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Campagnolo Delta Forschung

Alles über Campagnolo Delta Bremsen in einem neuen Post hier.

 

So langsam wird das Bild klarer. Bei der Forschung.

Das Schaubild

Eine weitere, relativ wichtige Variante, wenn auch sehr selten, sind Delta Bremsen im Century Finish.

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Hier im Vergleich, normale Deltas im Silbrigen Finish mit den wesentlich dunkleren Century Finish Deltas.

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Aufgrund der weiteren Merkmale würde ich diese der fünften und letzten Generation zuordnen.

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Campanolo Delta Bremsen: Ein versuchter akademischer Beitrag

Alles über Campagnolo Delta Bremsen in einem neuen Post hier.

Update Juli 2017 mit vielen neuen Infos und Fotos.

Campagnolo Delta brake 600

1. Vorher

Im Katalog No. 18 von 1984 zeigt Campagnolo die Hierachie seiner Rennradgruppen auf: Ganz oben steht die Super Record (Bremse 4061/1) Gruppe, gefolgt von der (Nuovo) Record (Bremse 2040/1)Record und der Gran Sport (Bremse 117).

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Aus heutiger Sicht ist das Design der Bremsen durch alle Gruppen sehr ähnlich und unterschied sich nur in Details: Eine Mittelachse mit Seitenzug (Single Pivot, Side Pull). Zwar war Campagnolo noch erste Wahl bei den Radprofis der Dekade, aber die technische Führerschaft unter den Herstellern war verloren gegangen und ehemalige japanischen Massenhersteller wie Shimano (600EX, Dura Ace) und Suntour (Superbe Pro, Cyclone)  hatten zwischenzeitlich  innovativere und qualitativ hochwertigere Gruppen auf den Markt gebracht.

Shimano hatte 1980 mit der 600AX (später auch Dura Ace AX und Adamas AX als höher-wertige bzw. niederwertige Komponente nach dem gleichen Konzept) sogenannte „aerodynamische“ Mittelzug (Roller Cam)Bremsen vorgestellt – allerdings mit sehr bescheidenem Erfolg.

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Als Antwort darauf stellte Campagnolo auf einer Messe 1984 erste Prototypen der C-Record Delta Bremsen vor. Angeblich gibt es von diesen Prototypen nur drei Stück, eine im Besitz von Campagnolo, eine von Richard Sachs und eine andere irgendwo. Leider tauchen auf Ebay immer wieder sogenannte Prototypen auf, so dass diese Geschichte keineswegs gesichert ist (siehe Beitrag im Tour Forum).

1986 kamen die Delta Bremsen dann endlich in den Verkauf, in der ersten Generation; insgesamt wurden fünf Generationen aufgelegt. Diese erste Generation wird oft mit den Prototypen gleich gesetzt. Ob dies tatsächlich so ist oder nicht, weiß ich nicht. Ich gehe hier einmal davon aus, dass die 1. Generation nicht gleich dem Prototypen ist und dass alle sogenannten Prototypen im Markt eigentlich Typen der 1. Generation sind.

Es scheint als wenn sehr schnell nach dem Verkaufsstart sehr schnell Probleme mit der Zuverlässigkeit der Bremsen auftauchten, so daß Campagnolo sich entschied diese zurückzurufen. Die Feststellschraube des Bremszuges riss ab, so dass die Bremse katastrophal versagte. Zudem war das Innenleben der Bremse aus nicht rostfreiem Stahl gefertigt, so daß Bedenken kamen, ob diese überhaupt über einen längeren Zeitraum gebraucht werden konnte.

Der Rückruf von Campagnolo hat dazu geführt, daß heute Bremsen der 1. Generation sehr rar sind und sich auf Ebay in der Preisklasse von 1.000 bis 4.000 US$ pro Paar bewegen.

Die zeitliche Lücke bis zur Einführung der 2. Generation C-Record Delta Bremsen wurde   mit der Einführung der sogenannten „Cobalto“ Bremsen überbrückt. Im wesentlich waren das Super Record (4061/1) Bremsen mit einem blauen Stein auf der Mittelachse.

2. Mittendrin

Abgesehen von den Prototypen gab es von den Delta Bremsen insgesamt 5 Generationen, die im Weiteren beschrieben werden. Bei der ersten Generation war das Design der Bremzugsfeststellschraube zu schwach und der Innenleben aus nicht rostfreiem Stahl hergestellt.

Diese Probleme wurden mit der 2. Generation ausgeräumt. Allerdings hatten die Delta Bremsen das (Image)problem, dass die Bremskraft geringer als bei Konkurrenzprodukten war, und sie sich auch schlecht modulieren lasse. Dazu kommt, dass sie sich konstruktionsbedingt schwer einbauen und einstellen läßt.

Ich würde zusätzlich vermuten, dass sie im Vergleich zu anderen Bremsen auch sehr teuer und aufwändig in der Herstellung waren, so dass sie entweder preislich zu teuer, oder mit Verlusten verkauft wurden.

Einige andere Hersteller brachten ähnliche Produkte auf dem Markt. Zu nennen sind hier Modolo Kronos (1983) und Weinmann Delta und Delta Pro. Keine von diesen Bremsen war erfolgreich im Markt.

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3. Nachher

Anfang der Neunziger war das Bremsenprogramm von Campagnolo veraltet. Shimano brachte 1991 die Dura Ace 7403 Bremse auf den Markt, das erste System mit sogenannten „dual pivot“ was man vielleicht als „zweiachsig“ übersetzen könnte. Suntour hatte sich zwischenzeitlich vom Markt verabschiedet, ebenso die klassischen französischen Hersteller Huret und Simplex.

Campagnolo brachte zu diesem Zeitpunkt neue Gruppen auf den Markt: Chorus, Athena, Xenon in absteigender Reihenfolge. Erst 1995 wurden mit der Record die ersten Dual Pivot Bremsen vorgestellt.

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4. Die verschiedenen Generationen der Delta Bremsen

In diesem Artikel geht es im wesentlichen um die verschiedenen Merkmale und Variationen, anhand derer sich Delta Bremsen von Generation zu Generation unterscheiden. Wie üblich bei Campagnolo gibt es auch innerhalb der Generationen einige Variationen, so dass es manchmal recht schwierig ist eine Bremse genau zuzuordnen.

Darüber hinaus  gab es noch eine Croce d’Aune Gruppenversion der Delta Bremse die von 1987 bis 1991 verkauft wurde. Diese unterscheidet sich von allen Delta Bremsen dadurch, daß die Rückhaltefedern der Bremsarme außerhalb des Gehäuses auf der Rückseite angeordnet sind. Zudem ist der obere Teil des Bremshüllenhalters anderes gestaltet. Croce d’Aune Bremsen werden hier nicht betrachtet da sie einfach zu indentifizieren sind.

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Die wesentlichen Merkmale, in denen sich die Delta-Bremsen Generationen unterscheiden sind:

Quick Release Mechanismus

Die erste Generation hatte an der Zugführung oben, wo sich die Bremshülle gegen den Bremskörper abstützt einen Mechanismus, mit dem der Bremszug entspannt werden konnte. Bei Entspannung bewegen sich die Bremsschuhe von der Felge weg das Laufrad konnte einfacher aus der Gabel genommen werden.

Von der Konstruktion her war der Quick Release allerdings sehr schwach ausgelegt, so daß die Möglichkeit bestand, dass es beim Bremsen versagte. Aus diesem Grund und weil in späteren Generationen der Bremshebel dort der Quick Release eingebaut wurde (wie auch noch heute bei Campa Ergopower Hebel), gibt es diesen nicht mehr ab der 2. Generation inklusive. Der QR Mechanismus ist daher ein eindeutiges Erkennungsmerkmal der 1. Generation.

Bremshüllenhalter

Der Bremshüllenhalter ist das Teil, das auf dem höchsten Punkt der Bremse zwischen dem Dreieckigen Hauptgehäuse und der Bremszugshülle sitzt. Durch den Halter wird der Bremszug zu der Befestigung an dem inneren Hebelmechanismus geführt.

In der ersten Generation, beinhaltete der Bremszughalter den Quick Release Mechanismus. Er wurde mit einer Rädelschraube auf das Hauptgehäuse aufgeschraubt. Hier gibt es auch keinen Plastikbalg (weiß oder Schwarz), die den oberen Teil gegen Verschmutzung schützt.

In der zweiten Generation ist die Rädelschraube zur Feinjustierung der Bremszugslänge gang nach oben gewandert. Die Rädelschraube ist weiterhin in Achsenrichtung schraffiert, wie bei der ersten Generation, sie ist allerdings weniger lang. Unterhalb dieser Schraube befindet sich eine weißer Plastikbalg mit 5 Faltungen. Die untere Metallschraube läßt sich gegen die Federkraft hochschieben, so dass die Abdeckung des Hauptgehäuses unter diese Schraube geklemmt werden kann.

Bei der dritten Generation sind wird nun zum ersten Mal eine nicht gerädelte Schraube oben verwendet. Sie ist konisch (d.h. der Durchmesser wird zur Spitze hin geringer) und hat in der Mitte eine Rille in der ein schwarzer, abnehmbarer O-Ring sitzt. Der Plastikbalg unterhalb der Schraube ist weiterhin weiß und hat fünf Faltungen. Die Schraube darunter hat nun auch eine Rille in der Mitte mit einem schwarzen O-Ring. Von der Funktion her hat sich der Aufbau nicht geändert.

Zwischen der dritten und der vierten Generation gibt es meiner Ansicht nach keine Änderungen. Der Plastikbalg ist nach wie vor weiß.

Bei der fünften Generation gibt es ebenfalls keine Änderungen, bis auf die Tatsache, daß der Plastikbalg nun schwarz ist. Dies ist im Einklang mit den Farbwechsel von Weiß auf Schwarz bei Bremsschuhführungen und (Lenker)Bremshebelgummis zu sehen.

Gehäuseabdeckung

Die Gehäuseabdeckung wir bei der 1. Generation mittels eines Außenliegenden Clips auf dem Gehäuse befestigt. Diesen Clip gibt es nur bei der ersten Generation, bei keiner der folgenden.

Das Campagnolo Logo auf der Außenseite ist eingestanzt, also nicht graviert (mit scharfen Werkzeugen in die Oberfläche „eingeritzt“ und natürlich auch nicht mit einem Laser bearbeitet). Das Logo selber ist nicht mit Farbe ausgelegt.

Angeblich ist auch das Oerflächenfinish bei der ersten Generation„satiniert“ , also anders als in späteren Generationen.

Bei der zweiten Generation wird die Abdeckung unten eingeklippt und mit der Verlängerung unter den Bremzuggegenhalter gesichert. Diese Art der Klippung bleibt bis zur 5. Generation identisch. Das Logo ist nun nicht mehr eingestanzt, sondern gedruckt.

Bei der dritten, vierten und fünften Generation ist da Logo in schwarzer Farbe auf der Abdeckung gedruckt. Es gibt eine ganze Anzahl von Anfertigungen der Abdeckung für Räder italienischer Hersteller (Colnago, Chesini, Pinarello etc.) bei denen die Abdeckung nachträglich bearbeitet wurde, um das Logo des Herstellers aufzunehmen.

Die grundsätzliche Befestigung des Gehäuses am Bremskörper ist zwischen der 2. und der 5. Generation  identisch.

Gelenkmechanismus

Der innere Gelenkmechanismus ist wohl das signifikanteste Merkmal und die Änderung mit dem größten Einfluß auf die Funktionalität in der Geschichte der Campagnolo Delta Bremsen. Von der Konstruktion her haben die ersten drei Generationen einen Mechanismus mit drei Gelenken (und einem Fixpunkt) sowie vier Hebeln. Die vierte und fünfte Generation hingegen besitzen fünf Gelenke (und einen Fixpunkt) mit vier Hebeln. Diese Modifikation sollte dazu führen die Bremskraft und Modulation der Bremse durch ein verbessertes Hebelverhältnis zu optimieren.

Zwischen der 1. und der 2. Generation gibt es weitere Verbesserung in der Konstruktion, sie sich aus dem Versagen und Rückruf der 1. Generationsbremsen ergaben. So wurde das die Feststellschraube für den Bremszug verstärkt und  das Innenleben der Bremse aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Farbe und Größe der Bremsschuhe und Halter

Bei den Bremsschuhen und -haltern gab es ebenfalls Veränderungen über die Generationen. Die Bremsgummis der ersten Generation sind noch in weißer Farbe und deutlich kleiner als die späterer Generationen.

Die Bremsgummis wurde in Fahrtrichtung in die hinten offenen Bremsschuhe „gesteckt“ und sind nicht durch Schrauben gesichert. Die Bremsführungen sind mit weißen Plastikhüllen verkleidet.

Ab der zweiten Generation werden größere, schwarze Bremsgummis verwendet. Diese werden mittels zweier Madenschrauben gegen ein Herausrutschen gesichert. Bis zur vierten Generation bleiben die Plastikhüllen der Führungen weiß, danach weerden diese gleichermaßen wie andere Einzelteile in der fünften Generation schwarz.

Spacer an der Rahmenbefestigung

Folgt

Größe und Form der Bremszangen

Folgt

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Zu verkaufen: Salami Campagnolo

Original Salami-Schaltwerk von Campagnolo Type „Nuovo Record“ – leider ist das Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen.

In der Orginalverpackung. Nachgewogen, das Schaltwerk ist wesentlich schwerer als die angegebenen 120 Gramm Einwaage! Traditionell hergestellt in der Fleischerei von Tullio in Vicenza/Italien und anschliessend verwurstelt und versalamisiert von einem unbekannten Metzger der Landstrasse. Fettarm. Fast vollständig. Leider sind einzelne Salamischeiben verbogen oder entzweigerissen.

Eignet sich hervorragend zum Basteln neuer Salamis im Kreis der Lieben.

Verkaufspreis 15 Euro inklusive Versand.
Bei exzellenter Begründung warum man das unbedingt haben muss auch für 10 Euro abzugeben. Muß aber wirklich gut sein.

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Campagnolo Delta Bremsen

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Seit einigen Tagen bin ich Besitzer von zwei (wirklich) Paar Campagnolo Delta Bremsen.
Ich kann wirklich nur jedem davon abraten diese Bremsen zu kaufen, denn die moralische Verpflichtung diese dann auch an einem passenden Rahmen zu montieren ist einfach überwältigend. Unterhalb des Niveaus von Derosa, Colnago oder Chesini X-Uno geht da eigentlich gar nichts. Schrecklich, ich habe nicht gewusst welche Verpflichtung in damit eingehe. So jetzt schicke ich erst einmal Frau und Kinder zum Betteln in die Fußgängerzone, damit ich dieser ungeheuren Verpflichtung bewußt werden kann.
Eine Frage habe ich dann doch: Welche Versionen habe ich gekauft? Hier einmal einer der vielen Webartikel zu dem Thema, aus dem ich nicht richtig schlau werde:

Dating the Delta’s:

the first generation: knurled tall top cap with three lines in bottom cap, logos cut into cover, white gaitor with 6 pleats and white guides, diamond shaped linkage, half spherical pad holder design.

The second generation: knurled tall top cap with three lines in bottom cap, black logos, white gaitor with six pleats and white guides, diamond shaped linkage, half spherical pad holder design.

The third generation: shorter top cap with o-rings fitted top and bottom,black logos, white gaitor with five pleats and white guides, diamond shaped linkage, half spherical padholder design.

The fourth generation: shorter top cap with o-rings fitted top and bottom, black logos, black gaitor with five pleats and black guides, diamond shaped linkage, half spherical padholder design. Can a colour change of white to black trim make a difference,,not really but it did happen.
Then theres the few sets that appeared with black gaitors and white guides during this time, and i wont even begin to try and figure that one out.

The fifth and final generation: shorter top cap with o-rings fitted top and bottom, black logos, black or white gaitor with five pleats and black or white guides, cable slot in cover, revised ‚cross over‘ linkage mechanism, softer return springs, padholders shape changed to full spherical design with optional spacers for different width rims.

Also, nach diesem Schema, welche habe ich nun?

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Haben. Wollen.

Campagnolo Hochflansch Bahnradnaben.

Könnte ich gut für mein nächstes Radprojekt brauchen. Der Preis von €190 ist leider etwas abschreckend. Alternative: Novatec, neu, €30.

via Eroica Cicli. Versandkostenfrei.

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Stoff aus dem Träume werden

Es gibt wenige Dinge die bei der Arbeit so entspannend sind, wie einen Haufen Radkomponenten auf den Tisch zu stellen.

Lange Zeit hatte ich auf meinem Schreibtisch einen Shimano Speichennippel aus einem Ultegra Hinterrad in einem kleinen Plastikkästchen liegen. Immer wenn ich auf andere Gedanken kommen wollte (und das war zugegebenermaßen recht häufig) nahm ich diesen Speichennippel in die Hand und spielte damit rum. Der Speichenippel liegt auf meinem Schreibtisch, weil die  Speiche dazu auf der allerletzten Tour in Japan, die ich zusammen mit Ludwig im April 2010 gmacht habe, gebrochen ist. Wir hatten kein passendes Werkzeug dabei und haben dann die Jungs von einem Reifenhändler um Hilfe bei der Reparatur gebeten.

Wenn man ganz genau hinsieht kann man sehen, dass links neben der Sitzstrebe eine Speiche fehlt. So konnten wir zumindestens mit dem Rad nach Hause fahren, ein neues Hinterrad nehmen und dann noch einmal losfahren. All dies sind sehr angenehme Gedanken, leider in Richtung Vergangenheit, aber sie helfen dabei die Gegenwart (keine Berge, viel Arbeit und Himmel in der Farbe von Fernsehsendern nach Sendeschluss) zu bewältigen.

Noch besser ist es allerdings einen Haufen Komponenten auf dem Tisch zu haben und sich zu überlegen, was man daraus bauen wird. Das ist etwa wie als Kind mit einer Kiste Legosteine. Wird das ein Sternenschiff, eine Galeere, oder aber eine coole Festung für meine Airfix Männchen? Die Möglichkeiten in die Träume gehen können erscheinen nicht limitiert und genauso wenig limitiert sind zum Beispiel die Variationen von Rädern die ich aus einem Haufen von Naben auf meinem Schreibtisch basteln könnte.

Normandy Hochflanschnabensatz, vielleicht eher etwas singlespeediges mit farbigen Felgen, Azzurro Nabensatz, fast so schön wie Campagnolo Record Naben, oder wieso eigentlich fast … da muß irgendetwas mit viel Chrom dran, wenn es sein muss auch Schlauchreifen. Wieso gibt es fast überhaupt keine Infos über Azzuro Naben auf dem Web? Weiß Du jemand etwas? Eine einzelne Gipiemme Sprint für ein Vorderrad – die Welt steht offfen.. und dann noch eine moderne Shimano Ultegra 6500 für das Vorderrad – vielleicht einmal Sapim CX Ray Messerspeichen ausprobieren? Ah, die Gedanken schweifen in die Zukunft, das Leben ist schön…..

Natürlich ist das noch gar nichts im Vergleich dazu wo die Gedanken hinschweifen, wenn eines morgens ein Päckchen ankommt und ein Paar von dem ist da drin:

So, das wichtigste ist schon einmal da, jetzt muss nur noch das Rad darum gebastelt werden.

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Olmo aus dem Eis

In der großen Olmokaufverzweiflungswoche 2011 kaufte ich zwei Olmo Rahmen: Einen blauen und einen weißen.

Der blaue war etwas jüngeren Datums in gutem Zustand und etwas zu groß. Das weiße war älteren Datums, leicht rostig und etwas zu klein. Durch den Kauf von beiden erhoffte ich mir das ideale Rad im Mittel, aber darüber habe ich auch schon geschrieben.

Das weiße Olmo schickte ich zu Uwe Scheufen von Studio Brisant, der nach einigem hin un dher und zögern eine sehr sehr schöne elfenbeinweiße Lackierung organisierte. Ich organisierte mir zusätzlich einigermaßen passende Olmo Decals bei Cyclomondo in Australien für viel Geld. Die Richtung war klar, daß würde alles nicht billig werden. Ich wollte das perfekte Olmo Traumrad mit den perfekten Komponenten. Ich hatte keine Gruppitis und keine Epochitis, also Shimano 600AX Bremsen mit Campagnolo Ergopower wären für mich vollkommen OK gewesen. Oh, die naive Jugendzeut, irgendwann wird man erwachsen, die Vorstellungen und Ideen verhärten sich und die Unbeschwertheit der Jugend ist dahin.

Ich fing also an die schönsten Komponenten auf ebay zu kaufen. Zunächst einmal kaufte ich eine komplette 600AX Gruppe. Das war ein riesiger Fehlkauf, denn von der sind nur die Bremsen richtig schön, alles andere ist, na ja. Für das Schaltwerk muß der Zug frei über der Kettenstrebe laufen, damit das richtig angesteuert wird und diese Kurbel mit den 1 Zoll Pedalgewinden ist ja nun wirklich nicht besonders schön.

Das war aber schon einmal eine gute Basis.  Ich habe mir dann neue Rigida DP18 Felgen in silber besorgt und diese mit den Shimano 600AX Naben eingespeicht. Die Bremsen konnten bleiben, ebenso die schöne aerodynamische Sattelstütze.

Die Rahmenschalthebel der 600AX finde ich sehr häßlich, da mußten dann sehr schöne Shimano 600 Arabesque her. Die find eich vom Design her mit die schönsten überhaupt, die haben so etwas barockes, überladenes, ansonsten würde ich ja auch immer die Golden Arrow vorziehen die etwas schlichter sind.

Bei dem Rest dachte ich dann nur noch „Campagnolo“. Ich hatte die Möglichkeit Olmo pantographierte Gran Sport Record (Dank an Sebastian) Bremshebel zu kaufen, die auch wunderbar zu dem ebenfalls Olmo pantografierten 3ttt Vorbau passten. Konsequenterweise gehörte hinten dann auch eine Nuovo Gran Sport Schaltung dran und eine Nuovo Gran Sport Kurbel ebenso wie ein passender Umwerfer. Per Zufall fand ich auch noch eine billigere Campagnolo Aero-Flache mit Halter. Schön, aber insgesamt auch sehr, sehr teuer.

Zur gleichen Zeit baute ich auch an dem Kotter Arabia, für das ich eine größere Bestellung bei Sella Berolinum aufgeben wollte, da kamen dann auch gleich ein paar Dinge für das Olmo dazu. erst einmal versuchsweise klassische Mikashima Pedale, mit passenden Haken und Riemen, dazu der sehr schöne Dia Compe Sattel  (ist quasi der Gyes G1). Jörg von Sella Berolinum war auch sehr kooperativ und hilfreich.

Der Lenke ist modern von Charge, Typ Bowl und sieht auf dem Rad sehr schön aggressiv aus.

So wurde dann langsam, also so wie die Teile kamen, das Rad zusammengebaut. Das war sehr unproblematisch, ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich irgendwo Hilfe gebraucht hätte, bis auf die Montage des Steuersatzes, dazu habe ich noch nicht das richtige Werkzeug da. Ich denke aber, daß dies eine Arbeit ist, die ich auch in Zukunft dem Radhändler meines Vertrauens überlassen werde.

Ach ja, eine schwierige Sache gab es dann dennoch, ich wollte nämlich Ledergriffe selber um den Lenker nähne. Das hatte ich noch nie gemacht. Ich hatte das Leder in den USA bestellt, nachdem ich im Internet recherchiert hatte  und dann machte ich mich eines Tages im stillen Kämmerlein daran das ganze anzufangen. Das Leder war eingeweicht und ich dachte, dass es eine gute Idee wäre, die Naht auf der Innenseite (also da woe die engere Krümmung des Lenkers ist) laufen zu lassen, damit man sie weniger sieht. Schlechte Idee, die Naht muss da laufen, wo der längste Weg ist, so dass man das Leder dorthin ziehen kann. So sah das einfach nur mies aus und ich musste alles wieder abmachen, ausfädeln und wieder von vorne anfangen. Warum steht so etwas nicht in der Anweisung drin? Am Ende ist es nicht optimal geworden, aber auch nicht schlecht.

Die erste Probefahrt, der Moment der Wahrheit. Also, man kann noch so viele Pläne gemacht haben und noch so gut die Koponenten ausgesucht haben, aber ob das alles passt und stimmig ist zeigt sich erst auf der Probefahrt. Mein Peugeot Galibier zum Beispiel mit Bullhorn Lenker entpuppte sich als quasi nicht steuerbar. Mein blaues Olmo schleifte den Lack an der Kettenstrebe ab. Und das Kotter hatte ein Ritzel hinten da aus nicht klaren Gründen durchdrehte.

Das Olmo fuhr sich nett und schnell, aber leider war der Rahmen zu klein für mich. Den Charge Lenker kann man auch nur unten in den Griffen anfassen, so daß die Sitzposition sehr tief und für michs ehr ungemütlich ist. Ich wollte das Teil aber nicht noch einmal umbauen, oder die Komponenten an einen anderen Rahmen basteln. Ich mag den Rahmen sehr. Nur einfach nicht zum fahren.

Uns so entschloß ich mich dann schweren Herzens eines Tages das weiße Olmo zu meinen Eltern zu bringen, wo es nun neben einer anderen sehr schönen, aber leider nicht fahrbaren Möhre von früher steht. Verkaufen kann man es nicht, da es halt nicht „epochengerecht“ und „gruppenrein“ ist, aber ich laß es jetzt erst einmal weiter altern und dann schauen wir mal.

Alles über Olmo aus dem Eis hier.

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Geschichte meiner Laufräder


JA0001 und JA0002

  • Maillard Hochflanschnaben VR und HR 36L
  • DT Swiss Competition Speichen, schwarz, dreifach gekreuzt
  • DT Swiss Messing Nippel 12mm, silber
  • Mavic Open Pro Felgen  für Drahtreifen
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Erdmann Ventilkappen blau eloxiert
  • Continental Grand Prix 4000S Reifen schwarz 700 x 23C
  • Schraubkassette, unbekannt, 6-fach

Die ersten Laufräder, die ich jemals gebaut habe. Viele Fehler gemacht und anschliessend noch einmal zu meinem Radhändler gegeben, um diese exakt einzustellen. Damals noch von Hochfalnschnaben fasziniert. Teuer. Nicht perfekt schön aber nun stabil und ansehlich. Kein Ärger.

JG0001 und JG0002

  • Shimano 600AX Naben  VR und HR 36L
  • DT Swiss Competition Speichen, schwarz, dreifach gekreuzt
  • DT Swiss Aluminium Nippel 12mm, silber
  • Rigida DP18 Felgen silber  für Drahtreifen
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Erdmann Ventilkappen gold eloxiert
  • Schwalbe Durano Creme Reifen 700 x 23C
  • Schraubkassette Shimano Uniglide, 6-fach
Für mein weißes Olmo. Ich wurde besser, etwas routinierter. Konnte bei diesenLaufrädern alles selber machen, war aber noch nicht perfekt genug.
JL0001 und JL0002
  • Mavic 500 Nabe, hochglanzpoliert VR 36L
  • Miche Pista Primato HR 36L fixed/free
  • DT Swiss Revolution Speichen, silber, VR, dreifach gekreuzt, mit Unterlegscheiben
  • DT Swiss Competition Speichen, silber, HR, dreifach gekreuzt, mit Unterlegscheiben
  • Erdmann Messing Nippel 12mm, rot eloxiert
  • Mavic MA-2 Felgen für Drahtreifen
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Erdmann Ventilkappen rot eloxiert
  • Veloflex Master 22  700 x 22C Reifen, später ausgetauscht gegen Continental Grand Prix 4000S Reifen rot 23C
  • Miche Ritzel 16T mit Ritzelträger, Freilauf 18T
Für mein Union Fixie. Mit dem Rad bin ich viel geahren auch während der scheußlichsten Jahreszeiten. Ich musste dann einmal die Speichen nachstellen, einige waren locker geworden. Die Veloflex Reifen sind die schönsten der Welt, allerdings wahnsinnig schwierig aufzuziehen und nicht besonders pannensicher. Nach vier Platten gegen Contis getauscht.
JL0003 und JL0004
  • Shimano 600 Naben 36L VR, HR
  • DT Swiss Competition Speichen, silber
  • DT Swiss Nippel 12mm Messing, Silber
  • Mavic Module E-2Felgen für Drahtreifen
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Michelin Dynamic Classic (braune Flanke)  700 x 23C
  • Shimano Uniglide Kassette, 6-fach
Ein Satz Laufräder für das Kotter Arabia Rad. Nicht zu auffällig, schön dezent.
KA0001 und KA0002

  • Campagnolo Super Record Nabe 32L, VR
  • Shimano Dura Ace 7700 Nabe 32L, HR
  • DT Swiss Revolution Speichen, silber VR
  • DT Swiss Competition Speichen, silber HR
  • DT Swiss Nippel 12mm Messing, Silber
  • Rigida Nova Felgen rot eloxiert, 32L
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Rot eloxierte Erdmann Ventilkappen
  • Vorerst gammlige Reifen aus der Garage von irgendwelchen anderen Projekten
  • Shimano 105, 10-fach Hyperglide Kassette

Für mein blaues Chesini. Eigentlich für ds blaue Chesini meines Sohnes. Der Kauf der Felgen ergab sich eher zufällig. Als Budgeträder die anderen Teile günstig gesucht und gefunden. Modern.

KD0001 und KD0002
  • Mavic 500 VR, HR Nabe, 36L
  • DT Swiss Revolution Speichen, silber VR
  • DT Swiss Competition Speichen, silber HR
  • Pillar Hexagonal Nipple, 12mm Messing, blau eloxiert
  • Rigida Nova Felgen blau eloxiert, 36L
  • Schwalbe Felgenband
  • Vittorio Schläuche
  • Blau eloxierte Erdmann Ventilkappen
  • Continental Grand Prix 4000S Reifen 700 x 23C, blau
  • Regina America Schraubkassette, 7-fach
Mein neustes Projekt, bin gerade dran. Wird das Update für mein blaues Olmo Evolution Drei. Die Hexagonalnippel sind einfach wunderbar, da bekommt man viel mehr Spannung drauf. Mit Unterlegscheiben, die zum ersten mal mit einem Aufschläger eingetrieben wurden.
Später mehr.

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Gazelle Champion Mondial

April 2010. Ich war neu in Bremen und brauchte unbedingt ein Winterrad.

Also es war einfach ganz schlechtes Wetter hier und ich hatte nur Schönwetterräder. Das heisst, eigentlich hatte ich nur ein rad und zwar mein Cervelo Solist von 2008. Ich hatte noch keine Ahnung von Stahlrädern, aber mir war aufgefallen, dass in Bremen andre Räder gefahren werden, als in Japan. Hollandräder, alte verlotterte Stahlschlampen, riesig schwere Trekkingräder mit Anbauten aus Panzerstahl…….also deutlich weniger Carbon. In Japan fährt man ja Colnago, Pinarello oder wenigstens Anchor, oder Damenräder für 150 Euro. Dazwischen gibt es relativ wenig an Angebot und Nachfrage.

Also bin ich, etwas naiv zu Fahrrad Feinkost gegangen, dem exklusiven Radladen in Schwachhausen an der Wachmannstrasse. Das wo die Eisdiele ist. Ich hatte ja keine Ahnung, ehrlich. Und ließ mir eine Gazelle mit Ösen für Schutzbleche andrehen, Modell Champion Mondial AA Frame von 1979 (konnte ich später anhand der Seriennummer herausfinden). Mit einem Sticker eines holländishen Radhändlers aus Den Helder, Jan Verdoes – einen ähnlichen Sticker sollte ich ein paar Monate später auf meinem neu erstandenen Union Fixie finden.

Der Rad war ein großartiger Mix von verschiedensten Komponenten: Shimano 600 Bremsgriffe, Weinmann Bremsen, Campagnolo Naben (bei der hinteren war die Achse gebrochen), Sugino Kurbel, Suntour Schaltung, Reynolds 531 Aufkleber….man das Rad hatte schon einiges mitgemacht. Das Hinterrad hatte auch einen schönen Schlag, so dass eine neue Mavic Open Pro Felge fällig wurde. Fahrrad Feinkost hat sich dann auch wahnsinnig viel Zeit gelassen, bis alles fertig war, so einen miesen Service war ich aus Japan nicht gewohnt. Na ja, aber ich war auch gerade zurück in Deutschland und mittlerweile habe ich mich wieder an die Sitten hier gewöhnt. Beispiel? vor ein paar Tagen beim Bäcker:

Ich :“Guten Morgen, ich hätte gerne ein Croissant.“

Die: „Aha!“

Na ja, also jetzt macht mir das nichts mehr aus. Jedenfalls wurde der Sommer 2010 dann wunderschön, warm, blauer Himmel immer, Familie noch in Japan, viel Zeit zum fahren am Wochenende und alles mit dem Cervelo, denn das ist ja ein Schönwetterrad. Dsa Gazelle habe ich aber dann im Herbst rausgeholt, bin damit zur Arbeit gefahren und ab und an auch längere Touren wenn es aussah, als wenn das Wetter schnell umschlagen könnte. Im Vergleich zum Cervelo ist das natürlich eine lahme Kiste. Ich fing dann an meine eigenen Räder aufzubauen und schnell merkte ich, dass es doch bessere Räder als Gazellen gibt. Ich meine Gazellen sind keine schlechten Räder, aber die sehen halt nicht so gut wie italienische Teile aus.

Im August 2011 habe ich die Gazelle noch einmal mit zu Freunden nach Diemitz genommen und bin dort mit ihr gefahren. Das war sehr schön, aber im Herzen hatte ich schon Abschied von ihr genommen. Ich habe die Gazelle dann noch ordentlich aufgemöbelt, alles neu eingestellt und geölt und  gefettet udn dann bei Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf eingestellt. Nichts passierte.

Nichts passierte. Dann hatte Larissa Interesse das Rad zu kaufen, aber es war ihr einfach zu groß und nachher hat Tobi ohnehin ein viel schöneres schwarzes Olmo gekauft, dass ich dann für sie herrichten durfte. Schliesslich habe ich die Gazelle über Ebay verkauft.

Genau, es hatte sehr schön alte Klemmen von Shimano Dura Ace, jetzt fällt es mir wieder ein. Die klemmen heute an meinem Union Fixie.

Sugino Kurbel, bereits gepimpt mit einer goldenen Kettenblattschraube. Alle meine Räder haben eine Kettenblattschraube in einer andren Farbe als die andren vier. Das ist mein Markenzeichen.

Mit der Gazelle unterwegs, hier einmal vor meinem Lieblingskriegerdenkmal in Worpshausen. Hier ist die Gazelle noch im Feinkost-Urzustand.

Mit der Gazelle in Diemitz.

Alles über meine Gazelle Champion Mondial hier.

 

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Germany’s next top rear derailleur

Ich finde alle irgendwie gut, aber für wen haben wir heute Abend kein Foto?

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