Frühling. Zeit die Spinergy Räder aus der Garage zu holen.
Archiv der Kategorie: Radprojekte
Romani Pappagallo Spinergy
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Raleigh Prima: Ein rosa Todesstrahl aus einer anderen Galaxie.
Fernab aller bekannten Welten befindet sich ein Planet auf deren Bewohner der Göttin Hello Kitty huldigen.
Sie ist eine es grausame Göttin. Es gibt weder Schwarzweiß- noch Farbfernseher sondern nur Pinkweißfernseher. Männer wie Frauen dürfen nur in den höchsten Tönen miteinander sprechen. Der Besitz von mindestens 10 Kuscheltieren ist jedem Bewohner bei Todesstrafe gesetzlich vorgegeben. Ihre zehn Gebote sind auf rosafarbigen Plastiktafeln, an den Rändern mit billigen Straßsteinen versetzt in den Straßen und Plätzen ausgestellt. Polizisten und Geheimagenten überwachen die Bevölkerung und stellen sicher, dass jeder Bewohner mindestens einmal am Tag „Oh, wie süss stammelt“.
Hello Kitty verfügt aber die stärksten Waffen, die man sich im Universum nur vorstellen kann. Die Kraft schlechten Geschmackes ist unvorstellbar und lässt wohlgeordnete , logische Zivilisationen bei Kontakt ins Chaos taumeln. Mit ihrem festen Willen das Universum zu unterwerfen, schleudert sie rosarote Todesstrahlen hinaus in die Weiten des Alls. Einer davon traf Nottingham 1979.
Nottingham 1979. Die produzierende Industrie Englands liegt in Trümmern. Margret Thatcher wird zur Premierministerin gewählt und legt sich gleichzeitig mit der Labour Party, den Gewerkschaften und den Punks an. Ein Streik und Aufstand folgt auf den anderen während Gruppen wie Punishment of Luxury, The Damned und The Clash den Soundtrack dazu liefern. In der traditionsreichen Raleigh Fabrik in Nottingham, gegründet 1887 wird selten gearbeitet und viel gestreikt. Wenig hat sich geändert seit 1945.
Umbemerkt von den streikenden Arbeitern bricht sich ein rosaroter Todesstrahl einen Weg durch das Fabrikdach und trifft einen der fertig produzierten Raleigh Prima Damenradrahmen. Als dieser bei Produktionsbeginn entdeckt wird, sondert ihn die Qualitätskontrolle aus und stellt ihn vorerst in einen Abstellraum. Fast 44 Jahre später wird der Rahmen dort entdeckt und auf Ebay verkauft. Ich schlage zu.
Meine Aufgabe ist es daraus ein schnelles, Allwettertaugliches, praktisches und stilvolles Rad für eine Arbeitskollegin zu bauen die damit pendeln, einkaufen, Kinder rumfahren und ab und an Ausflüge unternehmen möchte. Das Ergebnis ist erfüllt fast alle Anforderungen durch einen interessante Mischung von Teilen und Komponenten aus 40 Jahren Radgeschichte.

Massive Alfine Kurbel mit durchgehender Achse, außenliegenden Lagern und Kettenschutz vor und hinter dem Kettenblatt. Funktioniert erstaunlicherweise auch mit 7-fach Schaltung.

Es gibt nur wenige Dinge die bei der Radmontage weniger Spaß machen als das Ausrichten von Gepäckträger und Schutzblechen.

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My First British Bike
Und dann noch eine solche, rosa Schönheit.
Eigentlich nicht wahr, in der Garage wartet ein weiterer alter Raleigh Rahmen darauf aufgebaut zu werden; und dies bereits seit langer Zeit. Hier nun ein Raleigh Prima, ein edles Produkt englischer Industriekultur der Achtziger (siehe: Thatcher, Streiks, Exploited Barmy Army, Level 42) aus einer der schönsten Städte der Welt: Nottingham. Das Rad habe ich für eine nette Kollegin gekauft, die sich ein neues Rad zum Pendeln zur Arbeit wünscht, da ihr altes, sehr häßliches Alurad zunächst nicht besonders schnell war und nun durch einen Rahmenbruch noch langsamer geworden ist. Also, eigentlich kann man es nur noch schieben.
Ich mag diese Projekte, bei denen es nicht darum geht den x-ten Stahlrahmen mit teuren Komponenten in einen Epochengerechten Zustand zu versetzen. das habe ich nun oft genug gemacht, das Resultat ist eine ganze Garage voll schöner Rennräder, von denen ich das Union Fixie und das Canyon Positivo fahre und der Rest nur sporadisch bei schönem Wetter bewegt wird.
Diese Art von Rädern sind aufregender, da es wesentlich anspruchsvoller ist, es einer promovierten Frau (des.) recht zu machen, die sich für ein rosa Rad entscheidend, als einer Gruppe von Detailversessenen Klassikerfanatiker in einem unbedeutendem Radforum unserer Webgalaxie. Zum zweiten sind Auswahl und Montage von Dingen wie Schutzblechen, Lichtleitungen, umgekehrt angesteuerten Bremsen und gut aussehenden Klingeln Fragen die auch nicht einfacher zu lösen sind als die Auswahl und Montage eines Tretlagers mit korrekter Achslänge für die ideale Kettenlinie.
Auf dem Schreibtisch zur Vermessung. NOS Rahmen mit neuer Alfine S500 Kurbel. Und andersfarbiger Kettenblattschraube.
Sehr schicke Decals im Stile der Achtziger.
Ich weiß nicht, was der Sinn dieses „R“ Zeichens am Steuersatz ist, es sieht aber mächtig gut aus und muss unbedingt genutzt werden, auch wenn es bei einem Unfall schwerer innere Blutungen auslösen könnte. Ehemann der zukünftigen Besitzerin ist ohnehin Chirurg, das mitigiert die Folgen potentieller Schäden.
Alfine Kurbel mit beidseitigem Kettenschutz, dezent in Szene gesetzt durch intellektuelle Akzente.
Alle Raleigh Primas dieser Welt im Überblick bei Google. Bin gespannt was dabei herauskommen wird.
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Sales: Concorde Twin
Vor einiger Zeit hatte ich über einen Dritten zwei neue, pinke Concorde Classic Rahmen aus Belgien in die Hände bekommen.
Die standen dann lange, lange bei mir, weil die Idee war diese als Paar (RH58 und RH56) aufzubauen – aber dann gingen mir auch die Ideen aus. Das erste, kleinere Concorde Cyclone ist im November fertig geworden. Es ist im wesentlichen mit Suntour Cyclone Komponenten ausgerüstet. Gestern hatte ich dann auch das zweite Concorde Twin soweit und habe ein paar Photos gemacht. Diesmal ist der Mischmasch aus Teilen etwas unorthodoxer, passt funktional und vom Design.
Die Laufräder sind von Weco, hinten und vorne radial gespeicht. Hatte ich auch noch nicht.
Die komplette Bremsengruppe ist eine CLB Omega NOS. Die wird eigentlich umkehrt montiert, will sagen, die Achsschraube kommt durch den Steg des Rahmens, die Mutter sitzt in der Bremse.
Sakae Ringyo SR Royal Kurbel. Viel schwarz und viele Löcher = schön.
Ach so, Modolo oder Ofmega Schalthebel. Genau, die aus Plastik die es in mehreren Farben gab. Pink wäre natürlich noch schöner, soll aber extrem selten sein.
Das Wetter in Bremen ist so mies, dass eine Probefahrt derzeit gar nicht in Frage kommt. Warten auf bessere Zeiten. Wenn jemand Interesse hat die Räder als Paar zu kaufen, bitte melden.
Interessiert? 650€ VHB
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Romani Pappagallo Non Mercie
„Non Mercie“ ist nicht französisch für „Nein Danke“, sondern französirisiertes Englisch für „No Mercy“ oder endlich auf Deutsch: „Keine Gnade“. Dieses Rad ist in gewisser Weise eben gnadenlos.
Den Romani Rahmen hatte ich mir Anfang Oktober bei Ebay günstig gekauft. Das ist wohl dem Umstand geschuldet, dass Romani als Marke nicht den Bekanntheitsgrad wie andere italienische Traditionshersteller hat. Über den Rahmen habe ich mich schon an anderer Stelle auf diesem Blog ausführlichst ausgelassen. Da er ganz ohne Aufkleber ist, sollte auch der Aufbau schlicht und simpel sein, in zweierlei Hinsicht: Erstens wollte ich nicht schon wieder ein halbes Vermögen ausgeben, dass eins.erstens nur in der Garage steht bis ich es eins.zweitens dann mißmutig verkaufe und zweitens kommt für so etwas sowieso nur ein Singlespeed Aufbau in Frage, alles andere verschandelt leider die simple Optik, auch wenn es denn noch so funktionell sein soll. Und drittens gab mir das auch die Gelegenheit, frei von jeglichem Gruppenzwang und Epochendenken einfach alles aus den Kisten im Keller dranzubauen, das mich schon lange anschreit: „Benutze mich, Baby!“ Ich hatte ja auf dem Blog gefragt, ob jemand an dem Rahmen interssiert ist, aber Pustekuchen. Damit hatte ich vor der WEböffentlichkeit die Rechtfertigung ihn nach Herzenslust zu bearbeiten.
Also kam zunächst einmal der neu aufgebaute Ambrosio Nemesis Schlauchreifensatz dran. Das ist finanzieller Overkill, denn der Satz ist fast so teuer wie alles zusammen was sonst das Rad ausmacht. Aber notfalls kann ich den ja auch weiter verwenden (es stehen ja noch zwei andere Fixies in der Garage, das Union und das Basso) und dafür einen Satz passender EINZIG Laufräder dranbauen. Ja ich weiß, das darf man nicht tun. Aber das ist nun einmal ein Rad um die Regeln zu brechen.
Dann machte ich mich daran, die Muffen und Pantos neu auszumalen, das meiste in rot ein wenig in blau. Andere Farben als solche die ohnehin schon am Rahmen sind dürfen hier auf keinen Fall hinzugefügt werden. DAs ist ja ein Rad und kein Regenbogen! Ausnahme: ein grüner Flaschenöffner am Sattel, denn das entspricht Becks, das entspricht Werder und das erste trinkt man in Bremen weil die zweiten mal wieder so ganz gruselig spielen.
Aus den Kellerkisten kam dann ein sehe schöner und schlanker 3ttt Umbau mit dem passenden 3tt Lenker darn. Dieses ist mit 38cm recht schmal, damit man sich gut in der Stadt an stehenden Autos vorbeimogeln kann. Ich wollte auf keinen Fall normale Rennradbremshebel mit Bremsen vorne und hinten montieren. Andererseits wollte ich auch nicht wie eine Rakete ohne Bremsfallschirm durch die Strassen fahren. Die Lösung bestand darin, einen Crosser Bremshebel (Tektro RL720) oben am Lenker zu positionieren der die Hinterradbremse bedient. Damit bleibt vorne alles frei und aufgeräumt, ds die Bremshülle fast komplett durch das Oberrohr läuft. Der Lenker ist damit voll präsent und die Bremsaufnahmelöcher an der Gabel habe ich versiegelt und ebenfalls rot lackiert. So kommt die Optik relativ nahe an die eines Bahnrades. Eine alte Shimano 620x Bremse ist schön klein und fällt nicht weiter auf. Die Bremskraft ist gearde mal ausreichend, aber eine moderne Dual Pivot, wie z.B. eine Campagnolo Veloce wirkt da einfach zu klobig. Warum hat das eigentlich noch nie jemand vorher gemacht – die meisten Fixies haben ja die Bremse, wenn sie eine haben, vorne.
Andere Teile, wie der Ritchey Logic Streem Sattel in weiß, das Lenkerband in schwarz im blauen Punkten, die Gipiemme Dual Sprint Pedalen sind aus der Kiste. Die Campagnolo Centaur 10speed Kurbel hatte ich sehr lange an meinem Union Fixie gefahren, dies aber nun mit einer älteren Chorus Kurbel verschönert. Ich mag die Campa Kurbeln an Fixies da sie in der Regel sehr filigran aussehen. Die Übersetzung ist nun 52/17 was recht gut für die Stadt ist. Und auch gut für den Winter.
Nun gut, aber wie fährt sich das Ding denn nun? Ziemlich brutal. Also erst einmal ist es relativ leicht, nämlich nur 8,6 kg. Ja ich weiß, wir haben alle zuhause ein leichteres Canyon ode Rose oder Müsing stehen, aber man muss dies natürlich auch im Zusammenhang mit der Zeit sehen in denen die meisten Komponenten gefertigt wurden. Allein der Rahmen wiegt 3,3kg. Die Räder auch locker über 2 kg – Moment- wies wiegt denn dann der rest soviel? Also die Kiste hat jedenfalls ordentlich Schwung und Vorwärtsdrang. Man kann das Teil gut beschleunigen, in den Kurven liegt es auch gut und ruhig mit den steifen Laufrädern und macht keine Zicken. Trotzdem ist es möglich auch mal die Hände vom Lenker zu lassen und freihändig zu fahren. Ein Grund für die Schnelligkeit sind die Laufräder – mit 10bar aufgepumpt haben sie nur einen geringen Rollwiderstand, aber man merkt auch jeden Zigarettenstummel über den man auf der Straße fährt. Ich mag das Romani wirklich sehr. Es ist nur nicht ganz so schön wie das Union und bei weitem nicht so schön wie das Basso, deshalb werde ich mich beizeiten wieder von ihm trennen müssen. Kann mir jemand dabei helfen? Ich würde mal wie vorausgesagt 450€ als Preis aufrufen. Alternativ wären auch 365€ mit weißen Einzig Laufrädern möglich. Oder 350€ ohne Laufräder.
Sattel mit Bremen-komformen Flaschenöffner
Möglichst kleine und unauffällige Hinterradbremse
Rot ausgemalte Pantos und Muffen. Vorher alles farblos.
Campagnolo Ausfallenden. Da die Sattelstütze auch 27,2mm Durchmesser hat kann das doch kein so schlchtes Rahmenmaterial sein.
Campagnolo Centaur 10Speed Kurbel. DA passen also noch 9 Gänge drauf. Theoretisch.
Auch von vorne fällt der Bremshbel fast nicht auf. Bremsaufnahme in der Gabel ist versiegelt.
Noch einmal im Detail: Die schwrze Schelle passt wiederum zum Lenkerband.

Ambrosio Nemesis Laufräder montiert
Das ganze noch einmal aus Fahrerposition.
Columbus Gabel.
Bremhüllenführung hinten, Abschluß mit blauer Endkappe.
Dieses Bild zeigt meiner Meinung nach die aufgeräumte Front am besten.
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Die perfekten Schuhe für das (perfekte) Rad.
Diese Schuhe:

Für dieses Rad:

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Romani Fixie Project for Sales. Any Takers?
Es ist Herbst und ich verbringe viel zu viel Zeit vor dem Computer als damit nach draußen zu gehen und zu fahren. In diesem Zustand entstehen Lustkäufe.
Einer davon ist ein älterer Romani Pappagallo Rennradrahmen aus den Neunzigern, zunächst sehr zu meiner Freunde da mit 27,2 mm Sattelstützendurchmesser, dann etwas zu meiner Betrübnis da doch relativ schwer für so ein gutes Geröhr und ohne Steuersatz und mit einer festsitzenden Campa Tretlagerschale die der Behandlung durch einen wirklichen Profi bedarf. Aber erst einmal die Eckdaten:
ROMANI PAPPAGALLO Stahlrahmen RH60 c-c, ca. 1990
- + Komplettgewicht etwa 3.300 Gramm mit Gabel
- + Chromgabel 1 Zoll Columbus Forcella Originale mit Romani R Panto und Campagnolo Ausfallenden
- + Schaltsockel am Unterrohr
- + Flaschenhalteraufnahme am Unterrohr
- + Im Oberrohr verlegte Bremszugführung (vermutlich für die komplette Hülle, nicht nur den Zug)
- + Sitzrohr für 27,2mm Sattelstützen, also vermutlich Columbus SL
- + Romani Schriftzüge an der Aufhängung der Sitzstreben
- + Anlötumwerfer
- + Schaltzugführung unter dem Tretlager in Rohrführungen
- + Columbus Tretlager
- + Aufnahme für Innenimbus Bremsen
- + Verchromte Ketten- und Sitzstreben
- + Campagnolo Ausfallenden mit integriertem Schaltauge
- + Alle Decals entfernt.
Soweit so gut. Die Farbwahl ist…. na ja, die Neunziger. Und dann dachte ich noch, dass das vielleicht ein Rennrad aus Rumänien ist. Vielleicht das, mit dem Ceausecu und Frau abhauen wollten? Ach nein, das war ein Schützenpanzer. Für mich ist das nix, das Rad hat nichts, was ich nicht schon in einer besseren Form in der Garage habe, also würde ich das gerne zu einem Fixie aufbauen. Ich habe noch jede Menge Teile im Keller, die sich daran verbauen lassen und die Farbwahl ist auch nicht schwer: alles sonstige schwarz und weiß, denn was anderes passt da ja wohl nicht ran. Und außerdem baue ich noch einen sehr schönen Schlauchreifensatz mit meinen Ambrosio Nemesis Felgen dafür.
Deshalb dachte ich mir, frage ich doch einfach mal hier, hat jemand Interesse an dem Rad? Dann könnte man ja die Individualisierung vor dem Zusammenbau abstimmen. Oder gemeinsam etwas ganz anderes daraus bauen. Bitte einfach mal melden. Nach meinen Budgetplänen derzeit etwa 450 Euro. 150 Euro für Rahmen und Tretlager/Steuersatz, 150 Euro für die kompletten Laufräder mit Reifen etc., und 150 Euro für alle sonstigen Komponenten. Ein schönes Projekt für die langen Wintertage.
Eingeordnet unter 2013, Mob, Romani Pappagallo
Lotus Copenhagen
Ich hatte heute wieder ein wenig Zeit an dem Lotus Copenhagen zu schrauben. Ein endloses Projekt.
Die Basis dafür ist ein belgischer Minerva Rahmen, vermutlich aus den Neunzigern, komplett unterverchromt und mit Schutzblechösen den Tobias und ich mühsam vom Lack befreit und dann lackiert haben. Daraus habe ich dann ein Rennrad gebaut, angelehnt an Designideen von Lotus Racing, das sehr schick aussah aber keinen Spaß zu fahren machte. Vermutlich weil das zu dick aufgetragen war.
Im nächsten Schritt habe ich dann ein Rennrad daraus bebaut, dass auch gefahren werden kann. Das Problem ist aber, dass der Rahmen einfach zu schwer für ein Rennrad ist. Das fährt sich nicht spritzig, nervös genug, macht keinen Spaß im Antritt und nach ein paar Metern denkt man: Lahme Ente.
Was also damit tun? Der Ramen hat Ösen zur Befestigung von Schutzblechen. Also, dachte ich mir, wunderbar, das ist doch eine gute Basis für ein Winterrad! 28er Reifen drauf, Schutzbleche dran, und dann gleich noch den Copenhagen Bike Parts Lenker/Korb verbauen, den ich schon immer mal irgendwo benutzen wollte. Wenn es kein Rennrad mehr ist, so die konsequente Fortsetzung des Gedankens, dann können auch die Suntour Daumenschalthebel ran und dezente Oury Griffe. Die leider wirklich bequem sind. Das Ergebnis sah dann so aus:
Leider ist die Befestigung des Lenker/Korbs am Vorbau ein echtes Problem. Man baucht einen Aufklappbaren Vorbau, am besten mit 25,4 mm Klemmung und selbst dann ist der ganze Aufbau sehr wackelig und tendiert zur Rotation wenn im Korb Last ist. Mithilfe von Nitto Shims konnte ich das ganze recht gut stabilisieren, aber beim fahren schwingt der Korb recht stark und die Angst, dass irgendwann einmal der Vorbau abbricht fährt immer mit. Also gehören da noch Abstützungen in Richtung Gabel hin, sonst wird das nichts.
Schutzbleche werden auch nichts, denn selbst mit 700C x 25 Reifen ist kein Platz mehr zwischen Gabel und Reifen da, um die Bleche einzubauen. And mit 700C x 23 Reifen oder noch weniger wollte ich nicht durch den Winter fahren.
Heute habe ich noch einmal geschraubt, eine neue Sugino Kurbel eingebaut und die Räder zentriert. Dann ab die Weser rauf und runter. Lange Strecken werde ich mit dem Rad eh nie fahren; ich wollte einfach rausbekommen wie das Gefühl für die Stadt ist.
So fährt es sich erst einmal recht nett und unauffällig. Klar, das Lotus ist bei weitem nicht so aggressiv und hypernervös wie mein Basso Fixie. Das wird halt nie ein schnelles Rad. Aber wenn jetzt noch der Korb ordentlich fixiert ist, dann könnte das ganze doch noch recht nett für den Weg zur Arbeit und das fahren zu diesem und jenem werden. Gut sieht es allemal aus.
An der Weser I
An der Weser III. Das Rad ist so gegen die Wand gestellt, dass der linke Oury Griff als Ohrenstösel dient.
Cooler Brooks Sattel mit Kupfernieten und weniger coole Miche Performance Bremsen.
Sugino Kurbel mit MKS BMX Pedalen für die Stadt.

Von links nach rechts. Oury Griffe, Modolo Sport Hebel, Suntour Daumenschalthebel Reibung, Copenhagen Bike Parts Korb.

Korb von vorne. Viel Platz und Gestänge zur Befestigung von Lampen.
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Concorde Classic Cyclone: Details.
RAHMEN
+ Concorde Classic RH56 Stahlrahmen aus Columbus Aelle Rohr NOS von 1990 100/126 mm
+ Sattelstütze 26,8 mm
+ Bremzugführung offen unter dem Oberrohr
+ Angelötete Schalthebelsockel, Umwerferadapter, 1 Flaschenhalter am Unterrohr
+ Keine Pantographien
+ Schaltzugführung unter dem Tretlager, ein Schlitz aber kein Gewinde zu Führungsbefestigung
+ Ausfallenden mit Stellschrauben
+ NOS Rahmen mit Plombe und Etikett
BERÜHRUNGSPUNKTE
+ Anatomischer Lenker schwarz, Breite 42mm; 25,4 mm Klemmung, 23,8 mm Durchmesser
+ Lenkerband Fizik Microtex schwarz
+ Vorbau Sellavia schwarz 100 mm
+ Sattel Selle Italia Flite Classic schwarz
+ Sattelstütze 26,8 mm, geflutet und schwarz lackiert
+ Pedalen Suntour Cyclone 7000 PL-CL10, silber, ohne Haken und Riemen
BREMSEN UND ANTRIEB
+ Bremshebel Suntour Cyclone CB-7200, non-aero
+ Bremsen Suntour Cyclone CB-7100 short reach
+ Suntour Cyclone Schalthebel SL-IP00B
+ Suntour Cyclone 7000 Umwerfer FD-CL-10B
+ Suntour Cyclone 7000 Schaltwerk RD-CL-10SS
+ Connex 808 Kette schwarz
+ Sunour Cyclone CW-7000 CW-CL-10 Kurbel, hergestellt von Sugino
+ 7-fach Kassette
LAUFRÄDER
+ Mavic GP 4 Felgen für Schlauchreifen, schwarz eloxiert
+ Shimano 600 EX Naben
+ Vorne: Vittoria SChlauchreifen, hinten: Continental Sprinter
Eingeordnet unter 2013, Concorde Classic Cyclone, Mob
Sales: 3C: Concorde Classic Cyclone
Manche Ideen müssen lange reifen.
Letztes Jahr bin ich über einen belgischen Radhändler an zwei identische, niemals aufgebaute Concorder Classic Rahmen aus den Achtzigern in Pink/Violett gekommen. An den Rahmen waren noch die Original Verkaufsetiketten und Plomben und der einzige Unterschied zwischen den beiden bestand darin, dass der eine eine Rahmenhöhe von 56cm und der andere eine von 58cm hatte.
Zwei identische alte Rahmen zu haben ist selten und mir fiel eine alte Regel beim Kauf von chinesischem Porzelan wieder ein; nämlich dass ein Paar identischer Vasen immer mehr wert ist, als zwei einzelne Stücke. Im folgenden dachte ich darin die Rahmen neu aufzubauen, aber wie? Eine Idee war zwei Räder für ein Pärchen zu bauen, aber Frauen für 56er Rahmen sind selten und wenn, dann braucht der Mann oft nicht gerade einen 58er dazu. Eine andere Idee war, einen Rahmen Epochengerecht mit Komponenten aus den Achtzigern zu bauen und den anderen als Hipster Teil mit allem möglichen zu bestücken. Ich mag die Idee, weiß aber nichts mit dem Ergebnis anzufangen. Ich stelle dann den ersten Rahmen (58er) in die Ecke, weil ich den vielleicht für mich irgendwie benützen könnte und machte mich daran den 56er aufzubauen: Da der Rahmen an sich schon sehr viel Strahlkraft besitzt, kann da ja nichts anderes dran als schwarze Komponenten. Und da ich gerade in meiner „Suntour ist toll“ Phase war, plante ich den Rahmen komplett mit Suntour Cyclone aufzubauen. Das Ergebnis ist diese Woche fertig geworden.
Tatsächlich sind die meisten Komponenten aus der Suntour Cyclone Gruppe, allerdings aus verschiedenen Serien und Zeiten.
Bremshebel, vermutlich die 7200er.
Bremsen, Suntour Cyclone 7100.
Schalthebel: Sprint, Cyclone und Superbe sehen für mich gleich aus. Das Weichplastik am Hebel greift sich angenehm.
Kurbel Cyclone 7000, hergestellt von Sugino; obwohl die Kettenblätter sind zwar von Sutour sehen aber etwas anders aus. Würde gerne schwarze Kettenblätter daran sehen, passt besser zum Gesamteindruck. Pedale sind ebenfalls aus der Cyclone Reihe. Das sind natürlich Hakenpedale, ich finde aber, dass man diese ganz hervorragend mit normalen Schuhen fahren kann so wie sie sind.
Umwerfer aus der Cyclone 7000 Serie.
Umwerfer ebenso Cyclone 7000. Eigentlich Accushift. Die Rasterung habe ich aber bei den Schalthebeln ausgesetzt. Billige schwarze Kett von KMC.
Der Rest ist dann vorzugsweise schwarz: Mavic Felgen mit Shimano 600 Naben für Schlauchreifen. Die modernen Continental Sprinter passen wegen ihrer Schwärze gut zu demRad. Vorne kommta uch noch einer drauf, wenn der eher klassische Vittoria durch ist – da der Ventilkern bei dem nicht entfernt werden kann, dürfte das recht schnell der Fall sein.
Sattelstütze, irgendetwas in 26,8 mm passend für einen Columbus Aelle Rahmen mit einem Selle Italia Flite drauf. die klassischen Sättel habe ich so langsam durch: Concor, Turbo, Rolls, Regal, Turbomatic 2 .. es wurde Zeit für einen Flite, wenn es denn kein Brooks werden soll.
Der Vobau ist ein schlichter Kalloy in schwarz und der Lenker ein ebenso schlichter Taiwan Lenker in schwarz. Ich wollte unbedingt Lenker und Vorbau in Schwarz; leider ist es sehr schwer einen klassischen Rennlenker in dieser Farbe zu bekommen. Ein ITM Europa oder ein Modolo hätten zwar von der Zeit her gepasst, sind aber auch „anatomisch“ geformt und so kann man gleich einen modernen vebauen.
Die silbern-glänzenden Bremshüllen sind auf den ersten Blick vielleicht unpassend, aber wie das so ist: schwarze hatte ich eine mehr, ich wollte dass das Rad fertig wird und wenn es erst einmal fertig ist, dann sieht es auch gut aus.
Das Ergebnis sieht gut aus und fährt sich auch gut – ist mir aber zu klein. Das macht aber nichts, da ich ja noch den 58er Rahmen zum Aufbau habe und mir immer noch gut überlegen kann, was ich an dem dann anders mache.
Modernes, gekapseltes Patronentretlager. Zugführer unter die Achse geklebt, da keine vernünftge Bohrung zur Befestigung vorhanden war. Ach so und noch was: wenn ich diesen Concorde Schriftzug sehe, dann muss ich irgendwie an die ZACK Comics aus den Siebzigern denken:

Interessiert? VHB 750€
Eingeordnet unter 2013, Concorde Classic Cyclone, Mob, Sales



















































































































































