Dörfer mit aussergewöhnlichen Namen

Morgen ist Triathlon und ich habe die Woche nicht allzu viel dafür trainiert.

Zumindestens wird am Abend vor dem Triathlon nicht gesoffen, dass ist schon einmal ein Fortschritt. Allerdings am Abend vor dem Abend vor dem Triathlon und so wachte ich heute morgen mit einer dicken Birne auf. „Betrinke Dich nur in Deinen eigenen vier Wändern“ ist eine alte Beatnik Weisheit von Jack Kerouac. Prima, man weiß wo man aufwacht, aber leider ist dann auch immer eine Menge aufzuräumen und mit einem dicken Schädel macht das alles keinen Spaß. Also, dachte ich mir, als ich so mit dickem Schädel in meinen eigenen vier Wänden herumlungerte, kannste ja auch ein wenig trainieren für morgen.

Ich dachte also, ich fahre einfach mal so los Richtung Süden auf der falschen Weserseite (der Linksweserigen) und erkunde ein paar neue Straßen und zack bin ich nach 50 km oder so wieder zu hause. Und damit das auch ein richtiges Training wird, bin ich im kleinsten Gang gefahren und habe 100 rpm getreten.. Prima, davon wird man schnell warm. Nicht prima, dass man von mittelalten Männern auf MTBs überholt wird. Zum ersten Mal bin ich über das Weserwehr gefahren, das kannte ich noch gar nicht. Man fährt darüber und kommt genau an unserer Sonntagsbank aus – praktisch! Von da aus ging es Richtung Riede und Thedinghausen und dort fand ich ein interessantes Geschäft:

Ich bin nicht ganz sicher, aber ich vermute es handelt sich um ein Bestattungsunternehmen, dass sich auf Massengräber spezialisiert hat. Mir kam dann die Idee, dass ich wieder eine Tour der komischen Ortsnamen machen könnte. Letztens, auf dem Weg nach Brauschweig kam ich durch einen Ort namens Hodenhagen der nun wegen eines Safaripraks recht berühmt ist. Aber Hogenhagen? Ich meine, OK, der Ort hat bestimmt eine Geschichte von 400 Jahren, aber wussten die verdammt noch Mal in der Zeit des dreissigjährigen Krieges nicht was Hoden sind? Und welcher Tünnes kam denn auf die Idee seine Heimat so zu nennen?

Hodenhagen liegt weit weg und so machte ich mich auf den Weg an eine andere Stätte des Grauen: Adolfshausen. Man hört den Namen und ich weiß nicht wie es anderen geht, aber sofort hat man ein Bild von dem Ort im Kopf. In meinem Fall bestand das Bild aus schneebedeckter Landschaft mit ein paar Bäumen, etwa so:

Aber hier ist ja gerade Sommer und deshalb war Adolfhausen auch ganz anders. Ich wollte eigentlich ein Foto von dem Ortsschild machen, aber es gab keins.  Oliver erzählte mir heute, dass die Ortsschilder ständig gestohlen werden. Er hatte aber dieses schöne Foto parat, was die ungefähre Lage von Adolfshausen beschreibt, 2 km vor Jerusalem aus Richtung Berlin.

Die Strassen wurden aber immer schöner und das Stück von Emtinghausen nach Heiligenfelde war wirklich gut. Und dann östlich von der B6 wurde es noch besser, weil ein wenig hügeliger. Ich glaube ich bin da schon einmal mit den Anderen gefahren, bin mir aber nicht sicher. Aber ich mag das, einfach so ziellos durch die Gegend zu fahren auf neuen Straßen die ich noch nicht kenne. Natürlich sind das nicht die Alpen oder die Berge von Chichibu, aber dafür gibt es auch viel mehr Wege und man braucht viel weniger Planung.

In Syke kam ich dann zurück in die deutsche Realität.

Das war die Schaft- und Katezenecke. Das ganze Areal ist riesig, hinten gab es auch noch Hasen, Enten, Hunde, Gänse und Hirsche. Alles schön tier-rassisch getrennt.

Von Syke ging es dann weiter nach Brinkum und Stuhr. Von Stuhr dann nach Bremen und wieder einmal bei IKEA vorbei – gibt es eigentlich einen Weg nach Stuhr ohne bei IKEA vorbei zu müssen? Ich kam dann am Flughafen aus, das war neu und dort kann man gut fahren. Meine 50 km Runden hatte sich mittlerweile auf fast 90 km ausgeweitet. Also dachte ich mir, jetzt kann ich auch noch Mal zum Überseehafen fahren und mir die Strecke vom Triathlon ansehen.

Das habe ich dann auch getan und schon einmal unseren Stammtisch in meiner Lieblingskneipe Krokodil reserviert für die Siegesfeier morgen. Übrigens, für die, die es nicht wissen: Das Krokodil liegt gleich neben dem Elefant, ist aber Klassen besser.

Die Strecke ist übrigens recht einfach gestrickt. Man fährt quasi bis zur Waterfront und dann wieder zurück. Vermutlich wird es sehr windig werden, und der Wind bläst dann genau gegen die Richtung raus. Aber dadurch, dass man die Richtung wechselt und zwei Runden fährt gibt es nur kürzere Stücke mit Gegenwind und Rückenwind. Technisch ist das alles nicht.

An der Weser ging es dann zurück nach Hause. Der Fan-Tag bei Werder war gerade zu Ende und so kam ich mit den Massen zuhause an. Ich hatte ganz schön dicke Beine.

War ein bißchen viel. Mal sehen, wie es morgen läuft.

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2012, Mob, Touren

2 Antworten zu “Dörfer mit aussergewöhnlichen Namen

  1. Bloeh

    Wiedermal großes Kino, habe dir das Foto mit dem Ortsschild geschickt!

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