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Giro Lombardia 2017. Laurens de Plus.

Tolles Wetter, tolle Landschaft, ein tolles Rennen und ein dramatischer Sturz von Laurens de Plus heute beim Giro Lombardia. Zum Glück keine schlimmen Verletzungen laut den Sportnachrichten.

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Münsterland Giro: 55 km. Münsterland RTF: 70 km.

Zum Saisonabschluss 2017 hatte der Münsterland Giro dieses Jahr einiges zu bieten: Gutes Wetter, steifen Wind, gute Organisation, viele nette Leute und dazu sogar 55 km Rennen auf einer 125 km Strecke. 

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Dieses Jahr war meine vierte Teilnahme beim Münsterlandgiro nach 2012, 2014 und 2016; und meine erste auf der Strecke raus nach Osten. Im Gegensatz zu der Strecke nach Westen Richtung Stadtlohn, gibt es gar keine Steigungen – wenn man mal von etwa vier Brücken über Autobahnen, Kanäle oder Eisenbahnstrecken absieht. Ich hatte mich für die 125 km angemeldet und zwar, weil ich lieber länger fahren, als früh aufstehen wollte: Das 65 km Rennen startete bereits um 7:45 hr, das 95 km Rennen eine Stunde später und das 125er eben noch einmal eine Stunde später. Viel besser, wenn man an dem Tag aus Bremen kommt: Man kann länger schlafen, fährt in Münster im warmen los und nicht im kalten Frühnebel, der sich besitzergreifend im Herbst über Westfalen ausbreitet.

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Aha, ein Radrennen.

Bei der Anmeldung gab ich wie immer ein Schnitt von 45 km oder mehr ein, um in Startblock A zu landen. Nicht, dass ich das auch nur annähernd fahren könnte, genau übrigens wie viele andere die man dann dort im Block trifft. Den Veranstaltern ist das aber nun auch bereits aufgefallen und so musste man nachweisen, dass man bereits in Münster eben jenen Schnitt gefahren ist, oder einen Schnitt von unter 38 km/h einhacken, was ich dann auch tat, und zwar genau 37,999999999999999999998 km/h. Das brachte mich dann in Block C. Mist, ich hätte doch noch ein paar Neuner hinzufügen sollen. OK, das war’s dann wohl. Mit den ganzen anderen laffen Pfeifen, die gerade mal 38 km/h angeben, würde ich da nie eine gute Platzierung, geschweige denn eine gute Zeit erreichen. Nicht dass ich da jemals 38 km/h gefahren wäre. Aber bitte.

Diesmal war ich mit Jochen unterwegs, dessen Sohn Kian für das Bike Market Team bei den Amateuren mitfährt. Wir kamen in Münster an und fuhren in dieses wundervolle Parkhaus direkt an der Mensa, in dem man im Winter die ganze Zeit überdacht Anstiege trainieren könnte.

Ähnliches Foto

Das schönste Parkhaus der westlichen Hemissphäre.

Während Jochen zu Kian unterwegs war, machte ich mich auf dem Weg zum Start, der relativ weit weg von der Mensa ist und natürlich hatte ich keine Ahnung wie ich da hinkommen könnte. Da kam eine charmante Lehramtsstudentin aus Münster entlang und zeigte mir den Weg. Sie hatte sogar in Bremen studiert (tolle Uni!, bemerkte ich), kannte das Viertel (mein Wohnzimmer!) und fand die Weser toll (schönster Fluss Deutschlands!). Toll was man so alles sagte, wenn die Chemikalien gerade das Hirn beköcheln. Denn jetzt, ein paar Tage später muss ich den Tatsachen ins Auge sehen und feststellen, dass ich mit der Uni nichts zu tun habe, im Viertel zum letzten Mal war als unser Auto aufgebrochen wurde und die Weser? Wenn man mal in Düsseldorf am Rhein gelebt hat, weiß man was ein Fluss ist.

Am Start dann endlich ein paar Bremer: Marc, Marc, Matthias und Melwig? Den Namen habe ich vergessen, aber aus Prinzip fangen ja alle Namen des Bremer Mannes mit M an.

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Bremer Ms

Da standen wir im Startblock C, dem Block der laffen Pfeifen während die schnellen Hasen und schlauen Füchse in den Blocks A und B vor uns warteten.

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Vor uns die schnellen Hasen und cleveren Füchse.

In jedem der vier Blöcke, die in 2 Minuten Abständen gestartet wurden, waren etwa 300 Teilnehmern, insgesamt sind etwa 1.100 gestartet. Block A und B gingen auf die Reise und unser Block rückte schließlich vor in Startposition. Das ist der Moment, in dem ein Jedermannrennen vorentschieden wird (also wenn man in Block A ist, sonst ist sowieso alles egal): wenn man jetzt nicht schnell in die Pedale einklickt, die Ellenbogen rausfährt und versucht, soweit wie möglich nach vorne zu kommen, kann man quasi gleich mit den Trödlern RTF fahren. Das klappte diesmal recht gut, weil ich das ja oft zusammen mit dem großartigen Alain Raposo in Japan trainiert hatte. Auf die anderen Bremer Ms hatte ich bestimmt bereits 20 Plätze vor dem Start gut gemacht.

Dann startete unser Block und im Gegensatz zum letzten Rennen, dem Velotörn in Bremen riss mir weder die Kette, noch die Geduld. Das ist der zweite Moment in dem ein Jedermannrennen vorentschieden wird: Jetzt muss man schauen, dass man unter den ersten 20-30 Fahrern bleibt, die Spitzengruppe im Auge behält und alle Attacken mitfährt, um ja nicht vorne herauszufallen. Das kostet ziemlich Kraft und Überwindung, weil der Körper ja noch ganz kalt ist. Aber man wird letztendlich dadurch belohnt, dass in der Regel nach 20 – 30 km das Tempo langsamer wird und letztendlich alles schneller vorbei ist, als wenn man mit den laffen Pfeifen ins Ziel trödelt. Für die ist es, unterm Strich, anstrengender. Auch das klappte diesmal sehr sehr gut. Auf dem Foto sieht man gut, wie ich mich da mit einer größeren Gruppe absetzen kann.

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Attacken im Block C Feld

Ab und zu taten sich Lücken auf und die habe ich dann mit Hilfe von anderen wieder zugefahren, um dann festzustellen, dass die Gruppe vorne ohnehin wieder langsamer wurde und das alles gar nicht nötig gewesen wäre. Aber man weiß eben nie und im großen und ganzen fühlte ich mich super in Form und konnte verschwenderisch mit meiner Kraft umgehen. Nach 20 Minuten holten wir bereits eine große Gruppe von Fahrern aus dem B Block ein, unter anderem mit Marc. Ich rief „Hey Marc“ Und Marc sah mich an, rief: „Hey Mob!“ verließ seinen Block und fuhr mit unserer schnellen Gruppe weiter.

Bislang waren die Straßen schön gerade und der Wind zum größten Teil in unserem Rücken. Das änderte sich, als wir nach 25 km in Sendenhorst ankamen: Die Strecke führte hier kurvenreich durch den Ort und wie das so ist bei Kurven: Das ganze Feld beschleunigt nach den Kurven, da tun sich Lücken auf und so langsam liess bei vielen auch Kraft und Willen nach, so dass sich das Feld verkleinert. Das ist einerseits gut, weil die Konkurrenz im Ziel weniger wird, andererseits auch schlecht, weil es weniger Fahrer gibt, die vorne Führungsarbeit machen.

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Durch das kurvige Sendenhorst – das Feld wird kleiner.

Es lief weiter super für mich, ehrlich, ich fühlte mich in der Form meines Lebens. Ich sparte meine Kräfte in dem ich mich klug aus dem Wind hielt, fuhr alle Attacken mit, machte teilweise vorne selber Tempo und irgendwann holten wir eine weitere Gruppe von B Fahrern ein. Am Straßenrand waren relativ viele Fahrer mit Materialschäden und ab und an sah man Gestürzte und Krankenwagen, vielleicht etwas mehr als gewohnt. Auch im Feld gab es deutlich mehr Berührungen zwischen den Fahrern, als das sonst der Fall ist. Im Nachhinein schreibe ich das dem starken Seitenwind zu, der den Fahrer im Wind langsam ins Feld treibt. Dadurch wurde es immer mal wieder unruhig im Feld und die üblichen giftigen Kommentare fielen.

Nach 42 km ging es hart gegen den Wind Richtung Westen. Ich fuhr neben einem anderen und der eröffnet die Konversation mit den Worten
„Jetzt könnte auch endlich mal die Sonne rauskommen.“
Ich wollte gerade antworten, als sich direkt vor mir das halbe Feld hinlegt. Schreie, das Geräusch von Karbon, Alu und Lycra auf Asphalt. Der Sturz ist in der Mitte des Feldes und breitet sich wie eine Welle rasch weiter nach links und rechts aus. Jetzt bloß nicht bremsen, sondern so schnell wie möglich nach links kommen, um vor den Stürzenden am linken Rand der Strasse vorbeizuziehen. Das klappte auch, aber vorne ist eine größere Gruppe weg.

Jetzt machte es keinen Sinn schnell zu fahren, weil ich die alleine ohnehin nicht einhole. Ein paar andere Versprengte versuchten das und scheiterten. Ich wartete bis die nächste Gruppe von hinten kommt und schließe mich ihr an. Wenigstens Zeit einen Riegel zu essen hatte ich.

In der neuen Gruppe geht es ebenfalls zügig weiter. Bis dann einer hinter mir ruft
Nas dojqansduwd ias asdzj!“
Was?
Dlasd Reinasdka ist puasd!!!
„Wasssss????!??“
Ich lasse mich zurückfallen.
„Dein Reifen ist platt!!!“

Stimmt. Mist. Nach 55 Kilometern fahre ich rechts aus dem Feld raus. Glück im Unglück, links neben mir hält der Servicewagen vom Velodrome Münster. Der hintere Reifen hat einen ziemlich langen Schnitt. Wir wechseln den Schlauch und wie ich in Japan gelernt habe, würde ich nun einen 1.000 Yen Schein unter den Mantel schieben, damit das ganze länger hält. Habe ich aber nicht, so einen Mist! Und mit 10 Euro Scheinen funktioniert das sicher nicht.

In der Zwischenzeit fahren weitere Gruppen vorbei. Für mich ist das Rennen hier und jetzt zu Ende. Nachdem ich wieder fahrtüchtig bin, schließe ich mich einer anderen Gruppe an. Die ist relativ langsam und ich rolle mit.

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Toll. Jetzt war’s ne RTF.

Das Tempo ist jetzt bei etwa 35 km/h und nicht besonders fordernd. Das liegt auch daran, dass die Gruppe zwar relativ groß ist, aber keiner vorne Tempoarbeit machen möchte. Ein paar Mal gehe ich nach vorne, gerade bei den Anstiegen, aber keiner zieht nach. Das ist jetzt kein Rennen mehr, sondern eine RTF.

Ab und zu fahre ich neben einem Mädel mit einer extrem hohen Trittfrequenz. Hier ein Video von ihr:

In Ostbevern kommen wir an einer Bühne vorbei – doch die große Zumba Schau ist leider auch bereits zu Ende, sonst wäre ich da glatt noch mal stehen geblieben. Mann O Mann. Oder Frau O Frau. Whatever.

Das war’s dann auch, das Rennen zieht sich, bis die Felder von städtischer Bebauung abgelöst werden und wir wieder nach Münster kommen. Jetzt bitte wenigstens einen guten Sprint und vorne im Feld reinkommen. Die Gruppe wird etwas schneller und hektischer aber es gelingt mir doch so unter die ersten zehn zu kommen. Noch 500 Meter bis zum Ziel, noch 300, ich beschleunige noch mal und beiße mich vorne fest. Die Straße ist relativ eng und ab und an muss ich Tempo rausnehmen.

Ich überhole links einige Fahrer und werde aber auch von einigen anderen niedergespurtet. Es klappt trotzdem gut und nach etwa 3:21 hr bin ich im Ziel. Eine richtig gute Zeit und ein richtig guter Schnitt (37,8 km/h) ist das nicht; ja wenn der Reifen gehalten hätte…. Aber letztendlich ist es auch egal. Platz 609 von 1.062 angekommenen Teilnehmern.
Strava

Hätte ich mich zum Beispiel bei Marc gehalten, der zwei Minuten vor mir gestartet war, wäre ich das Rennen etwa in 3:12 zu Ende gefahren, was mich so etwa auf Platz 350 gebracht hätte. OK, das ist auch nicht doll. Irgendwie spiegelt das Ergebnis nicht wieder, wie gut ich mich in dem Rennen gefühlt habe. Oder vielleicht ist es umgekehrt, ich habe mich so gut gefühlt, weil ich mich nicht so dolle angestrengt habe, also dieses Ergebnis.

Ich treffe Jochen auf dem Schloßplatz und wir trinken ein Erdinger. Matthias kommt rein und später auch Dietmar vom RCB, den ich seit den Dolomiten nicht mehr gesehen habe. Die sportliche und modisch-sportliche Elite Westfalens hat sich hier versammelt.

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Jochen erzählte, dass er eine Gruppe gesehen hat, die schwer gegen den Wind kämpfte, weil sie sich genauso hintereinander aufgereiht hatten, dass wirklich jeder im Wind stand, Man stelle sich vor, der Wind käme von vorne rechts.

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Später treffen wir auch Kian, essen Pommes und Currywurst und gehen uns das Profirennen anschauen, als mir der Kolibri über den Weg fliegt.

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Wir finden dazu einen schönen Platz am Kopfsteinpflaster, direkt vor einem Hospital in der Innenstadt von Münster.

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Die Profis fliegen vorbei. Einer wirft dabei seine Flasche gegen das Absperrgitter und es macht kräftig „bumm“. Hui sind die schnell! Was der Unterschied zwischen einem Profi und mir ist weiß ich ja spätestens seit Lüttich-Bastogne-Lüttich. Wir sprinten dann Richtung Zielbereich um das Finale zu erleben. So richtig sehen wir nicht was los ist und dann muss wehr lange gewartet werden, bis das Ergebnis verkündet wird denn vier Fahrer (Sam Bennett, Phil Bauhaus, Andre Greipel und Marce Kittel) sind gleichauf im Ziel. Sam Bennett gewinnt im Foto Finish.

Insgesamt ein sehr cooler Tag mit Jochen und auch das erste Mal seit langer Zeit, dass ich in der Dunkelheit los, und in der Dunkelheit wieder zurück nach Hause gekommen bin. Die Saison ist nun definitiv zu Ende, 11.000 km sind im Sack und Münster markierte den Abschluss, so wie in Japan das Rennen in Saiko im November immer das letzte der Saison war. Jetzt gibt es keine Ziele mehr in dieser Saison und es wird nur noch zum Spaß gefahren.

Ich hoffe, ich kann mich daran gewöhnen.

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Lilac Angel.

Vor ein paar Wochen fragte mich eine ältere, sehr sympathische Kundin (Frau G), ob ich nicht einmal in ihrer Garage nachschauen könnte, sie hätte da noch ein altes Rennrad von ihrem verstorbenen Mann.

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Bei diesen Gelegenheiten kann man ganz schön ins träumen kommen. Ich träumte von einem Olmo oder Basso mit kompletter Campagnolo Super Record Ausstattung. Träumen darf man ja. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen sehr bescheiden ausgestattetes Schauff Damenrad handelte – leider keine Basis um irgendetwas zu machen. Aber etwas weiter im Regal lag noch ein alter Mountainbike Rahmen, den ihr Mann vor ein paar Jahren komplett lila pulverbeschichten ließ. Das sah doch ganz nett aus.

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Ich bekam den Rahmen geschenkt, stellte ihn erst einmal in die Ecke und dachte nicht weiter daran. Dann, ein paar Tage später kam Frau G wieder in den Laden und fragte mich, ob ich nicht Lust hätte ein Rad für ihre Enkelin aufzubauen? Diese wohnte zwar in den USA, käme aber öfters zu Besuch und dann wäre es doch schön, wenn sie ein Rad hätte. Ich sagte ja, denn ich mag diese Aufgaben, bei denen das Budget relativ bescheiden ist und man daraus vor allem etwas hübsches, aber nicht etwas leichtes, geiles oder schnelles bauen muss. Von allen Rädern die ich aufgebaut habe, haben die für Mädels fast immer am meisten Spaß gemacht: Das Neri für Tanja, Mr. Orange für Sylvia, das Olmo für Larissa, das Chesini für Mareike, das Bianchi für Midori, das Raleigh für Kerstin, das Mercian für Manu, das Kotter für Heike, das Faggin für Cora oder das Colnago für Ms. Fujita.

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Das waren nie teure Aufbauten mit viel Firlefanz, sondern stimmige Räder, bei denen die Abstimmung von Form und Farbe viel Zeit in Anspruch nahm.

Das Lilac Angel ist benannt nach einer heute wohl größtenteils vergessenen Hardrockband aus Düsseldorf, den Lilac Angels, die ich einmal live ca. 1976 in der Kaiser Friederich Halle in Mönchengladbach gesehen habe. Da gab es jedes Jahr ein Festival, keine Ahnung mehr wer da sonst noch gespielt hat, mir sind außer den Lilac Angels nur noch die Ramblers aus Hagen in Erinnerung geblieben. Aber vermutlich war Wallenstein, die lokalen Größen dort der Haupt-Act. Die waren auch die Stars des ersten Rockkonzerts, das ich überhaupt jemals besuchte. Oh Gott. Wir sassen auf dem Boden und lauschten den sphärischen Klängen……

Das hat überhaupt nichts mit dem Rad zu tun, bis auf die Farbe Lila, aber ein Rad nach dem Film zu benennen erschien mir noch bescheuerter.

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Der Lilac Angel ist ein sehr simpler Aufbau in den Farben lila, weiß, schwarz und silber. Überall wo schwarz ist, schliesst weiß ab: die Pedale an der Kurbel, der Sattel an der Sattelstütze und die weißen Griffe und der Vorbau an dem schwarzen Lenker. Es gab auch einen lila Lenker dazu, aber der hatte eine 22,2 mm Klemmung die sich nicht ohne Probleme an den Vorbau fixieren liess.

Das Rad fährt sich sehr relaxt, eben wie ein Cruiser von Electra; diese Fahrräder haben die technische Inspiration geliefert und die Verbindung nach Amerika.

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Allerdings haben mir diese Räder etwas zu viel Firlefanz-Anbauteile und diese sind dann meistens auch von sehr bescheidener Qualität. Ich wollte aber etwas sinnvolles und haltbares bauen.

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Eine Teil der verbauten Komponenten hatte ich noch im Keller, wie die Tektro CL-750 Bremsgriffe, die Avid V Bremse vorne und einige Kleinteile wie Kett und Kassette vorne oder die Schwalbe Kojak Reifen. Den Rest besorgte ich mir über den Laden, oder aus dem Internet.

Nach etwas überlegen entschied ich mich doch dafür eine Acht-Gang Schaltung zu verbauen. Klassisch kommt da wohl ein Drehgriff dran; ich mag die Dinger aber nicht und schränkt auch die Wahl der Griffe stark ein. Deshalb entschied ich mich für einen einfachen Shimano Shifter SL-M310 und einem Microshift Mezzo Schaltwerk. Ich bin ja ein Fan von Microshift und würde deren Produkte gerne öfter verbauen, wenn es nicht so schwer wäre daran zu kommen.

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Und dieses Rad hatte hinten eine Aufhängung für Cantilever Bremsen! So etwas hatte ich noch nie verbaut, also gleich einmal ausprobiert. Natürlich hätte ich das auch vorne machen können, aber dort sieht das bei weitem nicht so gut aus wie hinten, weil das die Silhouette im Anblick von vorne massiv stört.

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Ein kurzes, aber sehr befriedigendes Projekt, was hoffentlich auch dementsprechend Spaß und Freude verbreiten wird.

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Ein Kommentar

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Acht Räder für 2018.

In den letzten Wochen haben wir eine Reihe von Herstellermessen und nicht zuletzt die Eurobike in Friedrichshafen besucht, um Räder für unser neues Geschäft in Bremen auszusuchen. Eine willkürliche Auswahl von acht besonderen Rädern.

Wer die Details nachlesen möchte kann dies gerne hier tun, denn wir waren bei Cannondale, bei Trek, bei Liv und bei Giant, bei Derby Cycles (Focus und Cervelo), bei Hartje und zuguterletzt auf der Eurobike.

Wochen später ist es naturgemäß schwierig sich an alles zu erinnern, was gesehen wurde und eine irgendwie sinnvolle Einordnung und Auswahl vorzunehmen. Einerseits. Andererseits hatte ich eine Überdosis Rennrad mitgenommen und ein paar Tage so gar keine Lust mehr mich damit zu beschäftigen. Das ist zum Glück vorbei. Die acht vorgestellten Räder sind nicht die besten Räder überhaupt, die sinnvollsten für jeden, oder die tollsten für dich und mich. Es sind acht Räder, die sich von der Masse abheben und die mir aufgefallen sind. Dann mal los in beliebiger Reihenfolge:

Cannondale Synapse Carbon Disc Apex 1 SE

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Zunächst einmal: Das Rad kann nichts für diesen Namen, in dem fast alles erwähnt wird, was denn an dem Rad drin und dran ist, OK? Deshalb nennen wir es hier einfach einmal „Helga“.

Warum ?

Also, dieses Rad ist die Eierlegende-Wollmilch-Helga und kann einfach alles: Schnell rasen auf der Strasse, mit breiten Reifen auf Wald- und Schotterwegen fahren und es hat clever versteckte Ösen, um es mit Schutzblechen und einem Gepäckträger nachzurüsten. Damit wird es zur Pendel-Helga, oder auch zur Winterschlampe. Ein Rad für alle Fälle. Man könnte auch sagen, es ist ein „Gravel Bike“ – das wäre die Kategorie, die die Branche für diese Räder erfunden hat. Was natürlich umgekehrt auch bedeutet, dass dieses Rad nichts wirklich gut kann. Und somit nichts ist für denjenigen, der bereits acht weitere in der Garage stehen hat.

Technisch ist das Rad im Geist der Zeit ausgestattet: Ein Carbon Rahmen mit einer Sram Apex Gruppe, die für den Gravel/Cross Bereich das ist, was die 105er für Rennräder wurde. Einfach Kettenblatt vorne (44 und 11-42 hinten), hydraulische Scheibenbremsen 160 mm, Steckachsen vorne und hinten, jede Menge Reifenfreiheit für die montierten 700x30C und alles irgendwie auf komfortabel getrimmt.

Dies ist ein blaues Rad. Es gibt viele blaue Räder, aber dieses hier ist mit seiner Farbe und seiner Schlichtheit eben wirklich ein sehr, sehr schönes blaues Rad, an dem auch der Cannondale Schriftzug dezent zurücktritt. In echt ist das noch schöner, als auf den Photos.

Ich wünschte, mehr Hersteller würden den Mut haben ihre Räder so zu gestalten, anstatt ein Rad schwarz zu lackieren, weil es angeblich die Konsumenten so verlangen. Außerdem sollte das gerade bei den günstigeren Rädern in der Preisklasse € 1.000 – 1.500 ein Muss sein, um den wahrgenommenen Mangel an hochwertigen Komponenten zu kompensieren.

Preis: € 2.899

Das Rad auf der Cannondale Website

Eine gute Alternative dazu mit Aluminum Rahmen ist das Synapse Disc 105 SE. Deutlich günstiger für € 1.499 komme es mit einer klassischen 105er Gruppe, mechanischen Scheibenbremsen und voll in ….. grau.

 

Trek Madone 9.0

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Im Gegensatz zu den eher konventionellen Emonda und Domane Rennrädern von Trek, ist das Madone eher das Trek Superbike und für die meisten von uns unerschwinglich teuer. Das hat sich dieses Jahr zumindest etwas geändert, denn mit dem Madone 9.0 bietet Trek ein Ultegra ausgestattetes Madone für vergleichsweise günstige € 4.000 an.

Warum ?

Das Trek Madone 9.0 ist ein Rad zum Ballern in der Ebene. Wie ein 718 Cayman – der günstigste Sportwagen der im aktuellen Angebot von Porsche ist. An dem Rad ist alles zum schnell fahren gemacht: Steifer Rahmen, laut Tour auch aerodynamisch der beste, mit integrierten Felgenbremsen, Hochprofil-Laufräder, einem gehörigen Maß an Integration. Wenn Rennradfahren nur um Radrennen fahren gehen würde – das wäre mein Rad.

Wenn ich mir bislang die neuen Trek Räder angesehen habe, fand ich die nicht besonders ansprechend. Schaute ich mir die jedoch einige Jahre später an, so  dachte ich oft „Wow, was für ein schönes, ikonisches Rad seiner Zeit. “ Ein gutes Beispiel dafür finde ich das Trek 5500 in der US Postal Lackierung mit Rolf Prima Laufrädern. Das Madone hingegen, hat mir von Anfang an gut gefallen. Es ist massiv und hat mit einem klassischen Rennradrahmen aus Stahl wirklich gar nichts mehr zu tun. Alles an dem Rad ist groß, kantig und steif und erinnert eher an eine Ducati, als an ein Colnago.

Zumal Trek mit der Hausmarke Bontrager auch einen Vorteil gegenüber den Konkurrenten wie Cannondale, Giant, Fuji oder Specialized hat. Mit anderen Worten: Bontrager war eine eigenständige Marke, bevor Trek sie gekauft hat und hat sich einen guten Ruf erarbeitet; im Gegensatz zu Fabric / IS (Cannondale); Contact (Giant), Oval (Fuji) oder S-Works (Specialized). Gerade bei höherpreisigen Rädern ist die Akzeptanz von Hausmarken vermutlich nicht stark ausgeprägt.

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In Ulm auf der Trek Messe bin ich das Madone 9.9 gefahren, was etwa doppelt so teuer ist, deutlich mehr Integration hat und somit einen Vorbau bietet, auf dem man notfalls auch einen Dönerteller parken kann.

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Dazu gibt es das Madone 9.0 in vier verschiedenen Farben (allerdings nicht in Deutschland, hier begnügt man sich und somit dich und mich mit schwarz/grau), von denen mir das klassische Trek-Segafredo Rot und das Radiaoactive Yellow am besten gefallen. Das finde ich von Trek übrigens sehr gut, dass die von einem Model mit der gleichen Ausstattung mehrere Farbvarianten anbieten – viele Hersteller machen das nicht (dazu später mehr). Und über Project One hat man zusätzlich noch die Möglichkeit zur farblichen Individualisierung des Rades.

Preis: € 3.999

Das Madone 9.0 auf der Trek Website

 

Trek Zektor 3

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Nachdem wir mit dem Madone 9.0 ganz schön abgehoben haben, kommen mir mittels Schwerkraft und Verkunft zum Trek Zector 3. Ich denke die Adjektive „vernünftig“ und „hübsch“ treffen dieses Rad am besten.

Warum ?

Wir können nicht ständig und immer mit dem Rennrad in voller Lycra Ausrüstung und Rennradschuhen durch die Gegend fahren. Ab und an müssen wir zur Arbeit, zum Supermarkt, oder zum Weserstadium. Und da wollen wir nicht mit dem Hollandrad der Frau fahren, sondern auch sportlich unterwegs sein. Und wenn dann eine Schramme an den Rahmen kommt, oder das Rad geklaut wird, dann darf uns das nicht in eine schwere Depression fallen lassen, weil gerade virtuelle € 3.999 von uns gegangen sind.

Da kommt das Trek Zektor 3 auf den Plan. Das Rad kostet weniger als magische € 1.000, fährt sich aber trotzdem sportlich mit einer so gerade noch akzeptablen Sora 9-fach Gruppe. Aber es hat auch hydraulische Scheibenbremsen, 32er Reifen und jede Menge versteckter Ösen, um es mit Schutzblechen, Gepäckträger und sogar einem Ständer nachzurüsten. Und durch einen Adapter am Vorbau kann man einfach Zubehör wie einen Tacho, oder eine Lampe anbauen, ohne dass das wie angeklemmt aussieht.

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Am besten gefällt mir das filigrane an dem Rad, insbesondere die Vorderradgabel. Und obwohl die Hauptfarben des Rades zweierlei Grau sind, hat es Trek geschafft auch bei einem günstigen Rad durch das Setzen von „Volt-Grünen“ Akzenten am Hinterbau und an der Gabel etwas besonderes zu erschaffen.

Das Rad ist definitv kein Superbike und manch einer mag hier denken: Was juckt mich dieses Ding? Ich finde es ist dennoch ein gelungenes Beispiel für ein günstiges Rad, das toll aussieht und einiges drauf hat.

Preis: € 849

Gibt es auch als Damenrahmen mit hellblauen Akzenten.

Das Zektor 3 auf der Trek Website

 

Liv Langma Advanced Pro Disc

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Mit der Marke „Liv“ möchte sich Giant von den Konkurrenten abzusetzen: Keine Männerräder im WSD = Women Specfific Design“, sondern teilweise komplett neu entworfene Rahmen mit eigener Geometrie und eigenem Design. Manchmal geht das farblich nach hinten los – aber nicht bei diesem Langma.

Warum ?

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Wie bitte? Man schaue sich dieses Rot an. Einfach nur schlicht rot – wie ein Lippenstift. Und kein Firlefanz oder unnötige Decals.

Hier hat jemand einmal nachgedacht, welche Farbe einer Frau gefallen könnte die nicht Pink ist und voll meinen Geschmack getroffen! Jetzt weiß ich zwar nicht, ob dieses Rad Frauen gefallen würde – auch wenn die ersten Rückmeldungen positiv waren. Aber ich kann mit Bestimmheit sagen, dass ich mich in absolut jede Frau direkt verlieben würde, die auf diesem Rad sitzt.

Und ich mag die Idee, dass das Langma aussieht wie ein halber, klassischer Damenrahmen. Als „Herr“ bin ich ein Freund des horizontalen Oberrohrs, aber die Idee ein modernes Damenrennrad mit stark abfallendem Oberrohr zu entwerfen finde ich sehr originell und  charmant.

Technisch ist das alles sinnvoll zusammengestellt: Ein Carbonrahmen mit mittelhohen (30 mm) Carbonrädern, Tubeless Reifen und einer Ultegra 11-fach Ausstattung. 140 mm hydraulische Scheibenbremsen mit Steckachsen hinten wie vorne. Alles Zeitgeist im Trend. Und dies beinhaltet leider (und das ist auch für fast alle anderen Räder 2018 wahr) diese schrecklichen Vier-Arm Shimano Kurbeln in Form von Teerklumpen und nicht ausgereifte Pressfit Lager mit Akkustik-Funktion.
Was ist eigentlich an so einem Vierkantlager für Hobbyfahrer nicht akzeptabel? Oder Hollowtech/GXP etc.? Warum Pressfit in seinen 101 Abarten?
Egal, bitte mehr von diesem Rot.

Preis: € 3.999

Das Langma auf der Liv Website

Einen ähnlichen, günstigeren Rahmen gibt es auch ohne Scheibenbremsen mit Ultegra oder 105er Ausstattung – leider in schwarz.

Giant TCR Advanced Pro 1 Disc

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Weiter in die Mänerabteilung bei Giant, die anders als bei einem Schuhladen, auf der Giant Ausstellung in Bad Hersfeld nicht in den Keller, oder in das 2. Obergeschoss verbannt wurde. Dort stehen die Propel (Aerorad), TCR (Normal) und Defy (Komfort) Räder, sowie ein paar weniger interessante Räder (Trinity, Contend, Omnium). Giant, die ja einmal sehr gut in der Produktion von Alu-Rahmen waren, haben mittlerweile voll auf Carbon gesetzt.

Warum ?

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Rein von Technik und Ausstattung, unterscheidet sich das Giant TCR nicht stark von den neuen Modellen anderer Hersteller in gleichen Segment, also z.B. dem Trek Emonda, dem Cannondale Synapse oder dem Canyon Ultimate: Ein leichter Carbonrahmen mit abfallendem Oberrohr, dazu mittelhohe Carbon Laufräder, 140 mm hydraulische Scheibenbremsen, Steckachsen hinten und vorne, neue Ultegra R8000 Ausstattung. Ach ja: Und Teerklumpen Kurbel, innenverlegte Züge und Pressfit Lager.

Mich hat das TCR besonders angesprochen, weil es einen sehr filligranen Rahmen hat, also so ganz anders ist, als zum Beispiel das Trek Madone. Und dazu eine sehr schöne, dunkle Lackierung in glänzendem blau-orange die nicht nach Aufmerksamkeit schreit.

Jedenfalls fand ich es so gut, dass ich es gleich für mich selber bestellt habe. Über die Fahreindrücke werde ich dann beizeiten einmal berichten.

Preis: € 3.340

Das Giant TCR auf der Giant Website

Basso Diamante SV

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Olmo, Moser, Milani, Vetta, Milanetti, Bottechia, Masi, Gios oder Basso. Die Liste erstklassiger italienischer Marken ist lang. Deshalb war es für mich besonders interessant auf der Eurobike zu schauen, was diese Hersteller heute anzubieten haben. Präsent waren die letzten großen und (wie ich persönlich finde) unsympathischen Marken wie Colnago, Bianchi und De Rosa mit großen Ständen. Dann gab es noch kleinere, lebendige Marken wie Basso, Wilier und Guerciotti. Und dann war Schluss. Schade – ich hätte gerne Daccordi, Olmo, CIÖCC oder Pinarello in Augenschein genommen. Aber zunächst zu Basso.

Warum ?

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Im Gegensatz zu vielen anderen, traditionellen italienischen Marken, ist Basso eine lebendige Marke deren Räder überwiegend in in Italien entwickelt, gefertigt und lackiert werden. In der Garage stehen zwei Basso Räder und beide fahren sich außergewöhnlich agil und schnell – trotz ihres Alters. Mit anderen Worten: Ich habe eine Menge positiver Vorurteile der Marke gegenüber.

Das Diamante SV ist das Spitzenmodell von Basso – und da es in Italien gefertigt wird ist es nicht gerade günstig. Dafür bekommt man technisch ein Rad auf dem Stand der Zeit mit ein wenig Integration. Insbesondere die Integration des Vorbaus und die Möglichkeit die Lenkerhöhe mit Spacern einzustellen ist clever gelöst. Dazu gibt es das Rad in vier verschiedenen Designvarianten und auch als Option mit Scheibenbremse.

Basso macht erstklassige Lackierungen – nicht nur in rot, weiß und grün.

Preis: Je nach Ausstattung teuer oder teurer. Am ehesten lohnt sich der Kauf eines Rahmens, um das Rad dann individuell aufzubauen. Oder die Komponenten vom Vorgänger gleich mit rüber zu nehmen.

Das Diamante SV auf der Basso Website

Wilier Cento10Air

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Wilier war für mich eine der größeren Überraschungen auf der Eurobike Messe. Die hatten eine sehr gute Präsenz, viele schöne und orginelle Räder auf dem Stand stehen, die bei mir einen „haben-wollen“ Reflex auslösten. Leider ist Wilier nicht gerade flächendeckend in Deutschland vertreten, so dass es schwer ist seine Hände an ein Wilier Rad zu bekommen.

Warum?

Es gibt jede Menge schöne Räder bei Wilier und das Cento10Air ist nur eins davon. Es ist dazu eins, dass man vom Hersteller mit einer Campagnolo Ausstattung kaufen kann, im Gegensatz zu den Rädern von Trek, Cannondale, Giant etc…… kaum ein Hersteller hat noch Gruppen im Programm außer Shimano und Sram etap. Das macht Sinn, wenn man nicht den wesentlich teureren Weg gehen möchte, Rahmen und Komponenten Stück für Stück zu suchen, zu kaufen und zu montieren. Das macht auch Sinn, weil die Standardmodelle von Wilier bereits sehr schöne Designvarianten bieten und es dazu noch die Möglichkeit gibt individuelle Varianten zu konfigurieren. Und Wilier hat eines der großartigsten Logos in der Radsportszene.

Die blau/hell-grüne Version oben zum Beispiel hat ein sehr schönes, glänzend/mattes Finish, dass etwas an das Chromvelato früherer Zeiten erinnert.

 

Technisch ist das sowieso alles auf Höhe der Zeit.

Preis: laut Wilier ab € 4.750.

Das Cento10Air auf der Wilier Website

Wenn’s ein wenig günstiger sein, aber trotzdem gut und individuell aussehen soll:

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GTR Team, ab € 1.900. Oder, in der gleichen Klasse wie das Trek Zektor 3: Das Jareen ab € 850.

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CIÖCC Pro Race

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Mehr als sieben Räder wollte ich nicht vorstellen, dann sah ich überraschend das Achte: Morgens im Wiegetritt Laden, als ein Stammkunde mit seinem CIÖCC Pro Race vorbei kam.

Warum ?

Es gilt alles, was bereits oben über das Wilier geschrieben wurde: Ein Rad, das nach Italien und Tradition aussieht, das eine schöne Lackierung hat, die man komplett in vielen Farbkombinationen individualisieren kann und dazu die Möglichkeit sich ein Rad mit Campagnolo Gruppe ohne viel Aufwand zu kaufen. Aber mit ein wenig Zeit, denn zwei bis drei Monate muss man bei CIÖCC auf eine Bestellung warten.

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Das Pro Race hat einen muffenlos geschweißten Stahlrahmen mit einem leicht abfallenden Oberrohr. Nach so vielen modernen Rädern, die ich in den letzten Monaten gesehen hatte, war es schön einen schönen, traditionellen Stahlrahmen in einem guten Design zu finden. Der dann auch nicht Retro ist, sondern modern aussieht. Und als Option gibt es das Pro Race auch mit Scheibenbremsen.

Preis: unbekannt.

Das Pro Race auf der CIÖCC Website.

Acht Räder werden der Vielzahl an neuen Rädern für die Saison 2018 nicht gerecht, zumal ich mir einige Hersteller wie z.B. Specialized oder BMC gar nicht angesehen habe. Aber es ist eine gute Basis, sich eine eigene Meinung über die Trends 2018 zu bilden und lange regnerische Herbstabende am Notebook oder Tablet auf der Suche nach dem n+1ten Rad zu verbringen. Viel Spaß dabei.

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RCB. Montags.Kante.

Diese Woche Montag war das vermutlich letzte RCB Montagstraining in diesem Jahr. Ich wollte unbedingt hin, um fit für den Münsterland Giro am Tag der deutschen Einheit zu sein, konnte aber nicht pünktlich um sechs da sein, da ich länger arbeiten musste.

Also um halb sieben auf’s Rad und dann gegen die Richtung der Trainingsrunde gefahren, um irgendwo eine Gruppe zu finden und dann mit der weiter zu fahren. Über Timmensloh und Grasdorf Richtung Wilstedt. Niemand kam mir entgegen.

Keiner. Die ganze Runde zu Ende gefahren, auch als anfing zu nieseln und es dunkel wurde. Zuhause nach prima Cross Kante vom vielen nassen Dreck auf der Straße.

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Five Types of Cyclists.

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Definitiv Full Kit Wanker.

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Carbon E-Bike – Wow Faktor 10.000

Wenn man denkt man hat alles gesehen, alle Witze gehört und nichts mehr einen überraschen kann. Just in diesem Moment kam Carbon E-Bikes.

 

Schwer zu sagen, was mich am Ende mehr beeindruckt: Der Superfahrer mit seinem entschlossenen Blick und überlegener Fahrtechnik, oder das tolle E-Bike mit Nexus Nabenschaltung?

 

 

 

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Stahlrahmen mit 105.

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Hallo, vor kurzem habe ich auf der Straße diesen wunderschönen, grünen Stahlrahmen mit einer 105er Schaltung gesehen – nur leider fehlten die Laufräder.

Kann mir hier jemand weiterhelfen und mir sagen, um was für einen Rahmen es sich hier handelt? Von den Muffen und der Verarbeitungsqualität her würde ich auf etwas italienisches aus den Siebzigern tippen. Oder?

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RTF Lauenau. 2017.

Gemeinsam mit 2014 und 2016 war 2017 die RFT Lauenau nicht nur die beste RTF in Lauenau, sondern auch die beste RFT 2017 überhaupt. Ein Loblied auf Lauenau, nach eigenen Angaben, „Heimat der Sitzmöbel.“

In Lauenau sitzt das Unternehmen Casala. Nie gehört? Aber vielleicht gefühlt, denn auf Produkten von Casala durften viele von uns vier Jahre lang sitzen.

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Hier sass einmal Thorsten Legat – auf „Kasalla“ Schulmöbeln.

Morgens um halb Neun ist von Kasalla in Lauenau noch wenig zu spüren. Träge dümpelt das Mineralwasser im Mineralwasserbad vor sich und wartet auch die ersten Besucher. Genau drei kamen am Sonntag, wie uns einer der Organisatoren später verriet, deutlich mehr um an der RTF von Victoria Lauenau teilzunehmen.

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Es ist kalt und wir sind mit einer ganzen Gruppe von Bremern da. Also nicht die, die ich gefragt hatte, mit Ausnahme von Hannes und Stefan, sondern die, die wir im Laufe des Tages kennenlernten: Ein RTFler, der mich von der Butterkuchenfahrt kannte und drei weitere die, nach eigenen Angaben, entweder auf dem Wümmedeich, oder in den Alpen fahren. Doch das wissen wir alles erst nachher. Jetzt müssen wir drei erst einmal bei 7 Grad losfahren; es ist kalt und wir haben noch 150 km und 2.000 Höhenmeter vor uns.

Obwohl wir mit die letzten sind, die an den Start gehen, überholen wir schnell auf der Landstraße raus ein paar andere Fahrer die noch kurz vor uns gestartet sind. Keiner ist schnell genug, oder hat Lust mit uns zu fahren, bis auf Racer X aus Wedemark. Wir wissen bis heute noch nicht, wie Racer X im richtigen Leben heißt, aber bei uns ist es mittlerweile eine alte Tradition alle unbekannten Mitglieder in einer Radgruppe als Racer X zu bezeichnen.  Ein Name, der übrigens von Tom Hanks ( ab 0:57 min) erdacht wurde.

Jedenfalls blieb Racer X an uns kleben und so wurde aus einer Dreier-, eine Vierergruppe mit der wir uns in den ersten Hügeln richtig gut warm fahren konnten. Direkt am zweiten Hügel, ich war eigentlich vorne und wollte das Tempo angeben, ging mir so richtig die Luft aus. Ich brachte einfach keine Kraft auf die Pedale und fuhr langsam und dann auch noch am Limit. Alle überholten mich und ich fiel einige zehn Meter hinter unsere Gruppe zurück. Das war ungewohnt und bitter – woran lag es bloß? Nicht genug zum Frühstück gegessen? Eine Erkältung im Anmarsch? Ein Fluch der auf diesem Hügel liegt und alle trifft, die mehr als zehn Jahre in Japan lebten? Wir werden es niemals wissen, aber es kratzte deutlich an meinem Selbstbewusstsein. Und so machten wir zum ersten Mal überhaupt bei dieser RTF am ersten Kontrollpunkt in Hemeringen Pause und tankten leckere Schmalzstullen.

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Hemeringener Schmalzstullen

Dann ging es schon besser. Nach 57 km kamen wir zu dem nächsten Verpflegungspunkt in Friederichshöhe, an dem wir prompt vorbei fuhren. Eigentlich hatten wir uns abgesprochen, dass wir dort nicht halten wollten. Und 50 Meter vor uns fuhren die rot-weißen, die wir nun zum zweiten Mal einholen wollten. Tatsache ist aber leider auch, dass die Strecke dort nicht einfach geradeaus weiter geht, sondern man am Kontrollpunkt links abbiegen muss. Da wir aber weiter geradeaus fuhren, hatten wir uns nun auf die sehr seltene, aber auch schöne 155 km Runde begeben. Ebenso wie die Rot-weißen. Also zurück zum Kontrollpunkt und weitere Schmalzstullen.

Dort klagten uns die Organisatoren ihr Leid: Immer weniger Helfer sind bereit eine RTF zu organisieren, einige RTFs sind bereits komplett eingestellt worden oder finden nur noch im zweijährigen Rhythmus statt, die Adlerrunde im Harz soll 2018 komplett ausfallen. Und nachher am Ziel erzählte man uns, dass weniger als 300 Teilnehmer 2018 dabei waren, „wir hatten schon einmal über 450„.

Das kann eigentlich nicht wirklich verwundern, wenn man einmal schaut wer und was bei einer RTF mitfährt: Da ist fast niemand dabei, der unter 40 Jahren alt ist, und vielleicht liegt es auch daran, dass ich dieses Jahr so viele neue Räder geschaut habe, da fahren ja fast nur Alu Räder die zehn Jahre plus auf dem Buckel haben! Und genauso sieht es natürlich auch bei den Helfern aus, bloß, dass die noch einmal 20 Jahre älter sind. Nicht als die Räder, sondern als die Teilnehmer.

Das ist alles schade und beklagenswert, oder man macht etwas dagegen. So wie der RCB, dem es 2017 ja gelungen ist, seine eigene RFT in Bremen erstmalig erfolgreich durchzuführen.

Zurück zur Strecke: Nun kamen wieder ein paar fiese Anstiege, zum Glück war ich nun auch deutlich besser drauf. Gerade rechtzeitig, um die schönsten Passagen dieser RTF zu geniessen.

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Lieblich geschwungene Hügel so weit das Auge blicken kann.

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Hannes bei der Abfahrt

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Hannes, nach dem Anstieg.

Ich mag diesen Teil besonders gerne, weil sich kurze Anstiege auf wenig befahrenen Straßen mit schnellen Abfahrten und schönem Blick auf die hügelige Landschaft abwechseln. Wie gerne würde ich in so einer Gegend leben und fahren, allerdings sollte so etwas wie Bremen doch auch gleich um die Ecke sein.

Stefan meinte zu recht, dass die Gegend doch sehr abgelegen ist und man sich fragen muss, wer da in zehn, zwanzig Jahren überhaupt noch wohnen wird. Sehr deutlich wurde das in Thevenhausen, am nächsten Kontrollpunkt. Hier ist ein Foto der örtlichen Metzgerei, aufgenommen im letzten Jahr bei der RTF.

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Metzgerei Goksch in Thevenhausen, 2016

Und hier Goksch noch einmal 2017:

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Metzgerei Goksch, Thevenhausen 2017

Will sagen: Wirklich viel passiert da in Thevenhausen nicht. In Japan, wo ich lange gelebt habe, ist dieses Problem noch deutlich ausgeprägter, da die Bevölkerung im Vergleich zu Deutschland dort früher angefangen hat schneller zu altern. In einigen Regionen gibt es Dörfer die komplett aufgegeben wurden, Dörfer in denen die Schulen seit Jahren verrammelt sind und nur noch Menschen über 60 Jahre wohnen und Kleinstädte in denen die Hälfte der Geschäfte verrammelt ist.

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Kabira, Ishigaki. Aufgegebene Schule.

Gegenüber der Metzgerei Goksch in Thevenhausen ist der Kontrolpunkt der RTF. Da steht ein Haus. Hm, dachte ich immer, also so ein normales Haus, da wohnt irgend jemand drin, der mit der RTF irgendwie zu tun hat. Nö, auch hier wohnt niemand mehr, aber die Toilette funktioniert noch. Hier riecht es nach Moder im Teppich und Schimmel auf Tapete. An den Wänden hängen Relikte der Vergangenheit.

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Wir machten uns dann auf die zweite Runde um das Kalletal, die die zusätzlichen 30 km der 150er Runde im Vergleich zur 120er bringt. Wieder durch diese tolle Landschaft.

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Nach dem zweiten Stop in Thevenhausen folgt eine „Transferpassage“ über Varenhold, Möllenbeck und Exten nach Großwieden zur Fähre über die Weser. Diesen Teil finde ich nicht so prickelnd. Es geht durch so ein Gewerbegebiet, wo ich schon einmal den Abzweig nach links verpasst hatte. Aber er war aber aus psychologischer Sicht recht interessant, da zum ersten Mal vor uns eine rote Ampel auftauchte. Fährt man in einer Gruppe mit Fahrern zum ersten Mal, sind ja die Regeln, was das anhalten bzw. überfahren von roten Ampeln angeht, noch nicht etabliert. An sich müsste man ja anhalten, aber Tatsache ist ja auch, dass man auch gerne mal drüber fährt. Aber wie werden die Anderen darauf reagieren? Gibt es dann gleich einen Rüffel, wird man aus der Gruppe ausgeschlossen, oder handelt man sich, wie letztes beim Silbersee Triathlon, eine „disziplinarische Maßnahme“ ein wegen „Verdacht auf Missachtung einer roten Ampel“.

Racer X war vorne und schaut sich mit schlechtem Gewissen um. „Los, weiter!“ schallt es von hinten.

Die Weserfähre in Großwieden ist ein weiterer Höhepunkt dieser RTF. Zum Glück liegt der Kontrollpunkt nun seit einigen Jahren auf der Seite, auf der man auf die Fähre warten muss, so dass sich warten, essen und trinken miteinander kombinieren lassen. Die Kontrollstation ist in eine „Schutzhütte“ integriert. Die brauchten wir auch, denn es fing nun heftig an zu regnen.

Als Bauingenieur muss ich hier mal sagen, dass diese „Schutzhütte“ echt mies ist. Sie besteht aus drei Wänden, die aus Garben (also Drahtkörbe mit Steinen gefüllt) gefertigt sind und einer offenen Seite nach vorne. Darüber spannen sich Stahlträger, die ein Glasdach halten. Das ist alles sehr aufwändig und teuer und 50% der überdachten Fläche besteht aus diesen dicken Wänden, die ja, im Gegensatz zu den Menschen dort, keine Überdachung brauchen. Wir waren zu viert, plus drei Personen am Kontrollpunkt und ein Hund und wir passten so gerade unter das Dach. Mein Prof hätte die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und mal wieder etwas schlechtes über Architekten gemurmelt.

Im strömenden Regen setzten wir dann über die Weser, die Überdachung der Fähre bot einen vergleichsweisen guten Schutz.

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Weserfähre bei Großwieden

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Stefan, Racer X, Hannes und ich (v.r.n.l)

Zehn Minuten später waren wir bis auf die Socken nass. Zum Glück ging es jetzt auch auf die Schaumburg, so dass wir wenigstens warm blieben. Ich fuhr vorne weg, das Selbstbewusstsein war immer noch nicht ganz wiederhergestellt und die anderen hinterher. Hier ging gar nichts mehr im Wiegetritt, denn die Straße war nass und glitschig und verlangte einiges an Konzentration. Und ist man dann endlich an der Schaumburg, geht es noch ein ganzes Stück weiter, das hatte ich komplett vergessen.

Auf der anderen Seite geht es dann schnell runter. Dieses Jahr nicht ganz so schnell, weil die Straßen nasse waren, aber erstaunlicherweise hörte der Regen auch wieder auf und der Asphalt wurde trocken. Es war so, als wenn die Wolken an der Schaumburg hängen geblieben wären. Alles war gut, wir waren nass, aber jetzt konnten wir schnell ins Ziel fahren.

Dachte ich. Denn dann fing es wieder an richtig zu regnen. Heftig. Racer X fuhr neben mir und ich sagte zu ihm „Jetzt fehlt nur noch ein wenig Hagel.“ Und prompt fing es ein paar Minuten später an zu hageln. In so einem Wetter bin ich auch noch nicht gefahren. Ich ersparte mir einen Kommentar a la „Wenn es jetzt noch zu blitzen und zu donnern anfangen würde…“ denn ich wollte lebend nach Hause.

Und so kamen wir endlich am Ziel, dem Mineralbad wieder an. Racer X zog es gleich nach Hause, Hannes und ich duschten erst einmal und dann bestellten wir erst einmal Würstchen und quatschten was. Am Kuchenbuffet war das Blech mit Mohnkuchen schon komplett weg, Zetschgen ebenfalls, nur noch Apfel/Rosinen und „Streusel Melba“ war noch da, was etwas über die Beliebtheit der verschiedenen Kuchensorten aussagte. Ich bin ja auch der totale Mohnkuchen Typ, machmal stehe ich sogar nachts auf und hole mir den, genau wie Ulricke Jockiel sich die Yogurette holte.

Danke an Hannes, Stefan, Racer X und den Viktoria Lauenau für diese denkwürdige RTF.

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EuroEverything 2017.

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Ende August fand in Friedrichshafen die Eurobike Messe statt – zehn Hallen voll mit Zeugs, etwa 790 km von Bremen entfernt. Was muss man über die Eurobike 2017 wissen?

Das war meine erste Eurobike Messe und die Reise dorthin begann um fünf Uhr morgens. Acht Stunden später waren wir da, hatten vier Stunden Zeit uns umzusehen, am nächsten Tag noch einmal sieben Stunden und dann ging es wieder acht Stunden nach Bremen. 16 Stunden Fahrt für 11 Stunden schauen und stauen.

Mein erster Eindruck der Messe war: „Och, das ist ja gar nicht so groß wie ich dachte!“ Klar, wer schon einmal in Köln; Frankfurt oder Düsseldorf auf einer Messe war, den kann Friederichshafen nicht umhauen. Obwohl, die Messe wo ich wohl am häufigsten war ist die ZOW in Bad Salzufeln. Das ist die weltgrößte Messe für Möbelbeschläge und Menschen aus aller Welt, die Möbelbeschläge für unheimlich spannend halten kommen dorthin. Ich frage mich, was z.B. ein Chinese, der mit dem Jumbo in Frankfurt ankommt, weiter fliegt nach Hannover und dann mit dem Taxi zur ZOW fährt, nach seinem Besuch in Bad Salzufeln zuhause in Wuhan seinen Freunden erzählt: „Deutschland? Nur alte Menschen mit Rollatoren und alte Häuser. Total unmodern. Die hauen wir weg.“

Aber egal, Friedrichshafen ist nicht Bad Salzufeln. In Friederichshafen ist unheimlich viel Zeug. Um da überhaupt einmal einen Griff drum zu bekommen, kann man das grob in fünf Gruppen einteilen:

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Große Marken mit riesigen Ständen
Also Dinge, die man an sich schon gut kennt, wie sagen wir einmal Campagnolo, BMC, Shimano, ABUS oder Vaude. Man schaut da schnell rein und guckt, ob es etwas neues gibt von dem man noch nichts gehört oder gewusst hat. Das ist entweder nicht der Fall, oder man bekommt es nicht mit, weil es einem niemand dort am Stand erklärt.

Interessant finde ich, wie einige Marken, die es noch nicht solange gibt wie z.B. POC, Leyzne, X Bionic oder Rondo sehr große, gut gemachte Stände haben, obwohl das Produktangebot noch eher schmal oder sehr „Standard“ ist. Was ist denn bitte das besondere an deren Produken wie Helme, Beleuchtung, Bekleidung oder Räder, das machen auch viele andere? Aber hier liegen richtig Marketing-Dollar in der Luft mit denen diese Marken nach vorne gepusht werden. Woher kommt das Geld dafür?

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Alte Bekannte und interessantes Neues
Mittlerweile kenne ich ja wenigstens ein paar Leute in der Branche von anderen Events und die habe ich auf der Eurobike wieder getroffen, z.B. die Vertreter von Hartje. Die Sachen hat man alle bereits gesehen, aber es ist nett sich wieder zu treffen und ein wenig zu quatschen. Daneben gibt es eine Reihe von schönen Rädern, z.B. von Wilier, Guerciotti, Basso, Ridley oder eben Rondo, bei denen die Aussteller tatsächlich ein Interesse daran haben mit Einzelhändlern in Kontakt zu kommen und an diese zu verkaufen, meist über einen Importeur in Deutschland.

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Toll, aber unmöglich
Ab und an sieht man wirklich tolle Produkte, die man wirklich gerne im Laden haben würde. Und wenn man dann mit den Ausstellern, z.B. aus Italien oder dem fernen Osten ins Gespräch kommt und fragt, wie und wo man denn bestellen kann, dann heißt es: „Klar, direkt bei uns in Taiwan, wie viele Container dürfen’s denn sein?“ oder „Wir haben keinen deutschen, sondern nur einen europäischen Importeur – auf Teneriffa.“ Eine japanische Firma gab mir die Visitenkarte eines Japaners in der Nähe von Paris mit eigenem Weingut der deren Produkte vertreibt. „Hat er die Teile auf Lager?“ „Nein, aber er liebt Fahrräder!“ Kurz gesagt, es erscheint hoffungslos, das man das Zeug jemals in den Händen halten wird. Schade drum.

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Doof.
Erstens: Aha, ein Rad aus Bambus, was für eine tolle Idee. Oder das Rad, wo das Hinterrad direkt mit Pedalen angetrieben wird, also sozusagen ein Pedalfixie. Ganz toll. In einer Umgebung in der man extrem vielen Reizen ausgesetzt ist, nimmt die Bereitschaft sich mit Dingen auseinanderzusetzen, die man nicht sofort versteht, rapide ab. Man schaut sich das eine Sekunde an, hat das Gefühl eine Sekunde Zeit verschwendet zu haben und geht weiter.

Zweitens: Chinesische Stände. Die könnten einem den Nachbau einer Campagnolo Super Record Gruppe in Gold anbieten für € 11,90 – man würde trotzdem automatisch nein sagen. Interessanterweise spricht auch keiner mit den Chinesen dort, am Stand sind aber oft andere Chinesen. Die haben keine Chance in Friedrichshafen, weil sie einfach nicht ernst genommen werden. Oft auch zurecht.

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SARS. Aha. Deswegen konnte ich 2003 mal nicht nach Taiwan. Kein guter Name für ein Unternehmen. Dann schon besser King Kong.

Die fünfte und letzte Gruppe ist auch zugleich die mit Abstand größte: Dinge die man einfach schon x-mal gesehen hat. Sagen wir mal: Ein schwarzes Trekking Rad. Man kommt also am Stand der VSF Fahrradmanufaktur vorbei und sieht erst einmal dreißig schwarze Trekkingräder. Es ist, als wenn gerade sämtliche Farben dieser Welt gerade unten rauslaufen und nur noch schwarz und weiß übrig bleiben. Ich finde deren Räder sooooo langweilig. Und dann läuft man weiter zu, sagen wir mal zu Winora, Bergamont oder Koga und da stehen auch wieder ganz viele schwarze Trekkinggräder rum. Ganz zu schweigen, von den Herstellern die man nicht kennt und deren Namen man auch nicht behalten kann, weil man sich fragt, wie die auf die Idee kommen nun mit schwarzen Trekking Rädern den deutschen Markt erobern zu wollen. Fazit: Man sieht viel und behält davon absolut nichts im Kopf.

Ich habe mich dieses Jahr auf der Eurobike darauf konzentriert, was es alles an Farben gibt und dabei die eine oder andere interessante Entdeckung gemacht.

[wird fortgesetzt]

Basso

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Guerciotti

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Bricklane Bikes

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Wilier

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De Rosa

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Colnago

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Parlee

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3T

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Speedvagen

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Bergamont

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Rondo

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Andere

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