Archiv der Kategorie: Meine Räder

Basso Blue Track

1301 Blue Basso Track 15

Das Rad an dem ich am längsten gebastelt habe wird langsam fertig.

Im April letzten Jahres hatte ich mir einen Basso Rahmen für meine Größe (RH62) gebraucht gekauft ohne Recht zu wissen, was ich genau mit dem anfangen wollte. Halt so ein typischer April-Lustkauf, der Frühling kommt ins Land und hat unvorhersehbare Auswirkungen auf den Hormonhaushalt. Man möchte sich neu verlieben, nach Neuseeland auswandern und überhaupt am liebsten die Zeit um dreißig Jahre zurückdrehen. Am Ende des Tages steht man dann mit einem neuen Basso Rahmen da und weiß nicht recht wie das nun ins das Konzept passt.

Zunächst einmal habe ich den Rahmen mit Campagnolo Konfetti behangen, also Record Schaltwerk, Delta Bremsen und dem ganzen anderen Lametta dass unten im Keller in Kisten lagert und so gnadenlos teuer war, dass man es nicht guten Gewissens an irgendeinem Rad das man fährt verbauen möchte.

Ich hatte dann erst einmal versucht herauszufinden, was für ein Basso Rahmen aus welchem Baujahr (ich würde einmal Endachtziger schätzen, man möge mich korrigieren) das eigentlich ist. Ein Loto oder ein Gap ist es, soweit meine Kenntnisse reichen eher nicht und das Geröhr ist mit 26,8 mm Sattelstützendurchmesser auch eher mittelbescheiden. Einerseits. Andererseits hat der Rahmen eine Menge schicker Pantographien und ist komplett unterverchromt. Was man unter dem sehr schlecht erhaltenem blauen Lack auch sehr gut sehen konnte.

Da ich ohnehin gerade einen Minerva rahmen für mein Lotus M Type Projekt entlackt hatte,dachte ich, dass ich das gleiche auch mit dem Basso Rahmen machen könnte. Ich wollte aber die Decals erhalten und so habe ich diese abgeklebt und den Lack rundherum mit Abbeizer entfernt. Das war eine sehr aufwendige Arbeit, die mir viele unentspannte Stunden auf der Terasse unserer Wohnung eingebracht hat. Der Chrom war nach dem Abbeizen auch bei weitem nicht so schön wie bei dem Minerva, also: „Tobias to the rescue!“.

Was Tobias kann,macht und machen kann hat er bereits ja selber im Rennrad News Forum vor einigen Tagen gepostet. Ich hatte ihn Anfang 2011 einmal kennengelernt, als er etwas bei mir für seine eigenen Radprojekte gekauft hatte und er hatte mich überhaupt erst auf das Forum aufmerksam gemacht. Seitdem geb ich ihm Rahmen und Komponenten zum Polieren und er macht das schon sehr, sehr gut mit viel Mühe und Perfektion, so dass ich sehr gerne mit ihm zusammenarbeite und ihn nur empfehlen kann.

Tobias versuchte sich dann an dem Basso Rahmen und das hat dann sehr, sehr lange gedauert und viele Stunden Freude in seinem noch jungem Leben zerstört. Ich glaube, der Rahmen war dann etwa 7 Monate bei ihm bis sein Gewissen ihm dann erlaubte, die wenn auch nach seiner Ansicht nicht perfekte Arbeit, an mich zurückzugeben. Viel wurde dabei über Italiener geschimpft, die offensichtlich nicht gut verchromen können. Wie dem auch sei, ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Mein in der Zwischenzeit gereifter Plan war, alle Komponenten meines Union Fixie abzubauen und am Basso zu montieren. Aber: Erstens mag ich mein Union Fixie sehr gerne, aber eben nicht so gerne, als dass ich es nicht auch im Winter fahren würde, und zweitens hat es so ein paar Dinge dran die zwar sehr cool aussehen (Campagnolo Gran Sport Bremsen) aber leider nicht so richtig funktionstüchtig sind. Zudem möchte ich auch das Basso auf der Bahn fahren und dafür braucht es dann nun einmal Schlauchreifen.

Und dann hatte ich auch noch diese alten, originalen Mavic Paris-Roubaix SSC Felgen im Keller die ich ohnehin verbauen wollte. So Langsam ergab sich dann ein Bild in meinem Kopf. beim nächsten Hormonschub habe ich dann die Naben von Electra dazu gekauft die ich immer haben wollte aber mir nicht leisten kann. Eigentlich.

1301 Blue Basso Track 12

1301 Blue Basso Track 13

Ich würde dieses Rad gerne auf der Bahn bewegen – aber wo von Bremen aus gesehen ist denn die nächste Bahn? Klar, bei den Sixdays Bremen, aber leider nur im Januar und auch nicht gerade einfach zugänglich. So heimlich spekuliere ich ja noch auf Besuche auf der Bahn in Büttgen, wenn ich zu Besuch in meiner Heimat bin.

Andererseits möchte ich es auch auf der Strasse bewegen. Also habe ich mir eine Lösung ausgedacht, die beides erlaubt: Es gibt wie jetzt auf den Photos zu sehen ist, einen klassischen Nitto NJS Bahnlenker ohne Bremsen mit dem der Hobel ordnungsgemäß auf der Piste bewegt werden kann. Lenker und Vorbau kann man einfach demontieren und dann durch einen neuen Nitto Mod 55 Lenker ersetzen an dem kleinere Tektro Crosserbremshebel montiert sind. Die Bremszüge werden mir drei Schellen am Oberrohr befestigt und laufen extra nicht durch die vorhandenen Ösen, damit die Züge schnell entfernt werden können. Dazu sind vorne und hinten silberne, moderne Campagnolo Bremsen montiert die für das nötige De-Powering auf der Straße sorgen. Also, Lenker ab, Schellen ab, Bremsen ab und Bahnlenker drauf und schon ist der Umbau fertig. Ich muss lediglich noch Lenkerband wickeln und die Bremsen einstellen, dann kann ich Fotos von der Straßenversion machen und zeigen.

1301 Blue Basso Track 04

1301 Blue Basso Track 17

Der Nitto Lenker der Bahnversion ist schon an sich zu schön und zu chromig, um ihn mit normalem Lenkerband zu verstecken, deshalb habe ich hier blau-transparentes Cinelli Jelly Lenkerband am Unterlenker verwendet.

Abgesehen davon, dass ich ungern ganz ohne Bremsen auf der Straße fahre, obwohl Campagnolo Gran Sport Bremsen ein sehr ähnliches Gefühl vermitteln, gibt es auch eine ganze Reihe Hemmungen bei diesem Wetter mit Schnee und Salz auf der Straße de Hobel intensiv zu bewegen. Ich warte also zunächst einmal auf den Frühling.

Andererseits ist mein Bad Boy wieder restauriert und (größtenteils) einsatzbereit Dank der Hilfe von Jörg. Danke noch einmal dafür. Dem wilden rumfahren im Walde in Eis und Schnee steht also außer Bequemlichkeit und Männlichkeitshormonmangel nichts im Wege.M

1301 Blue Basso Track 01
1301 Blue Basso Track 03


1301 Blue Basso Track 05

1301 Blue Basso Track 06

1301 Blue Basso Track 07

1301 Blue Basso Track 08

1301 Blue Basso Track 09
1301 Blue Basso Track 11

1301 Blue Basso Track 14
1301 Blue Basso Track 16
1301 Blue Basso Track 18

1301 Blue Basso Track 19

 

6 Kommentare

Eingeordnet unter 2013, Basso, Mob

Jrossen: Also Crossen mit Jott

Jörg war so nett sich der widerspenstigen Hayes Scheibenbremsen meines Cannondale Bad Boys anzunehmen. Und so verabredeten wir uns bei ihm in Huchting, um im Wald crossen zu gehen. Jörg hat ein sehr schickes Trek MTB mit total dicken Reifen und Kettenblättern vorne so winzig wie Schaltwerkröllchen. Die richtigen großen Kettenblätter sind hinten an der Kassette. Ich bekam sein Trekking Bike, was auch noch Reifen hat die doppelt so dick sind wie das Zeuch, was ich sonst so an meine Rennräder lasse.

Es war der erste Tag sein langer Zeit mit blauem Himmel und die Temperaturen waren dem Winter endlich angemessen. Natürlich gibt es da gewisse Hemmungen vor die Tür zu gehen und so tranken wir erst einmal ein paar Runden Kaffee. Ich hatte sowie keine Lust in den Wald zu fahren, denn ich fahre ja eigentlich nur Rennrad.

1301 Crossen mit Jott 01

Dann fuhren wir aber doch los und machten erst einmal eine längere Pause bei der nächsten Gelegenheit.

1301 Crossen mit Jott 04a

 

Nachdem wir uns gut aufgewärmt und Spaß hatten, fuhren wir wieder nach Hause und tranken noch ein paar Becher Kaffee.

 

 

 

 

 

 

 

Ja, so hätte das alles enden können, aber wir sind doch in den Wald gefahren, und zwar in den Fahrenhorster Wald, denn Jörg hatte schon das Programm des Tages auf seinem Garmin programmiert und wollte mir mal zeigen, wie man richtig „crosst“. Zuerst hatte ich ja alle Trümpfe in der Hand, denn auf dem Weg in den Wald fuhren wir viel über asphaltierte Straßen, wo ein Trekkingrad eben viel schneller läuft als ein MTB. Aber eben doch viel langsamer als ein Rennrad und mir kam das alles vor, als wenn ich durch eine riesige, transparente Masse aus Gelee fahren würden. Im Wald sah das dann aber auch schon wieder anders aus. Wir fahren so richtige sandige und schlammige Wege und krachten mit den Laufrädern durch das dünne Eis, das sich auf Pfützen gebildet hatte. Hey das machte ja doch Spaß, zumal es im Wald auch nicht so klar war wie draußen auf dem freien Feld. Im Gegensatz zum Rennradfahren, gerade hier oben in Norddeutschland, wo ich oft kilometerlang in die selbe Richtung fahre und sehr weit nach vorne sehe, ist es hier so, das ich sehr konzentriert bleiben musste. Beim Rennradfahren driften meine Gedanken manchmal ab in alle möglichen Richtungen, aber im Wald geht das nicht. Da musste ich immer die Wegoberfläche vor mir im Auge haben und gegebenenfalls meine Fahrlinie anpassen. Hier ist mal ein gutes Beispiel:

1301 Crossen mit Jott 02

„OK, Michael, fahr mal hier vor, ich mache dann ein cooles Photo von Dir!“, sagte Jörg

1301 Crossen mit Jott 03

„Okey-Dokey“ antwortete ich und scheiterte noch vor dem Ast über dem Weg.

Das beste aber am crossen durch den Wald ist, dass man durch den ganzen Matsch nicht laufen muß. Wir fuhren noch hier und da (angeblich „nichts technisches“) und nach ca 2:15 Stunden und 50 km landeten wir wieder zuhause bei Jörg. Machte alles Sinn, machte alles Spaß und war doch ganz schön anstrengend.

Am Abend holte ich den weiblichen teil meiner Familie ab, der per Bahn aus Oberstdorf zurück kam. Die Bahn war pünktlich, was eher selten ist. Ich lungerte ein wenig am Ausgang Bürgerweide rum und bekam so mir, dass die Bremen Sixdays am Samstag ausverkauft waren denn ich wurde mehrfach angesprochen, ob ich denn eine Karte hätte.

In der Nacht hatte ich Schüttelfrost und einen Ganzkörpermuskelkrampf. Entweder kam das vom Crossen, oder von der Tüte Salmiaklakritz die ich so ganz nebenbei Abends verputzt hatte.

Egal. Danke an Jörg für die Einführung in das Crossen. Kann auch mit Bad Boy wiederholt werden.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2013, Bad Boy, Bremen, Mob, Touren

Weihnachtsgeschenk für Henri

1212 Chesini Henri 04

Mein Sohn Henri hatte im November einen Verkehrsunfall der zu der völligen Vernichtung seines eigentlich doch sehr schönen grünen Giants führte. 

Ihm selber ist zum Glück recht wenig passiert  aber für einen dreitägigen Krankenhausaufenthalt reichte es alle Mal. Als treusorgender Vater war es wir nun eine Pflicht und ein Vergnügen für einen adäquaten Ersatz zu sorgen, auch wenn das Verständnis von ‚adäquat“ zwischen meinem Sohn und mir durchaus unterschiedlich ist. „Adäquat“ für meinen Sohn heisst, im Prinzip, egal was, Hauptsache es rollt und bringt mich zur Schule und hey, gibt mir das restliche Geld damit ich mir Black Opps II und Grand Theft Auto 5 kaufen kann. „Adäquat“ für mich bedeutet stundenlange Gedankenspiele, ob nicht vielleicht doch die Campagnolo Delta Bremsen aus der goldenen NOS Teilekisten mal langsam verbaut werden sollten.

Wir einigten uns dann darauf einen blauen Chesini Rahmen zu verwenden, der eigentlich schon als Rennrad mit Shimano STI Ultegra 10-fach für ihn aufgebaut war aber nie gefahren wurde, und daran die Komponenten des Giants zu bauen. Mein Sohn möchte nämlich gerne einen flachen Lenker und Schaltung am Lenker. Also wurde quasi alles was heil geblieben ist von dem Giant auf das Chesini transplantiert. Als Lenker habe ich dann aber doch etwas gekauft was nicht ganz so breit ist wie das Arschgeweih von Cindy aus Marzahn. Und bei dieser Gelegenheit kam dann noch ein alter, gebrauchter aber eben sehr bequemer Fizik Arione als Sattel zum Einsatz.

1212 Chesini Henri 03Das Vorderrad des Giant (Spinforce Eigenmarke) war komplett zerstört, das Hinterrad aber noch prima in Schuss. Rein zufällig hatte ich ein goldenes Campagnolo Khamsin Vorderrad erstanden, dass auch nicht schlecht zu dem Teil passte. Ebenso mussten bei dem Unfall die Kurbel und die Pedale dran glauben, so dass ich die originale Shimano 600 Trikolore Kurbel nahm und dafür gut passende blau eloxierte MKS Touring Pedalen kaufte.

1212 Chesini Henri 01

Zusammen mit dem notwendigen Licht sollte das Ergebnis ausreichend sein um meinen Sohn „adäquat“zur Schule zu bringen ohne dass man sich als fürsorgender Vater schämen muss oder er von seinen Klassenkameraden gemobbt wird.

So, jetzt muss das Ding nur noch in Geschenkpapier eingeschlagen werden, dann kommt noch ’ne Schleife drum und ruckzuck liegt es unter dem Weihnachtsbaum.

1212 Chesini Henri 02

 

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2012, Chesini Gran Premio, Mob

Zwillinge

Vor ein paar Wochen habe ich mir einen sehr, sehr trendigen Achtziger/Neunziger Concorde Rahmen gekauft ohne einen richtigen Plan zu haben, was ich genau daraus bauen wollte. Aber ich hatte mich wohl in all die Yogurettenfarbenen Räder die immer wieder im Web auftauchen verliebt.

Dann tat sich auf einmal eine phantastische Möglichkeit auf, die ich auch sofort ergriff:

Zwei pinke, niemals aufgebaute Concordes in Rahmengröße 56 und 59 cm. Wenn ich etwas kleiner und meine Frau einen halben Meter größer wäre, dann wäre es das ideale Radpaar für uns beide. Ach ja, meine Frau müsste auch noch Radfahren können und vor allem mögen. Ganz am Anfang unserer Beziehung, 1991 in Tokyo hat Sie sich mal auf das rad meines Freundes Jürgen gesetzt und wir sind zusammen zu eine Party gefahren. Jürgen ist aber etwa 1,80 groß und meine Frau eben nicht. Weil sie nicht mit den Füßen auf den Boden kam, musste ich vorfahren und dann vom Rad springen und ihr Rad halten wenn sie stoppen wollte. Das klappte auch ganz gut, aber als sie in einer Kurve geradeaus fuhr und voll in eine Garage rein, da konnte selbst ich nicht mehr helfen.

Jedenfalls fährt sie so gut wie kein Rad mehr. Dabei hat sie eigentlich ein schickes Panasonic E-bike mit riesigem Korb vorne dran.

Also, gibt es hie irgendwo ein Paar, ER: Etwa 1,80, SIE etwa mindestens 1,70, die Interesse hätten und Ideen?

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2012, Meine Räder, Mob

Moser Forma Aufbau Teil 1a

Für Shozo, den mittlerweile 1,90 Meter großen Sohn von Achim und Tomie baue ich gerade ein Rennrad auf. 

Die Basis ist ein 60 cm großer Moser Forma Rahmen, den ich mit einer Gruppe Shimano Ultegra 6500 2×9 aufbaue. Der Rahmen gefällt mir gut, obwohl wenn ich an Japan denke und dann einen Ramen in dieser Größe sehe, dann muß ich ein wenig kichern.  Das sieht so unproportional aus, so wie ein Mann der Stelzen in den Hosenbeinen hat. Oder ein stabilerer Deutscher der in Tokyo U-Bahn fährt. Oder Radrennen.

Man kann schon gut die generelle Formensprache erahnen. Der sehr rote Rahmen sollte nicht zu dominant sein, deshalb wird alles andere bis auf das Lenkerband schwarz oder weiss. Gut passen dazu die Ultegra Naben mit Mavic CXP33 Felgen und die aufgezogenen Michelin Dynamic Sport Reifen.

Da kann das Kopfsteinpflaster kommen. Natürlich gibt es immer Ärger beim Bau eines Rades mit Komponenten, die man bei Ebay oder im Rennradforum gekauft hat. Hier sind es dann die STI Hebel. Der rechte ist Schrott, jetzt muß ich mich mit dem Verkäufer über eine Erstattung auseinandersetzen und einen neuen kaufen. All dies kostet Zeit, Geld und Geduld und gehört irgendwie dazu. Ich wünschte aber, dass ich mehr Leute kennen würde, bei denen ich blind einkaufen kann.

 

Das Moser Logo finde ich sehr chic und gut entworfen. Das gleiche gilt für den etwas massiven Rudelli Steuerkopfsatz. Der Sattel ist ein Fizik Arione – vielleicht muß der aus Budgetgründen aber wieder runter. Der Lenker ist ein schöner, klassischer 3ttt mit Kampfspuren.

So, das ganze muß noch einmal schön geputzt und poliert werden, bevor es an Shozo geht. Aber jetzt ist sowie erst einmal Aufbaupause, bis ich einen neuen STI Hebel habe.

Auch die restlichen Basteleien waren nicht gerade von Erfolg gekrönt. An meinem Union Fixie habe ich das Campa Innenlager ausgebaut, da es mit der Vierkant-ISO Aufnahme ausgestattet ist, auf der sich die JIS Dura Ace Kurbel immer wieder losvibriert. Versucht wie ein blöder die rechte Lagerschale abzubauen, bis ich feststellte, dass die gar nicht ITA sondern BSA Standard ist (Wer soll das denn bitte schön bei Campa und einem angeblichen Gianni Motta Rahmen ahnen????). Dann andersrum gedreht und ab ging das Ding. Das neue Lager, Miche Primato ist natürlich auch ITA Standard, passr also auch nicht. Ich hatte aber noch ein Campa Centaur Lager in der Schublade mit BSA, das passte auch hervorragend sein. Allerdings ist die Vierkantaufnahme ISO und die JIS Kurbel rutscht viel zu weit drauf. Mist, damit ist mein Fixie erst einmal stillgelegt.

Dann an meinen Crosser gewagt. Versucht die Bremsbeläge der Scheibenbremse aufzubiegen, da die an dem Rotot schleifen. Prima, klappt gut. Gebremst und schwupp sind die Dinger wieder komplett fest. Hilfe, kennt sich da jemand aus?

Na ja, wenn es einfacher wäre würde es auch weniger Spaß machen. So kann ich wenigstens stolz sein wenn etwas wider erwarten gut gelingt.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Bad Boy, Meine Räder, Mob, Moser Forma, Union

In der Heimat.

Zu Besuch bei meinen Eltern in Mönchengladbach. 

Kinderzimmer mit meiner Langspielplattensammlung. Schrankwand mit Fernseher. Rosenkohlsalat, Schweinebraten und Yorkshirepudding zu Mittag, Geflügelsalat am Abend. Auf dem Rückweg von Besuchen bei meinen Studenten. Diesmal in Bocholt und Eindhoven mit einem sehr schönen und sehr nostalgischen Abstecher nach Stadtlohn zu einer ehemaligen Flamme.

Bei meinen Eltern stehen auch zwei Räder in der Garage, die ich einfach zu selten fahre: Mein weißes Olmo aus dem Eis und ein sibergraues Peugeot aus den Siebzigern, das ich heute draußen bewegte.

Zunächst ins Cafe Kontor, dass von meinem Studienfreund Thomas und seiner Frau betrieben wird. Dann durch die Stadt rauf und runter und zum Museum. Nicht zu weit weg, denn es sah immer nach Regen aus.

 

Das Peugeot habe ich nicht selber aufgebaut sondern fast komplett von Uwe von Studio Brisant gekauft. Ich hatte ihn damals, da war ich noch in meiner orangen Phase, gebeten orange Schwalbe Ultremo Reifen aufzuziehen. Und dann habe ich noch oranges Lenkerband gewickelt. Wenn ich mir das heute so ansehe, dann denke ich, na ja, damals haste ja kein besonders gutes Gefühl für Asthetik gehabt. Aber ich war ja auch, wie gesagt, in meiner orangen Phase.

Aber all das ist leicht zu korrigieren und für die Reifen hätte ich auch an meinem Canyon noch Verwendung.

Stronglight-Kurbel. Im Gegensatz zu dem anderen zickigen Stronglight-Ding dass ich besitze leistet diese gute Dienste – und das dreifach. Heute bin ich damit zum Spaß den Spatzenberg hochgefahren. Geschätzte 20% Steigung und Kopfsteinpflaster. Geht irgendwie.

 

Schöne Kiste. Ist ein wenig klein, fährt sich aber lecker.  Mafac Mittelzugbremsen finde ich vomDesign her nicht doll, arbeiten aber doch präziser als so alte Campa oder Shimano Seitenzugbremsen.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Mob, Peugeot SB

GVZ Recon

Seit Wochen habe ich diese Idee am Wochenende private Rennen zu organisieren.

Dann brachte jemand im Forum das „Güterverkehrszentrum Bermen“, aka GVZ ins Spiel und ich beschloss mir das heute einmal anzusehen. Zunächst aber holte ich mein MTB aus der Garage und putzte es. Das mache ich genau zweimal im Jahr; zum Beginn und zum Ende der Wintersaison. Die blöden Hayes Scheibenbremsen klemmten gut fest und die Kiste ließ sich fast nicht bewegen. Also habe ich mich drauf gesetzt, mit meiner gerissenen, langen Radhose unter dem Arm und bin erst einmal zu meinem Schneider (Werbespruch: „Wir nähen alles!“; stimmt aber auch) und habe ihn gefragt, ob man das wieder reparieren kann? „Ja, mein Lieber.“ (Er nennt alle seine männlichen Kunden „Mein Lieber“, oder „Mein Herr“). Prima, wieder Geld gespart. Aber Mist, keine Gelegenheit etwas Geld für eine neue, schnellere Hose auszugeben!

Vor langer Zeit war ich mal mit meiner Frau in Japan einkaufen und da kamen die verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Angesichten bezüglich Konsum sehr schön zum Vorschein. Wir suchten eine Küchenschere, und da ich von deutscher Werbung stark geprägt bin, hatte ich sofort das teure Zwillingsmodell aus Rostfreiem Edelstahl in der Hand. Also das Zeug aus dem Tiger II Panzer gebaut wurden und mit der man tote Ehemänner in Stücke schneidet und dann in Tupperwarendosen verteilt. „Diese“, sagte ich zu meiner Frau, „ist von überragender deutschen Qualität. Da hast Du was für’s Leben.“ „Dann will ich die nicht“, antwortete meine liebreizende, japanische Frau, „denn dann kann ich mir ja nie wieder eine kaufen.“

Also, nachdem ich als Herr tituliert wieder einmal hervorragend bedient wurde ging in zu EINRAD, dem Radhändler bei mir um die Ecke. Ich kenne die Leute dort ganz gut und die kennen mich auch. Eigentlich sollte ich besser sagen: Die hassen mich. Weil ich nämlich nur mit schwierigen, frickligen Dingen zu denen komme die ich nicht selber kann. Ich kaufe nie Material dort (doch einmal 4 Bremsbeläge für fast 20 Euro – danach nie wieder) und für meine Reparaturen wollen die nie Geld (ich tu dann immer was in die Kaffeekasse). Verstehe nicht warum ich brauche wirklich deren Hilfe und wäre auch gerne dafür bereit zu zahlen. Jedesmal frage ich und dann heißt es nur: Steck was in die Kaffeekasse. Deswegen glauben die aber dort, das ich immer alles umsonst will und daher hassen die mich.

Fairerweise muss ich aber schreiben, dass der Lars dort eine große Ausnahme ist. Immer freundlich und immer hilfsbereit – aber leider nicht immer da.

Also, heute kam ich mit meinem MTB und dann hieß es gleich. „Ui Hayes Bremsen, da kennen wir uns gar nicht mit aus. Da muss ich erst einmal den Chef fragen, ob wir das annehmen können, ist sehr Risikoreich.“ Unter „Risikoreich“ verstehe ich als Kunde eigentlich, dass ein Risiko besteht dass an meinem Rad während der Reparatur etwas kaputt geht. Da war aber nicht gemeint: „Nee, das wir da lange reparieren und das dann nicht berechnen können.“ Mir wurde dann letztendlich empfohlen a) wieder zu kommen wenn der Chef da ist und b) mir doch gleich eine komplette neue Shimano Bremsanlage für 200 Euro zu kaufen. Material bei Rose kostet gerade mal 84 Euro.

Außerdem ist Hayes sowieso Mist, denn das verwendete Öl in den Leistungen ist giftig und nicht umweltfreundlich wurde mir gesagt.

Mein Besuch bei Einrad endete wie viele andere dort, nämlich das ich unverhoffter Dinge wieder nach Hause ging und an einer anderen Lösung bastelt muss. Aber hey, würde Einrad mich nicht so behandeln, dann wäre ich vermutlich nicht darauf gekommen selber an Rädern zu schrauben.

Danach und um mich aufzuheitern fuhr ich zu Dalladas in der Neustadt. Das ist ein guter Radladen bei dem ich genau das bekam was ich wollte ( +/- 2 mm). Und dann fuhr ich durch das schöne Woltmershausen Richtung GVZ. Es gibt dort sehr schöne Geschäfte, bei denen ich die Pokale und Trophäen für unsere Rennen kaufen werde.

Es gibt dort auch die „Hanseatenkampfbahn“, die sich aber aus Hanseatenkampffeld herausstellte, oder besser gesagt das Fußballfeld des TSV Woltermshausen. Das GVZ ist wirklich riesig. Zunächst habe ich nicht so richtig den Eingang gefunden. Man kommt da einfach nicht rein und ich musste wieder ganz zurückfahren bis zur Stromer Strasse, aber dann war ich drinnen. Nicht schlecht, breite Straßen, überall Beleuchtung, guter Asphalt und so gut wie kein Verkehr.

Rechterhand das BLG Tchibo Lager. Etwa 80% des chinesischen Exports nach Deutschland kommt über das Tchibolager nach Deutschland, deshalb ist es so riesig. Hier treffen Container vollgepackt mit Zahnbürstenbechern, Weihnachtsschmuck, Telefondesinfiziergeräten  und Küchenwaagen aus China ein und werden in mühevoller Kleinarbeit von fleißigen Geistern auf die deutschen Tchibofillialen verteilt. Ohne die BLG könnten wir kein normales Leben mehr führen und in China wären ganze Städte ohne Beschäftigung. Dies erklärt den doppelten Natodraht um das Gelände.

Neben dem Tchibolager führt eine schnurgerade Straße etwa 2 km lang fast bis nach Seehausen, dort wo die Seebären wohnen.

Zu Beginn geht sie leicht nach unten und mein Gedanke war: „Wow, das ist ja wie eine Rampe bei einem Zeitfahren!“ Man könnte dort prima 500m, 1.000m und 2.000m Sprintrennen fahren, also entweder als Einzelrennen oder als Ausscheidungsrennen von jeweils zwei Fahrern. Nach 200m etwa biegt von links die Senator Appelt Strasse ein, aber sonst ist da keine Kreuzung oder Einmündung fast bis nach Seehausen. Super. Und auch noch mit Beleuchtung.

Anschliessend bin ich noch durch die anderen Straßen gegurkt, von denen auch viele für ein Rundenrennen (= Kriterium)  geeigent wären: Senator Blase und Senator Nolting-Hauff sind prima Kurse. Die Ludwig Ehrhard Straße geht auch, aber die Merkurstrasse fand ich nicht so prickelnd.

Und schwups war ich mehr als 30 Kilometer durch das GVZ geradelt. Das ist ziemlich easy, außerdem muss man ein wenig umdenken. Also normalerweise wenn ich merke, das ich falsch fahre, dann denke ich, macht nichts, dann fahre ich halt die nächste rechts. Im GVZ ist aber die nächste rechts erst nach einem Kilometer, man muss also leider mehr denken oder viel mehr treten.

Zurück bin ich dann durch wieder durch das schöne Woltmershausen und machte Rast an einem Edeka. als ich raus kam hatte das Schmuddelwetter schon angefangen und ich beeilte mich full speed nach Hause zu fahren. Das schaffte ich auch gerade noch bevor die Bundesligaberichterstattung los ging. Also, das GVZ ist gut für Rennen geeignet und ich werde in der nächsten zeit einmal einen Termin organisieren.

4 Kommentare

Eingeordnet unter 2012, Mob, Touren, Union

Union Evo II

Vor etwa elf Monaten baute ich mein erstes Fixie.

Das war auf der Basis eines Union Rahmens, der eigentlich und vielleicht ja doch ein verkleideter Gianni Motta Rahmen ist und den ich auf dem Forum bei einer bekannten Größe erstand. Seitdem leistet mir das Union gute Dienste. Ich habe es so ausgerüstet, dass man einfach Schutzbleche anklippen kann und deshalb fahre ich das Rad auch bei jedem Wetter. Ich habe dieses Rad so oft wie kein anderes aus der Garage (aka Area 51) geholt, auch wenn ich mit Sicherheit mehr Kilometer mit meiner Carbonmöhre gefressen habe. Die Anbauteile sind  zwar recht edel und teuer (Campagnolo Record Bremshebel, Gran Sport Bremsen, 3ttt Criterium Lenker, Selle San Marco Supercorsa, Mavic MA2 Felgen….) aber das Rad ist nicht so als dass man es nicht mit gutem Gewissen verhuntzen dürfte. Also fahre ich es oft.

Einmal hatte ich einen Unfall damit, der damit endete dass ich ein paar Blutergüsse hatten und eine der Schellen der Bremshebel ausgewechselt werden musste. Aber sonst läuft alles prima. Durch dieses Rad habe ich auch den Spaß am fixed-gear fahren gefunden. Nicht das ich die Bremsen abmachen würde –  ich habe schließlich Familie. Aber, das ist sicherlich von allen Rädern die ich gebaut und behalten habe, das Rad was mir am meisten Spaß bereitet hat.

Also, Zeit etwas daran zu ändern und wieder an dem Teil rumzufummeln. Irgendwann werde ich einmal die eigentlich wichtigsten Dinge tun: Erstens, das originale Achtziger Campa Innenlager, das wegen des offenen Innenlagerrohrs (hat so zwei Schlitze) prima empfänglich ist für alle Arten von Dreck und daher alle zwei Monate aufwändigst gesäubert werden muß, durch ein Patronenlager ersetzen. Und zweitens, statt diesen  gut aussehenden aber schlecht bremsenden Campa Gran Sport Bremsen einmal vernünftige Campa Veloce montieren. All dies sind aber vernünftige Dinge und so machte ich heute erst einmal die unvernünftigen.

Das Rad wurde sauber gemacht und vor allem die Kette gut gereinigt. Dann habe ich die Campa Kurbel abmontiert, das ist eine Chorus 10 Speed Kurbel, die aber ganz gut mit einer 1/2 x 3/32 Zoll Kette läuft – so lange man nicht schaltet! Da das aber ein Fixie ist und schalten durch Ein- umdrehen und Ausbau des Hinterrads funktioniert passiert dies selten.

 

Dann kam eine neu erstandene klassische Dura Ace 7400 Kurbel dran und dazu mein 48er Kettenblatt von Fyxomatosis.  Damit fahre ich nun für den Winter eine 48/16 Übersetzung – da heisst also ein wenig mehr treten als auf meiner normalen 52/16. Ist aber besser für die Kontrolle des Rads. Und da ich gerade dabei war habe ich auch noch MKS Stream Pedalen montiert die eigentlich für ein anderes Projekt vorgesehen war.

Das ging alles recht schnell und ich hatte noch etwas Zeit zu fahren, bevor es wieder dunkel wird. Also raus ins Viertel und raus an die Weser. Recht schnell stellte ich fest, das ich zu nett mit den Kurbelwellenschrauben umgegangen war und die dankten es mir nun indem sie sich losmachten und die Kurbel anfing zu eiern.

Prima, dachte ich, da ich ohnehin gerade in der Nähe der Neustadt bin, fahre ich doch mal bei Dalladas vorbei und schau mir den Laden an. Da bin ich nämlich, unglaublicherweise und obwohl genau meine Kragenweite, noch nie gewesen. Ein schöner Laden ist es mit viel schönem Zeug drin von dem ich gerne etwas hätte – aber da hätte ich auch mein Portmonnaie mitnehmen sollen. So schraube ich die Kurbel wieder dran und fuhr nach Hause.

Mit meinem Union.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Bremen, Mob, Union

British Racing: Lotus M Type

Vor einiger Zeit als ich noch geraucht habe, hatte ich ein Kotter Lotus John Player Special aufgebaut, inspiriert von dem Design alter Rennwagen in schwarz-gold. Nachdem ich nun nicht mehr rauche wurde es diesmal ein Lotus M Type.

Natürlich ist das keineswegs so, dass ich der einzige Mensch auf dieser Welt bin, der diese Idee hatte. Caldera Bicycles hat sich bereits an einer farblichen abgestimmten Radversion des hellblauen Gulf Porsche 917 versucht, also das Ding, dass man angeblich so problemlos durch den japanischen Straßenverkehr bewegen kann (Ups, ich wollte gerade den Link posten aber das Video ist schon ge404t).

Und dann gibt es auch die Condor Version; und auch hier, kostet allerdings auch 2.000 britische Pfund.

Lotus_Type1LC_1948(2)_LORES

Und auch Goldsprint hat sich an dem Thema bereits versucht:

Also, der Startpunkt aller Inspirationen war die wage Idee an ein Spielzeugauto, das ich vielleicht einmal als Kind besessen hatte, oder am liebsten einem anderen Kind geklaut hätte:

Bis auf diesen „geht gar nicht“ Helm, sieht man vier Farben: Dunkelgrün, oder besser gesagt: British Racing Green, Gelb, Schwarz und Chrom. Das ist die Idee. Gelg für die Konturen, ganz spärlich.

Hier ist nun der doofe Helm weg und man sieht die wirklich schöne Farbgebung die durch das Cockpit geht und etwas konturelles gelb an den Reifen zeigt. Also, da sollte es hin, und hiermit fing es an:

Ein billiger Minerva Rennradrahmen aus Belgien mit einem sehr häßlichen Fischschuppenmuster. Aber komplett unterverchromt. Eignete sich somit hervorragend als Experimentier- und Bastelobjekt, denn ich liebe riskante Dinge mit mittelmäßigen Rädern anzustellen. An ein Casati oder so würde ich mich wahrscheinlich nur mit zuviel Respekt heranwagen.

Also habe ich erst einmal im Forum gefragt, wie ich denn den Lack abbekommen würde und bekam überwiegend zur Antwort dass der gefälligst draufzubleiben hat. Ich finde jetzt nicht, dass die Welt unbedingt gut konservierte Minervas braucht und machte mich mit Beize aus dem Baumarkt an die Arbeit. Beize heute ist leider nicht mehr Beize von früher. Früher war Beize etwa so wie Körperflüssigkeiten aus Alien I. Heute ist Beize etwas, dass man anstatt Underberg nach einem imposanten Essen trinkt. Insofern braucht man viel mehr Armarbeit beim Abbeizen. Es ging aber wesentlich besser als bei meinem blauen Basso. Ups, das wollte ich gar nicht schreiben, denn das abbeizen von Bassos ist vermutlich eine der sieben Todsünden im Forum.

Irgendwann einmal nach langer Zeit war es fertig. Sandstrahlen, Kugelstrahlen und was auch immer funktioniert übrigens mit unterchromten Rahmen nicht. Ich hatte auch ein paar Profibetriebe angeschrieben, aber keiner wollte sich da ranwagen. Zum Glück hat mir mal wieder Tobias beim polieren geholfen.

Nachdem also der Ramen fertig, habe ich mich mit transparentem Haftgrund und original automobiler British Racing Green und Gelb Lacke daran gemacht das Dinge zu lackieren. Ich bin da wirklich kein Profi. Ich wollte eigentlich den ganzen Rahmen in freiem Chrom haben und nur die Muffen grün lackieren und dann mit gelb absetzen. Aber leider war der Chrom am Steuerrohr schon ziemlich mies, so dass dort auch lackiert werden musste. Und gelbe, feine Striche mit dem Pinsel zu ziehen legt mir gar nicht. Ich hatte das schon einmal in der 7. Klasse im textilen Werken versucht und schon damals ging das fürchterlich schief und endete mit einem „ausreichend“, der Mühe wegen.

Also habe ich die Striche gezogen und dann etwas antrocknen lassen und dann größtenteils wieder entfernt. Das sieht nicht perfekt wie mit dem Lineal gezogen aus, hat aber den Charme von Kampfspuren.

Bei der Gelegenheit habe ich dann auch das Innenlager ausgetauscht. Alte Innenlager sind ja schön, aber leider soooo pflegeintensiv. Also offene Innenlager ….. na ja.

Als nächstes stellte sich die Frage der Laufräder. Irgendwie hatte ich in den letzten Monaten so einen Spinergy Tick. Ich wollte die Dinger unbedingt haben,auch wenn ich die nie fahren kann, da ich vermutlich 40 kg abnehmen müsste um die Carbonspeichen nicht zu knicken.

Jeder weiß, dass diese Dinger lebensgefährlich sind.

Also sind die jetzt einmal an dem Rad dran, aber ich baue noch ein paar andere dazu, sozusagen als Budget Version. Da die Spinergy aber nicht mehr gebaut werden, schnell kaputt gehen und zudem selten sind, denke ich aber schon dass sich in zwanzig Jahren Sammler die Finger nach den Dingern lecken werden wie heute nach Campa Sheriffstern Naben (die auch schnell zu Bruch gingen).

Zu unvernünftigen Laufrädern gehören unvernünftige Reifen: Veloflex Master 23! Halten in Bremen genau eine Fahrt durch das Viertel. Dazu kommt, dass die unglaublich schwierig auf die Felge gezogen werden können und dann kaum Platz für den Schlauch bieten. Ein typisches, italienisches Produktionsdesaster, das aber phantastisch aussieht.

Dachte ich, aber dann kamen die Dinger und das gelb des einen Reifens war ganz anders als das Geld des anderen Reifens – da muss wohl einer von den beiden kurz vor Feierabend produziert worden sein.

Tja, und dann noch, welche Gruppe sollte denn an da Rad? Ich wollte es nicht zu teuer und zu exklusiv machen, denn dafür ist der Rahmen einfach nicht schön genug. Hat schließlich Ösen für Schutzbleche an den Ausfallenden. Und die Verlötung der Ausfallenden ist auch nicht gerade oberitalienische Handwerkskunst vom Feinsten.

Also dachte ich, Shimano 600 – 6207/08 ist doch keine schlechte Gruppe. Die Bremsen sehen super aus (die Schaltung leider nicht) , die Bremshebel sind gelocht , wie das bei altem Aluzeuch an Rennwagen auch der Fall war und der Shimano 600 Schriftzug sieht auch sehr Racingmäßig aus.

Dazu noch einen alten, schönen Ambrosio Vorbau, den Nitto Mod 55 Lenker (habe noch drei Stück davon im Keller bei Interesse) und dann irgendeinen Camp Anlöt Umwerfer und mein allerliebstes Schaltwerk: Suntour Cyclone Mark II. Kurbel? Relativ billig erworbene Dura Ace 7400er (glaube ich). Pedalen Miche Monolitic – erstaunlich bequem zu fahren weil die eher nach Folter aussehen. Sattel: Brooks B17 Special in British Racing Green mit Kupferfarbenem Gestell. Genug geschrieben, hier mal einige Bilder von dem Teil:

 

Lenker mit British Racing Green Lenkerband von Deda. Sieht aber nicht so British racing green aus wie der Rest. Muß wohl an der Übersetzung ins italienische gelegen haben.

Nur bei den Wäscheleinen kommt eine ordentliche, zeigbare Länge von Zielflaggengemusterten Bremshüllen zusammen.Unten die 3ttt/ITM/Cinelli inspirierten Logos auf dem Nitto Mod. 55 Lenker.

 

Shimano 6208 Bremsen über Veloflex Montagsnachmittags-gelben Reifen. Die Endkappe am Bremszug ist übrigens auch British Racing Green Gelb. Steuersatz passt natürlich nicht, ist aber auch nicht so wichtig.

Hier alles vorne in voller Gloria. Bei den Schalthebeln mache ich die Originalschrauben immer ab weil die oft zu kurz sind. Werden die richtig festgezogen, kann es schon einmal sein, dass nicht genug Gänge an der Schraube sind und das Gewinde komplett zerstört wird. Dann heisst es Fixed Gear. Linsenkopfschrauben mit 10, 12 oder 15mm Länge sind eine billige und formschöne Alternative.

Lotus Aufkleber an der rechten Kettenstrebe. Ich hatte einen ganzen Satz bestellt, die Qualität war aber zu mies für das Rad. Natürlich ist wieder eine Kettenblattschraube anders als als die anderen.

Und hier das Freitagvormittaggelb des hinteren Veloflexreifen. Umwerfer, wie gesagt, irgendetwas billiges von Campa, weiß wirklich nicht welcher Typ.

Brooks Sattel ebenfalls in British Racing Green. Die Sattelstütze hat sechs Aussparungen, zwei sind gelb und vier sind grün lackiert. An der Sattelstrebe sieht man das M von Miverva. Nein, das M von Lotus M Type.

Die Quintessenz.

Lustigerweise packt der Cyclone Umwerfer keine Achtfach Schaltung, bei sieben Gängen ist Schluss. Ich bin mit dem Rad gefahren und das lief sehr schön, kein Problem, auch wenn ich höllische Angst mit den Spinergyrädern hatte und so gut wie gar nicht beschleunigte. Aber das ist in dieser Form auch kein Rad zum fahren.

Hier noch einmal alles zusammen:

Ach so: Rahmengröße 58 cm. Reicht also für uns alle. Es war ein langes, hartes Radprojekt mit vielen unvorhergesehenen kleine Schwierigkeiten. Eigentlich sollte da eine schicke Stronglight-Kurbel dran, aber dieser Franzosenkram hat jede Menge Tücken. Wird jetzt verkauft.

Interessiert? Mit anderen Laufrädern für Drahtreifen ca. 900 Euro. Mit Spinergy Laufrädern 400 Euro mehr – Sorry. Bei Interesse bitte melden.

Schöne Abend. Gute Nacht. Süße Träume.

4 Kommentare

Eingeordnet unter 2012, Lotus British Racing M Type, Mob

Preview : LOTUS BRITISH RACING GREEN M TYPE

Es begann alles vor ein paar Monaten, als ich auf E-Bay einen billigen Mirage Rahmen schoss. 

Das Mirage stellte sich als Minerva aus den Neunzigern heraus, eine mittelklassige belgische Radmarke, die auch heute noch existiert. Ab und an tauchen von denen Rahmen auf, die man immer an der „M“ Pantographie an der Sattelstrebe erkennt.

Es hat ziemlich lange gedauert bis etwas vernünftiges aus dem Rahmen gezaubert werden konnte, aber jetzt ist die erste Evolution so gut wie fertig. Morgen mehr Photos, heute nur ein paar Details.

Der Rahmen ist in British Racing Green lackiert. Oder in blankem Chrom. Schön kann man hier das Minerva M auf der Sattelstrebe in Gelb sehen. Züge sind „Racing-type“ mit schwarzen Drähten.

Ich weiß: Schöne Räder, morgen mehr davon. Absurder Lotus Racing Aufkleber, links davon einer der schönsten Umwerfer die ich kenne: Suntour Cyclone Mark II – leicht und präzise und mit genialer Zugführung. Bitte die British Racing Greene Endkappe des Zuges beachten – Stil kommt mit Details. Schwarze Schaltzüge.

Darunter Nitto Mod. 55 Rennlenker mit Ambrosio Vorbau. Der Lenker hat recht viel Raum nach vorne und bietet somit  eine Reihe von Positionen an. Außerdem ist er nur 380 mm schmal – das macht das Rad schön flundrig.

Hier noch einmal das Lotus M Type. Die Sattelstütze ist abwechselnd Grün und Geld ausgemalt. Die Muffen sind leicht mit Kampfspuren Gelb an den Rändern betont.

Neugierig? Morgen mehr dann.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2012, Lotus British Racing M Type, Meine Räder, Mob