieder nach Bremen rein, da wie die dicken BLG Lager für Daimler sind. Und dann weiter durch beautiful Wolmershausen bis zur Becksbrücke (Stephanbrücke). Warum da eigentlich keine Fixiefahrer rumhängen ist mir unbegreiflich. Nahe der Innenstadt! Überdacht! Jede Menge bunte Graffities! Was wil man mehr?

Damit die 100km voll wurden weiter in den Bürgerpark, durch den Bürgerpark zur Munte (uncooler Radfahertreff für Jedermann) und dann wieter zum Platzhirschen und noch einmal eine schwere Bergprüfung über die Autobahn. Ui, da zogen aber jetzt die Beine wie Hechtsuppe.

Dann allerdings gab es ein interessantes Phänomen, das weiterer Erläuterung bedarf: Das Zeigen von Frohsinn ist nicht Sache des Norddeutschen. Rumquietschen, albern und große Sprüche kloppen, also das tägliche Brot des Rheinländers findet er albern. Trotzdem, ab und an muss es raus, da fordert die menschliche Natur ihr Recht. Andere Leuten gehen dann zum lachen in den Keller, nicht so der Bremer. Er schnappt sich einen Bollerwagen, lädt den mit harten Alkoholika, vielen grünen Becksflaschen und minderwertigen Nahrungsmitteln voll und zieht mit seinen Freunden in die Wümmewiesen. Denn da wird er beim froh sein nicht von anderen beobachtet. Um jegwelches Risiko auszuschliessen werden diese Ausflüge unternommen, wenn es draußen besonder garstig ist, also im Januar im Eisregen oder bei Orkanen und Hagelschauern. Dann wird gelacht und der gemeine Bremer fühlt sich dann wie Kaiser Nero nachdem er Rom angezündet hat und sich das Feuerchen vom Balkon seines Palastes ansieht und an seiem Glas Prosecco nippelt.

Leider ist es heutzutage so, dass die Jugend auch nicht mehr ist, was sie einmal war. Nämlich als wir noch Teil von ihr waren. Die Jugend heute geht mit dem Bollerwagen bei 6 Grad Plus raus – darunter stand früher lebenslanges Frohsinnsverbot. Geschämt hätte man sich mit dem Bollerwagen loszuziehen und peinlich hätte es werden können angesichts der zahlreichen Passanten.

Lange Rede, kurzer Sinn, die Wümmewiesen waren verstopft mit Bollerwagen, Lachleuten und Nettmenschen um mich herum. rgendwann war ich aber dann doch zuhause und hatte den ersten 100km Ritt des Jahres in der Tasche.

Meine Familie interessierte da wenig. Ich konnte ihnen aber dennoch von Nutzen sein, indem ich meinen Kindern erklärte, wie man in den Tropen überleben kann. Das ist eigentlich ganz einfach: Man sucht sich eine Kokusnuß und dann braucht man nur noch eine Schlagbohrmaschine, bohrt zwei Löcher rein und trinkt die Kokosnussmilch. Fertig. Robinson Crusoe hat das 20 Jahre  lang so gemacht.

Nächste Woche ib in ich in London und hoffe, aß ich Zeit haben werde mir den Olympic Park anzusehen, insbesondere das Velodrame. Das Rad muß leider zuhause bleiben, aber vielleicht leiht mir einer meiner Londoner Freunde ja eins zum rumfahren.

Ansonsten bis bald.

 

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