Monatsarchiv: März 2012

FVFGGT: Fotos von Fixed Gear Girl Taiwan

…  ist meiner Meinung nach derzeitig die ästhetischste Website, die etwas mit radfahren zu tun hat.

 

Räder in Tarnfarben für die Luftwaffe.

Räder in Tarnfarben für die Stadt

via Taiwan Fixed Gear Girl

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Japan Business

Letztes Jahr hatte ich Hiroshi von C Speed in Yokohama geholfen Importeur von Duell Rädern in Japan zu werden.

Das brachte mir einen sehr schönen Besuch in Rotterdam bei Heerwerden Cycles, dem Besitzer der Marke Duell ein. Die Räder selber werden von Jan Van Dalen geschweißt, einem der wenigen noch aktiven Radbauer in Holland. Sein Bruder hat den Paintshop der die ganzen Dinger lackiert.

C Speed verkauft nicht viele, aber doch ab und an Duell Bikes an Kunden in Japan. Einer der letzten Jobs war ein Rahmen mit einem sehr speziellen Paint Finish, angepaßt an die Farbe des Autos des Besitzers und Dura Ace Di2 Ausstattung. Sweet.

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben. Hiroshi und ich wollten zusammen alte Stahlrahmen in Japan verkaufen. Ich habe zu diesem ZWeck in Deutschland eingekauft und Rahmen zu ihm nach Japan geschickt. Er hat diese dann aufgebaut und verkauft – oder auch nicht. Hier die Liste unserer grandiosen Projekte und das bisherige Ergebnis:

Gimondi

Eigentlich waren es zwei Gimondi Rahmen, ein roter und ein blauer. Leider waren die auch nicht besonders toll. Na ja, ich war halt jung und hatte keine Ahnung. Hiroshi hat versucht die Rahmen über Yahoo Auction in Japan zu verkaufen, das hat aber nicht geklappt. Die Dinger hängen jetzt als Deko ins einem Geschäft. Oder im Keller.

Mondia

Sehr schöner rahmen, fast makellos. Hiroshi hat diesen aufgebaut als Single Speed mit dem Thema „Alpen und Schnee“ und schnell an einen Kunden verkauft. Zunächst waren auch noch sehr schöne, gehämmerte Schutzbleche dran, die wollte der Kunde aber unverständlicherweise nicht.

Chesini

Sehe schöner alter blauer Chesini  Criterium Rahmen aus den Neunzigern, quasi ungebraucht. Muß mal fragen was daraus geworden ist. Auf jeden Fall hat der das Interesse an Chesini geweckt und Hiroshi kauft jetzt direkt bei denen in Italien neue Stahlrahmen ein.

Fazit

Verkaufen in Japan lassen sich nur Rahmengrößen 50 – 55 cm (c-c) in perfektem Zustand. Patina ist gar nicht gerne gesehen. Marken sind wichtig. Italien passt.

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Colnago: Die Zukunft der Entschleunigung

Colnago hat nun ein erstes, hochwertiges Rennrad mit Scheibenbremsen vorgestellt.

Die Idee ist ja nun schon etwas länger im Raum. Die UCI hat die Anwendung von Scheibenbremsen bei Cross- rennen erlaubt, also kommt das auf die Verbraucher zunächst einmal in Form von Cross-Renner zu. Cinelli hat ja auch ein ähnliches Konzept vor kurzem entwickelt. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges, Ridley und andere haben ja auch bereits nachgezogen.

Und jetzt also auch für Rennräder. Shimano hat dieses Jahr eine „Ultegra Level“ mechanische Scheibenbremse für Rennräder vorgestellt. Diese kann man dann mit STI Hebeln bedienen. Ich vermute einmal daß diese dann auch in einen 130mm Hinterbau passen wird?

Ich bin persönlich ein wenig skeptisch, ob sich Scheibenbremsen an Rennrädern durchsetzen werden weil:

  • Das Gewicht ist einfach höher als Scheibenbremsen, und das entspricht nicht diesem ganzen Carbon Gewicht runter Trend der so propagandiert wird.
  • 11-Speed Kassette, da bleibt hinten einfach wenig Platz zum Einbau für eine Scheibenbremse. Vermutlich müsste dann ein allgemeiner 135mm Standard kommen.
  • Die Räder werden schwerer. Weil die Bremsleistung vorne muss ja über die Speichen und die Felge auf die Straße gebracht werden. Radiale Speichung ist dann vermutlich nicht mehr möglich. Und natürlich muß auch die Gabel verstärkt werden um die Hebelkräfte der Scheibenbremse aufzunehmen. All dies wird zusätzliches Gewicht bringen.

Ich habe Scheibenbremsen an meinem Bad Boy und da finde ich den größten Nachteil, das diese so wartungsintensiv sind. Bei einer Felgenbremse kann ich eigentlich alles selber machen, aber bei einer Scheibenbremse muß ich vor der Technik kapitulieren. Die Scheiben verbiegen sich auch leicht, die Beläge rosten fest, die Dinger schleifen, all das ist vielleicht auch nur spezifisch für mein Rad, aber es nervt. Vermutlich wird das technisch irgendwann in den Griff bekommen zu sein.

Photos via Italian Cycling Journalvvvvvvvvvvvvvvvvvvvv

 

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Faggin Toppolino

Ich war gerade in meiner orangen Phase.

Und als ich da so war und in meiner ganzen sophisticated Langeweile bei Ebay blättere, sah ich diesen wunderschönen, orangen Rahmen von FAGGIN. Wow, Faggin ein echter italienischer Traditionshersteller (heute weiß ich, dass dieses Aluteilen nie im Leben in Italien war) und dann diese schönen Rundungen (na ja, Alu halt) ich war total verliebt und als das Teil dann für weniger als 80 Euro über den Tisch ging war ich glücklich.

Dann hatte ich die noch bescheuertere Idee das Teil so leicht wie möglich aufzubauen, obwohl der Rahmen schon extrem schwer war. Und das ganze wollte ich mit ein paar Komponenten aufbauen, die ich noch von meinem Cervelo Solist übrig hatte: (also ich das  Upgrade auf die 6700 gemacht hatte) Ultegra 6600 Wäscheleinen STIs und Bremsen, alte SRAM Force Kurbel (Standrad). Ich hatte auch vergessen, dass ich kein Schaltwerk mehr hatte, das hatte ich in Japan einmal mitsamt Adaptor um die Speichen gewickelt.

Also mußte an den anderen Komponenten kräftig Gewicht gespart werden. Also erst einmal eine leichte Carbongabel gekauft. Dann einen superleichten Karbonlenker, der quasi keinen Drop hat und auch fast keinen Unterlenker  – total unbequem. Syntace Vorbau für 25.4 mm Klemmung (kriegt man quasi nie mehr verkauft). Dura Ace Schaltwerk. Dura Ace Kassette. Gelochte Schaltröllchen. Look Carbon Pedalen. Total unpraktischer Tune Wasserträger Flaschenhalter. Superleichter und superunbequemer Carbonsattel. So langsam wurde es teuer.

Aber ich brauchte ja unbedingt noch leichte Laufräder. Also habe ich mir die Toppolinos zugelegt, die etwas unter 1.100 Gramm wiegen. Im Gegensatz zu Lightweight sind die auch noch relativ billig, aber man braucht diese total unpraktischen Schlauchreifen und dann auch noch spezielle Bremsbeläge für Carbonfelgen.

Na ja, und damit das ganze noch leichter wird hatte ich mich entschlossen vorne gar keinen Umwerfer zu montieren. Braucht man in Bremen sowieso nicht, eigentlich würde hier auch eine Fünf-Gang Schaltung reichen. Oder eben ein 52:16 Fixie. Das Ergebnis war dann aber immer noch enttäuschend schwer, weit vom UCI Limit von 6,7 kg entfernt.

Dann die ersten Ausfahrten. Bei der ersten ist man ja noch begeistert. Aber auch da war mir schon klar, dass Bremsen auf Carbonflanken echt mies ist. Und irgendwie hatte ich kein Vertrauen in diese Räder auch wenn die supergut aussehen. Ich bin dann mit dem Rad und Kaipie in den Harz gefahren, was mir sehr viel Respekt eingberacht hat, da ich ja nur das große Kettenblatt hatte um die Berge hochzukommen. Aber irgendwie war das nicht mein Rad, vielleicht trauerte ich auch dem Cervelo noch zu sehr hinterher. Und bei den anderen Ausfahrten sprang dann immer die Kette runter vorne, weil halt die Führung durch den Umwerfer fehlte. Kann ich also als Lösung nicht empfehlen.

Mit dem Rad bin ich auch beim Velothon 2011 in Berlin gefahren. Allerdings hatte ich da schon DT Swiss 240 Räder gekauft, die ich für das Canyon haben wollte. Aber mit diesen Brems-miesen Carbonrädern wollte ich nicht zum Velothon.

Ich bin dort auch eine Stunde gut gefahren, war mit in der Spitzengruppe meiens Feldes, bis mir jemand in das Hinterrad gefahren bin, alles verbogen war und ich erst einmal jemand finden mußte der mir das repariert. Bis ich dann wieder los war war alles vorbei und ich bin quasi ins Ziel getorkelt. Trotzdem war es ein schöner Aufenthalt in Berlin, aber meine Beziehung zu diesem Fagginrad war irgendwie gestört.

Und da nun ohnehin die Transalp 2011 bald anstand und ich um das zu überleben wirklich ein gutes Rad brauchte, habe ich einen Canyon Ultimate CF  Rahmen bestellt. Viele von dem Zeug habe ich wieder verkauft, vieles habe ich nun an das blaue Chesini angebaut und einiges wartet noch in den Wunderkisten auf den nächsten Einsatz.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Alles über das Fagin Topolino hier.

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Paris – Nizza

Gestern dann der unstoppbare Boonen-Express. Schön, dass Tom Boonen wieder gut dabei ist, das gibt spannende Frühjahrsklassiker in Belgien und gute Sprintrennen. Sein 100. UCI Sieg.

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NAHBS : Fahrrad für Bremer Viertel vorgestellt

Was macht ein Bremer aus dem Viertel bevor er seine Wohnung verlässt?

Er prüft, ob er den Hausschlüssel in der Tasche hat und die Flasche Becks in der Hand hält. das war jedenfalls mein Eindruck, als ich für einige Monate 2010 im Viertel wohnte. Was übrigens eine sehr schöne Zeit war.  Nur etwas… ungewöhnlich … vielleicht. Also wie soll ich sagen … ich war es einfach nicht gewöhnt, dass 80% der Menschen die mir auf dem Gehweg am Sonntag morgen um 11 entgegenkommen eine Flache Becks in der Hand halten. Oder mit nacktem Oberkörper durch die Straßen laufen. Na ja, aber ich lebte halt lange in einem Land mit einer sehr konservativen Grundausrichtung.

Egal, damit der Bremer aus dem Viertel nun auch nicht nur im gehen, sondern auch beim Radfahren sein Becks dabei haben kann wurde auf der NAHBS in Sacramento dieses Jahr eine Reihe von Rädern vorgestellt, die Büchsen- und Flaschenhalter an allen möglichen nd unmöglichen Stellen montiert haben. Bei manchen Rädern an Stellen, an denen mein Rad noch nicht einmal Stellen hat. Unten die bislang eleganteste Lösung für längere Touren. Vermutlich auch eine gute Kohlfahrtalternative.

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Ein weisses Rennrad

Klar, sieht man.

Dieses hier hat Tobias aus Bremen aka „Audi Freak“ gebaut. Die Basis ist ein alter, neuer unbekannter Rahmen aus Lagerbeständen der Achtziger Jahre der Stadt Bielefeld. Daran wurde eine komplette alte Shimano 105 Gruppe (1050) verbaut, die von einem anderen Projekt, einem Benotto stammt. Das Ergebnis sieht sehr schlicht und klar, vor allem vor dem Hintergrund dieser rot-braunen Klinkerwand aus. Von der Idee hin finde ich das eigentlich sehr ähnlich zu meinem Canyon minus dem Orangeanteil.

Tobias hat noch vor den Rahmen mit selbstentworfenen Logos zu bekleben. Zunächst einmal aber wäre er dankbar für eine Kommentierung seiner Arbeit.

Man könnte das Rad natürlich auch in das Rennrad-News Forum stellen, etwa unter die Rubrik „Zeigt her eure Klassiker“ und die Forumsmitglieder um ihre Meinung bitten. Leider sind die Kommentare oft nicht wie erwartet („Dolle Sache!“) sondern zeigen von einer pessimistischen Herangehensweise an die Probleme dieser Welt im Detail („Die Ventilkappen gehen ja gar nicht“). Aus diesem Grunde habe ich einige einfach formulierte Regeln aufgestellt, wie man Beiträge dieser Art im Forum formulieren sollte:

DER CYCLYNG RATGEBER FÜR GUT FORMULIERTE BEITRÄGE UND KOMMENTARE IM RENNRAD-NEWS KLASSIKER FORUM

Regel #1:
Jeder Kommentar zu einem präsentierten Rad muss anfangen mit:
„Schönes Rad, aber leider…“
Auf diese Art und Weise wird unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass man egentlich en ganz netter Mensch ist, aber das Rad eben nicht so doll findet. Oder man schrecklich neidisch ist. Oder man wahnsinnig viel Ahnung hat.

Beispiel 1:
„Schönes Rad. Aber leider wurden die Innengewinde nicht Nippel nicht mit Öl gereinigt, das vor 1990 produziert wurde. Gehört also nicht in diesen Thread hier.“
Wirkliche Aussage: „Dein Rad kannst Du in die Tonne kloppen ber schick mir die Nippel vorher.“

Beispiel 2:
„Schönes Rad. Leider scheint mir das Lenkerband anderes rum gewickelt sein als das Profil des Hinterrads verläuft. Das entspricht keinesfalls der StVO, noch der KlVZO (Klassiker Vorzeigordnung).“

Wirkliche Aussage: „Ich habe mehr Ahnung als du. Schick Dein Rad her, ich bin neidisch und du verdienst es ohnehin nicht.“

Regel #2:
Räder sind nie fertig

Jedes Rad das hier eingestellt wird muss in der Beschreibung mit dem Zusatz versehen werden, das es eigentlich noch nicht fertig ist. Dies entschärft eventuelle Kommentare die nach Regel #1 aufgestellt werden.

Regel #3
Die Komponente x wird aber noch ausgetauscht:

Jede Beschreibung eines Rades muss einen Kommentar enthalten, dass bestimmte Komponenten nicht der KlVZO (siehe oben) entsprechen und dass daher bitte Kommentatoren Gnade vor Recht walten lassen sollen.

Beispiel:
„Das Rad ist noch nicht fertig, ich denke, ich werde demnächst noch Rahmen, Laufräder und sämtliche Komponenten austauschen.“

Kommentar:
Der Versuch sich auf diese Art und Weise abzusichern ist leider völlig sinnlos, da es nur den Ehrgeiz der Kommentaren anstachelt ein anderes Detail zu monieren. Zum obigen Beispiel wäre dann eine vermutliche Antwort nach Regel #1:

„Schönes Rad. Leider ist der Hintergrund nicht Epochengerecht.“

Regel #4
Ein Rahmen ist nie gerade.

Wenn wirklich nichts zu monieren ist, dann darf mit dem Kommentar zumindestens in Aussicht gestellt werden, dass sich der Besitzer in Kürze damit wegen eines technischen Defekts ordentlich auf die Fresse legen wird.

Beispiel:
„Schönes Rad, da gibt es nichts zu kriteln. Aber sag mal, ist die vordere Flaschenhalterschraube nicht schief, oder sieht das nur auf dem Foto so aus? Gab es da vielleicht mal einen Unfall? Sieht mir so aus wie ein typischer Unfallschaden wenn das Rad von einer Zehnjährigen Japanerin aus 8.000 Meter Höhe von einem Gleitdrachen geworfen wird und dann genau mit der Flaschenhalterschraube auf einem Stoppschild aufgekommen ist“

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Fixed Gear Girl Taiwan

via Fixed Gear Girl Taiwan

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102 weserige Kilometer

Vollmundig hatte ich in der Woche den ersten 100km Ausritt des Jahres angekündigt.

Ich wachte am Samstag morgen auf, der Himmel war blau und es gab keine Entschuldigung mehr. Hm, 52:16 Übersetzung auf dem Fixie über 100km – ob das wohl gut geht? Also los, auf zum Treffpunkt am Kiosk „Zur gelben Gefahr“. Was das kennt keiner? Das ist der Radsporttreff an der Ecke Schwachhauser Heerstraße/Scharnhorststrasse. Seit 1928 treffen sich hier bremische  Radsportfreunde um vor der Ausfahrt noch schnell einen zu heben oder gleich da zu bleiben.

http://maps.google.de/maps?f=q&source=embed&hl=de&q=Scharnhorststra%C3%9Fe,+28211+Bremen&aq=&sll=53.159072,8.676453&sspn=0.038907,0.077162&ie=UTF8&geocode=FRoJKgMdeiuHAA&split=0&hq=&hnear=Scharnhorststra%C3%9Fe,+28211+Bremen&ll=53.090004,8.862815&spn=0.004871,0.009645&t=m&z=14&layer=c&cbll=53.090004,8.862815&panoid=85SYT9FVw-YQ1Nzf2r55BQ&cbp=12,240.03,,1,12.31&output=svembed
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Ich hatte überhaupt keine Plan wohin ich eigentlich fahren wollte, was Erfahrungsgemäß die besten Voraussetzungen für spannende Touren sind. Keine guten Voraussetzungen für eine lange Tour ist es aber den Helm zuhause zu lassen. Das machte mich etwas nervös und weniger risikobereit. Also zunächst einmal am Focke Museum vorbrei (Gähn) Richtung Horner Freibad, wo bereits die erste Bremer Bergprüfung auf dem Programm stand. Ein mörderischer Sprint vorbei an Fußgängern und Aluradfahrer hoch zum Col d’autobahnbrücke und dann mit viel Schwung und 37 Sachen auf der anderen Seite runter.

Weiter ging es auf den Deich und entlang der Wümme Richtung Kuhsiel und Dammsiel. Der Wind bließ schön von hinten und so dachte ich, aaß ich vielleicht die ganze Zeit nur nach Norden fahren sollte, vielleicht sogar bis zum legendären Fickmühlen? Aber dann mitd em Zug zurück macht keinen Spaß, kostet Geld und dauert, also erst einmal weiter Richtung Ritterhude und dann diesen Megaberg auf der L151 hoch zur B74. Eine der schlimmsten und brutalsten Steigungen in Bremen überhaupt, so sich die Spreu vom Weizen und Appelkorn trennt. Man war ich fertig, als ich nach ca 27 Sekunden endlich oben war.

Vor einiger Zeit, auf einer Tour vom Weserexpress,  bin ich dann ein paar Hundert Meter weiter die Straße nach links abgebogen, Richtung Lesumstotel. Hm, das wollte ich noch mal machen, kam dann aber auf die sinnige Idee das Abenteuer noch weiter auszubauen und in die Stoteler Waldstraße einzubiegen. Ist da schon mal jemand gefahren? vermutlich nicht. Noch nicht einmal das Google Streetview Fahrzeug hat es dahin geschafft. Übelstes Kopfsteinpflaster, vermutlich aus der Zeit des Rückzuges deutscher Truppen aus Ostpreußen. Quasi die Wilhelm Gustloff auf Land. Könnte auch eine römische Herrstraße gewesen sein. Nach zwei Kilometer war so ziemlich alles losvibriert am Rad, was es zu vibrieren gab und unwiderstehlicher harndrang setze ein. Zum Glück kam dann wieder eine fahrbare Straße Richtung Heilshorn. Auf dem Radweg fuhr ein Skater mit Kopfhörern. Mann sind die lhm, die schleichen ja so mit 20 – 25 km/hr durch die Gegend. Und braucen die gesamte Breite des Weges. Und hören dabei vermutlich Adele und träumen vor sich hin, so dass die mein Dauergebimmel nicht hören. Bis ich den überholt hatte – so was versaut einem ja den ganzen Schnitt!

Dann weiter an Faun und Hansafrost (Achtung: Fabrik Eisverkauf hier) nach Schwanewede und Neuenkirchen. Vorebei an my blöoody valentine in Frage bis zum Kraftwerk und dort auf die Fähre über die Weser gewartet. Ich mag das wirklich sehr einmal auf einer Tour über die Weser zu setzen, bislang habe ich das aber immer in Vegesack gemacht.

Dann ging es weiter entlang der Weser auf der Deichstraße der linken Seite (also falschen Seite) durch illustre Dörfer wie „Ritzenbüttel“, Lemwerder und, mein Favorit „Motzen“ (Dortmotto: „1000 Jahre Motzen“). Von der Weser sieht man da übrigens nichts, da die Straße hinter dem Deich verläuft und relativ trostlos ist. Irgendwann kommt man dann, nach einer dicken Prise Gegenwind, wieder nach Bremen rein, da wie die dicken BLG Lager für Daimler sind. Und dann weiter durch beautiful Wolmershausen bis zur Becksbrücke (Stephanbrücke). Warum da eigentlich keine Fixiefahrer rumhängen ist mir unbegreiflich. Nahe der Innenstadt! Überdacht! Jede Menge bunte Graffities! Was wil man mehr?

Damit die 100km voll wurden weiter in den Bürgerpark, durch den Bürgerpark zur Munte (uncooler Radfahertreff für Jedermann) und dann wieter zum Platzhirschen und noch einmal eine schwere Bergprüfung über die Autobahn. Ui, da zogen aber jetzt die Beine wie Hechtsuppe.

Dann allerdings gab es ein interessantes Phänomen, das weiterer Erläuterung bedarf: Das Zeigen von Frohsinn ist nicht Sache des Norddeutschen. Rumquietschen, albern und große Sprüche kloppen, also das tägliche Brot des Rheinländers findet er albern. Trotzdem, ab und an muss es raus, da fordert die menschliche Natur ihr Recht. Andere Leuten gehen dann zum lachen in den Keller, nicht so der Bremer. Er schnappt sich einen Bollerwagen, lädt den mit harten Alkoholika, vielen grünen Becksflaschen und minderwertigen Nahrungsmitteln voll und zieht mit seinen Freunden in die Wümmewiesen. Denn da wird er beim froh sein nicht von anderen beobachtet. Um jegwelches Risiko auszuschliessen werden diese Ausflüge unternommen, wenn es draußen besonder garstig ist, also im Januar im Eisregen oder bei Orkanen und Hagelschauern. Dann wird gelacht und der gemeine Bremer fühlt sich dann wie Kaiser Nero nachdem er Rom angezündet hat und sich das Feuerchen vom Balkon seines Palastes ansieht und an seiem Glas Prosecco nippelt.

Leider ist es heutzutage so, dass die Jugend auch nicht mehr ist, was sie einmal war. Nämlich als wir noch Teil von ihr waren. Die Jugend heute geht mit dem Bollerwagen bei 6 Grad Plus raus – darunter stand früher lebenslanges Frohsinnsverbot. Geschämt hätte man sich mit dem Bollerwagen loszuziehen und peinlich hätte es werden können angesichts der zahlreichen Passanten.

Lange Rede, kurzer Sinn, die Wümmewiesen waren verstopft mit Bollerwagen, Lachleuten und Nettmenschen um mich herum. rgendwann war ich aber dann doch zuhause und hatte den ersten 100km Ritt des Jahres in der Tasche.

Meine Familie interessierte da wenig. Ich konnte ihnen aber dennoch von Nutzen sein, indem ich meinen Kindern erklärte, wie man in den Tropen überleben kann. Das ist eigentlich ganz einfach: Man sucht sich eine Kokusnuß und dann braucht man nur noch eine Schlagbohrmaschine, bohrt zwei Löcher rein und trinkt die Kokosnussmilch. Fertig. Robinson Crusoe hat das 20 Jahre  lang so gemacht.

Nächste Woche ib in ich in London und hoffe, aß ich Zeit haben werde mir den Olympic Park anzusehen, insbesondere das Velodrame. Das Rad muß leider zuhause bleiben, aber vielleicht leiht mir einer meiner Londoner Freunde ja eins zum rumfahren.

Ansonsten bis bald.

 

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