Tagesarchiv: 26. August 2012

Bremen Challenge 2012. 1. Udo Lattek.

Vor einigen Tagen sah ich einen Film im Fernsehn über die Flucht der deutschen Bevölkerung aus Ostpreußen über das Haff 1945. Viele Tote, viel Leid, viele Tränen. Nein, so war die Bremen Challenge dieses Jahr nicht. Aber einer der Flüchtlinge war Udo Lattek, der als Zehnjähriger dort auf der Flucht war und das Jahre später in der Sendung kommentierte als „Horrorfilm ohne Halbzeit“. Das trifft den Kern der Bremen Challenge ganz gut.

Ehrlich gesagt, was ist denn bitte ein Horrorfilm MIT Halbzeit? Preußen Münster gegen Werder im Pokal? Und auch wenn die Halbzeit ausfällt, so gibt es doch immerhin ein Ende. Das ist der Gegensatz zu „ein Horrorfilm ohne Ende“ oder „ein Horrorfilm ohne Halbzeit und Schlußpfiff“.

Ich hatte wirklich hart für die Bremen Challenge trainiert. Das Wochenende davor war ich einmal um die Mürritz gefahren, aber, noch viel wichtiger, am Abend vorher hatten wir bei Freunden im Garten gegrillt und jede Menge getrunken. Das ist das beste Training überhaupt vor einem Rennen, weil es einem eine Vielzahl von Entschuldigungen bietet, warum es dann nicht gut gelaufen ist. Mein Wecker klingelte nach fünf Stunden Schlaf und ich hatte so gar keine Lust mein Bett zu verlassen. Erst einmal eine Aspirin und dann gaaaaanz langsam.

Ich habe wirklich Horror (ohne Halbzeit) vor dem Tag wo ist es einmal nicht mehr schaffe mich zu motivieren und aus dem Bett zu steigen. Allein der Horror vor diesem Tag motiviert mich auch die bescheuersten Dinge zu machen, wie zum Beispiel an der Bremen Challenge teilzunehmen. Dort gibt es für jemanden meiner Leistungsstärke nichts zu gewinnen außer einem Aufenthalt im RTW und einem Haufen kaputter Radteile. Also, hatte ich mir diesmal gedacht, dann mache ich doch lieber etwas sinnvolles und unterstütze Schnoop bei ihrem Versuch auf das Podium zu fahren und biete mich als Helfer an.

So fuhr ich also um kurz nach sieben unter dunkelgrauem Himmel in die Überseestadt weil ich mich zunächst einmal ummelden musste. Ich gab voll Gas und wurde doch nicht schneller als 25 km/hr – ein schlechtes Zeichen. Ich hatte mich nämlich für da 120km Rennen angemeldet, keine gute Idee auch wegen dem ständig schlechter werdendem Wetter. Es gab ein großes Zelt von Wiegetritt und Muckel, Matthias, Campadre und Schnoop waren schon da. Das hat Wiegetritt schon gut organisiert und auch wenn ich nicht Teil des Teams bin, durfte ich dort abhängen und bekam später Cola und Kuchen.

Wiegetritt hatte fast die gesamte Wüstfamilie engagiert. Marcel Wüst startete bei den 120 km, seien Frau Heike Wüstin bei den 60ern und eines von den kleinen Wüstchen durfte ich dann im 60 km Rennen überholen.

Dann ging es auch schon an den Start. Eigentlich wollte ich mich ganz vorne einreihen, da wo das Damenteam von Wiegetritt mit Schnoop startet, aber da man mich auch von schlechtesten Lichtverhältnissen noch nicht einmal mit einer bulgarischen Kugelstoßerin verwechseln konnte (meinem nähsten weiblichen Äquivalent) machte ich mich dann doch auf den Weg in den A Block. Am Start schaute ich mir meine Mitwettstreiter an:

Oh Gott, der hatte ja Beine wie Gregory Hincapie:

Und dieser hier hatte es wohl mit den Augen, jedenfalls trug es vor seiner Radbrille noch eine weitere. Oder hatte er vor im Rennen etwas zu lesen? Vielleicht die Biographie von Udo Lattek („Ich war oft schneller als der Ball?“).

Ich war gerade so richtig dabei gute Fotos zu machen, da wurde schon zum Start runtergezählt und los ging es. Ein Feld von aufgeputschten Fahrern die mit Mühe und Not von der Rennleitung, dem THW und dem Führungsfahrzeug gebändigt werden konnten. Was sollte dieses Rennen noch an Überraschungen bringen?

Dies dann im 2. Teil, außerdem dort zu lesen das ich zeitgleich mit Robert Bartko ins Ziel kam (äh, glaube ich), was sonst so alles am Wiegetritt Fstzelt passierte und das Oliver nach der ersten Runde bei den 120ern schon ziemlich geschafft aussah.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Bremen, Mob, Rennen