Dieser praktische und kurze Videoclip von Eighthinch beantwortet eigentlich alle Fragen, die so beim Aufbauen eines Single Speed oder Fixed Gear Bike anfallen. Entsprechende Forumsseiten auf dem Web können nun geschlossen werden.
Monatsarchiv: September 2012
Weltmeisterschaft im Limburg: Männer
Wie schön. Nachdem Marianne Vos als Favoritin der Herzen, zumindestens meines das Damenrennen gewonnen hat, zog nun heute Philippe Gilbert als Favorit der Männer verdient nach.

Team GB pöbelt am Start rum und macht sich in der ersten Reihe breit.


Cauberg, die erste von neun.

Die Attacke von Philippe Gilbert. Die Anjderen wußten das sie kommt, sie wußten wo sie kommt, aber ….


Photos via Cycling Tips.
Die Weser runter
Herbst stimmt mich melancholisch: „You can get addicted to a certain kind of sadness“ heißt es in dem Lied „Somebody I used to know“ von Goyte. Dies is nun „A song I used to hear“, nachdem meine Tochter das mit ihrer Grundschulklasse eingeübt und vorgeführt hat, sind die Erinnerungen beim hören nun andere.
Bevor mich die ganze Melancholie nicht mehr aus den Federn kommen läßt, habe ich mich an diesem schönen Spätsommertag nachmittags auf mein Rad gesetzt und bin losgefahren. Tobias hatte mir erzählt, dass seine Lieblingsstrecke an der Weder lang hinter dem SWB Kraftwerk nach Achim ist – das wollte ich einmal ausprobieren aber in umgekehrter Richtung.
Kaum war ich am Platzhirsch und wollte die erste Bergprüfung nehmen, kam mir auch schon Harald entgegen. Er sagte einige sehr liebenswürdige Dinge zu mir („Eigentlich siehst Du aus wie Vierzig…“ und verschwand dann auf dem Weg nach Hause. Ich fuhr weiter über Fischerhude und Sagehorn nach Oyten und Bassen und durch die Felder Richtung Achim. Durch Achim ist es dann ein wenig schwierig den Weg zur Weser zu finden, aber ich friemmelte mich durch …. nur das war überhaupt kein Weg auf der rechten Weserseite.
Also fuhr ich weiter durch die Achimer Marsch bis ich zu einem Restaurant kam und dahinter begann dann endlich der Deich. Und hörte dann auch schon gleich wieder auf. Auf dem Deich war eine Schranke und dahinter nur noch ein Grassweg. Nun war ich aber zum Glück zwei Wochen vorher mit Harald im Harz gewesen, so dass mich weder Schranken noch Grasswege in irgendeiner Weise davon abhalten können weiterzufahren.
Ja, Harald hat mich ganz schön hart gemacht. Blitzrad hätte auf den nächsten 500 Meters wahrscheinlich drei Platten gehabt, nach 760 Metern wäre sein Rahmen in der Mitte gebrochen als sich das Schaltwerk um die Kettenstrebe wickelte und bei 944 Meter hätte dann seine Freundin mit ihm Schluss gemacht. Aber seitdem wir mit Harald im Sprenggebiet des Harzes waren ist uns eigentlich alles egal, wir hängen nur noch an dem nackten Leben.
Endlich begann wieder eine Strasse, die dann auch gleich wieder aufhörte und es begann ein noch extremeres Stück Rasendeich.
Zum Glück hatte aber das auch irgendwann einmal ein Ende, die Durchschnittsgeschwindigkeit war aber allemal versaut. Und dann kam auch endlich wieder eine normale Straße, die mich prompt in dem Hemmelinger Hafen führte. Da kannte ich mich wieder aus und nahm den schnellsten Weg nach Hause.
Wie Tobias da mit seinem Single Speed Rad fährt wird mir zumindestens für heute ein Rätsel bleiben.
Zu Verkaufen: Nitto Rennlenker Modell 55

Nitto (日東) ist eine japanische Legende.
Das Unternehmen existiert seit 1923 und baut hochwertige Radkomponenten, die unterem anderem in japanischen Bahnradsport („Keirin“) verwendet werden. Bekannt sind insbesondere Lenker, Vorbauten und Sattelstützen. Vom japanischen Verband zugelassene Komponenten tragen das NJS Logo (mehr dazu hier auf Englisch).

Soweit so gut. Tatsache ist aber auf der anderen Seite auch, dass Nitto eine kleine langweilige Fabrik in den schlimmsten Vorstädten von Tokyo ist (Präfektur Saitama) . Ich kenne solche Fabriken, ich habe vermutlich hundert von denen in Japan seit 1998 besucht. Man kommt da rein und alles ist dunkel, nicht aufgeräumt und sieht total ineffizient aus. Wie bitte, das ist das japanische Qualitätswunder, von dem wir alle lernen sollen, wundert man sich? Aber die Dinge die aus solchen Fabriken kommen sind wirklich von ausserordentlich guter Qualität und dafür gibt es zwei Gründe: Erstens, die Menschen die dort arbeiten arbeiten schon immer dort und haben in ihrem Leben nichts anderes gemacht. Sie wissen was sie tun, sind motiviert und machen das gut und werden nicht ausgetauscht. Und zweitens, diese Art von Unternehmen stellt im Prinzip immer die gleichen Produkte her und optimiert diese über die Zeit langsam. Da gibt es nichts neues nur altes, altes, altes. Und das kann man halt gut.

Die Produkte von Nitto sind daher, ähnlich wie z.B. auch bei den Pedalen von MKS (selbe Präfektur, selbe kleine Fabrik, auch NJS, auch nur altmodische Produkte), auch nicht gerade neu vom Design her. Aber eben hochwertig und gut und vor allem für Retroräder gut geeignet. Man schaue sich die Website an (japanisch, aber mit deutschen Bildern):
- Lenker (heisst auf japanisch übrigens „HANDEL BAR“ nach dem deutschen Komponisten, der sie zum ersten Mal an seiner Orgel anschraubte
- Vorbauten
- Sattelstützen
- Flaschenhalter und anderes Zeuch
- Gepäckträger (ohne NJS Logo)
Die Karbonfasern dieser Welt mögen aus Japan von Torray, Teijin und Mitusbishi Chemicals kommen, Nitto macht Aluminium und Stahl und damit Punkt. Ich wage einmal zu behaupten dass, wenn es in den letzten Jahren nicht so einen Rad- und besonders SingleSpeed Boom gegeben hätte, dann wären Firmen wie Nitto heute pleite.
Nun ist aber Nitto da und hat ein altes Produkt (ach!) wieder neu aufgelegt: Den Lenker Mod.55, der 1978 zum 55. jährigen Bestehen des Unternehmens zum ersten Mal in limitierten Auflage hergestellt wurde. Hier ist z.B. ein sehr schönes altes Panasonic Rennrad von 1993, dass diesen Lenker benutzt.

Mod. 55 ist ein Rennlenker mit klassischer Geometrie, also er macht zunächst eine sanfte Biegung nach vorne und nicht eine sehr lange mit großem Radius, wie z.B. Criterium oder Bahnradlenker. Die Biegung ist dann voll rund nach unten, also nicht „anatnomisch“ wie es heute bei vielen Lenkern der Fall ist. Der Unterlenker geht relativ lang nach hinten.
Technische Daten:
- Material Aluminium
- Lenkerbreite (c-c): von 380 mm bis 420mm in 10mm Intervallen wählbar
- Klemmdurchmesser 25,4 mm
- Lenkerdurchmesser 23,8 mm
- Drop: 135 mm (etwas mehr als moderne Lenker, also tieferer Unterlenker)
- Reach: 95 mm (deutlich mehr als moderne Lenker, ermöglicht kürzeren Vorbau)
- Gewicht etwa 310 Gramm

Man vergleiche das etwa mit Lenkern die heute gene benutzt werden wie Ritchey Logic II (Breite/Drop/Reach: 400/125/72) oder Easton EA70 (400/130/75).
Ich habe fünf Lenker (380 bis 420 mm) durch Hiroshi von C Speed in Japan besorgt und möchte diese nun gerne hier verkaufen. Das war nicht billig, denn erstens steht der Yen – Euro Wechselkurs gerade sehr ungünstig (schwacher Euro), zweitens kostet alleine das Porto schon eine Menge Geld und drittens durfte ich dann beim deutschen Zoll auch noch 19% Mehrwertsteuer zahlen. Daher würde ich gerne 75 Euro für einen Lenker nehmen.
In Original Nitto Verpackung. made in Japan.
Prägungen; der Lorbeerkranz links mit 55 erinnert an das alte 3ttt oder ITM Logo. Das „Nitto“ Wappen rechts hingegen an Cinelli.
Klassische Geometrie, hier mit einem passenden 60mm Nitto Vorbau.
Man möge mich korrigieren, aber bislang habe ich den Lenker noch nicht auf dem Web zum Verkauf außerhalb von Japan entdecken können.
Bei Interesse bitte bei mir melden.
Eingeordnet unter 2012, Bits&Pieces, Mob
Marianne.

Es gibt immer weniger Frauen, deren Nachname kürzer als ihr Vorname ist. Bei meiner Tochter halten sich zumindestens fünf Buchstaben vorne und fünf Buchstaben hinten die Waage. Aber ansonsten, auch wegen der Ereignisse die in meinem Bekanntenkreis gang und gebe sind, heißen viele Frauen heute etwa Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Marianne Vos ist da anders. Marianne Vos ist ohnehin anders.

Marianne Vos hat heute das Straßenrennen der Frauen bei den Weltmeisterschaften in Limburg/Holland gewonnen. Das ist die dritte Weltmeisterschaft, die ich im Fernsehen gesehen habe und es war das erst Mal, das Marianne Vos gewann. 2010 und 2011 wurde sie Zweite. Und auch 2007, 2008 und 2009 wurde sie Zweite.

Marianne Vos ist einfach die beste Fahrerin im Feld. Kann alles, Hügel fahren, sprinten, Klassiker…. Sie ist die weibliche Eddy Merckx unserer Zeit. Nach dem Sieg bei der Olympiade in London, nun auch die Weltmeisterschaft. Respekt.
Miche Monolithic Pedalen
Miche Monolithic – das scheint eine Gruppe von Miche gewesen zu sein. Auf dem Web findet man ab und an nach Referenzen, insbesonders zu den Naben und Kettenblättern. Noch nicht einmal bei Velobase gibt es einen Eintrag.
Ich hatte ein Paar Miche Monolithic Pedale per Zufall sehr günstig bekommen; aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass die Gruppe sehr hochwertig gewesen ist und so waren auch die Pedalen sehr schwergängig. Aber die Konstruktion selber ist recht charmant und ungewöhnlich, eben sehr monolitisch. Nun neu eingestellt und aufgemotzt.
Ausgerüstet mit neuen Christophe Pedalhaken und schwarzen Riemen. Kommen an das Lotus M Type Rad.
Weiß jemand mehr über diese Pedalen? Ich würde mal sagen aus den Achtzigern?
Eingeordnet unter 2012, Bits&Pieces, Mob
Campagnolo Delta Bremsen
Alles über Campagnolo Delta Bremsen in einem neuen Post hier.
Campagnolo Delta Bremsen, 3. Generation. Nun endlich komplett auseinander genommen, gesäubert, gereinigt, wieder zusammengebaut und eingestellt. Und was nun?
Die Bremsbacken habe ich natürlich auch noch. Mehr zur Campagnolo Delta Bremse: Hier und Hier.
Eingeordnet unter 2012, Bits&Pieces, Mob
Interbike: Cinelli
Im Gegensatz zur Eurobike in Friedrichhafen, über die ich kaum Berichte gelesen habe, wird im www wie verrückt über die Interbike in Las Vegas gebloggt. Endweder gibt es dort wirklich deutlich mehr zu sehen und mehr Neuerscheinungen, oder ich lese einfach die falschen blogs. OK. Let the show begin with Lenka:
Mit über Fünfzig Jahren darf man sich wieder einige bescheuerte Dinge erlauben, muss nicht jeden Tag Joy Division, Cocteau Twins oder Sonic Youth hören. Oder Gruppo Sportivo wenn man ausnahmsweise gute Laune hat.
Zurück zum Thema. Inter Bike. Las Vegas. Bin nie da gewesen, was mit meinem ambivalenten Verhältnis zu AMerika und den Amerikanern zu tun haben mag. Aber ich habe einmal einen guten Roman über Las Vegas gelesen:

Das war in meiner aktiven Charles Manson Phase, einer besonders depressiven Zeit in einer besonders depressiven Stadt in einer noch mal besonders depressiven Ausbildung: Bauingenieurstudium in Aachen.
Gerade hörte ich diese Sängerin im Radio beim autofahren:

und moderiert wurde das ganze von:

Genau, Uschi Nerke. Ich muß mal meine (älteren) Bremer Freunde fragen, ob Sie eine besondere Beziehung zu Uschi Nerke haben, weil die für Radio Bremen arbeitet. So wie ich, weil aus Gladbach eine besondere Beziehung zu Günter Netzer habe – aber nicht zu Berti Vogts, weil der kommt ja auch aus Korschenbroich, diesem Kaff. Wo ich übrigens geheiratet habe.
Also Suzi Quatro und Uschi Nerke sehen heute so aus:


Ja, das Alter. Was aber noch viel schlimmer ist, ist das es von der Band von Suzi Quatros keine Fotos von heute auf dem Web gibt und man möchte besser nicht drüber nachdenken, wie die vermutlich heute aussehen werden.
Mit alten Räders ist das anders. Eins der ikonischsten Räder aller Zeiten ist das Cinelli Laser.

Es entstand in der ersten aerodynamischen Periode des Radsportes, also in einer Zeit als Campagnolo Delta Bremsen, Shimano 600AX und flache Sattelstützen der letzte Schrei zur Verbesserung der Leistung auf dem Rad waren.
Eigentlich ist das Cinelli Laser eine Mogelpackung, denn es behandel den Werkstoff Stahl so, als sei er etwas flüssiges oder beliebig formbares, wie… Carbon. Insofern nimmt das Cinelli Laser die Formgebung von heutigen Carbonrahmen vorweg. Bis auf die Farbe würden wir ja heute zu dem Rahmen sagen: „Sieht aus wie ei älterer Carbonrahmen.“
Von daher ist es auch nur konsequent, dass das Cinelli Laser auf der Interbike als Carbonmodell vorgestellt wurde.



Hier mehr Infos. Selten und teuer. Photos von Prolli
Eingeordnet unter 2012, Gierige Räder, Mob
Shibuya 渋谷 !
Shibuya ist der Name eines Viertels in Tokyo. Neben Harajuku ist es das In-Viertel für Teenies und bekannt vor allem durch seine Kreuzung direkt vor dem Bahnhof.

Das Wort Shibuya besteht aus zwei Schriftzeichen, „shibui“, ein etwas altertümliches und selten benutztes Zeichen für etwas sehr japansches und sehr geschmacksvolles (und auch etwas sehr schwammiges), und „Ya“ was schlicht udn einfach Tal bedeutet. Und genauso ist es, Shibuya liegt in einem Tal, angrenzend an „Dogenzaka“ („zaka“ ist immer irgendwas wo es hoch geht, in Dogenzaka geht es daneben auch hoch her).
Warum nun SDG einen Sattel Shibuya nennt bleibt völlig unklar.

Die Farbkombination kann es jedenfalls nicht sein, hier wäre evtl. „Theddinghausen“ angebrachter gewesen.
Eingeordnet unter 2012, Bits&Pieces, Design&Fashion, Mob






















































































