Archiv der Kategorie: Touren

Alle Touren an denen Freunde der Cyclitis teilnehmen.

Downtown Fischerhude.

Heute stand das etwas andere Radprogramm auf dem Plan: 3 Singlespeed bzw. Fixie Räder durch Downtown Fischerhude.

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Ich glaube, das war das erste Mal, das ich mit einer Gruppe unterwegs war, die nur auf von mir gebauten Rädern fuhr: Cobra auf ihrem Faggin Cabana, Christian auf dem 8bar Black Blox und ich auf dem blauen Basso.

Wir fuhren gemütlich in Richtung Fischerhude, ich wollte es auch nicht übertun, denn morgen ist der City Traithlon in Bremen und ich fahre für die Professorenstaffel Rad. OK, das muss nicht übermässig anstengend sein, denn schließlich ist es unsere Hauptaufgabe von den Studententeams geschlagen zu werden, um den Hochschulfrieden zu sicher, aber trotzdem möchte ich auch schneller sein als in den Jahren zuvor – als unter 34 Minuten zu fahren sollte doch möglich sein! Also heute bloß nicht überanstrengen.

In Fischerhude zeigte uns Christian, der hier aufgewachsen ist, die Gassen und Geheimwege durch das Dorf. Ich kannte bislang nur einen Weg durch Fischerhude, also rein von Ebbensiek, Quelkhorn oder Sagehorn und raus durch, genau Sagehorn, Quelkhorn oder Ebbensiek. Deshalb dachte ich auch, dass es in Fischerhude auch nur Häuser an der Straße gibt, dahinter freies Feld bis Wilstedt oder so. Das ist aber keineswegs so. Fischerhude ist extremst viel und dicht bebaut und in seinen Gassen kann man sich gut verlieren. Da muss man sich schon verdammt gut auskennen, um wieder aus dem Labyrinth von Villen, Maisfeldern und Pferdewiesen auf die Hauptstrasse zurück zu finden. Es gibt einen Hügel, den Losberg, auf dem eine Mühle steht und zwischen Fischerhude und Quelkhorn gibt es eine weiteres Dorf, Wilhelmshausen, dass sich zu Fischerhude verhält wie Rheydt zu Mönchengladbach.

Unwillkürlich wird einem dort die eigene Ignoranz gezeigt; ich fahre seit mehr als sechs Jahren dort und all dies ging bislang völlig an mir vorbei.

Auf der Rückfahrt explodierte vermutlich irgendwo in der Nähe ein Atomkraftwerk und verstrahlte die Tierwelt, die daraufhin spontan genetisch mutierte.

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Das was kurz, bevor wir von den mutierten Riesenenten attackiert wurden.

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Unmerklich kamen sie näher.

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V.l.n.r.: Bling Bling; Bling; Black

Insgesamt sehr schöne 50 km, auf Strava zu verfolgen.

Plädoyer für Fischerhude: Die Strassen von Fischerhude Downtown sind mindestens so toll wie die Strassen von San Fransisco.

Sie sollten ein fester Bestandteil jedes RCB Montagstrainings werden.

 

 

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Drei Tage im August. Drei Farben grau.

Nach zwei Wochen intensivem Radfahren in den Dolomiten fällt es schwer sich wieder in Bremen einzugewöhnen. Selbst nach drei Ausfahrten ist noch nicht das Gefühl von Kraft, und vor allem: Freunde wieder da.

Dunkelgrau

Der Giro war am Samstag zu Ende, am Sonntag Abend war ich wieder zurück in Bremen. Bis Donnerstag habe ich gar keinen Sport gemacht, so kaputt war ich. An dem Abend konnte ich mich aufraffen zum Body Attack zu gehen – eine gute Entscheidung. Am Freitag dann spät Abends auf das Rad und eine Standardrunde gefahren – bloß nichts neues. Machte dann auch entsprechend wenig Spaß, aber immerhin, so langsam ging es weiter.

Bremen ist nicht Bozen auf Strava

Hellgrau

Am Samstag auch keine Lust zu fahren. Am Sonntag Morgen hätte ich mit zwei Gruppen rausfahren können, aber ich verschlief prompt beide. Endlich um 12:00 Uhr machte ich mich auf den Weg. Es war zumindest warm, was für diesen Sommer schon gut ist, aber auch extrem windig und böig. Teilweise fuhr ich mit 20 km/h gegen den Wind. Ich fuhr Richtung Bruchhausen-Vilsen und probierte ein paar neue Straßen aus. So langsam kam wieder Schwung in die Sache, aber richtig schnell war ich nicht. Ich fühlte mich ein wenig wie diese alte Dampflok, die in Bruchhausen-Vilsen zur abfahrt bereit stand.

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Irgendetwas fehlte – schaut man sich die folgenden Bilder an, dann wird auch klar was:

Bremen

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Bozen

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Hm, was  war es nur? Ich kam nicht drauf. Dann fiel es mir wie Schuppen hinterm Haus: In Bremen gibt es keine guten Stellen für ein „Bike leaning against something“ Foto. Ich versuchte es in Fischerhude, aber es ist irgendwie nicht das gleiche:

Bike leaning against something in Fischerhude

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Bike leaning against something in Calfosch

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Komisch, dasselbe Rad, aber der Effekt ist ganz anders.

Bei Daverden, an meiner Lieblingsstelle fuhr ich über die Weser. Die Norddeutschen sind hart im Nehmen, nur die Andeutung von Sonne, ein paar Strahlen, die kurz hinter eine Wolke auftauchen und gleich wieder dahinter verschwinden, und schon wird der Grill auf den Balkon geschafft, das Boot zu Wasser gelassen und das Handtuch im Freibad ausgebreitet.

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Kurz danach sass ich im Cafe Melissa in Etelsen auf der Terrasse. Die wunderbare Melissa selber war da, trug etwas schwarz-negligee haftes und wusselte sich durch die Mengen an Besucher.

Danach war ich wieder im Frieden mit mir selbst und fuhr das Ding in 130 km anständig zu Ende.

Mentales Friedland auf Strava

Carboneloxal Grau

Dann heute RCB Montagstraining, wie immer dieses Jahr sehr gut besucht.Ich stell emich zu der schnellen Truppe, fahre aber dann doch mit den mittel-schnellen – oder mittel-langsamen, ganz wie man will. Richtig langsam sind die auch nicht, unterscheiden sich aber dadurch, dass absolut kein Ortsschild gesprintet wird. Teilweise fahren wir mit 35 km/h durch die Gegend und mein Puls ist bei 99. Mit ist kalt, es sind gerade einmal 17 Grad, der Himmel ist grau und immer noch keine Berge in Sicht.

RCB Montagstraining auf Strava

So langsam darf die Form aber wieder kommen, denn am Mittwoch sind Kriteriumsrennen, am Sonntag dann der City Triathlon in Bremen, eine Woche darauf die Cyclassics in Hamburg, dann die Weserrundfahrt, Velotörn Bremen, RTF Lauenau – ich dachte bis heute, der Saisonhöhepunkt wären die Dolomiten gewesen, aber da kommt ja noch etwas.

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GdDT02: Grödner Joch

Heute wollte ich eigentlich trainieren, verbrachte aber letztendlich den halben Tag damit Stellen zu finden, gegen die ich mein Rennrad legen konnte – am besten mit einem eindrucksvollen Hintergrund – um davon Photos zu schießen. In der zweiten Hälfte des Tages erkundete ich lang und breit die Gemeinde Wolkenstein (ca. 2.600 Einwohner und 8.000 Touristen).

Mit Ronni und Peggy (den anderen Eltern bremischer Eiskunstlaufhoffnungen) und meiner Frau hatte ich mich ganz oben um 12 auf dem Grödner Joch verabredet. Die Art und Weise wie wir da hoch kamen zeigt das ganze Spektrum unserer sportlichen Leistungsfähigkeit: Ronni und Peggy hatten sich MTBs ausgeliehen  und versuchten das Joch auf Trails zu erreichen. Ich macht mich auf der Straße mit dem Rennrad hoch und Kazuko fuhr mit der Seilbahn.

Wie üblich war die Straße von Wolkenstein aus stark befahren und als ein Linienbus und ein LKW nicht aneinander vorbeikamen, kam es zum kompletten Verkehrsstop. Zum Glück ist ab der Abzweigung zum Grödnerjoch etwas mehr Ruhe. All dies ist Teil der 2. Etappe des Giro Dolomiti in diesem Jahr. Mir waren die Beine etwas schwer, doch nachdem ich warm geworden war ging es ganz gut. Das Wetter zog sich langsam zu und vorher gelang es mir noch das erste „Bike leaning against something“ [Blas] Photo mit dem Sella Massiv im Hintergrund zu machen.

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Blas #1

Also ich war viel zu früh da. Also fuhr ich auf der anderen Seite des Grödner Jochs erst einmal 300 Höhenmeter runter nach Calfosch durch dieses traumhafte Serpentinengelände.

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Serpentinen 放題 !

Ich wollte exakt runter bis zum Ortseingang von Calfosch; dank barrier-free Ortsschilder war dieser Punkt erstens nicht so schwer zu finden und gab zweitens auch eine phantastische Gelegenheit für Blas Photos her.

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Blas Photo #2

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Blas Photo #3

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Gsos Photo [Guy sitting on something] #1

Dann fuhr ich auf dieser Seite wieder hoch zum Grödner Joch. Ein Italiener auf einem Pinarello mit SRAM etap Schaltung überholte mich und ich klebte mich an den ran bis zum Pass. Erstaunlich, wie schnell man fahren kann, wenn man gegen seinen Willen überholt wird.

Jetzt musste ich noch weiter hoch zur Endstation der Gondelbahn. Es gab zur Auswahl eine steile Schotterstraße mit großen Schotterstückchen oder aber ein noch steilerer Wanderweg mit kleinen Schotterstückchen. Egal wie, ich musste das Rennrad hochschieben. Das war extrem anstrengend, auch wenn das letztendlich vielleicht nur 1.100 Meter Weg und 160 Höhenmeter waren. So etwas gibt einen prima Muskelkater, da ja dabei Radfahr-untypische Muskelgruppen eingesetzt werden.

Mittagessen mit allen. Versucht mit dem Rennrad die Schotterstraße runter zufahren und dabei gescheitert. Dann endlich wieder auf der asphaltierten Straße zurück nach Wolkenstein. Es war noch früh am Tage und ich dachte, ich fahre jetzt mal durch das ganze Dorf und schaue mir alles an, was ich im Reiseführer gelesen hatte. Zuerst machte ich mich auf die Suche nach der Fischburg. Die Burg selber kann man gut von der Straße nach St. Ulrich aus sehen, aber der Zugang ist ziemlich versteckt; das liegt vielleicht auch daran, dass die Burg seit 1926 im Privatbesitz ist.

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Kommt man erst einmal in die Nähe macht der Besitzer unmißverständlich klar, dass man nicht erwünscht ist. Nun gut, dann machte ich mich zu dem Ort hoch über Wolkenstein: Daunei. Von dort gab es einen wunderschönen Panoramablick über Wolkenstein.

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Blas #4

Wieder runter und weiter in das Langetal, was wirklich sehr beeindruckend zwischen zwei hohen Felswänden liegt und noch dazu durch eine streng geheime Militäreinrichtung geschützt wird.

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Felsen links des Langentals mit der Burgruine Wolkenstein….

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..und Felsen rechts.

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Area 51.2 in den Dolomiten

Ich ging ein paar Schritte hoch in Richtung der Ruine, aber die Lust verließ mich schnell. Viel mehr Lust hatte ich darauf meine Füsse in den kleinen Bach am Straßenrand zu halten, den ich auf der Hinfahrt gesehen hatte. Das Wasser war extrem kalt, das floss auch nur noch deswegen, weil der Luftdruck hier oben niedriger ist.

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Erinnerte mich sehr an Sommerurlaub in Österreich in Kindertagen. Und meinen ersten Ausflug mit SPD MTB Schuhen mit Juliane und den Veloz Radfahrern an einem heißen Obon-Tag in Tokyo. Ich war bis dahin nur mit Turnschuhen und Haken gefahren und hatte in der Sommerhitze richtig dicke, fette Schuhe an. Meine Füsse kochten. Wir erreichten dann endlich, ich glaube den Aufstieg nach Nokogiriyama und ich schmiss meine Schuhe irgendwo auf Japan und tauchte meine Füsse in einen Teich. So überlebte ich.

Auch heute. Viel Zeit draußen verbracht, ordentlich Höhenmeter geschrubt, viel gesehen, kein Stress. Auf Strava.

Der Giro Dolomiti beginnt am Sonntag, d.h. morgen und übermorgen regenerieren, absolut nichts tun und vor allem keinen Sport. Nur die Tour de France im Fernsehn.

 

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GdDT02: Schneider Wiesen

Heute machte ich eine interessante Entdeckung: Man kann hier in den Bergen recht schnell recht viele Kilometer zusammenbekommen, wenn man konsequent die Berge runter fährt.

Also machte ich mich auf den Weg von Wolkenstein nach St.Ulrich, was sehr viel Spaß machte. Kurz hinter dem Ort bog ich dann nach links ab und machte mich daran den Passo Pinei zu erklimmen – nur ca. 250 Höhenmeter, aber das ganze verteilt auf viele fiese 15%+ Stücke.

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Hinter dem Pass wartete der Ort auf mich, zu dem ich – ich weiß nicht genau warum – schon immer einmal wollte.

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Der Ort zum Mann.

Die Abfahrt vom Pass führt nach Kastelruth und von dort aus nach Waidbrück an der Eisack. Die Abfahrt ist genial, technisch größtenteils nicht besonders schwierig und mit langen, geraden Stücken auf denen man leicht über 60 km/h kommt, auch ohne große Eingewöhnung an die Berge.

Unten im Tal war es warm. Um nicht zu sagen, scheissheiss. Mein Tacho zeigte heute als Maximaltemperatur 43 Grad Celsius und genauso fühlte sich das auch an: Der Geruch von Bitumen lag in der Luft, die Grillen zirpten wie blöde und die Hitze saugte die Kraft wie blöde aus dem Körper. Entlang der Eisack führt durch das Tal ein toller Radweg bis nach Bozen. In dem Tal konzentriert sich alles, die Verkehrsstränge laufen hier mehr oder minder parallel auf verschiedenen Höhen: Brennerautobahn, Landstraße, Eisenbahn und Radweg, irgendwo dazwischen das Rauschen des Flusses. Teilweise liegt der Radweg auf der alten Eisenbahntrasse und man fährt dankbar durch kühlende Tunnel.

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Genauso in Bozen. Gut ausgebaute, breite Radwege führen durch einen großen Teil der Stadt, schicke Brücken über die Flüsse, alles weit weg vom Autoverkehr und direkt am Freibad vorbei. Ich fuhr erst einmal zur Messe, da wo am Sonntag der Start des Giro Dolomit ist, um mich wieder in den Ort einzufinden. Alles war noch so wie letztes Jahr.

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Bozen- das Bremen der Dolomiten.

Weiter ging es nach St. Jakob, vorbei am Hotel Raffi, wo wir letztes Jahr übernachtet haben und dann rein nach Steinmannswald. Dort beginnt der Anstieg zu den Schneiderwiesen, benannt nach Admiral von Schneider. Das war die erste Etappe des Giros letztes Jahr, heuer wird die am 6. Tag gefahren. Letztes Jahr dachte ich nur, Oh Gott, das ist nur der erste Tag, wie wirst Du das überleben, aber irgendwie ist es doch gut gegangen. Allein der Anstieg vom Kreisel an der Hauptstraße zum Start ist schon brutal. Mir waren mehr oder minder Wasser, Riegel und Kraft ausgegangen, der Magen brummte, aber ich wollte es trotzdem versuchen. Die ersten drei Kilometer sind extrem steil und liegen voll in der Sonne. Danach wird es etwas mehr Wald aber nicht weniger anstrengend. Ich machte erst mal auf 600 Höhenmeter eine Pause.

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Dann schleppte ich mich weiter bis zum Ort Seit, der etwa auf 900 Höhenmeter liegt, aber da war der Ofen dann auch endgültig aus und noch weitere 500 Höhenmeter bis zu den Schneidewiesen waren nicht mehr drin, auch wenn das Gefälle jetzt abnahm.

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Blicke von Seit in das Eisacktal südlich von Bozen.

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Also, umkehren, runterrollen lassen und dann erst einmal bei LIDL Verpflegung fassen, denn ich war echt am Ende. Und dann wieder durch Bozen auf den Radweg an der Eisack lang bis nach Ponte Gardena, denn jetzt noch wieder hoch nach Wolkenstein zu fahren, das ging gar nicht. Ronni holte mich netterweise dort ab, während ich in der Bar am Bahnhof chillte. Schöner Tag schöne Tour, schön übertrieben.

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GdDT01: Sella Ronde

Gestern in den Dolomiten angekommen, Nachmittags an der Party des Eiskunstlauftrainingcamps in dem großen Gemeindezelt in Wolkenstein teilgenommen, wo wir auch letztes Jahr auf dem Giro Dolomiti unser Mittagsessen bekamen, dann drei Radler getrunken und festgestellt, dass es an diesem Ort, auch nach drei Radlern,  wirklich nichts flaches gibt.

Heute dann endlich auf das Rad. Ich hatte mir vorgenommen die Sella Ronda zu fahren, auch die ein Teil einer Etappe des Giros 2015. Von Wolkenstein aus sind das vier Pässe, die es zu überqueren gilt: Sella Joch, Passo Pardoi, Passo Campolongo und Grödner Joch. 2015 mussten wir uns erst einmal 50 km und 1.300 Höhenmeter nach Wolkenstein quälen, um die Sella Ronda anzufangen; da dachte ich, dass das ja wohl kurz und anspruchslos genug für den ersten Trainingstag sein würde.

Ich mag es ja gar nicht, wenn ich mich nicht warm fahren kann und es gleich in die Vollen geht. Hier ist es aber dummerweise so, dass es nur bergauf geht und das gleich im Vollen. Oder eben nur bergab und man wird auch nicht warm. So taten die ersten Kilometer richtig, richtig weh und nur die Option einen der älteren Rennrad- oder MTB Fahrer vor einem auf der Straße zu überholen gab etwas Motivation. Überhaupt war die Straße hoch zum Sella Joch voll im Autos, Busen und Motorrädern, so richtig Spaß machte das also nicht. Aber trotzdem fühlte ich mich irgendwie leicht, vermutlich weil ich weniger Kilo auf die Waage bringe, als letztes Jahr. Dachte ich. Exakt bis zu dem Moment wo ich etwa 3 km vom Pass entfernt war, etwas trinken wollte und feststellte, dass ich beide Wasserflaschen zuhause liegengelassen hatte.

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Nach so viel Flachland in Bremen, war das Bergauffahren jetzt nicht einfach, aber so langsam gewöhnte ich mich daran. Jetzt kam das Bergrunterfahren, an das ich ebenso wenig gewöhnt war. Zunächst war das noch sehr unsicher und vor allem langsam. Nach ein paar Tagen in den Bergen kriegt man das sehr gut raus und fährt selbstmörderisch ins Tal, man kommt entweder schnell oder in einer Kiste an. Aber so weit war es heute noch nicht. Obwohl, am Ende hatte ich dann doch auf recht wagemutige Art einen Linienbus überholt und dachte: „Wow, es geht ja doch.“

Es begann der Anstieg zum Passo Pradoi. Der  war nicht sehr steil und so langsam kam ich auch wieder in meinen Rhythmus.

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In Richtung Arabba ging es wieder runter und danach begann der Anstieg zum Passo Campolongo. Auch der war in Ordnung, nur  280m Höhenmeter  und so langsam begann es wieder Spaß zu machen.

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Von Campolongo aus gibt es die schönste Abfahrt auf der Sella Ronda mit vielen schnellen Stücken, Spitzkehren ohne Ende bis nach Corvara. Und von dort aus beginnt der ca. 600 Höhenmeter hohe Anstieg zum Grödner Joch. Hier ging mir zunächst das Wasser, dann auch die Kalorien aus – der Magen meldete sich mit dem üblichen Rumgebrummel. Während ich bislang schneller oben war als im Giro vor einem Jahr, verlor ich jetzt richtig Zeit auf dem Rennabschnitt des Vorjahres. Ich überholte zwar zu Beginn ein paar ältere Rennradler, aber auf de letzten Kehren musste ich mich richtig anstrengen. Gemein an dem Pass ist, dass man schon von recht weit unten sieht, wo man letztendlich hin muss. Das Überraschungsmoment a la „Hinter der nächsten Kurve könnte der Pass sein.“ bleibt völlig aus.

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Endlich Zeit für ein „Bike leaning against something with something impressive in the background“ Photo.

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Vom Grödener Joch aus gibt es endlich mal ein relativ flaches Stück, aber auch nur für 2 bis 3 km. Dann geht es runter nach Wolkenstein, wo ich mich ein wenig im Ort umgetan habe.

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Wie gesagt, nichts flaches hier. Mehr als 2.300 Höhenmeter in einer Tour liegen auch am oberen Bereich der Komfortzone. Fazit: In Bremen kann ich 60 – 70 km locker in 2 1/2 Stunden fahren, hier habe ich über vier Stunden dafür gebraucht, muss irgendwie an meiner Form liegen.

 

 

 

 

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Teufelsmoor.

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Seit Jahren suche ich nach neuen Wegen um Bremen herum und seit Jahren weiß ich auch, dass ich dafür einen Crosser brauchen würde, habe aber keine Lust und kein Geld, um mir einen zu kaufen.

Und seitdem ich  letztem Sommer zum ersten Mal in Melchers Hütte war, wollte ich die Feldwege im Teufelsmoor erkunden und über diese schräge Brücke über die Hamme fahren, die mir bei einer Torfkahnfahrt auffiel.

In der letzten Woche habe ich mein Umberto Dei umgebaut. Das ist ein sehr schöner Rahmen mit einem Moustache Lenker, tollen goldenen Mafac Bremsen und noch schöneren goldenen H plus Son TB14 Felgen; abgerundet durch eine Regina Ora Kranz mit passender Regina Kette – Gold quasi überall. Das Rad gefällt vielen gut die es sehen; mir auch, nur leider muss ich es auch fahren und da liegt das Problem: Funktional ist das alles nicht so glücklich. Für kurze Strecken ist Umberto gut, aber bei längeren Strecken schmerzt die Haltung und die Handposition auf dem Lenker. Die Bremsen machen alles: Geräusche, glitzern, bewegen .. nur bremsen, das tun sie nicht. Und Rahmenschalthebel….na ja: STIs/Ergo und Dual Pivot Bremsen sind ja meiner Ansicht nach die herausragenden Innovationen der letzten 30 Jahre.

Ich hatte mir lange überlegt, wie ich das Rad umbauen sollte und langsam reifte die Idee daraus einen Semi-Crosser zu bauen. Den Moustache Lenker ersetzte ich durch einen schmalen Riser von Nitto der sehr stark nach Fixie-Szene aussieht. Einen breiten MTB Lenker wollte ich nicht. Nichts gegen MTBs und schon gar nichts gegen ihre Fahrer, aber MTB Fahrer sehen meiner Meinung nach auf MTBs so aus, wie weibliche, russische Gewichtsheberinnen wenn Sie gerade das Gewicht vom Boden nach oben reißen.

Weightlifting

Klassischer MTB Riser Lenker in typischer, epischer Breite.

Die Bremsen ersetzte ich durch Modolo Sport Hebel, da ich schon wieder Tektro FL-750 verbauen wollte die zugebenermaßen die schönsten Hebel der Welt sind. Und durch Tektro Bremsen mit langen Schenkeln die vom Aufbau von Hannes weißen CIÖCC übrig geblieben waren. Dazu hellblaue Esi Chunky Griffe, statt den Oury Griffen, die ich sonst oft benutze.

Den Laufradsatz tauschte ich aus gegen einen mit Dura Ace 7400 Naben, Mavic MA2 Felgen  und einer massigen 6-fach Uniglide Kassette 15/32. Zum Glück schafft das die Campa Nuovo Record Schaltung, wenn auch nur auf dem großen Kettenblatt. Aber das ist doch mal eine ansprechende Übersetzung für das Gelände. Auf die Felgen  wurden Challenge Strada Bianca Reifen gezogen. Massive Dinger 700 x 30C, aber mit einem schönen Diamantprofil, Naturflanke und halbwegs Straßentauglich aussehend.

Ich hatte noch einen Satz Suntour Accushift Daumis; von denen montierte ich den rechten an den Lenker um das Schaltwerk zu bedienen. Den linken Schalthebel für den Umwerfer ließ ich unten am Rahmen wo er hingehört, weil der ohnehin nicht benutzt wird. Ich hätte auch gleich Umwerfer und kleines Kettenblatt abmontieren können, aber meiner Erfahrung nach ist es gut einen Umwerfer montiert zu haben, einfach nur um die Kette vorne nicht abspringen zu lassen.

Am Donnerstag Abend nach dem Regen machte ich eine kurze Probefahrt. Passte in etwa. Heute dann die längere Ausfahrt ins Teufelsmoor.

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Melchers Brücke

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Melchers Hamme

Am Anfang fuhr ich auf bekannten Wegen. Umberto ist nicht wirklich schnell, aber es reicht, um nicht ungeduldig zu werden. Kurz vor Worpswede bog ich nach Norden ab und so langsam kam jetzt auch die Sonne raus. Es machte Spaß schnell zu fahren, neues zu sehen und unter dem Rad Sand und Kies knirschen zu hören. Das machte Lust nach mehr.

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OK, der Hummer hat doch die dickeren Reifen.

Wie schwierig das Gelände dort ist sieht man ja schon daran, was da sonst so rumfährt. Nicht. Denn ehrlich gesagt, hätte ich das alles auch mit einem Rennrad fahren können, Conti GP4000 Reifen halten so etwas aus.

Trotzdem, der Umberto Crosser könnte genau das richtige Rad für eine weitere geplante Tour sein: Die komplette Umrundung Westberlins auf dem 160km langen Berliner Mauerweg mit Fabian; und am besten auch gleich mit Steini.

Ich freue mich schon riesig, Fabian. Ich freue mich schon sehr, Steini. Ich hoffe das gibt diesen Spätsommer etwas, Fabian. Das machen wir doch im September, Steini?

Strava

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Warten auf Bumsfidel. Quatsch, Schnippo! Nein, Silke!

„Ich wusste nicht mehr, ob ich wachte oder schlief,
die Augen verquollen von tausend Tränen,
auch wenn sie doch endlich einen Sinn bekämen.“
(HH Milch, „Fräulein Meier“, 1984)

Ich quälte mich morgens ganz früh aus dem Bett, fühlte mich lyrisch und machte mich auf den Weg in die Küche.Das war gar nicht so einfach, denn seitdem mein Sohn Abitur hat, hängt er mit seinen Kumpels im Esszimmer rum und zockt Nächtelang online „League of Legends“. Und so kämpfte ich mich durch leere Pizzapackungen, vorbei an Bierkästen und leeren Energiedrinkdosen zum Toaster durch. Man, hatte ich so überhaupt keine Lust!

Aber ich hatte ja dooferweise auf fb gepostet, dass ich alle heute nach Barrien zur RTF leiten würde. Meine Laune wurde auch nicht besser als ich, vorbei an Gummibärchentüten, Chipspackungen und Kartoffelsalatdosen die Strasse erreichte. Graue Wolken überall, vor allem am Himmel über einem, was schlecht ist, denn von da aus fällt vertikal der Regen auf einen runter, zunächst noch in tröpfelnder Form. Dabei hatte ich mich extra schick gemacht für dieses Event und mein TSV Barrien Vereinstrikot von 1991 angezogen.

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Die klassische Mondrian-Version, heute in diesen Farben (stehen auf der Verbotsliste der Genfer Konvention) und Mustern (Gegenstand der START Abrüstungsverhandlungen zwischen Russland und den USA) fast nicht mehr zu bekommen.

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Warten auf Bumsfidel- denkt man.

Zum Glück warteten schon die ersten Mitfahrer auf mich am Treffpunkt Bank Wehrstrasse.: Klaus, nein Friedel, nein doch Klaus, Benjamin, Caro, Silvia, Jörg, Christian und er kamen auch immer mehr, jetzt fehlte an sich nur noch Bumsfidel, auf den wir ja bereits letztes Jahr vergeblich gewartet hatten.  Allmählich wurde die Stimmung aggressiv: „Wo ist denn dieser Bumsfidel schon wieder?“ „Alle sind da – und wer fehlt – der Bumsfidel natürlich!“ Ich ließ die Stimmung erst einmal köcheln, denn ich war der einzige der wusste, dass Bumsfidel gar nicht kommen würde. Das hatten wir nicht so abgemacht, um alte Traditionen zu wahren, sondern Bumsfidel wollte mit der BBC (Big Black Cog) Gruppe erst um 8:30 in Barrien sein und später losfahren. Da ich den ganzen Tag heute keinen einzigen BBCler gesehen habe, gehe ich davon aus, dass Bumsfidel heute Abend um 20:30 Uhr meinte, wenn die Strassen leer sind und Deutschland gegen die Ukraine bei der EM spielt.

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Na dann warten wir doch auf Schnippo!

Schnippo, bürgerlicher Name Stephan-Cevin Graf zu Schnippowitsch, sollte uns nach Barrien führen, da er der einzige mit Ortskenntnis des Bremer Süden ist. Auf den mussten wir nun warten. Unglücklicherweise fährt Schnippo, im Gegensatz zu vielen Anderen von uns, nicht nur Rad sondern geht einer weitgehend ungeregelten Arbeit, und einem überhaupt nicht geregelten Lebensstil nach. Nachdem wir also ausreichend gewartet hatten sagte jemand, das Schnippo nicht kommt, was schlecht ist, denn Barrien liegt ja nicht gerade um die Ecke und ist im Prinzip nur auf Feldwegen zu erreichen.

Also, auf wen sollen wir nun warten? Silke! Denn jemand berichtete, dass Silke munter und fröhlich „Legat. Illegal. Scheißegal“ von Slime vor sich hinflötend am Straßenrand saß und versucht mit Andi zusammen einen Platten zu reparieren. Als die beiden dann endlich kamen ging es endlich auf Richtung RTF. Und zwar für ca. 4 km, bevor der zweite Platten Silke stoppte. Tobi führte die Gruppe weiter nach Barrien, während ich umkehrte um Silke und Andi nach Barrien zu fahren. Andi war nirgendwo zu sehen und Silke fuhr in die falsche Richtung – nämlich nach Hause. Ich konnte sie nicht überzeugen ihr schlechtes Kharma herauszufordern und mit nach Barrien zu kommen und musste mich so alleine auf den Weg machen. Fazit: Alles organisiert und dann doch alleine gefahren.

In Barrien waren schon jede Menge Leute, allerdings wegen dem schlechten Wetter auch deutlich weniger als in den letzten Jahren. Obwohl in Barrien ist an sich immer schlechtes Wetter. Fremde Frauen lächelten mich an – war es wegen meinem TSV Barrien Trikot? Nein, es war Corinna, die mich anstarrte, die ich 5 Minuten nicht erkannte, bevor endlich der Groschen fiel. Es gab Kuchen und Kaffee, belegte Brote und wie immer hatte der Verein, d.h. seine Mitglieder und davon vermutlich überwiegend die weiblichen, großartiges an der Kuchen- und Brötchenfront geleistet. Es ist wirklich irre, was so die Dorfvereine zustande kriege. Würde ich, zum Beispiel einer Gruppe von Studenten die Aufgabe geben so etwas zu organisieren, so kämen sie mit einer Flasche Cola an und hätten sich heillos zerstritten.

Gespräche rechts und links. Das hat sich schon sehr geändert im Vergleich zu vor sechs Jahren als ich aus dem Ausland nach Bremen kam und keinen Menschen kannte. Norddeutsche sind ja nicht für ihre Offenheit bekannt; sprach ich damals einen ein, dann sagte er mir. „Hau ab, ich kenn‘ schon einen anderen Menschen!“ und machte ein Gesicht wie Thorsten. Heute ist das komplett anders. Auch und gerade wegen dem cyclyng Blog werde ich mit Respekt behandelt was mir fürchterlich peinlich ist. Manchmal werde ich sogar nach meiner Meinung zu radtechnischen Dingen befragt was noch peinlicher ist, da ich dann so tun muss, als wenn ich davon Ahnung hätte, wobei mein eigentliches Fachgebiet ja die Optimierung von Festigkeits- und Wärmedämmungseigenschaften von Hochlochziegeln ist – aber dazu stellt natürlich nie jemand eine Frage! Zudem wird angenommen, dass ich bestimmte Dinge mache, weil sie einen Sinn haben, wo ich doch einfach nur zu doof bin. Beispiel von heute:

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Lasierte Beine.

Diese braunen Flecken sind nicht etwa Desinfektions- oder andere Wundermittel, um meine Leistung zu verbessern, sondern Lasur. Warum Lasur? Hatte ich meine japanische Frau um eine Rasur meiner Beine gebeten und sie hatte das nicht mißverstanden wegen akuter R/L Schwäche? Nein. Das mit dem R/L ist übrigens wirklich schwierig. Kazuko sagt auch immer „Früchtling“ und „Früchtlingsunterkunft und ich denke an eine Scheune in der sich Orangen und Mangos vor dem Regen schützen. Fairerweise muss man natürlich auch sagen,dass es uns auch schwer fällt in der japanischen Aussprache zwischen „つ“, “す“ und „ず“ zu unterscheiden. Oder zwischen „紅葉“ und “工場“, fast identische Aussprache, das eine heißt aber „gelbe und rote Blätter im Herbst, die die Herzen der Menschen berühren in ihrer Pracht“ und das andere „Fabrik“.

Also, warum Lasur? Weil ich zusammen mit meinem Sohn den Gartenzaun gestrichen habe und wir uns beide total versaut haben. Ich quatschte sehr viel und verpasste prompt den Start.

Zum Glück kam gleich hinter mir eine Gruppe mit Steen, Thorsten und anderen Wiegetrittlern und wir machten uns daran das Feld von hinten aufzurollen. Thorsten machte sehr viel Führungsarbeit vorne und ich beteiligte mich auch aus Dankbarkeit sporadisch. Wir überholten eine Reihe von Gruppen, aber irgendwann ist auch einmal Schluss damit. Das Tempo war aber immer noch gut hoch im 35-40 Bereich und so kamen wir dann bereits nach 30 km oder so an die erste Verpflegungsstation. Wo dann alle bis auf einen und mich rausfuhren, um den legendären Butterkuchen zu tanken, nachdem diese RTF benannt ist. Ich fuhr einfach durch, zusammen mit dem Lotto Typen, der mir aber etwas zu schnell war. Stattdessen fand ich zwei weitere Mitfahrer, von denen der eine ein wunderschönes Basso Fiore di Loto hatte. Ich musste relativ viel vorne fahren, um das Tempo hoch zu halten. Da änderte sich, als Andi mit einer Gruppe von 5-6 Fahrer kam und wir uns teilweise daran hängten. Teilweise, denn die fiesen kleinen Anstiege sorgten dafür, dass hinten noch einige rausfielen. So ging es dann in gutem Tempo weiter zur zweiten Verpflegungsstation die ich ebenfalls ausließ. Diesmal musste ich ganz alleine weiterfahren und verirrte mich prompt. Zum Glück fand ich eine Strasse, auf der ein Paar Gruppen fuhren und hängte mich dran. Und zum Glück waren das auch Gruppen auf der 113er Runde.

Diese Gruppe war nun richtig flott und wir fuhren quasi ständig im 40er Bereich. Besonders fies waren die Abzweigungen – an jeder wurde arg schnell beschleunigt und ich musste mich mit 45 Sachen richtig reinhängen, um nicht den Anschluss zu verlieren. So langsam merkte ich, dass mir der Saft ausging und irgendwann würde ich wohl aus de Truppe rausfallen. aber da kam auch schon die dritte und letzte Station und die ganze Gruppe blieb stehen um zu essen. Ich war auch total überrascht wie viele Fahrer da standen, nach dem Tempo bislang hatte ich geglaubt ganz vorne zu sein. Auch hier fuhr ich durch und wurde dann relativ schnell von einer weiteren Gruppe eingeholt die etwas langsamer unterwegs war. Unter anderem waren da auch Fahrer aus Bruchhausen-Vilsen und Nienburg dabei.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr auf der Autobahn fahrt und vor euch wird eine LKW-Zugmaschine abgeschleppt? Also so, dass die Fahrerkabine nach hinten zeigt und man das Gefühl hat, da kommt einem ein LKW auf der falschen Spur entgegen und gleich kracht man zusammen? Dieses Gefühl hab heute das Mädel vor mir, durch die Kombination aus geflochtenen Zöpfen und Brille.

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Zugmaschine

Hey, und wie man einen Helm richtig rum aufsetzt, darüber kann man durchaus in Bremen auch geteilter Meinung sein. Ich fühlte mich die ganze Zeit peinlich angestarrt und versuchte nicht auf die Banane zu gucken. Insgesamt war das aber eine gute Truppe, die mich schnell ins Ziel brachte.

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Norddeutschland

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Schau mir in die Augen…

Insgesamt bin ich heute auf 114 km fast einen 36er Schnitt gefahren, und habe in mehr als drei Stunden gerade mal 2 Minuten Pause gemacht. Also eine gute Vorbereitung für den Velothon in Berlin am nächsten Wochenende. Und ich war echt froh, als es vorbei war und ich wieder chillen und quatschen konnte.

DSCF2573 Das ist ja nach den RTFen immer viel zu kurz, weil alle gleich wieder zurück nach Bremen wollen. Und  da alleine zurückzufahren ja so gar keinen Spaß macht, schloss ich mich einer Gruppe mit Andi, Andres, Caro, Tanja, Tobi und einigen anderen an. Kurz vor 13:000 Uhr war ich wieder zuhause, mein Bett und seine Freunde lagen jetzt gerade mal im Bett.

Zu einem perfekten Wettkampf gehört unbedingt im Anschluss noch einmal richtig Stabi Training zu machen, um den Körper perfekt auszubalancieren. Hier empfiehlt es sich mit Gewichten und Partnern zu arbeiten, notfalls tut es auch ein etwas älteres und schwereres Handy.

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Vor dem Stabi Training

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Nach dem Stabi Training

Danke an Caro für die Assistenz beim Stabi Training. Nach dem Stabi Training fühlte ich mich auch wieder so richtig frisch. Den Tag anschließend verbrachte ich aber dann doch erst einmal im Bett und dann auf der Couch – und jetzt denke ich so ganz langsam an Fußball.

Danke an alle die heute mitgefahren sind und auf die wir warten oder nicht warten mussten. Und an den TSV Barrien für die gute RTF und den vielen Kuchen etc., auch wenn ich kein einziges Jersey heute von dem Verein gesehen habe.

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RCB Montags Training.

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Selfie beim Stabi Training

Das Leben ist voll erstaunlich vieler Rheinländer. Wir ziehen aus unserer Heimat weg in die Ferne, es sei denn wir machen irgendetwas mit Medien in Köln oder irgendetwas mit Werbung in Düsseldorf. Alle anderen verteilen sich über die Welt bis nach Norddeutschland und verbreiten unseren albernen Humor.

Heute hoffte ich beim RCB Training, dass erstens christliche Gnade und Nächstenliebe wegen des entsprechenden Feiertages walten gelassen wird in der schnellen Gruppe und dass zweitens sowieso alle superschnellen sich total in Bimbach oder Portugal verausgaben und gar nicht erst erscheinen. So waren wir diesmal auch nur zu fünft in der Heißdüsengruppe. Die erst einmal heiße Luft raus nach Fischerhude bliess, ich hatte kein Problem mitzukommen und auch vorne ein wenig zu arbeiten. Von Quelkhorn nach Ottersberg wird traditionell sehr schnell gefahren, mit Rückenwind machten wir über 50 km/hr bis die Truppe etwas zerfiel, danach ging es im 30/35er Bereich weiter nach Otterssted und Bühlstedt. Jedes Ortsshild wurde gesprintet und ich hielt mich da schön raus und sparte meine Kräfte. nach Wilstedt rein und wieder raus ging es gegen den starken Wind und auf dem letzten Stück machte ich dann doch schlapp. Netterweise warteten alle, was in der Heißdüsengruppe eigentlich sehr selten ist. Aber bei fünf Radler fällt halt auf, wenn einer fehlt. Und von dort aus ging es sehr geschillt im 30/35er Bereich wieder zurück nach Lilienthal, insgesamt etwa 70 km. Strava folgt.

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Heißdüsentraining des RCBs am Montag

Man, bin ich froh, dass ich heute nicht in der gechillten Gruppe (Club 28) mitgefahren bin. Ich hatte etwas muffen, nachdem es mich nun zweimal bei den Heißdüsen hinten rausgepustet hatte, aber im Endeffekt hat es sich gelohnt. Heute hatte ich auch zum ersten mal in dieser Saison das Gefühl Kraft zu haben und ohne mich sehr anstrengen zu müssen konnte ich schnell fahren.

Leider war ich zu schnell um irgendwelche Fotos zu machen und so konnte ich am Ende nur noch den Bremer Himmel ablichten bevor es dunkel wurde.

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Anschliessend gleich noch mal Stabi Training zur Sicherheit.

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Vereinsübergreifendes Trainingscamp Mallorca Tag n+2

RSC Rot Gold, RRG, RCB, BBC, Tetrisfit, Bremer Rennradfront, Rennradfront Bremens … es ist wirklich schwierig den Überblick über alle Bremer Radsportvereine zu behalten, auch wenn man alle 24 Fahrer persönlich kennt, die dort engagiert sind.

Zum Glück macht man ab und zu etwas auf Mikro-level gemeinsam; dieses Jahr entschlossen  sich Mitglieder von RCB, Manta Squad, Pedalos, Randsportgruppe der freiwilligen Feuerwehr  Tenever und dem RoCB (Roller Club Bremen) gemeinsam nach Mallorca zu fliegen, dort zu trainieren und als Höhepunkt an dem Jedermannrennen Mallorca 312 teilzunehmen.

Heute das letzte Training vor dem Start morgen. Herrliches Wetter – ganz im Gegensatz zu gestern, wo man nichts machen konnte, außer in Palma zu shoppen und den Rapha Pop-up Store in der Kunstgasse zu besuchen: Erinnert stark an einen Party/heizungskeller der Siebziger, es fehlte lediglich Alufolie an den Wänden und eine Diskokugel. Ich probierte ein Jersey für €140 und es gefiel mir nicht. Palma ist ohnehin nicht gut für Männershopping. Dafür gibt es nette Cafes und guten Kaffee; Milchcafe z.B. schmeckt gut und heißt auf Spanisch „Cafe con lecce“, während man nach normalem Kaffee mit „Cafe sin lecce“ verlangen sollte.

Heute ging es um 10:00 Uhr los in Can Picafort. 6 Rennräder und ein e-bike. Das geht übrigens sehr gut, so lange man etwa BBC Freitagsrundentempo fährt. Auf den Steigungen sowieso.

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Erste Pause bei Petra (Ohren).

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Während die Mädels und Bo dort bleiben, machen Tobi, Thomas und ich uns auf zur Ermita de  Bonany hochzufahren. Nachdem wir bislang mit angezogener Handbremse unterwegs waren, brennen wir jetzt an der ersten, ernsthaften Steigung total durch. Also, ich zumindest. Sofort setze ich mich von den beiden ab und fliege die Steigung hoch. Prima, mein Puls geht auch wieder richtig hoch, jetzt auf 174, das war im Winter in Bremen nicht drin, noch nicht einmal in Okel. Ich gebe alles, als Thomas nonchalant a mir vorbeizieht, als wenn er mich nicht kennen würde und es irgendwie peinlich ist mit mir gesehen zu werden. Ein paar Minuten macht Tobi das gleiche mit mir; das immer näher kommende Kloster rettet mich.

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Oben vor der Kirche gibt es einen tiefen Brunnen, der mit einem Metalldeckel verschlossen ist. Tobi und ich verletzten uns beide schwer am Kopf, als wir versuchen beide gleichzeitig hereinzuschauen. Dann machen wir Photos von der Reflektion unserer Gesichter auf dem Brunnengrund.

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So etwas gruseligeres habe ich nicht gesehen, seitdem ich die letzte Folge X-Files schaute.Ah Moment, die Mathenoten meines Sohnes waren auch etwa so gruselig.

Wir fahren wieder zurück nach Petra und dann gemeinsam über kleine Strassen nach Can Picafort.

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Die Wiesen blühten am Strassenrand, die Ziegen grassten vor sich hin und es wurde jetzt auch richtig gut warm. So warm, dass sich die Knielinge auf einer Minimalhöhe einpendelten.

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Girlie Knielinge

Und dann waren wir auch schon da. Mit 25 in der Gruppe kann man quasi endlos lange fahren, irgendwann wird es dann schwierig, weil Schulter, Hals, Po, oder Arme weh tun, aber Beine, Herz und Lunge lächeln nur vor sich hin. Die anderen waren nervös wegen morgen und wollten es nicht übertun, aber ich hatte mich nicht rechtzeitig angemeldet und kann morgen tun und lassen was ich will.Früher, als Coppi, Motta und Harald L noch die Mallorca 312 fuhren, ging das Rennen noch einmal rund um die Insel. Damit ist es heute vorbei – einmal hoch in die Transmuntana, dann an der Flanke wieder zurück und ab nach Arta und wieder zurück. Erinnert mich an die Triathlonstrecke in der Bremer Überseestadt, ist halt nur länger.

Also machte ich mich auf nach Alcudia, dann weiter nach Port de Pollenca und hoch die schöne Steigung Richtung Cap Formentor. Das ging erstaunlich gut, aber am Leuchtturm dort ging mir Proviant und fast auch das Wasser aus. Irgendwie langte es dann aber doch bis zurück nach Port d’Alcudia. 150 km für den Tag, das war jetzt auch genug. Ich sass am Hafen, aß eine Pizza und schaute den Kindern beim Fussballspielen zu. Der n+nte Tag kann kommen.

 

 

 

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LVZTRCB 2016: Kreuz und quer durch Tenever und Wilstedt

Die erste RTF der Saison wurde von meinem Verein ausgerichtet: die Landesverbandszielfahrt des Radsportclub Bremen, kurz LVZTRCB – das musste in der Überschrift so abgekürzt werden, denn eine Blogsoft die in den USA entwickelt wurde kann mit der Länge deutscher Worte, wie z.B. „Benzinwolkenvaterbeschämung“ nicht umgehen.

Als Startpunkt wurde ein berüchtigtes Jugendhaus auf dem Gelände der Gesamtschule Ost in Tenever ausgewählt; als ich dort mit Mark und Dr. Rad aus Weimar um 9 Uhr morgens ankam hing bereits das übliche Gesocks vor dem Eingang rum: Rose Räder, Shimano Schaltungen, Rapha Kleidung und gefakte Carbonräder aus China, schlimm, schlimm was die Jugend heute so treibt. Dealer befüllten Benzinkanister in denen nun Drogen transportiert wurden, vermutlich Methylalkohol oder sonstiges Teufelszeug und mit denen die umliegenden Dörfer wie Wilstedt und Seslingen versorgt wurden. Obwohl es noch so früh war, rauchten bereits die ersten Fahrer in der glühenden Sonne; mindestens 32  Grad im Schatten waren es da schon. Also, das hätte man zumindest denken können, wenn man sah, wie viele Mitfahrer in kurz-kurz angetreten waren. OK, also an sich nur einige. Hm, wenn ich noch einmal darüber nachdenke, lief dort eigentlich nur Matt Schmitt in kurz-kurz rum, alle anderen in Jacke und Schals.

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Boys and Girls in the Tenever Hood

Von drinnen dröhte aggressive Musik von Haftbefehl die uns auf die bevorstehende Landesverbandszielfahrt des Radsportclub Bremen scharf machen sollte:

Denn ich rolle mit mei’m Besten
Denn ich rolle mit mei’m Besten
Denn ich rolle mit mei’m Besten
Ich und er sind jede Zeit bereit für Action

Ich bin high und ich rolle tief
Ich bin high und ich rolle tief
Ich bin high und ich rolle tief
Ich bin high und ich rolle tief

Der Sozialarbeiter drinnen machte Zicken und wollte  nicht die Landesverbandszielfahrtskarten des  Radsportclub Bremen rausrücken, so dass wir ihm zunächst eines auf die Fresse drohten und dann acht Euro abdrückten. Überhaupt: drinnen! – doch dazu später.

Draußen war mittlerweile die gesamte RCB Szene Bremens versammelt, viele bekannte Gesichter, Jörg zum Beispiel hatte ich lange nicht mehr gesehen, mit Andreas länger nicht gesprochen, Thomas, Philipp, Stefan, Silvia, Didi – das ist mittlerweile ganz anders, als auf meiner allerersten RTF in Bremen 2010. Ehrlich gesagt war es auch nicht viel anders als eine RCB Montagsausfahrt, deren Startpunkt ja mittlerweile auf den Dorfkrug in Borgfeld verlegt wurde, da die Kundschaft von Jacques Weindepot, wo wir uns bislang trafen, auch keine Lust mehr hat sich durch schwitzige hundert Körper zu winden, um ’ne gute Flasche Rose zu kaufen. So ein Gemenge ist eine gute Gelegenheit ein paar Fachgespräche zu führen. Andreas vermutete, dass die Lager in den Naben seines Rades kaputt sind, da er beim fahren öfters das Gefühl hat, „als würde mich jemand von hinten festhalten“, dieses Gefühl ist mir, vor allem nach der Winterpause ebenfalls gut bekannt und hat dummerweise leider gar nichts mit den Lagern zu tun.

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Sebasatian hat seine Igelhaare mit einem Stirnbandunterm  Helm gesichert, da ist quasi wie eine Sprungfeder, die jeden Moment damit droht den Helm zu durchstossen.  Dann, wir waren gerade so nett am quatschen und irgenwie hatte ich mich schon mit dem Gedanken angefreundet jetzt gleich nach Hause zu fahren und auf der Couch zu pennen,trat Schröder nach vorne und begann zu organisieren. Neben Schröder stand ein blonder Junge und Silke vorne und alle hielten Schilder mit 120+ (Schröder) 75+ (Junge) und Silke (50+) hoch – da analog zu den Schildern auch eine signifikante Änderung der Körpergröße von Schröder in Richtung Silke erkennbar war, glaubte ich zunächst, dass wir nun nach Körpergröße sortiert würden; also mit Schröder kommt alles was zwischen 2,20m und 1,75m ist, mit dem Jungen zwischen 1,75m und 1,50m und bei Silke alles war unter einem Meter fünfzig durchkommt.

Es handelte sich aber doch um die Streckenlängen. Die 120er Gruppe war zunächst relativ groß, aber nun wurde jede Gruppe noch einmal in „ambitioniert“ und „gechillt“ aufgeteilt. In der ambitionierten 120er Gruppe bleiben dann noch so ca. 25 Fahrer. Ich stellte mich auch mit dazu, denn erstens ist dazustellen relativ einfach und cool (im Gegensatz zu mitfahren) und zweitens war es ohnehin mein Plan mit der schnellen Truppe rauszufahren, irgendwo eine längere Pause zu machen und zu warten bis die gechillten kommen und mit denen dann gemeinsam den Rückweg zu vergeigen.

Ich hätte gerne mal die ambitionierte 50er Truppe gesehen. Schnitt 35 km/h, nach 1 1/2 Stunden wieder zurück  – da kann man mit dem Tag noch etwas anfangen.

Los ging’s dann auch schon.Mit Rückenwind und hohem Tempo. Meistens war es allerdings auszuhalten, schwierig wurde es erst einmal  nur dann, wenn der Wind von der Seite kam. Es ist an sich ja kein Problem 40 km/h in der Gruppe zu fahren, wenn der Wind von hinten kommt, man in der Mitte fährt, die Leute kennt und sich auf die verlassen kann und die Hosen vor einem nicht komplett durchgescheuert sind. dann kann mana uch ein wenig quatschen, so wie Thomas und ich das gemacht haben. Das Problem fängt an, wenn die Gruppe immer noch 40 km/h einen leichten Hügel mit heftigem Seitenwind hochfährt. Das kostet Körner und kann man halt nicht so häufig mitmachen. So war ich ganz froh, dass wir relativ zackig in Wilstedt waren. Was keine Überraschung ist, denn in den Regelungen des Deutschen Radsportbundes heisst es eindeutig über das Ziel einer Landesverbandszielfahrt: „Wird eine Landesverbandszielfahrt in Norddeutschland durchgeführt, so muss eines ihrer Ziele Wilstedt sein.„. Überhaupt, ich kann mich auch gar nicht erinnern, dass ich jemals von Bremen aus irgendwo hingefahren wäre und dabei nicht durch Wilstedt gekommen wäre. Wilstedt ist wie das Schloß von Franz Kafka,nur umgekehrt.

Auf der langen Straße an den Windkrafträdern vorbei Richtung Wilstedt musste ich dann auch in die Führungsarbeit gehen. Neben mir eine graue Heißdüse. Wir fahren den letzten Hügel zum Ortsschild hoch. Hier wird bei der Montagsausfahrt immer gesprintet. Der ist  neben wird immer schneller, will nicht sprinten, aber definitiv als erster am Ortsschild sein. das geht natürlich gar nicht, ich halte mit und ziehe dann ganz fies an – schwierig ist es dabei das Ganze so aussehen zu lassen, als wenn das ganz locker und unbeabsichtigt wäre – dieser Ortsschildsprint geht an mich. Danach ist dann auch schon die erste Pause am MTV Wilstedt (letztens 3:4 rausgeflogen nach 1:1 Hinspiel gegen Liverstedt im Kreisligapokal).

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Links mit Helm der Ortschildsprinter in Wilstedt. Unter dem Tisch verdächtiger Kanister.

In Wilstedt hätte ich nun in den Zirkus Eldorado (Motto: erfolg ist kein Zufall!“) der Familie Thiel (Deswegen sind wir auch in Wilstedt!) gehen können, aber die Pause ist nur kurz und am Kreisel kreisen bereits die Ungeduldigen. Weiter geht es mit 35 bis 40 und mir wird langsam klar, dass das mit mir nicht ewig so weitergehen wird. Zwischen Kirchtimke und Rhadereistedt (Immer noch Partyalarm in der Zeltdisco am 8.April) falle ich raus. Philipp und ein weiterer wollen mich noch schieben, aber da geht nicht mehr viel und bis zur nächsten Pause in Selsingen ist es noch weit und so mache ich mich alleine auf den Weg. Die Gruppe ist auch ganz schön klein geworden, in Wilstedt sind da schon eine menge ausgestiegen.

Das klappt ganz gut, nur habe ich von der Strecke dummerweise so gar keine Ahnung und muss mich anhand der Landesverbandszielfahrtswertungskarte orientieren. Das bedingt eine menge Pausen, denn nun kommen die ganzen „Stedts“ und ich kann einfach nicht behalten, in welcher Reihenfolge die abgefahren werden sollen: Rockstedt, Granstedt, Glinstedt, Hanstedt, Hepstedt, Tarmstedt, bis der Weg wieder zurück nach Wilsedt führt.

Wofür steht eigentlich dieses „Stedt„? Stadt kann das ja wohl nicht heißen, den diese gottverlassenen Flecken im Norden weisen ja keine signifikanten Einwohnerzahlen auf. Am besten gefällt mir da noch Rockstedt (ursprünglich „Rockstedty“), denn erstens hat es ein cooles Wappen,

Wappen von Rockstedt: von lauter Musik aufgescheuchter Vogel irgendwo im Grünen

 und zweitens wurde der Ort auch von No Doubt besungen.

Prompt verpasse ich den Verpflegungspunkt in Selsingen und dann geht es auch schon voll gegen den Wind zurück. Hm, das ist nun echt hart. Ich fahre so mit 20 bis 25 km/h und trotzdem habe ich einen Puls von 140 bis 150. Das ist nicht so anders als bei Mat Haymann, als er dieses Jahr Paris-Roubaix gewann, nur dass er mit diesem Puls und der etwa gleichen Trittfrequenz im Durchschnitt 44 km/h über Kopfsteinpflaster fährt.

Ja, jetzt wird es wirklich langsam und mühsam. Und verdammt, die chillige 120er Gruppe will einfach nicht kommen. In Glinstedt finde ich endlich einen weiteren Radfahrer, der sich mit mir duelliert. Fies schleicht er von rechts auf dem Radweg heran und überholt mich. Ich ziehe an, aber er bleibt dran, setzt noch einmal zum überholen an, bis ich ihn kurz vor Tarmstedt aus den Augen verliere. Ich sollte noch erwähnen, dass der nicht bei der Landesverbandszielfahrt mitfuhr und auf einem Trekingrad mit zwei Packtaschen sass.

In Wilstedt mache ich mir gar nicht die Mühe auf dem Rückweg beim Verpflegungspunkt zu halten. Immer weiter gegen den Wind, bloss nicht nachdenken was ich hier mache und den Tag kann ich vermutlich auch tutto completto abhaken wenn ich erst einmal wieder zuhause bin. Wenn.

Es folgt das altbekannte Stück durch Buchholz nach Quelkhorn und Sagehorn, immer noch sehr langsam aber man kennt die Straßen und Abzweigungen und weiß wie weit es bis nach Hause ist. Es sind relativ viele Autos auf der Straße und es wird aggressiv gefahren und gehupt. Plötzlich quietschen Bremsen und  Reifen auf , ich drehe mich um und sehe, dass knapp zwei Meter hinter mir ein alter Benz zum stehen kommt. Das war sehr knapp. Ein Busfahrer hupt, zeigt mir den Vogel und schneidet mich, ich bin froh, als ich ab Sagehorn wieder über Nebenwege fahre.

Ankunft in Tennever am Jugendheim.Thomas ist natürlich schon da, er hat bis zum Schluß in der schnellen Gruppe mithalten können. Ich dachte ich bin der letzte der eintrudelt, aber dann kommt plötzlich Schnippo und ein Teil der schnellen Truppe rein.Er hatte Pech mit seinem Rad heute, es gab viele und lange Pausen. Und als mein Würstchen schon lange fertig ist, kommen auch die gechillten 120er rein.

Ich denke ich werde diese Saison ein Problem haben. Für die gechillten bin ich einfach zu schnell. Das merke ich ja auch bei den regelmässigen RCB und BBC Runden, das ist ganz nett aber nicht wirklich fordernd. Es macht Spaß zu quatschen, aber so richtig weiter bringt mich das nicht. Einerseits. Für die schnellen bin ich allerdings zu langsam, da kann ich so 40 km mithalten, aber dann geht mir die Puste aus. Klar, über den Verlauf der Saison werde ich besser, schneller und ausdauernder werden, die aber auch.

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Baum in voller Blütenpracht

Ich sollte unbedingt noch etwas anderes machen, nachdem ich ja jetzt erst einmal „Body Attack“ Verbot habe. Auf  der Rückfahrt kommt mir die Idee: erst in die erste Etage und dann auf in das Erdgeschoss.

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Zum Ende hin hänge ich noch ein wenig im Jugendheim rum. Es gibt ein paar schicke Photowände aus der Geschichte, so erfahren wir, dass hier irgendwelche Jugendliche den dritten Platz beim Fußballtunier „Rote Socke“ 2003 gemach haben, organisiert vermutlich von der KPD/ML. Es gibt eine Zusammenstellung mit Schnappschüssen der „Mädchenrunde“ und ich hoffe und bete, dass das Jugendheim in dem ich mich früher aufgehalten habe, Haus Zoar in Mönchengladbach nicht etwas ähnliches besitzt. Und dann heisst es  Tschüss sagen.

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Das fällt nicht so schwer, denn erstens schreit die Couch zuhause nach mir und zweitens wird am Montag Abend ja ohnehin wieder gerast wie blöde. Oder eben gechillt.

Strava

Landesverbandszielfahrten, wie viele andere angenehme Dinge im Leben sind nicht einfach da sondern entstehen, weil sich ein paar nette Menschen aufraffen und das ganze organisieren, wobei sie vermutlich dabei dann den wenigsten Spaß haben. Das ist im Prinzip wie Parties zuhause machen, wenn die Eltern weg sind: Da werden auch Jugendliche schnell zu Spiessern im Angesicht der drohenden Zerstörung. Mein Dank an die Leute vom RCB die heute ihren Beitrag geleistet haben. Insbesondere für die Erfindung des Wortes Landesverbandszielfahrt.

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